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M Jahrg.
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(Nachdruck verboten.)
Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertag«. Sonnabends in Morgen- und Abeud-AuSgab«.
Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, Universität»-Buchdrucker« Marburg. Markt 21. — Telephon 56.
Diese traurige Perspektive ist durch die Annahme des Tarifs glücklich beseitigt worden, jetzt muß die Regierung nach den von ihr gegebenen Zuficherungen neue Verträge an die Stelle der alten setzen und bei diesen neuen Verträgen, wenn fie auch nicht unseren berechtigten Forderungen entsprechen, wird die Landwirtschaft, sich doch wesentlich besser befinden als bisher (höhere Getreidezölle und jedenfalls sehr viel höhere Biehzölle)."
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schaffen werden. Weiter werden verlangt: 200 000 Mk. zur Erleichterung der VolkS- ' schullasten, 300 000 Mk. zur Errichtung, neu«
Schulstellen, 1 Mill, zu persönlichen Zu« lagen für Volksschullehrer und Lehrerinnen in den ehemals polnischen Landesteilen, 200 000 Mk. zu Vergütungen für Lehrer und Lehrerinnen behufs besonderer Förderung deS deutschen VolkSschulwesenS in den Landesteilen mit gemischt deutscher und polnischer Sprache, 450 000 Mk. zu Witwen- und Waisengeldern. Von den einmaligen außerordentlichen Ausgaben 5 entfallen auf die Eisenbahnverwaltung 91,6 Mill, und auf die eigentlichen Staatsverwaltungen 57,2 Mill. Mk. __________
zwischen Landwirtschaft und Industrie gewahrt wird. — Denn ein kompletter Unsinn würde eS sein, zu verlangen, daß der Industrie durch hohe Zölle ein Monopol auf die Versorgung Deutschlands mit ihren Erzeugnissen gewährleistet, die Landwirtschaft aber nach wie vor der Schleuderkonkurrenz des Auslandes preisgegeben wird. — Freilich macht fich hier — und da» ist der Punkt, an welchem die Ansichten meiner politische« Freunde hauptsächlich auseinandergehen — die Besorgnis geltend, daß der Reichstag jeden von der Regierung vorgelegten Handelsvertrag en bloc genehmigen wird, selbst wenn derselbe wieder auf Kosten der Landwirtschaft und zum einseitigen Vorteil der Industrie abgeschlossen sein sollte. Aber diese Besorgnis teile ich nicht; die Stimmung im Reichstage ist jetzt eine andere als vor 11 Jahren. Damals wurde der österreichische Handelsvertrag mit überwältigender Majorität gegen eine kleine Minderheit von 40 Stimmen angenommen, sehr bald indes trat der Umschwung ein, man erkannte den begangenen Fehler, die Not der Landwirtschaft redeie eine zu deutliche Sprache. Und als im Jahre 1894 der russische Handelsvertrag, welcher doch ein notwendiges Supplement der vorhergehenden Verträge war und des Zollkrieges wegen abgeschlossen werden mußte, dem Reichstage vorgelegt wurde, da bedurfte es der größten Anstrengungen, um nur eine winzig kleine Mehrheit für denselben zusammenzubringen. Der Vertrag wäre unzwetfelheit abgelehnt worden, wenn der Reichstag sich nicht in jener, durch die anderen Verträge geschaffenen Zwangslage befunden hätte. Aber von Wiederkehr einer solchen Zwangslage kann ja nicht die Rede sein.
Wird nun die Frage gestellt, ob die Ablehnung des Zolltarifs und des zugehörigen Gesetzes für die Landwirtschaft ersprießlicher gewesen sein würde, als die Annahme desselben, so antworte ich mit „nein!" Vergegenwärtigen wir unS einmal, wie die Dinge sich entwickeln würden, wenn der Reichstag den Tarif verworfen hätte. Eine Kündigung der laufenden Handelsverträge seitens unserer Regierung wäre ausgeschlossen,, bekanntlich ist ja diese Kündigung ganz in das Belieben der Regierung gestellt. Dagegen könnte uns vielleicht von anderer Seite ein einzelner Vertrag gekündigt werden, in diesem Falle aber würden unsere niedrigen Vertragszölle (3 Vs Mk. für Getreide u. s. w.) allen sonstigen Ländern gegenüber in Geltung bleiben, auch die nur meistbegünstigten Länder, wie die amerikanische Union, würden nach wie vor ihre billigen Maffenprodukte zu den Vertragszollsätzen nauz Deutschland hineinwerfen können. Es würde also mit der deutschen ^Landwirtschaft unaufhaltsam weiter bergab gehen, die Ablehnung wäre mithin gleichbedeutend gewesen mit einer ungemefsenen Fortdauer des jetzigen ruinösen Zustandes. —
Er streifte mit flüchtigem Kuß ihre Wange und schwang sich auf das Pferd, dessen Zügel der Reitknecht hielt.
Widerstreitende Gefühle stürmten auf ihn ein, während er dem Gute zuritt. Einerseits kam er sich wie ein Vogel vor, der die Türchen des Bauers geöffnet sieht und herausschlüpfen möchte, andererfeits aber erregte eS sein tiefstes Mißbehagen, neuerdings mit Sorgen und pekuniären Kalamitäten ringen zu sollen. Indes, wie die Dinge jetzt lagen, konnte er weder eingreifen, noch wollte er es. Soviel stand fest: Gertrud blieb im Besitze ihrer Heimstätte, so lange die Meinaus ein Recht auf Schönfeld hatten, und niemand sollte wagen, ihr anders als mit gebührender Rücksicht zu begegnen.
Als Victor auf dem Gute eintraf und den Salo« feiner Mutter betrat, fand er dort die Damen Sterneck und Springer.
„Wieder etwas Neues,' klagte ValeSka, aus deren Augen doch geheime Beftiedigung sprach, „Deine Tante und da« Fräulein wollen unS verlassen."
„Wie? Weshalb?"
„Ich habe fo entschieden, weil ich der Ruhe bedürftig bin und ganz für mich in ungestörter Stille leben möchte," erklärte Melanie mit kühler Freundlichkeit.
„ES ist doch hier auch dafür gesorgt, daß Du von jeder Belästigung verschont bleibst."
„Ja, aber ich sehne mich nach einem stillen Plätzchen, nach einem kleinen Heim, wo keine Fremden auS- und eingehen. DaS war längst mein Wunsch und seiner Erfüllung steht nichts im Wege, weil ich ja in diesem Hause doch überflüssig bin. Meine liebe, treue Pflegerin
Marburg
Freitag, 16. Januar 1903
DaS Deutschtum im AuSlande.
Der neue R 'r "haushalt sieht nach der „Köln. Ztg." eine Erhöhung deS Fonds zur Unterstützung deutscher Schulen und Bibliotheken und anderer gemeinnütziger Unternehmungen im Aukland von 300 000 auf 400000 Mk. vor. In der Begründung wird darauf hingewiesen, ' daß die Anforderungen der deutschen Auslands« schulen namentlich in Rumänien, der europäischen und asiatischen Türkei, Südafrika, Chile, Argentinien und besonders in Brasilien derart gewachsen und dringend geworden sind, daß man größere Mittel aufwenden müsse. Das Auswärtige Amt will auch in Zukunft den Standpunkt innehalten, daß die Sorge für die finanzielle Sicherung der Anstalten in erster Linie den unmittelbar Beteiligten, also de» Schulgemeinden selbst, oblieat, und daß daS Reich im nationalen Interesse nur da helfend und fördernd einzugreifen hat, wo ein nachg- wieseries Bedürfnis vorliegt. Dieser Standpunkt ist an und für sich begreiflich, es wird fich nur darum handeln, in jedem Einzelsalft möglichst zu berücksichtigen, daß die Schulgemeinden nicht die einzigen Verbände in unfern ausländischen Kolonieen find und daß die Mittel, welche unsere Kolonieen aufbringen, noch verschiedenen andern Betätigungen des Na ionalgefühls dienen müssen. Tie jetzige Erhöhung soll ermöglichen, einer Reihe von bisher immer wieder zurückgestellte« Anträge auf Beihülfen zu Schulbauten näherzutreten und in manchen Fällen auch die Hin- aussendung geeigneter Lehrkräfte in die Weg« zu leiten. Sehr wichtig ist ein neuer Titel bei Ausgaben, welcher 100 000 Mk. verlangt zu Unterstützungen an mittellose Deutsche im Ausland, um ihnen die Erfüllung der Militär- und 1 Wehrpflicht zu erleichtern. Die Begründung besagt: „Zahlreiche Deutsche im Ausland, di« zur Erfüllung der Militär- und Wehrpflicht bereit find, sind nicht imstande, die damit verbundenen Kosten, insbesondere die Aufwendungen sür eine Re.se nach Deutschlands zu trage«. Diese jungen Leute gehe« in der Folge de« Deutschtum regelmäßig verloren. ES erscheint
wird mich begleiten. Wir habe« immer gut zusammengepaßt und wollen unS nicht trennen."
Victor suchte Gertruds Blick. Sie schlug die Augen nicht nieder, sondern sah ihn so kalt und fest an, als wäre er ihr stets fremd und gleichgültig gewesen. Er begriff wohl, daß dieser Gesichtsausdruck nur eine Maske war, hinter der fich Schmerz, gekränkter Stolz und leidenschaftliche Entrüstung bargen, kannte aber das Mädchen auch gut genug, um zu wissen, daß fie mit aller Kraft ihres energische« Willens jede Schwäche, jede weichere Empfindung bekämpfen würde und daß er fie unwiderbringlich verloren habe.
So waren denn die Würfel gefallen. Nun galt es, wenigstens festzuhalten, was er für Gertruds Liebe und Achtung eingetauscht hatte: den Reichtum und äußeren Glanz. DaS letzte Ausflackern seiner männlichen Entschlossenheit erlosch in dieser Stunde.
Freilich gab er Oertel weder schriftlich Nachricht, noch sprach er in der Villa vor, aber in dem kleinen F. . . blieb nichts lange verschwiegen, und so erfuhr der Schneidemüller schon nach wenig Tagen: Melanie habe ein kleines, dicht am Wald stehendes Hau« gemietet und gedenke in kürzester Zeit, von ihrer Gesell- . schafterin und Pflegerin begleitet, dorthin überzufiedeln.
„Siehst Du? Ich brauche nur dm Mund aufzumachen und was ich will, geschieht," sagte er zu Katharina und äußerte, als er die Tochter wieder nach Schönfeld begleitete, auch gegen Viktor: „Ich freue mich, daß Sie die Berechtigung meines Wunsches einsahen und ibn erfüllte«."
Umschau.
Der preußische Staatshaushalts- Voranschlag.
Im preußischen Staatshaushalts-Doranschlag find die Einnahmen auf 2 602205930 Mark und die Ausgaben auf 2 674 905 930 Mk. (wovon 1581, Mill, einmalige find) festgesetzt worden. Der Fehlbetrag von 72 700000 Mk. soll durch eine Anleihe gedeckt werden. Gegenüber den Veranschlagungen für das laufende Rechnungsjahr vermindern fich die Einnahmen um 11,9 Millionen, die Ausgaben dagegen weisen 60,7 Mill. Mk. mehr auf. An den Mehrüberschüffen ist die Forstverwaltung mit 4 4 Mill, beteiligt. Es sollen 600 etatsmäßige Hilfsförsterstellen geschaffen werden. Von den Minderüberschüffen entfallen 471/* Mill, auf die Bahnverwaltung. Bei den Betriebsausgaben tritt ein Mehr von 8,4 Mill, hervor, darunter 23/* Mill, für 3707 neue etatsmäßige Stellen. Bei den eigentlichen Staatsverwaltungen ist die Einnahme um 61/, Mill, höher veranschlagt, die dauernden Ausaaben erhöhen sich um 16 7 Mill. Mk. 1350 000 Mk. find vorgesehen zu Gehaltszulagen an die in Posen und Westpreußen angestellten Beamten, sowie zu Pensionszulagen für die dort angestellt gewesenen und dort verbleibenden Beamten, ferner 150000 Mk. zu Erziehungsbeihilfen an höhere Beamte in den gedachten Landesteilen und 50000 Mk. Dorarbeitskosten zur Herstellung eines königlichen Refidenzschlosses in Posen. Für Herstellung von Garnisonseinrichtungen in Wreschen (wo s. Zt. der polnische Schulkrawall stattfand) und Schrimm werden nahezu 3 Mill. Mk. verlangt. Bei der Handels und Gewerbeverwaltung treten hinzu 599509 Mark für das gewerbliche Unterrichtswesen, davon 230000 Mk. Zuschüsse zur Einrichtung und Unterhaltung von Fortbildungsschulen und 100000 Mk. zur Hebung des Kleingewerbes. Im Justizetat findet man neue Stellen für 100 Richter, 10 Staatsanwälte, 100 Bureaubeamte. Für die Fürsorge - Erziehung Minderjähriger sind 430 000 Mk. ausgeworfen. Der Kultusetat fordert 4,6 Mill. Mk. mehr, worunter 3,1 Mill, für daS Volksschulwesen. Es sollen u. a. sechs neue Seminare und sechs neue Präparandenanstalten ge-
Schloß Schönfeld.
Roman von B. Corony.
lFortfetzung.)
Mit kühlem Gruß verabschiedete er fich. Aber Katharina flog ihm nach. Sie war allen andern gegenüber herrisch und eigenwillig, doch jetzt machte fie die Furcht, den leidenschaftlich Geliebten zu verlieren, fast demütig. Zudem hielt ihre Eitelkeit und ihr stark entwickeltes Selbstbewußtsein der Eifersucht das Gegengewicht.
„Geh doch nicht im Groll von uns, Viktor," bat sie schmeichelnd. „Der Vater ist ein kranker Mann, der in der nächsten Stunde nicht mehr weiß, was er in seiner zornigen Aufregung alles hervorgesprudelt hat. Und Martin —"
„Wird gut tu«, mir künftig fern zu bleiben."
„Das foll er auch. Ich selbst wünsche eS ja. Vergiß um meinetwillen die unangenehme Scene."
„DaS —"
„Versprichst Du es mir? Heute abend wird Papa in ganz anderer Stimmung sein. Mein Wort darauf! — Kommst Du?"
„Nein, Katharina. Du bist ein gute« Mädchen, aber den Deinigen ordne ich mich nicht unter. ES fällt mir keineswegs ein, einen Menschen wie Martin ernst zu nehmen, aber was Deinen Vater anbelangt, so entheben ihn feine Reichtümer nicht der Verpflichtung, mir mit schuldiger Rücksicht zu begegnen. Ich bedauere, wenn ihm das Verständnis dafür fehlt. Du darfst jedoch nicht erwarten, daß ich so leicht über den heutige« Vorfall hinweggehe. Adieu, meine Liebe."
„Sie irren," erwiderte Meinan kurz. „61 handelt fich hier einfach um eine durchaus unbeeinflußte Entscheidung Fräulein v. Sterneck«. Ich und meine Mutter fügen uns mit großem, aufrichtigem Bedauern ihrem Willen."
„Ja, das soll so was vorstellen. Nur immer daS letzte Wort behalten!" murrte der Alte, aber Katharina stieß ihn heimlich an und flüsterte: „Laß doch gut fein, Papa. Wir haben erreicht, was wir wünschten. Damit genug."
Er ließ das Thema auch fallen und kam nicht wieder darauf zurück.
Wenige Wochen später bezogen Melanie und Gertrud ihr neues, in tiefstem Waldfrieden gelegenes Heim und nun wurde die alte Dame ihrem Schützling erst recht zur mütterlichen Freundin. ES war ihr, als müsse der einst fo innig Geliebte fich darüber freuen und ihr dafür danken.
Aber Gertrud befaß auch eine starke Seele. Sie hing dem Kummer nicht nach, sonder« wehrte fich dagegen und sagte nach Monaten, als die Verlobung proklamiert war, mit ruhige« Lächeln:
„Du behandelst mich wie ein kranke«, zertretene« Pflänzchen, Tante Melanie. E« wär» eine Lüge, wollte ich behaupten, nicht schwer gelitten zu haben. — Aber der schlimmste Schlag war die Erkenntnis, daß ich mich in Viktor irrte, al« ich ihm die ersten unfc heiligste« Empfindungen meines Herzens weihte.
(Fortsetzung folgt.)
Graf von Kanitz-Podaneen über den neuen Zolltarif.
Der Borfitzende des Bunde« der Landwirte in Ostpreußen, Herr Graf zu Dohna-Fincken- stein, veröffentlicht in der „Kreuzzeitung" ein ihm von dem Herrn Grafen v. Kanitz-Podangen zugegangenes ausführliches Schreiben, worin die Nnna^ne de« Zolltarifs durch die konservative Fraktionsmehrheit eingehend begründet wird. Wir entnehmen daran« die folgenden Darlegungen:
„Wir brauchen vor allen Ding« einen Generaltarif mit hohen Zollsätzen. Dieser Tarif foll über die jsetzt abzuschließenden Handelsverträge hinaus in Geltung bleiben und die Regierung in den Stand fetzen, bei handelspolitischen Abmachungen — jetzt und künftig — den nötigen Druck auSzuüben. Aber nicht bloß diese«. Die Zollsätze de« Generaltarifs find nicht lediglich zum Herunterhandeln bestimmt, sondern e« kann auch der Fall eintreten, daß fie praktisch in Anwendung gebracht werden müssen, wenn nämlich in Zukunft ein einheimischer ErwerbSzweig wegen Verschiebung der Produktionsbedingungen eines verstärkten Zollschutzes bedürfe, eine freihändlerische Reichstagsmehrheit aber die notwendige Zollerhöhung ablehnen sollte. Wir wissen nicht, ob der Reichstag in aller Zukunft dieselbe protektionistische Mehrheit aufweisen wird wie jetzt, ebenso aber brauchen wir die Hoffnung nicht aufzugeben, daß eine künftige Regierung gewillt fein wird, zum Schutze der darniederliegenden Landwirtschaft kräftigere Maßregeln anzuwenden als diejenigen, welche die jetzige Regierung für zulässig hält. — Der Generaltarif als daS Fundament unserer Zollgesetzgebung muß deshalb so beschaffen sein, daß solche kräftigen Maßregeln ohne einen vorgängigen Akt der Gesetzgebung in Wirksamkeit gesetzt werden können.
Ob unser neuer Generaltarif mit den von der Kommission beschlossenen und vom Reichstag am 13. und 14. Dezember gutgeheißenen Verbesserungen nunmehr allen diesen Anforderungen entspricht, ob er namentlich die Interessen von Landwirtschaft und Industrie gleichmäßig berücksichtigt, darüber find die Ansichten natürlich verschieden, auch mir erscheinen die industriellen Schutzzölle vielfach noch zu hoch. Aber ein grobe« Mißverhältnis findet jedenfalls nicht mehr statt, denn den hohen Jndustriezöllen stehen Getreidezölle von 7 bis 7,50 Mk. und Viehzölle von 18 Mk. für den Doppelzentner gegenüber.
Wenn aber, wie mit Sicherheit zu erwarten ist, die landwirtschaftlichen Schutzzölle durch neue Verträge für die nächsten 10—12 Jahre ermäßigt werden, so versteht es sich von selbst, daß in gleichem Maße und durch dieselben Verträge auch eine Herabsetzung der industriellen Schutzzölle erfolgen muß, sodaß die Parität
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Sonntagsbeilage: Jllnftrirtes Sonntagsblatt.