mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
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Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.
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^«sertionSgebühr: di« gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
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Marburg
Sonntag, 8. MLrz 1903,
Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertage«. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.
Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckers Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
38. Jahrg.
Zur Wahlbewegnng.
Bei den Wahlen im Jahre 1898 find im ganzen von 11441094 Wahlberechtigten 7 752 693 giltige Stimmen abgegeben worden. Es haben also rund drei und dreiviertel Millionen deutscher Wähler von ihrem Wahlrecht nicht Gebrauch gemacht. Jeder gewissenhafte deutsche Mann aber muß heutzutage die Aus- Übung des Wahlrechts als feine vornehmste staatsbürgerliche Pflicht erachten. Er darf aus Interesselosigkeit oder Bequemlichkeit nicht darauf verzichten, auf die Zusammensetzung des RechStageS seinen verfaffungSmäßigen Einfluß auszuüben.
Die Sozialdemokratie hat vor fünf Jahren eine Stimmenzahl von 210" 076 zusammengebracht, das ist über ein Viertel sämtlicher abgegebenen Stimmen, aber noch lange nicht ein Fünftel der Stimmen aller Wahlberechtigten. Die Sozialdemokraten brüsten fich damit, daß sie diesmal mindestens den dritten Teil sämtlicher giftiger Stimmen auf ihre Kandidaten vereinigen wollen. Zu diesem Zwecke stellen sie in allen Wahlkreisen, auch in völlig ausfichtS- lofen, Mandatbewerber auf. Sie wollen mit einer möglichst hohen Wahlstimmenziffer prahlen und der Welt weiSmachen, ihr Anhang repräsentiere den dritten Teil aller deutschen Staatsbürger.
Es ist die heiligste Pflicht aller deutschen Wahlberechtigten soweit fie nicht ein Jntereffe daran haben, den Größenwahn der Sozialdemokratie zu steigern, ein solches Ergebnis, oder auch nur den Schein davon, zu verhindern, und das würde mit leichter Mühe erreicht werden, wenn alle deutschen Männer ihrer Wahlpflicht Genüge leisteten. Seit dem Jahre 1890 sind die Zeiten für die Sozialdemokratie ungewöhnlich günstige geworden. Unter dem Sozialistengesetz im Jahre 1887 zählte die Sozialdemokratie noch 763100 Wahlstimmen. Im Jahre 1890 schnellte die sozialdemokratische Stimmenzahl auf 1427 300 hinauf, erreichte 1893: 1786700 und 1898 endlich 2107100. In der Zeit von zwölf Jahren hat fich also die sozialdemokratische Stimmenzahl fast verdreifacht.
Hauptsächlich ist dieses Ergebnis dadurch erzielt worden, daß die Sozialdemokratie die ihnen günstigen Zustände und die Fehler in der Regierungs- und Parteipolitik agitatorisch ausbeutete. Die „Sächsische Arbeiterzeitung" schreibt sehr richtig: „Es wäre ganz falsch, wenn man den politischen Ereigniffen eine selbsttätige Einwirkung auf die Stimmung der Wählerschaft zu- fchreiben wollte. Jede Wahl ist vielmehr eine Massenarbeit, die konsequent während der ganzen Legislaturperiode betrieben wird und sich in den letzten Monaten und Wochen zu außergewöhnlicher Höhe steigert." DaS muß
4 (Nachdruck verboten.)
Briefträgers Hannchen.
Von Georg Paulsen.
'.Fortsetzung.)
Hannchen war wieder auf ihren Kutschbock geklettert, Hölder stand am Fenster, nun aber ziemlich stramm, denn der Herr mit dem Jagdhut hatte einen solchen eigenen scharfen und bestimmten Blick trotz deS jovialen Lächelns um den bärtigen Mund, daß Leberecht sich unwillkürlich sagte: „Du, nimm' Dich zusammen! Der Herr bedeutet was!" Und so sagte er denn so höflich, wie es seine knarrende Stimme erlaubte: „Die Herren wollen einen Augenblick 'warten, ich komme sofort!"
Und da war er auch schon und öffnete die Wagentür: „Estimieren, estimieren!" hatte er unterwegs vor fich hingebrummelt. Und als er nun noch einen vollen Blick von dem Jägersmann auffing, da stand er stramm, tote nie zuvor in seinem Leben. Donnerwetter, der Mann sah Einen ja durch und durch.
„Bon den Herren ist niemand anwesend?" lautete die kurze Frage.
„Nein. Der Dienst beginnt erst wieder in einer Stunde."
„Schon gut. Dann wollen wir einstweilen eintreten!" Aber nun mußte Leberecht Hölder doch opponieren.
„Verzeihen Sie, hochgeehtter Herr, der Eintritt in das Amt ist jetzt verboten. DaS Wartezimmer für Passagiere ist drüben in der Posthalterei."
„Na, unS können Sie getrost ins HauS lassen!" lächelte der Herr.
allerdings den Sozialdemokraten zugegeben werden, daß fie in dieser Hinsicht unermüdlich und rücküchtSloS gewesen find. Wenn also die „Sächfische Arbeiterzeitung" weiter schreibt, in dem letzten Jahrfünft sei diese dauernde Arbeit redlich getan worden, das Feld sei also gut bestellt zu der großen Erntearbeit, die den letzten Mann auf seinem Platze finden müsse, so ist diese zuversichtliche Sprache nicht unberechtigt.
Welche bürgerliche Partei kann in gleicher Weise sprechen? ES ist wohl wahr, daß namentlich kein Konservativer die sozialdemokratische AgitationLart nachmachen kann und darf. Die sozialdemokratische Agitation, sowie jene der gleichgerichteten anderen sozialen Patteien beruht auf rücksichtsloser Verhetzung und auf Vernichtung jedes Autoritätsgefühles, sowie auf gewissenloser Lieb-edienerei und Umschmeichelung nach unten. Darin kann kein Konservativer konkurrieren. Aber entgegentreten muß er diesem Treiben. In reger und unablässiger Kleinarbeit muß er die Wähler von der sozialdemokratischen Gefahr überzeugen, muß die Säumigen beizeiten an ihre staatsbürgerliche Pflicht erinnern, muß die loyale Presse fördern, muß mit einem Wort „konsequente Massenarbeit" leisten. Zwar ist darin schon viel, leider sehr viel versäumt; aber noch kann manches nachgeholt werden. Darum also: Ans Werk, damit bei den Wahlen n i ch t n u r in der Sozialdemokratie der letzte Mann auf seinem Platze zu finden sei.
Umschau.
Nationalsoziale und Sozialdemokraten.
Die Verbrüderung der Nationalsozialen mit der 'Sozialdemokratie macht immer weitere Fortschritte. Die „Münchener Neueste Nachr." veröffentlichen eine Zuschrift des Führers der Nationalsozialen, Pfarrer Naumann über „Liberalismus und Sozialdemokratie". Herr Naumann „rechnet zum Gesamtliberalismus auch die Sozialdemokratie." Wenn man die Sozialdemokratie nicht dazu rechne, dann sei der deutsche Liberalismus endgiltig verloren. Einen isolierten überproletarischen, mächtigen Liberalismus könne eS in absehbarer Zeit nicht geben; die Hauptbasis für einen neuen parlamen- ta rischen Liberalismus fei die heutige Sozialdemokratie.. Eine Vertretung liberaler Wirtschaftsinteressen ohne Sozialdemokratie sei bereits heute eine Unmöglichkeit. Um des Liberalismus willen müsse man die nicht immer bequeme Führung der Sozialdemokratie in der Wirtschaftspolitik anerkennen. Naumann feiert den Abg. Batth, welcher angeblich dieselben
„Entschuldigen, aber die Vorschrift ist streng, ich dars's nicht!" Hölder war nun ganz im Dienst; mochte der Herr auch noch solche Augen machen, was nicht sein sollte, das ging nicht!
„Was machen wir denn nun?" fragte der Abgewiesene lachend seinen Begleiter, während der Postillon vom Kutschbock auS hinter dem Rücken der fremden Herren allerlei Zeichen für den Briefträger machte, die zuletzt in ganz gräuliches Gesichterschneiden ausatteten, und die Lebrecht Hölder auch endlich bemerkte. Der alte Briefträger und Postpraktiker fühlte, wie das Blut ihm zu Kopf stieg, hier lag augenscheinlich ein noch nie dagewesener Fall vor.
Er fuhr unwillkürlich mit ven Fingern in den Halskragen seiner Uniform und stotterte: „Hochgeehrter Herr, ich — ich — täts gern, ober die Dienstvorschriften". . . und dann mit einem Male resolut „und alleweil deshalb geht's halt nit!"
Gerade wollte der Herrn von Stephan begleitende Rat die Entscheidung herbeiführen, als Hölder's Hannchen, das auf dem hohen Sitz des nahen Postwagens das Gespräch aufmerksam verfolgt hatte, mit einem Male lebhaft rief: „Valerie, Valerie, mach die Augen recht tüchtig auf! S' is ja der Herr, von dem das Bild überm Herrn Postmeister fein' Schreibtisch hängt."
Um ein Haar wäre Lebrecht Hölder zu- fammengeknickt! Wessen Bild da hing, daS teufst’ er schon ganz genau, das seiner Exeellenz deS Herrn Generalpvstmeisters von Stephan. Und et alter Esel hatte das nicht gemerkt, daS mußte ihm sein Mädele sagen . . . . ? Und in feinem Zufammenfahren stotterte er blos:
Ansichten haben soll. — So Herr Naumann. Wenn man fich klar macht, daß die liberalen Patteien, die heute im Reichstage vertreten find, im allgemeinen auf dem Boden unserer heutigen Gesellschaftsordnung stehen, die Sozialdemokraten aber Revolutionäre find, die das Oberste zu unterst kehren wollen, so kann man leicht die Bedeutung jener oben angeführten Naumann'sche Sätze erkennen. Basis und Hauptstütze der neuen liberalen Partei, die sozialdemokratische Pattei, und die Nationalsozialen warten sehnsüchtig aus den Moment, wo fie sich mit den Sozi's verschmelzen, in dem sie rastlos inderSozial- demokratie aufgehen können. Herr Naumann ist ein Gegensatz zu einigen seiner Anhänger ehrlich genug, dies offen einzugestehen. Er schickt sich an als Nachfolger seines Freundes Göhre den letzten Schritt auf seiner Bahn nach links zu tun, die den einst überzeugten Konservativen erst zu den Antisemiten, darauf zu den Philosemiten und jetzt zu den Sozialdemokraten geführt hat. Und hinter ihm wird die Schaar seiner (Betreuen nachfolgen in das Lager deS Umsturzes. . > <
Zur Trierer Angelegenheit.
Graf v. Bülow hatte im preußischen Abge- ordnetenhause der Ermattung Ausdruck gegeben, daß die Angelegenheit des Bischofs Dr. Felix Komm von Trier durch den Vatikan, dessen Vermittelung nachgesucht worden sei, bald möglichst erledigt werden würde. Die „Volksztg." meint dagegen, daß es damit keineswegs so schnell gehen würde, indem sie in einem Leitartikel n. a. aussührt: Die Beschwerde über den Bischof Korum in Rom kann einen Erfolg nicht haben. Der Kardinalstaatssekretär Ram- polla ist in der Sache nicht zuständig; er wird also nach Wochen oder Monaten die Geschichte an der Kongregation der Bischöfe toeitergeben. Diese muß ordnungsgemäß zwei Referenten ernennen, die den ganzen Streittall von Grund aus studieren und nach Jahr und Tag Bericht erstatten; alsdann beruft das Kollegium der fünf Eminenzen den Trierer Bischof ad audiendum ver ium, d. h. also zu seiner Vernehmung und eventuellen Verteidigung. Und schließlich kann sich das Kollegium immer noch für unzuständig erklären. Ein römischer Bischof ist innerhalb feiner Amtssphäre viel unabhängiger und mächtiger als alle Reichskanzler nach Bismarck« Abgang.
Staat und Volksschule.
Wenn im preußischen Landtage von verschiedenen Seiten die Schwierigkeit vieler Gemeinden, ihren Haushalt im Gleichgewicht zu erhalten, auf die steigende Höhe der Dolksschul- lasten zurückgeführt und behufs Erleichterung derselben eine noch stärkere Beteiligung des
„Excellenz wollen gnädigst verzeihen, ich, ich . . ." Und dabei fing er mit seinem langen Körper an Bücklinge zu machen, als wollte er eine Stecknadel von der Erde aufheben.
„Na, zum Kuckuck, hören Sie doch endlich auf. Sie haben Ihre Pflicht getan, da gibts nichts zu verzeihen!" lachte Stephan. „Schließen Sie die Tür aus."
Mit zwei, drei Sätzen war Hölder am Haupt" Eingänge, die Tür flog aus, und die Herren traten ein, während der Postillon der Extrapost, über« ganze Gesicht lachend, teils wegen des ihm von dem Rat überreichten Trinkgeldes, teils wegen Lebrecht Hölder, nach der gegenüber liegenden Posthalterei fuhr.
Excellenz von Stephan und sein Begleiter schritten in daS Amtszimmer deS Postvorstehers, und der Chef der Postverwaltung stellte allerlei Fragen an Hölder, die dieser mit wiedererlangter Sicherheit prompt beantwortete. Mitunter schweifte Lebrecht nach seiner Art freilich ein bißchen ob, und dann kamen so drollige Geschichten zu Vorschein, daß die beiden hohen Beamten herzlich lachten.
„Na, und wie find Sie denn zufrieden mit Ihrer Stellung?" hieß es endlich.
„Excellenz, bin nun in die Fünfzig schon ein paar Jahr, ober eS fleckt noch so, als wie ich 'n junger Kerl war. Und nu iS man aus dem Gröbsten raus, da hat man auch seine Freud'. Ja, daS war auch mal knapp bei uns, Excellenz teerden'S auch mal gemerkt haben, wie das so jungen Leuten geht, aber drüber kommt man weg. Und wenn man fich selbst estimiett, dann stellt man fich nicht an jede Straßeneck' und lamentiert, sondern denkt: Kerl,
Staats an der Deckung dieser Lasten gefordert wird, so ist anzuerkennen, daß die Fürsorge für die Volksschule in immer höherem Maße Leistungen seitens der Verpflichteten in Anspruch nimmt. Im Rechnungsjahre 1901 bezifferten fich allein die Kosten der laufenden Schuluntkrhaltung, also ausschließlich der Aufwendungen für Ruhegehälter, Reliktenversorgung und Schulbauten, auf im ganzen 219,5 Mill. Mark. Aon dieser Gesamtsumme entfielen auf das fläche Land 114,8 Millionen, auf die Städte 104,7 Millionen Mark. Auf der andern Seite aber ist daran zu erinnern, daß der Staat bereits jetzt einen sehr beträchtlichen Teil der Kosten bet Volksschule trägt und zwar einen sehr viel erheblicheren Anteil, als im Artikel 25 Abs. 1 der Verfassung vorgesehen ist. Ich Jahre 1901 belief fich der Anteil des Staates an den laufenden Kosten der Schulunterhaltung auf nicht weniger als 70,5 Mill. Mk. Von dieser Summe flössen 46,5 Mill. Mk. dem flachen Lande, der Rest den Städten zu. Der Anteil des Staates an der Deckung der Kosten bet Volksschule beschränk^ fich aber auch keineswegs auf bie Beteiligung an bet laufenden Schulunterhaltung. Der Staat wendet bekanntlich auch beträchtliche Summen zu Beiträgen für die Ruhegehälter und die Reliktenversorgung der Lehrer auf und trägt überdies die Kosten der Schulaufsicht und des Lehrerbildungswesens. Im Etat für 1903 find demzufolge auch die StaatS- ausgoben für das Elementarunterrichtsteese» auf über 90 Millionen Mk. im Ordinarium und auf über 5 Millionen Mk. im Extra- ordinarium bemessen. Erwägt man, daß noch im Jahre 1861 der Staat nur 1,3 Mill. Mk. zu den Kosten der Unterhaltung der Volksschulen beitrug, so wird man anerkennen müssen, daß in neuerer Zeit der Staat nach dieser Richtung hin den in erster Linie zur Unterhaltung der Volksschulen verpflichteten Gemeinden und Sozietäten kräftig zur Hülse gekommen ist und bereits wesentlich zur Erleichterung und zur Ausgleichung der VolkS- schullasten beigetragen hat.
Luise von Toskana.
Luise von ToSkana hat, wie der «Fränk. Kur." bestätigend meldet, ihre Beziehungen zu Giron vollständig abgebrochen. Dem Gerücht, fie habe auch zu bem amerikanischen Zahnarzt O'Brian in Beziehungen gestanben, widerspricht bie Prinzesfin auf bas entschiedenste. Das zu erwartende Kinb beansprucht unb erhält der Kronprinz von Sachsen, aber nur bann, wenn eS bis zu einem bestimmten Zeitpunkt das Licht der Welt erblickt. Eingebrachtes Heiratsgut erhält die Prinzessin nach der Entbindung respektive nach der Auslieferung des Kindes zurück. Möglich sei aber auch, ja sehr wahrscheinlich, daß der Kronprinz die Vaterschaft
hast keine Ehr' mehr im Leib? Denk' an Dein'n Dienst, werden schon andere Zeiten kommeitt Un man hat sein' Freud' bei der Sach - 'S gibt ja solche un solche Leut', aber wir von der Post hören und sehen so viel, daß wir schon wiffen: 'S fallen auf keinen Herd jeden Tag lauter Rosinen auS'm Schornstein!"
„Freut mich," sagte Stephan, um dessen Mund es wiederholt gezuckt, „Sie find ein braver Beamter. Aber ich glaube, die Herren kommen zum Dienst. Es sind noch zehn Minuten bis zur Schalteröffnung. Hölder, bitten Sie bie Herren hierher."
Es war mehr eine freundliche Unterhaltung, als eine gemessene Dienst-Inspektion, die der hohe Herr mit dem Vorsteher des Amtes unb ben anwesenden Beamten pflog. Dann begann der Schalterdienst, und die Excellenz beobachtete einige Zeit bie Abfertigung de» Publikums. Dann folgte eine Besprechung mit dem Amtsvorsteher, unb bas letzte Urteil war: „Ich bin recht zuftteden, Sie haben tüchtige Beamte, bie den Dienst auffassen, wie ich es wünsche."
Die Extrapost zur Weiterfahrt sollte um halb 6 Uhr bereit stehen. „Ob Excellenz vielleicht einen kleinen Imbiß einnehmen würde?" fragte der Leiter bcs Postamtes.
„Eigentlich ist die Vesperzeit vorbei," lautete bie joviale Antwort, „aber ich weiß, bie Sonnenfelder Wurst ist berühmt. Wenn es eine Kleinigkeit sein kann!" Aber Herr von Stephan aß mit recht gutem Appetit und sagte endlich lochend: „Eine neue Bezugsauelle für bie Speisekammer. Man muß bei ben vielerwähntm schlechten Zeiten alles mitnehmen k"
(Fortsetzung felgt)