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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jllustrirtcs Sonntagsblatt.

Jli 29

Ltertelj^hrlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).

^«srrtionSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reklamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Freitag, 30. Januar 1903.

Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertage«. Sonnabends in Morgen» und Abend-Ausgabe.

Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, Universitäts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

38. Jahrg.

Bestellungen

für die Monate Februar und März auf die

^Oberhessische Zeitnag" nebft ihren Beilagen Wecken von unserer Expedition (Markt 21) unferm Ausgabestellen in Kirch­hain und Neustadt, sowie von eilen Post­anstalten und Landbriefträgern entgegen­genommen.

L'.Ljj

Der Stand der deutschen Invaliden­versicherung.

ist aus der folgenden

Festgesetzte Renten:

Z«rr

7555

716

694

72

73

3005

122 955

6916 14155

158165

282

29 306

8?

130 510

7 682

14 849

158237

355

32 313

Beitragserstattungen Tabelle ersichtlich:

AuS der dem Reichstage erstatteten Nach­weisung der Geschäfts- und Rechnungsergebniffe der auf Grund be8 Jnvaliden-Verficherungs» Gesetzes errichteten VerficherungS-Anstalten und zugelaffenm Kaffeneinrichtungen für das Jahr 1901 sind folgende Angaben von besonderem

Insgesamt find im Jahre 1901 9669358 Ouittungskarten eingegangen, darunter 1231791 Karten, die sich auf die Zwangsverficherung be- ziehen. Die Zahl der festgesetzten Renten und

Invalidenrenten Ktantenrenten Altersrenten Beitragserstattungen bei

Heiratsfällm Unfällen Todesfällen

S§5 e'eS-

Bei den Kaffenein Achtungen ist die Ein­nahme auS Beiträgen von 5 085158,32 Mk. im Jahre 1891 gestiegen bis auf 11321 265,48 Mark im Jahre 1901. Die Zunahme dieser Einnahme gegen das Borjahr hat betragen 1892: 39,9; 1893: minus 1,3; 1894: 4,1; 1895: 0,9; 1896: 3,3; 1897: 7,1; 1898: 5,1; 1899: 4,6; 1900: 20,5; 1901: 4,9 vom Hundert des Vorjahres. Der Rückgang, den die Ein­nahme auS Beiträgen bei den Versicherungs­anstalten gegen das Vorjahr aufweist, hängt eng mit dem großen Anwachsen dieser Ein­nahme von 1898 auf 1899 zusammen.

Insgesamt haben im Jahre 1901 mit Ein­schluß der Kursgewinne, der Kursverluste und der Abschreibungen an Grundstücken die Ein­nahmen betragen: bei den Versicherungsanstalten 151801446,71 Mk., bei den Kaffeneinrichtungen E.7.~ ...... ' '

41 Nachdruck verboten.)

Schlsß Schönfeld.

Roman von B. Corontz.

'Fortsetzung.)

Sei nur auch sanft und nachgiebig," fuhr Tante Melanie fort,unterstütze nach Kräften meine Bemühungen, des Vaters starren Sinn |um Frieden zu lenken."

Ein abweisender bitterer Zug legte sich um des Mädchens Mund.

Ich kann nicht um Liebe werbm, wo man mich zurückstößt. Kurt wird mir nicht zu­muten, es zu tun."

Nein, aber danken würde er Dir, wenn -Du eS dennoch tätest."

Ich kann's nicht!"

Der Wunsch, ihn vollkommen glücklich zu sehen, wird es Dich lehren."

Gertrud drückte das einfache Strohhütchen auf ihr krauses Haar und griff nach einem schön gewundenen Kranz bunter Herbstblumen, den fie auf das Grab der Mutter legen wollte.

Ich würde Dich gern begleiten," sagte Fräulein v. Sterneck,aber die Strecke nach dem Frickhof ist beschwerlich und hier gibt es auch noch allerlei zu ordnen."

In längstens einer Stunde bin ich zurück."

Melanie sah der jungen Braut nach, die ge­flügelten Schrittes den schmalen, bergigen Watd- tzfad einschlug und seufzte:Ein goldenes Herz, aber ein eiserner Kopf. Wenn fie nur etwas weicher und anschmiegender wäre!"

So schön wie heute war dem Mädchen die Natur noch nie erschienen. Der von Sonnen­strahlen durchglitzernde Forst kam ihr wie ein gewaltiger Dom vor, über den sich die tiefblaue

13 852 943,87 Mk., bei allen Verficherungs- trägern 165 654 390,58 Mk. Die Ausgaben beliefen fich bei den Verficherungsanstalten auf 76158418.97 Mk., bei den Kaffeneinrichtungen auf 6092 842,41 Mk., bei allen Derficherungs- träzern auf 82 251261,38 Mk. Der Vermögens­zuwachs war mithin im Jahre 1901 insgesamt 83 403129,20 Mk. gegen 83097211,17 Mk. im Jahre 1900. Das Gesamtvermögen der Ver­sicherungsanstalten und der für die reichSgesetz- liche Verficherung bestimmte Teil deS Vermögens der Kaffeneinrichtungen belief fich am Schluß deS Jahres 1901 auf 929162180 Mark, wozu noch der Wert der Jnventarien mit 2 213817 Mark tritt. Don 1000 Mk. Vermögen waren 15 Mk. im Kassenbestand, 951 Mk. in Wert­papieren und Darlehen und 34 Mk. in Grund­stücken angelegt. Die durchschnittliche Verzinsung der Kapitalanlagen betrug 3,56 v. H.

Die reine Zahl der verwendeten Wochen­beiträge bei den 31 Verficherungsanstalten stellt fich auf rund 541600000, wofür 123492239 Mark vereinnahmt wurden. Bei den Kassen­einrichtungen betrug die Einnahme au» Bei­trägen 11321265 Mk.

Für das Heilverfahren wurden insgesamt 7130 642 Mk. aufgewendet. Im einzelnen stossen den Verficherungsanstalten und Kassen­einrichtungen an Zuschüssen zu den Kosten des Heilverfahrens von Krankenkassen, von Trägern der Unfallversicherung oder von anderer Seite 1245 704 Mk. zu, während die Unterstützungen an Angehörige der in Heilbehandlung ge­nommenen Verficherten 521222 Mk. betrugen.

Eine Jnvalidenhauspflege ist im Jahre 1901 von sieben Anstalten, nämlich Berlin, Westfalen, Königreich Sachsen, Königreich Württemberg, Thüringen, Oldenburg und Braunschweig, durch- gesührt worden. Die gesamten Ausgaben dasür haben 54 294,19 Mk. betragen, wovon jedoch durch Einbehaltung der Renten 8120,75 Mk. erstattet und durch Zuschuß von anderer Seite 1093,69 Mk. ersetzt wurden, sodaß bett Ver­sicherungsanstalten aus der Anwendung des § 25 des Gesetzes eine endgiltige Gesamtausgabe von 45079,75 Mk. erwachsen ist.

Die Verwaltungskosten für die 31 Ver­sicherungsanstalten haben im Berichtsjahre 10 039614,32 Mk., die für die zugelassenen 9 Kasseneinrichtungen 636 447,51 Mk., insgesamt also 10 676061,83 Mk. betragen. Das find auf 1000 Mk. der gesamten Einnahmen 66 bezw. 46 Mk., auf 1000 Mk. der gesamten Ausgnbe 132 bezw. 104 Mk.

Umschau.

Die Kronprinzessin von Sachsen.

Im Ehestreit des Kronprinzen von Sachsen ist nach mehrstündiger Beratung des außer­ordentlichen Gerichtshofs und nach Erhebung

Himmelskuppel wölbte. Je weiter fie ging, desto andachtsvoller und demütiger wurde ihr zu Sinn. Ihre ganze Seele war von frommem Dank erfüllt.

Da verscheuchten die Worte:Guten Tag, Fräulein Springer!" jäh diese weihevolle Stimmung.

Martin Oertel war auS einem Nebenpfad getreten.

Gertrud furchte die Stirn. Dieses häßliche Gesicht führte ihr Alles, was sie gekränkt und beleidigt hatte, wieder vor Augen.

Mit einem kaltenGuten Tag!" wollte fie Vorbeigehen, doch wie damals im Park von Schönfeld blieb Oertel an ihrer Seite.

Erst beschloß fie, ihn gänzlich zu ignoriren, sagte aber dann doch:Bitte, lassen Sie mich allein."

Der Wald ist für jeden da," erwiderte er frech und herausfordernd.Wenn ich auch hier gehen will"

So kann ich es Ihnen nicht verwehren, wohl aber darf ich Sie ersuchen, nicht zu mir zu sprechen."

ES wird doch erlaubt fein, Ihnen die üb­lichen Glückwünsche darzubringen."

Sie antwortete nicht, sondern beschleunigte nur den Schritt.

Martin begann jetzt mit unterdrückter zittern­der Stimme:So ist's also wahr, daS Sie heute nochFrau Olschmann" heißen werden? Was kann Ihnen der Förster denn bieten? Ein sehr beschränktes Auskommen und ein lang­weiliges Leben in der einsamen Försterei. Ziemlich allein werden Sie schon bleiben, denn es ist eine bekannte Sache, daß der Rektor nichts von der Geschichte wissen will. Da» hätten

von Beweisen auf Antrag der Prozeßbevoll­mächtigten die Verhandlung auf Mittwoch, den 11. Februar, vormittags 10 Uhr, vertagt worden. Alk Zeugen waren zugegen: Oberhofmarschall v. Tümpling, Frau Oberhofmeister v. Tritsch und Pvlizeikommissar Schwartz. Das besondere Gericht wurde im Saale des Oberlandesgerichts durch den Präsidenten Lößnitzer mit der Ver­lesung der königlichen Verordnung vom 30. Dezember 1902 über die Niedersetzung deS Gerichtshofes eröffnet. Sofort nach Eröffnung verlas der Präsident ein aus dem sächsischen Justizministerium eingegangenes Schreiben, in welchen König Georg auf den Absatz 9 seiner Verordnung verzichtet, wonach ihm das vom Gericht beschlossene Endurteil vor dessen Ver­kündigung zur Bestätigung vorzulegen ist. DaS vom Gerichtshof gefällte Urteil ist demnach so­fort rechtskräftig. Während dieser Mitteilung war die Sitzung öffentlich; alsdann wurde die Oeffentlichkeit selbstverständlich ausgeschlossen. Die Vertagung des Prozesse» erfolgte, um Zeit zu gewinnen, die Verhandlungen mit der Kron­prinzessin zu Ende zu führen. Der Verzicht König Georgs auf den angeführten § 9 seiner Verordnung Wick mit der Rücksicht auf die Aufnahme begründet, welche das Verlangen einer königlichen Bestätigung des Urteils im Volke gefunden hatte. Da die Kronprinzessin auf Ehescheidung klagt, so wird diese vom Gericht wahrscheinlich auch ausgesprochen werden. Im Volke befürchtet man, daß der König aus An­hänglichkeit zur kath. Kirche, die eine Ehescheidung nicht kennt, ein solches Urteil nicht bestätigen würde. Da der König nun auf das Bestätigungs­recht verzichtet, erwartet man allgemein, daß das am 11. Februar zu fällende Urteil auf Ehescheidung, die der Kronprinzessin die Wieder­verheiratung ermöglicht, lauten wick. DaS Verhältnis der Eltern zu den Kindern wird auch durch die Ehescheidung nicht berührt; für seine künftige Gestaltung kommen vielmehr lediglich die Hausgesetze sowie die Anordnungen deS Königs, als Oberhauptes der königlichen Familie in Betracht. Natürlich wird der Prinzessin, die nun ihren Giron heiraten wird, jeder Einfluß auf die Erziehung der Kinder des Kronprinzen versagt bleiben; ebenso hat die Kronprinzessin, da sie ja der schuldige Teil ist, keinerlei Ansprüche auf irgendwelche finanzielle Beihilfe durch den Dresdener Hof; dessen un­geachtet werden ihr Mittel zur Verfügung ge­stellt werden. Wie wir gestern unseren Lesern mitteilen konnten, ist die Kronprinzessin von Sachsen am Tage vor der Verhandlung des außerordentlichen Gerichtshofes in Dresden seitens des Kaisers Franz Joseph aller Rechte, Vorzüge und Titel entkleidet worden, die ihr als einer österreichischen Erzherzogin bisher zugestanden haben. Bei aller Verurteilung des unendschuldbaren Tuns der ehemaligen

Sie fich überlegen sollen, Fräulein Springer." Ihr Schweigen und ihre petingfdjäfcenbe Miene reizten ihn. Er war mit übermütigen Genossen zusammen gewesen, bie, wohl wissend, wie sehr er einst dem Mädchen nachstellte, stichelten und lachten und ihn auf diese Weise veranlaßten, seinen Aerger mit geistigen Ge­tränken betäuben zu wollen. Aber das war nicht gelungen. Zorn und Eifersucht fingen nur immer mächtiger zu bohren und zu nagen an. Er hatte den Stuhl zurückstoßen und inS Freie hinauseilen müssen. Da führte ihm der Zufall gerade diejenige entgegen, an welche er mit ebenso viel Verlangen als Erbitterung dachte.

Wird Sie noch reuen. Hätten's besser haben können. Mein Alter muß die Schneidemühle bald abgeben und ist überhaupt nur mehr eine Null im Haus, wenn er auch den ganzen Tag poltert und schreit. Dem hätt' ich schon gezeigt, was Nachgeben heißt. Der Olschmann, der na, paffen Sie 'mal auf! Der verwindet'S nicht so leicht, daß sein VaterNein!" gesagt hat. Der hängt seinen Eltern viel zu sehr am Rock. Der"

Kein Wort weiter! Belästigen Sie mich nicht länger!" untrrbrach ihn Gertrud, deren Antlitz ganz blaß geworden war vor Entrüstung.

Oho! So spricht man zu einem zudring­lichen Bettler, aber nicht zu mir."

Zudringlich ist der richtige Ausdruck und gegen Zudringlichkeiten verwahre ich mich. Wir beide haben nichts rnfteinander zu tun. Gehen Sie Ihrer Wege!"

Immer kurz angebunden, immer nochDaS böse Ding", sagte er.Aber mir hätt's gerade gefallen, so 'ne hübsche Wildkatze zahm zu machen

Kronprinzessin kann man ihr doch angesichts des furchtbaren Strafgerichts, das vor aller Oeffentlichkeit und in größter Breite über sie abhalten wird, als Mensch sein Mitleid nicht versagen.

lieber die Unfreiheit unserer Kultur hat der Rektor der königlichen Hochschule in Berlin, Professor Otto Kammerer gelegentlich der Kaiser-Geburtstagsfeier eine viel bemerkte Rede gehalten. Der Professor führte in seiner Rede aus, daß die Ingenieur-Kunst dieser Un­freiheit ein Ende machen wecke, da die moderne Entwickelung der Maschinenkunst bestrebt sei, alle Hilfeleistungen, alle Handlangerdienste, alle Transportbewegungen der Maschine selbst auf- zubürden, so daß der Mensch nur überlegende und regelnde Tätigkeit auSzuüben habe. Die Befreiung werde gerade von dem Ingenieur- fach kommen. Mr leben augenblicklich noch in einer Uebergangszeit, der Erfolg aber werde nicht ausbleiben. Zu seiner Erreichung habe der Kaiser viel beigetragen, indem et allen höheren Schulen die Gleichberechtigung verlieh. Aber auch und gerade auf dem Gebiete der Schulreform habe noch unendlich Vieles zu ge­schehen. Gegenwärtig herrsche noch immer bie Anschauung, daß das Sprachstudium der Kern und Mittelpunkt btr Bilbung sein müsse, obwohl doch die Sprache immer nur ein Werkzeug und nicht der Inhalt sein kann. Naturwissenschaft­liche Bildung im vollen Ernst mit wahrhafter Naturbeobachtung betrieben, ist bisher immer nur ein Wunsch geblieben. Sehr wichtig war die Bemerkung über den Geschichtsunterricht in unseren Schulen. Die Geschichte besteht nicht aus einem Gemenge von Jahreszahlen und Schlachten, sondern aus Kulturentwickelung, die das Werden und Vergehen der Völker entrollt. Völlig fehlt unserer Schulbildung bie Anleitung zur Achtung vor Arbeit in allen ihren Formen, auch der körperlichen, für die jetzt nur Verachtung vorhanden ist. Etwas ganz Fremdes ist der Schule die Erziehung zum Kunstverständnis geblieben; der Sinn für Formen und Farben, für Naturgefühl und Kunstempfindung wird nicht geweckt, sondern erstickt, denn nur daS körperlose Wort geschichtlicher Mitteilung, nicht die lebendige Anschauung diene zur Ver­mittelung. Keine Macht der Welt, so schloß der Festredner seine von neuen Gedanken er­füllte Rede, wird die Denkrichtung de» herrschenden Geschlechts wandeln, keine Macht wird es Schönheit und Natur verstehen lassen, wird ihm innere Freiheit bringen. Darum wendet der Schule fich all unser Hoffen zu, damit eine neue Zeit herausblühe, sonnig und freit

Das Vorgehen gegen Venezuela.

Zur Venezuela-Frage wird aus Washington berichtet, daß die britische Botschaft daselbst mit

und das weiche Pfötchen zu drücken, bis es die scharfen Krallen einzieht.'

Er haschte nach ihrer Hand.

WaS fällt Ihnen ein?" rief das Mädchen. Wie dürfen Sie eS wagen, meine Hand zu berühren?"

Na, na, nur nicht so stolz und ungehalten, gnädigste Prinzessin von der Landstraße," höhnte er, denn der Wein war ihm jetzt erst so recht zu Kops gestiegen. Sein Gesicht glühte und die kleinen, verschwommenen Augen stierten sie dreist an.

Ein Schauer der Angst rann plötzlich durch ihre Adern. Sie begann fich zu sürchten in dieser Einsamkeit.

Ich hätte Sie ja meinem Alten und aller Welt znrn Trotz zur reichsten Frau in F... gemacht, weil ich Sie so lieb habe so lieb--"

Fort!" gebot fie zurückweichend.Foxtl Sie flößen mir Verachtung ein."

Ein fast tierische c Wutschrei tönte durch die hehre Waldesstille. Verachtung? So? Sitzt die Gnädigste, die mit dem Zinnteller absammelte und für ein paar Pfennige ihre Sprünge machen und wie ein angezogener Affe herumgehen mußte, auf so hohem Roß? Das ist ja spaßhaft, weiß der Himmel! Verachtung! Sieh da, was das für ein großes Wort ist! Man könnte bös toerbett, wenn eS nicht so lächerlich wäre. Werbe meinetwegen Frau Försterin, hoffärtiger Schatz, aber erst will ich noch einen Kuß auf diesen roten, weichen, schönen Mund drücken."

Hinweg!" schrie Gertrud.

Aber schon umschlangen fie nervige Arme, schon fühlte sie sich an eine keuchende Brust gepreßt. (Fortsetzung folgt.)