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I

Mittaa-Ausgave.

Polnisches.

Die bevorstehenden Wahlen in Oberschlefien Werden sich hinsichtlich ihrer Schärfe und Er­bitterung den Treibereien und Machenschaften Würdig aufchließen, mit denen in letzter Zeit fettens der großpolnischen und sozialistischen Agitatoren auf ein Zusammengehen diser politi­schen Parteien gegenüber dem bisher in Ober- fchlefien herrschenden Zentrum hingearbeitet worden ist. Angesichts der numerischen Stärke und der straffen Organisation derPolen" und Sozialdemokraten erscheint eS keineswegs aus­geschlossen, daß mehrere Zentrums.nandate in die Hände der Verbündeten Gegner der Ver- faffung und staatlichen Ordnung fallen werde». Allerdings wird dieses Ergebnis vermutlich nur dann eintreten können, wenn überall da, wo dem Zentrum gegenüber die nationalpolnische und die sozialdemokratische Partei einzeln in der Minderheit wäre, die projeftierte BundeS- genoffenschaft strikte durchgeführt werden wird und die Kandidaten der einen Partei zu Gunsten der Vertreter der anderen zurücktreten. Wie dem aber auch sein mag, man wird annehmen dürfen, daß das Bündnis zwischenPolen" uud Sozialdemokraten nur ein vorübergehendes sein wird, wenigstens von feiten der ersten Partei «ur so lange aufrecht erhalten werden wird, alS eS nötig zu sein scheint, um die Stärke und Stellung zu gewinnen, mit der sich ein Ver­such wagen läßt, die Verwirklichung der letzte Ziele dieser Partei in Angriff zu nehmen. Worin diese letzten Ziele der national­polnischen Demokratie in Oberschlefien bestehen, zeigen di« Ausführungen, mit denen der Gor- uoslonsak eine eingehende Erörterung des Wahl- programmS und der bevorstehenden Wahltaktik «inleitet:Unsere Bewegung ist in erster Linie eine polnische, die nach der politischen Selb­ständigkeit deS polnischen Volkes strebt. Ihr Ziel ist selbständige Nationalpolitik in Schlesien, deshalb wendet sich auch unsere Bewegung gegen alle deutschen Parteien und hauptsächlich gegen diejenige Partei, die sich hier in Schlesien breit macht .... Unsere Befreiung von der Herrschaft deS deutschen Zentrums ist für unS ein nationales Unternehmen allererster Bedeut­ung. Eine Selbständigkeit des polnischen Volkes in Schlesien kann nicht anders erlangt werden, wie durch HinauSweisung der Zentrumsmänner aus den polnischen Wahlbezirken." Gelingt es den zu einem Wahlbündnis vereinigten Parteien, in den überwiegend polnisch sprechenden Bezirken die Wahl nationalpolnischer Kandidaten durch­zusetzen, so wird man in der Zukunft von einem Teil der Volksvertretung in Oberschlefien die­selbe antideutsche und staatsfeindliche Haltung erwarten müssen, welche man an den Mitgliedern der polnischen Fraftion zu sehen gewohnt ist

Wanyamwefi-Ansiedlungen in Tanga und Wilhelmsthal, Deutsch-Ostafrika.

Der Deutschen Kolonialgesellschaft wird auS Üsambara geschrieben:

Eines der Haupthindernisse für die Ent­wicklung der afrikanischen Tropenkolonien ist die ungünstige Verteilung der Bevölkerung in denselben. Tie Küsten find meist entvölkert, jedenfalls infolge der früheren Sklavenjagden, während in dem jedem rationellen Handels­verkehr vorläufig entrückten Jnnenlande eine dichte Bevölkerung fitzt. Ganz besonders ist dies in Deutsch-Ostafrika der Fall. Es ist deshalb von außerordentlicher Bedeutung für die Entwicklung dieser Kolonie, daß die Re­gierung in den letzten Jahren begonnen hat, |i die an und für sich sehr tüchtige Jnnenbevölker- ung durch Heranziehung des überschüssigen Teils derselben in die küstennahen Vorzugs­gebiete für die Kolonie wirtschaftlich in höherem Maße nutzbar zu machen, als dies früher möglich war.

Die Versuche haben stattgefunden in den beiden Nordbezirken Tanga und Wilhelmsthal. Die Mittel dazu hat der Verwaltungsrat derWohl- sährtslotterie gegeben, welcher sich dadurch ein blei- lendes Verdienst um die Kolonie erworben hat.

Es find bisher im ganzen etwa 3000 neue Anfiedler in den beiden Bezirken angesetzt, Der größte Teil derselben gehört den Stämmen an, welche mau unter dem gemeinsamen Namen , Wanyamwesi" zusammenfaßt. Die Hauptmasse

und welche der Staatsregierung die Pflicht auferlegt hat, in den mit undeutschen Elementen durchsetzten Gebieten aus die Erhaltung des Deutschtums bedacht zu sein.

Umschau.

Deutschlands Außenhandel im Jahre 19 0 2.

Nach dem vom Kaiserlich«! Statistischen Amt soeben berauSgegebenen Dezemberheft der monatlichen Nachweise über den auswärtigen Handel des deutschen Zollgebietes betrug im Jahre 1902:

1. Die Einfuhr in Tonnen zu 1000 kg: 43340340 gegen 44 304 857 und 45 911799 in den beiden Vorjahren, daher weniger 964517 und 2 571459. Edelmetalleinfuhr: 1197 gegen 1279 und 1204. Von 43 Zoll- tarifnummern lassen 22 eine Zunahme, 21 eine Abnahme der Einfuhr ersehen. Wesentlich hat nur die Einfuhr von Material- rc. Waren zu­genommen (Seefische, Südfrüchte, Dörrobst, Reis, Salz), während die Einfuhr von Ge­treide rc., Machs, Hanf, Wolle, Baumwolle, Erdöl, Vieh, Kupfer weniger gestiegen ist. Starke Ausfälle zeigt die Einfuhr von Holz, Erden, Erzen, Eisen und Eisenwaren, Kohlen.

2. Die Ausfuhr in Tonnen zu 1000 kg: 35029 717 gegen 32 363 495 und 32 681747 in den Vorjahren, daher mehr 2 666222 und 2 347 970. Edelmetallousfuhr: 438 gegen 381 und 333. Es zeigen 34 Zolltarifnummern eine verstärfte, 9 eine geringere Ausfuhr. Bedeutend höher war die Ausfuhr von Kohlen, Eisen- und Eisenwaren, Erden, Erzen, Materialwaren (Spiritus, Kartoffelmehl, ReisgrieS, Graupen, Reis, Salz, Rohzucker, während die Ausfuhr von Weißzucker der Zuschußklaffe b infolge geringerer Verschiffungen nach England und Japan um 42000 Tonnen nachgelassen hat), ferner von Papier, Abfällen, Tonwaren. Be­merkenswerte Rückgänge zeigten nur Getreide und Maschinen.

3. Wie in den Vorjahren wurden auch diesmal mit Ausnahme von Getreide, Mehl, Rohzucker, Wolle die für 1901 festgestellten Einheitswerte vorläufig zu Grund gelegt, die bei der im Februar 1903 stattfindenden end­gültigen Feststellung durch die Sachverständigen des Kaiserlichen Statistischen Amts sich voraus­sichtlich wesentlich ändern werden. Nach jener provisorischen Berechnung betrugen die Einfuhr­werte in 1000 Mk.: 5 711967 gegen 5 710 338 und 6042 992 in den beiden Vorjahren, daher gegen 1901 mehr 1629, gegen 1900 weniger 331025. Edelmetalleinfuhrwerte: 179 998 gegen 289103 und 277 378. Wesentlich höhere Ein­fuhrwerte zeigen sich bei Baumwolle und Baum­wollwaren, Flachs, Hans, Getreide, Häuten, Kautschuk, Kupfer, Seide, Tieren rc., Vieh Wolle und Waren daraus, letztere mit einem Mehr von 67 Millionen Mark gegen das Vor­

der Ansiedler ist bei Tanga und längs der Usambarabahn bis Korogwe angefiedelt. Ob­gleich bei der Menge der Ansiedler eine Geld­unterstützung ausgeschlossen war, find dieselben doch fast ohne Ausnahme in ihren neuen Wohn­fitzen geblieben und haben sich dauernd seßhaft gemacht, indem sie ihre Familien nachkommen ließen! Die Tätigkeit der Regierung hat sich im allgemeinen darauf beschränkt, den An­kömmlingen durch möglichst geringe Eingriffe in ihre Eigenart das anfänglich vorhandene Mißtrauen zu nehmen und dieselben mit dem nötigen Ackergerät zu versehen. Die Ansiedler haben ihre eigenen Jumben (Häuptlinge) er­halten, und sind dem Bezirksamt vorläufig direkt unterstellt.

Obgleich die Versuche noch nicht zwei Jahre alt find, machen die günstigen Folgen derselben sich bereits in mehrfacher Beziehung geltend. Während früher der größte Teil der Lebens­mittel für die städtische und Arbeiterbovölkerung aus Indien eingesührt wurde, ist jetzt dieser Import um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Es fängt sogar in letzter Zeit schon ein kleiner Export von Feldfrüchten aus Tanga ins Aus­land an fich zu entwickeln. Die Preise für Lebensmittel, namentlich in der Hauptstadt Tanga, sind so niedrige geworden, daß jetzt etwa 45 Pfg. für den täglichen Lebensunter­halt eines Schwarzen genügen, wenn von der Zukost abgesehen wird. Auch in den Einnahmen der Usambarabahn macht fich die Ansiedlung so vieler fleißiger Ackerbauer bereits geltend. Zum ersten Mal seit dem Bestehen der Bahn sind

jahr. Bedeutend geringer waren die Einfuhr­werte bei Edelmetallen, Eisen, Holz, Hopfen, Maschinen, Materialwaren, Oel, Papier.

Die mit gleichem Vorbehalt aufzufassenden Ausfuhrwerte betrugen in 1000 Mark: 5 006 711 gegen 4512646 und 4752601 in den Vorjahren, daher mehr 494065 und 254110. Edelmetall­ausfuhrwerte : 138516 gegen 81198 und 141220 in den zwei Vorjahren. Die stärkste Zunahme der Werte zeigt fich bei Eisen und Eisenwaren (+ Hl Millionen Mark.) Der Wert dieser Waren wird voraussichtlich sehr herabgesetzt werden. Wesentlich höhere Werte brachte ferner die Ausfuhr von Baumwolle und Baumwoll­waren, Farbwaren, Erden, Erzen, Edelmetallen, Haaren, Hopfen, Kautschuk, Leder, literarischen und Kunstgegenständen, Materialwaren, Oel und Fettten, Papier, Seide, Kohlen, Wolle und Waren daraus, Zink, Abfällen. Nm 4 bis 6 Millionen Mark geringere Werte brachte die Ausfuhr von Machs und Getreide.

Der Außenhandel im freien Verkehr des deutschen Zollgebiets (Spezialhandel) ergibt 1902 einen Wert von 10,7 Milliarden Mark für Ein- und Ausfuhr gegen 10,2 und 10,8 Milliarden Mark in dm beiden Vorjahren.

Bedenken gegen die drahtlose Telegraphie.

Auch in England, wo bisher eine wirkungs­volle Propaganda für dar Marconische Nach- richtenübermittelungsshstem betriebe!- wurde, treten schwerwiegende und wohlbegründete Be­denken gegen die Verwendbarkeit der drahtlosen Telegraphie im internationalen Nachrichten­verkehr mehr und mehr in dm Vordergrund. Und zwar find es der obersten Postbehörde deS britischen Reiches angehörige und als Autoritäten aus dem Gebiete des Nachrichtenwesens geltende Beamte, die fich gegen die Einführung deS neuen Systems durchaus ablehnend verhalten und dieser Meinung offen Ausdruck verliehen haben. Sie können, trotzdem es gelungen ist, umfangreichere Meldungen vollständig über den Ozean zu befördem, weder in der Marconischen Funkentelegraphie noch in irgend einem anderen System drahtloser Telegraphie ein Mittel für die Zwecke der Nachrichtenübermittelung er­blicken, daS in jeder Beziehung zufriedenstellend, so absolut sicher und brauchbar wäre wie die Benutzung der unterseeischen Kabelverbindungen. Dabei ist zu betonen, daß seitens der obersten engli­schen Postbehörde äußerst eingehende Versuche mit verschiedenen funkentelegraphischen Systemen an­gestellt worden find; speziell der frühere Chef­ingenieur und Elektriker der Telegraphenab­teilung von St. Martin-le-Grand, William Preece, sowie der gegenwärtige Inhaber dieser Stellung, Mr. Gavey, haben gegründeten An­spruch darauf, reiche Erfahrungen und ein ab­geschlossenes Urteil auf dem Gebiete des draht­losen Telegraphenverkehrs zu befitzen, aber beide sind zu dec Ueberzeugung gelangt, daß die Funkm- telegraphie nur in solchen Millen empfchlens-

jetzt Feldfrüchte der Eingeborenen in größerer Menge mit der Eisenbahn befördert worden.

Einen besonderen Nutzen ziehen aus diesen Ansiedlungen auch die Plantagen und sonstigen wirtschaftlichen Unternehmungen der Europäer. Die Plantagenarbeiter find ja von jeher in erster Linie Wanyamwesi gewesen; aber während sie früher nach jeder Arbeitsperiode in ihre häufig mehr als 50 Tagereisen entfernte Heimat zurück zu wandern pflegten, bildet fich jetzt mehr und mehr ein Verhältnis heraus, welches den Pflanzern ermöglicht, jederzeit aus den nahm Ansiedlerkolonien Arbeiter zu bekommen.

Ganz besonders wichtig ist auch der Einfluß, dm die Ansiedlung auf die Lösung der Sklaven­frage zu haben scheint. Mit dem Aufhören des Sklavenraubes und der behördlicherseits eingeführten außerordentlichen Erleichterung des Sklavenfreikaufes begann für die Grundbesitzer an der Küste ein immer fühlbarer werdender Mangel an Arbeitskräften, namentlich für die Kokospalmenschamben. Die apathischen Araber und Suaheli konnten fich den neuen Verhält­nissen nickt anpaffen. Erst das zahlreiche An­gebot der fleißigen Wanyamwefi-Anfiedler machte ihnen den Begriff der bezahlten Feldarbeit, der ihnen früher fremd war, vertraut. Daß sie dabei ihre Rechnung gefunden haben, zeigt der im letzten Jahre etwa um das Sechsfache ge­stiegene Export von Kopra, der ohne Zweifel zum größten Teil auf die durch die Wanyam- wefi-Arbeit ermöglichte bessere Reinhaltung der Schamben zurückzuführen ist. Wir möchten unsere Ausführungen nicht fchließen, ohne des

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jllrrftrirtes Sonntagsblatt.

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Bterteftährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 ML, bei alle» Postämter« 2,26 ML (excl. Bestellgeld).

^«sertionsgebühr: bie gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclame»: die Zeile 26 Pfg,

Marburg

Sonnabend, 31. Januar 1903.

Erscheint täglich außer <m Sonn- und Feiertag«. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.

Druck uud Verlag: Joh. Aug. Koch, UniverfitätS-Buchdruckekki Marburg.. Markt 21. Telephon 56.

38. Jahrg.

wert ist, wo die Anlage von Kabelverbindungen auf Schwierigkeiten stoßen oder fich mangels genügender Benutzung nicht bezahlt machen würde, daß aber überall da, wo derartige Mo- mmte nicht mitsprechm, dem bisherigm kablo- graphifchen Systeme durchaus der Vorzug zu geben fei. Der gegenwärtige englische Generell» postmeister Mr. Chamberlain hat denn auch, ebenso wie sein Vorgänger Lord Londonderrh, die seitens der Marconischen Gesellschaft nach­gesuchte Unterstützung und Förderung des funken« telegraphischen Verkehrsunternehmens vorläufig abgelehnt. Auch das britische Auswärtige Amr und die Admiralttät haben fich bisher für die! Annahme und allgemeine Einführung der Mar- conischm Telegraphie für die Zwecke des Heeres und der Marine in keiner Weise verpflichtet,- da dm auf funkentelegraphischem Wege beför^ betten Meldungen die beiden wichtigstm und besonders im Kriegsfälle unerläßlichen Eigen­schaften, absolute Zuveickäsfigkeit und Sicherheit gegen irgendwelchen Mißbrauch, gegenwärtig noch vollständig fehlen.

Besiedelungvon Deutsch-Südwest­afrika.

Der Alldmtfche Verband hat in der letzten Sitzung feines geschäftsführenden Ausschusses beschlossen, aus seiner Burensammlung 40 000 Mk. derNeuen Südwestafrikanischen SiedelungS- gesellschast" zum Zwecke der Ansiedelung von Buren und Dmtschm, die durch längeren Auf­enthalt in Südafrika und die Art ihrer dortigm Tätigkeit mit südafrikanischen Verhältnissen ver­traut find, zur Verfügung zu stellen und zwar in der Form, daß er diesen Betrag als Anteil lit. B. der Gesellschaft zeichnet. ®iefe Antelle verzichten dauernd auf Verzinsung. Die Gesell­schaft bezweckt unter Ausschluß jeder Art von Landspekulation die Besiedelung unserer Kolonie durch geeignete Buren und Deutsche durch Kreditgewährung an die Ansiedler. Für mög­liche Verluste kommen die Anteile lit. B. auf, von denen bisher mit Einschluß der vorn All­deutschen Verband gewährten Summe 56 000 Mark gezeichnet find. Die sämtlichen Ver­waltungsgeschäfte der Gesellschaft werden im Ehrenamte besorgt. Kommandant AndrieS de Wet, der seinerzeit in Deutschland Vorträge hielt, dann über Deutsch-Südwestaftika wieder zu feinen Gefährten ging und kürzlich von Geheimrat von Bergmann in Berlin durch eine Operation von den Folgen einer Verwundung,, die er kurz vor dem Friedensschluß erhalten hatte, geheift wurde, wird mit dem nächsten Dampfer nach unserer Kolonie reisen, um das Besiedelungswerk in Angriff zu nehmen. Als Ansiedler kommen vor allem die Offiziere der Kaprebellen inbetracht, die nach dem FriedenS- schluffe auf deutfcheS Gebiet übertratm und denen die Rückkehr in ihre Heimat un­möglich gemacht ist, da sie dort schweren Bestrafungen mtgegensehm würdm; sie gehören durchwegs angesehenen kapländischen Familien

verdienstvollen Bezirksamtmanns von Tanga Herrn Meyer zu gedenken und der Hoffnung Ausdruck zu geben, daß er seine AnfiedlungS- versuche mit Wanyamwesi fortsetzen, und daß auch ferner ein gleicher Erfolg seine Tätigkeit belohnen möge.

Bisher ist der Ackerbau seitens der Ansiedler noch in der primitiven Art wie überall in Afrika betrieben worden. Die Mlder find oberflächlich vom Baumwuchs gereinigt und zwischen den stehengebliebenen Stümpfen und verfaulenden Stämmen mit der Hacke gelockert. Es ist indes bereits der erste Schritt getan, um auch die Art des Ackerbaues auf ein höheres Niveau zu erheben. Unter der Leitung er­fahrener indischer Bauern find fünf Versuchs­farmen angelegt, auf welchen die Landwirtschaft nach Art der Kulturvölker betrieben wird. ES find im ganzen etwa 40 ha gerodet und für den Pflug vorbereitet. Als Zugtiere werden ein­heimische Ochsen verwandt. Die Felder haben teilweise bereits zum drittenmal eine Ernte gegeben. Zur Zeit find diese Farmen so weit, daß fie fich trotz der relativ hohen Betriebs­kosten selbst erhalten. Eine ganze Anzahl von Wanyamwefi-Anfiedlern ist auf denselben in der Behandlung der Zugtiere und Handhabung des Pfluges ausgebildet, so daß die Zeit nicht fern zu fein scheint, wo auch die einheimische Bevölkerung gelernt haben wird, auS der bisher ungenutzten Zugkraft ihrer Haustiere Vorteile für ihre Ackerwirtschaft zu ziehen.