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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Sonntagsbeilage: Jllnstrirtes Sonntagsblatt
Marburg
* ^«s-rti°»sg-bühr^di° ^m Z°il^ Raum 10 Pfg. Donnerstag, 5. Februar 1903
Vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 ML, bei allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).
Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertage». Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgam, .Dr::L und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
38. Jahrg.
Kinderarbeit und Landwirtschaft.
Man schreibt unS: »Bei den Verhandlungen im Reichstage über den erweiterten Kinderschutz im gewerblichen und Handelsleben dokumentierte sich wiedereinmal die fast fanatische Feindschaft, welche die Freisinnigen und Sozialdemokraten gegen die Landwirtschaft und zwar gerade auch gegen die kleinen Bauern im Busen tragen. Die zu weit getriebene Ausnutzung der Kinderarbeit in den Großstädten, welche mit schweren Nachteilen für die Kinder in physischer und moralischer Hinsicht verknüpft ist, ließ eine Heraufschung der Altersgrenze als Vorbedingung für die Verwendung von Kindern in gewerblicher Tätigkeit als unausweichlich erscheinen. Und insofern billigen auch ausnahmslos die Vertreter der Landwirtschaft die Vorschläge der Regierung, bezw. der Reichstagskommisfion, in dieser Frage. Die Wortführer des Freisinns und der Sozialdemokratie glaubten hierbei eine willkommene Gelegenheit zu sehen, um, der Landwirtschaft vor der Oeffentlichkeit einige scharfe Hiebe beibringen zu können, indem man die Landwirte der Rückständigkeit auf dem Gebiete der Sozialpolitik zieh und die Behauptung aufstellte, daß Industrielle und Landwirte von der Regierung mit zweierlei Maß gemessen Münden.
Da das geplante Gesetz nur für die Industrie Zuständigkeit besitzen soll, so bleibt selbstverständlich die Verwendung von Kindern für landwirtschaftliche Tätigkeiten, insonderheit die schulfreie Beschäftigung der sog. Hütekinder zur Beaufsichtigung des Weideviehs im Sommer, von den Gesetzesvorschriften unberührt. Die radikalen Volksvertreter boten ihre ganze Redekunst sowie ihren Einfluß auf, um diese Bestimmungen aus dem Gesetze auszuschalten. Mit überreichem Wortschwall wußten sie zur Begründung ihrer Auffassung die ungeheuerlichsten Dinge über die angebliche Verwahrlosung an Leib und Seele bei den Hüte-Jungen und -Mädchen vorzubringen, der diese durch Entziehung des nötigen Schulunterrichtes und durch sittliche Korrumpierung zum Opfer fielen und woran der Geiz der Landwirte ganz allein die Schuld trage. Die himmelschreiendsten Dorkommniffe nach dieser Richtung wären angeblich bekannt, die Regierung verschließe aber im Interesse der verhätschelten Landwirte ab- ihre Augen vor solchen Dingen.
ciuu gründliche Abfuhr der demokratischen Redner wiederfuhr ihnen sogar durch einen der Ihrigen. Der freisinnige Landwirt Bräfike unterzog sich der Ausgabe, die phantastischen Vorstellungen der Linken über die moralischen Zustände auf dem Lande richtig zu stellen, dabei die Notwendigkeit der Hütekinder allein für die kleinbäuerlichen Besitzer aus Ueber- zeugung betonend. Die Behauptung hinsichtlich
46 ' «Nachdruck verboten.)
Schloß Schönfeld.
Roman von B. C o r o n y.
«Fortsetzung.)
„Bei Fräulein v. Sterneck fällt doch sicher nichts vor, was der Gnädigen Beranlaffung zur Eifersucht gibt", bemerkte Olschmann kurz, denn es verdroß ihn, diesen hochverehrten Namen in solcher Gesellschaft und mit so seltsamen Ausdruck genannt zu hören.
„Sie müffen's ja wissen, Herr Förster, da Frau Gertrud fast täglich dort ist," höhnte Oertel. „Die erzählt Ihnen doch gewiß immer haarklein, was gesprochen und getan wird."
Kurt stieß sein GlaS zurück, furchte die Stirn und fragte scharf: „Was wollen Sie damit sagen?"
„Was ich gesagt habe, nichts weiter. Wenn Sie's anders auffaflen, tut es mir leid."
„Eine Aeußerung, die mit derartiger Miene dorgebracht wird, kann ich für keine harmlose halten."
Martin zuckte mit den Schultern. „Ich gehe ja nicht auS und ein bei Fräulein v. Sterneck. Was kümmert mich überhaupt die ganze Geschichte ? Wenn Sie sich darüber wegsetzen, kann's uns andern erst recht einerlei sein, aber Sie dürfen dann auch nicht außer Rand und Band geraten, sobald jemand etwas sagt, was Ihnen nicht paßt."
„Frecher Bube!" fuhr Olschmann auf.
„Oho! Ich bitte mir's aus! Wenn Sie früher nicht wißen wollten, was die Spatzen von jedem Dach gepfiffen haben, so wäre es bester, jetzt auch ruhig zu sein. Ihre Großsprecherei stopft niemand den Mund."
der den Hütekindern in besonderer Weise drohenden Gefahr, sittlich und vorzeitig zu verkommen, verwies er in den Bereich der Fabel. Auch vertrat er gegenüber den gegenteiligen, mit heiligem Eifer vorgebrachten Anschauungen seiner politischen Freunde, die Beibehaltung der Hütekinder sei lediglich im Interesse der Großgrundbesitzer gelegen, die bestimmte Austastung, daß gerade der Bauernstand ohne deren Hilfe unmöglich auszukommen wüßte. Und das letztere leuchtet angesichts der schwierigen Erwerbslage und desArbeitermangels der Landwirtschaft auch ein, die es durchschnittlich für den Bauern oft unmöglich erscheinen läßt, anstelle der erheblich billigeren jugendlichen Arbeitskraft die eines hoch zu entlohnenden erwachsenen Hirten für wenige Stücke Vieh zu setzen.
Im Sinne des Freisinnigen Bräsicke äußerten sich noch mehrere Redner, deren treffenden Ausführungen gegenüber die Tiraden eines Müller- Meiningen und Wurm auf das Haus ohne Eindruck blieben.
Wir möchten die Herren Freisinnigen und Sozialdemokraten auffordern, einmal eine Um- frqge unter unseren kräftigen Gardemannschasten darüber veranstalten zu wollen, wie viele von denselben in ihrer Jugend die Rolle eines Hütejungen gespielt haben und ob denselben dabei irgendwie übel mitgespielt worden sei. Dann werden sie sicherlich zu erfahren bekommen, daß es nicht wenige gewesen sind, und sie werden außerdem auf den zweiten Teil ihrer Frage eine derartige Antwort erhalten, die ihnen keinen Zweifel darüber läßt, daß die Schulausbildung der ehemaligen Hütekinder durchaus keine Beeinträchtigung erlitten hat.
Wie kommen übrigens die städtischen freisinnigen Abgeordneten dazu, sich als Sittenrichter und Moralprediger über die Landbevölkerung aufzuwerfen, obwohl es doch zur Genüge bekannt ist, welche Sittenverderbtheit in den Städten, besonders bei der großstädtischen Jugend, zu Hause ist?
Das Dorgehen der Regierung und der Reichstagsmehrheit in Sachen des jugendlichen Viehhüter-Personals ist einwandsfrei; das vorliegende Kinderschutzgesetz muß in der besprochenen Gestalt angenommen werden, wenn man nicht den Bauernstand gewissen demokratischen Schreiern zuliebe schwer schädigen will."
Umschau.
Reichstags-Jubiläum.
Die 250. Sitzung hat der deutsche Reichstag in seiner gegenwärtigen Session an diesem Mittwoch abgehalten. Bis auf ein viertel Tausend Sitzungen hat e8 noch keine Reichs- tagssesfion gebracht, und wenn daS Glück gut ist, kann es die gegenwärtige Session wohl auf 300 Sitzungen bringen. Was den Reichstag
Mit einem zornigen Schrei griff Kurt nach seinem Hirschfänger, während Oertel erschrocken zurückprallte und die andern sich zwischen die Streitenden warfen.
„Ruhig, ruhig!" rief auch der herbeieilende Wirt und fügte leise hinzu: „Lassen Sie's gut sein, Herr Förster. Die find ja Alle betrunken und wissen gar nicht, was sie reden."
„Der feige Verleumder dort ist zu schlecht für meine ehrliche Waffe," sagte Olschmann, sich gewaltsam bezwingend. Aber das merken Sie sich, Martin Oertel, wenn ich jemals wieder solche Infamien höre oder erfahre, daß Sie dieselben verbreiten, dann züchtige ich Sie vor aller Welt mit der Reitpeitsche, wie e8 sich für derartige Bübereien geziemt. — Herr Wirt, da ist der Betrag meiner Zeche!"
Eine Banknote flog auf den Tisch. Martin schäumte vor Wut, doch seine Feigheit gewann die Oberhand. In einer Ecke zusammengeduckt, blieb er fitzen, aber wäre seinem Blick unheilvolle Krast verliehen gewiesen, so würde Kurt, der jetzt rasch bergauf stieg, entseelt hingesunken sein.
„Daß Du auch immer Streit anfangen mußt!" tadelten die Genossen.
„Ach was! Mag er sich nun auf den Stolzen und Unantastbaren hinausspielen, der Narr und Großtuer, ich hab' ihm doch einen Stachel in die Brust gedrückt, den er nicht herausreißen kann. Das wißt Ihr so gut, wie rch es weiß. Aber von Euch getraut sich ja keiner das Kind beim rechten Namen zu nennen."
Was mich nicht brennt, das blas' ich nicht", sagte der Oekonom Greiner trocken.
„Aber wenn'S in Ruhe und Sicherheft ge
betrifft, ist Ben Akibas Wort, daß alles schon dagewesen sei, mehr als anfechtbar. Es ist im Laufe des letzten Abschnitts der laufenden Session mehr als genug vorgekommen, was einfach noch nicht dagewesen ist. Wir wollen an das Ruhende nicht rühren. Wie es gekommen, daß morgen die 250. Sitzung abgehalten wird? Die Sessionen find nicht regelrecht geschloffen, sondern meistenteils nur vertagt worden. Die ihrem Schluß zueilende fünfjährige Legislaturperiode hat überhaupt nur zwei Sessionen gezählt. Die erste begann im Dezember 1898 und endigte im Juni 1900. Gleich die erste Session der Legislaturperiode war nicht geschlossen, sondern nur vertagt worden, weil man die Vorarbeiten für die Postgesetze nicht verloren gehen lassen mochte, was mit dem Schluß der Session der Fall gewesen wäre. Dehnte sich so die erste Session auf drei Jahre aus, so erstreckt sich die zweite, gegenwärtig noch fortdauernde Session gar auf vier Kalenderjahre. Sie begann am 14. November 1900 und wird erst mit dem Schluß der Legislaturperiode, im April oder Mai 1903 ihr Ende finden. Der erste Abschnitt dieser zweiten Session brachte die Vertagung, weil es nicht möglich war, im Mai 1902 das Branntweinsteuergesetz zu erledigen. Der zweite vom 26. November 1901 bis zum 11. Juni 1902 reichende Sesfionsabschnitt verfiel der Vertagung im Interesse der beschleunigten Erledigung des Zolltarifentwurfs. Während dieses zweiten Abschnitts fand die erste Lesung der Zollvorlage im Plenum statt und während des Sommers 1902 beriet die Kommission gegen eine Pauschalentschädigung von 2000 Mk. pro Mitglied. Am 14. Oktober vorigen Jahres wurde dann in den dritten Abschnitt der zweiten Session eingetretev, der in seinem ersten Teil mit den unvergeßlichen Erörterungen über die Zollvorlage in zweiter und dritter Lesung ausgefüllt worden war. Die Zahlenfolge der Sitzungen, die bereits bis zu der beispiellosen Höhe von 250 angeschwollen sind, nimmt also vom 26. November 1901 ihren Ausgang. Obwohl am Mittwoch der unvermeidliche Blumenstrauß aus Anlaß der 250. Sitzung auf dem Präsidialtische sicherlich nicht fehlen wird, so ist die Tatsache der Verquickung der Sessionen in einander doch keineswegs erfreulich. Das Ideal ist vielmehr, daß jeder Session nur soviel Beratungsmaterial überwiesen wird, als sich in der zur Verfügung stehenden Zeit erledigen läßt. Hoffentlich nähert sich der neue Reichstag diesem idealen Zustande wieder mehr, als es in den verflossenen fünf Jahren der Fall war.
Prinzessin Luise.
Die schwere Erkrankung ihres Sohnes scheint auf die ehemalige Kronprinzessin von Sachsen einen niederschmetternden Eindruck gemacht zu haben. Die Prinzessin hat, wie wir vermuteten,
schehen kann, führst Du Deine Zunge nach Herzenslust spazieren. Suche jetzt nur nicht die ganze Sache von Dir abzuwälzen, weil Du Angst hast."
Fast wäre ein neuer Zank entbrannt, hätten es Oertels Zechgenossen nicht vorgezogen, sich zu entfernen.
Kurt trug wirklich einen Stachel mit sich fort. Die Warnungen des Vaters gewannen plötzlich den Anschein der Begründung. Zwar kämpfte er gegen den erwachenden Argwohn, allein dieser wollte sich nicht bannen lassen, sondern schlich immer wieder heran wie ein häßlicher, grinsender Kobold. Gertrud hatte ja selbst gestanden, daß die erste Regung ihres Herzens Victor v. Meinau galt. Warum erwähnte sie denn seiner häufigen Besuche bei Fräulein v. Sterneck nicht? — oder handelte es sich hier nur um eine böswillige Erfindung Martins?
Unbezwingliche Unruhe bemächtigte sich Olsch- manns und nötigte ihn, die Unterredung mit dem Oberamtmann auf einen andern Tag zu verschieben. Er kehrte unverweilt nach F... zurück und schlug den Weg ein, welcher an Fräulein v. Sternecks zierlichem Häuschen vorüberführte. Als er ziemlich in die Nähe desselben kam, sprengte ein Reiter an ihm vorbei: Herr v. Meinau.
Kurt blickte ihm finster sinnend nach, so lange, bis er sich mit dem Tone froher lieber« raschung rufen hörte.
Gertrud trat aus dem kleinen, weiß- schimmernden Garten und streckte dem gänzlich Unerwarteten lächelnd beide Hände entgegen.
„DaS ist ja prächtig! Ich glaubte. Du
von der Erkrankung ihres Sohnes, des Prinzen Friedrich Christian nur durch die Zeitungen Kenntnis erhalten. Beim Anblick der Kunde fiel die Prinzesfin vor Schreck in Ohnmacht. Seitdem scheint ihr die mütterliche Sorge um ihr Kind keine Ruhe mehr $u lassen. Sie ist, in Begleitung des unvermeidlichen Giron, der sein Opfer nicht aus den Augen läßt, auS Mentone abgereist, nach Aussage deS Herrn „Giron" allerdings, weil sie dort von den Fremden zu sehr belästigt wird. Richtig ist allerdings, daß es dort schon mehrmals fast zum öffentlichen Skandal gekommen wäre. Der tiefere Grund scheint aber doch die Absicht der Prinzessin zu sein, an das Krankenlager ihres SohneS zu eilen. Wenigstens deutet darauf folgende Meldung aus Dresden hin: „Da in den sächsischen Regierungskreisen angesichts der Erkrankung de8 Prinzen Friedrich Christian mit der Möglichkeit einer plötzlichen Rückkehr der Kronprinzessin gerechnet werden muß, sind der „Frkf. Zig." zufolge alle aus dem Süden kommenden Züge bezüglich ihrer Insassen einer scharfen Beaufsichtigung unterworfen." — Wie wir oben schon erwähnten, ist die Prinzesfin gestern bereits von Mentone nach Genf abgereist. Sie ließ bei ihrer Abreise ihre Koffer im Hotel AnglaiS in Unordnung zurück und ordnete an, die für fie bestimmte Korrespondenz zurückzubehalten. Ihre kurze Abwesenheit erklärte sie mit einem Telegramm ihre- Rechtsbeistandes Lachenal. Giron erklärte einem Interviewer, er wisse nicht, ob sie im Hotel d'Angleterre in Genf absteigen werden. Die Kronprinzesfin werde nach Salzburg reifen, wenn dies ihre Gesundheit erlaube. Giron wird sie in Genf erwarten. — Der Weg nach Salzburg ist ihr indessen abgeschnitten worden, da Kaiser Franz Joseph ihr die Erlaubnis, österreichisches Gebiet zu betreten, versagt hat. — Wie noch verlautet wollen sich die Prinzesfin und Giro» nach erfolgter Ehescheidung nach Amerika begeben und sich dort niederlaffen.
Heinrich von Treitschke über die Js olierkammern.
Der verstorbene Professor Heinrich von Treitschke hat sich in seiner „Politik" über den Rickert'schen Antrag auf Sicherung des Wahlgeheimnisses folgendermaßen ausgesprochen: „Der Wähler soll in eine Räucherkammer gehen und dort seinen Zettel in einem vom Staate gelieferten Couvert unterbringen. Was ist daS für eine Zumutung an ehrenhafte Männert Den männlichen Mut des Menschen zerstört ein solches Geheimtum vollständig, und der Staat ruft bei Millionen von Arbeitern, die sich abhängig fühlen, die Lüge künstlich hervor. Ein solches System ist einfach unsittlich, darüber läßt sich gar nicht streiten. Was jeder ehrliche Mann persönlich als Beschimpfung ansieht, daS
würdest sehr spät zurückkehren. Wir wollen noch einmal zu Tante Melanie hinauf. Sie wird sich freuen."
„Ich muß nach Hause und bin jetzt nicht in der Laune Besuche zu machen," erwiderte Olschmann kurz.
Sie sah ihn mehr besorgt als verletzt an. „Warum so mißgestimmt? Ist etwas Unangenehmes vorgefallen?"
„Ja."
„Darf ich denn nicht erfahren: was? Du weißt ja, wie warmen Anteft ich an allem, was Dich betrifft, also auch an Deinen dienstliche» Angelegenheiten nehme."
„Wenn ich verstimmt bin, so hat der Dienst nichts damit zu tun."
„Nicht? — Was konnte Dich denn sonst verdrießen?"
„Vielleicht, daß Du mir Dinge verschweigst, die ich ein Recht zu wissen habe."
„Ich? — Dir?--Was für Dinge?"
„Eine Frage, bevor wir weiter reden! Vorhin glaubte ich Herrn v. Meinau zu sehen. War das ein Irrtum meinerseits?"
„Nein. Er verließ Tante Melanie soeben."
„Hast Du ihn schon mehrmals bei ihr getroffen?"
„Gewiß. Ich komme ja täglich und er pflegt sie zuweilen zu besuchen."
„Und davon sagtest Du mir nie etwas?"
„Weil ich, wie Du weißt, es überhaupt vermeide, von den Meinaus zu sprechen."
„Andere sprechen aber desto mehr von ihnen und nennen dabei den Namen meiner Fran in einer Weise, die mir entschieden mißfällt."
(Fortsetzung folgt.)