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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jlluftrirtes Sonntagsblatt.

Jt« 54

Btertelj. hrlicher Bezugspreis: bet der Expedition 2 ML. bei ottat Postämter» 2,25 Mk. (exel. Bestellgeld).

.^»sertionSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Psg.

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Diwstag, 24. Februar 1903.

Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertage». Sonnabends in Morgen- und Mend-AuSgabe. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch. UniverfitätS-Buchdruckerei Marburg. Markt 21. Telephon 55.

38. Jahrg.

Die Seestellung Englands.

Die gewaltige Ueberlegenheit der britischen Marine hinfichtttch der Vermehrung der Schlacht­schiffe zeigt sich recht deutlich, wenn man die im Jahre 1902 im Bau befindlichen und zur Ausführung bestimmten englischen Schlachtschiffe denen der übrigen Nationen gegenüberstellt und auch den Tonnengehalt dieser Fahrzeuge sowie ihre artilleristische Ausrüstung nicht außer acht lüßt. Ein aus englischen Marinekreisen stammender Bericht verzeichnet für Frankreich 6, für Deutschland je 7, für Großbritannien da­gegen 13 im Bau befindliche und zur AuS- Mhrung bestimmte Schlachtschiffe. Der Tonnen­raumgehalt dieser Fahrzeuge stellt sich in den Marinen des kontinentalen Europa annähernd gleich, nämlich auf 89190 Tonnen in Frankreich, 88382 Tonnen in Deutschland und 94 700 Tonnen in Rußland. Das Deplacement der britischen Schlachtschiffe übertrifft dagegen mit 195 750 Tonnen den Tonnenzuwachs der anderen drei Schlachtflotten und mehr als das Doppelte. Noch auffälliger ist das Verhältnis hinsichtlich der Stärke der Armierung. Die französischen und russischen Schlachtschiffe erhalten 132 bezw. 116 Geschütze mittleren Kalibers, die deutschen Fahrzeuge werden über 28 Geschütze schweren und 102 Geschütze mittleren Kalibers verfügen. Auf. den englischen Schlachtschiffen beträgt da­gegen die Zahl der schweren Geschütze 72, die Zahl der Geschütze mittleren Kalibers 146, ins­gesamt also 218 Geschütze.

England hat tatsächlich also auch im Jahre 1902 eine dem Grundsätze des two power Standard entsprechende Flottenpolitik zur Durch­führung gebracht. Denn e8 ist hinsichtlich deS Tonnengehaltes der 1902 im Bau befindlichen und bewilligten Schlachtschiffe jeder möglichen Kombination der anderen Mächte überlegen und hinfichtlich der Zahl der Schiffe den Neu­bauten der vereinigten französischen und russischen sowie der vereinigten französischen und deutschen Flotte gewachsen geblieben. Nur der vereinigten deutschen und russischen Flotte gegenüber würden die Neubauten der britischen Marine um 1 Schlachtschiff im Rückstand bleiben. Nun legt aber die britische Marineleitung zuge­standenermaßen daS Hauptgewicht auf den durch die Armierung gewährleisteten Gefechtswert der Schiffe. Wenn also auch die Zahl der in der britischen Marine neu hinzutretenden Geschütze um 30 bis 45 gegen den Zuwachs in je 2 kombinierten Flotten der kontinentalen See­mächte zurückbleibt, so ist doch England mit 72 schweren Geschützen auf seinen im Bau be­findlichen und zur Ausführung bestimmten Schlachtschiffen der schweren Armierung der französischen und deutschen sowie der französischen und russischen Neubauten um 20, der deutschen und russischen Schiffe um 16 schwere Geschütze überlegen.

Auch in der Klaffe der Panzerkreuzer ist der Kuwachs der britischen Marine im Jahre 1902

W Nachdruck verboten.)

Schloß Schönfeld.

Roman von B. Corony.

tFortsetznug.)

Sie sah im Geiste den Haßerfüllten, um seine Existenz Ringenden das unverschloffene Fenster aufstoßen, den Sekretär erbrechen, den jäh auffahrenden Schneidemüller an der Kehle packa», Niederreißen, daS scharfe Messer in seine Brust stoßen.

So früh sie von dem Vater auch getrennt worden war, seiner furchtbaren Heftigkeit er­innerte sie sich doch noch. Und nun? Was weiter? So konnte es doch un­möglich fortgehen. Wäre eS denn nicht für daS zu erwartende Kind viel besser gewesen, nie­mals geboren zu werden? Sollte es einen so ' unauslöschbaren Makel durch ein ganzes, langes Menschenleben mit sich schleppen?--Was

war denn hier eigentlich das echte Gebot der Mutterliebe?--

Die Einsame ließ den schmerzenden, von wilden Gedanken durchtobten Kopf auf die ver­schränkten Arme finken Ein Gefühl völliger Vernichtung und Ratlofigkeit war über fie gekommen.

Sie machte auch keine Bewegung, als die Türe leise geöffnet wurde und jemand mit vor­sichtig gedämpften Schritten heranschlich. Es konnte sich ja doch höchstens um eine neue Unglücksbotschaft handeln.

L Da umschlang ein bebender Arm ihren Stacken und eine von Tränen erstickte Stimme

weit größer gewesen als in irgend einer kon- tinalen Flotte. Rußland hat 1, Deutschland 4, Frankreich 16, England dagegen 23 Panzerkreuzer erster Klasse vollendet. Also auch in diesem Schlachtschiffthp ist die britische Marine jeder Kombination weit überlegen geblieben, denn wenn man auch die gänzlich unwahrscheinliche Kombination der deutschen und französischen Seestreitkräfte annehmen wollte, so kämen zwar die im Jahre 1902 vollendeten 20 Panzerkreuzer der Zahl der englischen Schiffe ziemlich nahe; eS ist aber zu berücksichtigen, daß die französischen Fahrzeuge hinsichtlich des Tonnengehalts gegen­über den englischen ganz erheblich im Rückstände sind. Dieses für das Jahr 1902 nachgewiesene Ver­hältnis der maritimen Zugänge in der britischen und in den kontinentalen Marinen gewinnt natürlich eine wesentliche größere und die er­drückende Uebermacht Englands charakterisierende Bedeutung, wenn man sich vergegenwärtigt, daß England, um nur von den größeren Schlacht­schiffen zu sprechen, einschließlich der auf Stapel liegenden Fahrzeuge über 69 Linienschiffe mit 796000 Tons Wasserverdrängung und 217 große Kreuzer mit 969 000 Tonnen Wasser­verdrängung verfügt. Die vereinigten Marinen Deutschlands, Rußlands und Frankreichs können zwar eine größere Zahl an Linienschiffen, nämlich 77, in See stellen; jedoch stellen diese Fahrzeuge nur einen Tonnengehalt von 763 000 Tonnen dar. Die Zahl der vereinigten kon­tinentalen großen Kreuzer beträgt dagegen nur 186 mit 733000 Tonnen Wasserverdrängung.

Daß diese Ueberlegenheit Englands zur See auch in der Zukunft bestehen bleiben wird, geht aus den im neuesten Heft desNaucius" gegebenen Aufstellungen über die Stärkever- hältnifle der Seemächte im Jahre 1906 hervor. Danach wird die britische Marine, und zwar nur an großen Schlachtschiffen, besitzen, 57 Linienschiffe und 70 große Kreuzer erster Klasse; die französische 32 Linienschiffe und 28 große Kreuzer; die russische 25 Linienschiffe und 13 große Kreuzer; die nordamerikanische 20 Linien­schiffe und 16 große Kreuzer; die deutsche 19 Linienschiffe und 11 große Kreuzer; die italienische 15 Linienschiffe und 6 große Kreuzer; die japanische 7 Linienschiffe und 6 große Kreuzer; die österreichische 10 Linienschiffe und 3 große Kreuzer. Das Deplacement dieser Fahr­zeuge beträgt in England 1414 000 Reg.-Tonnen, in Frankreich 592 000 Tonnen, in Rußland 347 000 Tonnen, in den Bereinigten Staaten 424 000 Tonnen, in Deutschland 294 000 Reg.- Tonnen. Deutschland wird also noch nach weiteren 4 Jahren hinfichtlich der Zahl der Wasserverdrängung seiner Schlachtschiffe an fünfter Stelle stehen, mithin kann von irgend einer Rivalität mit der Größe und den Auf­gaben der britischen Flotte, wie dies erst kürzlich wieder in England behauptet worden ist, nicht die Rede sein kann.

KiSl

Umschau.

Eine englische Preßstimme über die neueste Flottentabelle des deutschen

Kaisers.

Aus London wird derKöln. Ztg." depeschiert: Der Daily Graphic' veröffentlicht die dem Reichstag mitgeteilte vergleichende Flotten-Auf- stellung des Kaisers mit einem Begleitschreiben des Marine-Attachees Kapitän Cörper, der dem britischen Blatte die Tabellen im Auftrage des Monarchen übermittelt hat. Das Blatt bemerkt dazu, es sei unmöglich, der Beharrlichkeit die Bewunderung zu versagen, womit der Kaiser das deutsche Volk in der Lehre von der See­macht zu unterweisen bestrebt sei, wie sehr man auch den dadurch gesteigetten Wettbewerb be­dauern möge. Die Aufstellung des Kaisers wird den jüngsten Zusammenstellungen der englischen Admiralität gegenübergestellt, unter vernichtender Ktttik der britischen Arbeit, die überfichtSloS, verwirrend und unrichtig fei. Wir können nur, so schließt das Londoner Blatt, den Kaiser rück­haltlos beglückwünschen als Flottenstatistiker, wie als Planaufsteller. Seine Arbeit ist ihres Platzes würdig auf dem Tische in der Mittel­halles des Reichstages, wo die Abgeordneten Einsicht darein nehmen und ihre klaren Ergeb­nisse erörtern können.

Zum sächsischen Ehescheidungsprozeß laufen noch immer eine Reihe von Zeitungs- Erörterungen» die aber nun, nach der prinzipiellen Entscheidung, wenig mehr besagen wollen. Die Tatsache, auf welche es in allen diesen Aus­einandersetzungen anksmmt, ist und bleibt, daß in dem Dresdener Termin vom 28. Januar zu allgemeiner Ueberraschung der Scheidungsantrag von feiten der Prinzessin nicht gestellt und damit eine Hinausschiebung des Urteils erreicht wurde. Unter Zustimmung seines Vaters, des Königs Georg, beantragte der Kronprinz dann selbst die Scheidung, die im neuen Termin dann auch ausgesprochen wurde. Ein kleiner Krieg ist zwischen den Parteien über der Frage ausgebrochen, aus wessen Veran­lassung die Veröffentlichung des Urteils im Scheidungsprozesse unterblieben sei. DaS offizielleDresdener Journal" hatte behauptet, die Vertreter der Prinzessin Luise hätten Wider­spruch erhoben. Daraufhin erklärten diese sofort, das sei nicht der Fall gewesen. Nun hat das offizielleDresdener Journal" wieder das Wort ergriffen und schreibt:Wir haben gestern die Notiz gebracht, daß in dem Ehe- fcheidungsprozeffe Sr. Königlichen Hoheit deS Kronprinzen gegen Höchstseine Gemahlin der Vertreter der vormaligen Frau Kronprinzessin Widerspruch gegen die Veröffentlichung des Urteils und seiner Begründung erhoben habe. In einigen hiesigen Tagesblättern wird letzteres heute in Abrede gestellt. Wir find demgegenüber zu der Erklärung ermächtigt, daß die Regierung nach den ihr gewordenen Informationen an­

sagte:Mein liebes, armeS Kind. Du mußt nicht verzweifeln. Mir ist ja auch so schwer und bang umS Herz, deshalb bin ich gekommen, damit wir miteinander weinen und uns gegen­seitig trösten können."

Du, Mutter?" stammelte Gertrud.Ja war es Mr denn nicht schon längst verboten unS zu besuchen?"

Freilich, freilich aber ich machte mich heute eben heimlich auf den Weg, weil eS mich drängte, Dir Mut zuzusprechen."

Trotzdem ich so viel Kummer über Dich brachte und den Frieden Deines Familienlebens zerstörte? Trotzdem ich Kurt wider Euren Willen zum Altar folgte?"

Ich habe nie waS gegen Dich einzuwenden gehabt, immer ohne Groll Deiner gedacht und mich stets bemüht, Euch mit dem Vater zu versöhnen, daS ging ja leider nicht, weil Du mich so gar nicht dabei unterstützen wolltest. Hier bringe ich Dir WaS zur Bekräfttgung, daß mein Herz voll Liebe bei Euch war."

Sie öffnete den Deckel ihres- Korbes und breitete eine allerliebste Keine Ausstattung auf den Tisch aus.Siehst Du an jedem Stich hängt ein aufrichtiger Segenswunsch. Und, glaube nur nicht gleich das ärgste. So lange ein Mensch seine Schuld nicht selbst ein^ sianden hat, soll man fie auch nicht als eitoiej.n be­trachten. Ich habe vorhin recht andächtig in der kleinen Waldkapelle gebetet, da ist es plötz­lich ganz hell und freundlich in meiner Seele geworden, und ich hoffe zuversichtliche, der gütige

Gott wird schon noch alles zum Guten lenken. Was siehst Du mich so forschend an?"

Weil Dein liebes Gesicht schmal und ver­grämt ausfieht. Ich fügte Dir doch recht schweres Leid zu."

Es tat mir freilich bitter weh, daß daS schone Einvernehmen zwischen Vater und Sohn nicht wieder herzustellen war. Aber wenn mein Kurt sein Glück in Mr findet"

Nein, Mutter eS ist ganz anders ge­kommen!"

Du erschreckst mich. Wäre denn zwischen Euch beiden auch nicht alles in Ordnung? Hat Euch daS böse Gerede entzweit?"

Er glaubt nicht mehr an mich und ich ich habe einsehen gelernt, daß ich Unrecht tat, ihn in solche Konflikte zu verwickeln. Die Liebe war nicht stark genug, um dem Vorurteil und der Verleumdung zu trotzen. Ich klage ihn deshalb nicht an. Er hat fich selbst verkannt."

Mit einem leisen Laut unterdrückten Schluchzens schlug die Rektorin die Hände zu­sammen.Ja, was sagst Du mir denn da und war wird daraus werden?"

Ich weiß eS nicht, aber Du sollst den Stieben wieder erlangen. Deine verzeihende Milde zeigt mir viel deutlicher, als Rektor OlschmannS unversöhnliche Härte, daß ich mich nicht zwischen Sohn und Eltern drängen durfte. Die Zukunft liegt trübe und traurig vor mir. Mir ist es, als könne ich vor lauter Nebel den rechten Weg nicht sehen, aber ich werde ihn den-

nehmen mußte, daß ein solcher Widerspruch wenigstens vorläufig ausgesprochen worden fei.* Dadurch wissen wir aber immer noch nichts wer eigentlich daS Karnickel war? k Doch scheint eS, als ob es die Regierung wäre, die gegen­über ihren früheren Erklärungen kalte Füße bekommen hat.

Krieg oder Frieden?

So lautet heute angesichts der Meldungen von und über den Balkan bte Frage, bie ehe der Sommer gekommen, entschieden sein wird. Ter österreichisch-ungarische und der russische Botschafter überreichten am Samstag Nachmittag dem türkischen Großvezier daS Memorandum über die Vorschläge der beiderseitigen Regierungen zur Besserung der Verwaltung in den maze­donischen Vilajets UeSküb, Monastir und Saloniki. Me Vorschläge der gemeinsamen Note umfassen im wesentlichen: 1. Ernennung eines Generalinspektors auf drei Jahre mit entsprechenden Vollmachten; 2. Ernennung von europäischen Gendarmerie-Offizieren; 3. Regel­mäßige Zahlung der Gehälter durch Vermittelung der Ottomann-Bank, an die alle Einkünfte auS Zehnten und Steuern abzuführen find.

Der Sultan trägt Bedenken, schnellmöglichst in den sauren mazedonischen Reformapfel zu beißen, er will sich die Sache überlegen. Gy könnte einen Gegenschachzug versuchen und bei den Mächten auf Reformen in Bulgarien, Serbien rc. hinzuwirken, wo eS auch heilloS genug aussieht, aber seitdem der russische Minister des Auswärtigen vor Weihnachten in Belgrad und Sofia war, weiß alle Welt, daß der Sultan es ist, der dran glauben muß. Erst heißt es: Reformen, dann kommt die eigene Verwaltung für Mazedonien und zum Schluß nehmen bie Mächte und werfen ihn ganz aus seinem europäischen HauS. ES kann der Anfang vom Ende werden. Mesen An­fang vom Ende herbeizuführen, ist offenbar daS eifrige Bestreben der mazedonischen Banden, die seit kurzem wieder ihre durch den Winter unterbrochene aufrührerische Bewegung auft nehmen. Schwere Kämpfe haben bereits zwischen ihnen und türkischen Truppen stattgefunden und zahlreiche andere werden ficher folgen. Dann ist die Zeit gekommen zum Eingreifen der interessierten Mächte, die offenbar den Zeitpunkt gekommen glauben, den kranken Mann in Stambul einmal kräftig zur Ader zu lassen. Rußland wenigstens ist für die Operationen gerüstet.

DieNowosti" führen in einem längeren Aufsatz über die militärischen Sicherheitsmaß­nahmen, die Rußland anläßlich seines Vor­gehens in der mazedonischen Frage getroffen hat, folgendes auS: Die Regierung des Zaren hat bei diesem unter Umständen folgenschweren Unternehmen nach dem Grundsatz handeln müssen: Wenn Du den Frieden willst, so bereite Dich auf den Krieg vor." Wenn sich daher einige auswärtige Blätter darüber aufregen, daß in

Wie Du nur sprichst! Mir liegt wahrlich nichts ferner, als Euch auSeinanderreißen zu wollen. Dazu halte ich das Sakrament der Ehe viel zu hoch. WaS Gott schickt, müssen die Gatten vereint tragen. Es ist Pflicht des einen, den andern zu stützen und ihm in schwerer Zeit treu zur Seite zu bleiben. So habe wenigstens ich, in meiner Einfalt, immer gedacht."

Wie erhaben und verehrungswürdig Du bist mit Deinem schlichten Sinn und weichen Gemüt, und wie klein, wie felbstsüchttg ich mir Dir gegenüber vorkomme k"

Gertrud kauerte fich nieder und küßte die Hände der alten Frau.

Magdalene zog fie empor an ihre Brust. Nicht so, mein Kind. Ich tue, waS mir daS Herz eingibt. Aber jetzt muß ich fort!" Sie blickte nach der Uhr und trippelte ängstlich her­um.Der Weg nach dem RektorhauS ist weit, und wenn HanS heimkommt, ist er gewöhnt, daß ich am Gartentürchen stehe. So haben wir'S seit langen Jahren gehalten. Lebewohl, grüß mir bett Kurt. Unb seid nur beide guten MutS. Einer Mutter Hebet erhört der Allmächtige doch."

Gertrud blickte, am Fenster fitzend, der Scheidenden nach. Wie die Arme, der das gehen so sauer wurde, dahinhastetek Wie sie den steilen, steinigen Pfad emporkletterte, ohne sich Rast und Ruhe zu gönnen! Die Angst trieb sie nach Hause und die Furcht, um ihrer treuen, vergebenden MuWfliebe willen gescholten zu werde».

(Fortsetzung folgt.)