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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Illuftrrtes Sonntagsblatt.

. 25

Ltertels^ hrlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk., bet allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).

^»srrtionSgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: di« Zelle 25 Pfg.

Marburg

Sonntag, 25. Januar 1903.

Erscheint täglich außer <m Sonn- und Feiertagen. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch. UniversitätS-Buchdruckerei Marburg. Markt 21. Telephon 55.

38. Jährst?

Die Quelle der deutschen Wehrkraft.

In einer wiffenschaftlichen Zeitschrift, die über den Verdacht besonders agrarfreundlicher Voreingenommenheit erhaben ist, der apolitisch- anthropologischen Revue" wurden kürzlich wieder einmal Vergleiche zwischen Großstadt- und Land­bevölkerung in Bezug aus Militärtauglichkeit angestellt. In dem Jahrfünft 1896 bis 1900 bmnten nach den Untersuchungen Dr. Dades Mrchschnittlich von je 100 abgesertigten Militär­pflichtigen in Berlin nur 32, in der Provinz Brandenburg dagegen schon 53, in Ostpreußen aber sogar 57 als vollkommen dienstbrauchbar eingestellt werden.

Ein noch wirksameres Bild erhält man, Wenn man auch die Ziffern für die der Ersatz­reserve überwiesenen Gestellungspflichtigen hin­zurechnet, welche immerhin auch noch als mili­tärdiensttauglich anzusehen find. (Häufig er­folgt die Zurückstellung zur Ersatzreserve doch sogar nur aus Rückficht auf häusliche Verhält­nisse «.). In diesem Falle kamen auf 100 Gestellungspflichtige in Berlin nur 38, in Brandenburg 68 und in Ostpreußen gar 80 dienstbrauchbare Mannschaften.

Die Militärtauglichkeit der Berliner Ge­stellungspflichtigen verhält sich danach zu der­jenigen der Brandenburger oder Ostpreußen <>ie 1 :1,8 resp. 2,1. D. h., in der Provinz mnoenburg find trotz des ungünstigen Ein- lluffes, den die dichtbevölkerten Jndustriebezirke um Berlin herum auf die Durchschnittsqualität der Gestellungspflichtigen auSüben, relativ nahe­zu doppelt, in Ostpreußen mehr als doppelt soviel junge Leute zu Daterlandsverteidigern brauchbar, wie unter ihren AlterSgenoffen in der Reichshauptstadt.

In noch viel schlechterem Lichte würde Berlin im Vergleich mit den Agrarprovinzen als Quelle für unsere Wehrkraft erscheinen, wenn man von seinen 38 Prozent Militärtauglichen diejenigen absonderte, welche auf dem Lande geboren und aufgewachsen find. (60 Prozent der Berliner Bevölkerung bestehen aus länd­lichen Einwanderern). Das dürfte auch Wohl rorfr-fipiTiat-e die Hälfte jener 38 sein, die also . .. Großstadt ganz zu Unrecht gut geschrieben werden, und wie wenige von diesem kleinen Rest würden auf die Frage, ob ihre Eltern beide geborene Berliner waren, noch mit ja antworten können?

Nun, unsere Militärbehörden mögen im Grunde recht froh darüber sein, daß fie einen relativ so geringen Prozentsatz vollbürtiger Berliner» und anderer Großstadt-Früchtchen unter den Rekruten haben. Sie müssen sich ja schon die größte Mühe geben, diese größtenteils von international* *sozialdemokratischen Umfturz- igeist durchtränkten Leute in den verschiedensten 'Provinzregimentern so unterzubringen, daß sie

wenigstens keine direkte Gefahr für unsere HeereSdiSziplin und daS ganze Gefüge unserer vaterländischen Wehrkraft bilden.

AuS allen diesen offenkundigen Verhältniffen geht deutlich hervor, von wie geringem Werte, wie trübe der Quellzufluß ist, welcher unserer vaterländischen Wehrkraft aus den Groß- und Industriestädten kommt. Schon allein im Hin- - blick hierauf muß man sagen, daß alle Be­günstiger einer Politik, die zur fortlaufenden Entvölkerung deS platten Landes zu Gunsten der Großstädte und Industriezentren führen muß, mit ihrem Treiben die Grundvesten unserer nattonalen Wehrkraft und unserer ganzen nationalen Existenz auf daS Ernsteste gefährden.

Umschau.

Zum Rücktritt des Grafen Ballestrem.

DieKreuzztg." druckt heute nochmals den Artikel ab, in dem fie am Mittwoch abend die Haltung des Reichstagspräsidenten Grafen Balle­strem gegenüber dem Abg. v. Vollmar kritisierte, und bemerkt dazu, sie habe sich bemüht, ihrer Kritik eine Form zu geben, die sowohl der be­deutsamen Stellung deS Grafen Ballestrem, als auch ihrer Hochachtung vor seiner Stellung und seinen Leistungen entspricht. Sie erinnert ihn daran, daß sie in den letzten Tagen der Ver­handlungen über den Zolltarif, als seine Ge­schäftsführung in einem großen Teil der Preffe scharf angegriffen wurde, im Hinblick auf die Sckwierigkeiten, die sich ihm dabei entgegen- ' stellten, treu zur Seite gestanden habe, und -fährt dann fährt:

Wir können deshalb nur unserem auf­richtigen Bedauern Ausdruck geben, daß er jetzt trotzdem unsere in jeder Beziehung loyale Kritik zum Ausgangspunkt einer so ungewöhn­lichen Maßregel genommen hat. Mit Bedauern stellen auch wir fest, daß Graf Ballestrem eine Aeußerung derKreuzztg." der konservativen Fraftion zurechnet, obwohl ihm unsere Unab­hängigkeit von der Fraktion bekannt sein sollte. Von unseren damaligen Aeußerungen können wir selbstverständlich nichts zurücknehmen; aber Präsident Ballestrem wird an unserer Aufrich­tigkeit hoffentlich nicht zweifeln, wenn wir er­klären, daß wir an seiner Wiederwahl die beste Lösung der durch ihn persönlich herbeigeführten Präfidentenkrisis erblicken würden. Die konser­vative Partei insbesondere würde ganz in um feiern Sinne handeln, wenn sie sich einmütig an dieser Wiederwahl beteiligte."

Bebel gegen den Kaiser.

Unter dem Schutze der parlamentarischen Immunität hat der Abgeordnete Bebel am Donnerstag eine Rede gehalten, die jedem monarchisch gesinnten Manne die Zornesröte ins Gesicht treiben muß. Nicht, daß es Bebel

*7 (Nachdruck verboten.)

Schloß Schönfeld.

Roman von B. Sorony.

lFortfetzung.»

^Der Rektor fuhr fort: An jenem Abend, wo man Walther v. Meinau sterbend heimbrachte, traf ich Victor und daS damalige Gesellschaftsfräulein allein im Lusthaus. DaS glühende Erröten deS Mädchens, die Bestürzung und Verlegenheit der jungen Leute ließ mir keinen Zweifel darüber, daß hier von Dingen gesprochen wurde, die »icht für das Ohr eines Dritten bestimmt waren, und daß Beziehungen zwischen den beiden bestanden."

Ja, es gab solche, aber sie waren nicht derart, um auch nur den schwächsten Schatten auf Gertruds Ehrenhaftigkeit zu werfen. Du erzählst nichts, waS mir ein Geheimnis wäre. Unaufgefordett enthüllte fie mir ihre reine, schöne Seele. Eben weil die Versuchung an fie herar.» trat und so mutig bekämpft wurde, stelle ich meine Trude hoch und würde mich jedes Miß­trauens schämen. Sie hat eine bittere Täusch­ung erlebt, aber diese wirkte wie Feuer auf echtes Gold. Die Schlacken fielen ab und daö Edelmetall blieb. Nein, an dem Mädchen macht | mich niemand irre." |

Ich klage sie nicht an und will wünschen, * daß Du Recht hast. Ist das aber auch der | Fall, so verweigere ich dennoch, sie Tochter zu j Kennen und frage nun zum letzten Male: Willst | $ Dich meinem wohlbegründeten Verbot fügen, k ja oder nein?" j

Nun denn: nein!" I

Hüte Dich, dieses Wort zu wiederholen, oder Du verläßt mein HauS auf Nimmer- wiederkehr!"

Um Gottes willen, HanS Kurt tut mir das nicht an!" schluchzte die alte Frau.

Schweige! Und Du bedenke jetzt, daß

* es sich um eine schwerwiegende Entscheidung handelt. Willst Du Dich ohne ferneren Ein­wand fügen? Ueborlege, ehe Du antwortest." Das heiße Blut des Föesters wallte auf. Auf eine in solchem Ton gestellte Forderung würde ich unter allen Umständen nichts Anderes zu sagen finden, als: nein!

Nun, so geh! rief Olschmann heftig. Geh, geh, wenn Du Dich unterstehst, Deinem Vater zu trotzen.

Kurt wandte fich der Türe zu, doch als ihm die alte Frau nacheilte, blieb er tief aufatmend stehen und kehrte dann langsam wieder zurück. Sei nicht böse Vater. Es tut mir leid, Dich erzürnt zu haben, aber von dem Mädchen kaffe ich nun einmal in alle Ewigkeit nicht. Lerne fie näher kennen, dann wird Dein Borutteil schwinden."

Der Rektor nahm die dargebotene Hand nicht.Tu kennst jetzt meine Anficht und meinen Willen. Bleibe, wenn Du ein gehor­samer Sohn bist, gehe, wenn Du es nicht fein kannst."

Der Förster hatte fich seiner' Mutter zu Liebe mühsam bezwungen, es war ihm schwer genug geworden und jetzt flammte die gewalt­sam unterdrückte Entrüstung wieder auf.

Du weisest mir also die Türe?"

Ja, sobald Du auf Deinem Widerspruch beharrst."

gewesen, der fich unterstand, in einer unerhörten Tonart gegen die Person deS Kaiser zu pole- mifieren, ist tiefbetrübend, sondern daß es möglich ist, diese Rede nun durch die Presse und in Broschürenform ungehindert in der Be­völkerung zu verbreiten.

Der Reichskanzler trat zwar dem sozial- demokrattscheu Eiferer mit festen Worten ent­gegen; allein es will un8 nicht sehr glücklich erscheinen, daß er den Sozialdemokraten zurief: Sie suchen mit allen Mitteln das Ansehen der Monarchie zu schädigen, und da wundern Sie fich, daß ein von seinem Werte durchdrungener Monarch fich gegen Sie zur Wehre setzt?" Das klingt, als sei der Monarch auf fich allein und die Macht seiner Worte angewiesen. In Wirklichkeit aber ist es die Regierung, die die Pflicht hat, das Ansehen der Monarchie zu schützen und die Schädlinge zu Paaren zu treiben.

Es trifft fich seltsam, daß Bebels Rede zwei Tage nach der Erklärung des Reichs­kanzlers, er wolle den Antrag behufs Sicherung des Wahlgeheimnisses im Bundesrate einbringen, gehalten worden ist. Fast scheint es, als sei dadurch der Kamm der Sozialdemokratie noch höher geschwollen; denn im Grunde genommen bedeutet jede Konzession aus dem Gebiete des Wahlrechts nach der demokratischen Seite hin nur eine Zu­wendung au die sozialdemokratische Pattei. Vielleicht überlegen es fich nun doch noch die Verbündeten Regierungen, ob sie dem Anträge des Grafen von Bülow Folge geben sollen.

Gewiß hatte der Reichskgnzler vollkommen recht mit der Bemerkung, er sei überzeugt, daß die große Mehrheit des Reichstages gern zurück­kehren werde zu der früheren Praxis, die Person de§ Kaisers nicht in die Debatte zu ziehen. Diese Praxis ist aber bereits so lange verlassen, und die heutige Praxis ist so tief eingebürgert, daß es nur unter ganz veränderten Verhält­nissen möglich wäre, die frühere und bessere Gepflogenheit wieder walten zu lassen.

Die Bebelsche Rede war zum Zwecke der sozialdemokratischen Propaganda direkt zuge- schnitten. Es ist damit ein Ansturm auf die Krone beabsichtigt, wie wir ihn in Deutsch- lanb noch nicht erlebt 6en. DerVor­wärts" veröffentlicht bereits denjenigen Teil der im übrigen nichtssagenden dreistündigen Bebel- schen Rede, der sich gegen die Person des Kaisers l richtet, an seiner Spitze unter der Neberschrift Eine Rede an die deutsche Nation. Das Blatt hat die Dreistigkeit in seinem Beiwort zu schreiben:Fast scheint es, als ob der Redner nicht nur als Wortführer der Sozialdemokratie seine läuternde, gewitternde Anklage erhob, sondern als ob er die geheimsten Gedanken des Bundesrats, der deutschen Fürsten, ja selbst der Dunkelmänner auf der Rechten aussprach, die wie erdrückt waren von der unentttnnbaren

Gut, ich gehe, und betrete dieses HanS nicht eher wieder, als bis Du mich rufst."

Da kannst Du warten bis die Posaunen des jüngsten Gerichtes ertönen und noch dar­über hinaus. Wer sich von mir lossagt, den V halte ich nicht. Deine Wahl ist getroffen, mögest Du fie nie zu bereuen haben. Damit genug! Geh, sonst könnten leicht noch schlimmere Worte fallen."

Minuten lang stand der junge Waidmann noch wie festgebannt auf der Schwelle, dann verließ er das Haus und hütete fich zurückzu­blicken, denn der Mutter tränenfeuchtes Antlitz und fie stand gewiß am Fenster hätte er nicht sehen mögen. Kein frohes Lächeln spielte um seine Lippen, wohl aber sprach un­erschütterliche Entschlossenheit aus jeder Miene deS hübschen, offenen Gesichtes, als er in Fräulein v. Sterneck freundliches Gättchen trat

12.

Am nächsten Tage erschien ein unerwarteter Gast im Rektorhaus: Melanie.

Die ruhige, zum Frieden mahnende Rede einer hochgebildeten und verehrten Frau ver­mag viel. DaS wußte auch die Rektorin, als sie mit gefalteten Händen bat:Sprechen Sie mit Hans. Wenn jemand auf der Welt Macht über ihn hat, dann find Sie es. Ich mein'S ja so gut und möchte ihm mein Herzblut geben, aber er hört nie auf mich. Ich verstehe die rechten Wotte nicht zu finden. Wenn mir daS Teuerste, der Sohn genommen wird, bin ich eine Unglückselige."

Nur ruhig! tröstete die alte Dame.Wo lst Olschmann?"

»In feinem Arbeitszimmer'

aa --.j

Gewalt der schlichten, starken, lauten Wahrheit" Namens der Konservativen müssen wir dies« Insinuation auf daS entschiedenste zurückweisen.

DaS sozialdemokratische Zentralorgan be­zeichnet die Bebelsche Rede als einenationale Tat". Wir wollen dem Blatte sagen, waS fie in Wirklichkeit war: die schamlose Dreistigkeit eines Vosksaufwieglers, der den traurigen Mut besitzt, unter dem Schutze der Immunität un- ehrerbietige Wotte gegen den Kaiser zu richten. Die Bebelsche Rede ist ein weithin leuchtendes Fanal, daß zum konzentrische!: Kampf gegen die Sozialdemokratie aufruft, zu einem Kampfe, in dem die Regierung die Führung zu über­nehmen hat und zwar nicht bloß mit Motten, sondern mit Taten.

Rechnungsergebnisse der Berufs­genossenschaften.

Die dem Reichstag zugestellte Nachweisung der RechnungSergebniffe der BerufSgenossen- schaften auf daS Jahr 1901 ergiebt, daß bei den Berufs - Gevoffenschasten, AusführungS- -'behörden und Versicherungsanstalten der Bau» gewerks'Berufsgenoffenfchasten im ganzen 125,2 Millionen Mk. vorausgabt worden find, denen 152,8 Millionen Einnahmen gegenüberstehen. Das Jahr 1901 war bekanntlich daS erste Voll­jahr, in welchem die Unfallverficherungsnovellen in Kraft waren. Deren Wirkung erkennt man am besten an der Summe der für Renten usw. gezahlten Entf chädigungsbeträge und der Reserve­fonds. Die erstere hat fich auf 98,6 Mill. 2Jlt belaufen. In der Entwickelung der Unfallver­sicherung kann man verschiedene Phasen der Steigerung der Entschädigungskosten feststellen. Von 1886 bis 1888 fliegen die Entschädigungen jährlich um etwa 4 Mill. Mk., von 1888 auf ! 1889 um etwa 5 Millionen, von da ab bis 1895 um etwa je 6 Millionen, bis 1899 um etwa je 7 Millionen und von 1899 auf 1900 um etwa 8 Millionen Mark. So war der Entschädigungsbetrag, der den Arbeitern und ihren Hinterbliebenen dirett zufließt, von 1,9 Millionen Mark im Jahre 1886 auf 86,6 Millionen Mark im Jahre 1900 ge­wachsen. Von 1900 auf 1901 hat die Steiger­ung aber nicht weniger als rund 12 Millionen Mark betragen. Man wird hierin die Wirk­ungen der durch die UnfallversicherungSgnovellen ,. erweiterten Fürsorge für die Arbeiter zu sehen haben, wobei noch zu beachten ist, daß in daS Jahr 1900 zu einem Viertel diese Wirkungen hineingespielt hatten, da die erwähnten Novellen größtenteils schon am 1. Oktober 1900 Gesetzes­kraft erlangt hatten. Die Reservefonds der Berufsgenofsenschasten, deren Auffüllung nach dem alten Gesetz größtenteils beendet war, haben nach den neuen gesetzlichen Vorschriften im Jahre 1901 die erste Neuauffüllung er­fahren müffen, sie hat nicht weniger als rund 10,7 Millionen Mk. betragen. Die gesamten = "" - - '-'9

So will ich ihn dort aufsuchen.

Gehen Sie mit Gott und möge er Ihnen beistehen bei dem Friedenswerk.

Als Fräulein v. Sterneck eintrat, erhob fiq der Rektor von seinem Schreibtisch. Seine Züge schienen wie versteinert in Strenge und Hätte.

Was verschafft mir die Ehre Ihres Besuchs?" fragte er kühl und abweisend.

Ein kurzes Zögern dann reichte ihm Melanie beide Hände und sagte mit ihrer milden, voll­tönenden Stimme, mit jenem friedfertigen und doch dominierenden Ausdruck, den nur fie zu finden wußte:

Mein lieber, alter Freund, ich komme um unserer Kinder willen, denn Gettrud ist mir nicht minder teuer, wie Ihnen der Sohn. Sie haben Einsprache erhoben"

DaS- zu tun ist mir nicht möglich. Kurt ist volljährig."

Wir wollen nicht mit den Worten spielen. Mein bester Olschmann, ich begreife die Be­denken sehr gut, die fich Ihnen aufdrängen. Wohl mancher Vater würde gleiche hegen, aber ich hoffe doch, daß Sie mich weder für gewissen- los halten, noch mein gesundes Urteil bezweifeln. Allerdings hätte ich zu dem jungen Man« sagen sollen:Versichern Sie fich erst der Ein­willigung Ihrer Eltern." ES kam mit jedoch gar nicht in den Sinn, daß diese verweigett werden könne. Ich glaubte, Sie würden m Gettrud Springer vor allem meine Pflegetochter sehen, deren Erziehung ich selbst leitete, und nicht daS Kind jenes bedauernswerten Mannes, der längst verschollen ist, und dem man ja übrigens auch nichts UebleS nachzusagen wußte."

(Fottsetzung folgt)