Einzelbild herunterladen
 

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jlluftrirtes Sonntagsblatt.

Btertelj^hrlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (ercL Bestellgeld).

^»sertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg. .^Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Dienstag, 13. Jannar 1S03.

Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertagen. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.

Druck und Berlag: Joh. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

38. Jahrg,

Russische Anleihen als Feinde der deutschen Landwirtschaft.

Zeitungsnachrichten melden:Rußland be­absichtigt wiederum eine größere Anleihe auf' »»nehmen und diese möglichst in Deutschland unterzubringen." Bei flüchtiger Betrachtung könnte man denken, dies könne der deutschen Landwirtschaft recht gleichZiltig sein, da ja die Landwirte, in anbetracht de8 Notstandes, nur ausnahmsweise in der Lage sein werden, rus­sische Staatspapiere zu kaufen. Aber eine nähere Erwägung lehrt, daß gerade die Land­wirtschaft in hohem Maße an den russischen Finanzplänen interessiert ist. Die Landwirt­schaft, und zwar nicht nur Deutschlands, sondern die von ganz Westeuropa, wird durch jede neue russische Anleihe geschädigt werden, infolge der international-wirtschaftlichen Zusammenhänge.

Rußland hat bereits eine Staatsschuld von rund 17 Milliarden Mark, deren Schuldtitel sich im wesentlichen in westeuropäischen Händen befinden; die entsprechenden Coupons-Zinsen werden daher auch nach Westeuropa bezahlt. Da nun aber Rußland keinen erheblichen Edel­metall-Export, auch wenig sonstige Export- Jndustrie-Produkte besitzt, so ist es genötigt, den größten Teil seiner Zinsen in der Form von Naturalien, insbesondere durch Getreide, zu bezahlen. Es ist daher ersichtlich, daß Rußland in Bezug auf Getreide-Export in einer Zwangs­lage sich befindet; es muß Getreide exportieren, gleichgiltig zu welchen Preisen, um seinen Ver­pflichtungen nachzukommen. Es ist in ähnlicher Sage, wie ein Gutsbesitzer, der einem Korn­händler stark verschuldet ist: er muß ihm das Getreide liefern, auch wenn dieser noch so niedrige Preise zahlt!

Daher haben auch die Schutzzölle auf Roggen, trotz ihrer mehrfachen Erhöhung, nicht dar erfüllt, waS man von ihnen hoffte:

Deutscher Schutzzoll Rogaenpreise Jahr 1880 1 Mart 187 Mark

, 1885 3 , 140 ,

' 1888 5 , 134 ,

, 1894 3,50, 118 ,

Es ist dies erklärlich, wenn man die Zu­nahme der Russischen Staatsschuld daneben hält. Diese stieg von 3,8 Milliarden Rubel in 1880, auf 4,5 Milliarden in 1890, 5,5 Milliarden in 1895 und 8 Milliarden Rubel in 1902.

Wenn daher Rußland jetzt wiederum eine neue große Anleihe aufnimmt, so wird es eben seinen Getreide-Export wiederum steigern müßen, um seinen Verpflichtungen nachzukommen. Wie sehr die Behauptung, daß Rußland hierbei in einer Zwangslage sich befindet, begründet ist, kann man aus der Tatsache entnehmen, daß die Russische Regierung, trotz etwa herrschender Hungersnot, stets den Getreide-Export in fast un-

26 ^Nachdruck verboten.)

Schloß Schönfeld.

Roman von B. Coro ritz.

tFortsetzung.)

Bei wem denn?" fiel er ihr mit plumpem Lachen in die Rede.Etwa bei Herrn von Meinau? Na, der'

Sie sind unverschämt! Die einzige Ent­schuldigung, die ich gelten laffen kann, ist, daß ein ungebildeter Mensch vor mir steht."

Oho!" fuhr Martin auf, lenkte aber dann wieder ein.Ich sehe schon, Sie haben mir die dummen Kindergeschichten noch nicht ver­ziehen und tragen mir'S nach, daß ich Sie: Das böse Ding", undDie Komödiantenhexe" nannte. Na, damals war ich ein einfältiger Junge. Aber Sie können's glauben, Fräulein Springer, jetzt fangen die Leute an, AergereS von Ihnen zu munkeln."

Was?"

Sie drehte sich jäh um und ihre Augen funkelten ihn zornig an.Wer kann mir etwas UebleS nachsagen?"

Je nun unsereiner, der wohl einmal in ftöhlicher Gesellschaft fitzt, hört so mancherlei. Ich hab' Sie immer verteidigt, ja, das hab' ich! Und ich glaub's auch gar nicht"

Was glauben Sie nicht?"

Herr Gott, find das ein paar Augen!"

Gehen Sie Ihrer Wege!"

Nur nicht gar so kurz angebunden! Es ist ein guter ehrlicher Rat von mir, wenn ich Sie davor warne, Herrn Victor zu viel zu trauen. Dem liegt hernach nichts daran'

Ein Ausruf der Entrüstung ließ ihn ver- nm Uten.

veränderter Stärke durch Frachtbegünstigungen rc. aufrecht erhalten hat: Rußland muß eben exportieren und kann daher nicht auf seine hungernden Bewohner Rücksicht nehmen, so lange die dortige Regierung sich nicht grundsätzlich zu Gunsten einer internationalen Regelung de8 Getreide-Exportes erklärt, mit dem Ziele: lieber das halbe Exvortqxantvm zu doppeltem Preise, als das doppelte Quantum zu halbem Preise auf den Weltmarkt zu bringen.

Zieht man aus Vorstehendem die Konse­quenzen, so müßten diejenigen Staaten Alt- Europas, welche noch Wert auf die Erhaltung ihrer Landwirtschaft legen, alles tun, um Dar­lehen an die sonstigen Agrar-Staaten des Welthandel-Gebietes (Rußland, Argentinien, Rumänien 2c.) zu verhindern.

Aber noch eine zweite Schlußfolgerung er­gibt sich: Nehmen die Staatsschulden Rußlands weiter zu, folgen darin die anderen Konkurrenz­länder und werden mit deutschem Kapital die Gebiete des Orients (Mesopotamien) erschlossen, dann kann es nicht ausbleiben, daß jeder Zoll zum Schutzs der deutschen Landwirtschaft illu­sorisch gemacht wird! Als einziges Mittel bleiben alsdann Maßregeln übrig, welche dem sogenanntenAnträge Kanitz" mehr oder weniger ähnlich sind, d. h. eine staatliche Regulierung des Getreide-Imports!,

Umschau.

Vom Reichsh aushaltsetat.

DeS Reichshaushaltsetats düsterster Teil, der vornehmlich von der üblen Finanzlage des Reiches handelt, ist von derNordd. Allg. Ztg." nun gleichfalls veröffentlicht worden. Die ab­schließenden Zahlen deL Reickshaushalts für 1903 werden in dem vom Bundesrat ange­nommenen Entwurf wie folgt festgestellt: Aus­gaben 2 464 972 734 Mk. (-- 160 489 619). Der Anteihebedarf beträgt 219 921 739 Mark. Die Ausgabe von Schatzanweisungen ist wie im Vorjahr auf 275 Millionen im Höchstbetrage festgesetzt. Es werden indem amtlichen Bericht dann noch einmal zusammenfassend die fort­dauernden, sowie die einmaligen Ausgaben und die Einnahmen des Reichs aufgezählt, dann heißt eS weiter: die Matrikularbeiträge find 565 856 234 Mk. ausgebracht. Für die lieber« Weisungen an die Bundesstaaten find eingestellt 542092 000 Mk. Daraus folgt die Uebernahme eines Betrages an ungedeckten Matrikularbei- trägen von Seiten der verbündeten Regierungen in Höhe von 23 764 234 Mk. Wird zu dieser Summe der Zuschuß des außerordentlichen Etats im Betrage von 95 Millionen hinzu­gerechnet, so ergiebt sich als sogenannter Fehl­betrag des Rechnungsjahres 1903 die Summe von 118 764 234 Mk. Bereits bei Vorleg-

Jetzt verbiete ich Ihnen, in diesem Ton weiter zu reden."

Du lieber Himmel, ich behaupte doch nichts Ehrenrühriges, sondern will Ihnen einfach die Gefahr zeiaen, weil ich Sie lieb habe, Fräulein Gertrud, sehr lieb. Sie müßen fort von hier und und na, mangeln soll eS Ihnen wahrlich an nichts."

Ihre Augen wurden immer größer, ihre kleine Hand ballte sich, ihre Lippen zuckten. Dann wandte sie sich verächtlich ab und schritt dem Hause zu.

Fräulein Gertrud, Sie haben mich miß­verstanden."

Keine Antwort.

Ich muß Ihnen noch etwas sagen."

Er schien zu tauben Ohren zu sprechen. Plötzlich beschleunigte er seine Schritte, über­holte die Schweigende und vertrat ihr den Weg.

Was unterstehen Sie sich?" rief das Mädchen.

Fräulein Gertrud, ich will offen zugeben, daß ich nicht immer so gedacht habe, wie jetzt. Das kann ja aber einerlei sein. Sie sind stolz und da8 mag ich leiden. Die Schneidemühle wird mir gehören. Ans die hab' ich ein An­recht, und wenn ich dem Alten kräftig zusetze, muß er sie mir schon gleich geben. Es liegt ihm ohnedem nichts mehr daranDer Schneide- wüller" zu heißen. Aber ein schön Stück Geld wirst die Mühle doch ab. Also, daß ich'S kurz mache; Wollen Sie meine'Frau werden? Der Alte wird sich schon sträuben dagegen, aber den krieg' ich schon unter. Wenn Sie nur wollen"

Nein, ich will nicht," antwortete sie kurz.

Nicht?"

Nein!"

.Das war doch ein ehrlicher Antraa."

ung des vorjährigen Etats waren die Verb. Regierungen genötigt, behufs Balanzierung des Etats eine Zuschußanleihe von 34,9 Mill, in Aus­sicht zu nehmen. Damals war es noch möglich, diesen Ausweg zu vermeiden, heute nicht mehr; damals betrug der Fehlbetrag 58 9 Mill., heute 1184Mill. Mark. Die wirtschaftliche Stockung, deren die Denkschrift zum Etat des laufenden Jahres Erwähnung tut, als seit länger denn Jahresfrist auf allen Staaten mit hoch­entwickelter Industrie bestand und glücklicherweise Handel und Verkehr in Mit­leidenschaft ziehend, ist noch nicht überwunden und übte mit je längerer Dauer desto un­günstigeren Einfluß auf die Reichsfinanzen aus. In fast noch schlimmerm Maße als im Reiche macht die Ungunst der wirtschaftlichen Verhält- niffe sich in ihrer Wirkung auf die Finanzen der Einzelstaaten bemerkbar.. Zur Abhilfe ergiebt sich die Notwendigkeit einer Zuschuß­anleihe des Reichs, da die Ueberweifungen an die Einzelstaaten nun schon seit drei Jahren hinter den Matrikularbeiträgen zurückbleiben. Diese Differenz beläuft sich gegenwärtig auf 95 Millionen Mark und das ist demnach der Betrag der aufzunehmenden Zuschußanleihe.

Ein Werk der sozialdemokratischen Hetzer.

In der Weberstadt Meerane im Königreich Sachsen, so schreibt dieRh. W. Ztg.". spielt zur Zeit ein tief erschütterndes sozialpolitisches Drama, das lange nickt genug gewürdigt ist. Im Oktober vorigen Jahres wurden die Weber, Männer und Frauen, die zum größten Teil sozialdemokratisch organisiert waren, von Agitatoren in den Streik gehetzt; es wurde ihnen vorgeredet, daß ihre Lohnforderungen durchaus gerecktfertiot wären und daß der sozialdemokratische Textilarbeiterverband seine Hand über die Streikenden halte und mit seinen mächtigen Mitteln sie unterstützen werde. Etwa 2000 Menschen, die volkswirtschaftlich so unend­lich schwach waren und fast nichts ihr Eigen nannten, traten in den Streik. 12 Wochen nun bereits währt der Streik und er hat die furchtbarste Not über die armselige Bevölkerung heraufbesckworen. Alles, was nur irgendwie entbehrlich war, ist verkauft, Bilder des Jammers und des Elends spielen sich in Meerane ab, die zu beschreiben unmöglich ist. Die Bevölkerung darbt und hungert und ist dem Untergang nahe gerückt.

Gewiß hat der Textilarbeiterverband die Streikenden unterstützt, in den 12 Wochen mögen vielleicht 180000200 000 Mk. Streik­gelder verteilt worden sein; sicherlich hat mancher Familienvater nicht wehr als 89 Mk. erhalten; aber jetzt ist der Textilarbeiterverband mit seinen Mitteln zu Ende und ratlos schaut er fick um;

Ja, doch ich muß ihn ablehnen. Sie werden eine Frau finden, die besser für Sie paßt."

Die besser für mich paßt? Ich bin Ihnen wohl zu dumm und ordinär?"

Es tut mir leid, wenn Sie sich meine Antwort auf diese Weise auSlegen."

Darf ich denn nicht wissen, warum Sie mich abweisen?"

Ich fühle mich nicht verpflichtet, eS Ihnen zu sagen."

Vielleicht weiß ich's dessen ungeachtet. WaS man mir erzählt hat, mag doch nicht so ganz unrichtig gewesen sein."

Schweigen Sie!"

Andere sagen ja auch, waS Sie denken.

Herr Victor hat Ihnen allerlei dorgeredet und in den Kopf gesetzt. Nur schade, daß er seit vier Wochen der Bräutigam meiner Schwester ist."

Sie lügen!" stieß Gertrud hervor.

Ich lüge nicht. Fragen Sie ihn doch selbst. ES soll's ja fteilich keiner wissen, aber mir kann'S gleichgültig sein, wenn man eS jetzt schon erfährt. Ich hege durchaus keine schlechte Meinung von Ihnen, doch Ihre Klugheit und Ihr Ehrgeiz haben sich verrechnet. Frau von Meinau können Sie nicht werden, aber Frau Oertel die reiche FrÄu Derlei, denn mein Alter mußJa und Amen" sagen, ob er nun will oder nicht. Und er tut's auch, um des lieben Friedens willen. Also darf ich hoffen, daß -"

Nein! Und ich verbiete Ihnen, mir jemals wieder nahe zu kommen!"

Sie eilte fort.

Adieu, Jungfer HochhinauS, aber auf Wiedersehen!" schrie Martin zornig hinter ihr Ker. .Wir sprechen uns schon nock einmal!"

die Gewerkschaftskommissionen haben gegeben, was sie geben konnten; die Berliner sammelten bis jetzt 11047 Mk. ; aber der Streik ist noch nicht zu Ende. Wieder gaukeln die Agitatoren den schon halbverhungerten Männern und Frauen vor, daß sie gewonnenes Spiel haben, wenn sie bis zum Februar, wo die Saison beginne, «S- halten können. DaS sind noch lange vier Wochen, die Gefahr, daß die Weber-Be­völkerung vollständig ausgesogen, wirtschaftlich total ruiniert, viel­leicht auch von Krankheiten (Hunger­typhus) aufgerieben wird, schreckt die Agitatoren nichtab, den Streik immer weiter in die Länge zu ziehen; denn Anfang Februar werden dieVerhält» nisse nichts anders sein wie jetzt.

Die Fabrikanten können die Forderungen der Streikenden nicht erfüllen; gewiß sind die Löhne zurzeit nicht glänzend, aber sie sind doch immer noch dreifach so hoch als die wöchent­lich gezahlten Streikgelder. Eine ganz eigenartige Beobachtung kann man auch bei diesem Streik machen; die Frauen find die allereifrigsten Verfechter für die Aufrechterhalt­ung des Streiks; wenn die Männer schwankend wurden, dann erklärten die Arbeiterinnen, daß fie bis zum Weißbluten aushalten würden. In den zwölf Wochen sollen sich etwa von 2000 Streikenden nur 30 Arbeitswillige ge­funden haben; die andern hielt der Terroris­mus und der Fanatismus von der Arbeitsstelle fern; greifen nicht baldigst die staatlichen Faktoren ein, werden nicht von neuem ver­söhnende Schritte unternommen, so wird eines der erschütterndsten sozialpolitischen Dramen sich vollziehen, eine fleißige, nüch­terne Bevölkerung wird sich verbluten, dieser Untergang wird eine der furchtbarsten Anklagen gegen die sozialdemokratische Hetze sein, welche dieses Massenelend geschaffen, dieses Verderben hervor­gerufen haben. (Während des Druckes dieser Zeilen ist die Nachricht eingetroffen, daß der Streik durch Vergleich beendet ist. D. Red.)

Das Vorgehen gegen Venezuela.

Kaiser Wilhelm hat angeordnet, daß die Mannschaften sämtlicher deutschen Seestreitkräfte in Venezuela, einschließlich der Schulschiffe Kriegsgebührnisse erhalten. Die Bekannt­machung der Blockade am 20. Dezember v. I. gilt dabei als Beginn der Mobilmachung. Da« wird eine Freude bei unfern Blaujacken geben, die wir den Wackeren von Herzen gönnen. Die Blockade der venezolaniscken Häsen ist in^ zwischen noch' verschärft worden, offenbar dem Zweck, daß dem Herrn Castro und seinen Freunden ihr Einlenken nicht wieder leid werde Nach Reformationen derTägl. Rundsch." besteht

Was ist's?" fuhr er die Schwester an, die plötzlich, aus einem dichten Laub gang tretende vor ihm stand.

Ich will nach Hause fahren. Victor kommt mit. Muß man Dich erst überall wie ein'* Stecknadel suchen?"

Soll ich vielleicht immer als Diener hinter Dir stehen und auf Deine Befehle warten? Wirst nichts versäumt haben."

Murrend folgte er ihr.

Meinau bestieg ein Pferd und begleitete die Geschwister bis zur Villa. Katharinas Aufforderung, noch ein Stündchen mit dem Papq zu verplaudern, lehnte er unter dem Vorwand ab, unaufschiebbare Briefe schreiben zu müssen. Er wollte die Heimkehr soviel als möglich be­schleunigen, denn Gettrud hatte ihm, von de» andern unbemertt, zugeflüstert:Ich muß Siq heute noch sprechen und werde im Kiosk sein."

Da8 war es ja, was er ersehnte und schon so ost vergebens erbat. Dieses Zeichen deS Entgegenkommens erfüllte ihn mit unbe schreib, licher, ober freudiger Unruhe. Er legte sich die hastig und erregt hervorgestoßenen Worte in der für ihn günstigsten Weise aus. Da- Mädchen besaß eine Feuerseele, die leuchtete ja unverkennbar aus den dunklen, heißen Augep und jetzt begann daS Eis der Zurückhaltung z« schmelzen.

Victor antwortete nur zerstreut auf Katha­rinas Fragen und wußte die ärgerlich Schmollende immer mit einem Scherz, mit einer zärtlichen Schmeichelei wieder zu versöhnen. Nur daß Martin mit einem so häßlichen, hämische» Gefichtsausdruck in der Ecke lehnte, beunruhigt, ihn einigermaßen.

(Fortsetzung folgt)