mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Sonntagsbeilage: Jlluftrirtes Sonntagsblatt
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Marburg
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M. Sta-10 Ws. Mittwoch 28. Januar 1903.
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Vierteljährlicher Bezugspreis- bei der Expedition 2 Mk., bei alle» Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).
Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertagen.
Sonnabends in Morgen- und Abend-AuSgabe. 90
Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, Universität;-Buchdrnckerei *
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
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für die Monate Februar und März auf die
„Oberheffifche Zeitnng" nebst ihren Beilagen werden von unserer Expedition (Markt 21) unseren Ausgabestellen in Kirchhain und Neustadt» sowie von allen Postanstalten und Landbriefträgern entgegen» genommen.
Die deutsche Aktion vor Venezuela.
Die uordamerikanische und englische Kritik der deutschen Aktion vor Venezuela dauert an. Besonders abfällig wird das Einschreiten der deutschen Kriegsschiffe bei Maracaibo besprochen. Man behauptet, dies Vorgehen sei gar nicht notwendig gewesen, es sei unhuman, und was dergleichen Redensarten mehr sind, obwohl es bei der anerkannten Besonnenheit unserer Marine- Offiziere doch nicht dem leisesten Zweifel unterliegen kann, daß das Bombardement nicht nur nützlich, sondern notwendig war. Die Gehässigkeit gegen jedes Zeichen von Kraft auf deutscher Seite läßt die Klugheit vergessen, denn in Wahrheit sind die Nord-Amerikaner und erst recht die Engländer bei vielen Gelegenheiten viel rücksichtsloser gewesen. Die amerikanische Politik gegen Spanien bietet dafür Belege und das englische Bombardement von Alexandrien in Aegypten vor etwas mehr als 20 Jahren, das so bedauerliche Gräuelszenen im Gefolge hatte, ist selbst von Briten als keineswegs nötig bezeichnet worden. Es sollte eben nur einen Vorwand für die Okkupation des NillandeS durch die englischen Truppen abgeben, und dieser Zweck ist erreicht worden.
In den Vereinigten Staaten von Nord- Amerika scheint von den meisten Zeitungen die vorjährige Besuchsreise des Bruders des deutschen Kaisers, des Prinzen Heinrich von Preußen, und die bei dieser Gelegenheit ausgetauschte Reihe von Sympathiekundgebungen ganz vergessen zu sein, sonst wäre es unbedingt nicht möglich, in allem, was Deutschland gegen das wortbrüchige Venezuela und seinen Schwindel- Präsidenten tut, etwas zu finden. Das deutsche Reich unterstützt die Forderungen seiner Bürger, weiter nichts; und um den Starrsinn, den frechen Trotz der Venezolaner zu beugen, werden diejenigen Maßnahmen vom Befehlshaber unseres Kriegsgefchwaders getroffen, die diesem Ziele entsprechen. Außerdem haben die Schiffs- Kommandanten selbstverständlich daraus zu achten, daß der Gegner nichts unternimmt, was der Sicherheit der von ihnen geführten Schiffe ge
fährlich ist. Das ist alles! Wie haben es die Amerikaner statt dessen auf den Philippinen gemacht? Die Ereignisse find noch in zu frischer Erinnerung, als daß sie lang und breit wieder erzählt werden müßten. Und hat nicht der amerikanische Gesandte in Madrid später ganz offen erzählt, daß in Washington der Kuba- Krieg längst beschlossen gewesen sei, bevor die angeblich durch eine spanische Mine herbei- geführte Zerstörung des nordamerikanischen Kriegsschiffes Maine im Hafen von Havanna den direkten Anlaß zur KrtegSerklärung gab? Mes das find unbestreitbare Thatsachen.
Die Anfregung, welche die paar Kanonenschüsse deutscher Kriegsschiffe an der Küste von Venezuela hervorgerufen, ist von den Pankees nur künstlich gemacht, da unser Vorgehen völlig einwandfrei ist. Diese antideutsche Bewegung existiert drüben schon seit Jahrzehnten, feit dem Augenblick, wo die Herren erkannten, Deutschland werde für sie zu einem ernsten Konkurrenten auf dem Weltmarkt werden. Und in Englaick» ist eL nicht anders. Amerikanische Feindseligkeit haben wir in dem jetzt deutschen Samoa vom ersten Tag an konstatieren können, in welchem Angehörige des deutschen Reiches und der nordamerikanischen Union dort nebeneinanderstanden, und die englische Regierung zeigte unverhohlen Verdrnß bei den deutschen Flaggenhifsungen in Afrika. Schon Fürst Bismarck sagte zu Herrn von Wißmann, als dieser als deutscher Reichskommiffar nach Ostafrika ging : „Stellen sie sich gut mit den Engländern, daß ist die einzige Vorschrift, die ich Ihnen geben kann!" und seit dem Rücktritt des ersten Kanzlers hat eS die deutsche Reichspolitik gewiß nicht an Liebenswürdigkeiten gegenüber England und der großen nordamerikanischen Republik fehlen lassen. Daß Bevölkerung und Presse trotzdem uns nicht Gerechtigkeit widerfahren laffen, spricht Bände.
Die Venezuela - Angelegenheit war ebenso ein Prüfstein für die sogenannte internationale Freundschaft, wie die chinesische Affaire. Was haben damals für Zettelungen stattgefunden, bis die eigentlich selbstverständliche Einigkeit China gegenüber herbeigeführt werden konnte? Nur den hinterlistischen Zopfträgern nicht weh tun, das war das stehende Leitmotiv. Und heute ist eS nicht anders. Immerzu wird von freiwilligen Rufern im Streit behauptet, dem Patron, dem Präsidenten Castro, geschehe zu viel, der englische Staatsmann Roseberry sagte sogar, er bebaute das deutsch - englische Zusammengehen. Der Biedermann von Caracas wäre gewiß längst mürbe, wenn ihm nicht von irgendwoher offene und geheime Teilnahmewinke enthüllt worden wären, und namentlich, feit Präsident Roosevelt wegen der diesem Vorschläge feindlichen Strömung in den Vereinigten Staaten daS Schiedsrichteramt ab
lehnte, weiß Präsident Castro ungefähr, woran et ist. Deutschland wird selbstverständlich auf seinem Rechte bestehen; eS ist nötig, daß daS die Welt sieht. Herr Castro wird sich ducken müssen, gleichviel ob das den Engländern und Amerikaner angenehm ist ober nicht.
Umschau.
Die Kronprinzessin von Sachsen.
Die Kronprinzessin von Sachsen wird sich einer Mitteilung der „Dresd. Nacht." zufolge nicht wieder mit ihrer Familie bereinigen. Der Gedanke einer Ausfvhnung wäre auch ganz unvereinbar mit den strengen und ernsten Anschauungen, die in dieser Beziehung am Dresdener Hofe herrschen. Unbeschadet der bevorstehenden gerichtlichen Ehetrennung sind übrigens bereits jetzt Gatantten in feierlicher Form geschaffen worden, welche die Wirkung einer Wandlung in den Intentionen der Kronprinzessin unter allen Umständen ausschließt. -- Kronprinz Friedrich August wird nach demselben Blatt das Kind, das im Monat Mai bas Licht der Welt erblicken wird, reklamieren. Sollte Giton sich der Herausgabe widersetzen, dann dürste dieser Widersetzlichkeit ein Prozeß wegen Ehebruchs folgen. Giron würde dann der Möglichkeit beraubt werden, mit bet Prinzessin eine rechtsgültige Ehe einzugehen. Aus den Verhandlungen mit der Kronprinzessin ging nämlich klar hervor, daß der Abenteurer das Verhältnis mit der Prinzessin und das Unglück der beiden Höfe Sachsen und Toskana nur dazu benützen will, sich eine sorgenfreie Existenz zu schaffen. — Am Schwarzen Brett der königl. technischen Hochschule zu Dresden wird bekannt gegeben, daß der im vorigen Jahre als Studierender der allgemeinen Abteilung immatrikulierte Andre Giron wegen Nichterfüllung seiner Zahlungsverbindlichkeiten im Album der Hochschule gelöscht worden ist. — Die Prinzessin und Giron sollen einen Abstecher nach Monte Carlo gemacht und auch die Spielsäle besucht haben. Giron soll sogar um kleine Einsätze gespielt haben, während die Prinzessin, seinen Strohhut haltend, lächelnd zuschaute. ____________
Neuregelung des Wegerechts.
Bekanntlich liegt es in der Absicht, nach dem Vorgänge für die Provinz Sachsen auch in dm übrigen älteren Provinzen Preußen daS Wegerecht provinziell nach Maßgabe des Bedürfnisses neu zu regeln. Einleitende Schritte find in dieser Beziehung für einzelne Provinzen schon unternommen. Voraussetzung für die Durchführung ist jedoch, daß die Uebertragung bet Unterhaltung der Landstraßen auf die Kommu- nalverbände zum Abschluß gelangt ist. Die
Beseittgung der historisch überkommenen, den jetzigen Verkehrsverhältnissen und Rechtsan- schauungen nicht mehr entsprechenden unmittelbaren Beteiligung des Staates an der Unterhaltung der Wege rein öttlicher Bedeutung ist schon seit längerer Zeit als notwendig erachtet. Vom wirtschaftlichen Standpunkt empfiehlt e8 sich, diese staatliche Verpflichtung auf di« Kommunalverbände zu übertragen, die den örtlichen Verhältnissen näher stehen als der Staat und daher in der Lage sind, mit einem geringeren Kvstenaufwande als dieser die Unterhaltungsverpflichtung zu erfüllen. Zuerst wurde so in der Provinz vorgegangen, die überhaupt Vorbild auf dem Gebiete der Wegeordnung ist. Eine ähnliche Regelung bei den in den übrigen Provinzen belegenen fiskalischen Land- und Heerstraßen wurde dadurch verzögert, daß hier der Umfang der staatlichen Wegebauverpflichtungen nicht feststand. Nachdem jedoch die in dieser Beziehung maßgebenden Grundsätze durch die Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts festgestellt waren, konnte dazu übergegangen werden, den Wert der Verpflichtungen im Wege der Einzelschätzung durch Kommissare zu ermitteln. In erster Reihe find zur Uebernahme der Verpflichtung di« Kreise berufen. Für die Uebertragung in die Unterhaltung der Provinzen kommen tm allgemeinen nur die Landstraßenteile in betracht, bei denen die Umwandlung in Provinzialchausseen in Aussicht genommen ist. Seit dem Jahre 1897 find in den preußischen Etats stets Summen ausgeworfen, welche diese Uebertrag- ung auf die Kommunalverbände ermöglichen. Bis einschließlich 1902 sind dafür insgesamt 30,7 Millionen Mark bewilligt worden. Hinsichtlich des Restes der feststehenden wegebau- fiskalischen Verpflichtungen in Ostpreußen und Posen werden nun den Kommunalverbändm vorausfichtlich spätestens im Etatsjahr 1903 Angebote zugehen. Für Ablösung dieser Verpflichtungen ist in den Etat für 1903 ein Betrag von 2 Millionen Mk. eingesetzt worden. Sobald die Uebertragung der Unterhaltung der Landstraßen auf die Kommunalverbände in den älteren Provinzen Preußens vollständig erfolgt ist, stehen auf staatlicher Seite der Neuregelung des Wegerechts in biefen Provinzen keine Hindernisse mehr im Wege.
DaS Vorgehen gegen Venezuela.
Die „Tägl. Nunbfch." erhält von amtlicher Stelle die Bestätigung, daß Venezuela für die deutsch-englischen Dorsorderungen Sicherheit anbot; erwiesen fich diese als ausreichend, bann sind die Mächte der Aushebung der Blockade geneigt. Zwischen den Vertretern bet Mächte und Bowen find auch bereits schriftliche Erklärungen wegen Aufhebung der Blockade auS- getauscht worben. Die sofortige Aufhebung ist
B9 ^Nachdruck verboten.)
Schlsß Schönfeld.
Roman von B. Eorony.
lSortsehnng.)
„Gertrud meine liebe, süße Braut!" rief ver Förster, die Arme ausbreitend.
Aber etwas von dem alten Trotz war wieder über das Mädchen gekommen. Sie stand regungslos da, finstere Schatten auf der Stirn. „Sprechen wir ruhig und offen, Kurt, Tante Melanie hat mir nichts verschwiegen. Dein Vater weist mich auch jetzt noch unerbittlich zurück."
Traurig genug, wenn er lieber den Sohn aufgiebt, als ein ungerechtes Vorurteil."
„So mußt Du also zwischen mir und Deinen Eltern wählen."
„Eine schmerzliche Notwendigkeit; aber ich kann keinen Augenblick in der Wahl schwanken."
„Kein zu rascher Entschluß! Prüfe Dich. Liebst Du mich nicht unendlich und über alles, so tritt zurück. Noch ist eS Zeit. Ich will deshalb nicht schlecht von Dir denken. Bin ich aber erst Dein Weib, dann sähe es schlimm um uns aus, wenn fich irgend etwas ober irgend jemand zwischen unS drängen würde."
„Nein, bas geschieht niemals!" ertoiberte er. „Und ich bin fest überzeugt, daß Du des DaterS Herz doch noch gewinnen wirst."
„Das dürfte eine Täuschung sein," sagte sie. „Wendet er sich kalt und hart von mir ab, macht er mir zum Vorwurf, wofür ich nicht verantwortlich zu machen bin, bann liegt eS mir fern, feine Gunst zu erbetteln. Es ist nicht meine Schuld, daß ich als Tochter heimats-
loser Leute geboren wurde. Er hat kein Recht, mich deshalb gering zu schätzen. Ich glaube, daß mein Vater ein ehrlicher Mann war, wenn er auch fein Brot auf traurige Weise verdienen mußte. Deshalb schäme ich mich feiner nicht und es kränft mich, wenn man mit Mißachtung von ihm spricht. Es liegt nicht in meiner Natur, jemand, bet bas tut, liebevoll und bemütig entgegenzukommen. — Du mußt viel aufgeben um meinetwillen, überlege Dir, ob Du es kannst."
„Ich kann's, benn von Dir vermöchte ich nicht zu lassen. UebrigenS baue ich auf bet Mutter Beistand. Glaube nur, die führt uns dereinst alle in Frieden und Eintracht zusammen."
„Du hast entschieden, was ein Weib an Liebe und Zärtlichkeit zu geben hat, soll Dein Opfer lohnen. Möge ich nur im stände fein, Dich für alles zu entschädigen."
„Zweifle nicht, baß Du es bist! — Komm! Fräulein v. Sterneck soll ben Tag unserer Vermählung bestimmen."
„So habt Ihr gewählt —" sagte Melanie mit Wehmut und Sorge. „Gott gebe meinem Segen doppelte Kraft, da er den des Vaters ersetzen muß. Du übernimmst eine schwere Verpflichtung, Gertrud, bleibe dessen immer eingedenk. Ihnen, bester Kurt, vertraue ich mein Teuerstes an. Machen Sie es glücklich, wenn ich vor bitteren Selbstvorwürsen verschont bleiben soll. Diese können mir nur erspart werden, wenn im Forsthaus wirklich ein schönes, friedliches Familienleben herrscht, wenn ihr beide für Zeit und Ewigkeit fest zusammenhaltet. Sonst müßte ich mir sagen: „Du hast voreilig Deine Einwilligung gegeben und nicht als kluge, treue Freundin gehandelt."
„Lassen Sie diese Sorge schwinden. Auf den Händen will ich mein liebes Weib durch das Leben tragen."
„Sie ist nicht frei von Fehlern, ober ein starkes, volles Gemüt. Das dort ich wohl mit vollster Ueberzengung ausspreche.. Und was meinerseits geschehen kann, um Euch auch des Vaters Herz zuzuwenden, soll sicher nicht unterlassen werden. Es tut mir ja so innig leib, baß ber hochverehrte Mann Euch und mir zürnt. Doch ich weiß, baß die rauhe Schale einen köstlichen Kern birgt und verzweifle deshalb nicht an der Zukunft. An Dir, Gertrud, ist es, das Bersöhnungswerk nach Kräften zu fördern."
Das junge Mädchen ließ die Stirn auf die Hände ber treuen Beschützerin sinken.
„Tante Melanie, um das zu können, bedürfte ich Deiner Milbe und Sanftmut. Die find mir leider versagt. Ich will nicht mehr versprechen, als ich zu halten vermag. Meine Seele liegt mit all ihrem Schatten und ihrem Licht offen vor Kurt." ,
„Und gerade um dieser rückhaltslosen Aufrichtigkeit willen liebe und achte ich Gertrud."
„So bleibt mir nichts weiter übrig, als auf ben Allmächtigen und auf den mildernden Einfluß ber Zeit zu hoffen. Möge sie uns allen den Frieden schenken!"
Fräulein v. Sterneck legte die Hände des jungen Paares ineinander. * * *
Monate waren verflossen und der Herbst gekommen, aber so mild und schön, als wolle er die ganze Pracht des Sommers noch einmal über Flur und Wald ergießen.
Das Forsthaus prangte im Schmuck duftender Tannenzweige und sah gar freundlich und
einladend aus, gerüstet zum Empfang ber jungen Frau.
Kurt hatte den Zeitpunkt ber Vermählung mit liebenber Ungebulb zu beschleunigen gesucht und Melanie Gertruds Zimmer einfach, wie e8 fich für eine Försterin geziemte, aber mit Geschmack und behaglich eingerichtet. Ein Piano stand da, der Bücherschrank mit auserlesenen Werken fehlte nicht und an der Wand hing ein eleganter Vogelbauer, in welchem Häuschen, bet verwöhnte Liebling, seine schmetternden Gesänge ertönen ließ. Blumen zierten Tisch und Fenster. Es war ein liebes, trautes Heim.
In Schönfeld herrschte an diesem Tage eine sehr aufgeregte Stimmung. Katharina beobachtete den Gatten mit scharfem Auge. Seine Unruhe und Gereiztheit entgingen ihr nicht. Glich er doch einem Fiebernden, der nirgends Rast findet.. Ihre durch Martin stets aufgestachelte Eifersucht trieb sie an, ihn mit Fragen zu quälen, auf welche kurze, barsch abweisend« Erwiderungen folgten. Jedes seiner Worte fiel ihr wie ein giftiger Tropfen aufs Herz und brannte, baß sie laut ausschreien hätte mögen vor Zorn und Schmerz. Unb endlich konnte sie es nicht unterlassen ihm faffungsloS und aller Ueberlegung bar zuzurufen:
„Ich weiß wohl, was Dich so rauh gegen mich macht. Der Gedanke ist's, daß Gertrud Springer heute mit Förster Olschmonn vor den Altor tritt. Hättest Du Dir doch den Bettelsack umgehängt und die unvergeßliche zur Fra» v. Meinau gemocht."
„Wos unterstehst Du Dich brauste Victor auf. „Ich verbiete Dir, Dich solcher Ausdrücke zu bedienen."
(Fortsetzung folgt.)