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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham.

Sonntagsbeilage: AllusLrirtes Sonntagsblatt.

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Viertelj^h-licher Bezugspreis: bei der Expedition 3 Ml., bei allen Postämtern 3,25 Mk. (excl. Bestellgeld).

^»jertionSgebühr: die gespaltene Zeile oder der« Raum 10 Psg.

Reclamen: die Zelle 25 Psg.

Marburg

Sonnabend, 14. März 1903.

Erscheint täglich außer an Senn« und Feiertagen. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.

Druck und Berlag: Zoh. Aug. Koch, Universuats-Buqornckerei Marburg, Markt 31. Telephon 55.

38. SaSrg.

MUtag-Aasgave.

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Das Zurückbehaltungsrecht des Vermieters.

(Bon unserem juristischen Mitarbeiter.)

Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuchs steht dem Vermieter an den eingebrachten Sachen des Mieters zur Sicherung seines Mietsanspruches ein Zurückbehaltungsrecht zu. Dieser Grund­satz ist strikt auSzulegen, d. h. also: die ein« gebrachten Gegenstände müssen beim Einzug in ie Wohnung auch derjenigen Person eigen­tümlich gehören, welche den Mietsvertrag ab­geschlossen hat. Wenn z. B. ein Ehemann dm Mietsvertrag abgeschlossen hat, und die einge­brachten Wohnungseinrichtungsgegenstände sind nicht sein Eigentum, sondern dasjenige seiner mit ihm in getrennten Gütern lebenden Ehe- frau, so hasten diese Gegenstände nicht für den Mietzins, und er muß, selbst wenn bei Be­endigung des Mietvertrages seine Miete nicht oder nicht vollständig gezahlt ist, diese Gegen­stände herauslassen. Das Bürgerliche Gesetz­buch hat durch diese Bestimmung eine wichtige Aenderung gegenüber dem früheren Rechts­zustande in Preußen geschaffen. Nach dem preußischen Landrechte hafteten nämlich auch die Mobiliargegenstände der Ehefrau, abgesehen von den für ihren persönlichen Gebrauch be­stimmten Gegenstände, dem Hauseigentümer auch für die Miete insoweit als der Ehemann das Nießbrauchs- und Verwaltungsrecht an dem Vermögen der Ehefrau besaß und deshalb selbständig ohne Zuziehung der Ehefrau zur Verpfändung der Vermögensgegenstände der­selben befugt war.

DaS Zurückbehaltungsrecht des Vermieters geht aber nicht weiter als wie gerade sein Mietsforderungsrecht. Wenn der Vermieter z. B. genötigt gewesen ist, auf Zahlung seiner Mietsforderung Klage zu erheben, so ist er nicht berechtigt, wegen der Prozeßkosten ein Zurückbehaltungsrecht an den Gegenständen auszuüben. Er kann wohl im Wege der Zwangs­vollstreckung die in der Wohnung befindlichen Gegenstände wegen der Kosten pfänden lassen, sobald er für die Kosten einen vollstreckbaren Titel erlangt hat und aus den Gegenständen seine Befriedigung suchen, sofern durch Ver­äußerung derselben zunächst seine Mietsforderung gedeckt ist und der Rest des Versteigerungser- löfes zur Tilgung seiner Kostenforderung auL- reicht. Der Vermieter ist jedoch nicht berechtigt, zur Deckung seiner Prozeßkosten die eingebrachten Mobilargegenstände zurückzubehalten.

Dieser Grundsatz ist vor kurzem in einer gerichtlichen Entscheidung in Berlin zu einem recht drastischen Ausdrucke gelangt.

Eine Nacht in türkischer Gefangenschaft.

(Fortsetzung.)

Er also, der hiesige türkische Hauptmann, mein Schwiegersohn und ich, die Satteltaschen mit Proviant gefüllt, stiegen nun auch früh um fünf Uhr zu Pferde, besuchten die verschiedenen Karaulas und legten bis zum Abend, wo wir in dem Grenzort Uvaz anlangten, eine Strecke von 35 Kilometer zurück. Gegenüber den türkischen auf der anderen Seite des Flusses refp. der Grenze befinden sich regelmäßig aus der zunächst gelegenen geeigneten Stelle, in einer Luftlinie von ca. 2 bis 3 Kilometer die serbischen Karaulas. Diese find nur Block­häuser, aber von großer Stärke, die türkischen dagegen find jetzt alle massiv, aus Bruchsteinen in ca. 60 Zentimeter-Wandstücken und haben nach außen hin nur Schießscharten, durchaus keine Fenster, denn das Licht erhalten sie durch einen verhältnißmäßig geräumigen Lichthof, auf welchen hin die Fenster und die Eingänge zu den verschiedenen Räumen gehen. Dieser Hof und diese Räume machen einen tief düsteren Eindruck und der arme Offizier ist zu bedauern, der bestimmt ist, hier ein ganzes Jahr fein Dasein zu verbringen, aber der Türke und hauptsächlich der Soldat ist ent­sagend und fügt sich ohne großes Bedauern in jedes Unangenehme. Unser Ritt ging diesmal vielfach auf Hochebene (Flanina) durch ganz unbewohnte Gegenden, allerdings unterbrochen durch tiefe Schluchten, die wir mit unseren Pferden auf den verwegendsten Pfaden passieren »ußten. Da hieß es natürlich oft abfteigen

Ein Hauseigentümer hatte mit einem Ehe­mann allein einen Mietsvertrag abgeschlossen, obwohl ihm bekannt war, daß das gesamte Wohnungsmobiliar der Ehefrau eigentümlich gehörte. Im Verlaufe der Mietsdauer hatte darauf, weil eine Aenderung der Zahlungs­bedingungen von dem Mieter gewünscht wurde, die Ehefrau die Verpflichtung zur Mietszahlung mit übernommen. Schließlich konnten die Mieter die Miete für das letzte Vierteljahr nicht bezahlen. Darauf klagte der Hauseigen­tümer auf Grund des Mietsvertrages, in welchem der Ehemann allein als Mieter bezeichnet war, auf Zahlung des Mietzinses. Er erstritt auch ein rechtskräftiges Versäumnisurteil und ließ das gesamte Mobiliar, welches bereits zum Zwecke der Bewerkstelligung des Umzuges ver­packt war, pfänden. Hierauf bezahlte die Ehe­frau den gesamten zur Zwangsvollstreckung stehenden Betrag an den Gerichtsvollzieher und nun mußte der Hauswirt, obwohl er noch eine Kostensorderung gegen den Ehemann in Höhe von mehr als hundert Mark besaß, da er noch keinen vollstreckbaren Kostenfestsetzungsbeschluß in Händen hatte, in die Herausgabe der Mobiliar- gegenstände willigen.

Wenn auf diese Weise das ZurückbehaltungL- recht des Vermieters ein beschränktes ist, so kann es auch eine weitergehende Bedeutung er­halten, insbesondere auch noch weitergehen als sonst das Zwangsvollstreckungsrecht gemäß der Zivilprozeßordnung begründet ist. Nach den Bestimmungen der Zivilprozeßordnung sind die für den Schuldner und seine Familie unentbehr­lichen Gegenstände der Zwangsvollstreckung ent­zogen. Von dieser Beschränkung kann vertrags­mäßig der Vermieter sich dem Mieter gegenüber befreien, wenn der Mieter auch die nach den Bestimmungen der Zivilprozeßordnung unpfänd­baren Mobiliargegenstände dem Pfandrechte des Vermieters freiwillig unterwirft. In diesem Falle kann event. der Vermieter auch die un­entbehrlichen Gegenstände im Wege der Zwangs­vollstreckung versteigern lassen.

Umschau.

Beseitigung und landwirtschaftliche Verwertung des Hausmülls.

Der Sonderausschuß für Abfallstoffe der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft hat schon seit längerer Zeit der Frage der Beseitigung und landwirtschaftliche Verwertung des HauS- müllS besondere Beachtung geschenkt. Auch bei Gelegenheit der Sitzung des Sonderausschusses in der landwirtschaftlichen Woche wurde eine Besichtigung mehrerer Anlagen zur Beseitigung des Mülls vorgenommen, so einer Entladerampe der Aktiengesellschaft Staubschutz, welche Sammel­wagen verwendet, bei welchen sowohl beim Aus­schütten der Müllkasten in die Wagen jegliche

und das Pferd führen; ich bin schon an solche Touren gewöhnt, aber wer sie nicht kennt, der hält sie für unmöglich mit einem Pferd. Unsere Bedeckung von fünf Mann türkifcher Infanterie blieb auf flacheren Stellen, wo wir kurz trappen oder gar öfter einmal gallopieren konnten, wohl öfter einmal zurück, sie wußte uns aber durch behendes Ueberklimmen der Schwierigkeiten und durch kürzere Wege immer wieder einzuholen. Die türkischen Soldaten sind überhaupt sehr behend, wozu wohl haupt­sächlich das Fehlen des Tornisters, die leichte, bequeme Bekleidung, hautsächlich auch der Füße, beiträgt! Unser fteundschaftliches Zusammen­leben mit den türkischen Offizieren ist nicht nur in dem okkupierten Teil des Sanschahs Novibazar bekannt, sondern zieht immer weitere Kreise, sodaß seit einiger Zeit von weither sich die türkischen Offiziere Urlaub nehmen, um einen oder mehrere Tage hier zu verbringen, die dann immer durch sehr geselliges Zusammen­sein gefeiert werden und man sieht den Leuten an, abgesehen davon daß sie sich darüber aus­sprechen und gerne wiederkommen, daß sie einen angenehmen Eindruck von hier mitnehmen, denn wenn fie. auch nicht so ausgelassen fein können wie unsere jüngeren Offiziere, weil der Türke überhaupt eine sehr ruhige, besonnene Natur hat, so find fie doch bei einem munteren Zusammensein, gewürzt durch ein GlaS Bier, immer gerne dabei und ich habe erst einen einzigen kennen gelernt, der so streng war, daß er daS Bier anfänglich ausschlug, um nur Limonade zu trinken, doch noch im Laufe deS Abends sah ich, wie sehr ihm das Bier mundete, er folgte dem Beispiel feiner Kameraden! Sehr schön ist, wenn fie ihre türkischen

Staubentwickelung ausgeschlossen ist, als auch beim Entleeren in die Eisenbahnwagen auf einer besonderen Enttadungsrawpe jede Belästigung durch Staub vermieden wird. Für letzteren Zweck läßt sich der Boden der Sammelwagen öffnen und das Haumüll fällt durch eine Oeffnung im Fußboden unmittelbar in den darunter stehenden Eisenbahnwagen, während der Staub durch Schutzlaken mit besonderen Vorrichtungen abgehalten wird. So ist es gelungen, die Be­seitigung deS Mülls vom Hofe bis zur Stelle der landwirtschaftlichen Verwertung als Melio- rationSmittel ohne jegliche Belästigung der Stadt­bewohner staubfrei zu gestalten. DaS Hausmüll kann dann mit der Eisenbahn bis an den Ort der landwirtschaftlichen Verwendung als Melio- rationSmittel gebracht werden.

Außerdem wurde die Müllsortierungsanlage der Charlottenburger Abfuhrgesellschaft besichtigt. Diese Gesellschaft sammelt daS Hausmüll nach dem sog. Separationssystem innerhalb der Häuser in getrennten Behältern, so daß

1. die Asche ohne lästige Nebenbestandteile, wie Glas, Blechdosen usw., als Melio­rationsmittel Verwendung finden kann,

2. die Speisereste, nachdem fie gedämpft und so sterilisiert find, zur Schweinemast Ver­wendung finden, und

3. die sog. Sperrstoffs: Papier, Glas, Flaschen, Scherben, Metallteile sortiert werden und wieder zur teilweise recht hohen gewerblichen Ausnutzung gelangen.

Nach einer allerdings vielleicht etwas hohen Berechnung würden mit den Speiseresten Berlins mit rund 2 Millionen Einwohnern jährlich rund 100 000 Schweine im Werte von 8 Mill. Mark gemästet werden können. Die gewerblich verwertbaren Abfälle würden fich auf 300000 Doppelzentner mit einem Werte von über 1 Million Mark belaufen, so daß es auf diesem Wege möglich erscheint, sowohl die Ausgaben der Hausbesitzer für Müllbeseitigung zu ver­ringern, als auch der Landwirtschaft die zur Verwendung als Meliorationsmittel, besonders auf sauren, niedrigen Wiesen, geeigneten Stoffs, wie Asche usw., auch auf größere Entfernungen hin billig zur Verfügung zu stellen. Besonders die Vertreter der Hygiene im Sonderausschuß konnten sich sehr befriedigt über beide Anlagen aussprechen, insbesondere dahin, daß einer der­artigen Beseitigung des Hausmülls in den beiden besichtigten Anlagen nicht erheblich größere Bedenk: n entgegenstehen, als dem unter vielen Verhältnissen recht teuren System des Verbrennens und Schmelzens des HauSmülls, bei welchem bis zum Augenblick der Ver­brennung, also auf dem Transport, daS Haus­müll als Derschteppungsgelegenheit von Krank­heiten ebenfalls nicht ganz unbedenklich ist.

Lieder, auf unser Ansuchen, anstimmen, dieselben haben zwar alle mehr oder weniger das senti­mental selbst traurige, was man bei allen Liedern der orientalischen Völkern wiederfindet, aber fie beeinträchtigen den Bierdurst darum doch nicht! Eine Anzahl resp. einige dieser Melodien haben wir uns auch schon angeeignet und es bereitet ihnen eine große Freude, wenn wir dieselben anstimmen und zwar unter der Leituikg einer unserer Oberleutnants, der außer ordentliches mufikalisches Gehör und Talent hat! Die türkischen Offiziere strengen fich dagegen auch an, unsere Lieder mitzufingen, hauptsächlich interessieren sie fich für die speziellen National- Gesänge, nicht nur der österreich^-hen Natio­nalitäten, sondern auch der deutschen, vornehmlich derWacht am Rhein', denn Deutschland steht bei ihnen sehr hoch, darum bis jetzt sprechen die Meisten nur etwas französisch ist das Interesse für die deutsche Sprache sehr groß und unser hiesiger Hauptmann wird von allen seinen Kameraden sehr beneidet, daß er in der kurzen Zeit unseres hiefigm Aufenthaltes unter Zuhülfenahme unserer beiderseitigen Kenntnisse der französischen Sprache von mir das Deutsche derartig gelernt hat, daß er fich mit Jedem gut deutsch unterhalten kann; er selbst ist mir sehr dankbar dafür und versichert mich wiederholt, daß ich ihm ein sehr wertvolles Andenken für fein ganzes Leben damit über­geben habe! Der Türke lernt leicht eine fremde Sprache, hat überhaupt eine gute Auffassungs­gabe, vielleicht weil in seinem Gehirn noch nicht gar zu viel aufgespeichert ist, denn es ist ost staunenerregend, wie fie von so manchen europäischen Einrichtungen, Gebräuchen und Verhältnisse«, selbst wenn fie recht gute Schul-

Wüstenstaub auf dem Ozean.

Kürzlich ist mehrfach von Fällen berichtet worden, in denen Schiffe, welche das Mittel ländische Meer passierten, mit von Süden her wehenden Staubmaffen'in Berührung gekommen find. Diesen Fällen schließt sich eine Beobacht­ung an Bord des zwischen New-Dork und Ost- afien verkehrenden DampfersNubia" der Hamburg-Amerika-Linie, welcher im Februar von Gibraltar nach Algier fuhr, ar Der Kapitän berichtet folgendermaßen:Am 21. Februar bei Tag bemerkten wir, daß unsere ganze Takelage und alle übrigen Schiffsteils an der Luvseite mit einer gelben Staubmafst überzogen waren, jedenfalls Wüstenstaub; de» Wind war zur Zeit SSO und sehr warm.' Mehrere andere Dampfer ver Hamburg-Amerika- Linie begegneten dem Wüstenstaub auf dem Atlantischen Ozean, hunderte von Seemeilen von der Küste entfernt. So berichtet der Kapitän des DampfersWestphalia', der, von Montevideo kommend, am 24. Februar auf der Rhede von Madeira vsr Anker ging, daß di« letzten Tage hindurch von Osten her schlechtes Wetter und die Luft meistens dick von Sand» gewesen sei. Von der Fahrt des Dampfers Numidia", welcher dieselbe Reise machte, teilt der Kapitän folgendes mit:Am 21. und 22. Februar hatten wir stürmisches Wetter, die See war sehr hoch und unregelmäßig. Die Lust war von überwehendem Wüstensande total unsichtig, und wir mußten fortwährend Nebel- fignale geben." Das Schiff ankerte am 24. Februar im Hafen von Funchal. Ebenso hatte endlich auch der DampferSpatta,"^ von Maranhao nach Lissabon unterwegs, am 20. Februar, etwa 400 Seemeilen von der europä­ischen Küste entfernt, von 26° bis 28° n. B. bei frischem 80-Winde 12 Stunden lang un­unterbrochen durch gelben, mehlartigen Wüsten- staub zu segeln» der die Lust vollständig unsichtig machte.

Fortschrittliche Schaumschlägerei.

DieFrkf. Ztg ' schreibt: Seit der Abge­ordnete Richter infolge zunehmender Krankheit fich genötigt fieht, sich immer mehr von den parlamentarischen Geschäften zurückzuziehen im Abzeordnetenhause gehört er zu den seltenste» Erscheinungen und auch im Reichstage ergreift er immer seltener das Wort, schleifen die Zügel, die er einst mit solcher Schneidigkeit zu führen pflegte, in der Fraktion der Freisinnigen Volkspartei vollends am Boden. Einen auf­fälligen Beweis dafür bietet der fortschrittliche Antrag, im Postetat die von der Regierung mehrgeforderten 2000 Postassistentenstellen um weitere 1000 zu erhöhen. Der Antrag stellt eine offenkundige Verletzung der konstitutionellen Grundsätze, einen in jeber Hinsicht unberechtigten

bildung besitzen, nichts wissen! Auf unserer guten Kegelbahn, die wir in unserem Kasi.o- Garten haben, vereinigen wir uns.fast täglich, abends, wenn nichts anderes dazwischen kommt, in einem geiäumigen Garten-Pavillon und die türkischen Offiziere haben auch an diesem Spiel, was ja keiner von ihnen vorher kannte, großes Vergnügen. Nur einzelne von ihnsn versicherten, in Konstantinopel und in Saloniki schon ein­mal etwas derartiges gesehen zu haben. DaS freundschaftliche Verhältnis in dem wir zu den türkischen Offizieren stehe», erstreckt fich aber nicht derartig auf die türkische Bevölkerung. Außer mit den Zivil Beamten, vorab dem Mudir (Bezirksvorsteher), dem Telegraphenbeamten (der perfekt französisch spricht), dem Beamten der französischen Tabak-Regie, den Zollbeamten und einigen anderen, fii* nur noch einige Türken, die fich uns wirklich anschließen und dies ist hauptsächlich eine jüngere Generation von durch­schnittlich 30 bis 35 Jahren, die imter der OccupationSzeit hervorgewachsen ist nno fich in bestehende Verhältnisse gefügt haben. Ein älterer Arnaute, der in den Aufständen in Bosnien mitgefochten und gefangen nach Olmütz gebracht wurde, diefem haben die europäischen Verhält­nisse so zugesagt, daß er fich jetzt mit Vorliebe unseren Offizieren anschließt, die jüngeren da­gegen verbindet der Sport, wie Reiten, Jagen, schen und Kneipen, mit unseren Offizieren. Ein großer Teil der übrigen Bevölkerung steht unS mehr oder weniger fremd, teilweise sehr mißtrauisch und, selbst feindlich gegenüber. Wenn wir Besuch auS NiSnien oder weiterher bekommen und führen denselben durch die Straßen des OtteS, so können die­selben regelmäßig nicht verfehlen, eine gewisse