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aber zumeist harmlos einfach durch ihre natür« liche wienerische Art erklärte. Nun hat aber die Kronprinzessin Luise selber den Schleier von Verhältnissen weggezogen, die andere Leute schließlich nichts angehen, sie hat die gebührende Rücksicht gegen ihren Gatten und gegen ihre Kinder schonungslos und ohne Erbarmen zerrissen. Sie hat, um ihrer Neigung für einen kaum erwachsenen Jüngling fröhnen zu können, fich losgesagt von ihrem greisen Vater in Salzburg, der im Süden Heilung sucht, von ihrer bejahrten Stiefmutter, die sie neben so vielen Geschwistern in verhältnismäßig bescheidenen Verhältnissen großgezogen hat, sie hat von neuem schweren Kummer heraufbeschworen über den greisen Herrscher Oesterreichs, dem vielgeprüften, und die gleichfalls in diesem Jahre wieder doppelt heimgesuchte sächsische Königsfamilie. Das sächsische Volk aber, da» für seine zukünftige Königin nur eine Stimme des rückhaltlosesten Lobes und der Bewunderung hatte, empfindet den Schlag, als ob e8 selbst ein schweres Leid, eine grausame Enttäuschung getroffen hätte. — An die Vermählung der Kronprinzessin mit ihrem Geliebten ist nicht zu denken. Das Berliner katholische Blatt „Germania", das sehr genaue Fühlung mit Rom hat, betont ausdrücklich, daß in diesem Falle an eine Ehescheidung zum Zweck der Wiedervermählung für die Prinzessin nicht zu denken sei. Niemals sei eine päpstliche Einwilligung hierfür zu haben. — Daß die Familien schließlich eine finanzielle Unterstützung gewähren, ist wohl anzunehmen, doch würde natürlich eine entsprechend zurückgezogene, unauffällige Lebensweise für die Prinzessin zur Bedingung gemacht werden. — Die fürstlichen Gäste des Hotels Angleterre verbrachten die Weihnachtsfeiertage sehr zurückgezogen. Die Kronprinzessin, ihr Bruder und der Sprachlehrer Giro» machten zwar miteinander klein« Wagenfahrten oder Spaziergänge, um Weihnachtseinkäufe zu besorgen, wobei sie heiter plauderten; die Kronprinzessin sah indessen etwas abgespannt und ermüdet ans. Der Christabend wurde mit prunkendem Christbaum gefeiert. Am Sonnabend sind der Erzherzog und feine Geliebte, Fräulein Adamovicz, nach Montrvx abgereist. — Leopold BKelfling und Frau, wie sich der Bruder der Kronprinzessin von Sachsen mit seiner Geliebten ins Hotel- Fremdenbuch einschrieb, sind einander würdig. Die letztere ist von brüchiger Moral seit jungen Jahren. Aus der Vergangenheit Beider erzählen wiener Blätter eine ganze Anzahl von Vorgängen, die ein sehr übles Licht über den Erzherzog sowohl wie auch seine Geliebte verbreiten. Die greise Königin-Witwe Carola von Sachsen ist von den jüngsten skandalösen Vorkommnissen sehr angegriffen worden. Ihr Befinden läßt viel zu wünschen übrig. — Dem Könige geht es trotz aller Aufregung wieder etwas besser.
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die Mauern von Jericho stehen immer noch. „Alle sollen fich rühren, auch die Frauen! Wir wollen schreien, Fanfarenklä..ge sollen ertönen!" so hat Herr von Gerlach weiter gerufen; die Fanfaren find erklungen und Memand hat fich gerührt, auch die Frauen nicht. Er hat auch gefordert, daß man unter allen Umständen zur Obstruktion greifen, daß man die Abstimmung über den Tarif so lange hinausziehen müsse, daß die Regierung sich schließlich genötigt sehen werde, die bestehenden Verträge zu erneuern. Man ist diesem weisen Rate gefolgt und hat es erreicht, daß Herr Singer hinausflog und Herr Antrick seine Lunge ramponierte, aber der Tarif ist Gesetz geworden. Man hat auf der gleichen Versammlung die Wirtschaftspolitik Englands gepriesen, und den Buren die Niederlage gewünscht, weil wir sonst wirtschaftliche Nachteile erleiden würden. , Die Buren sind besiegt und Herr Chamberla'n geht nach Südafrika, um gegen unfern Handel Zollmauern zu errichten. Einst haben sie in alle Welt hmausgejubelt, sie würden die Erben. der Sozialdemokratie sein. Aber die Sozialdemokratie lebt noch und denkt vorläufig gar nicht daran, zu sterben. Es geht den Herren um Naumann, wie den Bewerbern um die Brandt'sche Millionenerbschaft: Sie hoffen auf Millionen und erhalten gar nichts. Und so quälen sie sich jahraus, jahrein, und noch immer sitzt Herr Naumann nicht im Reichstag, und noch immer predigt Herr von Gerlach in der Wüste. Nur Herr Göhre wird vielleicht feinen Einzug halten in Wallots Ban. Denn Herr Göhre hat die Trieots längst abgelegt und präsentiert sich dem Auge in stolzer Nacktheit. Neben Herrn Singer, oder gleich hinter ihm ist ein Platz frei; von hier aus wird der hochehrwürdige Herr, das Evangelium verkünden, daß nicht eher Frieden auf Erden herrschen wird, als bis der letzte Junker an den Gedärmen des letzten Pfaffen in Laternenhöhe aufgehängt wurde. Ja, es ist eine feine Mischung, die fich nationalsozial nennt: der Hals ist Esaus Hals und die Stimme ist Jacobs Stimme. Vom Vater Singer haben sie die Statur, des Lebens ernstes Führen, von Mutter Barth die Frohnatur, die Lust zu fabulieren. Von dem Einen haben sie die glühende Begeisterung - für das Nationale, von dem Andern das warme Herz für das Soziale, von Beiden die brünstige Liebe zur Börse.
Umjchau.
D i e Tragödie im sächsischen Königshause. Ein interessantes Stimmungsbild aus Dresden finden wir noch in der „Köln. Ztg." und geben es von dort im Auszüge wieder: „Gewiß schwirrten auch vordem schon lange mancherlei Gerüchte auf über irgendwelche Beziehungen der schönen, leb-nsdurstigen Frau, die man sich
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Naumann anders werden? Wird Herr v. Gerlach sich den Umschlingungen Singers entziehen? Sicherlich nicht. Ist doch Herr Naumann im Herzen längst ein Prediger der Ideen Lassalles, und wie Herr von Gerlach aus dem Prophnen Stöckers und des schroffsten Antisemitismus in raschem Tempo zum Apostel des Handelsvertragsvereins und der Fraktion Geldsack geworden ist, das bildet längst den Stoff einer politischen Sittenkomödie. Beide Männer bewerben sich jetzt um Mandate. Sie organisieren zugleich eine aktive Betätigung der National- sozialen an dem Wahlkampf in einer ganzen Reihe von Kreisen. Und sie werden zweifellos auch einen Erfolg haben. Hier und da werden sie ein paar tausend Stimmen erhalten, überall aber werden sie das Feld für die Herren Singer und Bebel bereiten und die anmutige Rolle des betrogenen Teufels spielen: „Und als es wieder zur Teilung kam, die Araber nahmen den Aehrenschnitt; der Teufel die leeren Stovpeln bekam und heizte der Hölle Ofen damit."
Die ganze Entwickelung der nationalsozialen Partei drängt sie auf den Weg, der zu den Herren Barth und Bebel führt. Sie sind in der Tat heute eine Art von Bastard aus dieser wilden Ehe, die während des Kampfes um den Zolltarif so wunderlich in die Erscheinung trat. Sie sind national, indem sie dem Auslande in der vom Grafen. Bülow mit so erfreulicher Schärfe gekennzeichneten Weise die Wunden an dem Körper der Mutter Germania weisen, und sie sind sozial, indem sie sich bestreben, einem der wichtigsten Berufsstände, der Landwirtschaft, die Kehle zuzuschnüren. Sie nennen freilich das Bauernvolk, genau wie Herr Singer, nur noch „das Junkertum", aber das ist schließlich unter Kameraden ganz egal. Wenn heute, wie vor zwei Jahren, ein Mann wie der Leipziger Scheffer es wagen würde, die Gefahr nicht bei den Großgrundbesitzern, sondern bei den Getreidehändlern zu suchen und die Forderung zu stellen, daß der Import zu beschränken und Deutschland in den Stand zu setzen sei, sich selbst zu erhalten, so würde er zweifellos nach dem bekannten Liebknechtschen Rezepte behandelt werden und aus dem heiligen Tempel der Nationalsozialen hinausfliegen. Tenn die Getreide- Händler sind jedem waschechten Anhänger der Naumann und Gerlach ebenso sacrosanct, wie den Herren Barth und Gothein, oder den trauten Genossen Singers, Bebels und Stadthagens. Hat doch Herr von Gerlach vor einem Jahre den größten Beifall gefunden, als er den Seinen verkündete, „mit Posaunenschall die Mauern des neuen Jericho, des Zolltarifs", stürzen zu wollen. Hat man doch in einer geharnischten Resolution versichert, die Annahme des Tarifs werde gleichbedeutend fein mit einer Aera wirtschaftlichen Rückganges, sozialen Stillstandes und reaktionärer Gesamtpolitik. Nun, Herr von Gerlach hat in die Posaune geblasen und
Lage der Dinge kein klares Bild zu machen. Es kommt nicht darauf an, die Gläubiger teilweise zu befriedigen, sondern Schönfeld muß vollständig entlastet werden."
„Wenn wir Zeit gewinnen — *
„Pah! Damit ist in diesem Falle gar nichts gewonnen. Die Verpflichtungen wachsen aufs neue an. Die Zinsen betragen endlich selbst ein Vermögen. Man ist in allen Unternehmungen gehindert, weil die Interessen stetem e Gefährdung ihres Vorteils befürchten und trotz des mühsamen Hinhaltens bricht die' Katastrophe früher oder später doch herein. Offen gesagt — als praktischer Mann kann ich mich unter diesen Umständen nicht dazu entschließen, die gewünschte Summe vorzustrecken."
Valeska erblaßte. So hatte sie sich umsonst gedemütigt vor diesem widerlichen Menschen, umsonst sich so tief erniedrigt, ihn um Hülfe zu bitten. — Sekundenlang saß sie regungslos da, dann trieb ihr der verletzte Stolz das Blut in die Wangen. Sie stand auf und erwiderte herb: „Ich bedauere mein Ersuchen. Reden wir nicht weiter darüber."
Trotz dieser Verabschiedung blieb Oertel fitzen und drehte verlegen lächelnd 'seinen Hut in den mit Glacehandschuhen bekleideten Händen. „Deshalb ist ja noch nicht alles aus und verloren. Ich hab's immer ehrlich mit der Guts- Herrschaft gemeint. Ja, das wußte der Verewigte zu schätzen und was Herrn Victor anbelangt, über den laß ich gar nichts kommen. Der ist mir förmlich ans Herz gewachsen und wenn Einem auf der Welt daran fliegt, fei» Erbe zu erhalten, so bin ich es." (Forts, f)
schäft, und er mußte von der Welt gehen, ehe es ihm vergönnt war, Ordnung zu schaffen. — So stehe ich, die Witwe, die unerfahrene Frau, nun ratlos da und fühle mich in ein Netz von Sorgen verstrickt."
„Ja, ja. Ihr Herr Gemahl — Gott hab' ihn selig! — hat arge Verluste erlitten und mir das nicht verschwiegen."
„Er vertraute Ihrer Diskretion.
„Ich bin immer ein Freund der Meinaus gewesen," bemerkte Oertel, der seine Verlegenheit überwunden hatte, mit familiärem Ton und da ihm nicht entging, daß ein Blitz des Hochmuts aus ihren Augen zuckte, fügte er mit hämischer Unterwürfigkeit hinzu: „Das heißt, ich hatte das Glück, dem verewigten Herrn manchen kleinen Dienst zu leisten."
Sie nickte und abermals trat eine schwüle Pause ein.
„Und wenn ich nun — so schwer es mir füllt — auch Ihre Dienste in Anspruch nehmen müßte —"
„So könnten Sie auf mich rechnen, Gnädigste."
„Es würde fich freilich um leihweise Ueber- lassung einer ziemlich hohen Summe aus mindestens drei Jahre handeln."
„Wie hoch tarieren Sie das gewünschte Darlehen?"
„Auf — doch mir ist es peinlich, über Geldangelegenheiten zu sprechen. Hier habe ich mir ungefähr überschlagen —"
Sie reichte' ihm ein kleines, elegantes Notizbuch.
Er blätterte darinnen und gab eS lächelnd zurück. „Sie scheinen fich von der wahren
Die Naumänner.
Unter dieser Ueberschrift veröffentlichten die „Leipz. Neuesten Nachrichten" einen Artikel, den wir hiermit unseren Lesern unterbreiten, ohne unS indessen mit ihm in allen Punkten einverstanden erklären zu können. Er ist besonders deshalb bemerkenswert, weil er uns mit den Anschauungen eines führenden nationalliberalen Blattes über die nationalsoziale Bewegung bekannt macht. Die ,S. N. N." schreiben:
„Wenn wir Nationalsozialen im Reichstag vertreten wären, so hätten wir bisher Schulter an Schulter mit der Freisinnigen Vereinigung und der Sozialdemokratie gekämpft, genau so, wie wir jetzt Schulter an Schulter mit diesen Parteien im Lande gegen die Brutalitäten der Zollmehrheit protestieren." So versichert in feinem Organ Herr Naumann. In Wirklichkeit besitzt die Richtung, die der streitbare Pfarrer vertritt, bereits einen Repräsentanten im deutschen Parlament: Herr Röficke aus Dessau dürfte ungefähr dem Ideal entsprechen, wie es in jenen unklaren Köpfen lebt, die sich aus Versehen als national und aus Schwärmerei als sozial bezeichnen. Und Herr Röficke hat genau so gehandelt wie Herr Naumann gehandelt hätte, wenn er mit einem Mandat versehen wäre: Er hat lange an der Pforte gestanden, er ist aus der Einsamkeit des „Wilden" in den geselligen Verband hinübergetreten, in dem Herr Barth und Herr Pachnicke sich traulich umschlingen und Herr Gothein die Redekunst zum wirksamsten Narkotikum umgestaltet hat. Herr Röficke ist ein Fraktionsgenosse Brömels geworden; er wird gleich ihm fortan an kalten Füßen leiden und gegen das Börsengesetz stimmen, Obstruktion machen und sich vergewaltigt fühlen, wenn namentliche Abstimmungen nur noch fünf Minuten und nicht eine halbe Stunde dauern, oder wenn man unter der Firma Geschäftsordnungsdebatte nicht mehr von Allem reden darf, was da kreucht and fleucht.
Ob Herr Röficke auf seinen Pfaden noch direkt neben Herrn Singer anlangen wird, kann erst die Zukunft entscheiden. Daß eine solch- Entwickelung nicht ausgeschlossen ist, beweist bas Beispiel des Herrn Göhre, der ja längst die typische Laufbahn zum Dillenbesitzer und Genossen zurückgelegt hat. Er hat einst in Chemnitz den Anzug eines Fabrikarbeiters als Maskenanzug getragen und er gehört heute zu den Ecksteinen des Zukunftsstaates. Der Eozialreformer wurde Sozialist und der Vorkämpfer des nationalen Gedankens wurde zum begeisterten Herold der Internationale. Auch Herr Heine hat einen ähnlichen Weg zurück- gelegt. Er sang einst mit glühender Hingabe: „Heil Dir im Siegerkranz" und „Deutschland, Deutschland über alles"; jetzt zählt er, um der nationalen Arbeit den Schutz zu rauben, im Reichstag die Sanitären. Wird es mit Herrn
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Während Frau v. Meinau vor den Spiegel trat, um die Spuren ihrer reichlich vergossenen Tränen zu verwischen, nahm der Schneidemüller Platz und blickte mit spöttischem Lächeln um sich.
Die Eleganz, das hocharistokratische Aussehen dieses Gemaches, die alten Familienbilder in den wappengeschmückten Rahmen, imponierten ihm gar nicht. Keiner wußte besser als er, wie eS in Wahrheit um die pekuniären Verhältnisse dieses Adelsgeschlechtes stand. Alles war morsch und dem Zusammenbruche nahe. Alles mußte haltlos niederbrewen, wenn nicht bald eine stützende Hand tatkräftig eingriff.
„Mühsam aufgeputzt und vergoldet. Sand in die Augen der Tölpel gestreut," murmelte er vor sich hin. „Aber wer klar sieht, taxiert die Sache auf ihren richtigen Wett und der ist gleich Null. Noch ein halbes Jahr — und dann der große Krach."
Die schwarz gekleidete Gestalt der Gutsherrin erschien auf der Schwelle und der geldstolze Schneidemüller wurde momentan wieder zum gehorsamen Diener, verbeugte sich linkisch und stammelte ein paar verlegene Worte.
„Ich habe sehr bedauert, Sie nicht früher schon empfangen zu können, Herr Oertel," begann sie, „Gott weiß mit welcher Ueberwindung, aber der Schmerz hat mich so tief erschüttert."
„Begreiflich, Ew. Gnaden, sehr begreiflich." Die kaum angebahnte Unterhaltung geriet in gefährliches Stocken.
„Der plötzliche Tod meine« Manne« traf mich wie ein zerschmetternder Schlag. Es ist gegenwärtig schlecht bestellt um die Landwirt-
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bereit beste Bett» 1,40.
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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham
Sonntagsbeilage: JUuftrirtes Sonntagsblatt
VrmenkorvS Wetter
(Nachdruck verboten.)
Schliß Schönfeld.
Roman von B. Coronh.
(Fortsetzung.)
Mit dem Verstorbenen und mit dem Schicksal hadernd, schloß sich die Herrin von Schönfeld Stunden lang in ihre Gemächer ein. Vergeben« meldete der Diener, daß serviert sei. Die Speisen mußten unberührt wieder abgetragen werden.
Obschon selbst leidend, begehrte Fräulein o. Sterneck endlich entschieden Einlaß und fragte, als ihr nach langem Klopfen geöffnet wurde, besorgt:
„Bist Du krank, oder find schlimme Nachrichten eingetroffen?"
„Beides. — Gott, welch schweres Dasein hat mir Walter bereitet!"
„Immer diese Klagen, diese pietätlosen Vorwürfe!"
„Bleibe mir doch fern, wenn Du sie nicht hören willst. Ich verlange ja keine Teilnahme, kein Mitempfinden von Dir."
„Herr Oertel ist vorgefahren und bittet um die Ehre, seinen Besuch machen zu dürfen."
Damit überreichte der Bediente eine Karte.
Ein seltsames Zucken flog über Valeskas Züge.
„Du hast den Mann schon so oft abgewiesen, daß es geradezu unhöflich sein würde, sich wieder entschuldigen zu lassen," sagte Melanie. „Ich will ihn an Deiner Stelle empfangen."
„Sehr gütig, aber bemühe Dich nicht. Fritz, führen Sie den Herrn in den Salon."
„Nimmst Du selbst feinen Besuch an?"
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