mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: Illuftrirteo Sonntagsblatt.
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2 Marburg
io Pfg. Sonnabend, 17. Januar 1903,
Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertage». Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.
Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universtläts-Buchdruckerei Marburg, Marit 21. — Telephon 55.
38. Jahrg.
Mittag-Ausgabe.
Machdruck verboten.)
Draufgabe und Vertragsstrafe.
Von unserem jutiftifojen Mitarbeiter.
Zum Zeichen des festen Abschlusses eines Vertrages insbesondere eines Kaufvertrages, wird in vielen Fällen von der einen Partei, insbesondere vom Käufer, eine Anzahlung geleistet. Diese Anzahlung wird vom Bürgerlichen Gesetzbuch Draufgabe genannt. Die Draufgabe muh, falls keine andere Vereinbarung getroffen ist, auf die Leistung, welche der Geber dem anderen Teile verschuldet, arge- rechnet werden. Soll dies aber vertragsmäßig nicht geschehen, so muß die Draufgabe bei der Erfüllung des Vertrages zurückgegeben werden. Dasselbe ist der Fall, wenn der Vertrag wieder aufgehoben wird. Ist die Wiederaufhebung des Vertrages aber von dem Geber verschuldet, so ist der Empfänger berechtigt, die Draufgabe zu behalten. Der Empfänger ist auch, wenn er Schadensersatz wegen Nichterfüllung des Vertrages beansprucht, befugt, auf diesen Schadensersatzanspruch die Draufgabe zu verrechnen. Ist dies aber nicht möglich, so muß er, wenn ihm der Schadensersatz geleistet ist, die Draufgabe zurückgeben.
Nahe verwandt mit der Draufgabe ist die Vertrags- oder Konventionalstrafe. Diese hat eine doppelte Bedeutung. Sie ist einerseits ein Zwangsmittel zur Sicherung des Gläubigers gegen bösen Willen und Nachlässigkeit des Schuldners und dient andererseits dazu, dem Gläubiger die Forderung seines Interesses bei Nichterfüllung oder nicht gehöriger Erfüllung der dem Schuldner obliegenden Verpflichtunaen zu erleichtern. Sie befreit den Gläubiger von der oft sehr schwierigen Beweisführung, daß ihm ein Schaden entstanden ist und wie hoch sich dieser Schaden beläuft.
Von großer Wichtigkeit ist die Bestimmung einer Konventionalstrafe dann, wenn es sich um einen Schaden handelt, der nicht Vermögens- fchaden ist. Ein Fall hierfür ist z. B. die namentlich in Berliner Mietsverträgen häufig vorkommende Bestimmung, daß der Wohnnngs- mieter fich zur Zahlung einer Vertragsstrafe von 100 Mk. an den Wirt für jeden Fall verpflichtet, daß nach 10 Uhr abends in der Wohnung Klavier gespielt wird. Ein anderes Beispiel ist der Vertrag mit einem Ausstattungsgeschäfte, welches sich verpflichtet, einem Bräutigam dessen Wohnung bis zu der auf den 2. Janur festgesetzten Hochzeit der Verabredung gemäß vollständig einzurichten und zwar bei Vermeidung einer Konventialstrafe von 3000 Mark. Der Schaden, welcher dem zur evtl. Empfangnahme dieser Konventialstrafe Berechtigten in diesen beiden Fällen entsteht, ist an sich kein reiner Vermögensschaden, sondern es werden andere Interessen verletzt, die sich schwer in Geld ausdrücken lassen. Im ersten Falle wird die Hausruhe gestört, im zweiten Falle fehlt es dem jungen Ehepaare an einer behaglich eingerichteten Wohnung.
Zur Bekämpfung schädlicher Insekten.
Einem Reisebericht des Mitgliedes des Kaiserlichen Gesundheitsamts, Regierungsrats Dr. Rörig, entnehmen wir über die Erforschung der ostpreußischen Fraßgebiete des KiefernprozessionS- spinners folgende«: DaS weitere Vordringen des KiesernprozesfionLspinners auf der frischen Nehrung ist unverkennbar, und die Befürchtung, der Schädling würde auch auf dem Samlande über kurz oder lang fich einfinden, ist einge- troffen, da im vergangenen Jahre fich dort die Raupen namentlich an zwei Stellen des Be- laufes Neuhäuser, Obs. Kobbelbude, besonders bemerkbar machten. Zwar sollen die ersten Raupenzüge bereits vor vier Jahren dort ausgetreten sein, aber in f» geringer Zahl, daß irgendwelche Befürchtungen ihretwegen nicht gehegt wurden; ihre relative Häufigkeit im letzten Jahre und besonders ihr Erscheinen an zwei ganz getrennten Punkten des Reviers läßt daher auf einen erneuten Zuzug durch Falter im Jahre 1901 schließen.
Zur Bekämpfung des Schädlings sind im Februar vorigen Jahres 500 Nistkästen aufgehängt worden, um den insektenfressenden Dözeln auf der frischen Nehrung Gelegenheit zu geben, fich in größerer Zahl dort anzusiedeln. Die Untersuchung der Kästen zur Zeit der
Wenn der Schuldner die Vertragsstrafe für den Fall versprochen hat, daß er seine Verbindlichkeiten nicht erfüllt, so kann der Gläubiger die verwirkte Strafe statt der Erfüllung verlangen. Erklärt der Gläubiger dem Schuldner, daß er die Strafe verlange, so ist sein Anspruch auf Erfüllung ausgeschlossen. Wenn aber dem Gläubiger ein Anspruch auf Schadenersatz wegen Nichterfüllung zusteht, so kann er die verwirkte Strafe als Mindestbetrag des Schadens verlangen. Alsdann steht ihni auch noch die Geltendmachung eines weiteren Schadenersatzanspruches zu.
Wenn die Conventionalstrafe für den Fall versprochen ist, das der Schuldner feine Verbindlichkeit nicht in gehöriger Weife, insbesondere nicht zu der bestimmten Zeit erfüllt, so kann der Gläubiger die verwirkte Strafe neben der Erfüllung verlangen. Nimmt jedoch der Gläubiger in einem solchen Falle die Erfüllung an, so ist er zur Forderung der Conventionalstrafe nur dann befugt, wenn er fich das Recht dazu bei der Annahme der Leistung ausdrücklich vorbehält.
Mit der Bestimmung der Konventionalstrafen kann aber grober Mißbrauch getrieben werden. Für solche Fälle enthält das bürgerliche Gesetzbuch die Bestimmung, daß auf Antrag des Schuldners im Prozeßwege die verwirkte Strafe auf den angemessenen Betrag herabgesetzt werden kann. Hat jedoch der Schuldner auch die übermäßige Konventionalstrafe bereits entrichtet, so ist die Herabsetzung derselben bezw. die Zurückforderung des zuviel gezahlten Betrages ausgeschlossen.
Umschau.
Das Leben am Hofe deS Prinzen Georg von Sachsen
schildert in der Hildburghausener „Dorfztg." ein evangelischer Geistlicher, der vor einem Bierteljahrhundert während mehrerer Jahre als protestantischer Geistlicher im Sommerhoflager in Pillnitz geweilt und tieferen Einblick in die Verhältnisse genommen hat. Er schreibt:
„Nie ist ein Familienleben so vor die Augen des Publikums geführt worden, wie das des damaligen Prinzen und der Prinzessin Georg. Das äußerst einfache, fast bürgerliche Sommerpalais liegt direkt an der Landstraße von Hosterwitz nach Pillnitz. Der geräumige Balkon kann von jedem Paffanten übersehen werden. Und was sahen wir? Bilder der Behaglichkeit und Gemütlichkeit. Der Prinz sang, las und spielte seiner Familie vor. Selten haben wohl Ehegatten so für einander und für ihre Kinder gelebt. Der jetzige Bischof Fritzen in Straßburg war der Hauskaplan und Erzieher, gewiß ein ultramontaner Mann, aber die Kinder hatten als Gegenwicht auch einen protestantischen Theologen und als Hofdame ist mir Fräulein von Zedlitz, eine überaus sympathische Dame von seltener Menschenfreundlichkeit und einwandfreier katholischer Gefinnnng, in freundlicher Erinnerung. Der Generaladjutant des Prinzen war v. d. Planitz, ein überzeugter und ernster Protestant. An jedem Hofe ist ein schützendes
ersten und zweiten Brutperiode hat einen recht guten Erfolg dieser Maßnahme erkennen lasten, da ein relativ großer Prozentsatz der Kästen sofort angenommen worden ist. Die Zunahme an Meisen gegen früher in den mit Kästen besetzten Revierteilen ist jetzt unverkennbar. Freilich konnte nicht erwartet werden, daß bis zum Mai vorigen Jahres die geringe Zahl von Meisen in wünschenswerter Weife unter den Eiern des Spinners aufräumen würde. Ein sichtbarer Erfolg kann im günstigsten Falle erst in einigen Jahren hervortreten.
Als ein wichtiges Ergebnis der Kasten- revifionen verdient noch hervorgehoben zu werden, daß die Meisen in Ostpreußen anscheinend ebenso wie die Staare der Regel nach nur einmal braten, während anderwärts diese Vögel zwei Bruten zu machen pflegen; denn andernfalls wären Wohl mehr Kästen gelegentlich der zweiten Revision besetzt gefunden. Jntereflant und bedeutSungvoll ist ferner die Beobachtung, daß sich auch Fledermäuse die Kästen zum Ruheplatz erkoren haben, deren Erhaltung mit allen Mitteln zu fördern ist.
Durch daS Sammeln der Eierwülste find während des verfloffenen Winters eine große Menge der Schädlinge beseitigt worden. Als ein Radikalmittel hat fich aber dieses Verfahren deshalb nicht bewährt, weil viele Eiablagen
Zeremoniell. Daß es am sächsischen Hofe besonders steif gewesen sei, kann nur Voreingenommenheit behaupten. Die Prinzeß Georg, die eine fich aufopfernde Mustermutter war, nahm mit ihren Kindern an jedem Schulfeste der Hosterwitzer Gemeinde teil und veranlaßte ihre Hofdamen, der Kinderbewahranstalt des streng protestantischen Fräulein v. Trautvetter daS wärmste Interesse entgegenzubringen. Im Verein mit bürgerlichen Damen nähten und flickten sie für die armen Opfer der Großstadt, die hier ein liebliches Asyl gefunden hatten. Als ich die Ehre hatte, an das Kranken- und Sterbebett des protestantischen Vater« Ihrer Majestät der Königin Carola berufen zu werden, waren nicht nur Prinz Georg und Gemahlin dort versammelt, sondern der ehrwürdige Prinz, der es wohl begreifen mochte, wie schwer die Aufgabe sei, die mir geworden, kam auf den Korridor und redete mir freundlich zu, ohne Rücksicht auf die ausschließlich katholische Umgebung meine? Amtes zu walten. Die Königin Carola selbst ist eine Schülerin des 80 jährigen evangelischen Veteranen Pastor Lumnitzer in Teplitz, und wenn sie auch übergetreten ist in einer Zeit, wo fich Katholiken und Protestanten viel näher standen, als heute, so hat sie doch als Tochter eines erzprotestantischen VaterS unserer Kirche stets ein warmes Interesse erhalten und versucht, auf dem Gebiete der Wohltätigkeit die feindlichen Brüder zu einen. Sie hatte gern, daß ihr jeder Krankheitsfall aus der Gemeinde gemeldet wurde und verwandelte die alte Hofgärtnerei in ein Hospital. Wie oft hat sie die evangelischen Geistlichen der Gemeinde zur Audienz befohlen! Man konnte ihr ungeniert das Herz ausschütten und fand stet« Rat und Hülfe. Auch der hochselige König Albert, der Freund Moltkes und der Erbe Johann, der mit den evangelischen Theologen Leipzigs, mit Tischendorf, Kahms, Luthardt fast befreundet war, war nicht aus dem Stoff gemacht, woraus Fanatiker gebildet werden. Albert lebte täglich mit Männern wie Könneritz-Erdmansdorf, von der Planitz, Vitzthum, die ein festes Rückgrat halten und, stets bereit waren, der Ehre ihrer evangelischen Kirche alles zu opfern."
Wadelstrümpsler und Sozialdemokratie.
Die „Danziger Zeitung", das ehemalige Organ des Abgeordneten Rickert, schreibt über die Sozialdemokratie: „ES kann und darf nimmermehr daS Danziger Bürgertum einen Konservativen wählen, aber auch einen Sozialdemokraten nicht, denn sie sind ja auch nur reine Jnteressenpolitiker, die immer nur für einen Stand eintreten, während wir die Jntereffen aller Klaffen zu fördern trachten, auch die der Arbeiter. Von dieser Partei und ihren Agitatoren, die vor den äußersten Verdrehungen und Verdächtigungen nicht zurückgeschreckt find, wird fich der Danziger Liberalismus, so lange er noch etwas auf sich hält, nimmermehr aus seiner so lange ehrenvoll behaupteten Position werfen kaffen."
In einer Danziger Wählerversammlung führte der Wadelstrumpf-Kandidat Mommsen aus, daß
nicht bemerkt werden, und andere, weil zu hoch an den Bäumen befindlich, nicht erreichbar find. Jedenfalls aber ist die Arbeit im Vergleich zu dem Abschneiden der Raupengesellschaften viel leichter und erfolgreicher, da die Belästigung durch die giftigen Haare sortfällt, auch die Dauer des Eizustandes weit länger ist als die deS Raupenlebens.
DaS sicherste Mittel, eine vollständige Beseitigung der Kalamität herbeizuführen, wäre in dem Leimen der Bestände zu erblicken, wenn die Raupen nicht auch in geschloffenen Schonungen fräßen. Jedenfalls aber ist zu empfehlen, im Jahre 1904 alles Altholz zu leime« und die geschlossenen Schonungen, soweit wie möglich, nach Äablagen absuchen zu lassen. Es könnte damit bereits in diesem Jahre unmittelbar nach erfolgter Eiablage begonnen werden.
Um die während des Winters uns nicht bet» lassenden insektenfressenden Vögel (Meisen, Spechtmeisen, Baumläufer, Goldhähnchen) an ein bestimmtes Revier zu fesseln und sie vor den Gefahren zu schützen, welche Rauhreif und' Glatteis mit fich bringen, ist es zweckmäßig, im Revier eine oder mehrere Wintersütterungeu einzurichten, in denen die Vögel bei Schneesturm, namentlich aber bei Glatteis, welches ihnen die Quellen der gewohnten Nahrung ver-
die Liberalen mit den Sozialdemokraten, die fich offen als Gegner der Monarchie bekennen, nichts gemein haben könnten. — So Mommsen Sohn. Mommsen Vater aber hat geschrieben, e« solle dem „perfiden Köhlerglauben" ein Ende gemacht werde», daß e8 die erste politische Pflicht sei, die „Arbeiterpartei" als pestverdächtig zu meiden und al« staatsfeindlich zu bekämpfen. Nun bekennt fich Mommsen Sohn ebenfalls zu dem „perfiden Köhlerglauben". Was wird Vater dazu fegen? Ob er wieder einmal einen seiner berühmten Meinungswechsel vollziehen wird? Vielleicht erwählt er diesmal den klügeren Teil und schweigt.
Die Danziger Wadelstrümpfler setzen fich durch ihre Haltung in entschiedenen Widerspruch zu der Reichstagskraktion. Daß sie aus Männer wie Barth, Gothein und Genossen, die mit einem Fuß in der Sozialdemokratie stehen, Einfluß gewinnen könnten, ist jedoch so gut wie ausgeschlossen.
Zebrazucht.
Herr Fritz Bronsart von Schellendorff, der fich bekanntlich seit Jahren mit der Zebra-Zucht in der Steppe am Kilimandscharo befaßt, hat darüber an die „Koloniale Zeitschrift" aus dem „Zebra-Gestüt Trakehnen," am 31. Oktober 1902 ein längeres Schreiben gerichtet, in dem er erklärt, durch seine Versuche sei er zu der Erkenntnis gekommen, daß die Reinzucht der Zebras und Zuchtwahl der einzige und absolut sichere Weg sei, um die Zebras als Nutztiere für unsere Kolonie zu gewinnen. Er fährt dann fort: „Niemand glaubte mir früher, daß es mir gelingen werde, Zebras in Heerden zu fangen. Dann, als mir dies nach 20 Treiben, in denen ich systematisch meine Erfahrungen machte und meinem Ziele immer näher kam, gelang, meinte man, das sei wohl nicht so schwer, Zebra« in Herden zu fangen; aber nun sei es die Frage, ob sie fich in der Gefangenschaft fortpflanzen, und dann, ob sie fich soweit zähmen ließen, daß sie al« Nutztiere verwendet werden können. Nun, ich habe bereits einen hübschen Fohlenbestand. Ich erwartete eine durchgreifende Zähmung nur von solchen hier im Gestüt geborenen Fohlen, konnte aber zu meiner Freude beweisen, daß ausgewachsene, wild eingefangene Zebras einfahrbar und einreitbar sind. Die« ging sogar über meine Erwartungen. Ich habe eS mit im ganzen 12 Zebras versucht, und eS ist mir mit allen gelungen; ich habe sie teils al« Einspänner, teils im Zweigespann (zwei Zebras und 1 Zebra, 1 Esel), teils „Troika" (Zebra in der Gabel) gefahren. Jetzt kann man also an der Möglichkeit einer Reinzucht nicht mehr zweifeln, ebenso nicht daran, daß ich die Zebras 'eingefahren habe. Außer genauem Studium der Wildbewegung und allen möglichen anderen Schwierigkeiten mußte ich mir zuerst das Treiberpersonal „einfangen", d. h. aus den scheuen und mißtrauischen MaffaiS, die unS zum großen Teil noch feindlich gegenüberstanden, zutrauliche Menschen und diese Nomaden in einer dem Plan der großen Treiben entsprechenden Weise seßhaft machen. Heute kann ich wohl sagen, daß ich die Massais im besten Sinne des Wortes in der Tasche habe, liebet» = ■ - ------ - 23
schließt, sich sättigen können. Bedingung für eine solche Winterfutterstelle muß fein, daß sie von den Vögeln leicht gefunden wird und auch bei der ungünstigsten Witterung zugänglich bleibt. Als Einrichtungen, welche diesen Zweck erfüllen, find der Futterbaum, das Futterhaus und die Futterglocke zu nennen. (Nähere Mitteilungen über Einrichtung und Verwendung dieser Anlagen find in dem hier zitierten Reisebericht enthalten, von welchem Abschriften aus Verfügen des Ministers für Landwirtschaft den Landwirtschastskammern zugegangen find).
Zum Schluß muß als erfreuliche Tatsache festgestellt werden, daß daS Vorgehen der Regierung auch bei Privaten der Erkenntnis förderlich gewesen ist, ein wie wichtiges Mittel die Vermehrung der insektenfressenden Vögel ist, um der Verbreitung der land- und forstwirtschaftlich schädlichen Kerfe entgegenzuwirken. So hat der ostpreußische landwirtschaftliche Zentralverein bereits dafür Sorge getragen, daß in den Einzelvereinen eine Reihe Vorträge über landwirtschaftliche Ornithologie gehalten wurde, und derselbe Zentralverein hat jetzt auch für feine Mitglieder einen gemeinsamen Bezug von Nistkästen angeregt und in die Hand genommen.