mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: JllustrirLes SonntagsbLatt.
M 317
Viertelt.hrlicher Bezugspreis: bei der Expedition 3 ML, bei allen Postämtern 2,25 ML (excl. Bestellgeld).
-^«sertionSgebühr: die gehaltene Zeile oder deren Raum 10 Ptz.
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Marburg
Sonntag, 14. Dezember 1902.
Erscheint täglich außer au Sonn- und Feiertage». Sonnabends in Morgen« und Abend-Ausgab«.
Druck mtb Settag: Joh. Äug. Koch, Universität-• Buchdruckers Marburg, Mark 21. — Telephon 55.
37. Jahrgl
Zweites Blatt.
UmjchM.
Vor an schlags-Ueber schreit ungen im Reichshaushalt.
Eine unangenehme Weihnachts-Ueberrafchung wird uns eben zu teil. Es wird nicht nur der «-UL Reichshaushalt einen Fehlbetrag von vielen Millionen aufweisen, eS sind für das Jahr 1901 auch Voranfchlags-Ueberfchreitungen in Höhe hon 671/» Mill. Mk. zu verzeichnen. Aus der dem Reichstag zugegangenen Ueberficht entnehmen wir im einzelnen: Die Steigerung der Kohlen- und Petroleumpreise hat in allen Ministerien wesentliche Ueberfchreitungen veranlaßt; sie beziffern sich beispielsweise allein im preußischen Heer auf beinahe 900 000 Mk. Die Manöverkosten find im preußischen Heere um über 1 Mill. Mk. überschritten; als Grund wird die durch schlechter Wetter veranlaßte Verzögerung der Ernte, die eine Steigerung der Flurschäden im Gefolge hatte, angegeben. Die Reisekosten und Tagegelder in der preußischen Heeresverwaltung find um rund 1130 000 Mark höher gewesen, eine Folge der „fortgesetzt erweiterten Ausbildung der Armee". AuS Anlaß der Abänderung des MilitSrpensionsgesetzes wurde der für Penfionen für Soldaten vom Feldwebel abwärts ausgeworfene Betrag um fast 51/* Mill. Mk. überschritten. Wesentliche Ueberfchreitungen find auch aus Anlaß der Expedition nach China nötig geworden, nämlich 3% Mill. Mk., ferner l1/» Mill, zu Einrichtungen für Tsingtau (Kiautschou). Die eigentlichen VerwaltungS-AuSgabeüberschreitungen betragen 24 350 000 Mk. oder 1,2 vom Hundert deS Voranschlags. Zu dem Fehlbetrag aus dem Haushalt deS Jahre? 1901 haben die Bundesstaaten 48'/» Mill. Mk. beizutragen, andererseits find fie mit 32.7 Mill, an den Ueberschüffen des Jahres 1899 beteiligt.
KriegS-Entschädigung in Süd-Afrika.
Ein schottischer M'sfionSfreund, der durch die Berichte der Berliner, Hermannsburger und Rheinischen Mission auf die ihnen in Südafrika entstandenen Kriegsschäden aufmerksam geworden war, hat einen Herrn W. H. M^x vell. Mitglied des Parlaments, gebeten, das Aus wärtige Amt in London auf diese Verluste aufmerksam zu machen und um eine wohlwollende Erledigung der Entschädigungsansprüche zu bitten. Darauf ist von der amtlichen Stelle unter dem 22. Oktober 1902 folgende Antwort an das genannte Parlamentsmitglied ergangen: „Mit Bezugnahme aus Ihren Bri°f vom 23. vor. Monats, der auf die Verluste hinwies, bte deutsche und andere Missionare in Südafrika erlitten haben, teile ich Ihnen mit, daß ich vom Sekretär Mr. Chamberlain anoewi-sn wurde,
Die Expedition nach dem Tfaosee.
AuS dem jetzt vorliegenden ausführlichen Bericht des Obersten Pavel über seine Expe dition nach dem Tsadsee veröffentlicht daS „Deutsche Kolonialblatt" folgende weitere Mitteilungen über den Gang der Ereignisse:
Nachdem der Oberleutnant von Madai für alle Verhältniffe genaue Anweisung erhalten hatte, trat ich am 29. April meinen Abmarsch von Dikoa nach dem Tsadsee an, daselbst am 2. Mai eintreffend. Unterwegs wurde ich freundlich aufgenommen, fand aber leider überall die Spuren der Verwüstung durch Rabbeh und Fad el Allah. • So war daS schöne Ngala mit seinem prachtvollen zweistöckigen Sultanspalast total zerstört, die Einwohner auf ein Zehntel ihrer früheren Stärke zurückgegangen. In Sehram, von wo aus ich den jetzt in der Trockenzeit mit feinen Ufern etwa 10 Kilometer zurückgetretenen Tsadsee besuchte, traf am Abend des 2. Mai der Oberleutnant Dominik ein. Sr kehrte, nachdem er den Ausflug an den Tsadsee mitgemacht hatte, nach Dikoa zurück und schickte in meinem Auftrage den Oberleutnant von Madai nach Garua, um den Oberleutnant von Bülow abzulösen, der mit dem Befehl der 1. Kompagnie den Posten in Dikoa übernehmen sollte, während der Oberleutnant Dominik für Garua bestimmt blieb. Der Oberleutnant von Madai blieb, ehe er seine Stellung in Banyo antrat, so lange in ©arua, bis ihn der Oberleutnant Dominik ab löste.
Ihnen zu schreiben, daß, soweit ihm bekannt sei, Ausländer, welche die Pflichten der Neutralität genau beobachtet, oder welche den Truppen Sr. Majestät Hilfe geleistet haben, in Bezug aus die erlittenen Verluste in derselben Weise behandelt worden seien, als treue britische Untertanen. Ich habe dem noch hinzuzufügen, daß, wenn Fälle angeführt werden, die beweisen, daß die Ansprüche deutscher und anderer Missionare in Südafrika nicht genügend berücksichtigt wurden, dieselben näher untersucht werden sollen. Ergebenst (gez.) H. Bertram Cox." Robert W. Weir, der Präses der Kirche von Schottland, begleitet die Veröffentlichung dieses Schreibens mit der Bemerkung: „Dieser Bries wird mit Befriedigung gelesen werden. Ich denke nicht, daß wir mehr für unsere deutschen Freunde tun können, als daß wir sie behandeln wie unser eigenes Volk." Dazu schreibt das Hermannsburger Missionsblatt in seiner Nummer vom 1. Dez.: „Wir freuen unS der herzlichen Teilnahme und Fürsprache schottischer christlicher Freunde und danken ihnen von Herzen dafür. Aber wir müffen darauf Hinweisen, daß der englische Kolonialminister nicht zu bedenken scheint, daß die Missionare doch keine britischen Untertanen, sondern solche von Transvaal waren. Als solche konnten fie wohl Neutralität beweisen; aber nie konnten sie als solche die englischen Truppen unterstützen! Und was versteht der Minister unter „genauer Beobachtung der Neutralität"? Wenn die Buren ermüdet oder gar verwundet auf ihre Station kamen, sollten sie dieselben von der Tür weisen? Und wenn ihre Söhne, die als Tranßvaalbürger zum Kriegsdienst verpflichtet waren und mit den Buren im Felde standen, ab und zu bei ihren Eltern einkebrten, wie die Söhne des alten Missionars Kaiser in Hebron u. a., sollten fie ihre Kinder hinausstoßen ? Unsere Miisionare haben auch englische Soldaten aufgenommen, haben ihren Hunger und Durst gestillt, haben ihnen Gutes getan, haben auch Verwundete gepflegt und haben still und geduldig den oft sehr schmerzlichen Verlust ihrer Habe erlitten. Und uns ist kein Fall bekannt, in dem fie die Neutralität verletzt hätten. Denn was man diesem oder jenem Schuld gegeben, sind falsche Anklagen und Ber- leumdunoen. Es hat leider auch manchen Judas unter den Schwarzen geoeben; auf die hätte man nicht hören dürfen. Und es foll uns herzlich freuen, wenn derartige Fälle, tote z. B. der des Direktors Harms und des Missionars Fitschen einer nochmaligen gerechten Untersuchung unterzogen werden. Unsere Missionare sind stille Männer, die sich nicht in die Politik mischen; aber fie find auch ernste, treue Männer, die den Mantel nickt nach dem Winde hängen, bte ihre Untertanenpflickt nicht brechen und das Recht nicht beugen und die in allem fich nach Gottes Wort und nach ihrem Gewiffen richten wollen. Haben fie auS diesem Grunde nicht mit England gehen können, und vielleicht eng-
Am 5. Mai marschierte ich nun vom Tsadsee in östlicher Richtung nach Kufferie am Logon ab, unterwegs die Häuptlinge mit ihren Stämmen, größtenteils Araber, unter den Schutz der deutschen Regierung stellend. Auch aus dieser Strecke machten sich die Verwüstungen des Rabbeh rc. traurig bemerkbar. Sämtliche Häuptlinge zeigten große Befriedigung darüber, von weiteren Abgaben befreit zu fein.
Auf dem Marsche nach Kufferie wurde ich mehrfach durch Boten des Oberstleutnants Destenave begrüßt, mit der Aufforderung, ihn in Fort Lamy zu besuchen, auch hatte der Oberstleutnant Destenave die Liebenswürdigkeit, uns Deutschen einen Korb frisches Gemüse entgegen zu schicken, eine für uns längst entbehrte Speise. Am 9. Mai erreichte ich Kufferie und fand dakelbst folgende Lage. Kufferie, am linken Uier deS Logen gelegen, mit jetzt vielleicht noch 5000 Einwohnern, war früher bis zu Rabbeh's Verwüstung eine blühende Stadt. Von einer oroßen, 40 Fuß hohen Mauer umgeben, enthält sie viele kleinere Paläste, ebenfalls in arabischem Stil gebaut. Innerhalb der Mauer, an der Westseite, stand ein französisches Kasernement, das erst am Abend vor meiner Ankunft von den franzöfiscken Truppen, in Stärke einer Schwadron Spahis, verloffen worden war. Nach meinem Eintreffen schickte ich einen Brief an den Obecstleutnant Destenave nach Fort Lamy, 20 Minuten unterhalb an der Mündung deS Logon in den Schari gelegen, ihm meine Ankunft und die Absicht meines Besuchs bekannt gebend. Am Mittag
lischen Truppen Beistand gegen die Buren, etwa Auskünfte und bergt verweigert, so soll man fie bafür nicht bestrafen unb die Entschädigungen ihnen nicht verweigern, sondern soll bas achten unb ehren, umsomehr als — wir sagen baS noch einmal — fie ihnen Liebesdienste in ihren Nöten freundlich unb willig geleistet haben; unb wir hoffen barauf, baß biefe Erkenntnis unb Gesinnung fich mehr unb mehr in England Bahn brechen wirb. DaS oben mitgeteilte Schreiben ber schottischen Freunbe ist uns ein dankenswertes Anzeichen dafür."
Deutsches Reich
Berlin, 13 Dezember.
— Die „B. C." veröffentlicht die Grundsätze, welche zwischen den Regierungen derjenigen Bundesstaaten, wo Vorschriften über bedingten Strafaufschub bestehen, vereinbart find, um auf eine gleichmäßige Handhabung der Strafaussetzung mit dem Ziel späterer Begnadigung hinzuwirken. Die ,B. C" bezeichnet ferner bte Blättermeldung, daß die Waren- hausfieuer vom Oberverwaltungsgericht als mit der reichsrechtlichen Gewerüesreiheit unvereinbar für rechts» ungiltig erklärt sei, unter Citat des Absatzes deS Paragraphen 15 des Warenhaussteuergesetzes für unzutreffend.
— Der Polizeipräsident von Berlin, v. Wiudheim, soll (wie schon berichtet wurde> als Regierungspräsident nach Frankfurt a. O. versetzt werden. Als sein Nachfolger ist Landrat v. Borries in Herford in Aussicht genommen.
— Dem .Liegnitzer Anzeiger" zufolge wurden bei der Reichs« agsersotzwahl im Wahlkreise Liegnitz Goldberg.Hahnau bis gestern 4 Ubr Nachmittags gezählt für Pohl lfreis. Volksp > 7129, Bruhns (Sog.) 6^34, Röhricht (fünf) 5217 St mmen. Zwanzig Bezirke stehen noch aus.
— Der „Vosfischen Zeitung" wird die Londoner Meldung, daß die Verbündeten die Gefangennahme Castros plane?, als unrichtig bezeichnet. Es werde nicht beabsichtigt, einen Feldzug in das Innere des Landes zu führen, was gefcheden müß e, wenn man Castro festnehmen wollte. Eine solche Expedition wäre nicht blos mit großen Schwierigkeiten verbunden sondern müßte auch zu Blulvergiehen führen, und das will man vermeiden. Daher wird die Aktion auf die Küste beschränkt bleiben.
Ausland
Oesterreich-Ungarn. Am Schluß bet Generaldebatte über ii» JndemnitätSvorlage ergriff Ministerpräsident Szell daS Wort unb erfuckte, ben Beschlußantrag der Opposition abzulehnen, durch den die Regierung angewiesen wird, die Handelsverträge zu kündigen unb einen ungarischen autonomen Zolltarif schleunigst vorzulegen. Die Regierung werde Sorge tragen, daß aus dieser Bestimmung dem Lande kein Nachteil erwachse. Für am meisten dringend halte er die definitive Klärung deS VerhältniffeS mit Oesterreich in allen schwebenden Fragen. Diese Klärung werde auch eintreten.
Frankreich. Einige oppositionelle Morgen» blätter hatten gegen daS deutsch-englische Vorgehen in Venezuela protestiert, weil die An-
des 10. fuhr ich mit meinen Offizieren nach Fort Lamy, um meinen Besuch abzustatten. Dort angekommen, wurde ich von einem französischen Hauptmann mit militärischen Ehren empfangen unb in daS Fort geleitet. Hierselbst begrüßte mich der Oberstleutnant Destenave mit seinen Offizieren, einem Stabsoffizier, fünf Hauptleuten, einem Dolmetscher der arabischen Sprache im Osfizierrang unb einem Marine- Offizier , bem bie Führung deS bei Fort Lamh anfern ben HkckrabdampferS auf bem Schari unb bem Tsadsee untersteht. Nach stattgefundener Begrüßung zog ich mich mit Oberstleutnant Destenave in besten Wohnung zurück, um alle Angelegenheiten zu besprechen, währenb bie anbetn Herren gemeinschaftlich bas Fort besichtigten. Oberstleutnant Destenave besprach mit mir bie Lage unb erklärte mir, bie Besetzung von Deutsch-Bornu fei notwendig gewesen der Sicherheit des französischen Gebiets und ber französischen Truppen halber. Nachbem ber Oberstleutnant versichert hatte, ba jetzt Deotsch-Bornu von ber deutschen Regierung in Besitz genommen fei, würden bie Rechtsverhältnisse ber Grenzen genau beobachtet werden, schloß bie Unterteilung, bte in französischer Sprache geführt wurde. Wir folgten darauf einer Einladung des Oberstleutnants Deftenave zu Tisch unb wurden dabei in außerordentlich liebenswürdiger unb zuvorkommenber Weise aufgenommen. Gegen Abend kehrten wir nach Kufferie zurück, unb ich empfing am Mittag des nächsten Tages ben Gegenbesuch ber französischen Offiziere, bie meiner Auf
sprüche französischer Gläubiger durch bie Besetzung berZollämterin LaGuahra bebroht wurden. Diese Bedenken werben jeboch hinfällig nach einer au8 bem Ministerium beS Aeußern kommenden Information, welche bie Stellung Frankreichs wie folgt präzisiert: Auf Grund vorhetgegangener Abmachungen finb mehrere Seezölle zur Sicherstellung ber verschiedenen französischen Forderungen bestimmt worden. Wir hatten demnach nur nötig, uns zu vergewissern, baß unsere Prioritätsrechte geachtet würben. Rachbem bie beteiligten Mächte unserem Ministerium bes Aeußern biefe Gewißheit in kategorischer Form geliefert haben, können wir ber beutsch-englischen Flottendemonstration in ber alleinigen Hoffnung folgen, baß sie keine Komplikationen nach sich zieht.
— Eine Schar ausstänbiger Hafenarbeiter in Marseille hielt auf bem Jolietteplah eil en Kohlenwagen an unb versuchte ihn umzuwerfen. Als die Polizei eingriff, entstand ein Zusammenstoß, bei dem ein Polizeikommiffar einen Schlag ins Erficht erhielt. Gendarmen gingen nunmehr gegen bie Ausständigen vor unb räumten bett Platz. Etwa fünfzehn AuS- stänbige, bie sämtlich mit Messern bewaffnet waren, würben verhaftet, ebenso ber Sekretär des Syndikats ber Hafenarbeiter^ Manot.
Marburg und Umgegend
Marburg, 13. Dezember.
* Ministerlal Verfügung. Der Herr Minister ber geistlichen, Unterrichts- unb Medizinal» Angelegenheiten hat angeordnet, daß ber Wiederbeginn des Schulunterrichts in den Volksschulen nach ben Weihnachtsferien Montag ben 5. Januar stattfindet.
* Steuer-Erklärungen. Der Finanzminister hat bestimmt, daß die vorgeschriebenen Steuer- Erklärungen für das Steuerlast 1903, welches den Zeitraum vom 1. April 1903 bis zum 31. März 1904 umfaßt, in der Zeit vom Sonntag den 4. bis einschließlich Dienstag den 20. Januar 1903 abzuaeben find.
* vertrage für praktische Landwirte. Wie wir hören, soll wie seit einer Roche von Iahten auch rn diesem Winter, und zwar in bet Zeit vom 2.-7. Februar in Halle a. S. ein Vor- tragSkursuS für praktische Landwirte stattfinden, unter Mitwirkung der Herrn Dozenten bes landwirtschaftlichen Instituts der Universität Halle. An ben Kursen beteiligten sich regelmäßig mehrere Hunbert praktische ßanbtoirte. Die Vorträge finden in dem neuerbauten ®e» schästsgebäude ber Landwirtschastskammer für bie Provinz Sachsen statt. Wit weisen unsere Leser barauf hin, baß Anmeldungen zu bem Kursus jetzt schon an eie Landwirtschaftskammer gerichtet werden können unb daß biefe, sobald ber Lehrplan festgestellt ist, Näheres darüber bekannt geben wirb. -------- , , .......
forberung zu Tisch Folge leisteten. Bei ben gegenseitigen Begrüßungsreden brachte Oberstleutnant Destenave ein Hoch auf Seine Majestät ben Kaiser au6, nachdem meinerseits vorher ein solches auf den Präsidenten Landet unb bie französische Armee ausgebtacht war.
Für ben nächsten Tag hatte ich mir bie Häuptlinge ber angrenzenden Stämme nach Kufferie bestellt und erklärte ihnen bie jetzigen Rechtsverhältnisse, mit Unterstellung ihrerseits unter ben Sultan Sanba von Dikoa. Am 12. Mai marschierte ich nun von Kufferie ab, unb zwar über Karnak durch die Fili Obadscha, in der sich die Einwohner jetzt fleißig anbauen, nach Marrua, daselbst am 26. Mai eintreffenb. Zwei Tage nördlich Marrua, in Bogo, fand am 22. Mai eine Unternehmung gegen Zubern statt, eine weitere am 23. Mai von Marrua auS. Zubern selbst hatte in bem wilde« Manbarragebirge Zuflucht gesucht und brandschatzte von ba auS bie ganze Umgebung. Wen« eS auch nicht gelang, ihn selbst zu fangen, so ist ihm boch so viel Schaben zugefügt worben, baß seine völlige Unschädlichmachung nun von bem Posten Garua aus besorgt werden kann, welchen Auftrag ich diesem Posten erteilte. Am 29. Mai marschierte ich von Marrua ab, nachdem ich daselbst mit den östlich Marrua bis an den Schari heransitzenden Häuptlinge« die erforderlichen Verhandlungen gepflogen hatte. Am 6. Juni erreichte ich wiederum Garua.
(Schluß folgte