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Landeszestung" mit lächerlichem PathoS von uns Rechenschaft fordert, so find wir bereit, sie ihr zu geben. ES eilt ja Wohl nicht. Aber wenn der Augenblick gekommen sein wird, den wir nach der Entwickelung der national- sozialen Führer von rechts und links (die die „Hess. Landeszestung" doch Wohl nicht abstreitk« will?!) und nach ihren Reden und Schriften für nahe herbeigekommen erachten, in dem fie — wie völlig logisch vor ihnen Herr Göhre — fich in die Bataillone der Sozialdemokraten aus­nehmen laflen werden, wird fich die heute fruchtlose Auseinandersetzung zwischen unserer Ansicht und der ihrigen glatt erledigen laflen. Vielleicht dauert dieser Prozeß länger als wir annehmen. Aber kommen wird er bestimmt. Denn auf die Frage des Herrn Naumann: „Wie erwirbt die Linke die Macht?" gibt es nur

diese einzige Antwort: durch das Verschmelzen der sozialen und demokratischen " "

liberalen Parteien und Vereine mit

drittens haben sie Geld! Also! Das klang anders, als 'nen baumlangen, hölzernen Brief­träger Hölder sein Hannchen und deS reichen Posthalters Grau Jüngster!

Sollte die Range, das Hannchen, nicyt schon so gescheidt sein mit ihren siebzehn Jahren, die sie damals war, daß fie fühlen mußte, fie habe fich nicht zwischen ihrem einstigen Spielgenossen und seiner Base Gertrud zu stecken? Aber nein!

Was hatte der erwachsene Unband zu dem jungen Herrn gesagt: „Du, Hermann, als wir den Bären tanzen ließen, warst Du doch bei­nahe fideler, wie heute!" Und die junge Dame hatte dabei gestanden, nicht gewußt, was fie sagen sollte, und Hermann Grau — Frau Post­halterin sagte das in heimlichem Grimm nur zu sich selbst — hatte — wie auf den Mund geschlagen — aus diese Bemerkung keine Silbe zu erwidern gewußt.

Damit noch nicht genug: Die .Erzkokette", die trübseliger Weise Hannchen schon mit sieb­zehn Jahren geworden sein sollte, hatte den „Dämelack" (wieder eine heimliche Randbe­merkung oer Frau Mama) für alle interessanten Tänze zu gewinnen gewußt, und die arme, zum Besuch gekommene Base hatte voller Zorn schließlich erklärt: Bei ihr zu Hause zeigten fich ü;e jungen Herren höflicher, namentlich . . .

„Pst, pst, Kind!" hatte die Frau Post­halterin vorzubeugen gewußt. Aber geholfen hatte e8 nicht. Die junge Anverwandte wußte nicht allein ganz genau, wie viel fie nach dem Urteil ihrer Eltern, Verwandt- und Freund­schaft wert sei, fie sprach da« auch ziemlich unverblümt aus. Und Madame Grau, so sehr fie geneigt war, verwandtschaftlichen Eigenheiten Rechnung au tragen, mußte mit einem leisen

Lirrtelh h .lich« Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).

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Seufzer doch zugeben, daß bei dem jungen Fräulein das Selbstbewußtsein in einer Weise entwickelt sei, bei der, unter weiterer Entfaltung im Laufe der Jahre, der künftige Gatte nicht eben gut fahren werde. Dies Wesen hatte den stillen, gutmütigen Pollhalterssohn immer wieder abgestoßen, und die Folgen waren diese fort­währenden Tänze mit dem „Briefträger-Unbaux" Der Name war Hannchen trotz ihrer siebzehn Jahre geblieben.

Ein heftiges Donnerwetter war diesem Wald- Intermezzo gefolgt. Die Frau Postha'terin hatte sich sogar zu der — freilich etwas un­überlegten Drohung — verstiegen, fie werde fich „hoh-.n OrtS" darüber beschweren, daß Briefträger Hölder seiner Tochter den „Männer­fang" nicht untersage. Ganz gewiß, das böse Wort hatte fie gebraucht, und zwar so laut, daß Hölder, der gerade einen Amtsaustrag aus- zurickten hatte, es hören mußte. Er batte sich umgewandt und trocken gesagt: „Tun Sie, was Sie halt nimmer lassen können, das hat das Hannchen von der Stammmutter Eva! Und selbiger hat das ganze Weibsgeschlecht bis auf diesen Tag nachgeeifert, sogar die Frau Posthalterin nicht ausgenommen. Und meine Elise auch nicht!"

„Sie unverschämter Mensch! ' war die grobe Antwort gewesen.

Hölder grinste; aber er wußte, als er fich still verzog, ganz genau, daß seine alte Feindin fich nicyt beschweren werde. Denn über daS .Liebesleben" in der Posthalterei ward ja nun doch einmal manches erzählt, was menschlich war. Tas Pantöffelchen von Madam' »ar nicht groß, aber der Hausherr kämpfte einen verzweifelten Kampf gegen feinen Druck.

der Sozi aldemokratie." Jede andere Antwort ist hoffnungslose Selbsttäuschung, das haben die polftischen Vorgänge der letzten drei Jahrzehnte unbestreitbar bewiesen. Die Wahl­kreise ans dem Besitzstände der linksliberalen Parteien sind zum großen Teil einer nach dem anderen an die Sozialdemokratie verloren ge­gangen, denn der Partei, die die größten Der sprechungen macht, das radikalste Programm aufstellt, läuft die urteilslose Menge nach. Der Liberalismus ist die Vorfrucht und die Sozialdemokratie heimst die Ernte ein. Dies ist Herrn Göhre schon lange klar geworden und die Utopien des Herrn Naumann werden zu demselben Ende führen. Wir bedauern dies zwar im Jntereffe der „gut national gesinnten Männer, die treu zu ihrem Kaiser und ihrem Vaterlande stehen" und wir beklagen e« im

Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertage». Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, llniversitätS-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.

Umschau.

Die Marinesorderungen in der Budgetkommission.

Die Budgetkommisfion des Reuhstags fetzte gestern die Beratung des Marineetats fort. Nach kurzer Debatte bewilligte die Kommission die Schlußrate von je 5 Millionen Mark für die beiden im Bau befindlichen Linienschiffe „Mecklenburg" und „Schwaben"; die Kommission verneinte jedoch die hohen Herstellungspreise und beschloß einstimmig, der Reichstag möge den Reichskanzler ersuchen, darauf hinzuwirken, daß im Jntereffe der ReiLSfinanzen bei Ver­gebung der Lieferungen für die kaiserliche Marine ein gesunder Wettbewerb, nötigenfalls

^nsertionSgebühr: di-gespaltene Zeile oder deren Raw» 10 Pfg. DlltÜleElKl 12. MälH 1903

Rcclamen: di- Zeile 25 Psg. n 0 *

1 (Nachdruck verboten.)

Briefträgers Hannchen

Von Georg Paulsen.

^ortseduug.)

Einiges kam hinzu, um jür Hölder schon seit einiger Zeit diesen Gedanken angestrengt zu vertreten: 'S Mädele war kein Kind mehr, aber hörte die Herumbalgerei mit Posthalter's Jüngstem, der doch ein Jahr älter war, wohl auf? Justement nicht. Und dabei machte die Frau Posthalterin noch immer ihre spitzen Be­merkungen und nun erst recht. Und zwar nicht ohne Grund!

Da war ein reizvolles Waldfest für die jungen Leute, mit einem kleinen Tänzchen hinter­her, gewesen, und zu dieser kleinen Festivität, auf welcher ihr jüngster schon als junger Kavalier erschien, hatte die Beherrscherin der Pofthalterei — fie war es wirklich geworden, seitdem der Herr Gemahl immer mehr Haare auL seinem so lange kräftigen Schopf verlor, eine Nichte eingeladen, deren gelinder — oder sagen wir reichlicher — Familienstolz ziemlich blank mit gemünztem Gold verziert war. Es war die alte Geschichte: ein Vermögen sollte zum andern kommen, und da sollten zum Schluß die Herzen der beiden jungen Leute mit als Beilage auf die Wagschale oeworfen werden, damit eine etwaige Differenz zum AuStrag kam.

UebrigenS: Niemand hätte der Frau Post­halterin das ins Gesicht sagen dürfen, die Ant­wort wäre von einer Deutlichkeit gewesen, daß fie sofort verstanden worden wäre. Madame sagte fich und anderen: Erstens find die beiden zungen Leute nicht aus der ersten, besten Fa­milie, zweitens müssen fie sich aut fein, und

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mit dcm Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jllnfteirtes Sonntagsblatt.

kann der längere oder kürzere Halt unterwegs nicht täuschen! Qni vivra, verra! W.

fich gezwungen sehen könnte: „Zum Beispiel, wenn nach schweren innerpolitischen Konfliften zwar eine Beseitigung be8 Bundesfürstentums, aber noch keine Abdankung des kaiser­lichen Regimes, sondern nut dessen Be­schneidung auf einen wirklichen oder unbedingten KonstitutionaliSmuS L la England zu erreiche« fein würde. Eine Anerkennung der Monarchie im Sinne des UebergangS der Partei zum Monarchismus aber würde auch das nicht fein, im Gegenteil würde man dann sozialdemo- kratischerseitS erst recht in der Ueberzeugung von der Sieghastigkeit der republikanischen Idee bestärkt sein und die neugeschaffene Situation nur al« Abschlagzahlung, als Jnteristikum an­sehen, die sobald als möglich durch die reine und uneingeschränkte Form der sozialistischen Demokratie ersetzt werden müßte." So „Ge­nosse" Goehre, der außerdem noch seststellt, daß die durchaus antimonarchische Tendenz der sozialdemokratischen Partei, wie so vieles zunächst ein Erbteil vom Liberalis­mus sei.

Die Ausführungen GoehreS können nach keiner Richtung hin überraschen- waS er sagt, hat auch der Mauserungsapostel Bernstein be­reits auSgeführt. ES kann demgemäß gar keinem Zweifel unterliegen, daß — wie Goehre zutreffend bemerkt — Sozialdemokratie und Monarchismus einander ausschließen, daß als» die Sozialdemokratie die geschworene Feindin der Throne ist. Von der Taktik, welche behufs „Beseitigung" der Monarchie angewandt werden soll, wird von Goehre ein wenig der Schleier gelüftet. Es soll zunächst, als erste Etappe auf dem Wege zur Republik, auf den deutschen Einheitsstaat — auf die „Beseitigung deß Bundesfürstentums" hingearbeitet und ein „unbedin gter Konst itutiona l ismus" deSKaisertnmS herbeigeführt werden.. Da» find bekanntlich auch die Ziele der bürger­lichen Demokratie, die wie in „fo bieten* auch in der monarchischen Frage die „Vor­frucht" der Sozialdemokratie bet« stellt. _____

Der Gesetzentwurf zur Sicherung des Wahlgeheimnisses.

Von dem Gesetzentwurf über die Sicherung des Wahlgeheimniffes bei den Reichstagswahlen ist es neuerdings auffallend still geworden. Man hat vor einigen Wochen erfahren, daß der Antrag des Reichskanzlers an den Bundes­rat gelangt sei und defien Zustimmung erhalten habe; seitdem ist über das Schicksal de8 Ent­wurfes aber auch nichts mehr verlautet. Da über den Antrag nur eine einmalige Lesung und Abstimmung vorzunehmen ist, so liegt die Annahme nahe, daß die Vorlegung deS Gesetz­entwurfs an den Reichstag erst dann erfolgt, wenn das Hohe Haus wieder einmal in beschluß-

Seiuem Mädele hatte Hölder natürlich erst recht den Text zu lesen — versucht; denn beim Versuch war es wieder mal, wie stets, ge­blieben. DaS Hanncken hatte ihn groß mit den klaren Augen ungeschaut, 'o recht innig,

recht freundlich und schelmisch zugleich, und batte dann gesagt: „Vaterle, reg' Dich nicht auf und . laß die Frau Posthalterin schwatzen. „Gott vergelt's!" hätt' fie eigentlich zu mir sagen tollen, denn der arme Bursch, der Hermann, war von dem vornehmen Fräulein beinah' tot geärgert. Da hab' ich ihn halt bloß — bißl auf andere Gedanken bringen wollen!"

„Ach was, totärgern!" hatte Holder geant­wortet. „Der Hermann ist justement kein Wickel­kind mehr, und wenn er allein nicht drauffieht, daß er estimiert wird, Du braucht'« ihm nimmer zu lernen. Verstanden, Schwatzliese?"

Sie nickte, aber trübselig! liebet den Hellen Augen lag so etwa«, wie ein feuchter Schimmer. „Ja, Vaterle, ja, Du hast Recht, ich merk'-, Du hast Recht, wie immer. Aber der arm« Bursch kann Ein'm doch leid tun. Ein stiller, bescheidener Mensch ist er, und wenn ich mich nimmer früher um ihn kümmert hätt', was wär' dann wohl aus ihm geworden?"

„'S'i8 was Recht's au« ihm worden, feinem Vater fein Sohn, weiter nix!" brummte Hölder.

„Js das net g'nug?" war die Gegenfrage. „Bist' nicht zufrieden, daß ich immer noch Dein Hannchen, ganz allein Dein Hannchen bin ? *

„Ganz allein mein Hannchen? Ja, tust« denn wirklich?" Und Lebrecht Hölder merkt, wie's ihm rührselig zu werden begann, so eigen und seltsam, wie feit langem nicht zuvor.

(Fortsetzung folgt.)

Die „Hess. Ldztg." fühlt fich beschwert durch einen Artikel in unserer Sonntagsnummer mit gleicher Ueberfchrist, in dem wir auf Grund einer Zuschrift deS nationalsozialen Führers Pfarrers a. D. Naumann an die „Münch. Allg. Ztg." unsere Ansicht dahin ausgesprochen halten, daß Herr Naumann fich anscheinend anschicke, auch den letzten Schritt nach links in daS sozial- demok«tifche Lager folgerichtig seiner ganzen politischen Entwicklung nach zu tun, tote ihn vor ihm Herr Göhre getan hat. Zu dieser Anschauung find wir wie auch andere Leute, eon denen wir nut Eugen Richtet nennen Wollen, gelangt einmal durch die Tendenz des ganzen Schreibens und zweitens durch den klaren Wortlaut einiger Sätze, die nackt und unumwunden »»geben, daß das Hdil des Liberalismus Barth'- scher und Naumann'scher Richtung bei den Sozialdemokraten liege, lieber diese letzteren, für uns besonders beweiskräftigen Sätze ist freilich die „Heff. Ldsztg." bei ihrem Artikel „Olle Kamellen" mit olympischer Nonchalance hinweggegangen, fie hat fie ihren Lesern vor­sichtig vorenthalten, jedenfalls deshalb, weil bann die versuchte Mohrenwäsche Naumann« denn doch zu ein sonderbares Aussehen be­kommen hätte und der in dem Artikel ver­wandte Brustton moralischer Entrüstung auch bem strammsten Nationalsozialen als völlig deplaciert erschienen wäre. Wir können eS verstehen, daß angesichts der nationalsozialen Wahlagitation unter unserem, auf dem Boden der bestehenden Staatsordnung begründeten Bürger- und Bauernstand, unsere Schluß­folgerungen aus dem Naumam.'schen Schreiben der „Heff. LdSztg." höchst fatal find und fie es durch die Proklamierung des jour­nalistischen Terrorismus versuchen will, uns in Zukunft von jeder Kritik des Nationalsozialis­mus abzuschrecken. Aber helfen wird es ihr nichts. Wir werden uns nicht einfchücbtern laflen, auch wenn fie die ihr geläufige Ter­minologie zur Bekämpfung unbequemer politischer Gegner noch um einige Schimpsworte bereichern sollte. Nachdem sie un8 in ihrem oben zitierten Artikel bereits mit Liebenswürdigkeiten regaliei t hat wie: „töricht Lächerlichkeit, die ihr eigene A«perfrore«tzeit, frivol geflunkert, Frivolilät (2 mal), ehrenrn riger Angriff, erbärmliche Verdächtigung, bösWillige Der» dächtignns, Böswilligkeit und perfider Artikel" kann es uns in Zukunft auf ein paar dieser bei unserer Kollegin beliebten Rede­wendungen mehr oder weniger ja nicht mehr ankommen. Beweisen tun sie natürlich für die gute Sache der „Landeszeitung" — nicht«? Sie zeigen un« im Gegenteil, daß wir mit unserem Artikel in's Schwarze getroffen haben, und das genügt uns. Wenn die „Heff.

auch unter Heranziehung ausländischer Fabriken sich entwickele. Ferner bewilligte die Kom­mission die ersten Raten von je 2 606 060 Mk. zum Bau der Linienschiffe „M" und „N*. Ein Antrag, diese Forderungen mit Rücksicht auf die ungünstige Finanzlage vorläufig abzulehnen und mit dem Ban bi« zum Eintritt einer Finanzaufbefferung zu warten, begegnete dem lebhaften Widerspruch be« Staatssekretärs von Tirpitz, bet nachdrücklich darauf hinwies, daß daS Reich angefichts der gewaltigen Flotten- rtiftungen de? Auslandes unmöglich eine Stock­ung in dem planmäßigen Ausbau seiner Marine eintreten laflen könne. Jntereflant gestaltete fich die Debatte über die folgende Position: Forderung von 450000 Mark für ein Nuß­kanonenboot dadurch, daß der Abgeordnete Richter (fr. Dp.) für diese Forderung eintrat. Es ist wohl daS erste Mal, daß der Führer des FreifinnS während seiner 34 jährigen parlamentarischen Tätigtest für eine Schiffsforderung gestimmt hat. Wir glaubten, das Faktum daher besonders unter­streichen zu sollen. Herr Richter bezeichnete ein Flußkanonenboot als von großem praktischen Werte für China. Ueberflüsfig würde die Forderung nur dann fein, wenn die Deutschen im Auslande ihr Versprechen hielten und der Marine ein solches Kanonenboot schenkten. Die Forderung wurde schließlich doch abgelehnt. Dasselbe Schicksal widerfuhr einer Forderung von einer halben Million für den Bau eines Vermessungsschiffes, das seine Tätigkeit auf bet Ostsee zu entfalten bestimmt war. Zu einer gründlichen Reparatur und zu baulichen Ver- beflerungen ; f' großen Kreuzers „Kaiserin Augusta" und de« kleinen Kreuzers „Irene" sind die Kosten auf 3 Millionen Mark ver­anschlagt, von denen zunächst als erste Rate 2 Millionen gefordert werden. Die Verquick­ung der für beide Schiffe geplanten Aufwend­ungen zu einer Forderung, sowie der Umstand, daß fich die „Kaiserin Augusta" erst seit acht Jabren im Dienste befindet, gab zur Geltend­machung von Bedenken Anlaß und es wurde schließlich für jedes Schiff nur * 1li Million zur Reparatur bewilligt. Am heutigen Mittwoch toirh di? Beratung fortgesetzt.

Dre Sozialdemokratie und die Monarchie.

„Genosse" Goehre, der Mitgründer bet Nationalsozialen Partei, veröffentlicht in ben „Sozialistischen Monatsheften" eine Betrachtung über daS Thema: Die Sozialdemokratie und die Monarchie. Darin heißt es, das Verhältnis zwischen beiden liege auf alle absehbare Zeiten fest: beide seien Gegensätze, die fich absolut aus­schließen. Es seien ja fteilich politische Situationen denkbar, in denen die Partei Kon­zessionen an das monarchische Prinzip zu machen