mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Marburg
Dienstag, 27. Januar 1903.
Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertag«. Sonnabends in Morgen- und Abend.Ausgabe.
Druck wü> Verlag: Joh. Aug. Koch, Univerfitäts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
38, Jahrg.
Kaisers Geburtstag.
Die Feier des Geburtstages unseres kaiserlichen Herrn wird im deutschen Volke immer eine aufrichtige und stimmungsvolle bleiben, wenngleich das Arbeitsleben nicht gestattet, an diesem Tage völlig die Hände in den Schoß zu legen. Sind eS vor allem die Behörden, die Krieger-Vereine und andere Vereinigungen, sowie die Schulen, welche den 27. Januar in ^ieller Weise begehen, auch der Bürger, welcher den Hammer hält oder die Feder führt, denkt freudig deS Kaisers, der die deutsche Einheit, die schwer errungene vor aller Welt ver finnbildlicht, der unabläsfig bemüht ist, dem Weiche zu schaffen, was schon fein Großvater jund Vater ersehnten, Wohlstand und Bürger- ficieden, Mehrung der idealen Güter, Achtung bei jedermann. Dem Deutschen wird aber der Geburtstag des Kaiser« noch ein besonders freudiges Empfinden erwecken. Nirgendwo ist hie Armee, die zur Verteidigung des Vaterlandes berufen ist, so ein Volk in Waffen, wie bei uns, nirgendwo verbindet den schlichten Bürger ein so enges Gefühl mit dem obersten Kriegsherrn, wie bei uns. Die alte germanische Anschauung, daß der Erste im Volke auch überall der Erste sein muffe, dauert, den veränderten Zeitläuften entsprechend, auch heute noch an, und dieses feste Band empfindet wie der Bürger so der Kaiser. Wenn der Atonarch bei festlichen Gelegenheiten die Reih«: der alten Krieger ausgestellt erblickt, dann rüst er ihnen stets mit einem herzlichen Gruß seine Freude zu, die alten Kameraden zu sehen. Das kettet aneinander im Streit deS Tages, und mögen feine Wogen so hoch gehen, wie erst noch in den letzten Tagen, der Deutsche weiß, was er an seinem Kaiser hat. Unser Vaterland hat in jeder Beziehung seit dem Regierungsantritt Kaiser Wilhelms II. einen machtvollen Aufschwung genommen, niemand ist Gewalt angetan, alle düsteren Voraussetzungen find verronnen, wie ein Regenguß unter der Juli-Sonne.
Gewiß ist nicht zu leugnen, es könnte manches anders sein, wie überall und aller Orten etwas zu wünschen übrig bleibt, aber wer da mit den Zuständen hadert, der soll erst die Menschen prüfen, durch deren Willen oder Leidenschaften diese Verhältnisse entstanden. Kaiser Wilhelm II. Name wird heute in allen Staaten mit hoher Achtung genannt. Zahlreiche Stimmen der Anerkennung, der Bewunderung kommen von Seiten und Personen, denen nichts ferner liegt, als irgend welche Schmeichelei. Und dem deutschen Reiche, dem deutschen Volke, ist der deutsche Kaiser ein Hort unb Hüter, zu dem wir festes Vertrauen haben können, und haben muffen. Vielleicht wird eine spätere Zeit noch enthüllen, wie sehr der Kaiser um den Frieden bemüht
38 (Nachdruck verboten.)
Schlitz Schönfeld.
Roman von B. Corony.
(Fortsetzung.)
„Wären ihr Vater und ihre Mutter Bauern ieber arme Feldarbeiter gewesen, dann wollte ich die Wahl meines Sohnes gut heißen, so kann ichs nicht und werde es niemals. Es ist eine Schande für mich, wenn man sagt: „Der Sohn des Rektors heiratet die Tochter fahrender Kommöbianten."
„Von dieser unduldsamen Seite kannte ich Sie noch nicht, sondern meinte immer, einen Mann in Ihnen zu sehen, der trotz seiner Strenge groß denkt und frei von ungerechten l Vorurteilen ist."
„Ich trachte nicht nach dem zweifelhaften Ruhme, zu den sogenannten „Aufgeklärten" gezählt zu werden. Gleich mir waren mein Vater und mein Großvater Lehrer der Jugend, gleich mir gingen fie, mrbeirrt von der Zeitströmung und 6en krankhaften Ausgeburten der Neuerungssucht, ruhig und pflichtgetreu ihren Weg, gleich mit erschien ihnen ihr bescheidenes HauS als ein heiliger Tempel, dessen Schwelle nicht befleckt werden darf. — Wiederholt lehnte stch Kurt gegen meinen Willen auf. Das erste Mal habe ich nachgegeben, zum zweiten Male geschieht es nicht! Jetzt ist es an ihm, fich zu fügen."
„Nur den Bogen nicht zu straff gespannt, lieber Olschmann.
„Wie meinen Sie das?"
„Ich meine, daß Kurt in vieler Hinsicht Ö Eharakterähnlichkeiten mit Ihnen hat.
hängt er mit ganzer Seele an den
gewesen ist, denn nicht zu bestreiten ist eS, daß seit verschiedenen Jahren die Friedensliebe nicht überall die gleiche war. So wollen wir dem Kaiser aus deutschem Herzen und in deutschem Vertrauen die Ehre geben, die er verdient, ihm Heil und Segen wünschen für alle seine Tage und seiner Tage Arbeit zum Wohle des Reiches.
Wir können das wünschen, denn es ist heute kein Geheimnis mehr, daß die Großen der Erde ebenso wenig wie andere Sterbliche über irdisches Leid erhaben find. Auch im letzten Lebensjahre des Kaisers wechselten Tage, der Freude mit denen der Trauer ab und e8 fehlte nicht an Ereignissen voll herber Bitterkeit. Der letzte Geburtstag des Monarchen stand noch unter dem Eindruck der Trauerkunde vom Tode seiner Mutter, der Kaiser hatte gebeten, die Illumination, in welcher am Abend des 27. Januar sonst die Reichshauptstadt erglänzte, • zu unterlassen. Der Tod des Königs Albert von Sachsen, seines väterlichen Freundes, war ein harter Schlag für dm hohen Herrn und es hat an weiteren Vorkommnissen nicht gemangelt, welche das Gerechtigkeitsgefühl des Kaisers tief verletzten. Es erübrigt, an dieser Stelle auf die bekannten Verhältnisse zurückzukommen, aber wir sehen, wie dem Kaiser nichts, waS dmtsche Ehre und Wohlfahrt betrifft, gleichgiltig ist, wie er mit der ganzen Kraft, dem vollen Feuer seines Wesens für das eintritt, was er für recht hält. Und es ist gut, daß dem so ist. In einer Zeit, wo die Sucht nach Geld eine so außerordentlich große ist, das redliche Vertrauen leider nur zu ost gemißbraucht wurde, immer neue Saat von Haß und Zwietracht auSgeftreut wird, da ist es eine Wohltat, wenn eine energische Mahnung an die Nation von berufener Stelle erfolgt. Die letzten Jahre haben gezeigt, daß der Weg, aus dem fich leichtherzige Elemente befanden, die Tausende und Abertausmde, die vom Schein geblendet waren, nach fich zogen, kein guter war, und wo waren damals die, die heute sich als Lehrer und Kritiker aufspielen? Eine unruhige Zeit, wie die heutige, in der alles im Fluß ist, braucht einen starken Herrn; die Leidenschaft trübt nur zu oft ein richtiges Urteil, und gefährliche Entschließungen werden von ihr eingegeben. Wir wissen ja alle, wie einmütig das deutsche Volk in den letzten Jahren in der Anschauung über eine fremde Gewaltpolitik gewesen ist. Das letzte Lebensjahr des Kaisers brachte uns durch sein persönliches Mitwirken neue und wertvolle Sicherungen für den Frieden, für die guten Beziehungen zu anderen Staaten. Wenn das alles vollzogen ist, mag es unschwer erscheinen, aber wer erinnert sich leicht beim Anblick eines fertigen stattlichen Hauses der früheren Mühen? Die Arbeiter am Bau kennen fie, die, welche nut das Vollendete sehen, wissen es
Eltern, wird aber, wie ich ihn zu kennen glaube, nicht nachgeben."
„Dann find wird getrennt."
„Fällt es Ihnen so leicht, diese harten, unversöhnlichen Worte auszusprechen?"
„Nein, ober zurücknehmen werde ich fie niemals und ginge ich daran zu Grunde. Kurt kennt meinen Willen und ist fortan tot für mich, wenn er ihn nicht achtet. So schwer es mir werden mag — ich kann ohne ihn leben, weil mein Gewissen mir nichts vorwirft. Um ihn steht es anders, denn er sündigt wider das vierte Gebot und die Reue wird nicht auS- bleiben. Meinen Sie es gut mit den Beiden — und ich bin überzeugt, daß es der Fall ist — so reben Sie Ihnen zu, keinen Bund zu schließen, dem der Segen des Vaters fehlt. Die Pietätlosigkett rächt fich stets, früher ober später. — Ich wurde von Ihnen des schranken losesten Vertrauens gewürdigt unb dürfte mich Ihren Freund nennen. Wie ist es also möglich, daß Sie meinen eigenen Sohn zum Widerstand gegen mich ermutigen unb sich auf seine Seite stellen?"
„Diesen Vorwurf weise ich zurück. Ich habe zur Nachgiebigkeit gemahnt, habv gewarnt unb gebeten. Aber Kurt und 'Gertrud sind leidenschaftliche, Willensstärke Naturen und fest entschlossen, nicht von einander zu lassen. Sie würden eher der ganzen Welt Trok bieten."
„Desto schlimmer! Dann müssen fie die Folgen ihres Trotzes tragen. Den Taumel und Sinnenrausch dürfte bald ein trauriges Erwachen und trostlose Ernüchterung beenden."
„Da find Sie denn doch im Irrtum. Die., jungen Leute lieben mit dem Herzen und nicht mit den Sinnen."
„Mag bem fein, wie ihm wolle! Die höchste
nicht. Und ein unermüdlicher Förderer deutscher friedlicher und gedeihlicher Entwicklung ist Kaiser Wilhelm IT. stets gewesen, er hat alle deutschen Bürger zur Dtitarbeiterfchaft aufgerufen, indem er ihnen offen sagte: „Ich allein kann nicht alles vollbringen!" Unb wer das erkennt, wer sein Vaterland lieb hat, dafür streben unb schaffen will, ber arbeitet mit dem Kaiser zur Wohlfahrt des großen Ganzm, nicht aber gegen den Kaiser, er betätigt das zu diesem 27. Januar wieder mit dem Ruf ber Treue unb Ergebenheit: Heil unserem Kaiser!
Umschau.
Die Präsibenten-KrisiS.
Zum ersten Male wirb ber Reichstag am Geburtstage bes deutschen Kaisers ohne einen ersten Präsidenten fein. Während nun auf der einen Seite behauptet wird, eS handle fich eigentlich um nichts als Mißverständnisse, da niemand den Grafen Ballestrem ersucht habe, die Besprechung des Krupp-Falles zu verhindern, wird von der „Köln. Volksztg." einem bekannten Organ der Partei deS Präsidenten gesagt, „eS müßten besondere Gründe vorliegen". Die „Vos- sische Ztg." meint, Graf Ballestrem werde sein bisheriges hohes Amt nicht wieder übernehmen. Sie sagt: „Schon der Umstand, daß das Reichstags - Präsidium ohne Präsidenten vor dem Herrscher erscheinen muß, spricht gegen die Vermutung, daß Graf Ballestrem die Absicht habe, fich nach Kaisers Geburtstag wieder auf den Präsidentenseffel zu begeben. Hätte er sich mit einem Vertrauensvotum begnügen wollen, so hätte er füglich sein Schreiben bis nach dem Empfang des Präsidiums durch den Kaiser verschoben." Wer der neue Präsident werden wird, steht noch sehr dahin, denn es soll fraglich fein, ob der für das hohe Amt ausersehene Zentrums - Abgeordnete Freiherr von Hertling Neigung hat, diese Würde und Bürde auf sich zu nehmen. Gerüchtweise ist die Rede davon, für den Rest der Session solle ein konservativer Abgeordneter als Präsident gewählt werden, da die Zentrumspartei sich mit dem Posten eines Vizepräsidenten begnügen wolle. Auch hier bleibt dis Bestätigung abzuwarten.
Ist das nationale Wirtschaftspolitik?
Ein aus Torento (Kanada) in London ein» gegangenes Telegramm meldet: „Die Firma Bintz Brothers in Torento hat mit der deutschen Regierung einen Vertrag abgeschlossen, nachdem sie wöchentlich 200 St. Rindvieh zu schlachten und zu konservieren und sodann an das deutsche Heer zu liefern hat. Die kanadische Firma erhielt die Lieferung im Wettbewerb gegen mehrere amerikanische Konkurrenten."
Instanz nach dem Allmächtigen ist unb bleibt der Vater. Wer sich gegen diesen auflehnt, hat die Heimat im Elternhause verscherzt."
„Denken Sie denn gar nicht an Ihre gute, liebe Frau, die Ihnen sechsundzwanzig Jahre lang eine treue ergebene Gefährtin war unb jetzt Tränen bittersten Mutterschmerzes weint?"
„Magdalene wird fich wie immer, so auch jetzt meiner besseren Einsicht fügen. Milder können mich aber ihre Tränen Denen gegenüber, die sie ihr erpressen, nicht stimmen."
„So ziehen Sie wenigstens noch eins in Erwägung."
„Dos wäre?"
„Wenn Sie, der hochverehrte Mann, diesem Bunde Ihren Segen geben, wer wirb bann wagen, einen Stein anszuheben? Sagen Sie sich aber los von dem Sohn, dann find der niedersten Klatschsucht Türe und Tor geöffnet. Bosheit und Verleumdung werden ihre giftigen Pfeile auf das junge Paar abschießen."
„Diese Rücksicht kann keinen Einfluß auf mich au§üben. Ich weiß, was ich Magdalene schuldig bin und will kein Haustyrann fein. Sie soll Kurt besuchen unb mit ihm in Verbindung bleiben dürfen — aber meine Schwelle zu überschreiten verbiete ich ihm unb feiner zukünftigen Frau. Zwischen uns giebt e8 keine Zusammengehörigkeit."
Er trat ans Fenster, hob die Hanb auf unb ließ sie wieder sinken, mit einer Bewegung, al« wolle er die Luft zwischen dem seinen und dem Forsthause zerschneiden.
Tief betrübt unb von banger Sorge erfüllt, schied Fräulein v. Sterneck, nachdem fie ber weinenden Rektorin einige tröstende unb ermutigende Worte gesagt hatte. Sie versuchte nochmals. aus Gertrud «inzuwirken unb
Wir hoffen, baß die deutsche Regierung in der Lage sein wird, diese Meldung als vollkommen unrichtig zu bezeichnen. Anderenfall« wird zu erwarten fein, daß ber Herr Reichskanzler demnächst wegen dieser verwunderlichen Art ber Betreibung nationaler Wirtschaftspolitik interpellirt werden wirb.
Weitere Sicherung des Wahlgeheimnisses.
Der im Reichstage erwähnte Antrag bei Reichskanzlers aus Abänderung des Wahl- reglements ist dem Bundesrate bereits zugegangen. lieber die Einzelheiten des Vorschläge« wird den „Berl. N. N." berichtet: Die Stimm» zettel müssen neun Zentimeter im Quadrat groß unb von mittelstarkem, weißem Schreibpapier sein unb finb von bem Wähler in einem mit amtlichem Stempel versehenen Umschläge, der sonst keine Kennzeichen haben darf, abzugeben. Die Umschläge fußen zwölf Zentimeter im Quadrat groß unb aus undurchsichtigem weißen Papier hergestellt sein, fie find am Vor- standstisch in ber erforderlichen Zahl bereit zu halten unb in Emfpang zu nehme«. Jeder Wähler hat nach Empfangnahme de« Umschläge« den bereit gestellten Nebenraum zu betreten, wo er unbeachtet ben Stimmzettel in da« Couvert legen kann. Der Wahlvorstand hat alle Stimmzettel zurückzuweifen, die nicht in dem Nebenraum in ben Umschlag gelegt worden find.
Das Vorgehen gegen Venezuela.
Die Vorbesprechungen ber Vertreter ber Mächte mit bem amerikanischen Gesandten Venezuelas, Bowen, haben in Washington bereits begonnen. Merkwürdigerweise verhandeln die Vertreter Englands, Deutschlands unb Italiens nicht gemeinsam, sondern gesondert mit Bowen, angeblich weil die Interessen bet verschiedenen Mächte gar zu verschiedenartige seien. Natürlich haben die Mächte nicht die gleichen Forderungen. Im Interesse ber äußeren Bekundung des gegenseitigen Einvernehmen« würden wir gemeinsame Beratungen für da« wünschenswertere halten. Der Zwischenfall von Maracaibo wird nach ber erfolgten amtlichen Aufklärung auch in Washington nicht mehr als ein Hindernis für den Fortgang der Verhandlungen angesehen. Dabei ist jedoch zn bemerken, baß bie Regierung der Vereinigten Staaten Wert auf die Feststellung legt, daß der Gesandte Bowen nicht ihr Vertreter, sondern der Venezuelas ist. Die Hauptsache ist und bleibt eine so. klare Haltung der Nordamerika» nischen Union, daß der venezolanischen Regierung auch nicht einen Augenblick der Gedanke kommen kann, baß ihr Widerstanb gegebenen rnm» .......... ' --------
schloß ihre brtngenben Vorstellungen mit den Worten: „Bedenke, ob eS nicht besser wäre, jetzt noch zurückzutreten. Vielleicht würdest Du doch dereinst diesen Schritt bereuen. Ich fürchte, vom wahrem Glück könnte da kaum die Rede sein. Wenn Du willst, reifen wir Beide fort von hier."
„Darauf kann ich Dir jetzt keine entscheidende Antwort geben, Tante Melanie", erwiderte da« Mädchen kurz.
„Gut. Es soll Dir Zeit gegönnt werden zu überlegen."
„Dessen bedarf es nicht. 2JHt mir selbst bin ich vollständig im Klaren. Die Frage ist nur, wie Kurt darüber denkt. Liebt er mich so wahr und innig, wie ich ihn, bann scheidet uns nichts. Am Ende bestimmt doch nur bei eigene Wert. Kurt kannte ja meine Abstammung. Wurde ich mich von ihm abtoenben, wenn ei zufällig ber Sohn eines armen, mißachteten Mannes oder eines UebeltäterS wäre ? — Nein! — Also sprechen wir vorläufig nicht weiter über die Sache. Nun habe ich keinen Grund, ihn für kleinlich und engherzig zu halten."
„Herr Förster Olschmann!" meldete man.
„Ich lasse bitten."
„Beste Tante —"
„Ja, ja, Dein Wunsch fei erfüllt. Empfang, ihn allein. Du bist ein starkes, kluges Mädchen unb wirst wohl daS Rechte finden. Aber hüte Dich, baß Dein Herz in diesem Falle nicht über Verstand und Ueberlegung fugt. Da« Glück nimmt oft fo raschen Abschied."
Noch einmal wandte fie fich um unb blickte nach ihrem Liebling zurück, bann schloß fich die Türe hinter ihr.
(Fortsetzung folgt)