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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Sonntagsbeilage: JUnfteirtes Sonntagsblatt.

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Gewiffen und meinen Ansichten vertrug. Jetzt aber sage ich: Bis hierher und nicht weiter! In Schönfeld soll ein beklagenswertes Eheleben geführt werden. Wer daran zweifelt, braucht nur in Katharinas vergrämtes Antlitz zu blicken. Kummer und Erbitterung haben da ihre Zeichen eingegraben, jede Spur von Jugendfrische ist verschwunden.'

»Sie leben unglücklich stammelte die alte Frau. Es muhte aber auch so kommen, weil sie nicht die Liebe vereint hat, sondern Eitelkeit und Habsucht. Adel und Bürgerstand paffen schlecht zusammen. Art soll sich zu Art halten, sonst gibts selten gute Früchte. Des Schneide­müllers Eigensinn und Verblendung trägt an allem die Schuld. Er hat es sich vorzuwerfen, wenn seine Tochter aus einem schlechten Platz steht.'

Das ist nicht unsere Sache. Ich habe den Geldheiraten niemals das Wort geredet und sie immer für eine Entwürdigung des heiligsten Sakramentes gehalten. Aber hier handelt es sich um Aergeres. Ein häßliches Gerücht ist aufgetaucht und will das Weib meines Sohnes für den Unfrieden, der im Herrenhaus herrscht, verantwortlich machen.'

Lüge, Walther, nichts als Lüge und Ge­meinheit!'

Eine Anklage, die wir nicht zu widerlegen im stände find und die auch uns mit Schlamm bespritzt.'

Nein, nein, da kenne ich Gertrud denn doch zu gut. Sie hat ihre Fehler und ihren harten Kopf, aber ehrenhafter und rechtschaffener kann keine sein. Darauf lege ich meine Hand ins Feuer!'

Damit schaffst Du da» schlimme Gerede

Eine günstige Wendung im Vorgehen gegen Venezuela.

Nach Mitteilungen auS bester Quelle ist die Lage folgende: Die verbündeten Mächte, welche unzufrieden mit der Antwort Bowens sind,

nicht aus der Welt. Ich stand meinem Amte seit langen Jahren als geachteter Mann vor, der weder etwaS zu verbergen, noch zu be­schönigen hatte. Was nicht krhstallhell und durchsichtig rein vor allen Augen bestehen kann, muß mit einem scharfen Schnitt von mir und Mr getrennt werden. Da hat aller Zusammen­hang aufzuhören. Von heute an besuchst Du die Försterei nicht mehr.'

Walter, das Verbot trifft mich schwer. Nimm es zurück,' schluchzte Magdalena.

Wenn ich Dir, meiner treuen, alten Ge­fährtin mit einem entschiedenenNein!" ant­worte, so mußt Du einsehen, daß mein Ent­schluß feststeht und ihn respektieren. Kurt hat sich von uns losgeriffen, um seinen eigenen Weg zu gehen. Ich ließ es wahrlich an Warnungen nicht fehlen und Du hast die Pflichten einer sorgenden, verzeihenden Mutter vollauf erfüllt. Jetzt verlange ich, daß Du Dich zurück­ziehst. Die Försterei und das Rektorhaus muffen künftig streng von einander geschieden bleiben. So will ich's! Und nun nichts mehr davon. Die Angelegenheit ist besprochen. Laffen wir sie jetzt ruhen um unsers eigenen häuslichen Friedens willen.'

Verschüchtert schwieg Magdalena. In der Folge wagte sie freilich manche zaghafte Bitte, aber dann verließ Olschmann jedesmal das Zimmer mit der schroffen Antwort:Du solltest endlich wissen, daß ich nicht mehr über die Sache reden will!"

Und doch unterlag eS keinem Zweifel, daß auch sein Herz nach dem Sohne rief und daß er mit diesem des Lebens eigentlichen Lichtpunkt verloren hatte. Der Rektor war recht alt ge-

liegt in diesem vom Staate vorgeschriebenen Ver­halten! Und ferner, entspricht dem Wahl­recht nicht auch die Pflicht zu wählen und für seine Stimme al» lebendiges Wesen, als Person einzutreten? Ist doch kein Handeln unser eigenes, das nicht der Mann deckt. Gegen diese Pflicht er­läßt der Staat dadurch, daß er geheime Ab­stimmung vorschreibt, eine Verrufs- er klär un g, er stempelt die Pflicht zum Vergehen. Im Namen der Freiheit. Ein Freiheitsrecht, das nur knechtisch ge­übt werden kann!Die Wähler, die nur im Geheimen für ihren Kandidaten stimmen wollen, tun ihm damit zu wissen, daß sie ihn in einen Kampf schicken, aber in dem Kampf nicht unterstützen können.' In diesem Satze faßt Lothar Bucher seine eigene Meinung über das geheime Wahlrecht zusammen: die vielleicht prägnanteste Verurteilung dieser demo­kratischen Forderung durch einen Mann, der bis zu seiner letzten Stunde Demokrat geblieben ist, ja sogar eine starke sozialistische Ader be­hielt, wenn auch mehr im Sinne von RodbertuS und Lassalle als in dem von Singer, Bebel und Konsorten.

Was mag unseren jetzigen Reichskanzler, der sich gern für einen Schüler Bismarcks ausgibt, zu einer Gesetzesvorlage bewogen haben, die den Ansichten des Meisters so schroff wider­spricht? Keinesfalls eine Notwendigkeit, wie sie diesen veranlaßte, die von der Mehrheit dcs Reichstags beschlossene Heimlichkeit deS Wahl­rechts hinzunehmen, um das Verfaffungswerk zu Stande zu bringen. Auch nicht die Selbst­verleugnung des Demokraten Bucher, der der deutschen Einheit daS Opfer seiner Wünsche brachte und der treuste Mitarbeiter ihres großen Begründers wurde. Wir sind wegen der Motive Graf Bülows auf Vermutungen angewiesen. Am nächsten liegt wohl die, daß die einfluß­reichste Partei, das Zentrum, eine Konzession erhalten soll, mit der eS Staat machen kann, ohne daß sie viel kostete. Es mag auch sein, daß sich das Zentrum damit vorläufig abspeisen läßt. Aber der andern Partei, die nicht müde wird, daS Kompromiß, worauf das Reichstags­wahlrecht beruht, anzugreifen, den Sozial­demokraten, denen wird die Konzession nur eine Birne für den Durst sein, und ihnen gegenüber kommt diese Nachgiebigkeit nur als ein Schritt abwärts auf der schiefen Ebene in Betracht. Wer seinerseits daS Reichtagswahlrecht unan­gefochten läßt, weil eS auf einem Kompromiß beruht, bleibt im Verhältnis zu diesem demo­kratischen Schößling frei, innerlich ganz und äußerlich gegen jeden Neuerer, während jeder, der eine Folge des Wahlrechts schärfer hervor­hebt, implicite dessen prinzipielle Anerkennung auSspricht und gegen weitere Ausdehnungen schwach wird.

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Marburg

Sonntag, 8. Februar 1903.

Auswärtige Stimmen zum Vorgehen in Venezuela.

Wiewohl das Urteil der Brüsseler Blätter in Sachen der Weltpolitik nicht schwer ins Ge­wicht fällt, darf mit Befriedigung verzeichnet werden, daß sie mit Ausnahme einiger Winkel­blätter in der venezolanischen Angelegenheit nicht nach der französischen Pfeife tanzen. Von den offenbar aus der Feder eines Diplomaten stammenden Artikeln desPetit Bleu' über di« Fährlichkeiten eines platonischen Urteils des Haager Schiedsgerichts haben wir kürzlich bereits Notiz genommen. Das genannte liberale Blatt fährt fort, den deutschen Kaiser gegen die maß­lose ungerechte Kritik eines französierenden, angeblich neutralen Blattes in Schutz zu nehmen, indem es die bisherige dilatorische Haltung Castros und BowenS gegenüber den Vorschlägen der verbündeten Mächte auf den Wunsch zurückführt, die ganze Angelegenheit auf die lange Bank der Haager Schiedsgerichts zu schieben, Zeit zu gewinnen und mittlerweile im Trüben zu fischen. Castro habe ja selbst seine Pläne im New Jork Herold in unge­schickter Weise offenbart, und eS sei nun zu hoffen, daß die Großmächte möglichst bald eine radikale Lösung der Angelegenheit herbeiführen. Auch die verständigen Ausführungen des Regie-

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Umschau.

Prinzessin Luise.

DaS Drama ist ei« Stück weiter zum Ende vorgeschritten. Die Krankheit ihres Kinder scheint der unglücklichen Frau schon etwas die Augen über den verhängnisvollen Schritt ge­öffnet haben, den fie, folgend dem Drange ihrer Gefühle, getan hat, und wir fürchten, daß jetzt nach der Trennung von dem Geliebten auch bald der letzte Rest des die schreckliche Wahrheit verhüllenden Schleier» fallen wird. Nach mensch­lichem Ermeffen ist eS ausgeschlossen, daß fich die zerrissenen Fäden wieder zusammenknüpfen lassen werden. Indessen ist ja auf dieser Welt nicht? unmöglich, und es scheint, als ob ge­schickte Hände mit vorfichtigster Sorgfalt bereits am Werke wären, die Steine des Anstoßes, die einer Wiedervereinigung der beiden fürstlichen Gatten im Wege liegen, hinwegzuräumen. Auf den ersten Schritt nach dieser Richtung deutet wenigstens folgende Nachricht:

Nach dem Wiener Tagblatt' soll der Papst einen Kämmerer in vertraulicher Sendung nach Mentone geschickt Haben, um der sächsischen Kronprinzessin einen zeitweiligen freiwilligen Eintritt in ein Kloster anzuraten. Er bürge für ihre persönliche Sicherheit und Freiheit. AuS Salzburg meldet das gleiche Blatt einen Stimmungswechsel der Kronprinzessin gegen Giron, der durch die schwere Erkrankung des Prinzen Christian hervorgerufen sei.

rungSblattes Journal de Bruxelles verdienen umso größere Berücksichtigung, als fie wohl der Mitarbeiterschaft eines belgischen Vertreters bei der Haager Konferenz zuzuschreiben find. I« hergebrachter Weise habe fich da» Publikum und der größere Teil der TageSpreffe auS GefühlsdusÄei in eine Helle Ent­rüstung gegen Deutschland hineingerrdet. In Wirklichkeit sei die venezolanische Regierung gegenüber den europäischen Staaten, insbesondere Deutschland gegenüber, Ver­pflichtungen eingegangen, denen nachzukommen Castro in verletzercker herausfordernder Weise fich weigere. Die StaatSkuüst habe jedoch seit Macchiavell einen weiten Weg zurückgelegt. Deutschland und England müsse man Dank dafür wissen, daß fie Castro« Regierung an die Pflichten der Ehrlichkeft erinnert haben. Me Schmäher Deutschlands und Englands haben in unüberlegter Weise für den Gauner und gegen den guten Gendarmen Partei ergriffe«. Wie in China, habe Kaiser Wilhelm auch in Venezuela das Recht verteidigt und den Welt­handel gefördert, indem er die Rolle deS guten Gendarmen übernahm. Gewisse transatlantisch« Regierungen suchen einer absonderlichen Moral Geltung zu verschaffen, indem fie daS Völker­recht gegen daS Handelsrecht und daS diplo­matische Protokoll gegen daS Protokoll de» Gerichtsvollzieher« ausspielen. Jeder vernünftige Geschäftsmann, jeder Industrielle oder Kauf­mann, der die Ursachen des deutsch-englischen Eingreifen» kennt, wird eS nur billigen, daß dm Mächte einen unehrlichen und schlechten Schuldner zur Beobachtung seiner Handelsverpflichtung«« anhallen. Der Donner der deutschen Geschütze in Maracaibo sei lediglich die Stimme des ver­letzten Rechts gewesen. Pflicht der modernen Regierungen sei ek, dafür zu sorgen, daß die Staaten ebensowenig wie Privatpersonen nicht ungestraft Recht und Gerechtigkeit verletzen. Ein erfreuliches Schauspiel sei eS daher gewesen, als ein so mächtiger Herrscher wie Kaiser Wilhelm II. sich erhob, um im Namen der ver­höhnten Ehrlichkeit den Opfern eines ehrlosen Staates Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Der deutsche Kaiser, den sein ritterlicher Charakter kennzeichne, habe die Klagen seiner Untertanen gehört und auch die Verteidigung der Interessen der Kleinstaaten übernommen. Wir bekennen uns daher offen zu der Ansicht,' schließt daS offiziöse Organ,daß die Stimm« der deutschen Kanonen nicht eine Eroberung und nicht die Niederwerfung eines Volke», sondern der majestätvolle Ausdruck der modernen Zivilisation bedeutete.'

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worden, und wenn er gebückt und langsam dahinschritt, blickte ihm mancher kopfschüttelnd nach und murmelte:Unser Herr Rettor fieht fich gar nicht mehr gleich. Der muß doch einen schweren Kummer mit fich schleppen.'

Magdalena aber fühlte ihre Sehnsucht nach Kurt täglich wachsen und es war ihr zn Mute wie einem Verbannten, der vor Heimweh stirbt.

Die einzige Mittelsperson zwischen der Försterei und dem RektorhauS bildete Fräulein von Sterneck, die nun, da des Winters Strenge nachzulaffen begann, all­wöchentlich ihre Pflegetochter besuchte und dann aus dem Rückweg immer an das Fenster der Rektorin klopfte.

Viel Frohes konnte fie doch auch nicht be­richten, brachte aber doch eine Kunde, welche die alte Frau mit gefalteten Händen, Thränen der Freude und Rührung im Auge, vernahm, eine Kunde, die fie zu dem Ausruf veranlaßte:

Gott sei Dank! Jetzt wird Alles wieder gut werden."

So hoffe ich auch," sagte Melanie freund­lich und doch sprach keine innere Ueberzeugung uns dieser tröstender Zustimmung.

Von Stunde an hatte Magdalena ein ängst­lich gehütetes Geheimnis vor dem Gatten.

War er abwesend, so arbeitete fie trotz ihrer schwachen Augen emsig an einer niedlichen Ausstattung. Mit rührendem Eifer wurde jeder von dem Wirtschaftsgeld ersparte Groschen in eine Keine Sparbüchse geworfen und dan« zum Ankauf weichen Lernen« und schmal« Bändchm verwandt.

(Fortsetzung folgt.)

Schloß Schönfeld.

Roman von B. Eoronh.

! Fortsetzung.)

Ost wollte eS freilich wie ein Sonnenstrahl durch diese Nebel brechen, dann nahm fich Kurt fest vor, bei seiner Heimkehr einen recht freund- lichen Ton anzuschlagen; aber die gute, herzliche Rede ging ihm nicht über die Lippen, wenn er in das ernste, müde Geficht der jungen Frau sah, die zwar alle ihre häuslichen Pflichten mit tadellosem Eifer erfüllte, aber ohne jede inner­liche Freudigkeit, und es nicht über fich gewinnen konnte, ihm, der fich doch in seinem Rechte glaubte, wenigstens auf halbem Wege entgegen­zukommen.

So schlug der Argwohn von Tag zu Tag tiefer Wurzel in deS Manne« Seele und Ger­trud tat nichts, um diese feindliche Gewalt zu bekämpfen, sondern sagte fich nur mit namen­losem Schmerz:Kurt bereut. Sein Vater hat ihn richtig beurteilt. Dem kurzen Liebesrausch ist die Ernüchterung gefolgt. Dagegen läßt sich «benso wenig etwas tun, wie gegen den Tod.'

Fast noch mehr litt de« Förster« Mutter Unter dieser traurigen Wendung der Verhältniffe. Sie wurde wirKich zur Märtyrerin ihre« treuen, demütigen Herzens.

Im Finstern wühlend hatte Martin dafür gesorgt, daß auch dem Rettor üble Gerüchte zu Ohren kamen, und als Magdalene diese bösen Verdächtigungen entkräften wollte, gab es eine arge Scene.

Schweige!' donnerte Olschmann.Ich habe Dir nachgegeben, mehr als es fich mit meinem

Noch mehr Heimlichkeit im politischen Leben?

Der BundeSrat hat dem Reichstage einen Gesetzentwurf vorgelegt, durch den die Heimlich­keit de» Reichstagswahlrechts gefichert werden soll. Ob die vorgeschlagene» Mittel zweckmäßig find, wird fich wohl erst durch ihre wirkliche Anwendung eichroben laffen, also ex post und zv spät, «m anderS al» durch ein zweites Gesetz uerbeflett werden zu können, und dieses zweite wird vielleicht noch weitere Nachfolger erfordern. In Baden, wo für die Landtagswahlen etwas ähnliche» gilt, wie jetzt für daS Reich vorge- fchlagen wird, ist der Haupterfolg gewesen, daß die Eingeweihten über die Umständlichkeft lachen und daß die Gemeindebehörden, nament­lich auf dem Lande, darüber seufzen; diese haben ja, wie auch bei den Reichstagswahlen, die Wahllokale zu stellen und auf ihre Kosten zweckentsprechend eiuzurichten, so gut und billig oder so teuer und schlecht e» gehen mag. Ganz einfach und, rein prattisch genommen, unbedenk­lich ist die Sache also nicht. Man weiß dies auch schon lange. ImErblande der politischen Weisheit,' in England, ist nach dem Zeug­nis Lothar Buchers die geheime Stimmgebung von jedem Ministerium lange Jahre mit dem Grunde abgewehrt worden, daß daS Ballot, wie die englische Bezeichnung lautet, nicht im mindesten die Heimlichkeit sichern werde.

Die englischen Minister führten nach Bucher " stets noch einen zweiten Gegengrund an: Die durch daS Ballot geficherte Heimlich­keit werde den englischen Charakter verderben." Derselben Meinung ist für unS unsre erste Autorität, Fürst Bismarck. I» feinen Gedanken und Erinnerungen hat er auch die Wahlrechtsfrage behandelt und kommt zu dem Ergebnis:......Außerdem halte ich

noch heute da« allgemeine Wahlrecht nicht bloß theoretisch, sondern auch praktisch für ein berechtigtes Prinzip, sobald nur die Heim­lichkeit beseitigt wird . .. fie hat einen Charakter, der mit den besten Eigenschaften deS germanischen Blntes im Widerspruch steht.'

Lr>as find das für Eigenschaften, die Fürst Bismarck im Sinne hatte? Doch wohl Auf­richtigkeit, Treue und Mannhaftigkeit. Wird die Aufrichtigkeit nicht herabgezogen und unter­graben, wenn dem Staatsbürger nicht bloß erlaubt wird, zu verschweigen, wer der Mann seines Vertrauens ist, wenn dies für ihn sogar ein Gebot ist, deffen Uebertretung Strafe nach fich zieht? Und als Strafe die Nichtigkeit der Stimmabgebung, also gerade dessen, wozu fich laut zu bekennen jeden schon das geringste Maß von Treue auffordert. Welche Schule von Mannhaftigkeit auch

Erscheint täglich außer mt Samt- und Feiertagen.

Sonnabends in Morgen« und Abend-Ausgabe. ßQ

Druck und Verlag: Joh. äug. Koch, Universität- - Buchdruckers * "V J H#

Marburg, Markt 21. Telephon 55.