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Erscheint täglich außer an Sonn» und Feiertagen. Sonnabend- in Morgen» nnd Abend-Ausgabe.
Druck nnd Verlag: Joh. Ang. Koch, Umversitats-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
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der jede Rücksichtnahme auf sich felbft verleugnet, dem Gebot Folge leisten wird, galt allerdings als zwrifrihaft. Die Mitglieder der Familie Pecci, welcher der Papst angehört, versicherten, daß sich dessen Zustand bereits ge- bessert habe. In der PeterSkirche wurden in der Nähe des päpstlichen Thrones Vorrichtungen zur Erwärmung der Luft angebracht. Der Papst selbst erklärte den huldigenden Kardinalen, daß die Tage feiner irdischen Laufbahn gezählt seien. — Bei dem hohen Alter des Papste« ist eS ja erklärlich, daß die Anstrengungen der großen Festlichkeiten in Rom von ihm doppelt empfunden werden. Bei der außerordentlichen Energie, die in diesem zarten Körper wohnt, glauben wir indeffen, daß der Papst daL einmal festgesetzte Programm durchführen und den aus aller Welt herbeigeeilten Gratulanten wenn irgend möglich keine Enttäuschung bereiten wird.
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Köter, die gelangweilt die Straße hinunterstelzten, machen mehr gewohnheitsmäßig, als aufgeregt ein kurzes Bleff Bleff, und selbst das Kindermädchen, welches — allein auf weiter Flur — StadtkämmererS Jüngste im eleganten Korb- Wägelchen spazieren fährt, kann sich so schwer zur Neugier aufschwingen, denn sie hat wegen Madams Kopfschmerzen zu Hause bleiben müssen, daß sie mehr die Straße seitwärts hinaufschaut, auS der allerdings um diese Zeit der schmucke
das Angebot auS deutscher Hand eine besonders beträchtliche Verstärkung erfahren habe. Bon direkt oder indirekt angestellten Besitzungen befanden sich nämlich in polnischer Hand nur 94 Güter und 148 Bauernwirtschaften, gleich 19 Prozent deS angebotenen Areals. Im Berichtsjahre sind begeben worden 20031 Hektar oder rund 3*/g Quadratmeilen. Rechnet man auf ein Ansiedlungsdorf 30 Familien und eine Fläche von 2000 Morgen Stellenland, so bedeutet das Besiedelungs-Ergebnis von 1902: 40 Dörfer, ausgestattet mit Schule, Kirche und allen sonstigen öffentlichen und genossenschaftlichen Einrichtungen.
Marburg
Mittwoch, 4. März 1903.
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Gärtnergehilfe von Theobald Wegner herabzukommen pflegt, als daß sie sich nach dem kommenden Wagen umschaut.. Wer kann denn Sonntags nachmittags nach vier Uhr, wenn der Schnellzug vorbei und in drei Stunden erst der Personenzug kommt, auch in die Stadt fahren? Irgend wer vom Lande! Allenfalls die eitlen Gänse von Stuben- und sonstigen Mädels aus dem großen BaronS-Haushalt vor der Stadt vom Rittergute, und die! Na, danach würde sich doch ein tüchtig Mädchen aus der Stadt gewiß nicht, aber auch ganz gewiß nicht umsehen.
Natürlich tut sie eS doch! Aber sie sagt es wenigstens nicht.
Und so rollte die offene Kalesche so gut wie ganz unbeachtet die prächtige Kastanien-Allee entlang. Auf dem Bock saß allerdings ein Postillon, und der hatte als Leiter der unzweifelhaft erkennbaren Extrapost bei der Einfahrt in die zur Stadt führenden Promenadestraße das .Tutehorn' zu einer frischen und fröhlichen Weise ergreifen wollen, aber er hatte sich doch vorher, seinen Hut lüftend, zu seinen Fahrgästen umgesehen. Und da hatte einer der beiden schlicht in einen hellen Paletot gehüllten Herren abwehrend gewintt. Dem .Schwager' war eS gewiß recht schwer geworden, auf eine Darbietung seiner musikalischen Leistungsfähigkeit zu verzichten, aber er hatte ohne weitere» sich gefügt.
Und so rollte die Extrapost die Straße herunter. Der Bahnwärter oben an der Kreuzung hinter« Bahnhof hatte den Kopf geschüttelt. DaS war doch eine ganz komische Geschichte. Die Extrapost kam aus der Stadt Heldberg nach der braven Stadt Sonnenfeld, wohin sonst gar keine Fahr-Postverbindung mehr bestand.
Die Ansiedlungskommission in Posen.
Dem preußischen Landtage ist die Denkschrift über die Tätigkeit der Ansiedlungskommission in Posen und Westpreußen für das Jahr 1902 vorgelegt worden. In diesem Jahre ist, wie die .Dtsch. TageSztg.' feststellt, seit dem Entstehen der Kommission das stärkste Angebot an Grundstücken zu verzeichnen; sicherlich eintrauriges Zeichen für die Lage der östlichen Landwirtschaft. ES wurden 474 Güter und 357 Bauernwirtschaften im Umfange von 239 941 Hektaren oder 42 Quadratmeilen zum Kaufe angedoten, wobei noch die aus den Vorjahren unerledigt gebliebenen Angebote nicht berücksichtigt find. In der Denkschrift wird hervorgehoben, daß dabei
Grenzstationen befördert, um alS Transitgut zu erscheinen. Bon dott werde er beispielsweise nach Klattau, 75 Kilometer weit zurückgesandt und trotzdem stellten sich die Gesamtfrachtkosten für diesen Hafer dann dott wesentlich niedttger als für solchen auS österreichischen oder ungattschen Bezirken, die in viel geringerer Entfernung von diesem Konsumott lägen. Als Beispiel für die große Differenz in den Frachttarifen wird angefühtt, daß z. B. russisches Gttreide von Podwoloczijska nach Brünn (844 Kilometer) an Fracht 262 Kronen, österreichisches auf der gleichen Strecke 382, d. h. 120 Kronen mehr zu zahlen habe.
Bei noch größeren Entfernungen wird auch die Frachtvergünstigung für die Transitware noch mehr inS Gewicht fallen. Nehmen wir aber auch nur die hier beispielsweise angegebene Frachtvergünstigung von 120 Kronen pr. Waggon, da« sind 12 Kronen pr. Tonne an, so erhellt ohne weiteres, daß der Wert deS deutschen Schutzzolles gegenüber dem durch Oesterreich-Ungarn an unsere Grenzen beförderten russischen Getreide allein durch jene Eifenbahn- Tarifpolitik um 12 Kronen pr. Tonne herabgemindert wird.
Bei dem Abschluß neuer Handelsverträge mit unseren Nachbarstaaten wird man notwendigerweise diese, die beabsichtigte Wirkung unserer Getreide-Schutzzölle so stark in Mitleidenschaft ziehende Frachttarifpolitik auf den ausländischen Eisenbahnen viel mehr mit in Rechnung stellen müssen als das bei den früheren Verträgen geschehen ist. Ebenso wird aber auch in Bezug auf die Getreide-Frachttarifpolitik unserer deutschen Bahnen vorher Wandel zu schaffen sein. Wir müssen hier im Namen der deutschen Landwirte die gleiche Forderung erheben, die von der Wiener „Agrikultur-Ztg.' im Interesse der österreichisch - ungattschen gestellt wird: .Der Frachttarifpolitik unserer Eisenbahnen muß eine andere Wendung gegeben werden, auf daß nicht die Konkurrenz des Auslandes gefördert, sondern wir konkurrenzfähig gemacht werden.'
Prinzessin Luise.
Die Pttnzeffin Luise von Toskana, welche seit Sonntag in dem ihren Eltern gehöttgen Schlosse Lindau am Bodensee weilt, wo sie von ihrer Mutter empfangen wurde, hat die Reise von Nyon dorthin in fast ununterbrochener zwölfftündiger Fahtt zurückgelegt. Das körperliche Befinden der Prinzessin soll sich nach Genfer Meldungen in der Metaitte bedeutend gebeffert haben. In der Umgebung der Mutter wird sich auch in dem seelischen Zustande der Pttnzessin bald eine Besserung geltend machen. Die Prinzessin war, wie ausdrücklich versichert wird, mit der Ueberfiedelung nach Lindau durchaus einverstanden. ES ist also keinerlei Zwang ans sie ausgeübt worden, sie hat den endgülttgen Bruch mit Giron freiwillig vollzogen. Da dem belgischen Sprachlehrer der Aufenthalt in Bayern und Oestereich amtlich verboten worden ist, so darf man annehmen, daß die Jrrfahtt der Prinzessin nun definitiv beendigt und ihr Leben dauernd in ruhige Bahnen geleitet ist.
Umschau.
Papst Leo XHT
lieber das Befinden deS Papstes, der am gestrigen Montag seinen 94. Geburtstag und am heutigen Dienstag die Feier feiner 25- jährigen Thronbesteigung begehen konnte, lauten die Nachrichten fort und fort ungünstig. Da der Papst bei und nach dem Kardinalsempfang am Sonntag über Schwäche klagte und die Stimme fast ganz verloren hatte, so untersagten ihm die Aerzte die Teilnahme an dem Fest- gotteSdienste in der PeterSkirche. Ob der Papst,
Innigkeit.
.Blau blüht ein Blümelein, Das heißt Vergißnichtmein. .
Heißa! Ein scharfer Peitschenknall! das Wasser rauscht wohl weiter; rin
alS einmal Blutstropfen gefallen sein. Vielleicht war eS Wahrheit, vielleicht war es eine Mär, die sich an äußere Dinge knüpfte. Denn es war so: Im frischen Maiengrün entsprossen dem Boden liebliche Blümlein, deren Blüte im Entstehen so ettchien, als habe sich ein roter Tropfen auf Hellem Boden niedergesenkt. Und die gelehrten Herren, die Botaniker, redeten darüber einiges und mehreres, was gewiß sehr wichtig für die Forschung war, aber die Leute in der Gegend vergaßen all daS bald, und sie sagten, was ihre Großeltern erzählt: da haben sich zwei geküßt, denen der heißeste Kuß daS Herzblut gekostet.
Und rin leichtherzig, leichtlebig, aber doch warm empfindend Völklein war da geblieben. Vielleicht scharf rechnend in solchen Tagen schon, in welchen die Freude am Leben, die Lust, einen Taler an den anderen zu reihen, noch überwiegen soll, aber in alten Tagen doch jung, herzenSjung und herzensfreudig, lebenslustig und liebeSwarm. Helle und dunkle und braune Augen, aber ein Ausdruck in allem: der der
Mangel an Kandidaten.
Zu dem Mangel an Reichstagskandidaten, der fich bemerkbar macht und den die „Dtsch. TageSztg.' zum Beispiel teilweise der Diäten- lofigkeit zuschreibt, bemerft die „Post' u. a.: Unserer Ansicht nach spielt die Diätenlofigkeit in dieser Frage längst nicht die entscheidende Rolle, welche ihr die Anhänger von Diäten zudiktteren möchten. In früheren Zeiten hat sich ein Kandidatenmangel trotz der Diätenlofigkeit nicht in dem Maße fühlbar gemacht wie heute. Viel entscheidender fällt die zunehmende Unlust, ein Mandat zu übernehmen, ins Gewicht. DaS mag in einzelnen Fällen auf Bequemlichkeit beruhen, aber doch nur in verhältnismäßig wenigen. Was dagegen die „vornehme Zurückhaltung', wie eS die „Dtsch.Tagesztg.' ausdrückt, bekifft, so dürfte diese auf den Umstand zurückzuführe« sein, daß die Formen deS polittschen Kampfe» in bedauerlicherweise entartet find. Die Flut von niedrigen Beschimpfungen und persönlichen Verunglimpfungen, welche ein Kandidat heut« über sich ergehen taffen muß, erfordern ein so hohes Maß von Starknervigkeit, wie es nicht jedermann eigen zu sein pflegt. Im weiteren ist noch die zunehmende Zersplitterung de» ParteiwesenS ein Grund, der manchen die Lust an einer Kandidatur verleidet, weil eS nicht angenehm ist, sich im Wahlkampf mit Richtungen, die einem in vieler Beziehung nahestehen, auf» heftigste zu befehden und fich darüber mit alten guten Freunden etwa gar auch persönlich zu überwerfen. — Diesen Ausführungen der Post kann man mit der Beschränkung zustimmen, daß nicht ein Mangel an Kandidaten schlechthin, sondern ein Mangel an solchen Kandidaten bemerkbar macht, denen die Engländer den Titel „gentleman" zulegen würden. Leute dagegen, die hinter einer eisernen Stint völlige Gesinnungslosigkeit verbergen, Mauserungskandidaten, die unbedenklich ihren Mantel nach jedem Winde hängen, wenn sie dabei einen Prosit machen können, gibt es genug.
Wozu war die Eisenbahn seit zwanzig Jahren da? Und vor einer Stunde kaum war erst der Schnellzug gekommen, der den Weg in zwanzig Minuten zurücklegte, zu dem auch die schnellste Schnellpost mindestens die dreifache Zeit gebrauchte ! Aber der Mann des Eisenwege» hatte geschwiegen: Herrschaften, für' die eine Extrapost auf dieser Straße sofort beschafft war, waren ganz gewiß keine gewöhnliche« Leute. Und bei dem langsamen Fahren über das Bahngeleise glaubte er daS Wott „Excellenz' vernommen zu haben. Und dem war so! E» war der erste deutsche Generalpostmeifter Dr. Heinrich von Stephan, welcher diese stille, aber reizvolle Sonntagsfahtt von Heldberg nach Sonnenfeld im vollen Behagen seines nach Licht und Lust lechzenden Körpers zurückgelegt. • ES war eine wunderschöne Fahrt gewesen, und der dienstlich so strenge Herrscher im Reiche der Postwertzeichen schmunzelte zufrieden. Da» Jovial-Humoristische in seinem Temperament war schon in Heldberg zum Durchbruch ge» konnnen, wo man auf der Posthalterei über bo? unangemeldete, überraschende Erscheinen de» Ecwaltigen so perplex geworden war, daß e» eine Zett lang schien, als werde überhaupt keine Extrapost bereit gestellt werden können. Die Excellenz hatte da lachend zu dem ihm begleitenden Rat gesagt: „Kommen Sie, mein Lieber, gehen wir den Leuten au» dem Wege. Sonst kommen wir gar nicht fort.' Und die beide« Herren hatten dann behaglich unter der breit- schattenden Linde vor der Posthalterei ihre Krüge mit kräftigem Bier getrunken, das die Nanni drunten a«S Bayerland mit einem tiefen Knix gebracht hatte. Die Höflichkeit war etwa» nebenbei gelungen, aber da» Bier war ausgezeichnet. (Fortsetzung folgt.)
Die wunderschönen Klänge deS Thüringer Volksliedes stahlen fich leise und
Getreidefracht-Tarifpolttik der Eisenbahnen.
Seit Jahren, besonder» seit Beginn der Aera kiprivi, werden au» landwirtschaftlichen Kreisen mit gutem Grunde immer wieder laute Klagen über die Bevorzugung de» ausländischen vor dem inländischen Gekeide in den Frachttarifen nuferer Eisenbahnen erhoben. Die vom AuS- Wtnbe kommende Frucht wird zu einem Bruchteil de» Preises durch unser Land befördert, den da» von unseren deutschen Ackerbauern produzierte Korn auf gleichen Skecken zu zahle« hat. Daß diese Tattfpolitik der deutschen Landwirtschaft unter allen Umständen schädlich ist, gleichviel ob da« AuslandSgttrride schließlich innerhalb unserer Landesgrenzen in den Konsum übergeht oder nur Transitware ist, liegt auf der Hand.
Die Bruttoeinnahmen der Eisenbahnen werden entschieden wesentlich durch diese Vorzugstarife für da« vom Auslande kommende Getreide erhöht werden. Die Bahnen ziehen sich dadurch Frachtgut heran, welches sonst vielleicht ganz andere Beförderungswege aufsuchen würde. Ob aber bei diesen billigen Tarifen auch nur ein voller Ersatz der Transpottkosten für unsere Bahnen übrig br :';t, muß stark bezweifelt werden, wenn man nicht annehmen will, daß die so sehr viel höheren Frachtsätze für das inländische Getreide der Eisenbahn einen ganz ungebührlich hohen, geradezu als wucherisch zu bezeichnenden Betriebsgewinn einbringen.
Als wahrer Nutznießer dieser Frachttarifpolitik zu Gunsten deS ausländischen Getreides bleibt bei uns im Lande nur der Großhandel übrig; damit einigen Dutzend großer Handels- Herren, in den deutschen Seestädten besonder», Gelegenheit zu vermehttem Umsatz in und Ge- schäftSgewinn an ausländischem Gekeide geboten werden kann, muffen Hunderttausende von deutschen Landwirten den Schaden, welcher ihrer Getreideprodnftion aus den VorzugSfracht- tarifen für das vom Auslande herrinkommende Gewächs zugefügt wird, ruhig über fich ergehen lasse«.
Wesentlich verschärft werden die ungünstigen Wirkungen dieser Eisenbahn-Frachttarifpolitik auf die deutschen Getreideproduzenten noch dadurch, daß man in unserem Nachbarstaate Oesterreich-Ungarn derselben Tarifpolitik huldigt.
In der Wiener „Agrikultur Ztg.' wird darauf hingewiesen, daß die so enorm billigen Frachtsätze für den sogenannten „Durchzugsverkehr' de» russischen Getreide» es u. a. den Händlern leicht machten, die gesamte, in den böhmischen Grenzbezirken stehende Kavallerie mit russischem Hafer zu versorgen. Dieser Hafer würde z. B. von der russischen Grenze quer durch das ganze Land bi» nach den bayerischen
rein durch die warme Sommerlust. So silbern- klar wie ein rauschendes Bächlein, so ungekünstelt wie ein Lerchenlied. Und doch so schön! Es war eine weiche, fesselnde Stimme, die gar nicht daran dachte, daß sie bewundernde Lauscher haben könne, die nur ihr herzinniges Jubeln zum Ausdruck bringen wollte.
Und er hatten auch wirklich kaum viele der schlichten, wehmütig-freudigen Weise gelauscht. Still wars auf der an Wochentagen so belebten Straße vom Bahnhof zur Stadt, zu der die blauen Berge herübergrüßten; ein leises Lüftchen auS Ost fächelte Kühlung, denn heiß brannte die Sonne, und träge rann der erfrischende Quell aus dem Brunnenrohr an der Straßenkreuzung. Den Gesundbrunnen hatten sie das klare Gewässer schon vor Jahrhunderten getauft, und in der heiligen Osternacht war wohl schon manch treuherzig hoffendes Mägdlein hierher vor Sonnenaufgang geeilt, um in einem Strinkrug von dem rinnenden Wasser zu schöpfen, das im Strom der Zeit das glatte Gesicht vor gar zu jähem Wandel schützen sollte. Auch von bösen Wirkungen und schlimmem Ausgang solch gewaltsam errungener Schönheit und Lebenslust ward erzählt; es rinnt ja Wasser und Blut oft nicht weit auseinander. Und auch in den Gesundbrunnen sollten mehr
(Nachdruck verboten.)
Briefträgers Hannchen.
Von Georg Paulsen.
.Ach, wie ist's möglich dann.
Daß ich Dich lasten kann, Hab Dich von Herzen lieb, Das glaube mir!'
mit dem Kreisblatt für w Kreise Marburg und Kirchhain
Sonntagsbeilage: Jllnstrirtes Sonntagsblatt.
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