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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

M 38

TonntagsheU«-«: JIluftrirtes S»n»tagsblatt.

Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 ML, bei allen Postämtern 2,25 Ml. (excl. Bestellgeld).

^nsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reklamen: dir Zeile 25 Pfg.

Marburg

Somabend, 7. Februar 1903.

Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertage«. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Umversitäts - Buchdruckerei Marburg, Markt 21, Telephon 55.

38. Jahrg.

Mittag-Ausgabe.

Wo der Arbeiter sparen kann.

Dem Parteiorgan der Konservativen im Königreich Sachsen »Das Vaterland" entnehmen wir die folgenden beachtenswerten LirsfShrungen:

Die »Chemnitzer Volksstimme" veröffentlicht in einer ihrer letzten Nummern das Haushalts­budget eine« jedenfalls in Chemnitz wobneyden CisenbohrerS, verheiratet und Vater von zwei Kindern, um darzutun, in welcher traurigen Lage bei der im vergangenen Jahre herrschen­den KrifiS die Metallarbeiter sich befunden. Das Einkommen hat bei teilweise herabge­minderter Arbeitszeit und einem Etundenlohn von 30 Pfg. 746 Ml. 17 Pfg. betragen. Ver­ausgabt worden find für Mietzins 143 Mk. 75 Pfg., Licht und Feuerung 50 Mk., Kleidung und Wäsche 85 Mk., Schuhwerk 36 Mk. 80 Pfg., Kranken« und Invaliditätsversicherung 25 Mk. 48 Pfg., Gemeindesteuern 11 Mk. 80 Pfg., StaatSsteuer inkl. Zuschlag 3 Mk. 75 Pfg., Hilfskrankenkaffe 9 Mk., Schulgeld inkl. Bücher für 1 Kind 7 Mk., Umzugskosten 9 Mk. und Preffe und Verband 22 Mk. 80 Pfg., zusammen 354 Mk. 38 Pfg.; e8 find also zur Bestreitung der übrigen Lebensbedürfnisse nur 409 Mk. 79 Pfg., also nicht ganz 8 Mark für die Woche übrig geblieben. Wir geben ohne weitere» zu, daß ein solches Einkommen für Chemnitzer Verhältnisse nicht zureichend ist und daß eine auS vier Köpfen bestehende Familie, wenn fie ehrlich durchkommen will, gewissen Beschränkungen und Entbehrungen fich unter­werfen muß. Aber eine Bemerkung können wir doch nicht unterdrücken. Ein Mann, der vur ein so geringes Einkommen hat, durfte sein Budget mit einem solchen Ausgabeposten von 22 Mk. 80 Pfg. für parteipolitische Zwecke nicht belasten. Hier war der Punkt, wo er wirklich hätte sparen können und sollen. Die 22 Mk. 80 Pfg., die von dem schmalen Ein­kommen in die sozialdemokratischen Taschen geflossen find, wären sicher beffer angewandt gewesen, wenn fie die Frau zu Wirtschaftsaus­gaben hätte verwenden können, lieber die wenigen Mark Staatssteuern, die dem Arbeiter abgefordert werden, erhebt die sozialdemokratische Presse ein gewaltiges Lamento. Daß aber, wie im vorliegenden Falle, ein Arbeiter fast den sechsfachen Betrag der Staatssteuern für Zwecke der sozialdemokratischen Preffe opfert oder vielmehr bei dem bekannten Terrorismus opfern muß, dafür findet fie kein Wort des Tadels. Ja, das ist eben etwas ganz anderes.

Auch die »Sächs. Arbeiter-Zeitung" ver­öffentlicht das Budget eines Arbeiters. Dar-

(Nachdruck verboten.)

Die Tante mit dem Laubfrosch.

Bon Rudolf Hirschberg-Jura.

Alle guten Tanten haben ihre kleinen Neffen gern. Auch Tante Malchen liebte ihren Neffen, und fie besaß auch einen, der Paulchen genannt wurde.

Me kleinen Jungens haben die Laubfrösche gern. Auch Paulchen liebte diese Tierchen. Aber er besaß keines. Deshalb wünschte er fich eins und sehnte fich danach.

Die gute Tante Malchen beschloß daher, dem kleinen Paulchen einen kleinen Laubfrosch zu Weihnachten zu schenken, und zwar faßte sie diesen Beschluß klugerweise schon im zeitigen Herbst, ehe da8 grüne Getier zum Winterschlaf in seine Verstecke kroch. Im Schweiße ihres Angesichtes streifte nun die alte dicke Tante am BacheSrande durch die herbstlichen Wiesen und suchte sorgsam Gesträuch und Bäume ab, aber fie erbeutete nichts. Das lag offenbar an ihrem Mangel an Hebung und Geschick. Anstatt fich jedoch der Verzweiflung zu ergeben und auf PaulchenS Weihnachtsfreude einfach zu verzichten, tat die gute Tante etwas anderes.

Sie erkannte, daß fie ihre schwere Aufgabe besseren Jägern anvertrauen müsse, und allen Jungens, denen fie auf ihrem Heimwege be­gegnete, und die ihr einigermaßen vertrauens­würdig aussahen, gab fie den Auftrag, auf den Laubfroschfang auLzuziehen.

»Wer mir einen bringt, bekommt 50 Pfg.", sagte fie und erregte damit die Gemüter zu sehr lebhaftem Tatendrang. Denn bisher war an fcer Laubfroschbörse das Stück immer nur zu

nach verdiente der Mann im Jahre 1902 als Maurer bei einem Stundenlohn von 43s/t Pf. nur 748 Mk. 56 Pf. und durch andere Arbeiten 55 Mk. 11 Pf. Die geringe Einnahme erklärt fich aus der auffallend kurzen Arbeitszeit, denn der Mann hat im ganzen Jahre nur 1711 Stunden oder bei neunstündiger Arbeitszeit 190 Tage gearbeitet. Er scheint auch vorübergehend gestreikt zu haben, denn er empfing als »Gemaßregelten-Unterstützung" 1 Mk. 50 Pf. Da die aus drei Köpfen bestehende Familie mit diesem bescheibenen Verdienst nicht leben konnte, mußte die Frau mitverdienen, fie erwarb 157 Mk. 32 Pf., so daß die Gesamteinnahmen, inbegriffen 33 Mk. 88 Pf. Dividende und Kapitalzinsen vom Konsumverein Löbtau und 12 Mk. 32 Pf. Unterstützung für eine geleistete Hebung, auf 1014 Mk. 93 Pf. fich beliefen. Die Ausgaben betrugen 1048 Mk. 23 Pf., übertrafen demnach die Einnahmen um 33 Mk. 24 Pf. Letztere mußten aus früheren Erfpar- niffen, wo der Mann vermutlich fleißiger ge­wesen, gedeckt werden. Die »Sächs. Arbeiter- Zeitung" behauptet nun, wenn man die ein­zelnen Pofitionen der Ausgaben durchgehe, so würde man sagen müssen, daß sich nicht eine darunter finde, die unnötig fei. Wir find andrer Meinung. An Taschengeld des Mannes sind jährlich 86 Mk. 32 Pf. in Ausgabe gestellt. Dieser Posten ist entschieden zu hoch. Wir kennen Arbeiter, Handwerker und Beamte, die fich ein so hohes Taschengeld fast ein Achtel des ganzen Verdienstes nicht leisten. Weiter aber find unter den Jahresausgaben angeführt: Gewerkschafts­beiträge 20 Mk., Parteibeitrag 4 Mk. 20 Pf. Litteratur, d. h. Auslagen für sozialdemokratische Zeitungen und Schriften 15 Mk. 85 Pf., zu­sammen also 40 Mk. 5 Pf. Diese lediglich zur Förderung sozialdemokratischer Bestrebungen dienende Ausgabe war gänzlich überflüssig und konnte erspart werden; dann wäre auch das Zurückgreifen auf die Ersparnisse nicht nötig gewesen. Der Arbeiter, dessen dieSächs. Arbeiter-Zeitung" sich so warm annimmt, scheint aber auch ein fleißiger Besucher sozialdemokra­tischer Versammlungen zu sein, und daraus erklärt fich auch das ungewöhnlich hohe Taschen­geld, das er verbrauchte.

Wir haben mit Absicht diese beiden Beispiele aus dem Leben herausgerissen, nm daran zu zeigen, welche Kosten die Zugehörigkeit zur Sozialdemokratie verursacht, und wie letztere ihre Anhänger schröpft. Viele verständige Arbeiter haben dies auch schon eingesehen. Wenn sie trotzdem fich von einer Partei, die sie in so unverantwortlicher Weise aussaugt, nicht offen abwenden, so erklärt fich dies un­schwer aus der Furcht vor dem Terrorismus, dem fie sonst ausgesetzt wären. Schon beginnt aber vereinzelt der Widerstand gegen die plan­mäßige Ausbeutuug durch gewerbsmäßige

fünf bis höchstens zehn Pfennigen gehandelt worden, und scharenweise ging jetzt die ganze männliche Schuljugend der Stadt dem gewinn­bringenden Unternehmen nach, der guten Tante Malchen Laubfrösche zu liefern.

Bereits am selben Abend hatte fie Gelegen­heit, den Preis von 50 Pfennigen für ein ganz allerliebstes Fröschlein zu erlegen, und nach einem kurzen Gespräch mit dem Jungen, der ihn gebracht hatte, sagte fie zu ihm: »Es ist gut," und er konnte gehen und war sehr ver­gnügt über den abgeschloffenen Handel.

Am nächsten Morgen aber erschien wieder ein Junge mit einem Laubfrosch, und bann noch mehrere, und nachmittags eine ganze Menge, und jeder wollte 50 Pfennige von Tante Malchen haben. Tante Malchen aber gab keine 50 Pfg. weiter her und zankte über das viele Trampeln auf ihrer Treppe und das viele Klingeln an ihrer Tür und sagte zu all den armen Jungens: Es ist gut," und fie konnten wieder gehen und schlichen betrübt davon. Weil fie fich ober von der guten Tante so schnöde um ihre frohen Hoffnungen betrogen fahen, so sagten fie, das wäre eine Gemeinheit. Und daS war es auch. Denn als gegenüber dem überreizten Angebot an Fröschen die in Aussicht gestellte Nachfrage plötzlich auSblieb, riß an der Börse in der Ecke hinter dem Schulgarten eine fürchterliche Baisse ein, die den Preis bis aus 2 ober 3 Psennige drückte.

Nach Fröschen hatte Tante Malchen keine Nachfrage mehr, wohl aber nach Fliegen. Klugerweise hatte fie allerdings dem Lieferanten ihres Laubfrosches vor Aushändigung der 50 Pfennige da« Versprechen abgenommen, ihr bis

Agitatoren sich zu regen, und wenn diese Be­wegung um sich greift, dürfte der sozialdemo­kratische Anhang rascher zusammenschmelzen, al« er eingefangen wurde.

Umschau.

Schiffsneubauten im Jahre 190 2.

Die gewaltige Ueberleaenheit der britischen Handelsflotte, die an Zahl und Gesamttonnage ihrer Fahrzeuge noch immer unerreicht dasteht, kommt auch in dem Anteile Großbritannien« an den Schiffsneubauten de« Jahres 1902 zum Ausdruck. Die Zunahme für die wichtigsten am Seeverkehr beteiligten Staaten, Rußland ausgenommen, deren kaiserliche Werften eine Erteilung von Angaben über ihre Tätigkeit im einzelnen abgelehnt haben, betrug im abge­laufenen Jahre 2476 Fahrzeuge mit einem Gesamtdeplacement von 2 787 824 TonS, sodaß fich für daS einzelne Fahrzeug ein DurchschnittS- raumgehalt von rund 1150 Tonnen ergibt. Von diesen neu hinzugekommenen Schiffen wurden 937 mit 891 520 Tons in Schottland, 431 mit rund 771700 Tons in England und Irland, 5 mit 51560 auf staatlichen Wersten erbaut In den Kolonieen betrug die Zahl der Schiffsneubauten 86 Schiffe mit 24700 Tonnen, so daß danach die Wersten Großbritanniens und seiner Kolonieen insgesamt 1459 neue Schiffsgefäße mit einem Laderaum von nahezu 1,7 Million Tons lieferten. Der Rest der Neubauten, 1017 Schiffe mit 1088 370 Tons, verteilt sich auf nicht weniger als 15, in einer Zusammenstellung derShipping World" berücksichtigten Länder; demnach würde also Großbritannien an der Vermehrung des Schiffs­baues mit 61 Proz., alle übrigen Staaten zu­sammen dagegen nur mit 39 Proz. beteiligt sein. Unter diesen stehen die Ver. Staaten von Nordamerika mit einer Vermehrung der auf amerikanischen Wersten gebauten Schiffs­räume um 317 775 Tonnen an erster Stelle. Werin auch diese Angaben ein vollständig klares Bild über die Vermehrung der Handels-Fahr­zeuge Großbritanniens und der Ver. Staaten nicht gewinnen lassen, da ein nicht unbeträcht­licher Teil der neuerbauten Schiffsräume für fremde Rechnung bestimmt gewesen sein dürfte, so bleibt doch der Fortschritt, den diese Länder als Teilnehmer am internationalen Seeverkehr im letzten Jahre gemacht haben, so bedeutend, daß man die Hoffnung, die deutsche Schiffahrt auf gleicher Entwickslungsstufe zu sehen, sobald nicht verwirklicht finden wird. Immerhin find die Aussichten für daS laufende Jahr keineswegs unbefriedigend. Am 1. Januar befanden fich allein für Rechnung Hamburger Rhedereien 29 größere Seeschiffe im Bau, von den 22, und zwar Dampfschiffe und Segler der verschiedensten Dimensionen und Bestimmungen,

zu Weihnachten täglich zehn lebende Fliegen zur Beköstigung des kleinen Gefangenen zu bringen. Klugerweise hatte der Junge da« verlangte Versprechen auch bereitwillig geleistet; denn was verspricht der Mensch nicht alles, um fich in den Besitz eines baren Kapitals zu setzen! Gehalten hatte er aber sein Versprechen nicht, und so hätte der arme Hupf, wie die Tante das kleine Fröschchen nannte, einfach am Hunger­tuche nagen können, wenn er eins gehabt hätte.

Er befand fich aber in einer leeren Einmache­büchse und hatte darin nur viererlei zu seiner Verfügung: Erstens nicht« Eingemachtes, zweitens eine Leiter, drittens etwas Grünzeug und vierten« ein Psützlein Wasser, aber weder eine Fliege, noch ein Hungertuch.

Tante Malchen sah den Hunger de« fast verschmachtenden Hupf eine Zeit lang mit an; al« fie aber merkte, daß ihr wortbrüchiger Lieferant mit seinen Fliegen einfach ausblieb, verlor fie da« Vertrauen zu dem Geschäftsge- bahreu der Laubsrofchjungen« ebenso, wie diese es dem ihrigen gegenüber verloren hatten, und fie fah sich genötigt, selbst dem Fliegenfang obzuliegen. Dabei bewies fie weit mehr Ge­schick, als vordem bei der Laubfroschjagd. Nach wenig Wochen waren daher die Jagdgründe ihrer altjüngferlichen Wohnung erschöpft, und als die kalte Jahreszeit hereinbrach, war auch nicht eine überwinterte Fliege mehr in ihren Zimmern anzutreffen.

Wieder grinste der Hungertod dem armen Hupf entgegen, aber Tante Malchen wirkte fich nach kurzem Ueberlegen von einem gutherzigen Fuhrwerksbefitz« die Erlaubnis au«, in dessen Pferdeställen nach willkommen« Beute zu

deutschen Wersten übertragen sind. Die Segel­schiffe, drei an der Zahl, besitzen ein Gesamt­deplacement von 7150 Reg.-Tons Netto, die 26 Dampfschiffe eine solche von ca. 100000 Reg.-Tons Brutto. In dieser fast ausschließ­lichen Vergebung der Neubauten an deutsche Werften darf ein ersteulicher Beweis dafür ge­sehen werden, daß die deutsche Schiffahrt in dieser Beziehung mehr und mehr vorn Ausland unabhängig wird und somit immer innig« mit den übrigen Zweigen de« deutschen Wirtschafts­lebens verwächst, dessen gedeihliche Entwickelung zum großen Teile auf d« Erhaltung und Er­weiterung de« deutschen UeberseehandelS beruht.

Neue Dienstanweisung für Blockwärter.

®er zur Beratung einer Dienstanweisung für Blockwärter eingesetzte Ausschuß hat e« in fein« Mehrheit al« «forderlich bezeichnet, 1. daß auf Bahnstrecken mit elektrischer Strecken­blockung in gleicher Weise, wie die« in den Vorschriften für den Telegraphendienst für die Strecken mit telegraphischem Zugmeldeverfahren vorgeschrieben ist, sämtliche Züge von Zug- melbeftation zu Zugmeldestation abgemeldet w«den; 2. daß alle Streckenblockstationen diese Abmeldungen mitlefen; und 3. daß die Ab­meldungen von den Streckenblockwärtern in ein Zugmeldebuch eingetragen werden. Ebenso gelangte der Ausschuß, der zur Prüfung der für die Sicherung haltend« Züge vorzusehenden Einrichtungen eingesetzt ist, zu der Ansicht, daß die Benachrichtigung der Blockwärt« über Nummer und Gattung d« zu erwartenden Züge eine sehr willkommene Ergänzung der durch die Block­einrichtungen bezweckten Sicherung der Zugfolge bilden würde und geeignet fei, etwaigen Fehlern in d« Blockbedienung, besonder« bei eintretenden Unregelmäßigkeiten, vorzubeugen. Die Ein­tragung der Abmeldungen in das Dienstbuch sei weniger zweckmäßig, al« die Eintragung der Blockbedienungen selbst, und zwar in der Art, daß auf jeder Blockstation ein Buch nach bem Vordrucke der in vielen Bezirken üblichen Zug­meldebücher geführt werde, in das die Nummer und Gattung jedes Zuges und die Zeit all« bei der Blockstelle eintreffenden und von ihr auSzuübenden Blockbedienungen einzu- tragen wären. Bei den außerordentftch ver- f(Siebenen Betriebsverhältnissen ber einzelnen Bezirke unb mit Rücksicht auf bie eben­falls verschiedene Ausbildung der telegraphischen Zugmeldeeinrichtungen erachtet eS der Mimst« der öffentllchen Arbeiten zunächst nicht für zweckmäßig, allgemein gültige Vorschriften üb« daS Abmelden neben der Blockbedienung unb über die Beteiligung der mit elektrisch« Streckenblockung ausgerüsteten Zugfolgestationen an dem Zugmeldeverfahren zu geben, will e» vielmehr den Königlichen Eisenbahndirektionen überladen, die den gegebenen Betriebs­

suchen. Eifrig betrieb nun die gute dicke Tante zwischen den stampfenden Rossen im duftenden Marstall ihre Jagd und erwarb so bem daheim geduldig harrenden Pflegling daS tägliche Brot. DaS war freilich ein mühsamer Broterwerb, aber Tante Molchen unterzog sich der Arbeit gern um deS kleinen Hupf willen unb um deS kleinen PaulchenS willen, beffen Weihnachts­freude fie ja dabei vorbereitete.

Noch nie hatte fie allerdings das WeihnachtS- fest sehnlicher herbeigewünscht, als wie dieser Jahr, und als fie nun endlich am Heiligen Abend die Büchse mit dem wohlgemästeten Sorqenkinde in PaulchenS Hände legte, da empfand sie so recht die Wahrheit des alten Wortes:Geben ist seliger, denn nehmen," denn nun hatte fie gegen Hupf keine Pflichten mehr.

Paulchen empfand die Wahrheit des Wortes nicht sogleich. Tie Tante hatte ihm zugleich mit dem Frosche selbst die Erlaubnis abgetreten, nun­mehr in ihrem bisherigen Ps«destoll auf die Fliegenjagd zu gehen, und Paulchen hatte diese Erlaubnis mit hoher Freude ergriffen. Da er aber mit langen blonden Locken, mit einem braunen Samrnetanzug unb mit einem breiten weißen Hemdkragen geschmückt zu fein pflegte, so kränkte es feine Mutter sehr, daß Paulchen nach dem Fliegensang imm« in sehr wenig geschmücktem Zustand aus dem Perdestall wieder heimkam, und fie sagte, da« wäre eine Schmutzerei, der Vater gebrauchte sogar einen noch kräftigeren Ausdruck, unb Paulchen durfte bie Jagd im Pferdestall nicht mehr ausüben. Da« betrübte ihn sehr; bem» ber Pferdeftall hatte ihn triel mehr ergötzt, all