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Mädele noch so gut meint, 's Mädele muß es mit ihm bester meinen. UndS beste für Dich ist, daß ich daheim bleib', weil Du kein' rechte Freude hast, wenn ich fort bin."
Sie machte eine kleine Pause, warf dann kurzer Hand das Nähzeug beiseite und ging auf den Vater zu, der auch in diesem Sommermonat seinen Lieblingsplatz an dem mächtigen grünen Kachelofen beibehalten hatte. Da war wenigstens eine Ecke, wo er seine langen Arme bewegen konnte, ohne befürchten zu müsten, irgend eine der zahlreichen Taffen und Gläser, die auf Kommode, Schrank und Tisch heruw- standen, zu beschädigen. Denn's war halt ein enger Raum, Holders Wohnstube. Und von guter Stube hatte der eigensinnige Lebrecht, obwohl er'S sich recht wohl hätte leisten können, nie etwas wissen wollen. Die harten Taler, in gute Staatspapiere umpewandelt, lagen im altväterlichen Schreibsekretär, deffen sich schon Hölders Großvater bedient und den er als erprobter, zunstmäßiger Tischlermeister selbst hergestellt hatte.
„Da steckt's drin, was wir bedeuten!" sagte Briesträger Hölder, wenn seine Frau mal drängte, man könnte sich doch auch etwas modern einrichten. „So gut, wie die und die könne man es doch schon lange. Das stimmte, aber es blieb eben beim Alten.
Hannchen Hölder war nun achtzehn Jahre alt geworden; über vier Jahre waren verstrichen, seit sie vor der Excellenz au« Berlin ihre Stimme hatte vernehmen lasten. Der Tag war heute auch noch unvergessen, es war nach einigen Wochen eine zierliche Broche als Geschenk des hohen Herrn für die kleine Thüringer Nachtigall erngetroffev. Und der Jubel darüber
22 oder 46 solcher Beamten aufzuweisen hätten. Er trat deshalb an den Landtag mit der Forderung heran, ihm zu seiner Entlastung einen weiteren Stälvertreter, einen neuen UnterstaatSsekretär zu bewilligen.
Diese Forderung könnte an sich al« eine’ durchaus berechtigte angesehen werden. Bon den vorher geschilderten Gesichtspunkten au« aber mußte e« int Interesse eines Wandels in unserer vom landwirtschaftlichen Jntereffe aus gänzlich verfehlten Wafferbaupolitik dringend notwendig erscheinen, daS Verkehrsministerium durch völlige Abtrennung des Wasterbauwesens und Zuteilung desselben an da« Ministerium für Landwirtschaft wirksamer noch al« durch Anstellung eine« neuen vnterstaatssekretärs zu entlasten. ES erscheint durchaus geboten, daß alle neue Wasserbauten zuerst von dem Gesichtspunkte aus geprüft werden, ob sie im Jntereffe der Landwirtschaft, der allgemeinen Landeskultur ersprießlich und empfehlenswert find. Erst in zweiter Linie würde auch der Landwirtschasts- minister immer auf die etwaigen Wünsche seiner Kollegen für Verkehrswesen und Handel Rücksicht zu nehmen haben.
Diesen Gesichtspunkt vertraten Konservative und Zentrum des preußischen Abgeordnetenhauses, während die Industrie- und Handels- parteikn der Freisinnigen und Nationalliberalen und daneben auch die Freikonservativen natürlich durch Bewilligung des Unterstaatssekretärs für den Verkehrsminister den gegenwärtigen landwirtschaftsschädlichen Zustand weiter konservieren wollten. Wir möchten unS im Jntereffe unserer Landwirtschaft der Hoffnung nicht verschließen, daß bei der dritten Lesung sich eine ausgesprochene große Mehrheit gegen die Bewilligung dieses Unterstaatssekretärs zusammenfindet, wie fie nach dem Stärkeverhältnis der Parteien im Abgeordnetenhause unzweifelhaft vorhanden sein müßte. Nur so kann ein Druck auf die Regierung ausgeübt werden, um sie zu einer Schwenkung in ihrer bisherigen Wafferbaupolitik zu bewegen.
Marburg
Mittwoch, 11. März 1903.
war just so groß, wie die Ehre. Freiuch, auch ein kleiner Haken war dabei zum Vorschein gekommen. Lebrecht Hölder war noch würdevoller als sonst geworden, er war — ein gereizter Kollege hatte den schnöden Ausdruck gebraucht — fertig zum „lieberschnappen", aber daS stimmte in keinem Fall. Nur, daß er eben wußte, was „er von seinem Mudele zu halten hatte". Und der alte Diensteifer war ungeschwächt geblieben, er war — trotz des zunehmenden Alters — womöglich noch gestiegen, ein Beamter, mit dem der oberste Ehef fe huldvoll gesprochen, mußte beweisen, daß er daS nie vergaß.
Aber es muß leider gesagt werden, daß die letzten Worte des Generalpostmeisters, daß eine solche Stimme eine Gottesgabe sei, für die man dankbar sein muffe, von Lebrecht Hölder nicht zumeist beachtet wurden. Er vergötterte sein Hannchen beinahe, aber das Gelderwerben lag ihm so in Fleisch und Blut und war ihm — auf seine Weise — so gelungen, daß immer fester in ihm der Gedanke Leben gewann, für sein Hannchen seien Lob und Anerkennung allein auch nicht genug, das Gold der Stimme müsse in echte« Edel-Metall umgewandelt werden. Geld hatte er ja, er konnte getrost, ohne etwa« zu riskieren, so ein tausend Taler für die musikalische, künstlerische Ausbildung seiner Einzigen in der nächsten großen, Stadt, in der sich eine bekannte Musik-Akademie befand, au«» geben. , _...
Aber wollte der „Racker', wie Hölde, Hannchen feit manchem Wortgefecht zu nennen pflegte? Nein, „er" wollte nicht.
(Fortsetzung folgt.)
Umschau.
Pr eßstimmen zum Trierer Schul st reit.
Zur Wendung im Trierer Schulstreit sagt die katholische „Köln. VolkSztg." u. a.: Der Versuch, in einer Einzelfrage, wie die an der paritätischen Töchterschule zu Trier bestehenden Verhältniffe, auf lediglich prinzipieller Grundlage unter Anwendung des äußersten Mittels der Absolutionsverweigerung vorzugehen, mußte scheitern, weil eben in anderen Diözesen, spez. auch in Köln, eine Praxis vorhanden war, welche sich mit dem Trierer Vorgehen nicht vertrug. Jetzt ist da« Publikandurn auf eine päpstliche Weisung hin zurückgenommen. Je
6 (Nachdruck verboten.)
Briefträgers Hannchen.
Bon Georg Paulsen.
Fortsetzung.!
Der Generalpostmeister lachte, der Rat lachte, die Postbeamten lachten und nach der Schluß- stropbe gab die Excellenz selbst das Zeichen zum Applaus. Und Hannchen Hölder knixte vor Freude und Glück.
„Bleib gesund, kleine Nachtigall!"
Ein helles Schmettern de« Posthorns, die Anwesenden verneigten sich. Herr von Stephan lüftete den Hut, die Rappen zogen an und im schlanken Trab ging« hinauf in den Bergwald. Doch ein helle« Hurrah auf den populären Herrn brauste dem Wagen nach.
„Da« war ein Erlebnis!" lachte Herr von Stephan, als die Stadt hinter ihm lag. „DaS werd ich nicht sobald vergeffen. Leider wird einem ein solches heiteres Intermezzo selten bescheert!"
„Excellenz haben Recht," antwortete der Rat. „Da« Kind hat eine Stimme, die vielleicht die Hoffnungen rechtfertigen kann, welche der Vater hegt. Uebrigen« ein Original, dieser Hölder."
„Aber ein tüchtiger Mann. Freilich, dieser Vater und diese Tochter nebeneinander, das gibt ein eigenartige« Bild. Indessen, wa« die Hauptsache ist: Diese Leute haben das, wa« andere und anspruchsvollere Menschen als Glück bezeichnen. Und es freut mich jedekmal, wenn ich solchen Leuten begegne."
Dichter Hochwald nahm die Reisenden auf, tiefduntel, fast schwarz sah eL zwischen den mächtigen zu« Himmel anstrebenden Stämmen
Bierteljihrlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).
^«serttonSgebühr: die gespalten« Zeile oder deren Raum 10Pfg.
Rechnen: die Zeile 26 Pfg.
erwähnten Berichte heißt — Graf Dohna Nach» forderungen gestellt hätte, nachdem im vorige» Etat — die seltsamerweise zu niedrig angegebenen — Mittel für die erste Reste bewillig» worden waren, ist also absolut falsch. So wie die fiskalische Taxe, stand auch der Kaufpreis fest. Es wird un« auch von beteiligter Seite bestritten, daß der in Betracht kommende Grund und Boden al« „Sandwüste" zu bettachteu fei. Als Beweis dafür, daß da« Gelände, da« zum großen Teil graswüchfigen Boden aufweise, nicht als „Sandwüste" gelten könne, fei der Umstand zu erachten, daß 113000 Mark für Entwässerung auSgegeben werden mußten.
Wir zweifeln nicht daran, daß in der Plenarberatung über diesen EtatStttel eine Richtig- stellung de« tendenziös zurechtgemachten Tatbestandes erfolgen werde; aber wir halten eS gleichwohl für angemessen, der politischen Ausnutzung diese» „Falle«', die sich die gegnerische Preffe bereit« eifrig angelegen sein läßt, entgegenzutreten. Arm in Arm finden sich die sozialdemokratischen und freisinnigen Blätter ein, um auf Grund entstellter Angaben die „Junker' höchsten Eigennütze« zu beschuldigen. Der „Vorwärts" stellt gleich den neuen Grundsatz auf: „Militarismus und Privatbereicherung stehen in innigsten Zusammenhängen, arbeiten einander fleißig in die Hände." Die Sozialdemokraten freilich würden e« sich bequemer machen und statt einen abgeschätzten Kaufpreis zu zahlen, einfach zur kostenlosen Expropriation schreiten. DaS „Berliner Tageblatt" schreib^ indem e« sich auf die Autorität des „Vorwärts' stützt, die Geschichte zeige wieder einmal, „daß auch die Stützen von Thron und Altar, die staatSerhaltenden Edelsten der Nation, keinesfalls zu vornehm seien, auch auf Kosten der Allgemeinheit möglichst hohe Profite einzusacken.' Man sieht hier förmlich den Juden, der sich ärgert, daß ihm das „Einsacken" eines Profit« entgangen ist. DaS Mossesche Organ sollte sich doch hüten, die Stammeseigentümlichkesten seiner Schützlinge gar zu stark zur S-bau zu tragen.
Deutsches Reich
Berlin, 10. März.
— Der Kaiser sprach am Montag beim Reich« kanzler vor und empfing" später den Bürgermeister von St. LouiS, Präsidenten des Komitees für die dortige Weltausstellung
— Das Charlottenburger Mausoleum war am Montag als am Sterbetage Kaiser Wilhelms I. mit weißem Flieder, mit Alpenveilchen ufw. ausgeschmückt. Um 9 Uhr erschien das Kaiserpaar und legte einen Lorbeerkranz mit Kornblumen am Sarkophage nieder. Kränze trafen auch vom badifchen Großherzogpaar und von verschiedenen Regimentern ein.
— Für de« Besuch Kaiser Wilhelms im Mai wird Rom ein besonders prächtiges Festgewand anlegen. Die Vorarbeiten finden bereits statt. Der Thermenplatz beim Bahnhof, die Bia Nazionale und
Wer soll die Wasserbauten letten?
Fast noch deutlicher al« in der großen Handelsund Wirtschaftspolitik prägt fich in der im Wafferbauwesen befolgten das Streben aus, Preußen aus einem vorwiegenden Agrarstaate ht einen reinen Handel«- und Industriestaat mnzuwandeln. In früheren Zeiten galten unsere Wafserläufe in erster Linie al« befruchtende Adem für den Betrieb de« landwirtschaftlichen Gewerbe«. Preußens Könige schätzten diejenigen Eroberungen am höchsten, welche fie auf fried» kichern Wege durch eine richtig und verständnisvoll durchgeführte Wafferbaupolitik errungen; sie waren stolzer ans diese Vermehrung und Vergrößerung ihres Staate« durch Sicherung der weiten fruchtbaren Fluren in den Flußtälern vor schädlichen Einwirkungen der Waffermassen, al« auf die anderen Ländern in siegreichen Kriegen abgenommenen Landesteile.
Heute ist unsere Regierung dahin gekommen, daß sie fich fast einzig und allein bei ihrer Wafferbaupolitik von dem Grundsatz leiten läßt: „Die Flüsse und Ströme des Landes müffen so ausgebaut werden, daß fie dem Handel und Verkehr und der industriellen Entwickelung bienffbar werden."
Wenn die Landwirtschaft in den Flußgebieten auch auf das schwerste darunter zu leiden hat, wenn die fleißigen Ackersleute in den früher auf friedlichem Wege für den Staat erobetten Nußtälern dabei durch zu hoch gehaltenen oder zu tief gefenften Wasser stand in ihrer Existenz bedroht, von ihrer Scholle vertrieben werden, so fällt da« daneben scheinbar nicht inS Gewicht. Alles für Handel und Industrie, selbst auf Kosten und zum schwersten Schaden der Landwittschast! Da« ist die Parole unserer modernen Wafferbau- volitik und deshalb hat man ihre Leitung auch dem Verkehrsministerium unterstellt.
Um hier einmal Wandel anzubahnen, haben die Freunde der Landwittschast in der konfer- vattven und der ZenttumSpartei de« preußischen Abgeordnetenhauses schon wiederhott gefordert, daß die Leitung de« WafferbauwesenS von dem Verkehrsministerium ab- und dem landwitt- fchaftlichen zugeteilt werden solle. Die Regierung aber will von dieser Aendemng nichts toiffen.
Nun ist unser Verkehrsministerium bereit« fo umfangreich, daß die Leitung desselben für einen einzelnen Minister, auch wenn er eine so Sroße Arbeitskraft und persönliche Tüchtigkeit efitzt, wie Herr Budde, saft zur Unmöglichkeit geworden ist. Mit gutem Grunde konnte dieser Minister darauf Hinweisen, daß man ihm nicht die Oberleitung von 126 höheren Ministettalbeamten zumute» bflrfe, während seine Kollegen für die Finanzen, für Justiz, für daS Innere und die Landwirtschaft nur 37, reff). 30, reff).
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.
aus, hoch oben lag das glitzernde Sonnenlicht auf den Wipfeln. Rechte FeiettagSstille herrschte in der einfach-großartigen Natur.
Die Herren schwiegen unter dem Eindruck der Umgebung. Und als fich jetzt der Postillon umwandte mit der Frage, ob eS erlaubt sei, ein Stück zu blasen, nickte sein hoher Fahrgast. Und leise immer mehr anschwellend begann eine alte Weise, deren Klänge wunderbar in der tiefen Sttlle und ruhigen Einsamkeit wirkten. Der Generalpostmeister lehnte fich zurück und blickte stnnend nach dem Himmel, der fich tiefblau über dem Waldesdunkel ausbreitete. SonntagS-Frieden . . .
„Und ich tu's net, Baterle, ganz gewiß, ich tu'S net!" Hannchen Hölder saß auf dem Rohrffuhl am Fenster hinter dem rotblühenden Geraniumstock und füumte mit gewandten Fingern Leinwand. Der alte Hölder stand am Ofen und schaute ganz faffungSlos drein, als er die bestimmte Antwort feines Lieblings vernahm.
„Aber wenn« zu Dein'm Besten iS, Mädele?" vermahnte er. „Sei kein Trotzkopf, Hannchen, weißt doch, daß ich« gut mit Dir mein’!"
Das Mädchen hob den blonden Kopf von der Arbeit und sah den Vaier mit den hellen Augen an, in denen es heute von verhaltener Erregung blitzte.
.Glaub« schon, Baterle, daß Du'« gut mit mir meinst. Aber ich geh nimmer fort von Euch, ich bleib in Sonnenfeld. Denn, Baterle," und hier nahm ihre Stimme einen weichen Ton an, „sag' mal selbst, wie lange wirst'« denn aushalten ohne Dein Hannchen? Kannst ja nimmer. Und wenn» Baterle mit fdn’m
schneller aber der heilige Stuhl auf diesen Wunsch be« Ministerpräsidenten eingegangen ist, um so bestimmter muß nun auch die schleunige Untettuchung der!von kirchlicher Seite borge» Frachten Beschwerden und die baldige Herstellung iber friedlichen Verhältniffe erwartet werden. — Die „Nordd. Allg. Ztg." bemerkt: Mr freuen un«, daß der Angelegenheit durch Zurückziehung des Publikandum« des Herrn Bischof« von Trier ihre für den konfesfionellen Ftteden bedenkliche Bedeutung genommen worden ist. — Die Anweisung de« Papste« soll übrigen« uu- erwattet im Trierer Bischofshof ein getroffen fein. — Die „Kreuzztg." ist durch den AuSgang befriedigt und sagt ganz in unserem Sinne: Der Erfolg des Grafen von Bülow in dieser heiklen Angelegenheit ist ein vollständiger und wir dürfen dem Minister wie dem Lande dazu Glück wünschen. Auch den Vermittlern, die am päpstlichen Hofe dem Frieden gedient haben, außer dem preußischen Gesandten also namentlich Wohl dem Fürstbischof Kopp, hat man dankbar zu fein. Die mancherlei Gegensätze grundsätzlicher Art, die zwischen der katholischen Kirche und dem preußischen Staaten bestehen, können niemals durch Gesehesparagraphen beseitigt werden, denn sie liegen im Wesen jener Kirche und des modernen Staates begründet. Soll der Kampf nicht in Permanenz erklärt werden, wovon nur die professionellen Parteigänger Vorteile hätten, so muß auf beiden Seiten an dem einmal verabredeten modns vivendi streng festgehalten werden. Es ist erfreulich, daß der gute Wille hierzu im vorliegenden Falle auch auf katholischer Seite bestätigt worden ist.
Eine arge tendenziöse Entstellung hat jüngst die Runde durch die Preffe gemacht. Es handelte fich dabei um die Erwerbung de« Truppenübungsplatzes für das VI. Armeekorps bei Neuhammer. Der KommisfionSbericht, der über diesen Gegenstand berbreitet wurde, ist in vielen Puntten unzutreffend, wir laffen dahingestellt, ob eine absichtliche Fälschung zugrunde liegt. Es hieß unter anderem darin, der Vertreter de« Kriegsministeriums habe gesagt, daß Ueberschreitungen bei diesem Posten vorgekommen seien, die insgesamt in die Millionen gingen und zum guten Teil dem Grasen Alfred zu Dohna in den Schoß gefallen seien. Etwa« derartiges ist niemals von dem General von Gollwitz geäußert worden; eS wäre auch total unrichtig gewesen. Die Wahrheit ist, daß schon unter dem früheren Kriegsminister vor 1890 eifrig nach einem Gelände für den erforderlichen Truppenübungsplatz gesucht worden war und daß schon damals Graf Dohna erklärt hatte, fich der entsprechenden Taxe zu fügen. Auch bei dem Abschlüsse des Kaufes hat fich Graf Dohna gänzlich der Taxe der fiskalischen Forst- outoritäten gefügt. Daß — wie es in dem
Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertagen.
Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe. ßQ
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Marburg, Markt 21. — Telephon 56.