Einzelbild herunterladen
 

Tauschgeschäfte vermitteln. Kauf- und Tauschgeschäfte müssen in jedem Falle dem Laatmarkt-Komitee angezeigt werden, welches abgeschlossenen Kauf oder Tausch tn einem ^gedruckten Formulare beglaubigt. Sollten «ach den beglaubigten Kauf- oder Tausch­geschäften Streitigkeiten zwischen den Kontra­henten entstehen, so ist an dieselben das Satt «arft-Komitee in keiner Weise gebunden, die Kontrahenten haben lediglich unter sich die Kontroversen zu ordnen. § 7. Der Eintritt j« den Satmarft ist frei.

§ Unfug. Wie gestern, so müssen wir auch heute wieder über einen Unfug berichten, der vergangene Nacht in den Anlagen de8 Süd­viertels, am Friedrichsplatz und an dem Wege nach dem Schwanhofe zu auSgeführt wurde. Lier junge Leute vergnügten sich damit Laternen auszumachen, Bänke umzuwerfen und Draht­zäune auszureißen. Ein Polizeibeamter war ihnen vom Friedrichsplatz auS auf den Fersen; es gelang ihm jedoch nicht, die schnell weg­laufenden Täter festzunehmen. Er kehrte des­halb um, damit er ihnen eventuell den Weg abschnitt, ahnte dabei aber nicht, daß von der Schwanallee aus ein anderer Polizeibeamter ihm entgegenkam und die jungen Leute, deren Arbeit er ebenfalls beobachtet hatte, festnahm. Es handelt sich um einen Studenten und drei Schüler höherer Lehranstalten.

§ Durchgaugeri«. Vorgestern überbrachte ein Ortsdiener eines Nachbardorfes eine Gefangene nach hier. Als er mit dieser am Pilgrimstein in ein Haus ging und aus ihre Zurückkunst wartete, blieb sie aus. Zu seinem Leidwesen mußte er später feststellen, daß sie sich durch eine Hintertür entfernt hatte.

§ Strafkammer. Die Inhaber der Firma Schiff in Gladenbach, welche ein Brannt­wein-Detail- und Engros-Geschäft betreiben, standen unter der Beschuldigung, Branntwein ausgeschäntt zu haben, ohne dazu berechtigt zu sein. Bei der erstinstanzlichen Verhandlung war auf Freisprechung bezw. auf 3 Mk. Geld­strafe erkannt werden. In der heutigen Be­rufungsinstanz bekundeten die Firmeninhaber, daß fie früher vielleicht dann und wann Branntwein ausgeschänft hätten, in letzter Zeit, nachdem man fie auf die Strafbarkeit auf­merksam gemacht, jedoch nicht mehr. Die Be­rufung wurde seitens der Staatsanwaltschaft zurückaezogen.

k Cappel. 11. Febr. An der Straße von hier nach Marburg wurden vergangene Nacht wieder einige Obstbäumchen umgeknickt.

b. Niederweimar, 10. Febr. Am Sonntag begegnete ein Radfahrer aus Marburg auf der Straße nach Wenkbach zwei anständig ge­kleideten Reitern. Seine Frage, ob er ohne Gefahr vorbeifahren könne, wurde von diesen bejaht. In demselben Augenblick bekam er jedoch einen furchtbaren Hufschlag ans Bein und flog zu Boden. Die beiden Reiter kehrten fich nichts um den Verunglückten und setzten ihren Weg ruhig fort. Nach einiger Zeit kehrten fie wieder zurück und nun ersuchte fie der im Chauffeegraben fitzende Radfahrer, der fich seine Wunde verband, um ihre Namen. Sie bedeuteten ihm jedoch, »daß er wohl noch etwas heraushaben wollte!" Dem Radfahrer blieb weiter nichts übrig, als fich mit großer Mühe auf sein Rad gelehnt, bis nach Marburg zu schleppen. Es dürste nicht schwer werden, die beiden Reiter zu ermitteln.

□ Cbtzdorf, 11. Febr. Der Ackermann Andreas Grau von hier erlitt einen bedauerns­werten Unfall. Beim Futterschneiden geriet er in die Jutterschneidmaschine und schnitt fich zwei Finger ab.

4- Anzefahr, 10. Febr. Nächsten Donners­tag, den 12. d. M., begehen die Eheleute Land­wirt Ludwig Freidhof und Gemahlin das Fest der silbernen Hochzeit.

r. Kirchhai«, 10. Febr. Die hiesige Stadtver­waltung plant eine anderweite Festsetzung der Wasser­steuer. Bisher wurden 3% Proz. des Gebäudesteuer­nutzungswertes erhoben und hat fich bei dieser Veranlagung ergeben, daß manche Ungleichheiten Vorkommen. Es soll deshalb eine Einschätzung, die mehr Gewicht auf den Wasserverbrauch legt, einge- führt werden.

§§ Schweinsberg, 10. Febr. Der hiesige Gesang­verein beschloß in seiner kürflich stattgehabten General­versammlung, sein diesjähriges Winterlonzert, zu dem auch diesmal wieder die Mitwirkung des Herrn Konzertmeisters Soldan aus Marburg gewonnen worden ist, am Sonntag den 22. d. Mts. abzuhalten. Als Termin für die Abhaltung des 60jährigen Stiftungsfestes find der 7. und 8. Juni ins Auge gefaßt worden. Aus dem Geschäftsberichte dürste von allgemeinem Interesse sein, daß der Verein zur ?eit 62 Mitglieder zählt. Allein im letzten Jahre etrug der Zuwachs an neuen Mitgliedern 22.

Hessen-Nassau und Nachbargebiete

Kassel, 10. Febr. Das hinter dem Langen­berge, nördlich von Niedenstein gelegene Dorf ElmÄhagen war, wie das „Tagbl." meldet, gestern Abend der Schauplatz eines Mutigen Dramas. Auf dem dortigen Gute betrat gegen 6 Uhr der Gutsverwalter Conrad Licht mH dem Gewehr in der Hand die Gesindestube und schoß vom Eingang aus auf die Wirtschafts­köchin Anna Bode. Die zu Tode Getroffene stürzte zusammen, während der Mörder in seine Stube rannte und sich dort einschloß. Zwei Mägde, welche diesen entsetzlichen Vorgang mit nnsehen mußten, alarmierten die übrigen Guts­bewohner. Da man jedoch von dem bewaffneten Mörder eine weitere Gewalttat befürchten mußte, drang man nicht sofort in die Ver­walterstube tut, sondern überzeugte sich erst »ach einiger Zeit durch ein Fenster, daß der

Mörder fich bereits selbst dem irdischen Richter entzogen hatte. Mit derselben Flinte hatte er sich erschossen. Der im Anfang der 20 er Jahre stehende Verwalter war ebenso wie die 21jährige Ermordete erst seit drei Wochen in Elmshagen im Dienst. Das Motiv zu diesem tragischen Drama ist wahrscheinlich in verschmähter Liebe zu suchen. Man vermutet, daß beide schon von früher her Beziehungen zueinander gehabt haben.

Schmalkalden, 9. Febr. Die Regierung hat das vom Magistrat vorgelegte Rathaus- projekt nicht genehmigt. — Die Lehrer der kaufmännischen Fortbildungsschule erhielten vor einiger Zett etne Gehaltserhöhung. Daraufhin find nun auch die Lehrer der gewerblichen Fort­bildungsschule in gleichem Sinne vorstellig ge­worden. Auch ihnen wurde die Erhöhung des Stundenhonorars von 2 Mark auf 2.50 Mark bewilligt.

Wiesbaden, 9. Febr. In der vergangenen Nacht wurde in Biebrich der Schiffer Oswald, der in mehreren Wirtschaften Streit gesucht hatte, erstochen aufgefunden. 2 Arbeiter, welche der Tat verdächtig find, wurden verhaftet.

Frankfurt a. M., 11. Februar. In der Möbelhandlung von F. Lauenstein in der Großen Gallusgaffe wurde in der verflossenen Nacht ein Einbruch verübt. Als ein im Hause wohnender Schreiner die Diebe störte, feuerte der eine 3 Revolverschüsse auf den Mann ab und verwundete ihn leicht an der Wange. Die Einbrecher flüchteten darauf und entkamen in den Gaffen der Altstadt. Ein Mann, welcher verdächtigt ist, den Aufpasser gespielt zu haben, wurde verhaftet.

Frankfnrt a. M., 9. Febr. Heute nach­mittag hat fich der Arbeiter Heinrich Sperle in seiner Wohnung, Friedberger Landstraße 241, durch einen Schuß in der Mund getötet. Sp. war früher Brauer und durch eine Verletzung, die er beim Abbruch des SttnkturmeL erlttten, längere Zeit arbeitslos.

Laasphe, 10. Febr. Ein ergötzlicher Vor­fall spielte fich kürzlich, wie die „Wittgenst. Ztg." meldet, in einem hiesigen Geschäfte ab. Ein Landmann au8 der Umgegend hatte mehrere Einkäufe gemacht und unter anderem auch einen Krug voll Del gekauft. An dem Henkel deS Kruges war ein Strick befestigt. Um nun beim Bezahlen die Hände frei zu bekommen, nahm er den Strick mit dem Krug zwischen die Zähne. .Lassen Sie nur den Krug nicht fallen!" mahnte der Kaufmann. ,Nää", sagt der Bauer und — da lag auch schon der Krug zerbrochen am Boden. (Die Geschichte haben wir schon früher gehört, damals war es eine Pfeife, die dem über das Brückengeländer schauenden Manne inS Wasser fiel).

Vermischtes

Merlti kleine Nachrichten. Ein eigentüm­liches Ehedrama spielte fich in Wien ab. Em 73- jährigerMann hat seine um ein Jahr jüngereFrau, die ihn mit Eifersuchtsszenen wegen einer im Hause wohnenden jungen Näherin gequält hatte, mit einem Messer erstochen und fich dann selbst einen tätlichen Stich in die Brust beigebracht. — Auf den Philippinen erkrankten im letzten Jahr 120974 Personen an Cholera, von denen 76876 starben. — Verschwunden ist der Kano­nier Franz in Brandenburg a. d. Havel. Man fand bisher nur sein Seitengewehr und daS zerrissene Koppel. Da sich an derselben Stelle eine Blutlache befand, nimmt man an, daß der Soldat dort in eine Schlägerei mit bisher unbekannten Personen geraten und derartig zugerichtet worden ist, daß seine Gegner ihn bei Seite gebracht haben, um die Spuren zu verwischen. — Die Errichtung einer technischen Hochschule in Breslau kann als gesichert be^ trachtet werden. Die Zustimmung des Land­tags vorausgesetzt, sollen im kommenden Rech­nungsjahr für die Ausführung des Plans 250 000 Mark bereitgestellt werden. — Zur Aufführung des Dramas .Königsrecht" von W. A. Paap, in welchem u. a. der König Friedrich der Große dargestellt wird, ist die Genehmigung erteilt worden. — Die angeblich neue Spur des Konitzer Mordes bietet keine Aussicht auf Ermittelungen. Die ,Ostd. Tgsztg." in Könitz schreibt nämlich: Der Danziger Arzt hat weder eine .neue” Spur, noch irgend eine Tatsache entdeckt, die zur weiteren Verfolgung einer längst für falsch bekannten alten Spur führen könnte. — In dem Baugewerk der Städte Hamburg, Altona, Harburg und Wandsbek steht nach dem ,B. T." eine Lohnbewegung bevor. Die Baugewerksinnungen dieser Städte haben beschlossen, die 9^zstündige Arbeitszeft und den 65 Pf. - Lohn beizu­behalten. Die Gesellen fordern dagegen eine 9stündige Arbeitszeit und 70 Pf. Stundenlohn. — Aus Berlin berichtet die ,31. A. Z.": Der Kaiser vermißte jüngst beim Wacheausziehen der .Alexander" den ihm bekannten Regiments­tambour Kristan, der durch seine Größe und feinen stattlichen Schnurrbart ausgefallen war. Als der Monarch erfuhr, daß K. Schuldiener geworden, befahl er, ihn in die Schloßgarde­kompagnie einzustellen. — Die Auswanderung auö Zäutschland nach überseeischen Ländern ist im Januar um rund 50 vom Hundert gestiegen gegen den Januar 1002. Dabei ist doch eine Besserung in den deutschen WirtschastSverhält- nissen nicht zu verkennen. — In Sachen des Baues der Bagdadbahn in der Türkei ist es zu einem Einvernehmen zwischen den deutschen und den französischen Interessenten gekommen. Zunächst wird der Teil Konia-Eregli in Angriff genommen. — Die Firma Siemens u. Halske

und die ElektrizitätSgesellschast vormals Schuckert vereinigen sich zum 1. April. Die Verschmelzung der Mgemeinen Elektrizitätsgesellschaft mit der .Union" in Berlin gab offenbar den Anlaß dazu.

Z«fluk«za. ES ist Tatsache, daß man die Influenza in ihrer Bedeutung für unseren Organismus meistens ganz erheblich unterschätzt. Diese setzt gewöhnlich mH einem tüchtigen Schnupfen ein. Jrregeführt von der falschen Meinung, daß ein solcher gesund sei und dm Ausbruch ernster Erkrankungen verhüte, erträgt man den kleinen Anfall als ein notwendiges Hebel und kümmert sich nicht viel darum. Erst, wenn die .Erkältung” schlimmer wird, und zu den anfänglichen leichten Erscheinungen ernstere Symptome treten, dann wird man aufmerksam und geht zum Arzt, der nun seine liebe Not mit dem ungeduldigen Pattenten hat. Namentlich ältere Leute und Personen mit zarter Konstitution greift ein vernachlässigter Jnfluenzaansall ganz bebeutenb an. Deshalb heißt es hier vor allen Dingen zu rechter Zeit eingreifen. Der Schnupfen­äther Forman, Aerzten unb Patienten als geradezu ideales Schnupfenmittel bekannt, hat sich auch als hervorragend wirksames Vor- beugungs- und Linderungsmittel gegen Influenza erwiefen.

Italienische Jubiläen. Am 7. Februar 1903 waren 25 Jahre verflossen fett dem Tode des Papstes Pius IX., des letzten Landesherren im Kirchenstaate, der fast 32 Jahre hindurch, weit länger als irgend ein Papst vor ihm, auf dem Stuhle des heiligen Petrus gesessen hat. In der .Köln. Volksztg." wird hierbei an die interessante Tatsache erinnert, daß damals, zu Anfang des Jahres 1878, die drei bekanntesten Männer JtalimS innerhalb weniger Wochen vom Tode abgerufen wurden. Am 9. Januar starb König Viftor Emanuel IL, nur um 29 Tage überlebte ihn Papst Pius IX. und am 26. Februar folgte JtalimS größter Gelehrter, Angelo Secchi, der Direftor der Sternwarte deS Collegio Romano.

Gelebte Länder fit heiratslustige Mädchen. Auf Grund der letzten nordamerikanischen Volks­zählung konstatierte die .Franks. Ztg.", daß nicht in einem einzigen Staat der Union mehr Frauen als Männer vorhanden find. In Cali- sornien stehen 239 504 Junggesellen 88 755 Mädchen gegenüber, in Jdaß find 3556 Mädchen und 23421 Männer, in Oregon hat ein Mäd­chen die Auswahl unter 4 Männern, in Washington unter 5, in Whouniug unter 9. Im ganzen haben die Vereinigten Staaten 21li Millionen Frauen weniger als Männer.

Herzkletzse« entsteht bei organischen Erkrank­ungen des Herzens, doch kann dieselben nicht der Laie, sondern nur der Arzt feststellen. Es wäre töricht und gefährlich, aufs Geratewohl eine An­wendung zu machen, weil der Kranke fich damit sehr schaden könnte. DaS nervöse Herzklopfm, welches infolge von Anstrengungen und Ueber- arbeitung bei nervösen Personen fich einstellt, wirb burch kalte Umschläge bon V« stündiger Dauer oft schnell gebessert. Die Umschläge können, wie der „Prakttsche Wegweiser", Würz­burg, schreibt, 3—4 mal nacheinander erneuert werden, dann muß man damit auSsetzen. Jeder Umschlag muß mH einem Wolltuche bedeckt werden. Treten Schmerzen am Herzen auf und ist Herzschwäche damit verbunden, so leisten warme, oft auch heiße Kompressen sehr gute Dienste. Frische Luft und gleichmäßiger Atem find gleichzeittg nötig, um den Zustand zu bessern.

Der Otts-Hei«richsbau des alte« Heidelberger SchlosseS mit seinen vielbewunberten künstlettschen Fassaden schwebt in großer Gefahr, wie der soeben veröffentlichte Bericht bestätigt, den die Sachverständigen der badischen Regierung er­stattet haben. Die Gefahr des plötzlichen Ein­sturzes der Hoffaffade sei schon jetzt vorhanden und werde von Tag zu Tag größer. Die Kommisfion soll in ihrer Mehrheit davon über­zeugt fein, daß Bedachung und innerer Aus­bau die Fassade dauernd sicher stellt. Von anderer Seite wird daS bezweifelt.

Hochschulnachrichten-

— Der Univerfitäts»Sekretär Dr. Sebastian Hausmann aus Straßburg wird seit 5 Tagen ver­mißt. Er war zuletzt mit Erholungsurlaub in Rosen­heim lSüdbahern). Es fehlt jede Spur von ihm. Er ist von auffallend großer stattlicher Figur, hat großen schwarzen Vollbart, starke Glatze und trägt einen Kneifer.

— Durch Allerhöchsten Erlaß vom 27. v. Mts. ist den Rektoren der Technischen Hochschulen in Hannover und Aachen für ihre amtlichen Beziehungen bet Stiel .Magnifizenz" beigelegt worden

— Der bisherige ordentliche Proseffor Dr. Ulrich Wilcken zu Würzburg ist zum ordentlichen Profeffor in der Philosophischen Fakultät der Uuiverfität Halle- Wittenberg ernannt worden.

— Dem Mufikgelehrten Robert Eitner in Templm ist der Titel .Prosefior" verliehen worden.

Werteste Teiespamme

Berit«, 11. Februar. Zu Ehren der Gouverneure von Deutsch-Ostafrika und Deutsch- Südwestafttka, Graf Goetzen unb Oberst Leut- Wein, fanb gestern abenb ein von ber Kolonial­gesellschaft veranstalteter Bierabend statt, dem der Direktor im Kolonialamt Dr. Stuebel unb hervorragenbe Kolonialpolitiker beiwohnten.

Berit«, 11. Febr. Wolff's Tel.-Bur. meldet ans Guatemala vom 10. Februar: Der Be­lagerungszustand ist für die Republik Guatemala erllürt worden.

Tübingen, 11. Febr. Wie die Tübinger .Chronik" mitteilt, erhielt Prof. Krehl, Direftor der medizinischen Universitätsklinik, einen Ruf als Nachfolger des ver­storbene« Geh. Med. Rats Prof. Dr. Karst-BreSlau.

München, 11. Febr. Gestern abenb ist der Historiker UniverfitätSproseffor Geheimrat Carl Cornelius gestorben. Cornelius war 1848 Mitalied des Frankfurter Parlaments.

Dresden, 11. Febr. Nach dem heute früh ausgegebenen Bulletin schlief Pttnz Friedrich Chttstian in den letzten 24 Stunden fast un­unterbrochen, das Bedürfnis nach Schlaf dauert unverändert fort. DaS Allgemeinbefinden ist gut.

SBiett, 11. Februar. Dem .Fremdenblatt” wird von seinem Bettchterstatter in Brüssel gemeldet: Giron verließ gestern abend Brüssel unb reiste nach Genf, wo er wegen Erleichter­ung beS Aufenthaltes der Kronpttnzesfin in La Metairie verhandeln will. Die Beziehungen zwischen Beiden find nicht abgebrochen.

Sewlia, 11. Febr. Der König und die Königin von Serbien trafen heute morgen kurz nach 9 Uhr hier ein und wurden aus dem Bahnhofe durch den Bonus von Kroatien, Grafen Kühn-Edervari im Namen des Kaisers Franz Josef begrüßt. Der König fuhr bis nach Karlowitz.

Haag, 10. Febr. Es wird hier bezweifelt, daß der niederländische Minister des Auswärtigen in der Streitfrage mit Venezuela Schiedsrichter wird, da er das Amt eines Präfidenten deS Verwaltungsrates des Schiedsgerichtshofes be» kleidet und die Niederlande auch an der Lösung der Frage beteiligt find.

Barcelona, 10. Febr. Der Gouverneur ordnete die Auflösung der Vereinigung der Arbeitergenossenschaften Barcelonas und des Buchdruckerverbandes an und verfügte, daß die Mitglieder der leitenden KomiteS, welche auS Barcelona verschwunden find, festzunehmen seien.

Lo«do«, 10. Febr. In Liverpool einge­laufenen Meldungen zufolge herrscht die Pest in Mazatlam (Mexiko) noch immer. Fast jede Tätigkeit ruht. Neber 12 000 Einwohner ver­ließen die Stadt. Die Geschäfte find geschlossen. Seit dem 1. Dezember lief kein Dampfer de« dortigen Hafen an. Das von den Bergwerks­gesellschaften gewonnene Metall wartet auf Verschiffung. Die Bergwerke werden de« betrieb einstellen müssen. Täglich kommen ungefähr 20 Todesfälle vor. Neber 200 Pest­fälle werden im Krankenhause behandelt. Di« Epidemie verbreitet fich weiter.

Wafh1»gto«, 11. Febr. .Reuter" meldet, daß Bowen die englischen Vorschläge betreff» Neberweisung der VorzugSbehandlnng an» Haager Schiedsgericht annahm.

Marktberichte.

Herborn, 10. Febr. Auf dem gestern abgehaltenen 1. diesjährigem Markt Ware« aufgetrieben 461 Stück Rindvieh und 301 Schweine. Es wurden bezahlt für Fettvieh und zwar Ochsen 1. Qual. 68—70 Mark^ 2. Qual. 65—67 Mark, Kühe und Rinder 1. Qual. 60—63 Mark, 2. Dual. 50—56 Mark, per 50 Kilo Schlachtgewicht; auf dem Schweinemarkt kosteten Ferkel 40—60 Mark, Läufer 70—90 Mark unb Einlegschwein« 100—120 Mk. boS Paar. Der nächste Markt findet am 5. März statt. (.Herb. Tgbl.") \

Kassel, 9. Febr. (Viehmarttsbericht.) Schlacht­vieh. Es kosten bte 50 ktr Schlachtgewicht von Ochsen I. Qualität 66-68 Mk., II. Qualität 64-65 Mk_ III. Qualität 62-68 Mk., Bullen I. Qualität 60 biß 63 Mk., II. Qualität 57—59 Mk , Kühe I. Qualität 60-62 Mk., n. Qualität 57-59 Mk , n. Qualität 54-56 Mk, Schweine I. Qual. 63-64 Mk., IL Qual. 60-62 ML, III. Qualität 57—59 Mk., Kälber da» «f» kg Fleischgewicht 60—65 Pf , Hämmel 60—65 Pf, Austrieb: 87 Ochsen, 7 Bullen, 67 Kühe, 6 Rindes 174 Schweine, 24 Kälber, 100 Hämmel.

W» ■ _| A ■ I v. 95 Pf. bis 5.85

Foulard-Seide ss ins Haus ge­liefert. Reiche Musterauswahl umgehend. Soidon* Fabrik Honnoborg, ZOrloh.

Forma« (Schnupfen- äther) klinisch erprobt und ärztlicher!eits mehr- fach als geradezu ide­ales Schnupsenmittel bezeichnet! Bei leichtem Schnupfen Forman. Watte lDose 30 Pfg.). Bei starkem Schnupfe« Forman - Pastillen (50 Pfg.) zum Inhalieren mittels Riechgläschens. Wirkung frappant: Be: beginnendem

Schnupfen fast unfehl- bar. In allen Apotheken. Man frage seinen Arzt.

Geschäftliche Mitteilungen.

Das Rheinische Technikum zu Bingen, eine Lehranstalt, die sich ausschließlich dem Maschine«, bau und der Elektrotechnik widmet, hat seit den 5 Jahren ihres Bestehens eine Entwicklung erfahren, wie keine zweite in Dentschland und wird im gegen­wärtigen Halbjahr von 725 Schülern besucht Die Frequenz wäre eine noch größere, wenn auch eine Bauabteilung damit verbunden wäre, was aber grundsätzlich vermieden wird, da nur durch strenge Konzentration erfahrangsgemäß das Höchste geleistet wird. Trotz des starken Besuches find die einzelnen Klaffen nicht übersüllt, da die untersten Semester i« 4, die oberen in 3 Parallelklassen unterrichtet werden. Die Anstalt steht unter Staatsaufsicht; der Leiter der­selben ist der im Lehrfache bekannte Regierungs- baumeister Hoepke. Der Unterricht des Sommerhalb» jahres beginnt am 20. April. Eine rechtzeitige An- Meldung wird empfohlen, da wiederholt Abweisungen erfolgen mußte«. Programme werden toftenfrei ver­sandt.

Rotationsdruck.

L_-- --

Verantwortlich für die Redaktion: Fichr, v. Wangenhei« m Mwchnra.