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Marburg

Dienstag. 3. März 1903.

Erscheint täglich außer tot Sonn- und Feiertag«. Sonnabends in Morgen« und Abend-Ausgabe.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universität- - Buchdruckerei Marburg, Marit 2L Telephon 55.

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Sonntagsbeilage: Jllnsteirtes Sonntagsblatt.

- --nmar-MM

Ntertelsi hrlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 ML, bei all« Po kämt er» 236 ML (excl. Bestellgeld).

^»sorttonsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Rau« 10 Pßp

Reclamen: die Zeile 25 Psg.

Eisenbahn-Angelegenheiten.

Bon Eisenbahn»Angelegenheiten ist in den Parlamenten in letzter Zeit wieder viel ge­sprochen worden. ES ist das ein Gebiet, auf dem die Wünsche nie abreißen, mitunter aller­dings auch Wünsche kommen, bei denen man unwillkürlich an die berühmten Worte eines kleinen deutschen Potentaten auS der Zeit der allerersten Eisenbahnbauten denken muß, die da lauten: »Eine Eisenbahn muß ich in meinem Lande haben, und wenn sie tausend Taler kostet!" Die Lust, sich bequemere und immer bequemere Bahnverbindungen zu wünschen, ist heute un­zweifelhaft groß, aber die hoffnungsfreudige Zuversicht, daß der Bau sich von selbst rentieren werde, steht nicht immer im Einvernehmen mit den Ergebniflen nüchterner Rechenexempel. Die Beamten- und Arbeiterfürsorge spielt heute in der Eisenbahnverwaltung eine große Rolle, »md die hierfür anzusetzenden Summen werden vom Publikum in den Berechnungen leicht außer Acht gelassen. Die notwendigsten Eisen­bahnverbindungen bestehen im ganzen Reiche unzweifelhaft längst, aber die Reihe der wünschens­werten Linien ist immer noch nicht erschöpft. Es ist dabei ein Verhängnis für ärmere Gegenden, die aus eigenen Mitteln keine großen Zuwendungen machen können, daß sie länger warten müffen, als andere. Wir haben so in Heffen und auch anderswo Bezirke, für deren rechte wirtschaftliche Erschließung eine Eisenbahn so notwendig wäre, wie das liebe Brot, aber -n* Geld ist eben für den Bau nicht ohne weiteres da. Dieser Punkt verdient schon im nationalen, im Reichsintereffe besondere Be­achtung. Denn es ist kein angenehmes Gefühl, anderswo den Verkehr in glänzendster Weise sich entwickeln zu sehen, während daheim alles in altem Trott weitergchen muß. Es ist un­möglich, hier alles Wünschwerte mit einem Male zu erledigen, wer lange gewartet, der wartet auch gern noch ein Weilchen, nur etwas HoffnungSfteudigkeit ist erwünscht. Die Zuver­sicht, daß es anders werden wird, läßt schon darüber hinwegsehen, daß gut' Ding auch gute Weile haben will und nicht von heute auf morgen erledigt ist.

Riesenhaft hat sich der deutsche Eisenbahn­verkehr entwickelt, die großen Bahnhossanlagen, die in den Verkehrs-Zentren geschaffen wurden, sind Koloffalbanten von einem ungeahnten Umfange. Die neuen Bahnhöfe in Frank­furt am Main, Köln, Dresden, ältere in München und in Berlin find Zeichen eines Wechsels in unseren gesamten Lebens- und RrbeitS-Verhältniffen, wie fie gewaltiger nicht ceoacht werden können. Der neu geplante Zentral-Bahnhof in Leipzig, der auf 120 Mill. Mark veranschlagt ist, soll alles bisherige wieder

«Nachdruck verboten.!

Schloß Schönfeld.

Roman von B. Lorouy.

(Schluß.)

Als Fräulein v. Sterneck gegangen war, schrieb Gertrud lange, verfiegelte den Brief und legte ihn auf Kurts Schreibtisch. Dann ver­ließ fie die Försterei.

Der Abend war gekommen, als Kurt erregt, bleich, außer fich bei Melanie erschien.

Was ist geschehen?" rief fie erschrocken.

Nichts weiter, als daß mich Gertrud ver­lassen hat."

Unmöglich!"

Lesen Sie selbst!"

Sie überflog die eng beschriebenen Blätter. O, welche Liebe, welcher Opfermut sprach auS jeder Zeile, aber auch welche Hoffnungslosigkeit. Die Tiefgekränkte gab den Gatten frei. Er sollte nicht mehr zwischen ihr und den Eltern schwanken.Unser armes, kleines Kind ist ge­storben, mein Jammer hat es getötet," schrieb die junge Frau.DaS geschah, weil wir unS wider das vierte Gebot versündigten. Ich gebe Dich den Deinigen zurück. Sei frei! Mich ruft die Pflicht an meines vereinsamten BaterS Seite. Du kannst mich entbehren er nicht. Dir würde mein Anblick immer in Erinnerung rufen, daß ich Dich mit Deinen Eltern ent­zweite der Vater wird eS mir danken, daß vH die Stütze seines Alters werden will. Mir warst Du alles, ich aber füllte Dein Leben nicht auS. Du sehntest Dich immer dorthin zurück, wo man Dich um meinetwillen hinweg- wies. Mein Scheiden öffnet Dir des Vater­hauses verfchloffene Türe."

übertreffen und eine unerreichte Musterleistung werden. Für den Verkehr giebt eS keinen Stillstand, und eS ist nur eine Notwendigkeit, daß die Bahnverwaltungen unbedingt mit der fortgesetzten Ausdehnung rechnen, und die Mittel für die Neu-Anlagen entsprechend bemeffen werden. Mit der Ausdehnung des Verkehrs find auch die Fahrpreise durch mancherlei zeit­gemäße Einrichtungen ermäßigt, und hierüber wird im großen Publikum auch kaum mehr geklagt, wenngleich ja lokale Wünsche immer ihre Geltung und Berechtigung behalten haben und behalten werden. Aber woraus es heute, bei dem wachsenden Verkehr mehr denn je ankommt, das ist die naturgemäße Vereinfach­ung. Preis und Strecken gleichbedeutend für die gewöhnlichen Züge, ohne Zwang oder Anlaß, eine RückfahÄarte lösen zu müffen, das ist das, wonach unsere Zeit im Interesse der Einfachheit strebt. Und daß der Preis dann ein angemeffener Normalpreis, der Eisenbahn- Verwaltung wie Publikum Rechnung trägt. Was dann noch an Eisenbahn-Abonnements, Lokal-, Sonntags- oder Sonderzügen zu leisten ist, das steht auf besonderem Brett, für den allgemeinen Verkehr handelt eS fich darum, für eine gewiffe Strecke ein einfaches Billet haben zu können, um nach Erlangung des Ziels die Rückreise oder Weiterreise nach freiem Ermeffen fortsetzen zu können. Das kann man schon heute, nur daß eS ganz anderes Geld kostet. Das Retour-Billet macht es billiger, aber es ist häufig einengend für den Weg.

Die Fürsorge für das Bahnpersonal ist auf allen deutschen Bahnstrecken in Anerkennung des verantwortungsvollen Dienstes im Steigen, darüber besteht bei den Verwaltungen dieselbe Anschauung, Diese Gemeinsamkeit fehlt bei Wagenklaffen und Tarifen, und es ist bedauerlich, daß noch immer nicht eine Uebereinstimmung hat herbeigeführt werden können. So groß bei dem verschiedenen Umfange der Verwaltungs­bezirke und den ungleichen Finanz-Verhältnissen die Schwierigkeiten erscheinen mögen, sie sollten nicht unüberwindbar sein. Ein einiges deutsches Reich ju schaffen, war ganz gewiß schwerer, als ein einiges deutsches Eisenbahneinvernehmen und e8 ist doch gelungen; das letztere kann also auch nicht unmöglich sein. Für den LuxuS und die Eleganz auf der Bahn konnte in den letzten Jahren viel verwirklicht werden, für die Verkehrs-Einfachheit aber doch nicht genug.

Umschau.

Neue Männer.

Der Königsberger Regierungspräsident von Waldow ist zum Oberpräfidenten von Posen ernannt worden. Er ist als tüchtiger Ber- waftungSbeamter bekannt, der einst durch die

Nichtbestätigung eines freisinnigen StadtratS und die Verwendung des freisinnigen Landtags­abgeordneten Dr. Krieger den Zorn der Liberalen erregte. Oberpräfidialrat v. Werder- Königsberg wird Regierungspräsident in Königs­berg werden, zum Regierungspräsidenten in Düsseldorf ist Regierungspräsident Schreiber- Minden ernannt, an deffen Stelle Regierungs­präsident Kruse-Bromberg kommt. Geh. Ober- Finanzrat v. Günther wird Regierungspräsident in Bromberg. Für das Regierungspräfidium in ArnSberg ist Oberpräfidialrat Frhr. CölS von der Brüggen-Koblenz in Aussicht genommen worden. Regierungspräsident Brandenstein- Hannover wird Regierungspräsident in Magde­burg und Regierungspräsident v. Philipsborn- Hildesheim wird Regierungspräsident in Han­nover, während Oberpräsidalrat Fromme-Kaffel Regierungspräsident in Hildesheim wird. Ferner wird Polizeipräsident Graf Schwerin auS Han­nover Regierungspräsident in Köslin. Sein Nachfolger in Hannover wird der bisherige charakterisierte Polizeipräsident Steinmeister- Kassel. Letzterer wird durch den Regierungsrat Grafen Berg in Hannover ersetzt. Ferner find versetzt worden Polizeipräfident Schrötter von Stettin nach Kiel und v. Puttkamer von Kiel nach Stettin.

Verlängerte Tagung des Reichstages.

Die Geschäftslage im Reichstage bot dem Seniorenkonvent am Sonnabend voriger Woche Anlaß zu einer neuen Besprechung. Man hielt noch immer an der Hoffnung fest, den Etat, wie bisher stets, rechtzeitig, d. h. etwa bis zum 28. März, fertigzustellen, doch wurde den Fraktionsführern wiederum dringend ans Herz gelegt, auf eine Beschränkung der Reden, zwar nicht der Zahl, aber doch der Länge nach, hin­zuwirken. Lebhaft geklagt wurde über die Art, wie heute vielfach Reden ohne genügende Vor­bereitung auf Grund einer großen Sammlung von Notizen, an der Hand von Broschüren usw. gehalten werden. Sodann verständigte man sich darüber, daß noch nach Ostern, etwa vom 21. April ab, der Reichstag auf kurze Zeit, man rechnet vorläufig auf rund acht Tage, zusammen­kommen soll, um das bis dabin von der Kom­mission jedenfalls erledigte Krankenkaffengesetz und das Phosphorgesetz zu verabschieden. Ge­stützt auf dieses Ergebnis des Meinungsaus­tausches glaubt der Präsident dahin wirken zu können, daß sich auch die Regierung mit einer Verlängerung der Tagung einverstanden erklärt.

Prinzessin Luise.

Hebet die Zukunft der Prinzessin Luise laufen die mannigfaltigsten Gerüchte um. Bald soll fie in Amerika, bald in England Aufent­

halt zu nehmen gedenken. Nach den neuesten Nachrichten hat die Prinzessin das Sanato­rium la Mätaire verlassen und auf Billa ToScana bei Lindau Aufenthalt genommen, wo ihre Mutter fie besucht hat. Zu dieser Nachgiebigkeit der Prinzessin sollen finanzielle Nöten die Ursache gewesen sein. Von Giron hat fie fich angeblich vollständig losgesagt, nach Lindau darf er ihr jedenfalls nicht folgen ohne gewärtig fein zu müssen, als lästiger Ausländer ausgewiesen zu werden. Für die Sicherung der Zukunft der Prinzesfin wird neben ihren Eltern auch der gütige Kaiser Franz Joseph sorgen, eine etwaige Heimkehr nach Dresden ist nach dem Vorgefallenen selbstverständlich auch in späterer Zeit unmöglich.

Die Balkanwirren.

Die unruhigen Elemente in Maccdonien, die heute noch lieber, als morgen mit bewaffneter Hand losschlügen, fordern als Vorbedingung für alle Reformen einen christlichen General- Gouverneur. DaS wäre selbstverständlich die Einleitung zu einer Loßreißung Makedoniens von der Türkei, und darum will der Sultan nichts davon wissen, und ebensowenig die Mehr­zahl der Mächte. Auf die Drohungen der Macedonier, selbständig und allein zum Frühjahr gegen die Türken loSzuschlagen, ist wohl nicht viel zu geben. So lange keine Großmacht ihren Schild über die makedonischen Insurgenten hält, werden die türkischen Regimenter bald mit ihnen fertig. Die Schwierigkeit liegt darin, daß die Türkei immer mit einer Intervention rechnen muß. Darum giebt fie nach, und in Folge dieses Nachgebens spannen die un­ruhigen Elemente ihre Ansprüche immer höher.

Deutsches Reich

Berlin, 2

Beide Majestäten, bei denen Abends bon,cc als an ihrem Hochzeitstage Tafel nnd Konzert statt­fand, fuhren Sonnabend früh bei dem Generatstabs- chef Grafen Schlieffen vor, um ihm ihre Glückwünsche zu seinem 70. Geburtstage auszusprechen. Hu rauf ging der Kaiser im Tiergarten spazieren, hatte eine Besprechung mit dem Reichskanzler und hörte im Schloß Marinevorträge. Abends nahm er an einer Feier im Kreiie der Offiziere der Gardes du Corps teil.

Die Reichseinnahme an Zöllen- und Ver­brauchssteuern betrug in der Zeit vom 1. April 1902 bis zum 31. Januar d. I. 672,2 Mill. Mk. oder 3,8 Mill, weniger Aus der Zuckersteuer flössen 9 Mill, weniger, aus der Branntweinsteuer 4,7 Mill. mehr. Von anderen Einnahmen seien die der Reichs-Post» und Telegraphenverwaltung mit 18,7 Mill Mk. mehr erwähnt.

Dem Bunde der Kaufleute, von deffen Gründung wir neulich meldeten, hat der Kaiser telegraphisch die besten Wünsche für eine segensreiche Tätigkeit zur Wahrung der berechtigten Interessen des deutsch« Kaufmannsstandes übermitteln lasten. An dem Tele-

Ja was nun?" fragte die alte Dame.

Ich hole fie zurück. Sie ist mein und muß es bleiben. Der Herzog überreichte mir selbst meine Ernennung zum Oberförster in Schr . .. Gertrud folgt mir so wahr ein Gott im Himmel ist!"

»Der wahren Liebe ist überzeugende Beredt- samkeit verliehen. Diesen Brief lassen Sie mir."

Weshalb?"

Keine Fragen! Er bleibt Ihnen ja sorg­fältig aufbewahrt."

Kommen Sie mit?'

Nein, jetzt nicht. Sie müffen Ihre Sache allein führen."

Das will ich!"

Raschen Schritte« schlug er die Richtung nach dem Lindenhof ein.

UnterbeS weilte Gertrud bei dem Vater, aber er dankte ihr den schweren Entschluß nicht, wie fie gehofft hatte.

Ich verzeihe Dir, daß Du mich für einen Schurken hieltest," erwiderte et auf ihr leiden­schaftliches Bitten.Du kanntest mich ja eben­sowenig, wie den erften besten Landstreicher. Aber mit mir gehen? Unsinn! Du bist doch verheiratet."

Gegen den Willen seiner Eltern."

Doch nicht gegen seinen eigenen. Ist et ein alberner Junge oder ein Mann, bet weiß, was er will? Hat et Dich etwa gar fort­geschickt?"

O nein! Sein Wunsch ist, daß ich ihm in ein neues Heim folge."

Also?'

Aber Rektor OlschmannS Segen wird uns auch dort fehlen, und ich weiß, wie sehr Kurt unter diesem Zerwürfnis leidet."

Niemand hat ihn zu bet Wahl gezwungen.

Nur ein erbärmlicher Schwächling bläst zum Rückzug."

Du verstehst mich nicht. Ich will Kurt freigeben, nicht weil er es verlangt, aber weil ich selbst nicht länger trennend zwischen Vater und Sohn stehen mag. Als mir Gott das Kind nahm, sah ich meinen Weg deutlich vor mir. Kurt soll sich mit seinen Eltern versöhnen und ich will Dir jetzt werden, waS Du so lang ver­missen mußtest: eine treue, liebende Tochter."

Springer schüttelte den Kopf.Das ist ja verkehrt. Was soll ich mit Dir anfangen? Ich habe Dich gern, wünsche Dein Glück, aber wir find einander fremd geworden und passen nicht mehr zusammen. WaS willst Du bei mir, der an seine Einsamkeit längst gewöhnt ist?"

So wäre ich keine Notwendigkeit für Dich?"

Nein! Diele Jahre liegen zwischen einst und jetzt. Ich bin ein schlichtet Handwerker geblieben, und Dich hat man für andere Ver­hältnisse erzogen. Wir könnten unS nicht mehr verstehen. Jetzt, nach so langer Zeit, kann'S nicht wieder zwischen uns werden, wie's unter andern Umständen geblieben märe."

So bin ich überall überflüssig," sagte Gertrud bitter.

Nein, denn ich bedarf Deiner und zu mit gehörst Du für Zeit und Ewigkeit!" rief Kurt, der durch die halbgeöffnete Türe eingetreten war und die letzten Worte vernommen hatte.

Zu Dir?" stammelte sie.UnS trennt Deines Vaters Weigerung, mich Tochter zu neunen."

Uns trennt nichts, denn ich weiß nun, daß ich Dich nun unb nimmermehr lassen kann, > Du mein Glück, mein Lebenszweck und meine Zukunft bist. Der Herzog hat mich zum Oberförster in Echt . . . ernannt. Was unS

quälte, kränkle unb unfern Frieden trübte, bleibt hier zurück."

Aber Rektor OlfchmannL 2 ejen geleitet unS nicht in das neue Heim."

So müffen wir ihn entbehren. Wagst Du eS daraufhin nicht, mir zu folgen?"

Kurt, ist es denn möglich, daß Tu mich doch daß Du mich so unendlich liebst?"

lieber alles aus der Welt, mein süßes, teures Weib!"

Lebe wohl, Vater!" sagte Gertrud, Springe, die Hand reichend.Jetzt ist es entschieden, jetzt bleibe ich an feiner Seite."

Selig unb boch von leiser Wehmut burch- bebt, schritt fie neben dem Satten dahin, demütig an ihn geschmiegt.Wie habe ich Dich verkannt, Kurt!"

Nicht so sehr, wie ich Dich."

Jetzt schäme ich mich meines Stolzes und Trotzes. Sie sind gestorben in dieser Stunde. Ich will inS Rektorat gehen und Deinen Vater, der ja die Schuldlosigkeit des meinigen an den Tag brachte, recht innig bitten, mir zu verzeihen."

Nein, das leide ich nicht!" erklätte der Förster kurz.Sprich nicht mehr davon."

Es war spät geworden. Von Monden- schimmer verklätt lag die Försterei da.

O sieh', Tante Melanie hat auf unS ge- toortet!" rief die junge Fra«.

Fräulein v. Sterneck begrüßte die beiden, aus der Schwelle stehend, mit den Worten:

Hand in Hand? So habe ich e» gehofft und erfleht. Kommt, Ihr sollt eine freudige Ueberraschung vorfinden."

Das blaffe Gesicht der alten Dame leuchtete vor Freude, als sie voranging und die Tür« des Wohnzimmers öffnete.