* D«S Psandrecht des Vermieters. In 3T et- ^etträpen tonb bisweilen ausbedungen, daß sich haS Pfandrecht deS Vermieters auch auf diejenigen in die Mieträume eingebrachten Sachen des Mieters erstrecken soll, die nach § 811 der Zivilprozeßordnung der PsSndung nicht unter- toorsen find; ja, in Berlin wurden kürzlich Stempel feilgeboten, die einen entsprechenden Zusatz zu den üblichen gedruckten Mietvertrag- formularen enthielten. Wie Landgerichtsrat Breitner jetzt in der Zeitschrift »Das Recht" zutreffend ausführt, ist ein Zusatz solcher Art rechtsunwirksam und deshalb praktisch ohne jeden Wert. Das Pfandrecht des Vermieters an den angebrachten Sachen des Mieters ist nämlich rin gesetzliches Pfandrecht und es ist ihm, da es im Gesetze wurzelt, der VertragSboden entzogen. Ein gesetzliches Pfandrecht als solches durch eine Abrede erweitern zu wollen, ist ein Unding, ein Widerspruch in fich. Aber auch ein vertragsmäßiges Pfandrecht neben dem gesetzlichen kann hier nicht in Frage kommen. Denn die Bestimmungen der Zivilprozeßordnung, welche bestimmte Gegenstände der Pfändung entziehen, stellen zwingendes Recht dar, können also durch Parteivereinbarung nicht abgeändert werden. Schließlich kommt noch in Betracht, daß der in Rede stehende Zusatz auch um deswillen rechtSunwirklam ist, weil zur Bestellung eines vertragsmäßigen Pfandrechts erfordert wird, daß der Eigentümer dem Gläubiger den Besitz der Sache überträgt; eine solche Be- ptzübertragung fehlt aber hier. Wir sehen: Der Vermieter ist nicht imstande, sein Pfandrecht auf diejenigen Sachen des Mieters aus zudehnen, welche kraft Gesetzes der Pfändung nicht unterliegen. Ist sein Mieter ein schlechter Zahler, so kann er fich nur dadurch sichern, daß er Vorausbezahlung des Zinses, verbunden mit sofortiger Räumungspflicht bei etwaiger Unpünktlichkeit, im Mietverträge ausbedingt.
* Hauoelskammer zu Kassel. Für Fabrikanten and Kaufleute, welche Kataloge, Prospekte und dergleichen herauSgeben, ist ein vom Kaiserlichen Patent» ernt, Abteilung für Warenzeichen, an die Handelskammern versandtes Rundschreiben von Jntereffe, in dem es heißt: .In Warenzeichen wird, wenn es sich um Freizeichenermittelungen oder Löschungssachen handelt, es häufig erforderlich, urkundliches Material, tote Kataloge, Preislisten, Etiquetten uno dergleichen zum Beweise der Verwendung von Zeichen, deren Freiheit behauptet ist, zu beschaffen. Die meisten der Sem Patentamt« überreichten Kataloge und Preisliste» tragen im Druck nicht das Datum, das die Zeit ihres Erscheinens erkennen läßt; fie find deshalb meistenteils nach der zuständigen Rechtsprechung des Patentamts — als Beweismaterial nicht verwendbar; auch die nachträglich für die Zwecke des patentamtlichen Verfahrens h nzugefügten schriftlichen Angaben genügen nicht, schon deshalb nicht, weil erst bewiesen werden muß. von wem und wann und ob mit Recht die Vermerke gemacht worden find. Die Folae davon ist daß in zahlreichen Fällen zu zeugeneidlichen Vernehmungen geschritten werden muß Diese werden aber von einem großen Teil des interesfii rten Publikums als Belästigung empfunden; dazu kommt, daß '>» "tt-c unerwünschte Verzögerung der Erledigung sotcyei. . -"^-nter über Jahres
frist hinaus, nach sich uu - uji jetten die allein über die einschlägigen Fragen informierten Persöu- der Terminsladuna zunächst nicht Folge h t l es--alb als läne es
im .liantea und Kaufleute
6!lbst, toeiui |.c sich eaischließen würden, von vorn- erein bei der Ausgabe von Katalogen, Profpekten und dergleichen gründsätzlick an sichtbarer Stelle deren Erscheinungszeit durch den Druck anzugeben/ — Auch den Druckereien, die mit der Ansertigung solcher Karten und Prospekie beuuitiagt werden, ist der vom Kaiserlichen Patentamte geäußerte Wunsch zur Beachtung zu empfehlen.
§ Gem-i«veobster«te». Nach der im .Amtsblatt* * * § veröffentlichten Statistik flössen den Gemeinde- kaffen in den Kreisen des Regierungsbezirks Kaffel durch den Verlauf d«S Gemeindeobstes im letzten Jahre folgende Beträge zu. Kreis Kassel 21193.40 Mark, Eichwege 11024,39 Mk., Frankenberg 12931,51, Fritzlar 16903.00, Fulda 8.64,51, Gelnhausen 8320 43, Gersfeld 907,15, Hanau 4640,48, Hersseld 3924,99, Hofgeismar 40256,40, Homberg 7339,61, Hünfeld 1840,07, Kirchhain 16703,41, Marburg 18433,85, Melsungen 10866,00, Rinteln 6228,44, Rotenburg 8667,74, Schlüchtern 6090,99, Schmalkalden 2250,00, Witzeuhaufen 13294,90, Wolfhagen 17099,42, Ziegenhain 11215,70 Mk. Zusammen 243396,39 Mk.
• Dir Hypnose und die Arrzte. Die Hypnose betrifft ein Erlaß des Preußischen Kultusministers, worüber Pros. Dr. Kirchner im Ausschuß der Aerzte- kammern berichtete: Kurpfuscher hatten Hypnose getrieben und waren deswegen angeklagt worden. Die Gerichte betrachteten die Ausübung der Hypnose als Ausübung der Praxis und sprachen, da diese durch die Gewerbeordnung freigegeben ist, die Angeklagten frei. Die Wissenschaftliche Deputation für Medizinalwesen aber begutachtete, daß die An» tonn’- s'" Hypnose durä Nichtärzte zu verbieten, dagcg-.. - zu gestatten sei. Der Minister
hat nun eine uryebung über die Ergebnisse der Hyguoseuanwendung durch Aerzte und Nichtärzte bei« wr/afit. — Für Spezialärzte will die preußische Re- <v x - ">vvrobation vorschreiben.
.♦fujiH-tu. Der.Rezchsanz.* veröffentlicht ein •o^eidjniS der Patentschristenauslegestellen im Deutschen Reich, die, um den beteiligten Kreisen die Einsicht der deutschen Patentschriften zu erleichtern, an den Mittelpunkten gewerblicher Betriebe und den Eitzen eines oti -e Heineren gewerblichen oder wissenschaftlichen Lebens eingerichtet worden sind. Für unsere Gegend befinden sich derartige Stellen in Kaffel: Gewerbehalle; Darmstadt: Technische Hochschule; Frankfurt: Handelskammer; Gießen: Bibliothek; Hanau: Handels- Kumner
§ Schöffengericht. In der Nacht vom 29. zum 80. November wurde in der Wcttergaffe ein Student von drei angetrunkenen jungen Burschen, nämlich dem Schreiner Damm, dem Wagner Wittekindt und dem Blechschmied Moll angerempelt. Der Student wich ihnen aus und wurde bis in die Barsüßecstraße verfolgt, wo die drei Burschen, nachdem sie gesehen hatten, daß der Polizeibeamte auf dem Marktplatz Dienst hatte, ihn niederschlugen. Als der Student am Boden lag und laut um Hilfe rief, kam der Polizeibeamte Salziger hinzu und ihm gelang es, einen der nun fich zürückziehenden Burschen, nämlich den Damm sestzuhälten. Er mußte trotz heftigem Protest mit zur Wache, wo er zweimal einen falschen Namen angab. Auch die beiden «Iberen Genossen waren nun leicht zu ermittele» In der heutigen Verhandlung machten die Angeklagten allerhand Ausflüchte. DaS Gericht hielt die Straftaten jedoch für erwiesen und verurteilte den Damm im 4 und die beiden anderen Teilnehmer zu je 2
Monaten Gefängnis. — An der Straße von Giffelberg nach der Nehbrücke ist es schon mehrfach vorgekommen, daß Obstbäumchen umgebrochen wurden. Als nun am 14 Oktober v. I. wieder in aanz nnerfcörter Weise 36 Obstbäumchen im Werte von 123 Mk. auf diese Weise zerstört worden waren, lenkte sich auf Grund verschiedener Umstände der Verdacht der Täterschaft auf einen 50 Jahre alten Sttaßen- arbeiter aus Roth. Er wurde zur Anzeige gebracht und heute beschäftigte fich das Gericht mit bet Arqeleaentieit. Der Angeklagte leugnete ganz entschieden, die Tat begangen zu haben Das Gericht hielt ihn sedoch für überführt und erkannte auf sechs Monate Gefängnis. Der Amtsanwalt hatte 1 Jahr und für die gleiche Dauer Ehrverlust beantragt. — Ein junges Mädchen holte bei drei hiesigen Kaufleuten unter der Vorspiegelung, es käme für feine Herrschaft, allerhand Sachen und verbrauchte sie für sich. Mit Rücksicht auf lein jugendliches Alter erkannte das Gericht nur auf einen Verweis.
* Durchschnittspreise für Hafer, Heu und Ettth. Da8 Amtsblatt der königlichen Regierung bringt folgende Nachweisung der für die Liefer- ungSverbände des Regierungsbezirks Caffel fest- gestellten Durchschnittspreise der höchsten Tagespreise für Hafer, Heu und Sttoh mit einem Auftchlag von fünf vom Hundett, welche für Vergütung der im Monat Januar 1903 verabreichten Fourage maßgebend sind.
Bezeichnung
Haupt-
Durchschnittspreis pro Eentner
des LieferungS-
Verbandes.
marktort.
Hafer Heu Sttoh
.*\* Jt \ n 4
Stadtkreis Caffel
Caffel
7 61 3 85 2 59
Landkreis Caffel
dgl.
7 61| 3 85| 2 59
Kreis Eschwege
Eschwege
7 35j 3 15| 2 63
„ Witzenhaus.
dgl.
7 35 3 IN 2 63
, Fritzlar
Fritzlar
7 09! 3 68! 3 15
„ Homberg
dgl.
7 <>9 3 68- 3 15
, Ziegenhain
dgl.
*7 09 3 68 3 15
, Fulda
Frckda
7 77 3 68! 3 68
, Hünfeld
dgl.
7 77 3 68! 3 68
„ GerSfeld
dgl.
7 77 3 68! 3 68
„ Schlüchtern
dgl.
7 77 3 68! 3 68
StadtkrS. Hanan
Hanau
7 90 3 52 2 34
Landkreis Hanau
dgl-
7 90 3 52 2 34
Kreis Gelnhanf.
dgl-
7 90 3 52 2 34
„ Hersfeld
Hersfeld
7 49 3 68 2 89
„ Hofgeismar
Hofgeismar
7 35 2 98 2 21
„ Wolfhagen
dgl.
7 351 2 98' 2 21
„ Marburg
Marburg
7 88 3 68; 2 63
, Kirchhain
dgl.
7 88 3 68 2 63
„ Frankenbg
dgl-
7 88 3 68 2 63
, Rotenburg
Rotenburg
7 61 3 54 2 63
, Melsungen
dgl.
7 61 3 54 2 63
„ Rinteln
Rinteln
8 14 3 15! 2 63
„ Schmalkid.
Schmalkid.
8 93 4 20j 3 15
•|- Kirchhain, 21. Jan. Zur F-ier des Kaiserlichen Geburtstages veranstaltet der hiesige Kriege: verein nächsten Sonntag im Saale des Hotel Mosebach einen Vereinsabend, zu welchem auch Gäste durch Mitglieder einzeführt werden können. Zunächst wird eine Theateraufführung stattfinden, später wechseln Konzert und humoristische Darbietungen ab und ein Ball soll die Feier beschließen.
|- Kirchhai«, 22. Jan. Gestern verübte hier ein junger, taubstummer Mann, der fich für einen Schriftsetzer auswies, unter allerhand Vorspiegelungen eine Zechprellerei. Dor dem Betreffenden wird gewarnt.
88 Grotzseekhelm, 21. Jan. Heute nachmittag gegen 2 */2 Uhr brannte es in dem alten Hause des Gastwirts Stöcker. Durch schnelles Eingreifen der hiesigen Feuerwehr wurde das alte Haus noch gerettet, verschiedene Möbel find dennoch verbrannt, neben dem alten Bau steht schon die Hälfte von einem stattlichen Neubau.
y Nankchenbk g 21. Jan. Am Sonntag abend wurde in Kirchhain ein junger Mann dabei erwischt, als er im Begriffe stand, von einem Fuhrwerk aus hiefigem Otte die Büchse und die Runge wegzunehmen. Es ist deshalb Anzeige gewacht.
Hessen-Nassau und Nachbargebiete
Jesters, 21. Jan. In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag wurde in der hiesigen Apotheke und bei dem Kaufmann Moses Gans hierselbst eingebrochen.
Kassel, 21. Jan. Im Dezember vor. Jahres kaufte eine hier wohnende Frau aus dem Nachlasse einer verstorbenen Witwe verschiedene Hausgeräte. Als fie den Inhalt eines ebenfalls erstandenen alten Topfes untersuchte, entdeckte sie darin unter anderen wertlosen Sachen ein Sparkoffenbuch mit einer E nlage von 850 Mk. und noch 140 Mk. in bar Geld. Die ehrliche Findettn gab die Wettgegenstände auf dem hiesigen Fundbureau ab, welche nun den noch zu ermittelnden Erben, welche in Schlesien wohnen sollen, ausgehändigt werden.
Jmme«ha«se«, 21. Jan. Ein kleines Mädchen, Tochter eines Maurermeisters, kam in einem unbewachten Augenblicke dem Herd- feuer so nahe, daß die Kleider fich entzündeten und im Handumdrehen das unglückliche Kind einer Flammensäule glich. Trotz sofortiger Hülfe erlitt das Kind so schwere Brandwunden, daß es nach 3 Stunden verstarb.
Efchweze, 21. Jan. Die vereinigten Esch- weger Schmiedemeister haben eine Erhöhung der Vergütung für ihre Ardeitsleistungen be» schloffen.
Dillenburg, 21. Jan. Der Dilllehrerbund veranstaltet für feine Mitglieder am 25. April er. einen Kursus wissenschaftlicher Vorlesungen. Ungefähr 80 Teflnehrner haben sich angerneldet. — Herr Lehrer Haas verläßt in Bicken fein dortiges Amt in aller Kürze, um in Kamerun eine Stelle als Lehrer anzu- nefrnun.
Vermischtes
Allerlei Heine Nachrichten. Kapitänleutnant Reiche vom deutschen Schulschiff „©fein' hat fich laut „Berk. Tgbl." in Ankona erschossen. — Eine Profeffur für Eisenbahnwesen soll bei der Charlottenburaer Technischen Hochschule errichttt werden. — Die Antwort der preußischen Regierung auf die bayerische Denkschrift über die Fortsetzung der Mainkanalifierung lautet, wie es heißt, entgegenkommend. — Dem Deutschen Frauenverein für die Ostmarken hat die Kaisettn einen Jahresbeitrag bewilligt. — Die Kakaoernte in Kamerun beträgt für da8 letzte Jahr 16000 Zentnerfack, was einen Wert von 900000 Mark darstellt. Der langjährige Leiter deS amtlichen Versuchsgattens in Viktotta Dr. Preuß tritt demnächst in den Ruhestand. — Der preußische Unterrichtsminister und die Stadtvertretung von Rendsburg (Schleswig- Holstein) find in einen scharfen Streit geraten. Letztere verweigert die Gehaltszulagen für die Mittelschullehrer, weil fie die Mittelschule nicht für lebensfähig hält. Der Minister droht, die Schule zum 1. April zu schließen. Die Lehrer haben eS abgelehnt, im Falle des Eingehens der Schule sich anderweitig im städtischen Schuldienst beschäftigen zu lasten; sie verweisen auf ihre Anstellungsurkunden. — Aus Anlaß eines die Heranziehung der Schulverbände zu Beiträgen an die Alterszulagekaffen der Bolks- schullehrer betreffenben Falles hat der Kultusminister nach der „Krzztg." entschieden, daß es auf die Verpflichtung zur Beitragszahlung an die Lfterszulagekaffe ohne Einfluß ist, ob eine Lehrer- (Lehrerin-) Stelle zeitweise unbesetzt ist oder vorübergehend von einer Lehrerin (einem Lehrer) versehen wird. — „Maria von Magdalena", das neueste Stück des bekannten Schriftstellers Paul Hehse, ist vom Berliner Oberver- waltungsgettcht verboten worden. Die Religion gehöre in einem christlichen Staate zu den Rechtsgütern des Publikums, „Matta von Magdalena" stelle sich aber als ein Angriff auf die Religion dar; deshalb stt das Verbot bearündet. — Die Untersuchung wegen der Denkmals-Verstümmelungen in Berlin scheint leider ergebnislos zu verlaufen. Der Arbeiter Pilz ist jetzt, nach 14tägiger Untersuchungshaft, enb.affen worden.
Tas Geheimnis. Unter dieser Spitzmarke wird der „Overschi. Volksztg." aus Leobschütz erzählt: Eine Dame gab ihrem Manne Morgens einen versiegelten Brief, bat aber, diesen erst im Bureau zu öffnen. Als er dort das Schreiben auforach, las er: „Schon über eine Woche war ich sicher, daß ich soweit würde getrieben werden, doch hielt ich mein Geheimnis in mir verschlossen bis heute, nun kann ich es nicht länger verbergen! Du darfst mir keine allzu bittere Vorwürfe machen, ich hoffe sogar, daß du dich nicht zu sehr aufregen wirst." Der Gemahl, dem die Haare zu Berge standen, wandte das Blatt um und las weiter: „Der Kohlenvorrat ist zu Ende, und ich bitte dich, zu dem Kohlenhändler zu gehen. Ich dachte, dies wäre das beste Mittel, mich zu vergewiffern, daß Du es nicht wieder vergift!" Und er vergaß es nicht!
Sir will ihre« eigenen Briefkasten habe«. In München engagierte vor einigen Tagen Baron 3E. ein Dienstmädchen. Wer beschreibt fein Erstaunen, als ihm seine Gattin nach einigen Tagen erzählt, das neue Dienstmädchen habe fich, ohne zu fragen, einen Separat- Briefkasten an der Tür anbringen lassen. Da der Briefkasten der Herrschaft in die Türe eingelassen ist, wollte das Dienstmädchen ebenfalls einen solchen, nicht etwa einen Briefkasten zum Anhängen. Heber den Grund befragt, erklärte das Mädchen, daß der Kasten für ihre Privatkorrespondenz bestimmt sei und daß fie bei ihrer früheren Herrschaft ebenfalls einen separaten Briefkasten gehabt hätte. Ihr neuer Dienstherr bemerkte ihr, daß bei ihm so etwas nicht angängig sei. Jedoch behielt er daS Mädchen weiter im Dienst. Verlangt eS nun der Hausherr, so muß Baron 3E. die durch daS entstandene Loch nicht gerade schöner gewordene Tür durch eine neue ersetzen lassen.
Drei Kinder ertrunken. Auf das Eis des Dorfteichs von Zöschen bei Halle a. S. wagten fich die Schulknaben Baldeweg, Engelmann und Frohmann, obwohl die Eisdecke noch nicht fest genug war, um die drei zu tragen. Die Knaben brachen ein und konnten nicht gerettet werden.
Meininger Hofkapelle im Saale tote aus der Gallerte des Museums herrschende übergroße Sitze zu Tage getretenen Mißfiandes vermittelst einer wirksamen Ventilation kann das Konzert besuchende Publikum wohl noch in erhöhtem Grade beanspruchen, datz das geradezu als belästigende Unzuträglich- keit zu bezeichnende lästige Rauchen im kleinen Saale während des Konzerts aufs Strengste untersagt und inhibiert werde, indem durch selbigeS nicht allein die Atmosphäre verdorben sondern vorzugsweise ein steter Reiz zu ruhestörendem Husten verursacht wurde. Daß das qu. Rauchen fich nur aus den sog. kleinen Saal beschräntte, kann hier wohl kein Unterschied bedingen, da das betr. auf die Benutzung des kleinen Saales zum Teil angewiesene Publikum denselben Anspruch auf Beseitigung dergleichen Belästigungen wie im großen Saale haben dürste. Einer für Biele.
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Neueste Telegramme
Frankfurt, 21. Jan. Die Haushälterin Auguste Breu feuerte heute auf ihre Schwester, mit der fie in Streit geriet, 5 Schüsse ab. Die Verletzungen find nicht tätlich.
Breme«. 22. Jan. Boesmann's Brlreau meldet: Der Schnelldampfer „Lahn" setzte gestern abend 7 Uhr mit sämtlichen Passagieren die Reise von Gibraltar nach New-Hork fort.
ßonbxm, 21. Jan. Nach einer Meldung des „Standard" aus Johannesburg schlug Chamberlain in der Besprechung mit den Vertretern der Grubengesellschaften vor, die Reo gierung solle 5000 englische Erdarbeiter nach Südafnka schaffen, falls die Grubengesellschaften fich verpflichten, eine gleiche Zahl zu beschaffen. Die Vertreter der Gesellschaften erwiderten, fie hielten eS für zweifelhaft, daß ihre Aktionäre ein fvlcheS Experiment machen würden.
Loudou, 22. Jan. Die „Times" melden au« Tokio vom 16. Januar: Die politischen Unruhen haben auf den Handel keinen Einfluß. Der auSwärttge Handel gestaltet fich günstig Die Goldeinfuhr dauert fort. Der Zinsfuß fällt. Die Kapitalsanlagen wachsen. Der rektifizierte Rechnungsabschluß für daS letzte Etatsjahr weist einen Uebefchuß von 7 Millionen Jen auf. Ebenso erwartet man im laufenden Jahre ein Ueberschuß von mehr als 15 Mill. Den.
Tiflis, 22. Jan. Gestern früh kurz nach drei Uhr wurde hier em schwaches Erdbeben verspürt.
Djibvti, 21. Jan. Der russische Gesandte für Aethiopien, Lischin, ist in Begleitung von 7 Offizieren und 4 Aerzten hier eingetroffen. Er erklärte einem Berichterstatter gegenüber, man müsse der christlich gebliebenen Bevölkerung Afrikas aufrichtige Freundschaft entgegenbringen. Rußland habe den Wunsch, daß daS äthiopische Kaiserreich in feinem Besitzstand unversehrt er« halten bleibe.
Maracaibo, 21. Jan., 11 Uhr vormittags Das „Reuter-Bureau" meldet: Die drei deutschen Kriegsschiffe „Gazette", „Vineta" und „Panther" beschießen daS Fort St. Carlo, welches die Beschießung erwidert. DaS Fort St. Carlo ist niedergebrannt.
La G«ayra, 21. Jan. (Reuter.) Der holländische Kreuzer „De Ruyter" ist heute von LoS Roques angekommen, wo er die Bewohner in der größten Not fand. Der Kreuzer ließ Lebensrnittel und Waffer für acht Tage zurück und erhielt vom Blockadegeschwader die Erlaubnis, weitere Hilfe zu senden.
Caracas, 21. Jan. Bei dem Angriff aus Coro hatte General Riera einen Verlust von 200 Mann.
Vom Büchermarkt.
•„* Soeben erschien: Musikverlags-Bericht 1902. Nach Gruppen geordnet. Verlag von Breftkopf und Härtel, Leipzig, Brüsiel, London, Newyork.
JSraelttifche Gememoe.
Sonnabend, 24. Januar 1903.
Vorabend 4 ■/. Uhr. Vormittag 8 >/> Uhr. Nachmittag 3
Uhr. Sabbathsausgang 5.48 Uhr.
Marktberichte.
Kassel, 21. Januar. Für Weizen hat fich die Stimmung seit Anfang der Woche leicht befestigt und wurden infolgedessen dasür etwas höhere Preise angelegt Roggen blieb ohne nennenswerte Nachfrage, in Hafer landen nur fchwere zur Saat geeignete Sotten Beachtung.
Wir notieren: Weizen 14,80—14,90, Roggen 14,30, Hafer 13,50-14,25, Gerste 14,00—16,00 Mark per 100 Kilo ab oder Patttät hier für Ladungen von 10000 Kilo.
Hochschulnachrichten.
— Aus Würzburg schreibt man: Der frühere 1. Assistent am hiesigen hygienischen Institut Dr. Appel wurde zum Regierungsrat am Reichsgesundheitsamt in Berlin, biologische Abteilung, ernannt.
— Die Wiener Akademie der Wiffenschaften hat, der „Allgemeinen Zeitung' zufolge, dem Nationalökonomen, Professor an der Universität Freiburg i. Br., Dr. H. Sievekinq (der einem Ruf nach Marburg folgt) aus den Mitteln d.r Savigny Stiftung es ermöglicht, eine Studienreise zur Feststellung des Bestandes an Geschäftsbüchern großer Handlungshäuser in italienischen Archiven zu unternehmen.
— In Turin starb, wie man mitteilt, der Bildhauer Angelo Cuglierero, Proseffor an der dortigen Albertinifäen Akademie der schönen Künste. Von seinen Werken ist besonders das Denkmal des Herzogs von Genua in Superga bekannt
Eingesandt.
Mr Ne enter Meter Rndn eerertemtidten Ärttlet flbermmmt die Webattien mtr die preßgeietzllchk Verantwortung nicht oder He den: Dubldum aeaeMUer).
Im Anschlüsse an das „Eingesandt" in Nr. 21 Ihres verehrt. Blattes möge hier gleichfalls „eine Bitte an die Museums-Gesellschaft' Platz finden, insoweit letztere in der Lage, qu Gesuchen Geltung zu verschaffen. Mtt demselben Rechte auf Abhülfe des durch die bei Gelegenhett des letzten Konzerts der
An kalten Wintentagen, bei feuchter Witterung oder Schneefall sind Erkältungen und Magenverstimmungen unausbleiblich. Das beste Mittel hiergegen ist ein warnender Magenbitter, der tls Hausmittel in keiner Familie fehlen sol.te. Aber die Zahl dieser wohltätige- Liköre ist Legion, deshalb verfehlen wir nicht, unsere geehrten Leser auf das noch verhältnismässig junge, aber schon zur Genüge erprobte und ausgezeichnet ri kende Alpenk äuter Destillat aufmerksam zu machen. — Den Magenbitter „Säntiu‘< fabriziere die Firma Dr. W. Knecht * Co. in Frankfurt a. M. Als hygienisches Haus- und deliziöses Genussmittel hat „Säntia“ gestützt auf ärztliche Empfehlungen, die grössten Erfolge aufzuweiseu. Probetiasche Mk. 1.—, grosse Flasche Mi. 2.50. Ueberall er ältst h.
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Verantworttich sirr die Reüattwu: Frhr. v. Wangeuheim in Marburg.