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mit dem Kreisblatt für -re Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jlluftrirtes Sonntagsblatt.

Jt» 59

Stertelj^hrlicher Bezugspreis: bei der E^cpeditio» 2 ML, bei allen Postämtern 2,25 ML (excl. Bestellgeld).

^»sertiouSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Somtaben», 28. Februar 1903.

Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertage». Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniverfitätS-Buchdruckerei Marburg, Markt 2L Telephon 55.

38. Jahrg.

Mittag-Ausgave.

Verschleppung der Eisenbahnbauten.

Der in Berlin erscheinenden Fachzeitung .Industrie" entnehmen wir folgenden Artikel: AuS dem amtlichen Baubericht der Eisenbahn- verwaltung, welcher jährlich an den preußischen Landtag erstattet wird, ist festzustellen, daß selbst von den Nachbaulinien, beten Bau vor 10 Jahren und mehr bewilligt wurde, noch heute ein Teil nicht völlig abgeschlossen ist. In den Jahren 1886 bis 1892 find der Staats­bahnverwaltung insgesamt rund 771 Mill. Mk. Vaukredite bewilligt worden. Von ihnen find rund IO1/* Mill. Mk. als erspart gelöscht und heute, nach zehn Jahren, über 27 V» Mill. Mk. noch nicht ausgegeben worden. So find die Nestarbeiten für die durch Gesetz vom 19. April 1886 bewilligten Bahnbauten von Altdamw und Gollnow nach Cammin und Wollin, von Schönebeck nach Blumenberg, von Oebisfelde nach Salzwedel erst bis Ende September 1902, also nach 16 Jahren beendet worden! Ebenso unerfreulich sieht es mit dem Beginn der Bau­arbeiten bei den in den Jahren 1897 bis 1900 bewilligten Bahnstrecken aus. Durch Gesetz vom 8. Juni 1897 find 62183000 Mk., durch Gesetz vom 20. Mai 1898 76 361000 Mk. und durch Gesetz vom 25. Mai 1900 96998000 Mark für Eisenbahnneubauten bewilligt worben. Van diesen Mitteln waren bis Ende September 1902 aus dem ersten Gesetz 34%, aus dem zweiten 70 % und endlich aus dem dritten (also nach fast 3 Jahren) sogar 90 % überhaupt noch nicht ausgegeben. Don den durch Gesetz vom 25. Mai 1900 bewilligten Nebenbahnen waren nach 2% Jahren die ausführlichen Vorarbeiten noch im Gange für die Strecken von Johannisberg nach Lötzen (Gesamtkostenanschlag 4 651 000 Mk.), van Karthaus nach Lauenburg (4 710000 Mk.), von Glowno-Posen »ach Jannowitz (4 648000 Mk.), von Querftrrt nach Ditzenburg (1130 000 Mk.), von Münder am Deister nach Bad Nenn­dorf (2190000 Mk.), non Schwarmstedt nach Wahnebergen-Verden (3 226000 Mk.) und end­lich von Kiel nach Oster-RendSburg (2490 000 V-f). Auf allen diesen Linien hatten die amt­lichen Vorbereitungen während 21/, Jahren noch nicht den ersten Spatenstich ermöglicht. Noch schlimmer sieht es mit den in demselben Gesetze bewilligten Linien von Treffert nach Hörschel- Eisenach (3175 000 Mk.), von Vilbel nach Höchst a. Nidder (2 829 000 Mk.) und Finnentrop nach Meschede und Fredeburg (7 508 000 Mk.) au8. Für diese drei Linien waren nach 2% Jahren noch nicht einmal die gesetzlichen Vorbedingungen erfüllt, also die von den Beteiligten zu leistenden Zu­schüsse bezahlt worden. Diese Daten illustrieren, wie wenig es gefruchtet hat, daß im Interesse der beschäftigungslosen Industrie verschiedene

Eiufegmrngszeit und Mode.

Bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der bchnittzmrster-Abteilung der.Deutschen Moden-Ztg.',

Leipzig, Markgrafenstr. 4.

Preis der reichillustrierten Konfirmandi«nen-Nr. 25 Pf.

Scheint es auch auf den ersten Blick, als habe eine kirchliche Handlung wie die der Ein­segnung nichts mit der Mode zu tun, so zeigt fichS doch bei näherer Betrachtung, daß bei der Einsegnung, die den Schritt aus der Kindheit in die Jugend, ja sehr oft den Schritt au8 dem Elternhause in das Leben bedeutet, auch die Aeußerlichkeiten nicht berücksichtigt bleiben dürfen.

Je früher man aber die Aeußer­lichkeiten be­herrscht , um so weniger ver­mögen sie es, unS in ernsten Augen­blicken abzulenken von dem Hohen, Wichtigsten des Lebens. Daher wagen wireS auch, die weihevolle Zeit der Einsegnung in Verbindung zu bringen mit Kleider- und Modefragen.

Wo ein Kind de» HanseS eingefegnet werden «ll, gibt er für die Mutter Arbeit in Hülle und

Ministerialerlasse die bauführenden Eisenbahn­direktionen zur Beschleunigung der Vergebung der Arbeiten antrieben, wobei ihnen sicher an­heimgestellt wurde, event. über den Etat hinauS- gehende Mittel in Anspruch zu nehmen.

Auf einen besonder« bemerkenswerten Um­stand, der die Verschleppung der Eisenbahn­arbeiten mit verschuldet, wird neuerdings in einer Zuschrift an dieK. Z." aufmerksam ge­macht. Dort heißt es:

.die Langsamkeit der Eisenbahnbauten, vor allem der Projektarbetten, sind seit langem ein AergerniS in allen Fachkreisen. Der Staat könnte jetzt, wo die Werke und Fabriken nicht vollauf beschäftigt find, wo die Eisenpreise verhältnismäßig niedrig find und auch daS technische Personal leicht unk billig zu haben ist, so vorteilhaft und so billig bauen, tote seit langen Jahren nicht. Nicht nur der Industrie allein, sondern dem ganzen Lande würde damit ein großer Dienst erwiesen; Millionen könnten jetzt gespart werden, wenn jetzt ausreichende zeichnerische und technische Kräfte eingestellt würden, um die Vorarbeiten mit allen Kräften zu fördern, die Lieferungen auszuschreiben und mit den Bauten zu beginnen. Aber gerade an der Einstellung aus­reichender technischer Kräfte fehlt es. Wir find überzeugt, daß, wenn die Staatsverwaltung dem Abgeordnetenhause mitteilen würde, welche Forder­ungen die einzelnen Eisenbabndirettiouen zur Ver­mehrung der technischen Kräfte für die diesjährige Etatsaufstellunz angemeldet und tote wenige davon Berücksichtigung gefunden haben, man schnell er­kennen würde, wo der eigentliche Fehler liegt. Gerade weil die Eisenbahudirektionen vielfach Mangel an ausreichenden technischen Kräften haben, deren genug vorhanden find und nach Beschäftigung suchen, üben die so dankenswerten Erlasse der Zentralverwaltung über die Förderung der Bau­tätigkeit nicht die volle gehoffte Wirkung aus. Sie bleiben vielfach nur auf dem Papier stehen.'

Jedenfalls sollte man sich im Abgeordnetenhause einmal näher nach diesen Dingen erkundigen.

Umschau.

Die KrankenversicherungSnovelle.

Ob dieselbe von dem gegenwärtigen Reichstag noch erledigt wird, ist umso fraglicher, als die Etatsberatungen noch weit int Rückstände find und es, da die Neuwahlen früh vorgenommen werden sollen, wahrscheinlich ist, daß der Schluß der Session nicht zu spät erfolgen wird. Die Novelle selbst entspricht im großen ganzen den Ankündigungen, die ihrer Einbringting vorhergingen. Sie will im wesentlichen einmal die Lücke ausfüllen, welche noch zwischen der Kranken- und In­validenversicherung besteht, sodann die Wöchner- innen-Unterstützung auSdehnen und schließlich die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten be­kämpfen. ES ist fraglos, daß überall, auch da, wo durch diese Neuerungen wiederum Kosten ohne jede Aequivalente entstehen, den Zielen, die hiermit verfolgt werden, zugestimmt wird. Ausfallen muß nur, daß, während schon vor Jahren die eingehendsten Erhebungen über die verschiedensten anderen Umgestaltungen der Krankenversicherung, namentlich ihre Organi­sation, veranstaltet wurden, von solchen Aender-

Fülle: glückliche Arbeit, denn voll wird ihr Herz sein von Freude und Dankbarkeit, daß sie jetzt nahe daran ist, eines ihrer Kinder in den Kreis der Erwachsenen einzuführen.

Die ihr obliegende Arbeit bedarf längerer Zeit der Vorbereitung, erstreckt sie sich doch meistenteils nicht nur auf gründliche Instand­setzung und Erneuerung der Kleidung des ein­zusegnenden KindeS, sondern beanspruchen doch auch die Geschwister ein festlich Gewand zu dem Feiertage, und will sie selbst nicht minder ,durch würdiges Aussehen das Fest ehren. Denn an diesem Tage find die Augen der Freunde und Verwandten auf die Ihren gerichtet; da kommen alle, ihrerseits mit guten Anzügen, neuen Frühlings-Besuchstoiletten angetan, um Glück zu wünschen, und auch fie beweisen durch ihre äußere Erscheinung, daß fie den Eltern des Einsegnungskindes Ehre erweisen wollen.

Es hat sich der Brauch herausgebildet, daß die Mädchen evangelischen Bekenntnisses in schwarzen Kleidern, man macht solche natürlich in Uebereinstimmung der Mode, zur Einsegnung gehen; ein weißes Streifchen am Halse, das Taschentuch, in einigen Orten ein Blumenstrauß geben einige lichte Punkte in daS ernste Bild, denen sich ost noch der diskrete Glanz eines GoldkreuzchenS oder einer feinen Brosche die Gabe lieber Verwandten gesellt. DaS Haar bleibt unbedeckt, wer Zöpfe trägt, bindet ein schwarzes Band hinein. DaS Kleid hat einen die Erde berührenden Rock, eS ist meist das erste lange Kleid. M die Mtteruua küll.

ungen in der neuesten Novelle nichts, aber auch gar nichts enthalten ist. Die Begründung zur letzteren erwähnt diese Tatsache nur flüchtig, indem sie betont, daß »manche in bezug auf die Reform der Krankenversicherung geäußerten Wünschen noch nicht alS reif, weder zur Erfüllung noch zur Ablehnung, bezeichnet werden können." Man hätte in den Kreisen der Arbeitgeber es sicher­lich lieber gesehen, wenn die Novelle zur Krankenversicherung den Umfang erhalten hätte, den man früher für fie in Aussicht genommen hatte. Vielleicht erhält fie in der zwischen der jetzigen und der nächsten Reichstagstagung ge­legenen Zeit, vorausgesetzt, daß fie jetzt noch nicht erledigt wird, einige Ergänzungen. Die gesamte durch die Novelle, wie fie jetzt vorliegt, in Aussicht genommene Kostenerhöhung für die Krankenkassen wird sich auf rund 12 Millionen Mark belaufen. Davon würden, da die Arbeit­geber ein Drittel der Kosten im allgemeinen decken, rund 4 Millionen Mark wieder auf die Arbeitgeber entfallen. Bei der großen Summe, welche den Arbeitgebern auk der Arbeiterver- ficherung zur Zahlung erwächst und die sich jetzt jährlich bei der Unfallversicherung auf rund 160 Millionen Mk., bei der Jnvaliditätsver- ficherung auf mindestens 64 Millionen Mk., bei der Krankenversicherung auf mindestens 40 Mill. Mark, zusammen auf mindestens 264 Millionen Mark beläuft, will eine Erhöhung von 4 Mill. Mark nicht viel besagen und ihre Hergabe ist auch im Hinblick auf die mit ihrer Aufwendug verfolgte Ziele zu billigen. Zu beklagen aber bleibt dieweitgehende Selbstverwaltung" der Kaffen, die von der Sozialdemokratie mit dem ihr eigenen Terrorismus zu ihren Zwecken aus­gebeutet wird.

Deutschlands Außenhandel im Januar 1903.

Nach dem vom Kaiserlichen Statistischen Amt herausgegebenen Januarheft der monat­lichen Nachweise über den auswärtigen Handel betrug im Januar 1903:

1. Die Einfuhr in Tonnen zu 1000 kg: 3203699 gegen 2966956 und 3048436 in den beiden Vorjahren, daher mehr 236 743 und 155 263. Edelmetalleinfuhr: 91 gegen 97 und 80. Von 43 Zolltarifnummern zeigen 26 eine verstärkte, die übrigen eine zum Teil sehr wenig verminderte Zufuhr. Erden, Erze (4- 99066), Getreide (4- 85 664), Kohle« (4- 65 841), Ab­fälle (+ 22318) brachten wesentlich höhere, Holz ( 56124), Steine (9718), Drogerie-, Apotheker- und Farbewaren ( 8187) wesent­lich geringere Mengen.

2. Die Ausfuhr in Tonnen zu 1000 kg: 3149 758 gegen 2474258 und 2414739 in den beiden Vorjahren, daher mehr 675500 und 735019. Edelmetallausfuhr: 39 gegen 27 und 45. Es lassen 30 Zolltarifnummern eine Zu­nahme der Ausfuhr erkennen. Hierunter ragen hervor: Kohlen (+ 529936), Erden, Erze

die Kirche nicht geheizt, so trägt die Kon­firmandin eine schwarze Jacke, die man modern, aber nicht auffällig wählt und so, daß da» junge Mädchen später noch Nutzen davon hat.

Die jungen Mädchen katholischen Glauben» tragen sich meist in Weiß. Die zur Einsegnung schreitenden jungen L:ute habe« einfache schwarze oder doch dunkele Jackenanzüge, saubere Wäsche und einen schwarzen Filzhut, der frühere übliche Zylinder, in diesem Falle eine wahre Angströhre, ist glücklich überwunden.

WaS nun die Wahl der Stoffe anbelangt, so nimmt man für die schwarzen Konfirmanden­anzüge glatte oder in sich gemusterte Stoffe, neuerdings werden aber auch solche mit Musterchen in dem glänzenden Charakter der Mohairstoffe und diese selbst gern verarbeitet. Und wir stimmen diesen weniger stumpf und traurig ausfehenden Stoffen auch gern bei, in Berücksichtigung darauf, daß ein schwarzes Kleid lange getragen werden und nicht immer nur ernsten Zwecken dienen soll. An glatten Stoffen find Kreppcheviot, Cheviot, Kaschmir und Kammgarn die gängigsten.

Unter den gemusterten Stoffen werden be­sonders empfohlen Suleika, ein glattes Gewebe mit glänzenden krausen Streifen durchzogen, Seraphine, Heroica und Thekla mit erhaben aufliegenden Blumen» und Rankenmustern über­streut, Dido mit zierlichem regelmäßigem Muster, Valdivia mit Ripsgrund und stabähn­lichen kleinen Mustern besät, und Mercedes mit Keinen Blattmustern.

(+ 122619), Eisen (4- 20270). Unter den Nummern mit einer Abnahme der Ausfuhr find nur Materialwaren mit einem Ausfall von 17 869 Tonnen von besonderer Bedeutung. Größer als dieser Ausfall ist die Abnahme btt Rohzuckerausfuhr mit 38361 Tonnen weniger. Großbritannien und die Vereinigten Staat»» von Amerika teilen fich in diesen Ausfall.

Deutsche Heringsfischerei.

Daß die deutsche Heringsfischerei fich in einer erfreulichen Entwickelung befindet, geht auS einer statistischen Erhebung über di« HeringSfänge der größten 7 deutschen Fischerei» gesellschaften hervor. Danach betrug der Total- fang dieser Gesellschaften im Jahre 1899: 72 £15 KantjeS (17 KantjeS 14 Tonnen), die mit 101 Loggern und 9 Dampfern aufge­bracht waren, im Jahre 1900: 120 876 % KantjeS mit 119 Loggern und 8 Dampfern, im Jahre 1901: 167 627 KantjeS mit 114 Loggern, 9 Dampfern, 1 Dampflogger und 1902: 207 059 KantjeS mit 118 Loggern, 10 Dampfern, 1 Dampflogger und 1 Motorlogger.

Verhütung leichtfertiger Aus­wanderungen.

Die deutsche Kolonialgesellschast hat im ver­gangenen Jahre eine Zentral-Auskunftsstelle für Auswanderer inS Leben gerufen. Zur Förderung der sehr wichtigen Aufgabe, unbesonnene Aus­wanderung zu verhüten, ist für diese Auskunfts­stelle ein Reichszuschuß von 30 000 Mark für das Jahr gewährt worden. Als Gegenleistung hat die Kolonialgesellschast die Verpflichtung übernommen, alljährlich einen Bericht über bie Tätigkeit der Auskunftsstelle zu erstatten. Der erste Bericht, der sich naturgemäß nur auf ein halbes Jahr erstrecken kann, liegt vor, und e» ist daraus zu ersehen, daß die neue Einrichtung fich bereits in der kurzen Zeit ihres Bestehen» als segensreich erwiesen hat. Schon jetzt ist eine große Zahl von Deutschen verhindert worden, in leichtfertiger Weise dem Vaterland« den Rücken zu kehren; denn nicht weniger als drei Viertel der Auskunftsucher waren mit Mitteln ungenügend versehen und sind von der Zentralstelle über das Bedenkliche einer Aus­wanderung mit ungenügenden Geldmitteln-be- lehrt worden. Im Bericht wird über die gün­stigen Wirkungen solcher Belehrung geschrieben:

Bei zahlreichen Auswanderungslustigen herrscht die Ansicht vor, daß es irgend in der Welt ein Land gebe, in dem man mit leichter Mühe zum Wohlstand gelangen könne, und daß eS nur darauf ankomme, dieses Land z« ermitteln. Sobald sie glaubwürdig erfahren, daß sie überall in der Fremde fich noch mehr als in Deutschland ab quälen müssen, daß sie im besten Falle nur langsam daS ersehnte Ziel wirtschaftlicher Selbständigkeit zu erreichen ver­mögen und inzwischen allen liebgewordene« Gewohnheiten und allen bescheidenen Genüffen

Wer ein Sammetkleid arbeiten will, dem sei Kronensammet bestens empfohlen. Nimmt man Sammet zu Besatzzwecken, so tut man gut, Seidensammet zu verwenden. Als Garnitur wird gern Seide genommen, und zwar find Taffet, Merveilleux und Armure die am meisten bevorzugten.

An weißen Stoffen für Kommunikantinnen werden vorwiegend glatte, wie Kaschmir, Serge, fei.sädiger Cheviot, Covercoat, Krepp und Wollbatist verarbei­tet, greift man zu gemusterten Sachen, so wählt man Stoffe mit kleinen unschein­baren Müsterchen in Wolle, solche mit Seideneffekten läßt man für ein Ein- segnungSkleid unbe­rücksichtigt.

Die Eltern der Ein­zusegnenden, welch« nebst den größere« Geschwistern mit zur Kirche gehen, kleide« sich gleichfalls

schwarz, die Kinderchen festlich aber doch ruhig, wie der Ernst des Tages eS gebietet; meist nehmen die erwachsenen Familienmitglieder am heiligen Abendmahl teil.

Wi S SP