deutschen Reiche nur noch in Apotheken ver- thuft werden. Zuwiderhandlungen werden mit Geldstrafen bis zu 1500 Mk. gesühnt.
* Postverkehr. Nachdem die Blockade gegen Venezuela eingestellt worden ist und damit das mobile Verhältnis der beteiligten Streitkräfte aufgehört hat, können Postsendungen an und von Personen der Besatzungen E. M. Schiffe in den westindischen Gewässern nicht mehr als Gegenstände der Feldpost zur Beförderung gelangen; eS kommt daher die nach der Bekanntmachung vom 11. Januar zugestandene Portofreiheit und Portoermäßigung in Wegfall. Für den Postverkehr mit diesen Schiffsbesatzungen gelten von jetzt ab wieder die im Verkehre mit den deutschen Kriegsschiffen im Ausland allgemein' bestehenden Portosätze.
8 Sem Wetter. Sestern nachmittag ging über unsere Gemarkung ein Hagelwetter mit gewitterartigen Erscheinungen nieder. Aus nordöstlicher Richtung vernahm man fernen Donnerrollen.
$ Strafkammer. Sm Taglöhaer aus Schröck hatte sich am S. Oktober d. I. in angetrunkenem Zu- stand« in einer Wirthschaft in Weidrnhausen Aeuße- rangen zu Schulden kommen laste«, die geeignet waren, den Lehrer von Schröck tn hohem Grade verächtlich zu machen, gleichzeitig hatte er sich auch zu Drohungen ylnreitzen lasten. Der Betteffende war durch Verhält» niste zurückqekommeu und hat deshalb fein Besitztum dem Darlehnskastenverein in Schröck, bei dem der Lehrer ein Barstandsamt bekleidet, überschrieben. Sein« Ansicht nach »ar ihm nun von de« Verein Unrecht wiederfahren, trotzdem gerade das Gegenteil der Fall gewesen sei« soll. An dem betteffenden Abend machte er seinem Aerger Lust und benahm sich so, daß zunächst das Schöffengericht gegen ihn vorging und ihn zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt« Zn der heutigen Berufungsinstanz machte der Angeklagte geltend, daß er nicht denLehrer sondern ein Mann inMar» dors gemeint habe. Seine Berufung wurde verworfen. — Am 15. November v. I brannte bei Allendors plötzlich «in ans dem Felde stehender großer Etrohhausen voll» ständig nieder. Es entstand dem Besitzer, dem Landwirt Lauer ht Allendorf, dadurch ein Schaden von über 200 Mk. Der Verdacht, das Stroh in Brand gesetzt zu haben, lenkte sich auf Schulknaben. Heute hatte sich deshalb ein 12 jähriger Junge wegen der Sache zu verantworten. 6r wurde beschuldigt, einen andern Jungen veranlaßt zu haben, das Sttoh anzuzünden. DaS Gericht kam nach eingehender Unter- suchung zu einem freisprechenden Erkenntnis. — Der Landwirt Konrad Oskar Rohde aus Wernswig, ein 22 jähriger Mann, hat sich wegen dreierlei Vergehen » zu verantworten. Ihm wurde zur Last gelegt, während der Schanzest einen Hasen erlegt zu haben, dann beschuldigt man ihn noch der Entwendung eines Hammers und eines Quantums Heu. Das Gericht verurteilte ihn zu 5 Wochen Gefängnis
S Schöffengericht. Gelegentlich des Lickitmeß- warttes hetzte auf der Ketzerbach ein Student seinen Hund auf eine Anzahl Kinder, die das Tier verfolgten, weil es ein buntes Kopftuch trug. EinPolizei- veamter hatte den Vorfall bemerkt und Anzeige erstattet. Die Folge war ein Sttafmandat in Höhe von 1 Mk., die der Hundebesitzer jedoch nicht bezahlen wollte, sondern gerichtliche Entscheidung beantragte. Das Gericht hob den Strafbefehl nicht auf. — Zwei junge Mädchen gerieten kürzlich in Streit, das kommt oft vor, daß aber eine Prügelei entsteht, ist doch seltener. Bei dieser in Frage kommenden Begebenheit, hatte eine Jungfrau der andern einen Blecheimer um die Ohren geschlagen, sodaß eine bedeutende Wunde entstanden war. Mit Rücksicht darauf, daß die Beiden mittlerweile wieder Friede« geschloffen haben, wnrde die Täterin nur zu 12 Mk. Geldstrafe verurteilt.
T Cappel, 24. Febr. Im Kreise ihrer zahlreichen Familienmitglieder und Anverwandten feierten heute die Eheleute Philipp Rauch das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Daß das greise Jubelpaar sich in allen Kreisen der Einwohnerschaft, sowie außerhalb, eines guten Ansehens erfreut, bewiesen die zahlreichen Gratulationen, die ihnen von nah und fern zu teil wurden. Um ViH Uhr erschienen die Herren Pfarrer Werner und Kantor Becker bei den alten Leuten, wobei ersterer mit herzlichen Worten ihnen die vom Kaiser gnädigst verliehene silberne Ehejubiläums • Medaille überreichte. Herr Kantor Becker überbrachte die Glückwünsche der Gemeinde Cappel und verband damit eine kleine Ansprache, in der er auf das große Glück hinwies, daß ihnen dadurch zu teil geworden sei, daß sie Vi 50. Wiederkehr ihrer Hochzeitstages feiern konnten. Alsdann überreichte im Namen des Kriegervereins, dessen ältestes Mitglied Herr Rauch ist, Herr Schneidermeister Joh. Becker einen schönen Sessel. Mit Tränen der Freude und der Rührung in den Augen brachten die alten Leute ihren Dank zum Ausdruck. Heute abend wird der Kriegerverein den Jubilar noch zu einem kleinen Fest, das ihm zu Ehren veranstaltet wird, einladen. Wir wünschen den in Ehren alt gewordenen Leuten, die stets im harten Kampf des Lebens standen und an Gütern nie Ueberfluß hatten, einen heiteren Lebensabend.
+ Heskem, 26. Febr. Heute weilte die Kommission zur Erwerbung des zum Bahnbau Marburg—Dreihausen nötigen Geländes zum zweitenmal in der Schneidetischen Gastwirtschaft in unserem Ort. Einige Grundbesitzer gaben ihr in Betracht kommendes Gelände zum Preis von 69—70 Pfg. pro qm ab, andere dagegen h’-'ren damit nicht einverstanden.
s- Kirchhat«, 26. Febr. Im Monat Juni findet üur ein größeres Radfahrerfest statt. Es hat der Radfahrerverein .Blitz' die Vorbereitungen zmn Feste berettS begonnen.
r. Burghslz, 23. Febr. In den Staatswaldungen der hiesigen Gemarkung haben im Laufe dieser Woche umfangreiche Bermeffunge« stattgefunden. Es handelte sich um Abmeffung und Versteinung der Fläche, die von der Forstbehörde an die Stadt Kirchhain abgetreten wttd.
„ I Allendorf (M-W^B.), 26. Febr. Voraussicht- »ich wird im Laufe diese» Jahres ein Postgebäude errichtet. Lin Privatmann erbaut dasselbe und stellt dasselbe der Postbehörde gegen entsprechende Miete |nr Verfügung.
□ Schweins berg, 26. Febr. Eine gefährliche veschäftigung war für «tue 83jährige hiesige Frau daS Fastnachtstteppelbackeu. Das Cd sing plötzlich Rener und fing lichterloh« brennen an. In ihrem Wchreck griff sie mit iHv« Kleidern nach de» brennenden
Gefäße, um den Brand zu ersticken. Hierbei gerieten jedoch ihre Kleider in Brand, und nur mit Mühe konnte dieser gelöscht werden. Außer erheblichen Brandwunden an den Händen und dem Schrecken hat sie jedoch weiteren Schade« glücklicherweise nicht genommen.
Hessen-Nassau und Nachbargebiete
Hofgeismar, 25. Febr. In Gottsbüren find gestern morgen drei Wohnhäuser nieder- gebrannt. Vier Familien find dadurch obdachlos geworden.
Aas der Rlsö«, 24. Febr. In Wülfershausen stürzte beim Bierbrauen der verheiratete Brauer Anton Helmuth in den Braukessel und verbrüht« sich deratt, daß er nach einigen Stunden seinen Verletzungen erlag.
tzaaa«, 26. Febr. Nach der letzten Personenstandsaufnahme hat die Einwohnerzahl Hanau'S die Zahl von 30 000 überschritten. Dieselbe beträgt nach der erwähnten Aufnahme 30 792.
Wiesbaden, 26. Febr. Der Verein hirschgerechter Taunusjäger hat dieser Tage, wie der .ZaunuSbote" meldet, zwei auS Ungarn bezogene Hirsche auSgesetzt, um einen Blutwechsel ä, die Tannushirsche zu bringen. Dem Einen wurde im Eschhorner, dem Anderen im Schwal- bacher Wald die Freiheit gegeben.
Alsfeld, 25. Febr. Nach der hiefigen ,Obh. Ztg.' brach in Udenhausen gestern Feuer aus. Drei Hofreiten brannten. Die Entstehung deS Feuers ist noch unaufgeklärt.
Siege», 26. Febr. Gestern vormittag erlitten drei Arbeiter auf der Paulinenhütte nicht unerhebliche Brandwunden. Der Unfall entstand durch einen plötzlichen und unvorhergesehenen Durchbruch des Eisens aus dem Hochofen. Der am schwersten Verletzte, ein schon älterer Mann, dem beide Füße bis zu den Knöcheln verbrannt waren, mußte ins Krankenhaus gebracht. — Heute früh erschoß sich aus unbekannten Gründen ein an der Weidenauer Sparkasse angestellter junger Mann namens Sauer.
Vermischtes
Erfroren. Der seit einigen Tagen verschwundene Regierungssekretär aus Posen, Karnetzkh, ist in der Nähe von Krummhübel (Schlesien) erfroren ausgefunden worden.
Ein amerikanisches Syndikat kaufte den Vulkan Popocaiepetl zur Ausbeutung der Schwefellager.
San wildester Rauberromnntik mitten in Paris schreibt man feer „Voss. Ztg.": Diebe stahlen neulich Wertpapiere im Betrage von 75000 Fr. Der Polizei gelang es, die Papiere in einem Bankgeschäft aufzufinden; sie verfolgte die Spur und fand, daß eine Madame de Gordone, die die Papiere verkauft hatte, ein Lusthaus eines lebensfrohen Edelmannes aus dem 18. Jahrhundert bewohnte. Eines Abends drang die Polizei dort ein und überraschte im Eßzimmer acht Männer und zwei Frauen. AuS einem Nebenzimmersuhr ein Mann mit angeschlagenem Revolver heraus; er wurde überwältigt. In der Stube neben dem Eßzimmer lag ein junges Weib mit kunstgerechtem Verband am Gesicht; die Wunde hatte es in einem blutigen Kampf davongetragen. Eine Treppe hoch gab es eine Flucht prächtig eingerichteter Stuben, an deren Ende man in eine Art Operationssaal trat, wo sich ein reicher Vorrat von Arzneien fand. Den zweiten Stock nahmen große Speicher mit geraubten Gegenständen ein. Die Hausfrau gab an, daß sie Maria Gourdon heiße, 19 Jahre alt sei, ihre Laufbahn als Dienstmädchen begonnen habe und jetzt Führerin einer Räuberbande fei. Sie bezeichnete die Opfer, die beraubt und nötigenfalls ermordet werden sollten, und ihre Leute schritten dann zur Ausführung. Auf einer Konsole stand ein Totenschädel, der als Sparbüchse diente; er war mit Goldstücken gefüllt. Die ganze Geselltchaft (darunter ein Mann, der Heilkunde studiert haben will) wurde ins Gefängnis geschafft.
Allerlei Heine Nachrichten. Unter dem Verdacht des Landesverrats wurde nach der ,Frkf. Ztg." in Neubreisach (Elsaß) ein im FortifikationS- bureau angestellter Zeichner Müller verhaftet. — I« Galizien hat die Weichsel weite Strecken Landes überschwemmt. Vielfach wurden die Saaten völlig vernichtet. — Aus der Melanch- thonkirche zu Spandau find wertvolle Kirchengeräte geraubt worden. — Ein Schlamm- oder Staubregen ist in diesen Tagen nicht nur in Oesterreich und in Schlesien, sondern auch im Rheinland beobachtet worden. Wie nämlich aus Höhscheid-Solingen geschrieben wird, war der Regen so sehr staubhaltig, daß er auf den Kleidern der Menschen braune Flecken hinterließ. Auch die Fenster waren mit einer feinen Staubschichte bedeckt. — In Monako wurde das vom Fürsten Albert gegründete internationale FriedenSmuseum eröffnet. Die Schließung der Spielhölle in Monte Carlo wäre ein viel viel größeres Verdienst des Fürsten. — DaS Bromberger Kriegsgericht verurteilte nach der „V. Z." den Unteroffizier Karnowski vom FüWerregiment Nro. 34 wegen Mordes zum Tode. Er wurde für schuldig erachtet, sein uneheliches Kind durch Einflößen von Salzsäure vergiftet zu haben. — Die Erderschütterungen im südlichen Vogtland« dauern mit großer Häufigkeit, aber verminderter Stärke fort. — Nachdem die Blockade gegen Venezuela eingestellt worden ist, können Postsendungen an und von Personen der Besatzungen unserer Kriegsschiffe in den westindischen Gewässern nicht mehr als Gegenstände der Feldpost zur Beförderung gelangen. Die Portoermäßigung fällt also wieder fort
Der Lraaatweiulkafel. Kürzlich besichtigte der Chemiker des russischen Grenzzollamtes Wirballen ein Faß konzentrierten Holzgeifi und brachte einen Tropfen dazu an die Zunge, um den Charakter des Präparates durch den Geschmack festzustellen. Dies wurde von einigen am Zollamt beschäftigten Arbeitern l t-.5tet, und als der erwähnte Beamte dasZtti: zum Schließen des Fasses gab und sich gleich darauf entfernte, stürzten sich 11 Arbeiter auf das Faß, füllten ihre bereit gehaltenen Schnapsgläser und tranken von der Flüssigkeit. Da letztere in konzentriertem Zustande stark giftig wirkt, so blieben die Folgen nicht aus. Obgleich ärztliche Hilfe fofort zur Stelle war, so mußten doch zwei der Arbeiter ihre Gier mit dem Tode bezahlen, während sieben andere noch schwer krank barnieberliegen und auch jetzt noch nicht außer Gefahr find. Den zwei übrigen hat der Trunk nichts geschadet.
3» ,Gr«Mll-A»z. für die Atterrff« M ZudeaftmS" weist Dr. Bernfeld die Beweisführung Professor Delitschs, daß ein Gesetzbuch nicht göttlichen Ursprungs sein könne, das gleichzeittg daS Gebot Lo tiptol (.Du sollst nicht töten") enthalte und doch die Blutrache sanktioniere, mit Entrüstung zurück. Delitzschs FShigkeü zur Entzifferung von Keilinschrifttexten werde kein günstiges Zeugnis dadurch ausgestellt, daß er einen hebräischen, allen geläufigen Text falsch und sinnentstellend gelesen habe. Das biblische Gebot laute Lo tirxach (.Du sollst nicht morden"), und eine Blutrache kenne daS Judentum nicht, nur die Todesstrafe für vorsätzlichen Mord.
Hochschuluachrichtm.
— Mau schreibt aus Jena: Professor Dr. Felix Skutsch von der medizinische« Fakultät der hiesigen Universität hat um die Entlassung aus seiner akademischen Stellung ersuch» er fiedelt nach Leipzig als Gynäkologe über.
— Amtlich wird die Berufung deS o. ProfefforS Dr. Wolfgang Mittermaier in Bern als o. Profeffor in der juristischen FakuttSt der Uuiderfität Gießen gemeldet.
— Wie mau mitteilt, ist der o. Prof, der Anatomie an der Kieler Universität, Geh. Medizinalrath Dr. Walther Flemming krankheitshÄber dauernd beurlaubt worden.
— Aus Greifswald wird berichtet: Der a. o. Professor der englischen Philologie, Direktor des Seminars für neuere Philologie an b« Greifswalder Universität, Dr. Phil. M. Konrath, wurde zmn o. Profeffor an dieser Hochschule ernannt.
— Der a. o. Professor Dr. Otto Frankl wurde zum o. Profeffor des Handels» und Wechselrechtes und des Bergrechtes und der Dozent Dr. Anton Rintelen zum a. o. Profeffor des österreichischen zivil- gerichtlichen Verfahrens, beide an der deutschen Univerfität in Prag ernannt.
Eingesandt.
Kilr oie uetet vieler Siuoti- eerötrentlKSten Artikel übernimmt die tttebattun Mt die preßgrietzliche Verantwortung, nicht aber die dem Publikum gegenüber).
Rosenthal, 26. Febr.
Die Nr. 46 der Hess. Landeszeitung in Marburg enthält eine Notiz aus der Stadt Gemünden vom 22. d. Mts. wonach fich die Stadtvertretung dortselbst um die Verlegung des Amtgerichtes von Rosenthal nach Gemünden bemüht haben soll.
Hat diese Sache ihre Richtigkeit so dürste diese Eingabe gerade sowenig Erfolg haben, wie früher dahingehende Bemühungen. Und mit dollem Recht.
Die Stadt Rosenthal ist seit Jahrhunderten Sitz des Amtsgerichts, besitzt also gewissermaßen ein historischeL Recht auf das Amtsgericht. Die Geschästs- und Wohnräume für dasselbe find vorhanden und gerade in den letzten Jahren nach den modernen Er- fordernrffen ausgebaut und verbessert worden. Außerdem ist die Stadt in ihren Verkehrsverhältniffeu nicht zurückgegangen, sondern allmählig vorgeschritten. Die Beamten am Gericht find sämtlich in Rosenthal bisher zusrieden gewesen und noch zufrieden; jedenfalls wird Keiner der jetzigen Beamten in der Versetzung nach Gemünden eine Verbesserung seiner Lage sehen. Eine Anstage bei den stüheren und jetzigen Beamten würde die Wahrhett dieser Behauptung beweisen. Diese Anfrage würde wohl auch von der zuständigen Behörde ergehen, ehe man an eine Verlegung denkt.
Ferner hat fich die Stadt Rosenthal, fast ausschließlich im Jntereffe des Amtsgerichts, bezw. der Bewohner der entfernter liegenden Otten zu dem großen sehr schweren Opfer entschlossen, 170$) Mark (außer dem Grundeigentum) für die neue Straße Rosenthal-Sehlen beizusteuern, die ihrer Vollendung noch in diesem Jahr entgegengebt. Durch diese Sttaße liegt Rosenthal allen Orten des Geriä-tsbezitts näher, als wohl ein Amtssitz in ganz Oberhessen den betteffenden Gettchtsbezittsottschasten. — Hätte die Stadtvettretung von Rosenthal aber ttgend eine begründete Befürchtung hegen können, daß fie jemaks das Amtsgericht verlieren könnten, so würde fie fich Wohl schwerlich zu diesem bedeutenden Gttdopser für den Straßenbau entschloffeu haben.
Außerdem ist gerade für die Stadt Gemünden und nächste Umgebung schon durch die Abhaltung von 16 Gerichtstagen im Jahr extra gesorgt, so daß Gemünden fich am allerwenigsten beschweren kann.
Was ist also für ein vernünftiger Grund vorhanden, eine bestehende und bewähtte Einrichtung aufzuheben und der Stadt Rosenthal, die nach und nach schon verschiedene Behörden, wie Steuettasse, Forstkaffe und dergleichen verloren hat, auch noch das Amtsgericht zu nehmen, wo auch nicht ein einziger Grund für die Verlegung nach Gemünden spricht t
Neueste Telegramme
Berlin, 27. Febr. Der „Lok. Anz." meldet: Zur Feier deS 80. GebuttStageS des früheren Botschafters Generals v. Werder fand hier gestern abend ein von ehemaligen Angehörigen des Garde-Füfilierregiments veranstalteter Fest- ! kommerS statt. Unter den eingegangenen Tels- ,' grammen befanden fich solche von dem Zaren ? und dem Könige von Rumänien. Ersterer depeschiette, er könne den Tag nicht vorübergehen lassen, ohne der Zetten zu gedenken, in denen der General am Petersburger Hof gewirkt habe. Der König rief Erinnerungen wach, die ihn mit dem General zusammen- geführt Haden.
Sctlitt, 27. Febr. Die.Soff. Ztg." meldet aus Danzig: In Grenzdorf erfchlug der Sei sitzen Kuschel seinen bei ihm wohnenden Vatss nach einem vorausgegangenen Streite mit de» Axt und stellte sich dann dem Gemeindevorstand
Berlin, 27. Febr. Das ,Berl. ZagebL* meldet aus Essen: Auf der Zeche „Nordstern^ bei Horst wurden 3 Bergleute verschüttet. Ein« ist tot, die andern tätlich verletzt.
Leipzig, 27. Febr. Der Kaiserliche Wirkliche Geheime Rat, frühere Senatsprüfident am Reichsgericht, Dr. Petersen, ist in der der» gangenen Nacht verstorben.
Wien 27. Febr. Die .Wiener Zeitung* veröffentlicht die Sankttonierung des Rekruten^ kontingentgesetzeS.
London, 27. Febr. Der König hat dem englischen Botschafter in Washington, Herberg das Großkreuz des St. Michael-Ordens verliehen.
Holstedro in Jütland, 27. Februar. Sei einem heute Nacht hier auSgebrochenen Fabrik« brande erstickten 4 Kinder deS Werkführers.
Vom Büchermarkt.
"»• Bücherschau. Einen zusammenklappbaren Schädel u. z. des Modell eines Tasmanierkopfes nach dem Original im Pattfer Hase du Jardin des Planta« bringt als neue überraschende Eonderbeilage die an originellen Illustrationen reiche neue Publikation Hans KraemerS, .Weltall und Menschheit Geschichte der Erforschung der Nat«e und der Verwertung der Naturkräfte', (Deutsches Verlagshaus Bong u. Eo., Berlin und Leipzig) mit dem soeben zur Ausgabe gelangten Heft 26.
*»* Guter Rat nicht teuer! Dieser Ausspruch ist im höchsten Maße gerechtfertigt, wenn man den Inhalt der im Januar erschienenen Nummern von .Dies Blatt gehört der Hausfrau!" prüft. Den verschiedenste« Fragen auf dem Gebiete deS häuslichen Sehen# widmet diese gediegene Zeitschrift vor- tteffliche Auffätze über Haushalt und Mode, Hand^ arbeiten und Wäsche, Haus und Aimmergarten, Ge« sundheits» und Körperpflege, Erziehung und Unter* richt und noch vieles mehr. Nur die erfahrensten und auf dem Boden gesunden Fortschritts stehenden Schriftstellerinnen kommen neben fachmännischen Äräftett hier zu Wort, so daß die Leserinnen einen wirklichen Nutzen von ihrer Zeitschrift haben und nach bereu' Anleitungen ihre Häuslichkeit ruhig einrichten können. Preis pro Heft 15 Pfg Probe-Nummern von .Dies, Blatt gehött der Hausfrau!" liefert gratis und franko der Verlag von Friedttch Schirmer, Berlin SW. IX
*»* Die neue Rechtschreibung wurde am 1. Ja»' nicht nur amtlich bei allen Behörden und Schul:«, sondern auch im öffentlichen, kauimännischen und Pttvatverkehr eiagefühtt. Als ein vorzügliches Hilfsmittel, fich über die neue deutsche Schreibweise eingehend zu insormieren, zugleich als Ergänzung zu jedem nur orthographischen Wötterbuche, dient das von den meisten Unterrichts- und anderen Behörden Deutschlands, besonders Post- und Eisenbahn-) Direktionen, empfohlene Werk: Ausführliches Smalisch» orthographisches Nachschlagebuch bee
Heu Sprache mit Einschluß der gebräuchlicheren Fremdwörter und Angabe der schwierigeren Silben-t trennungen sowie einem besonderen Verzeichnis geschichtlicher und geographischer Eigennamen (mit Ausi spräche). Nach der neuesten, sür Deutschland, Oesterreich und die Schweiz geltenden Orthographie Von Dr. 2L Vogel. 11.—82. Tausend. 524 Seiten kl. Lex..Format. Dreis eleg. geb. 2 Mk. 80 Pfg. Langenscheidtsch« VerlagsbuchHandlung (Professor G. Langenscheidt), Berlin SW 11. Das im Verhältnis zu dem billige» Preise fast glänzend ausgestattete Buch ist durch jede Buchhandlung zu beziehen.
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Kirchliche Nachrichten.
Sonntag, 1. März 1903.
Lutherische Pfarrkirche.
Vormittags: Herr Cupettntendent Happich.
(Abendmahl.)
11 Uhr KindergotteSdienst. Nachmittags: Herr Pfarrer Schmidt.
Elifabethkirche.
Vormittags: Herr Pfarrer Manger. Nachmittags: Herr Pfarrer Metz.
Reformiert» Stadt- und UniversttätSkirche.
Vormittags: Herr Confistottalrat Achelis. (Kollekte für Hundelshausen und Hohenkirchen zum
Psarrhausneubau.)
11 Uhr Kindergottesdienst (Sonntagsschule). Nachmittags 2 Uhr: Herr Pfarrer Scheffer. Amtswoche: Herr Pfarrer Schindewolf.
Katholische Kirche.
7 «fr Uhr heil. Messe mit Frühlehre: Herr Pfarre« Dr. Weber.
9> Uhr Festgottesdienst zum 25 jährigen Papstjubiläum mit Amt, Predigt und Tedeum: Her» Kaplan Böschen.
2 Uhr Christenlehre und Andacht.
8 ■ .............-
Methodist« - Gemeinde Wötthstr. (15).
Sonntag, 1. März 1908.
Vormittags 11 Uhr: Sonntagsschule
Abends 8 Uhr: Predigt.
Evans. StavtmisstonStzanS (Rochergrabeu 5), Sonntag abends 8>/> Uhr: Vettammlung.
Ein btt achtensworter Fortschritt auf dem Gebiet der Likör-Destillation ist darob die Firma Dr. W. Knecht * Co. iu Frankiert a» M. erreicht worden. Dieselbe bringt unter dem Namen Säntis einen aus den feinsten und edelsten Ab-enk äntern Iiersrereilten Magenbitter auf den Markt, der die denkbar grössten Vorzüge in sich vereinigt ui d tfesshaib berechtigtes Aufsehen erregte. Sintis ist em aromatischer, sehr pikant schmeckender Likören ausgezeichn ter Wirkung- auf die Verdauungs- Organe und wurden bei Magenbeschwerden, Darmträgheit etc. die besten Erfolge ron den Aersteu beobachtet, tod=>ss dieses Produkt dem Publikum iwpfohl n zu werden verdirbt. Probe/!. Mk. L—, ■;os?e Flasc e Mk. L.50. Uebeill erhältiieh.
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Verantwortlich sür die Redattwn: Frhr. v. Wangenheim in Marburg.