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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham.
Sonntagsbeilage: Jvuftriries Sonntagsblatt.
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Marburg
—9 10 w» Sonnabend, 14. März 1903.
Siertels Ehrlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 ML, bei allen Postämter» 2,25 ML (exel. Bestellgeld).
Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertage». Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.
Druck und Verlag: Joh. Äug. Koch, Universität» - Buchdruckerei Marburg, Mark 21. — Telephon 55.
38. Jahrfl.
BW
Konservative und Zentrum.
In der Kultusdebatte im preußischen Abgeordnetenhause hielt der Abgeordnete Herr Dr. von Hehdebrand und der Lasa eine Rede von hervorragender Bedeutung über die Stellung der konservativen Partei zu den verschiedenen politischen und staatskirchlichen Auseinandersetzungen, die in den letzten Tagen gepflogen worden find. Es herrscht im Lande vielfach die Ausfa^ng, als ob über die Stellung der Konservativen gegenüber dem Zentrum, in seiner Eigenschaft al? Vertreter katholischer Jntereffen irgend ein Zweifel obwalten könnte. Demgegenüber erklärte der konservative Führer: „Wenn und wo eine Gefährdung der Jntereffen unseres evangelischen Glaubens, unserer evangelischen Konfesfion, unserer evangelischen Kirche irgendwie in Frage stehen sollte, dann werden Sie uns, m, H., Mann für Mann auf dem Platze sehen (Bravo! recht« und links), ganz ohne jede andere Rückficht für die Jntereffen dieser uns teuren, evangelischen Kirche und unseres evangelischen Glaubens einzutreten.'
Diese ganze selbstverständliche Haltung der Konservativen aber hindert nicht daran, daß sie gegegebenfalls für gerechtfertigte Wünsche der katholischen Mitbürger eintreten, wie sie beispielsweise für den Antrag des Zentrums betreffend die krankenpflegenden Orden und für die Abänderung des Kirchhofsgesetzes eingetreten find. Durch Erfüllung dieser gerechtfertigten Wünsche würde fich die Regierung nichts vergeben, aber den konfessionellen Frieden fördern. Der Zentrumsführer Dr. Porsch hatte mit Recht hervorgehoben, daß der schwere Gegensatz, der fich in unserem KultuSleben jetzt bemerkbar mache, viel wenigerem Gegensatz der Konfessionen, sondern daß die Frage deS Glaubens oder Unglaubens jetzt der Punkt sei, an dem sich die Gemüter scheiden und an dem sich alle ehrlichen christlichen Herzen jetzt so schwer bedrückt fühlen. Dieser Unglaube gilt aber — wie Herr Dr. v. Hehdebrand hierzu bemerkte, — nicht bloß für die Oberen Zehntausend, sondern leider auch für die breite Maffe der Bevölkerung. Es ist leider Tatsache, daß eine Bewegung politisier Natur, die Sozaldemokratie, die den Unglauben zwar begrifflich nicht fordert aber auf ihren Flügeln mit sich trägt, nnsere Bevölkerung um den inneren Frieden auf christlichem Gebiete, auf dem Gebiete deS Glaubens, zu bringen droht.'
„Dieser Gefahr gegenüber muffen fich — so fuhr Herr Dr. von Hehdebrand fort — alle diejenigen, die noch auf unseren Glauben etwas halten, die in ihm noch die Macht sehen, die unser ganzes öffentliche« Leben durchdringen soll — nicht bloß unsere Person, sondern auch unser Staatswesen, — darauf besinnen, ob sie nicht allen Anlaß haben, zusammenzustehen.
9 lRachdruck verboten.)
Briefträgers Hannchen.
Von Georg Paulsen.
'Fortsetzung.)
Da« Ungewitter war vergangen, aber die Wolken waren noch nicht verschwunden. Der Posthalter kränkelte, den sonst so kerngesunden, gegen Wind und Wetter abgehärteten Mann befiel ein schleichendes Leiden. Der Medicu« konnte den Ursprung der Krankheit nicht recht ergründen, genug, fie war da, und e« hatte nicht den Anschein, als ob ihr eine wirkliche Genesung folgen würde. Darum sollte der Junge zu Hause, im umfangreichen väterlichen Betriebe tätig bleiben. Von nöten war das gerade nicht, aber für den leidenden Hausherrn war e« die größte Freude, seinen Jüngsten bei fich zu haben. Der Aelteste war Fabrikant in den Eisen- und Kohlenbezirken de« deutschen Westens geworden, der war mit beiden Schultern aus den freundlichen, aber immerhin doch engen heimatlichen Verhältniffen herauSgewachsen, und er hatte längst geraten, das ganze ertragreiche Anwesen anderen Händen zu übertragen. Allerdings, Posthalter« hatten e« ganz gewiß nicht nötig, doch die Ehre kam ins Spiel! Wollte also der Aelteste die seit langen Jahren überkommene Posthalterswürde nicht mehr übernehmen, so sollte e# der Jüngste. Das Ein- jührig-Freiwilligen-ZeugniS hatte der errungen «nd hatte er sein Dienstjahr hinter fich, so konnte er, wenn nicht dem Namen nach, so doch in der Tat des Vaters Vertreter werden.
Gefragt hatte bett stillen, liebenswürdigen jungen Mann freilich niemand. Die mütterliche
Gewiß, nicht bloß aus dem Gebiete der Schule, auf allen Gebieten deS Staates! Wir wollen, daß unserem christlichen Glauben, soweit eS mit dem Wesen de« Staate« verträglich ist, Rechnung getragen werde, und daß, soweit es möglich ist, die Einrichtungen de« Staates auch von diesem christlichen Geiste durchdrungen find. Das wollen wir hier vor dem Lande einmal offen auLsprechen. Und da sage ich auch von meinem evangelischen Bewußtsein heraus: da stehen wir nicht anders, jedenfalls nicht schlechter als die Herren von der katholischen Partei, die Herren vom Zentrum. Herr Dr. Porsch hob hervor, daß gerade die katholische Konfesfion es vornehmlich sei, gegen die fich die Angriffe richteten; e« ging aus seinen Motten hervor, als wenn vorzugsweise die katholische Konfesfion hier die Hüterin des chttstlichen Glaubens noch sei. Sie ist es, aber fie es nicht allein, und fie ist eS nicht bester, als unsere evangelische Kirche.
Die Begriffe de« Glaubens und des Unglaubens werden ja bei den Evangelischen und den Katholischen nicht ganz gleichartig bewettet. Bei der evangelischen Kirche vielleicht etwas freier, vielleicht aber in mancher Beziehung auch etwas strenger. Das aber nehmen wir für die evangelische Kirche in Anspruch, soweit fie fich überhaupt noch auf festem Grunde befindet — und den Grund, den soll fie fich nicht nehmen laffen — in diesen letzten Fragen soll fie Rede und Anwort stehen, und Sie wissen alle, was ich damit meine. — Die evangelische Kirche, die auf dem Boden steht, hat den Unglauben auch nicht zu fürchten, in ihrer Freiheit hat fie eine Macht, die vielleicht ebenso groß ist, die meiner Ansicht nach nicht minderwertiger ist als die ge- walttge äußere Macht, die die katholische Kirche repräsentiert. Und, ich sage eS ohne jeden Vorbehalt: ich bin fest überzeugt, daß hierin nicht bloß die Herren von der Zentrumspattei, daß viele Mitglieder dieses Hause« — alle will ich nicht sagen, so kann man ja in die Herzen nicht sehen, — aber daß viele Mttglieder dieses Hauses auf demselben Boden stehen, wie ich ihn hier gekennzeichnet habe. Und wir find bereit, auf die Seite derjenigen zu treten — fie mögen fich nur als solche bekennen; die Herren tun das: wer es wagen wird, fich dazu zu bekennen, der wird uns auch auf seiner Seite sehen ohne jede Ausnahme — ohne jede Ausnahme, Mann für Mann!"
Auf die Bemerkungen, die von nattonal- liberaler Seite zu den Ausführungen des Herrn Dr. v. Hehdebrand gemacht wurden, erwidette Herr Graf zu Limburg-Sttrum in einer kurzen Rede. „Wir alle haben — so erklärte der konservative Führer — immer betont, daß wir in unseren Beziehungen zu den verschiedenen Konsesfionen die Rechte des Staates wahren wollen, und daß die Rechte des Staates nicht
oder väterliche Fürsorge ging über alle seine möglichen Entschließungen im voraus zur Tagesordnung über. Die Mutter hatte ihm in der hübschen, modern-gescheidten und reichen Base die Frau bestimmt, der Vater den Beruf. Und gefiel es dem jungen Paare nicht in den alten, aber behaglichen Räumen der Posthalterei, nun so hinderte es ja niemand, fich aus dem anschließenden weiten Landgebiete ein neues modernes Wohngebäude erttchten zu laffen. Das gemeinsame Vermögen hätte sogar zu einem „Schlößchen" gelangt, wenn es das hätte sein sollen.
Der junge Mann war viel weniger gut dran, als seine Jugendgespielin. Deren prachtvolle Sttmme, die sich immer mehr zu künstlerischer Schulung emporschwang, ward allgemein bewundett, nach wie vor, aber dem jungen Herrn aus der Posthalterei ward das fimple Posthornblasen, das an dem Knaben so gelobt war, doch schon verdacht. Mein Gott, ja, aus Landpattien und bei sonstigen Gelegenheiten ähnlichen Charakters war eS ja eine ganz annehmbare Unterhaltung, aber für den mit Glücksgütern so reich gesegneten „Jüngsten deS PosthatterS" war das Posthorn, daS jeder Postillon am Ende eben so gut blies, kein Instrument, mit welchem besondere Lorbeeren errungen werden konnten. Und die ganze Natur- Anlage des jungen Mannes hing doch mit aller Kraft an der Musik. Wenn er im Kontor des Vaters allerlei Abschlüffe berechntte, bei welchem stattliche Summen verdient wurden, so wurde in ihm unwillkürlich die Sttmme laut, die sagte: „Herr Gott, hat denn der Vater noch nicht genug verdient, daß sein Sohn das große Geldspind immer mehr anfüllen helfen muß?"
abhängig find von den Konfessionen, sondern mindestens neben ihnen stehen als gleichberechtigte Faktoren, daß wir aber verlangen müffen, daß der Staat auf die unendlich große Mehrzahl seiner Untertanen Rücksicht nimmt und darum seine Einttchtungen im Sinne der chttstlichen Religion trifft und auSfühtt. In diesem Sinne betrachten wir in vollkommen unparteiischer Wttse und unbekümmett um die Sttmmung im Lande unsere Beziehungen zu der katholischen Kirche und die Beziehungen beS Staates dazu. Wir Bedangen, daß der Staat feine Rechte ihr gegenüber wahrt; insofern es aber im berechtigten Jntereffe der Kirche liegt, wünschen wir, daß ihr entgegengekommen wird.
Wir verlangen, daß der Staat in dieser B^iehung hinter denen steht, welche den Glauben dem Volke erhalten wissen wollen, und daß das Wort unseres großen Kaisers Wilhelm, daß dem Volke die Religion erhalten bleiben möge, ein wahres bleibe. Das ist ein so ernster Kampf, daß wir, die wir auf dem Standpunkt einer religiösen Grundanschauung stehen, trotz der großen Unterschiede, die uns von bett Herren von ber katholischen Religion in grundsätzlichen Dingen trennen, in dieser einen größten grundsätzlichen Sache mit ihnen übe^einstimmen, und daß wir dem Volke den Glauben erhalten wissen wollen und daß wir mit ihnen auf dem gleichen Grunde stehen hinsichtlich der gläubigen Auffassung und der gläubigen Weltanschauung."
Umschau.
Das Manifest deS Zaren.
Zum Manifest deS Zaren, das vielfach al« ein Anlauf zum Erlaß einer Verfassung in Rußland angesehen wird, schreibt die „Nordd. Allg. Ztg." im Auftrage des Reichskanzlers unter anderem: Auch außerhalb des ganzen Rußlands wird man die hohe Tragweite der Entschließung des russischen Monarchen zu würdigen wissen. Sie ist ein neuer Beweis für die erhabene Auffassung, die Kaiser Nikolaus von seiner Herrscherpflicht, für des Volkes Wohl zu wirken, in fich trägt. Der humane Zug, der die mehr als achtjährige Regierung des gegenwättigen Oberhauptes Rußlands auszeichnet, kommt in der Betonung der Toleranz gegenüber Andersgläubigen nicht minder zu beredtem Ausdruck, wie sein sehnlicher Wunsch, unbeirrt durch die unterirdische Wühlarbeit ber Agitatoren, die im Volke schlummernden Kräfte zur Mitarbeit an ber Selbstverwaltung heranzuziehen und so den Sinn für werktätiges Schaffen zu wecken, ohnewelchesdenhochgespannten Anforderungen unserer Zeit vom Staate nicht Genüge geschehen kann. Was die auf dem für Rußland so wichtigen Gebiete der Landwirtschaft beabfichtigten Reformen anlangt, so find die Reformpläne derartige, daß e8 nunmehr am
Von ber ungeschwächt gebliebenen Vorliebe für das Posthorn war auch ber erste Zwist mit ■ber „superklugen" Base, wie er fie nannte, entstanden. Sie hatte darüber allerlei, nicht sehr schmeichelhafte Bemerkungen gemacht und ein spitzes Wort hatte daS andere gegeben, bis Hermann Grau in einer Art von Galgenhumor die Weife begonnen hatte: „Schier dreißig Jahre bis du alt!" Und ba war es vorbei.
Er mußte also in ber Posthalterei verharren, da sein wenig energischer Charakter fich nicht zu einem offenen Widerspruch gegen den väterlichen Willen aufschwingen konnte, um Musik zu studieren. Und für den allen Posthalter war die Musik wohl eine große, große Annehmlichkeit, ober kein LebenSberuf für einen jungen Mann, ber aus seinem künftigen Erbe die Taler nach Zehntausenden zählen konnte. Und weil ber einstige Spielgenosse seiner Tochter die Mauern der Stadt nicht verließ, dachte wiederum Holder ununterbrochen darüber nach, wie er sein Hannchen am besten aus dem engen Sonnenfelder EefichtSkreis bringen könnte. Denn wenn auch Hannchen, ihrem Versprechen getreu, höchstens darnach schaute, daß „Post- halters Jüngster" in feinen melancholischen Gedanken „nicht ins Wasser lief," wie fie fich ausgedrückt, Lebrecht glaubte es seiner Ehre, feiner Estimierung vor fich selbst, schuldig zu sein, das einstige Gerede mit Stumpf und Stiel auszurotten. So schwer es ihm ankam, sott sollte, fort mußte sie.
Und e« war naheliegend, daß der alte Wunsch, HannchenS schöne Stimme zu einem tatsächlich auszumünzenden Kapital zu machen, sofott seinen Einfluß übte, als der Entschluß: Fott sollte fiel gefallen war. Auf so und so-
russischen Volke fein wird, dem Ruse feine« Herrschers zu folgen und mit Hand anzulegen an die Heilung der Schäden, unter denen besonder« die Landbevölkerung des Rttch« vielfach zu leiben hatte. Durch die in Aussicht genommene umfassende Tätigkeit der Agrarbanken werden die erforderlichen Geldmittel in den Dienst beS großen friedlichen Werkes geftellt werden, dessen Gelingen und Gedeihen in Deutschland mit aufttchtiger Sympathie verfolgt werden wird.
Die Marinesorderungen in bet - Bubgetkommission.
Die Bubgetkommission des Reichstags hat gestern nach sehr gründlicher Beratung die Forderung von 6 020 000 für den Erwerb von Grund und Boden zur Erttchtung eines Reich«- marine - Palastes abgelehnt. Die Gesamtkosten für bett Bau waren auf rund zehn Millionen veranschlagt worden. Die Gegner des Projeft« äußerten sich einstimmig dahin, e8 gehe nicht an, daß das Reich in dem teuersten Stadtteil Berlins umfangreichen Bodenerwerb für die Errichtung des Dienstgebäude« für das Reichs» maxineomt mache. Es müsse zu diesem Behuf« unbedingt ein geeignete« billigeres Terrain au«- gewähtt werden. Gegen die Erttchtung eine« bezüglichen Dienstgebäudes an fich wurden von keiner Seite Einwendungen erhoben, da man allgemein die Unzulänglichkeit des gegenwärtigen Zustandes, die Bureaus sind z. Z. in 8 räumlich von einander getrennten Gebäuden untergebrmfct, zugab. Hoffentlich gelingt es dem Reichsmarineamt bis zum nächsten Jahre billigere« Terrain ausfindig zu machen, bann ist ihm die Bewilligung seiner an fich berechtigten Forderung gewiß. Am heutigen Freitag steht der Etat für Kiautschon, die Expeditton für Ostafieu, und die Militär- technische Hochschule zu Beratung — An dem Marineetat hat die Kommisfion insgesamt, einschließlich der 6 020 000 Mk. für ein Dienstgebäude in Berlin Abstriche im Betrage von 13 075000 vorgenommen, darunter für Schiff«- bauten und SchiffSarmirungen 5 950 000 Mark.
Die „Hessische Landeszeitung" versucht in einem ebenso langatmigen wie nicht« sagenden Artikel zum zweiten Male, uns durch die gemeinsten persönlichen Angriffe zur Eröffnung eine« persönlichen ZeitungskriegeS zu provozieren an Stelle de« von unserer Seite aus bisher sachlich geführten Kampfe«, in dem fie kläglich unterlegen ist. Diesen Gefallen tun wir ihr nicht. Beliebt eS der „Hess. Landesztg." uns persönlich anzugreifen, mag fie eS tun. Wir werden bann keinen Moment zögern, un« persönlich Genugtuung zu verschaffen.
viel Taler kam es dabei ja nicht ar. Und dann war noch toa« pasfiett, etwas, was Leb- recht Hölder die Erinnerungen an eine sehr unliebsame Stunde seines Lebens schärfte. Da« war für den etwas gravitätischen Postbeamten so in« Gewicht gefallen, baß er auf die Hoffnung verzichtet hatte, sein Hannchen werde ir Sonnenfeld noch einmal moreS lernen.
In Sonnenfeld war die Zeit be8 alljährlichen Vogelschießen« wieder einmal gekommen. Dor den Augen und Ohren der ganzen 'jungen wie alten Bevölkerung machte sich alles mögliche geltend, was in dem kleinen Nest mit höchstem Entzücken verfolgt wurde. Freilich, einzelne waren schon so blasiert, daß fie meinten an dem allen Volksfest sei nicht mehr recht ttwa« dran; aber ba« waren die wenigsten, und vor allen Dingen handelten fie meist anders, al« fie sagten. Denn wenn die vergnügte Festivität in rechtem Gange war, da gingen fie doch hin, fich die Sache einmal anzuschauen. Da« geschah aber gründlich genug.
Musik in Menge; von den wirklich ausgezeichneten Leistungen der aus der nächsten größeren Stadt berfdj'riebetten Musikkapelle bi« zum Trommelfell zerreißenden Spellakel der „HauSkapellen" der verschiedenen Sehentzwurdrg- teilen, Menagerie, Vari4t4theater und Zirku«, und dem Gequittsch der Drehorgeln der Karuffel'8; Böllerschüße und Gewehrgeknatter, Rostbratwürste und saure Gurken, weiße Kleider und schwarzröckige Jünglinge, vor allem mast zu vergeffen die Träger der ganzen Sache, bte Schützenbrüder mit ihren Gästen, das alle« wurde gehött, gesehen, ktttifiert, bewundert oder belacht. (Fortsetzung folgt)