Marburg
HZ 37
R-.» 10«» Sonnabend, 7. Februar 1903.
Btertelji hrlicher Bezugspreis: bei der ExpHition 2 ML, bei allen Postämter« 2,25 ML (excl. Bestellgeld).
Erscheint täglich äußer an Sonn- und Feiertag«.
Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgab«. OQ
Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniversitatS - Buchdruckerei *
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Sonntagsbeilage: Jllirftrlrtes Sonntagsblatt.
Die konservative Partei
Wt jetzt. von allen Seiten angegriffen, mitten im Feiwr. ES ist, als habe man bei unseren Gegnern die Empfindung, daß jetzt ein geeigneter Moment gekommen sei, um die Konservativen „an die Wand zu drücken." Die Sozialdemokraten und Freisinnigen find ja schon lange auf der Lauer, um das .Junkerregiment" ab- zuschütteln und einen Shstemtvechsel in ihrem Sinne zu erzwingen. Das Charakteristische dieser unserer schärfsten Gegner aber ist dieses, daß sie aus eigener Kraft gegen die Position der Konservativen nichts auSzurichten vermögen «nd daß sie auf Hilfe durch die Regierung rechnen, um in Reich und Staat endlich oben- auf zu kommen.
Der ewig herrschastslüsterne Liberalismus, deffen Grenze zwischen dem NationalliberaliS- muS und dem Barthschen Börsenliberalismus sehr verwaschen ist, läßt sich natürlich gerne bereit finden, an dem Kampfe gegen die Konservativen teilzunehmen. Der Gedanke an den großen Rütkibund, den der Abgeordnete Barth in einen Bund mit der Sozialdemokratie erweitert hat, sputt noch immer in den Köpfen der „entschieden" Liberalen. Sie schreien förmlich nach einem „Shstemwechsel" und suchen in ihren Schilderungen konservativer Schlechtigkeiten noch die sozialdemokratische und wadel- strümpflerische Preffe zu überbieten — natürlich nur, um die Regierung vor den entsetzlichen konservativen Ränken zu warnen.
Ein nettes Stückchen solcher — sagen wir deutlich: verleumderischer Darstellung von konservativen „Jntriguen" gegen den Reichskanzler hat die „Magdeburgische Zeitung" zur Erhebung der Gemüter ihres Leserkreises gerade in ihrer letzten Sonntagsnummer veröffentlicht. Wir zitieren daraus nur die folgenden Stellen:
„Wir sprachen von dem Bohren und Nagen an der Stellung des Grafen Bülow. Hoffentlich wird er solchen heimlichen Angriffen Widerstand leisten. Es ist jedoch keineswegs zu verkennen, daß Gefahren vorliegen.... Graf Bülow will Handelsverträge schließen. Das ist nicht nur sein Entschluß, sondern ein unabweisbares Ergebnis der ganzen Lage. Er will auch nicht eher ben Zolltarif in Kraft setzen, als bis er die Handelsverträge gesichert hat. Das ist ein fernerer Punkt, der ihn in scharfen Gegensatz zu den Agrariern bringt. Diesen muß aber alles darauf ankommen, ihn daran zu hindern und die Handelsverträge zu verschleppen, bis ein neuer Kanzler kommt, der den Zolltarif ohne Handelsverttäge in Kraft setzt. Dies hoffen sie mit der Zeit zu erreichen. Je länger sich der Abschluß hinzieht, desto mehr Hoffnung haben sie, daß sich das alte Wott
48 Nachdruck verboten.)
Schloß Schönfeld.
Roman von B. Coronp.
«Fortsetzung.) f
Gertrud fügte sich dem Befehl» erhob aber stillschweigend Prottst dagegen, und schien gerade durch ihr rasches Gehorchen, durch ihr jähes abbrechen alles deffen, was zu ihren liebsten Gewohnheiten gehött hatte, und durch die eisige Miene, mH der sie es tat, andeuten zu wollen: „Ich folge keineswegs meiner Ueber- zeugung, sondern nur dem, was Unvernunft und Despotismus von mir fordern."
So faßte auch der Förster ihr Gebühren auf, und die schnelle Erfüllung seines Gebotes reizte und verdroß ihn mehr, als er sich davon befriedigt fühlte."
„Ich habe Dir gesagt, daß Du künfttg seltener und nur in meiner Begleitung Tante Melanie aufsuchen sollst," bemerkte er. „Bon einem gänzlichen Verleugnen aller Beziehungen war nicht die Rede."
„Ich schrieb an Fräulein v. Sterneck und legte ihr die Gründe meines Fernbleibens dar," erwiderte sie kurz. „Ihrerseits erfolgte auch keine Gegenrede. Meine Pflegemutter drängt sich niemand auf und gehört zu den großen Naturen, die Alles begreifen. Unter Aufsicht und strenger Kontrole betrete ich das LandhäuSchen nicht wieder. Mich führten nur Dankbarkeit und kindliche Liebe dorthin. Ich konnte ja nicht ahnen, daß man sogar dieses schöne, reine Verhältnis mit Schmutz bewerfen würde. — Das ist geschehen. Was wäre auch einem Mattin Oettel unmöglich?"
„Ich erklärte ihn immer für einen verlogenen, rohen und böswilliaen Burschen. Aber was er
bewähtt: inserim aliquid fit. Sie haben ihre Fäden und Verbindungen hoch hinauf, und wenn sie selbst ihre Ueberzeugungen nicht mehr vorzutragen wagen, so ereignet es sich Wohl, wie man sagt, daß ihre Damen sogar an der kaiserlichen Tafel von dem Vorrecht der weiblichen Geschlechts den ausgiebigsten Gebrauch machen und die agrarischen Jeremiaden vortragen. Angesichts dieser Tatsachen kann man nur wünschen, daß die Linke keine Dummheiten begeht und daß die Regierung nicht beim Auslands aus Schwierigkeiten stößt, wenn sie Handelsverträge abschließen will. Es gilt hier, rasch der Lage entsprechend zu handeln. Sollte Graf Bülow an ausländischem Widerstände gegen die Handelsverträge stolpern, so würden die Gegner solcher Verträge Fanfaren schmettern lassen."
Etwa» anderes zu tun, als dieses der- leumderische und noch dazu herzlich albern erfundene Zeug durch sich selbst wirken zu lassen, wird man von uns nicht verlangen. Zur Charatterifierung des Börsenliberalismus, wie ihm „Rational-Zeitung" und neuerdings auch „Magdeburgische Zeitung" und „Hannoversche Courier" huldigen, genügt der Abdruck der obigen Leistung, deren Zweck eS ist, den Grafen von Bülow mit einem zurechtgemachten Popanz einzuschüchtern und ihn soweit nach links zu treiben, wie man ihn haben möchte. Und solche Leute sprechen vom Jntriguieren! Und solche Leute, die auS eigener Krast nichts find, die alles von einer ihren Wünschen ergebenen Regierung erwarten, wollen den Ton in der Polittk an geben!
Auch in der Zentrumspresse schlagen einzelne Organe einen unfreundlichen Ton gegen die Konservativen an und geben unserer Partei Verhaltungsmaßregeln. In der Zentrumspartei wacht man bekanntlich eifersüchtig über die Wahrung der Selbständigkeit nach allen Seiten; um so mehr sollte man auch die Bedachtnahme der Konservativen auf ihre Selbständigkeit anerkennen. Die „Kölnische Volkszeitung" behauptet, da8 Gebühren der Konservativen lasse kaum noch die Hoffnung offen, daß diese den Handelsverträgen, tote sie allein möglich seien, zustimmen würden. Die Regierung sei wohl auch schon zu dieser Ueberzeugung gelangt. Sie besitze ja „unendlich viel Geduld mit den Konservattven", aber schließlich könne sie doch einmal erklären: „Wenn ihr denn kein Vertrauen zu unS haben wollt, so wollen wir uns auch nicht weiter darum bemühen", und sich an andere Parteien wenden. Das liest sich fast wie „Scharfmacherei" der Regierung gegen die zu selbständigen Konservattven.
Wir zweifeln daran, daß es dem leitenden Zentrumsorgan darum zu tun sein könnte, den Freihändlern in die Hände zu arbeiten; aber
in der Schänke „Zum weißen Roß" vorbrachte, das wurzelte denn doch in dem Boden der Wahrheit."
„Nein!"
„Ja, wa« die äußeren Tatsachen anbelangt. Die lassen sich nicht in Abrede stellen. Daß Du Dir nichts übleS dabei dachtest, kann von niemand bewiesen werden. Daran ändert Deine beliebte Redensatt: „Der das gesagt hat, ist ein gemeiner, nichtig denkender Mensch," ebenso wenig etwas, wie Dein verächtliches Achselzucken. Wer allein in der Welt steht, mag tun, was ihm beliebt, nicht aber, wer auch für die Ehre eines Zweiten zu haften hat. Da nenne ich solch hoffättige Gleichgiltigkeit leichtsinnig und rücksicktslos, ja mehr als daS: pflichtvergessen."
„Kutt!"
„Was?"
Gertrud stttch dar dichte, wellige Haar mit einer hastigen, nervösen Bewegung beider Hände aus der Stirn. „Ich habe Dir an jenem Morgen, als Du mich am Grabe der Mutter batest, Dein Weib zu werden, meine Fehler und Schwächen so ehrlich eingestanden, wie man sie nur Gott selbst eingesteht, und muß Dich jetzt daran mahnen, daß es mir sehr schwer fällt, ja, fast unmöglich ist, Härte und Ungerechtigkeit zu verzeihen, geschweige denn zu vergessen." . .
„Du brauchst mir das keineswegs in$ Gedächtnis zu rufen. Ich erinnere mich unserer Unterredung sehr genau und weiß auch, daß ich ungefähr folgende Worte zu Dir sprach: „Ich halte Dich für da8 reinste, beste Wesen von der Welt und achte Dich gerade deshalb hoch, weil Du der Versuchung so tapfer widerstandest. Mich kümmett es nicht, wer Deine Eltern waren, denn ich will nur Dich und in mir sollst Du
tatsächlich verttchtet eS nichts anderes als solche Arbeit. Man weiß in Zentrumskreisen ganz genau, daß die Konservativen Handelsverträge wollen, sofern in denselben nur nicht wieder die Landwitte zum Tragen der Kosten verutteilt wären. Wir find sogar der Ueberzeugung, daß in diesem Punkte ein sehr großer Teil der ZentrumSpattei de» Konservativen zustimmen werden. Oder bereitet man sich im Zentrum auf das „Umfallen" vor? Wir können weder daran, noch auch vor der Hand an eine solche Verleugnung autotttativerZuficherungen glauben, daß Handelsverträge vorgelegt werden könnten, die nach Caprivifchem Muster gearbeitet wären. Um zu solchen Ergebnissen zu gelangen, hätte es der Zolltarifreform gar nicht bedurft, das wird man sich doch wohl auch im Zentrum sagen und auch dott wird man nicht unbesehen jeden Handelsvettrag acceptieren, gleichviel tote darin die Landwirtschaft abgesunden wird.
Umschau.
Gras Büloto und die deutsche Landwirtschaft.
Bei dem gestrigen Festmahl des deutschen Landwirtschaftsrates sprach zuerst v. Schwerin- Löwitz. Er betonte, daß die Stimmung der deutschen Landwirtschaft noch immer eine gedrückte sei, warnte aber vor Mutlosigkeit. In dem Kampfe um den Zolltarif mußte eine Einigung erzielt werden. Der Entscheidungs- kampf stehe bevor, bei dem die Vertreter der Landwittschaft, wie er erwatte, Schulter an Schulter zusammenstehen würden, und bei dem es auch in der Hand der Regierung liege, das erschütterte Vertrauen der Landwittschaft entweder zu befestigen oder vollends zu vernichten. Der Redner hob hervor, daß ein monarchischer Staat eine zuverlässige Stütze gegen revolutionäre Bewegungen nur in der ländlichen Bevölkerung finden könne. Nach der Begrüßung der Gäste durch Frhr. v. Soden hielt dann Reichskanzler Graf Bülow eine Ansprache, in der er u. a. ausführte: Seit ich das letzte Mal in Ihrer Mitte weilte, ist nach heißen Kämpfen der Zolltarif Gesetz geworden. Daß der neue Taris der Landwittschaft wesentliche Vorteile bringt, ist unbestreitbar. Warum hätten sonst Diejenigen, welche eine besondereBerückfichtigung landwirtschaftlicher Interessen prinzipiell verwerfen, unseren Tarif mit solcher Hartnäckigkeit bekämpft ? Das ist ein argumentum e contrario, gegen das feine Dialektik aufkommt. Brauch' ich im einzelnen daran zu erinnern, daß für nahezu alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse der autonome Zollschutz erheblich verstärkt worden ist, daß vor allem für die vier Hauptgetreideatten
alles Verlorene wiedersinden. Von heute an ist die Vergangenheit tot für uns beide. Wir wollen nie mehr darauf zurückkommen. Du trägst künftig meinen Namen und der hat einen guten Klang. Ich vertraue ihn Dir gern und fteudig an." — So habe ich gesprochen, und als später das Zerwürfnis mit dem Vater kam, schwantte ich keinen Augenblick, sondern trat an Deine Seite — aber einen bedauerlichen Mangel an Zartgefühl muß ich es nennen, daß Du, die sttengen Anfichten des alten Mannes kennend, den Lästerzungen abermals Gelegenheit gabst, sich mit Dir zu beschäftigen. Nein, nein, lasse nur jede Widerrede! Ich weiß schon, was Du eir.toenben willst: Fräulein v. Sterneck könnte ihrem Neffen nicht die Türe weisen und Du hieltest eS für unnötig, ihm auszuweichen. — Nun ja, von Eurem Standpunkt aus mag das ganz richtig sein, aber Du hast in ein schlichtes Bürgerhaus geheiratet und da respeftiett man noch alte Sitten und Gebräuche. Daß ich nicht unter der Vormundschaft meines Vaters stehe, weißt Du am besten, aber den Vorwurf, seinen hochgeachteten Namen schlecht zu hüten, will ich mit nicht machen lassen."
Et nahm Hut und Flinte, kehrte aber nochmals um und reichte der jungen Frau die Hand. „Adieu, Trude! Vielleicht bin ich wieder zu heftig geworden und habe mehr gesagt, als nötig war. Das darfst Du mir nicht verdenken."
„Ich verdenke es Dir nicht," erwidette fte kühl und berührte nur flüchtig die dargebotene Rechte.
Da furchte er die Stirn, wandte sich rasch ab und ging.
Gertrud eilte ans Fenster und sah ihm nach. Doch er blickte nicht wie sonst zurück.
Mindestzölle gesetzlich festgelegt find, die gegen die jetzt geltenden VettragSsätze den Zoll für die Tonne Weizen um 20 Mark, für die Tonne Roggen um 15 Mark, für die Tonne Hafer um 22 Mark und für die Tonne Braugerste um 20 Mark erhöhen, an die Wettzölle für Pferde und die Gewichtkzölle für alle andere« Diehgattungen? Für die Einführung von Ursprungszeugnissen, Beschränkung gemischter Transitlager und Aufhebung der Zollkredite bei bet Einfuhr von Getreide find gesetzliche Bestimmungen getroffen worden, die wiederholt ge- äußette» Wünschen der Landwirtschaft wirksam entgegenkommen. Ter Zolltarif kommt in erster Linie der Landwittschaft zugute. Herr v. Soden richtete an mich die Frage, wann die Handels- träge gekündigt werden würden. Diskretion und Rücksicht auf die Verbündeten Regierungen, deren Mandatar ich bin, verbieten mir, mich über diese Frage auszusprechen. Das aber kann ich sagen, wir werden bei den Handelsvertrags- Unterhandlungen die Interessen der Landwirtschaft mit besonderem Nachdruck vettreten. (Lebhaftes Bravo.) Daß nicht alle Wünsche by Landwirtschaft erfüllt werben konnten, weiß -h so gut, wie irgenb ein Lanbwitt. In bet Politik muß man mit bem Möglichen, man darf nicht mit dem Wünschenswetteten rechnen. Meine Herren! Mit dem verstärtten Zollschutz allein ist eS nicht getan. Das ist von meinet Seite keine allgemeine Redewendung, sondern ich denke dabei an konkrete Maßnahmen, vornehmlich an die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse auf. dem Lande durch den Bau neuet Schienenwege und befestigter Straßen, an eine kräftige innere Kolonisation und an die Hebung des technischen Betriebes der Landwirtschaft, namentlich auch in den Kreisen des kleinen bäuerlichen Besitze?, an eine intensive Förderung des landwirtschaftlichen Bildungswesens, des Genossenschastswesens und der Landesmelio- rationen, an die Hebung der Viehzucht, besonders durch wirksame Bekämpfung der Viehseuchen mit den neueren Erfahrungen der Wissenschaft. Aber auch nur durch solche gemeinsame, positive Arbeit ist die praktische Förderung der Landwirtschaft möglich, nicht durch Spielen mit unerfüllbaren Illusionen, nicht durch künstliche Züchtung eines Kleinmutes, in den bet Deutsche leicht verfällt.
Wenn wir bie tausendjährige Geschichte des deutschen Volkes an unserem geistigen Auge vorüberziehen lassen, so sehen wir, daß auf die Zeiten heroischer Anspannung Pettoden folgen, wo sich Zweifel und Müdigkeit breit machen. Gerade in solchen Tagen heißt es, den Kops oben behalten und nicht in Pessimismus verfallen. Eins will ich jedenfalls erklären, fut Leute, die geneigt fein sollten, minder berechtigte deutsche Eigentümlichkeiten, das Untereinander»
Ein feuchter Schleier legte sich vor ihre Augen, aber der Ausdruck des jugendlichen Gesichtes wurde nur noch herber, als sie wieder in das Innere des Zimmers trat und ihre gewöhnlichen Beschäftigungen aufnahm.
Der erste heftige Zwist hatte einen Spalt zwischen den beiden ausgeriffen, der jetzt noch schmal und leicht zu überschreiten war, allein er begann sich täglich und stündlich zu erweitern. Wohl liebten sie sich noch mit gleicher Innigkeit, vermochten aber den früheren Ton unbefangener Herzlichkeit nicht mehr zu finden. Wachgerufene Zweifel und verletztes Selbstgefühl standen zwischen ihnen.
Gertrud fing an, ihre Einsamkeit zu fühlen. Leicht waren ihr sonst die Stunden vorübergezogen. Lächelnd hatte fte Kutt scheiden gesehen, froh und zufrieden feine Heimkehr erwartet, immer darauf bedacht, ihm eine Üebet- taschung zu bereiten, sicher und ruhig im Vollbesitz ihres Glückes.
Jetzt schien der Tag kein Ende nehmen zu wollen und die früher so trauten Abende schlichen traurig dahin und brachten nur ein unerquickliches Beisammensein.
Mißmutig, von trüben Gedanken gequält, ging der Förster seinen geschäftlichen Obliegenheiten nach und beantwottete jede auch ganz harmlose Frage oder Bemerkung, die sich aus Gertrud ober auf bie Bewohner Schönfelds bezog, mit auffallender Gereiztheit, weil er autz jedem Wort heimlichen Spott ober eine versteckte Anspielung herauszuhören meinte.
(Fortsetzung folgt)