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mit dem Krcisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Jllufteirtes Sonntagsblatt.
den« j mal zum Schloß be» »etft8 em schmetternde« rau«, I Juchze^ LFortsetz»ng friaW
Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertag«. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.
Druck mtb Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdrucker« Marburg, Markt 2L — Telephon 56.
im Schwünge, als daß er sich durch einen Blick hätte leiten lassen. Und so sprudelte er l zum Ergötzen des hohen Herrn alles heraus.
werden dem Getreide die Phosphate, die hauptsächlich in den Keimen und unmittelbar unter der Schale der Körner liegen, entzogen, weil Keime und Schale als Kleie abgesondert werden. Die weißen Mehle enthalten nichts anderes als Stärke und Kleber, die keineswegs zum Aufbau und zur Erhaltung des meinschlichen Körpers dienen.
„Ich danke, Kleine," sagte der Generalpostmeister, und schob ihr einen harten Taler in die Weichen Finger. „Du bist Hannchen Hölder, die vorhin so schön sang, nicht wahr?"
Sie km'xte zur Bejahung.
„Gut! willst Du mir einmal eine Freude machen? Ja! Dann finge das Liedlein noch einmal, das ich vorhin gehört habe!"
Hannchen begann unverzagt die alte Weise und Herr von Stephan lauschte mit fichtlichem Vergnügen. Und als die hellen, vollen Klänge verhallt waren, da rief er lächelnd: „Du verstehst zu fingen, das muß ich sagen!"
„'S Mädele kann wirklich was!" platzte da Lebrecht Hölder heraus, der es in seiner Pack- kammer nicht mehr vor freudiger Erregung hatte aushalten können und herabgelaufen war. Und obwohl drei, vier Personen vor dem Schalterfenster des Paket-Raumes harrten, hatte es ihn doch nicht mehr oben geduldet. Die Worte der Excellenz waren Mufik für seine Ohren, mochte das Publikum mal warten. Und so fiegte, was bisher kaum vorgekommen war bei dem ergrauten Manne, der Vater einmal über den Beamten.
Der Herr Postmeister warf seinem Untergebenen doch einen leicht verweisenden Blick zu, als Hölder den obersten Chef der ganzen Postverwaltung im Augenblick der Abreise gewissermaßen „stellte"; und wenn Seine Excellenz da8 Hannchen auch ausgezeichnet, wa8 fich gehörte, durste doch nicht vergessen werden.
Aber der wackere Lebrecht war viel zu sehr
Bterteltihrlicher Bezugspreis: bei der Expedition 3 3Ät, bei allen Postämter» 2,25 Mk. (erd. Bestellgeld).
,^nsertio»Sgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
Reclemen: die Zelle 25 Pfg.
Marburg
Dienstag, 10. März 1903.
„Uw. so lobenswerter! Aber müssen wirklich die vier Tiere heran?"
„Die Straße ist sehr steil bis zum Rennweg hinauf, Excellenz. Die Pferde gehen vorzüglich, sie kennen jeden Fußbreit auf dem Wege!"
„Dann also vorwärts. Leben Sie wohl, meine Herren!" Aber bevor Herr von Stephan den Wagen besteigen konnte, kam Hölders Hannchen keck bis dicht vor den hohen Herrn heran, machte einen zierlichen Knicks und überreichte der Excellenz einen schlichten, duftenden Blumenstrauß.
Das Mädel hatte während des Aufenthalts der Herren im Posthaufe nachgedacht, ob bei solcher feierlichen Gelegenheit nicht doch noch ein übriges geschehen müsse. Aber fie war nicht dahintergekommen, und der kleine Spielkamerad erst hatte gemeint: „Ein Bouquet müßtest Du pflücken, Hannchen, das müssen immer die Mädchen solchen vornehmen Herren geben. Da8 hab' ich neulich erst auf einem Bilde gesehen." ‘ .
Gesagt, getan! Und nun war fie da mit den Resultaten eines kecken Zuges durch die benachbarten Gärten, auch die eigenartigen roten Blumen vom Gesundbrunnen, waren nicht vergessen.
Excellenz von Stephan war' sichtlich erfreut; die anwesenden Sonnenfelder waren überrascht wegen der Geistesgegenwart deS kleinen Mädchens, und Hölder selbst, der vom Fenster der Packkammer den Vorgang beobachtet hatte, fuhr sich mit dem Handrücken über die Augen. Er war gerührt, daß sein Mädele, sein Hannchen, daS fertig gebracht. Die ganze Stadt mußt' fich doch darüber wundern
6 (Nachdruck verboten.)
Briefträgers Hannchen.
Bon Georg Paulsen.
(Fortsetzung.)
Und nun hielt die Extrapost, die den hohen Besuch über die nächsten Bergzüge ins eigentliche Herz von Thüringen bringen sollte, vor der Tür. Der Posthalter Grau, dessen Pferde schon mehr als eine fürstliche Peissönlichkeit auf den schwierigen Gebirgswegen in den Bergwald hineingefahren hatten — denn das Material der Hofftälle hielt bei diesen strapazenreichen felfigen Straßen nicht recht gut auS, hatte den Stolz seines Stalles, den prächtigen Viererzug von Rappen dem Wagen vorlegen lassen. Und auf dies Zeichen hin hatte fich vor der Post alles, was in Sonnenfeld an menschlichen Wesen zu Hause geblieben war, versammelt.
Die Excellenz machte ein etwas überraschtes Gesicht, als der Viererzug im eleganten Bogen auf dem Posthofe vorfuhr, und der Posthalter selbst respektvoll meldete, daß alles zur Abfahrt bereit sei.
„DaS scheint mir doch etwas reichlich gemessen!" meinte der Generalpostmeister humorvoll, auf die schnaubenden, stolzen Gäule deutend, denen auch daS Prunkgeschirr der Posthalterei angelegt war: „Uebrigens, ich muß gestehen, mit dem Viererzug würden Sie auch Unter den Linden in Berlin Aussehen erregen, Herr Posthalter. Solche Pferde hätte ich hier nicht erwartet!"
Der Posthalter verbeugte fich geschmeichelt, sein Stall war seine Schwäche: „Halten zu Gnaden Excellenz, eS ist eigene Zucht."
waS ihn an Hoffnungen mit Bezug aus HannchenS Zukunst erfüllte.
„Ja, das Mädchen hat eine prächtige Stimme! Und wenn eS in einer großen Stadt sich damitz hätte hören lassen, wer weiß, was ihm da» Glück schon gebracht hätte!" Herr von Stephan sagte es mit gewinnender Freundlichkeit, da» hübsche, begabte Kind mit dem Schelmenlächeln in dem blühenden Gesichtchen und de« lustigen Augen hatte ihm ausnehmend gefalle«. „Aber Hölder, fordern Sie nicht gleich zuviel von der Zukunft; wenn ein Mädchen so fingen kann, wie ihre Tochter, dann ist es eine Gottesgabe, für die man nicht dankbar genug sein kann k"
„Soll ich den Herren noch das Trutzlied von der Sennerin fingen?" fragte Hannchen, außerordentlich stolz über daS ihr zu teil gewordene Lob, beiseite stand, jetzt plötzlich.
„Mädele, sei net unbescheiden!" verwies fit der Vater. „'S iS gar net lang!" fuhr Hannchen fort, ohne fich an den Vater groß zu kehren.
„Dann sing!" lachte der Generalpostmeister.
Und nun sah der Sonnenfelder Posthof eine Szene, wie sie nie dagewesen war und wohl nie wiederkommen wird: Die beiden Herren in der Equipage mit dem stolzen Viererzug, auf dem Bock der Postillon mit dem Federstutz, im Kreise die Beamten des Postamts, Hannchen Hölder vor dem Wagen, lustig wie ein kecker Spatz und blühend, wie eine Rose, und btntet ihr der alte Hölder. Und dann hob das Lied an, eine komische echt humorvolle Leistung au» der Alpenwelt, wie die Sennerin dem eingebildeten Burschen den Text liest. Und jebel-
nichts gewußt und nichts gefühlt haben, müssen zu Hunderten fich heute der schmerzvollen Blinddarm-Abschneidung unterwerfen, und daS alles hat das heutige Mahlverfahren und daS feine, weiße Mehl zuwege gebracht. Erfahrene Müller werden ficher zugeben, daß das heutige Mehl dem menschlichen Körper weniger dienlich ist, als das früher nach altem Verfahren gewonnene. Jedoch jedermann verlangt heutzutage „weißeS" Brot vom Bäcker und will nur „Weißes" Brot auf seinem Tische sehe», nicht wissend, daß dieses * Gebäck nur seine Verdauung stört, denn nur die Unverdaulichkeit unseres heutigen Brote« bringt die störende und oft gefährliche Krankheit hervor. Warum sind unsere heutigen Kinder so bleich und abgezehrt, haben eingefallene Gesichter und verkümmerte Gestalten? Die nicht richtige Ernährungsart ist die Veranlassung! Gebt ihnen Schwarzbrot oder ähnlich gut bekömmliche und leicht verdauliche Backware, und eine gänzlich veränderte Erscheinung wird unS entgegenjubeln und nicht mehr ein solcher krankhaft einherschleichender Nachwuchs. Dr. Howard führt einen Knaben an, der 13 verschiedene und gefährliche Anfälle gehabt hatte, die er sämtlich der heutigen Mahl- und Backweise zuschreibt; doch dieser kleine Schlaumeier hatte sich einer ärztlichen Behandlung mit dem Messer dadurch zu entziehen gewußt, daß er nur Brot von grobgeschrotenem Getreide, viel Obst und Gemüse, aber nur wenig Fleisch zu sich genommen hat. Jetzt sieht er blühend aus und weiß nichts mehr von Blinddarm-Entzündung und anderen Krankheiten. Das Fehlen von Phosphaten in dem heutigen Mehle hat manchen Arzt veranlaßt, den Kranken in Arzneien die nötigen Mengen Phosphat zukommen zn laffen, denn ein Arzt muß heutzutage genau mit dem Zeitgeiste fortschreiten u,rd auch wissen, wie der Müller seine Mehle herstellt. Wer hätte früher, als wir noch daS alte Mahlverfahren hatten, an so viele Krankheiten gedacht, wie sie heute erscheinen? Seht euch heute um, wodurch entstehen fie? Diejenigen Nährstoffe, die zur Erhaltung guter Zähne dienen, fehlen unserem Brote. Beim Essen und kräftigen Kauen deS alten Schwarzbrotes hatten die Menschen Gelegenheit, ihre Zähne fich zu erhalten, um fie dem natürlichen Gebrauche zu unterwerfen; beide (die Menschen und Zähne) blieben kräftig und gesund. Wer kaut heute wohl noch sein Brot! Ein Biß und unten ist es! usw. usw. ®ie Herren Feinmüller sollten wahrlich ein wenig mit Bedacht vorgehen, wenn sie einsehen gelernt haben, welches Unheil sie mit den sogenannten „weißen" Mehlen anrichten. Ich glaube, mancher, der bessere Umschau halten würde, möchte umkehren und das alte Mahlverfahren wieder einführen. Ueberlegt es Euch! Denkt nach!
Das jetzige Mahlverfahren ist allein verantwortlich für viele, viele Krankheiten. Es
Umschau.
Die Huldigung der Automobilisten vor dem Kaiser.
Der Kaiser ist Sonnabend abend auS Nordwestdeutschland nach Berlin zurückgekehrt. Im Laufe des Tage» hatte der Monarch noch Bremen besucht, wo zugleich auch der Reichskanzler und Eisenbahnminister Budde anwesend waren. Nach seiner Heimkehr brachten ihm etwa 300 Automobilfahrer vor dem Schlosse eine großartige Huldigung dar, die vom Wetter außerordentlich begünstigt wurde. Der Kaiser nahm dieselbe vöm Balkon deS Schlosses aus in Augenschein. Die Wagen kamen von der Charlottenburger Flora her, wo Prinz Heinrich von Preußen nachmittag« die Deutsche Automobilausstellung eröffnet hatte. Alle Fahrzeuge waren dekoriert und führten Magnefiumfackeln bei fich. Vor dem Schlosse angelangt, spielte ein Mufikkorps die Kaiserhymne, und ein dreimaliges „Anto- heil!" erklang, als der Monarch fich zeigte und für die Huldigung dankte. Während ein mächtiges Rotfeuer angezündrt wurde, daS alles in Glut getaucht erschien, setzte der Zug fich wieder in Bewegung. Tausende hatten dem eigenartigen Schauspiel beigewohnt.
DaS Deutschtum in Posen.
Bei seinem Scheiden aus der Provinz Pofen hat der Oberpräfident v. Bitter den deutschen Bauern und Besitzern der Provinz Posen zu- gerusen, trotz der Schwere der Zeit ihre Dörfer» die Wahrzeichen des Deutschtums, nicht zu verlassen und die väterliche Scholle nicht aus der Hand zu geben. Wie berechtigt und beherzigenswert diese Mahnung ist, zeigen die unablässigen Bemühungen der Leiter der großpolnischen Agitation, die einen festen Zusammenschluß aller landansäsfigen polnischen Elemente und eine Herabminderung der Zahl der Landankäufe auS polnischer Hand seitens der Aufiedelungs- kommisfion anstreben. In dieser Abficht ist die Kapitalvermehrung der polnischer! Landbank Ziemski erfolgt, in dieser Absicht geben Vereine und Genossenschaften die Mittel her, um den polnischen Besitzer zu untetftüt^n, oder sein Besitztum in die Hände eines polnischen Nachfolgers zu bringen; in dieser Absicht endlich werden Parzellierungs- und Berufsgenossenschaften gebildet, die gleichfalls bestimmt find, dem Wer? der preußischen Anfiedlungskommisfion
und dem Gedeihen des deutschen Bauernstandes in Posen und Westpreußen entgegenzuarbeiten. Nach dem Muster des Statuts der Posener Parzellierungs - Genossenschaft sind, wie die speziell mit der Verhetzung und Polonifierunq der kassubischen Landbezirke beschäftigte „GazetL GdanSka" meldet, von einem Geistlichen die Satzungen einer neuen Parzellierungsgenoffen» schäft ausgearbeitet worden, die neben der gleichen Zwecken dienenden Spolka ZiemSka itt Thorn.ihreTätigkeit zunächst auf dieParzellierung kleiner Bau ernwirtfchasten richten müßte". Als ®C*, schäftSstelle der Genossenschaft ist vorläufig Berent' in Aussicht genommen; die Gründung weiterer ParzellierungSgenossenschasten, „wenigstens eing in jedem Kreise", deren Anteile 100 bis 200 Mk.' betragen sollen, wird als wünschenswert be*' zeichnet. Ein anderes der tonangebenden Blätter der großpolnischen Presse in Westpreußen, die. „Gazeta Grndziadzka", fordert die weiters Bildung von Porochialkomitees und Volksvereinen ebenfalls in der ausgesprochenen Absicht», die polnischsprechende Bevölkerung gegen die Deutschen aufzuhetzen und zusammenzufchließerw Dieser Sachlage gegenüber können in der Tar die zur Erhaltung und Ausbreitung des Deutsch», tums von der Regierung ergriffenen Maßnahme« nur dann von Erfolg gekrönt werden, wenn jeder einzelne Bauer und Besitzer daran fest» hält, daß er als Pionier deS Deutschtum« an feiner Stelle steht, und wenn er überzeugt ist,' daß er durch unermüdliche Bekämpfung brtf polnischen Gefahr, wann unb wo es auch fei, sich um das Vaterland" verdient machen wird.
Das Ende deS Prozesses Heusler.
In dem Münchener Prozeß gegen die Damen», stiftS-Vorsteherin Heusler begannen Sonnabend nachmittag die Anklage- und Verteidigungsreden. Die weiteren Zeugenaussagen lauteten für die Angeklagte zumeist ungünstig, während dem Dienstmädchen Wagner fast allseitig ein gutes Leumundszeugnis ausgestellt wurde. Ein überaus scharfes Bild der Oberin zeichnete der Staatsanwalt in seiner Anklage» rede. Er nannte fie brutal, unglaubwürdig und hart und stellte fie als eine Persönlichkeit hin, die am allerwenigsten geeignet war, Leiterin des Maximiliansstifts zu sein, in welchem alte Damen ihre letzten Tage beschließen sollten. Sie gebrauchte häufig Ausdrücke wie: „Alte» Laster, hat dich der Teufel noch nicht geholt?", „Sind die alten Säue noch am Leben?", und von christlicher, wahrer Nächstenliebe war bei ihr so gut wie nichts zu finden. Groß war fie, in der Rücksichtslosigkeit, noch größer im Verleumden. Ihre scharfe Zunge schonte webe* hoch noch niedrig und die unglaublichsten Ding» brachte fie in ihrer Klatschsucht hervor. Be» züglich des ihr zur Last gelegten Vergehen» hat fich die Angeklagte selbst verraten und noch dazu in überaus frivoler Weise sich geäußert^
Blinddarm-Entzündung, eine Folge des Genusses „weißen Mehlest
Die Runde durch den amerikanischen Blätterwald macht, wiewirNr. 9 derZeitschr. „DieMühle" entnehmen, folgender Aussatz: „DaS heutige Mahlverftchrea veranlaßt tatsächlich die ge- fürtUetz^WMarmentzünbung. Dieses wirb nachgewiesea wb deutlich erklärt durch den fee» rühmte« DVW- E. Howard in Champaign im nordamerikanischen Staate Illinois. Er gibt an, daß vor der Erzeugung des jetzt gebräuchlichen weißen MehleS Blinddarm-Entzündung und Verstopfung beinahe gänzlich unbekannt waren. Um diese Behauptung zu beweisen, sagt er, daß in Gegenden, wo heute noch die dunkleren, grobkörnigeren Mehle verbacken und Schwarzbrot gegessen wird, jene Krankheit noch unbekannt sei, jedoch sobald die feineren und weißen Mehle eingeführt und verzehrt werden, erschienen auch die Blinddarm-Erkrankungen. In den weniger dicht bevölkerten Gegenden, wo die Landwirtschaft meistens noch im kleinen betrieben und auch die kleineren Lohnmühlen noch ihren Sitz haben, könne eine derartige Erkrankung nicht festgestellt werden. Wenn jebodj nach und nach die kleineren Mühlen durch die Riesenmühlen vertrieben werden und dementsprechend auch die feineren und weißen Mehle sich durch daS neuere Mahlverfahren ein- bürgen, wird auch die genannte Krankheit dadurch mit eingeführt. Genannter Arzt, der über 50 Jahre lang tätig ist, sagt, daß vor 1875 eine derartige Krankheit gar nicht vorhanden ober nur in sehr vereinzelten Fällen anzutreffen war, während jetzt diese Krankheitserscheinung eine beinahe tägliche ist. Große Umwälzungen in der Ernährung der Menschen haben namentlich in den letzten 50 Jahren stattgefunden, und um ein Beispiel anzuführen, dürfen wir nur einen Ueberblick über daS heutige und das vor jener Zeit angewandte Mahlverfahren deS Getreides werfen. Eo hat man vor 50 Jahren noch keine Walzenstühle, keine Plansichter, keine Zentrifugalficht- maschine« und keine großen Mühlenwerke gekannt. Wie ;eder Müller weiß, hat dazumal jeder Landwirt sein Getreide zur Mühle gebracht und davon das dunkle, kräftige und gesunde Schwarzmehl erhalten. Heute haben in Amerika die großen Unternehmungen die kleineren ziemlich aus jedem Winkel verdrängt, und beinahe ist jeder Mensch gezwungen, die feineren und weißen Mehle zu essen. Selbst unsere Neger im Süden find von ihrem alten Gebrauche, den grobgeschrotenen Mais zu verbacken, abgekommen — auch in Deutschland und anderen überseeischen Ländern haben fich seit Jahren unsere Mehle eingebürgert, und was ist die Folge? Neger, Deutsche usw., die früher von Blinddarm-Verstopfungen und -Entzündungen