Ein neues Schiffsungeheuer.
Mit der Indienststellung des amerikanischen tlnterseetorvedos „Protektor/ die unter Teilnahme zahlreicher Marinesachverständiger europäischer Staaten in Bridgeport (Connecticut) erfolgt ist, dürste die Unterseebootfrage in ein neues Stadium getreten sein. Don dem bisher als die beste Leistung auf dem Gebiete der submarinen Erfindungen angesehenen Hollandboot unterscheidet fich das neue, nach seinem Erfinder Lake ^benannte Typ, in wesentlichen Punkten. Der „Protektor" besitzt ein Deplacement von 115 gegen 105 Tonnen und eine Maschinenleistung von 250 gegen 160 H. P. des Holland-Typ. Trotzdem ist die Unterwasser- Schnelligkeit beider Fahrzeuge die gleiche, nämlich 7 Knoten in einer Stunde, während allerdings die Fahrleistung des Holland-Bootes, die 8 vis 9 Knoten in einer Stunde betrögt, in freier Fahrt um 2 Knoten hinter der des Lake- Typ zurückbleibt. Auch in betreff der Manövrir- ur.b Aktionsfähigkeit zeigt die neue amerikanische Konstruktion wesentliche Fortschritte, da die Torpedo-Ausrüstung wesentlich vervollkommnet ist und größere Tonnage die Mitnahme und Verfügbarkeit einer fast um das Doppelte gesteigerten Feurungsmerge, die in Gasolin besteht, gestattet. Schließlich unterscheidet sich der Lake-Typ in einem Punkte von allen übrigen bisher konstruierten Unterseebooten, nämlich durch die Fähigkeit, bei dem Uebergang von der Ober- zur Unterwasserfahrt, die übrigens wie beim Holland-Typ in einer Maximaltiefe von 50 Mtr. erfolgen kann, die horizontale Kiellage beizubehalten. Die Möglichkeit, daß daS in gewöhnlicher Fahrt befindliche Boot zur submarinen Fahrt übergehen kann, ohne die horizontale Lage zu ändern, ist durch je drei seitlich angebrachte Steuerapparate gegeben, durch die die gleichmäßige vertikale Bewegung des Bootes reguliert wird. Dagegen erfolgt, wenn das Boot als Wachtschff stationiert ist, der Uebergang zur Unterwasserfahrt in der Weise, daß zwei Gewichte von je 500 kg bis auf Grund herabgelassen und mittels der an diesen befestigten, auf Rollen laufenden Drahtseile, die auf maschinellem Wege in Betrieb gesetzt werden können, das Boot in die erforderliche Tiefe gebracht wird. Dieses letztere Verfahren ist natürlich nur bei verhältniß- mäßig geringen Meerestiefen anwendbar, in» dessen die Verwendung der Unterseeboote im Küstenwachdienst und als AufklärungSsahrzeuge beschränkt sich im großen und ganzen auf Wassergebiete, die eine Anwendung der geschilderten Senkungtzmethode gestatten. Um daS Fahrzeug auch für den Transport auf dem Meeresboden zu befähigen, ist es mit zwei 91 cm im Durchmesser haltenden Rollen versehen. Schließlich verdient noch eine Einrichtung er-
Mittag-Ausgabe
Erträge
aus btt Wechselst empelsteuer.
Während die Wechselstempelsteuer noch fi» Jahre 1901 einen Ueberschuß über den Etatsansatz von */» Million Mark erbrachte, wird man im laufenden Jahre froh sein könne», wenn von ihr dieser Ansatz erreicht werde» wird. Sie hat in den ersten acht Monate» deS EtatsjahreS 1902 noch nicht 8 Million«»
wähnt zu werden, die der Besatzung ein sicheres Arbeiten vom Boote aus und dem an Bord befindlichen Taucher ein ungehindertes Verlassen des Unterseebootes ermöglichen soll. Im Vorder- raum des Fahrzeuges ist ein Raum von 2,50 m Länge abgeteilt, der durch wafferdicht schließende Türen sowohl mit dem übrigen Schiffsraum wie nach außen hin in Verbindung steht. Durch Zufuhr komprimierter Luft wird ermöglicht, daß der in diesem Raum befindliche Mann die äußere Tür öffnen kann, ohne daß das Wasser Zutritt erlangt, da der Wasserdruck durch den im Innern der Abteilung herrschenden Luftdruck paralysiert wird. Auf diese Weise kann der Taucher jederzeit das Fahrzeug ver- laffen, um unterseeische Kabel zu zerstören, Minen zu legen oder unbrauchbar zu machen, und in vielen Fällen wird es auch möglich sein, diese Arbeit vom Boot aus vorzunehmen. Wenn, wie amerikanische Blätter berichten, die Versuche als gelungen zu betrachten find und das lebhafte Interesse der maritimen Sachverständigen erweckt haben, wird dem neuen Unter^eetyp eine hervorragende Bedeutung, be sonders im Küsten- und Hafenverteidigungs- wesen beigemessen werden müssen.
Urrffchau.
„Auszeichnungen sonst und jetzt" überschreiben die „Münch. N. N." einen Artikel ans Anlaß der Nachricht, daß Graf Bülow zum Lohne für die Durchbringung der Zolltarifvorlage im Reichstage in den Fürstenstand erhoben werden sollte, in dem ausgeführt wird: Der Vergleich der Auszeichnungen des jetzigen Reichskanzlers mit denen des Fürsten Bismarck liegt zu »iahe, um übersehen zu werden. Bismarck wie Bülow übersprangen 2 Rangstufen im Heere, beide wurden zu Grasen ernannt und dem Fürstenhut wird auch Graf Bülow schwerlich auf die Dauer entgehen. Aber Bismarck war 1862 Ministerpräside»t geworden, nach dreijähriger Amtstätigkeit hatte er die hesfische Frage erledigt, die Grundlagen für ein dauernd gutes Verhältnis mit Rußland gelegt, Dänemark aus den Herzogtümern Schleswig- Holstein mit Oesterreichs Hilfe hinausgeworfen und sich große Verdienste in der Zollvereinsfrage erworven. In Anerkennung aller dieser Leistungen sowie seiner tapferen Verteidigung preußischer Monarchenrechte wurde er, jedoch erst am 15. September 1865 zum Grasen ernannt. Nicht nach dem siegreichen Kriege von 1866, nicht nach Abschluß der Bündnisverträge mit den Süddeutschen, sondern nach der Gründung des Deutschen Reichs, und zwar am Tage der Eröffnung des ersten deutschen Reichstags, am 21. März 1871 erhielt er vom ersten deutschen Kaiser den Fürstenhut und niemand kann sagen, daß er nicht wohl verdient war. Herr von Bülow wurde im Oktober 1897 Staatssekretär des Auswärtigen, in dieser Stellung erhielt er für den Vertrag mit Spanien über die Karolinen den Grafentitel im Jahre
1899 und am 17. Oktober 1900 wurde er zum Reichskanzler ernannt. Die Frage, waS b« Anlegung gleichen Maßstabes Bismarck schließlich hätte werden müssen, liegt nahe.
Die Wirkung des Congregations- gesetzes in Frankreich.
In Frankreich find plötzlich über 85 000 Kinder ans den öffentlichen und privaten Sch ulen verschwunden, eine Folge des VereinS- gesetzes. Empfangen fie darum auch keinen Unterricht oder warten ihre Eltern bessere Zeiten ab, wie alle die Jesuiten und sonstigen Klosterbrüder, die heute im Gehrock statt in der Sutane Frankreich bevölkern und genau den Beschäftigungen nachgehen, die fie vorher getrieben hatten? Die französische, die Pariser Bevölkerung, die fich sonst über jedes mysteriöse Verschwinden einer einzelnen Witwe, über daS Schicksal eines Liebespaares auftegt, sagt gar nichts zu diesem Mottenverschwinden, sondern scheint dies ganz in der Ordnung zu finden. Dir Zeitungen scheinen auch alles andere für wichtiger zu halten, als diese Erscheinung, die doch megr Opfer gefordert hat, als der AuS- bruch des Mont Pelöe.
Führer und Geführte.
Während die antisemitischen ReichStagS- abgeordneteu geschlossen gegen das Zolltarifgesetz gestimmt haben, stellt sich das führende antisemitische Blatt, die „Staatsbürger-Zeitung" des Herrn Liebermann von Sonnenberg entschieden auf die Seite der Mehrheit, indem fie schreibt: .
„Verstehen wir das Verhalten der Sozial- demokrateu und Freifinnigen vollkommen, so ist uns das Verhalten der Gegner des Zolltarifs von recbtS her geradezu unverständlich. Die Herren Agrarier und diejenigen, die ihnen in dieser Frage Heeresfolge leisteten, haben durch die Ablehnung des Zolltarifs nicht nur die Lebensinteressen der Landwirtschaft im gegenwärtigen Augenblick verkannt, sondern fie haben diese Interessen leichtfertig aufs Spiel gesetzt, fie haben die Interessen der Landwirtschaft zurückaedrängt hinter Nebenrücksichten, unter denen hier und da vielleicht die Mandatsrücksichten die erste Stelle einnahmen. DaS aber verdient den schärfsten Tadel. WaS wäre ge- scheben, wenn die agrarischen Stimmen in diesem Falle den Ausschlag gegeben und den Zolltarif zum Scheitern gebracht hätten ? Die Agrarier hätten den Reichskanzler genötigt, die Caprivi'schen Verträge, die nach dem einstimmigen Urteil aller die Landwirtschaft aufs empfindlichste schädigen, von Jahr zu Jahr stillst weigend zu verlängern, eS wäre ein Zustand der Versumpfung eingetreten, unter dem eS der Regierung überhaupt nickt mehr möglich gewesen wäre, die gegenwärtige Getreidezölle auch nur um 50 Pfq. zu erhöhen, geschweige denn um 1.50 Mk., und dem gesamten Wirtschaftsleben der Nation wären schwere Wunden geschlagen, es wäre ein Arbeiterelend und ein Bauernelend
über Deutschland gekommen, wie wir es bisher noch nicht gekannt haben. Wir bedauern dahe^ daß auch die Abgeordneten der Deutsch-soziale» Resormpartei in der Gesamtabstimmung gegeri den Zolltarif gestimmt haben. , Nun wu die Agrarier allerdings, daß ihre Stirn nicht das Zünglein an der Wage bildeten, daß fie fich ohne besondere Gefahr den leisten konnten, gemeinsam mit der Sozi demokratie gegen den Zolltarif zu stimmen, dieses Votum zum dauernden AgitationSmi , im Lande zu benutzen. Ein solches Verfahret muß man aber als ein in hohem Maße illoyales und die Interessen der Nation gefährdendes be* zeichnen. Wenn auch das ablehnende Votum der Agrarier für daS Schicksal deS Zolltarif nicht entscheidend war, so haben fie fich doch insofern an der Landwirtschaft versündigt, als sie der Reichsregierung nicht jene Rückenstärkung gaben, die in einem einstimmigen Votum bei nationalen Parteien gelegen hätte."
Bemerkt zu werden verdient auch, daß be( antisemitische Reichstagsabgeordnete Werner^ der bis zum letzten Sonntag für den politische» Teil der „Staatsbürger-Zig." verantwortlich zeichnete, dies seit Montag Abend nidjt mehr tut1
Die Abschaffung der gewerbliche» GefängniS-Arbeit macht in Preußen erfreuliche Fortschritte. besonders von konservativer Seite unablässig erhobenen Vorstellungen wegen der unerträg* lichen Konkurrenz, Sie seitens einzelner Unter» nehmet mit den billigen Arbeitskräften out Strafanstalten dem legitimen Gewerbe bereites worden ist, haben gute Früchte getragen. Di» laufenden Verträge mit den betreffenden Unter» nehmern mußten fteilich bis zum Ablauf auf» recht erhalten bleiben; aber fie find gründ» fätzlich nicht erneuert worden, so daß schon ei» erheblicher Nachlaß der üblen Konkurrenz ein* getreten ist und der gänzliche Fortfall derselbe» im nächsten Jahre erwartet werden kann. Daß die Gefangenen beschäftigt werden müssen ist selbstverständlich; aber eS geht nicht an, ihr» Arbeitskraft private» Unternehmern zur Verfügung zu stellen. In erster Linie sollen fortan die Gefangenen für den Staatsbedarf, besonder» für da» Heer, für die Poftverwaltung und für die Eisenbahn arbeiten. Dann solle» sie aber auch in größerem Umfange als bisher für landwirtschaftliche und andere Außen - Arbeiten herangezogen werden. Man wird dies« Regierungs-Anordnungen allenthalben mit groß« Befriedigung begrüßen.
mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchham
Sonntagsbeilage: Jllustriries Sonntagsblatt. ............
. , . . „ .. . „ , Erscheint täqlich außer an Sonn- und Feiertagen.
Viertels: hrlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk.. fl’ ttVUttl Sonnabends in Morgen- und Wend-Ausgabe,
bei allen Postämtern 2L5 Mk. (ercl. Bestellgeld). * ö siU(, g0c6, Umversiläls-Buchdruckerei
9!»sertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Psg. Sonnabend, 20. Dezember 1902« Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
Reclamen: die Zeile 25 Psg. —______■
(Nachdruck verboten.)
Allerlei vom Schenken.
Eine Plauderei für die Weihnachtszeit.
Bon Martha Rhoden.
Schenken, schenken, schenken! Ueberall um= schwirrt uns jetzt daS Wort. WaS soll ich schenken, und wa« wird man mir schenken? DaS find die beiden großen Fragen, welche in diesen Tagen alle Welt bedrücken. WaS wird «an mir wohl schenken? Diese Frage aufzu- foetfen ist müßig. Viel mehr erfreut ein Geschenk da» uns überrascht. Die schönsten Geschenke find die, welche uns vordem nicht einmal rm Traume eingefallen find.
WaS werde ich schenken? DaS ist keine unwichtige und nicht leicht zu beantwortende Frage. Der Grad der Verwandtschaft und Bekanntschaft, in welchem wir zu dem zu Beschenkenden stehen, seine Lebensverhältnisse und Ansprüche find bei der Beantwortung dieser Frage in Erwägung zu ziehen und ausschlaggebend für dieselbe.
In England, wo vor allen Dingen immer praktische Gesichtspunkte in Erwägung gezogen werden, hat man z. B. vor einiger Zeck eine neue Art Hochzeitsgeschenk eingeführt. Die Onkels, Vettern und anbei e würdige Verwandte der Brautleute vereinigen fich daselbst zu einer Hochzeitsgabe; fie spenden keinen unnützen Tand, der viel Geld verschlingt, sondern wohl wissend, daß in jungen Haushaltungen der Wirtszins stets eine große Rolle spielt, fetzt
man fich mit der Brautmutter in Verbindung; diese wählt eine paffende Wohnung, für welche dann die Verwandtschaft, je nachdem fie opferwillig ist, auf zwei, fünf ober zehn Jahre den Mietzins im voraus erlegt. Wohlgemut zieht dann das junge Paar ins Nest, in welchem es zu seiner Freude statt der bisher üblichen zwölf biS fünfzehn Eßbestecke, Kaffee-Service und Rauchtischchen die allerniedlichsten Zinsquittungen des Hausherrn vorfindet.
Diese Schenkmethode hat nun freilich ihre zwei Seiten und von einer derselben ist fie entschieden zu tadeln. Derartige gar zu praktische Geschenke muffen, wenn fie sich allgemein einbürgern, unbedingt von einer schlechten erziehlichen Wirkung auf den Volkscharakter sein. Denn das, was man verpflichtet ist, fich zu erwerben durch eigene Kratt zu verdienen, soll man fich nicht schenken lassen.
Dies sei im allgemeinen auch bei den Weihnachtsgeschenken die Richtschnur. Wir sollen in der Regel Luxusgegenstände schenken, das heißt, Dinge, die der Beschenkte nicht gerade notwendig braucht, die er sich nicht selbst kaufen würde, die aber doch geeignet find, ihm das Leben angenehm zu gestalten.
Die Grenze allerdings zwischen dem, was LuxuS- gegenstand ist und notwendiger Bedarfsartikel, ist nicht immer leicht zu ziehen. Man braucht z. B. gerade kein Hungerkünstler zu sein und kann doch manche feine Delikatesse als Loxusgegen- stand betrachten, obwohl doch im allgemeinen
Eßwaren ganz notwendige Gegenstände find. Die Lebensbedingungen desjenigen, der beschenkt werden soll, find dabei eben ausschlaggebend. ,
Ja, für denjenigen, der fich selbst nicht die notwendigsten Gegenstände zu kaufen imstande ist, werden diese zu Luxusgegenständen, die ihn erfreuen, wenn er fie geschenkt erhält.
Na» giebt eS allerdings Umstände, die eS zuweilen notwendig machen, daß wir beim Einkauf der Geschenke auf praktische Dinge zunächst Wert legen, daS ist bei denjenigen Geschenken der Fall, welche wir den Dienstboten oder sonstigen Angestellten geben, bei denen ja das Geschenk einen Teil deS Lohnes repräsentiert. Hier bürgert es sich auch mehr und mehr ein, das Geschenk in barem Gelbe zu geben. Ebensowenig indessen w.e dies empfehlenswert ist, denn die Auszahlung deS Geschenkes in barem Selbe gewährt einen wenig anmutende» Eindruck — und schon Goethe befiehlt: „Leget Anmut in daS Geben!" — ebensowenig aber auch ist die Sitte zu loben, die sich andererseits vielfach eingebürgert hat, den Dienstboten luxuriöse Geschenke zu spenden, was oftmals geschieht, weil Luxußsachen von den Dienstboten in der Regel höher taxiert werden als praktische Dinge, die jedem viel eher dem Werte nach bekannt sind. So schenkt man denn Loxussachen, damit die Geschenke für den Empfänger ein größeres Aussehen haben. Daß dies nicht sonderlich lobenswert ist und der Nachahmung würdig erscheint, liegt doch
klar auf der Hand. Und doch sollen wir auch den Dienstboten neben nützlichen, praktische» Bedarfsartikeln einige Kleinigkeiten schenken^ die für ihre einfachen Bedürfnisse nicht getobt zu den notwendigen gehören und auch in ihr bescheidenes Dosein den Lichtblick des Luxus bringen lassen.
Eine ganz besondere Beachtung möchten wir den Geschenken für die Jugend widmen. Wi« leicht find Kinder durch Geschenke zu erfreuen 1 DaS richtige Kind, wenn es noch nicht von bei modernen Zeit zu sehr angekränkelt ist, freut fich über jede Kleinigkeit, und über Kleinigkeiten ebenso sehr, wie über wertvolle Geschenke. Es kennt glücklicherweise den Unterschied zwischen den wertvollen und minderwertigen Dingen noch nicht, und es ist daher ein Unfinn, wenn wir Kindern kostbare Geschenke machen, anstatt ihnen einfache, billige Sachen zu kaufen, womit freilich nicht gesagt werden soll, baß es Schundgegenstänbe sein möchten. Nein, das alte Wort: „DaS Beste ist für Kinder gerade gut genug!" ist ein Wahrwort, da» auch heut» noch Geltung haben muß. Wir meinen nur, baß fich dieses Beste aus die Qualität beziehe» soll. ES ist ein Unfinn, dem Kinde aufgeputzt» Puppen mit kostbaren Kleibern zu schenken. Eine gute Puppe, die haltbar ist, erfreut bas Kind ebenso, wenn die Kleidet auch einfach find.
(Schluß folgt.)