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Sonntagsbeilage: Jllnftrirtes Sonntagsblatt.
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Btertcl^.hrlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 ML, bei allen Postämtern 2,25 ML (excl. Bestellgeld).
^nsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.
Reclamen: die Zeile 25 Pfg.
Marburg
Mittwoch, 14. Januar 1903.
Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertagen. Sonnabends in Morgen, und Wend-Ausgabe.
Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Bnchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
38. Jahrg.
Zweites Blatt.
Deutsches Reich
Berlin, 13 Januar.
— Beide Majestäten machten Montag vormittag einen Spaziergang im Tiergarten zu Berlin. Später sprach der Kaiser beim Reichskanzler vor.
— Kronprinz Wilhelm trifft nach neuester Bestimmung bereits am Freitag in Petersburg ein. Der Aufenthalt wird ungefähr eine Woche dauern, und es ist wahrscheinlich, daß der Prinz einen Abstecher nach Moskau macht.
— Ein Gesetzentwurf betr. die Landestrauer soll dem preußischen Landtage sofort unterbreitet werden. Diese Vorlage ist augenscheinlich der Anregung eines Initiativantrags in der vorigen Session zu danken, in dem auf die Schädigung der Geschäftswelt durch die Verhängung der Landestrauer anläßlich des Todes der Kaiserin Friedrich hingewiesen worden war.
— Hollebens Rücktritt gibt den englischen Blättern Gelegenheit zu ebenso gehässigen wie albernen Artikeln gegen Deutschland. Die „Times' z. B. sagt: Kaiser Wilhelm habe dem Botschafter v. Holleben die Aufgabe gestellt, Amerikas Wohlwollen für Deutschland zu gewinnen und die Vereinigten Staaten England zu entfremden. Was der Kaiser wünschte, war unmöglich. Der Kaiser sei also selber an dem Fiasko, schuld, das Holleben machte. Diese Bosheiten find wirklich zu niedriger Natur, als daß man sie anders als mit dem Ausdruck der Verachtung kurz abtun könnt
— Ein? wicglige Veränderung in der preußischen Bauverwaltung, die bereits früher angestrebt worden soll — wie man der „Voss. Ztg ' schreibt — gegenwärtig im Arbeitsministerium wieder betrieben toerben. Es handelt sich dabei um Schaffung einer Stelle für einen zweiten Unterstaatssekretär, der, wie der bisherige an der Spitze der Eisenbahn- abteitung, an die Spitze der allgemeinen Bau- Verwaltung treten würde. Dieser Plan, der schon unter Minister v. Thielen zur Sprache gebracht, von dem früheren Finanzminister aber abgelebnt worden war, soll jetzt mehr Aussicht auf Verwirklichung haben, nachdem der jetzige Arbeitsminister entschiedener dafür eingetreten ist.
lieber die politischen Absichten dec Reichs- «gierung geht dem „Berl. T * ein „von bisher gut unterrichteter Seite' herrührender Bericht zu, in dem es als vollkommen ungewiß bezeichnet wird, ob dem gegenwärtigen Reichstage noch ein oder der andere Handelsvertrag zur Verabschiedung wird unterbreitet werden können. Dagegen sei es gewiß, daß zu den Handelsvertragsverhandlungen derselbe wirtschaftliche Ausschuß wieder hinzugezogen werden würde, der die Hanvelsverträge vorbereiten half. Der wirtschaftliche Ausschuß soll mit der Begutachtung der neuen Verträge betraut werden, ebe diese zum Abschluß ge langen. In der inneren Politik des Reft soll dem Reichstage noch in dieser Session der Gejetzentwurs betr. Bildung kaufmännischer Schiedsgerichte sowie eine Revision des Ki ankenverficherungsgesetzes zugehen.
Für die Dauer der Blockade gegen Venezuela Werden folgende Postsendungen an und von Personen der Besatzungen S M. Schiffe in den westindischen Gewässern, sofern sie zwischen dem Marinepostbureau in Berlin und den Marineschiffsposten jener Schiffe zum Austausche kommen, als Gegenstände der Feld- post portofrei befördert: Gewöhnliche Briefe und Drucksachen bis zum Gewichte von 50 er einschließlich, sowie Postkarten. Ferner werden portofrei beiörd--rt alle Postanweisungen von Personen der Schiffs- deiatzuugen. Für Postanweisungen bis zum Betrage von 100 Mk. einschließlich an die Schiffsbesatzungen kommt eine Gebühr von 10 Pfg. zur izrbebun. Die Briefe und Druck ruf)en müssen in der Aufschrift mit dem Verwerte „ Feldpostbrief' versehen sein 8H Postkarten und Postanweisungen ist die Bezeichnung »Postkarte' und „Postau.oeiiung' in „Feld-Postkarte' .Feld - Postanweisung' abzunnd-» - übrigen Bleiben im Postverkehre mir ' ■ Beiatzuugen der be- zeichnow ~ ‘-»nnwr i> .„,ilch der zur Beförderung iuye«.u||61leii toriiuuiiuen als auch hinsichtlich der Taxen und sonstigen Versendungsbedingunzen, die bisherigen Vorschriften in Kraft Pakete nach und von den Schiffen werden durch kne PoN nidV ,'3,6rbett
- Bei Oer Eröffnunicueier der ’urfe
sprachen nach Oberbürgermeister Becker [tot
der Kölner Fachschule und Handelsminisi.. .Per. Der Minister führte aus, die Regierung lege der Einführung bet Meisterkurse in ganz Deutschland große Bedeutung bei. Gegenwärtig seien ober die Etatsverhältnisfe nicht dazu angetan, die Meisterkurse jetzt allgemein cinzuführer Das Handwerk könne aber nur blühen, wenn alle Handwerker erkennen, daß eigene Kraft, Fleiß und Ausdauer das Rückgrat ihrer Tätigkeit bilden muffen. Die Meisterkurse seien nicht überall von gleich langer Dauer. Es erscheine ihm aber richtig, nach verschiedenen Grundsätzen vorzugehen. Es müsse ein Unterschied bestehen zwischen Gehilfen und solchen Handwerkern, die eigenen Geschäften vorstehen. Für letztere sei es angebracht, den Kursus auf gewisse Techniken zu beschränken. Dafür genügten 8 bis 10 Tage. Für die Gehilfen werd« man eine längere Dauer vorsehen müssen. Eines solle in den Meisterkursen besonders gründlich gelehrt werden, nämlich Rechnen und Kalkulieren. Das verständen viele Handwerker nicht, sonst würden sie bei Submissionen nicht so unsinnige Preise stellen, welche die Kosten nickt decken. Der Minister schloß mit dem Wunsche: Gott möge das Handwerk schützen!
— In Wiener Hofkreisen hat man, der ,N. Fr. Presse' zufolge, keine Kenntnis von einem Ehe» zerwürfnts des Grafen und der Gräfin Lonyay und ezeichnet die bezüglichen Meldungen als unglaub- c'dig.
— Der Berliner .Lokal-Anz.' meldet aus Halle a. d. Saale: Die Stadtverordneten beschlossen, wegen Nichtbestätigung der Wahl dis srerfinnigen Kaufmanns Rickter lum Stadtrat eine Beschwerde an den Mi
nister einzureichen. Der Magistrat schloß sich dem Beschluß an.
— Das .Berliner Tageblatt' meldet aus Wilhelmshaven: Gegen den Matrosen Kohler, der am 17. November den Oberfeuerwartsmaat Biedritzki ermordete, findet die Verhandlung am 23. April vor dem Matiuekriegsgericht der zweiten Marine - Inspektion statt.
Ausland
Rutzlaud. In einem Leitartikel: Zu den Reformen in Macedonien schreibt die „Nowoje Wremja" u. a.: Rußland und Oesterreich-Ungarn verlangen Reformen mit Bürgschaften. Solche Reformen werden der Türkei nach gegenseitiger Vereinbarung zwischen Rn - land und Oesterreich- Ungarn vorgeschlagen. Die Hauptpunkte schon jetzt zu bestimmen ist nicht schwierig. — Es sind dieS: Erstens: Einsetzung einer finanziellen Kontrolle über die Erhebung der Steuern in den europäischen Vilaiets sowie über die Gehaltszahlung an die Beamten und Truppen. Zweitens: Einsetzung einer Kontrolle über die Gendarmerie durch Wahl der O>sj,jere flU§ Anaehörigen der neutralen r en Belgien, Holland und der Schweiz. Dr.ccens: Sehr erwünscht ist eine Kontrolle über die Gesamtverwaltung Macedoniens, worin eine Persönlichkeit erforderlich ist, die in gleicher Weise von den türkischen Traditionen wie nach Möglichkeit vom Dildizkioske selbst unabhängig ist. Das Blatt bemerkt am Schluß: Diese Maßregeln werden zwar die türkische Eigenliebe empfindlich berühren, aber der Türkei selbst großen Nutzen bringen. Die Türkei bedarf in ihren europäischen Provinzen einer kleinen Operation.
Türkei. Die Pforte beantwortete die englische Protestnote wegen der Durchfahrt der russischen Schiffe durch die Dardanellen dahin, daß fte lediglich nicht armierten Fahrzeugen unter der Handelsflagge die Durchfahrt erlaubt habe, wozu sie vollkommen berechtigt sei. Uebrigens hat sich keine andere Macht dem englischen Protest angeschlosien. In Rom schlägt man vor, die Dardanellenfrage einem europäischen Konoresse vorzulegen, damit das von Rußland beanspruchte Durchfahrtsrecht allen Mächten gegeben werden könne.
Marburg und Umgegend
Marburg, 13. Januar.
* Kalte Fuße werden bald wieder warm, nasse Füße aber bei dem gegenwärtigen Wetter und zu dieser Jahreszeit den ganzen Tag über nicht trocken. Und die nassen Füße find es vornehmlich, die unfern Schulkindern während der naßkalten Witterung so mannigfache Erkrankungen, vom harmlosen Schnupfen bis zur heimtückischen Influenza und ernsten Entzündungen der Atmungswege bereiten. Kehren die Kinder aus der Schule heim, so versiert sich die fürsorgliche Mutter unter allen Umständen, ob auch die Strümpfe ihrer Lieblinge trocken sind, wenn nicht, so wird schleunigst gewechselt. Anders ist es natürlich, wenn die Kinder bereits mit n aff en Strümpfen zur Schule kommen. Der Lehrer oder das „Fräulein" können sich nicht auch noch um das Schuhwerk ihrer Pflegebefohlenen kümmern, dazu reicht die Zeit nicht a^s. Es muß daher von der Familie aus unbedingt Vorsorge dakür getroffen werden, daß die Kinder mit trockenen Füßen zur Schule gelangen. Für wasserdichtes Schuhwerk tragen die meisten Eltern schon Sorge, auch an Mahnungen fehlt es nicht, den trockenen Weg zu benützen. Aber wozu haben unsere Knirpse, wir sprechen hier besonders von den jüngeren, Erkältungen auch leichter zugänglichen Kindern, denn ihre zwei Ohren? Zu dem einen geht die Mahnung hinein, zum andern hinaus. Sie müssen jede Pfütze und jede Wasserlache probieren, sonst fühlen sie sich nicht wohl. Wenn die Straßenpassanten hier gegebenen Falls die Eltern mit ernster Mahnung vertreten würden, täten sie ein gutes Werk und beugten mancher Krankheit vor.
* Tie „Schlierseer" im Theater im Museum in Marburg. Freitag den 23. Januar giebt das Schlierseer Bauerntheater eine allgemein interessierende Gastvorstellung mit dem oberbahertschen Volksstück mit Gesang und Tanz (.Schuhplattler") .Der Amerikaseppl". Im zehnten Jahre gastieren nun die .Schlierseer" an nahezu allen ersten deutschen und österreichischen Stadttheatern und an vielen Hosbühnen; auch in Amerika haben did.Schlierseer" mehr als hundert Gastabende absolviert.
Der lauteste Beifall ist den dreißig kernigen Oberbaherr ^r Welt treu geblieben. Bei den Volksspieiel. o. „SchlierseerBauerntheaters" überträgt sich eben unwillkürlich der auf der Bühne herrschende Jubel auch auf'S Publikum. Die „Schlierseer" find gegenwärtig wohl das sehenswerteste Ensemble, welches so naturwahr und vollendet spielt, daß der Zuschauer darüber vergißt im Theater zu sein. Die „Schlierseer" haben nur den einen Abend am Freitag den 23. d. Mts. frei und werden im Museum das lustigste, ja geradezu ausgelassenst tollste Stück ihreb Repertoires, den „Amerikaseppl" spielen. Eine weitere Gastvorstellung findet nicht statt. Billets find vorrätig in der Ehrbordt'schen Univerfitätsbuchhandlung.
§ Für Wirte Die Polizeiverordnung vom 9. Dezember 1902, betr. Maßregeln gegen Trunkenbolde, ist in Plakatform gedruckt zum Preise von 30 Pfg. von unserer Druckerei zu beziehen. Laut Bekanntmachung im Kreisblatt Nr. 2 muß die Verordnung in jedem Schanklokal aufgehängt sein.
* Bon der Eisenbahn. Die Frage, ob der Eisenbahnfiskus für eine durch Hinfallen auf dem Bahnsteig verursachte Körperverletzung eines Reisenden haste, wurde, der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge, für den Fall vom Reichsgericht bejaht, daß ein Reisender mit einem verspätet eingetroffenen Zuge angekommen und fick, vom Schaffner zur Eile aufgefordert, zur Lösung einer Fahrkarte für seine mit dem nämlichen Zuge beabsichtigte Weiterfahrt in das Bahnhofsgebäude begab und auf feinem Rückwege narb dem zur Abfahrt bei eit stehenden Zuge in der Eile über einen auf dem Bahnsteige stehenden Eisenbahngepäckkarren stürzte, wobei er sich eine Knieverletzuno zuzoo.
* Hebung der Geflügelzucht. Die Landwirtschaftskammer beabsichtigt den Kreis derHühner- und Entenraffen, deren Zucht von ihr unterstützt wird, etwas zu erweitern und zu diesem Zwecke zu den bestehenden Geflügelzuchtstationen noch einige neue zu gründen. Zunächst wird beab- ficht, mehrere Stationen mit Wyandotte-Hühnern und ebenso einigen Stationen mit indischen Laufenten zu besetzen. Landwirtschaftliche Kreisvereine, Geflügelzuchtvereine und einzelne Geflügelzüchter, welche eine der bezeichneten Stationen übernehmen oder bei der Einrichtung behülilich sein wollen, werden aufgefordert, sich bei der Landwirtschaftskammer bis spätestens 20. Januar 1903 zu melden.
§ Strafkammer. Ein unverbesserlicher ßanb- streichet stand heute in bet Person bes 64 Mol tior- bestraften Metzgers Karl Kreiling aus Olberode vor Gericht. Kaum aus bem Korrektion? Hause entlassen, Aog der Mann alsbald wieder bettelnd von Ort zu Ort. In Biedenkopf wurde er ausgegriffen und zu 5 Wochen Gefängnis und zur Ueberweisung an die Landesvolizei verurteilt. Gegen die letztere Verfügung legte er Berufung ein. Dieselbe wurde heute verworfen.
□ Kirchhai«, 13. Januar. Der heutige Rindviehmarkt war sehr gut befahren und zwar mit ca. 460 Stück Großvieh und 160 Stück Kleinvieh. Der Handel ging sehr flott und wurden hohe Preise erzielt. — Zum Schweinewarkt waren trotz der kalten Witterung vormittags ca. 340 Ferkel aufgefahren, der Handel war flott. Schade war es, daß die Tierchen im Freien unter der Kälte zu leiden hatten, sie würden besser in einer Halle untergebracht sein, die aus Versicherungsgeldern errichtet werden könnte. — Am 3. März findet Schaimarkt statt, der nach Aussage verschiedener. Landwirte gut zu werden verspricht.
(-) Grotzseelheim, 10. Jan. Ein zweites Dampfsägewerk ist dieser Tage hier eröffnet worden, auch soll wie verlautet, noch eine zweite Ziegelei (Ringofen) von einem Unternehmer geplant fein. Dieselbe kommt voraussichtlich an die Schröcker Straße.
y. Rauschenberg, 12. Jan. In der am letzten Sonnabend stattgefundenen General - Versammlung des hiefigen Krieger- und Landw chrvereinS wurde an Stelle des Herrn Konrad Volland Herr Gericktsdiener Fmster als Kassieret gewählt. Außerdem wurde beschlossen, zu dem am 18. d. M. in Kirchhain flott- findenden Delegiertentag einige Delegierte zu entsenden. Den Geburtstag Sr. Majestät feiert bet Verein am 27. Januar damit, baß nachmittags im Bereinslokal Konzert unb abenbs Theater mit nachfolgendem Ball stattfindet.
Emsdorf, 12. Jan. Auf Anregung von Fischhändlern wurde einige Wochen vor Weihnachten der Pächter eines hiefigen Karpfenteiches überredet, den Fischfang vorzunehmen, und damit der Fang sicher gelingen sollte, das Teichwasser abzulaffen. Da jedoch noch auf demselben eine 20 Eentimeter dicke Eisdecke
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ruhte, so wurde diese durchhauen, und so einr Oeffnung von ungefähr 10 Quadratmeter blos- gelegt, und als hierauf das Eis entfernt war, verblieb noch ein circa 20 Eentimeter tiefer Wafserstand, da alles Wasser nicht vollständig an dieser Stelle abgelaufen war. Hier sollten sich nun planmäßig alle Karpfen einfinden, damit sie von den Fischern bequem herausgenommen würden. Doch die Fische waren nicht mit diesem Plane einverstanden, und mochten sich nicht zu einem leckeren Bissen am heiligen Abende hergeben, auch nicht ein einziger kam zum Vorschein, und trotzdem sich die Fischer alle Mühe gegeben hatten, mußten sie unverrichteter Sache wieder abziehen. Nachdem nun durch das anhaltende Tauwetter jetzt die ganze Eisdecke geschmolzen ist, kommen die Fischleichen, welche offenbar von der Eisdecke erdrückt und durch den Wasserabfluß erstickt find, in einer Anzahl Bon vielen Hunderten auf die Oberfläche. Der Schaden ist gewiß auf 5 bis 6 Centner Karpfen anzurechnen.
Hessen-Nassau und Nachbargebreie
Geluhaufe«, 12. Jan. In Burgbracht wurde dieser Tage die Hofraite des Bürgermeisters Krieg ein Raub der Flammen. Es wird Brandstiftung vermutet, die als eine Frucht des bei der letzten Bürgerwahl auflodernde« Parteihafses betrachtet wird.
L»a«a«, 12. Jan. Auf einem Acker a« der Leipzigerstraße wurde am Sonnabend dii Leiche eines neugeborenen Kindes weiblichen Geschlechts gefunden. Die Leiche war laut „Han. Anz." in eine blaue Schürze und ein Korset eingewickelt. Um den Hals war eine Schnur gelegt, sodaß anzunehmen ist, daß da- Kind von der unnatürlichen Mutter alsbald nach der Geburt erwürgt wurde.
Offendach, 12. Jan. Eine exemplarische Bestrafung wegen Milchpantscherei verhängte das hiefige Schöffengericht gegen den Milchhändler I. I. Lipp. Dieser brachte Milch in den Handel, welche mit mindestens 35 Prozent Wasser vermischt war. Lipp wollte diese „Milch" von einem „unbekannten" Mädchen erworben haben, fand aber m't diesem verbrauchte« Märchen keinen Glauben; vielmehr diktierte ihm das Gericht eine Geldstrafe von 250 W, wozu sich noch die ziemlich erheblichen Koste» des Verfahrens gesellen.
Dillenburg, 12. Jan. Wie die „Zeitung für das Dillthal" mitteilt, hat am 7. und 8. d. M. die landespolizeiliche Prüfung bei Westerwaldbahnstrecke von Schönbach bis Rennerod stattgefunder». Dank der sorgfältige» Ausarbeitung der Pläne und dank der Verständigkeit der Interessenten, welche sich auf Erhebung gewichtiger Einsprüche beschränkten, war die Zahl der erhobenen Einwendungen nicht groß. Spätestens mit dem Frühjahr soll mit den Bauarbeiten im Dillkreise begonnen werden.
Marktberichte.
Frankfurt, 12. Jan. <V 1 ehmarkt.) Zum Verkauf Ranben: 458 Ochsen, 50 Bullen, 901 Kühe Rinder unb Stiere, 275 Kälber, 310 Schafe unb Hammel unb 1'74 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Oual. 69 — 70 Mk., 2. Qual. 63—66 Mk., 3 Oual. 60-62 Mk., 4. Qual. 00—00 ML, Bullen 1. Oual. 62-64 Mk., 2. Oual. 59-60 ML, 3. Oual. 00—00 Mk., Kühe, Rinder und Stiere 1. Qual. 61-62 ML, 2. Oual. 56-57 ML, 3. Oual. 45-47 Mk., 4. Oual. 39-41 ML, 5. Oual. 00-00 Mk. Bezahlt wurde für 1 Pfund Schlachtgewicht: Kälber L Qual. 78—80 Pfg., 2. Oual. 72-75 Pfg., 3. Oual. 60-63 Pfg., 4. Oual 00—00 Pfg., Schafe und Hämrnel 1. Oual. 64—66 Pfg., 2. Oual. 59—61 Pfg., 3. OuaL 50—52 Pfg., Schweine 1. Oual 65—00 Pfg., 2. Oual. 64-00 Pfg., 3. Oual. 00-00 Pfg., 4. Oual. 00-00 Pfg. Bezahlt wurde für 1 Pfund Lebendgewicht: Kälber 1. Oual. 47-48 Pfg., 2. Dual. 43-45 Pfg., Schweine 1. Oual. 51'4 Pfg., 2. Oual. 51 Pfg. Geschäft in Hornvieh gedrückt, Ueberstand bedeutend, in Kleinvieh gut, Markt geräumt. — Aus Oesterreich standen 133 Ochsen unb 2 Bullen zum Vertan'
Nach bem Urteil mebtzinischer Autoritäten ist täg> kicher Genuß von Meßmer's Tee sogar Kinder« zu empfehlen; er wirkt aufheiternd unb erfrischend auf Geist unb Körper unb wirb selbst von schwache« Magen gut vertragen. Meßrner's Tee L 60, 9t Pfennig, ML 1— unb ML 1.25 in ben bekannte« Niederlagen.
MM Der heutige» Nummer liegt bei Kreisblatt Nr. 4.
Rotationsdruck.
Verantwortlich für die Sebattwn: Frhr. v. Wangenheim in Marburg.