mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham.
Sonntagsbeilage: JUnftrirtes Sonntagsblatt.
,L 71
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Marburg
Freitag. 13. März 1903.
Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertage».
Sonnabends m Morgen- und Wend-Ausgabe. IS CSjjß*.-
Druck und Verlag: Joh. Aug. Loch, llniversttäls-Buchdruckerei * ti Marburg. Markt 21. — Telephon 55.
Agrarschutzzöllner in England.
Die Frage der Brotversorgung Englands im Kriege beschäftigt seit einiger Zeit wieder die dortige öffentliche Meinung in hohem Grade. Unter dem Vorsitze des Herzogs von Sutherland hat sich eine Gesellschaft zu dem Zwecke gebildet, eine amtliche Untersuchung dieser für England fo überaus wichtigen Frage in die Wege zu feiten. ES ist interessant, zu beobachten, wie alle Klaffen der Bevölkerung diesem Problem nicht bloß Verständnis sondern auch das größte Interesse entgegenbringen. So haben auch die Trabes - Unions zu dem jüngsten Meeting der erwähnten Gesellschaft Vertreter entsandt. Admiräle, Getreidehändler und andere Sachverständige suchen in der TageSprefle und in den angesehendsten Zeitschriften die Bevölkernng über die Wichtigkeit dieser Frage aufzuklären und ihrerseits Vorschläge zu machen, wie diese Frage am Besten ihrer Lösurg entgegengeführt werden kann. Es wird darauf hingewiesen daß die heimische Landwirtschaft nur ein Fünftel des gesamten Weizenbcdarfs Englands hersteüe und daß in den englischen Hafenstädten die dort lagernden Getreidemengen nur für einige Wochen ausreichen. So, wie die Dinge heute liegen, könne es nicht zweifelhaft sein, daß im Falle einer Verwickelung Großbritanniens in einen europäischen Krieg voraussichtlich ein beträchtlicher Mangel an Brotgetreide, zum Mindesten« aber eine solche Steigerung der Getreide- und Brotpreise eintreten würde, die für die minder wohlhabendenKlassen der Bevölkerung mit Hungersnot gleichbedeutend wäre.
Im Allgemeinen glaubt man, vermittelst zweier Maßnahmen den Folgen verbeugen zu können, die ein Krieg für die Nahrungsmittelversorgung Englands haben könnte. Einmal verlangt man die Errichtung von staatlichen Getreidelagerhäusern, und zum zweiten hält man dafür, daß nur durch eine ausreichende KriegS- stotte die Zufuhr von Getreide nach England sicher gestellt werden kann. Aber die Stimmen mehren sich, die behaupten, daß beide Maßnahmen allein keine ausreichende Sicherheit bieten. Mit der bloßen Errichtung von Lagerhäusern ist noch längst nicht die Frage gelöst, welche Mengen von Getreide gehalten werden müssen, um allen Eventualitäten des Krieges zu begegnen. Von allen anderen Schwierigkeiten abgesehen, genügt allein schon die Tatsache, daß England rund 6 Millionen Tonnen Weizen vom Auslande einführt, um einzusehen, mit welchen Kosten die ständige Unterhaltung von solchen Lagerhäusern verknüpft ist, auch wenn sie bloß einen Bruchteil des Jahresbedarfs an Brotgetreide fassen sollen. Ebenso wird auch die
B Wachdruck verboten.)
Briefträgers Hannchen.
Von Georg Paulsen.
(Fortsetzung.)
„Wem sein denn sonst noch, Vaterle? als Dein'S und der Mutter?" fragte das Mädchen leise.
Hölder hob mit seinen knochigen Fingern das weiche Kinn seines Töchterchen's in die Höhe und sah ihr in die umschleierten Augen. Er räusperte sich und sagte dann stockend: „Ja, siehst, Mädele, ein Kind bist just alleweil net mehr. Und der Hermann Grau ist älter wie Du^ über ein Jahr älter. Denkst net dran, daß da die Leut' allerhand reden könnten?"
„Ja, Vaterle, aber ich mach' mir nix draus, gar nix, und der Hermann auch net."
„Sollt Euch aber was drauS machen, Ihr Ludersch!" polterte der alte, ehrliche Lebrecht, „sollt Euch aber was draus machen."
„I, geh, Vaterle, hast selbst alleweil gesagt, man sollt' nicht drauf achten, was die Leute schwätzten. Da hätt' man nachgerade viel |u tun."
„Aber wenn die Leute so woj schwätzen, dann muß man wohl die Ohren aufsperien. Verstehst' mich? Paßt 'nem Reichspostbeamten nun und nimmer, daß er sich sagen lassen muß, sein Mädele wollt' Männer angeln!"
Hannchen sah ihn groß an; die Tränen versiegten. Nun zockte es um den roten Mund, m den Wangen zeigten sich die Grübchen, der Schelm war im Erwachen. Und mit einem Mal gab'« ein laute«, herzliches Lachen. Lebrecht Hölder war starr; das war kein froh
stärkste Kriegsflotte nicht im Stande sein, zu verhindern, daß die Preise ganz beträchtlich in die Höhe gehen. Exporteure wie Importeure werden immer mit der Unsicherheit des Kriegszustandes rechnen müssen und dementsprechend die Kosten der Frachtenversicherung auf da« Vielfache deS normalen Zustandes hinaufschrauben.
Angesichts dessen wird man e« begreiflich finden, wenn in zahlreichen Zuschriften an die englische Tagespresse auf ein Mittel hingewiesen wird, da« —1 so naheliegend und einfach e« auch ist, — doch immer noch für die maßgebenden Stellen in der Regierung und im Handel das Kräutchen, „Rühr' mich nicht an" ist. Zum Entsetzen des Sir V. Harcourt, de« Vorsitzenden des Cobdenklub«, wird nicht« weniger vorgeschlagen, als durch die Vermehrung des heimischen Weizenbaues den Jnlandsmarkt vom Auslande weniger abhängig zu machen. Auf welche Weise kann da« aber im Lande des Freihandels geschehen? Der Weg des Schutzzolles erscheint vorerst nicht gangbar; aber dasselbe Ziel glaubt man auf dem Umwege der von Staatswegen zu gewährenden Anbauprämien für Weizen erreichen zu können. Wir haben, — so heißt es in einer Zuschrift — Millionen für Subventionen unserer reichen Dampftchiff- fahrtsgesellschaften ausgegeben, um uns ihrer Hilfe im Kriege zu versichern. Weshalb sind unsere sogenannten Cobdeniten so begeisterte Anhänger dieser Unterstützungspolitik? Bekanntlich werden diese Summen von den Gesellschaften häufig dazu benutzt, um fremden Handelstreibenden, entgegen den Interessen unseres eigenen Handels, Vorzugstarife zu bewilligen. Erscheint es da nicht weit angebrachter, diese Wohltaten unseren Farmern dergestalt zukommen zu lassen, daß sie damit zugleich die Verpflichtung der Vergrößerung ihrer Weizenbaufläche übernehmen? Das wäre die beste Versicherung gegen Hungersnot im Kriege. Der Verfasser schlägt vor, eine Prämie von 3 sh für jeden Quarter zu gewähren, der in Zukunft über die derzeitige normale Weizenproduktion hinaus erzeugt wird. Das würde bewirken, daß die augenblickliche Anbaufläche von Weizen um 2 bis 3 Millionen acres und die Mehrproduktion um lO1^ Millionen Quarters wachse. Der in Form von Anbauprämien zu gewährende Staatszuschuß würde ca. 30 Millionen Mark betragen.
Ein anderer Verfasser will die Höhe der Prämien dermaßen festgestellt wissen, daß der Marktpreis für Weizen im Jnlande sich auf 40 sh für den Quarter d. h. auf 18% Mark für den Doppelzentner stellt. In diesem Falle bleibe für den Farmer eine geringe Rente übrig. Dem gegenüber wird von einem Landwirt eine Berechnung der Weizenproduktionskosten aufgestellt, aus der ersichtlich ist, daß dieser Preis viel zu niedrig ist und nicht die geringste Rente abwirft.
gemuter Sinn mehr, sondern kindliche Unehr- bietigkeit.
„Hannchen!" donnerte er. Und so heftig war's, daß seine Frau, die an den Disputen zwischen Vater und Tochter selten teilzunehmen pflegte, weil sie, wie sie sagte, doch nichts nütze, herbeigelaufen kam, die Klöße auf dem Herde sich selbst überlassend. „Mein Gott, waS gibt« denn?" rief sie ängstlich.
Hannchen lachte weiter, „©eit net bös, Vaterle, Mutterte, aber ich kann net anders.
Soll ich, Hölders Hannchen, mir grau Haar' in wein'n jungen Jahren wachsen lassen, weil die Leut' meinten, ich wollt den Hermann mal zum Mann haben. Denn da« sagen die Leut'; so ein einfältig Mädele, daß ich da« nicht merken sollt', bin ich doch net mehr. Darüber lach' ich aber, und wenn'« da« Vaterle arg bö« wird, wie justement jetzt, da kennt et sein Hannchen doch net!"
Hölder und seine Frau schauten einander mit großen Augen an; er ziemlich fassungelos, sie etwas enttäuscht. Lebrecht wußte überhaupt nicht, was er au« den Aeußerungen des W-tter- mädel« machen sollte, feine Frau, die im stillen doch gehofft hatte, au« dieser '„feinen Partie" könne mit den Jahren für ihr Hannchen wirklich etwas werden, war unliebsam berührt.
„Da gibt'« aber doch nix zu greinm!" brach sie los.
„Doch, Mutterle, fei mit net bös! Wie mögt'« denn im Ernst glauben, ich, da« Hannchen Hölder, möcht mal den Hermann zum Mann haben? Wenn ich ein'n nehmen soll, dann muß er mich wollen ohne recht« und link«, ohne nach Vater und Mutter im schauen.
In einer weiteren Zuschrift wird bittere Klage darüber geführt, daß England in Bezug auf die Brotpreife von dem Freihandel gar keinen Nutzen gehabt habe. Die Brotpreife feien in England ebenso hoch wie in Berlin und Pari«, obwohl dort Schutzzölle beständen. Der englische Freihandel habe den heimischen ruiniert, ohne den Konsumenten entsprechende Vorteile zu bringen. Da« Fett hätten die Bäcker und der Zwischenhandel abgeschöpft. Da sei e« doch weit besser, wieder Schutzzölle einzuführen, die — ohne die Brotpreise zu steigern, — auf England« Boden ausreichende Weizenernten ermöglichten.
Diese Blütenlese von Zuschriften an den „Standard" in den letzten Tagen dürfte genügen, um zu zeigen, daß man in weiten Kreisen der englischen Bevölkerung mit dem bestehenden Freihandelssystem keineswegs so zufrieden ist, wie unsere Freihändler immer glauben machen wollen. Damit soll nun nicht gesagt fein, daß diese Stimmung die Kraft hätte, um bereits heute oder morgen die Ueber- macht der britischen Freihandelsinteressen zu brechen. Jedenfalls wird man diesen Aeußerungen au« der Mitte der Bevölkerung eine gewisse symptomatische Bedeutung nicht absprechen können. Sie charakterifiett zum mindesten die nervöse Erregung, welche die Frage der Nahrungsmittelversorgung im Kriege überall in England in der letzten Zeit hervor- geiufen hat.
Umschau.
Die Eidesleistung des Erzbischofs Dr. Fischer.
Gestern Mittag leistete der Kölner Erzbischof Dr. Fischer unserem Kaiser den Eid. Dr. Fischer war in einer königlichen Equipage von seinem Hotel abgeholt worden und wurde im Schlosse zunächst vorn Kultusminister Dr. Studt begrüßt. Im Rittersaal hatten sich inzwischen versammelt der Reichskanzler, die Minister von Hammerstein und Dr. Schönstedt, sowie die Herren de8 Hauptquartiers. Sobald der Kaiser im Audienzsaal erschienen war, wurde der Erzbischof dorthin geführt. Dr. Fischer hielt eine sehr warme Anrede. Er leiste den Eid nicht bloß in dem Bewußtsein der Pflicht, sondern auch aus innerem HerzenSdrang. Denn er verehre den Kaiser in tiefster Seele al« den Herrscher, dem das Wohl aller seiner Untertanen, auch der katholischen am Herzen liege. „Ich verehre in Eurer Majestät den mächtigen, tatkräftigen Fürsten, der in einer Zeit, wo vielfach Unglaube und Gottlosigkeit sich brüsten und an den Fundamenten des christlichen Volkslebens rütteln, vor aller Welt kein Hehl macht aus seiner christlichen Ueberzeugung, vielmehr bei den verschiedensten Gelegenheiten seinen
Tut er das, dann ist's mit der Lieb drin im Herzen net soweit her. Und der Hermann ist ein lieber, ein guter, ein braver, ein tüchtiger Bursch. Aber bin ich'« nicht mal, die ihn lachen macht, dann sitzt er fest am Schürzenband von der Frau Posthalterin. Kann ein’m dauern, ganz gewiß, aber zum Heirat'» gehört mehr. Glaubt's!"
„Aber warum läßt den jungen Menschen nimmer aus'm Spiel?" forschte Hölder.
„Ja siehst, Vaterle, leid tut er mir. Nix weiter! Und ich mein, wenn ichS net fertig bring', daß er ein richtiger Mann wird, bann bringtS keiner fettig. Und wie ich da g'schaut hab, wie ihn die Base von oben herab behandelt hat, wie sie die Nase gerümpft, da hab ich gedacht, so geht'« halt nimmer, zum besten soll man den guten Hermann nicht haben."
„Und da hast ihn für Dich in Beschlag ’nomtnen?" fragte die Mutter.
„Gerad da« hab ich ton!"
„DaS soll aber kein Mädele! Sollst Dich net drum kümmern. Darum red'« die Leut'," schalt die Mutter.
„So ist's!" schalttte Lebrecht Hölder ein, aber er drehte daS Gesicht zur Seite, al« ihn jetzt einer von denjenigen Blicken aus Hannchen« Auge traf, denen er nie zu widerstehen vermochte.
„Also Du läßt die Geschichten!" sagte die weniger zättliche Mutter energisch.
Hannchen drehte an einem schmalen silbernen Ring, den sie gerad auf der Stelle trug, wie da« Patengeschenk, daß sie einst dem Zigeuner- mädel bei der tollen Bärengeschichte gegeben. Den Ring hatte fie zu ihrem ersten Gebutts- taa noch Schluß de» Schulbesuche« von dem
demütigen Glauben an die Majestät Jesu Christ» al« des menschgewordenen Gottessohnes und Erlöser« der Menschheit kundgegeben hat." Der Bischof erinnerte sodann an die Aachener Kaiserrede, die da« kaiserliche Hau«, da« Heer und da« Volk unter den Schutz des Kreuzes stellte. Diese erhebenden Worte hätten wefthin, namentlich im rheinischen Volke jubelnden Beifall gefunden und Helle Begeistermig wachgerufen für unsere« erhabenen Kaisers Majestät von Gotte» Gnaden. Einem solchen Herrscher Treue schwören, sei eine Pflicht, die mit warmem Herzen und freudigster Zustimmung geleiftet werde. Sein Amt sei ein schweres, aber er vertraue auf Gott, auf die Hilfe eine« bewährten Klerus, die Anhänglichkeit eine« gläubige», vaterlandstreuen Volkes und namentlich auf den wirksamen Schutz und das gnädige Wohlwollen de« Kaisers. Gott schütze und segne den Kaiser und sein Haus. Der Kaiser erwidette, indem er das frühe Hinscheiden des Erzbischofs Dr. Simar beklagte, daß er zur Erwählung Dr. Fischer« gern seine Zustimmung gegeben habe und die erfolgreiche Wirksamkeit de» letztere» al« Weihbischvf betonte. „Ihre Pflichttreue und die Beweise patriotischer Gesinnung aus Ihrer früheren Tätigkeit find mir Gewähr, daß Sie auf dem erzbischöflichen Stuhl zu Köln als guter Hitte der Ihnen anvertrauten Seelen, dem mir soeben abgelegten Gelübde getreu, in den Gemütern der Geistlichen und Gemeinden den Geist der Ehrfurcht und Treue gegen mich uns mein Haus, die Liebe zum Vaterlande und den Gehorsam gegen die von Gott geordnet» Obrigkeit, sowie die Eintracht unter den Bewohnern des Landes pflegen und nähren werden. In dieser Erwartung erteile ich Ihnen meine landesherrliche Anerkennung und wünsche Ihnen, hochwürdiger Herr, zu der Verwaltung Ihre» erzbischöflichen Amtes Gottes reichsten Segen." Dann nahm der Erzbischof an der kaiserlichen Tafel teil. Abends war er Gast des Kultusministers Studt.
Aus der Budgetkommisfion.
Die Budgetkommisfion de« Reichstags hat in ihrer gestrigen Sitzung den gesamten Marineetat erledigt bis auf die Forderung von 6020 000 Mk. zum Ankauf von Grundstücken für den Bau eines neuen Dienstgebäudes für daS Reichsmarineamt. Ueber diese, allerdings die wichttgste Position de« ganzen diesjährigen Marineetats soll in der heutigen Sitzung Beschluß gefaßt und alsdann in die Beratung bei noch ausstehenden Etatstitel eingetteten werden. Zu erledigen hat die Budgetkommisfion noch die Forderungen für Kiautschou, für Ostafie», für die Weltausstellung in St. Louis, für btt militärtechnische Hochschule, bett Kolonialetat, bie Zölle unb Verbrauchssteuern unb bie allgemeine Finanzierung. Da bas Plenum dringeub weiteren Beratungsstoffes bebarf, so sind bie
langjährigen Spielgefährten erhalten. Der Vater wußte bas und die Mutter dazu, und fie hatten nichts gesagt.
„Dann brauch' ich ja mit dem Hermann nicht mehr zu sprechen!" war die klanglose Antwort des jungen Mädchen«.
„Ach was, dummes Zeug!' fuhr die Mutter auf. „Grob brauchst Du deshalb noch lange nicht zu sein, nur Deine Alfanzereien sollst Du kaffen.
„Da« kann ich ja tuen!" klang e« tonlos zurück. Aber es war etwas Schneidendes in der Stimme, etwas Fremdes, ihm an feinem Mädel so ganz unb gar Ungewohntes, daß Hölder, so bös er auf Hannchen gewesen zu sei» schien, rein außer sich geriet.
„Geh' rau«, Frau!" schrie er, „ich toitt*» mit dem Mädele allein abmachen," und die war gegangen, unb da hat er bittend gesagt: „Hannchen, mich ärgert die Frau Posthafteri» tot, wenn'« mit Dir und dem Hermann net ander« wird. Also laß ihn laufen!"
Sie dachte einen ganz kurzen Augenblick nach und sagte bann bestimmt. „Ich laß ihn laufen, Vaterle. Bloß so viel will ich aufschauen, daß ber gute Bursch net in ein’n Graben läuft unversehens. Da« mag ich tuen, net Vaterle? Ist doch Ehristenpflicht!"
Unb Lebrecht Hölder küßte schweigend feil* Tochter auf den blonden Scheitel, unb über ihr runbe« Gesichtchen flog es mit einem Male ww heller, heller Sonnenschein!
(Fortsetzung fvlgtJ