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Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.

Aiertelj^hrlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk., «Äetfflltr/t Erscheint tägüch acher an Son^und Feiertage». «v^,

bei allen Postämtern 2^5 Mk. (excl. Bchellgeld). Sonnabends ut Morgen- und Abend-Ausgabe. 37♦ JllhM.

Mittwoch. 10. $c$euiber 1902. "* '

Polnisches.

' Obwohl eS die großpolnische Presse nicht an Neuherungen fehlen läßt, die mit aller Gewiß­heit erkennen laßen, daß die großpolnische Agitation da» Endziel ihrer politischen Be­strebungen in der Wiederaufrichtung eines staatlich und wirtschaftlich selbständigen pol­nischen Reiches fieht, haben diejenigen, die als berufenen Vertreter der polnisch sprechenden KevölÄrMkg der Ostmarken dem Reichstag an­gehören. oft genug die feierliche Erklärung ab­gegeben, daß ihre Stellung und Taktik in politischen Fragen durchaus loyal sei. Daß solchen Kundgebungen gegenüber Mißtrauen und Zweifel nur allzu sehr berechtigt sind, weiß jeder, der das Verhalten der polnischen ReichS- taqSsraktion gegenüber den Maßnahmen der Staatsregierung aufmerksam beobachtet hat. Es kann aber auch an positiven Zeugnissen nachgewiesen werden, daß der hoffnungsvolle Gedanke, in naher Zukunft eine ähnliche politische Stellung einzunehmen wie in der Vergangenheit, bereits tief in den Bevölkerungsschichten pol­nischer Zunge Wurzel geschlagen hat und daß daher in diesen Volkskreisen, mögen sie nun deutscher, russischer oder österreichischer Staats­angehörigkeit sein, mit einer Stimmung ge­rechnet werden muß, die den Ideen und Ab­sichten der politischen Machthaber des Polen- tums durchaus günstig ist. Französische Blätter, die bekanntlich von alterS her und schon, weil es dem gemeinsamen Feinde, den Deutschen gilt, den Polen volle Sympathie entgegen­bringen, veröffentlichen eine Serie von politi­schen Polenbriesen aus Warschau, denen wir folgendes entnehmen:Unsere Stadt ist zweifellos in naher Zukunft berufen, ihren Platz unter den ersten Städten der Welt einzunehmen. Die tran»sibirische Bahn, die chinefisch-mandschurische Bahn eröffnen ihrer Aktivität unbegrenzte Ausfichten. Warschau wird die große Etappe zwischen Paris und Peking, vielleicht eines Tages der bedeutendste Handelsplatz der be-.den Hemisphären sein. Gegenwärtig vernachlässigt und fast immer überschwemmt, werden die Weichselniedeningen bei Warschau sich in stolze und gesunde Stadt­teile verwandeln. Welch unbehobener Reichtum verbirgt sich in unserem Boden! Wieviel große industrielle und kommerzielle Unternehmungen harren nur der Inangriffnahme! Wie gewaltige Arbeitsfelder eröffnen sich in unserer Stadt den Männern der Wissenschaft und der geschäftlichen Energie! An anderen Stellen wird Lodz das polnische Birmingham oder Liverpool genannt und mehrfach der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß eS gelingen werde, Warschau zum kommer­ziellen Mittelpunkt zwischen den Ländern deS weltlichen Europa und dem Orient auszuge­stalten. Man wird ohne Weiteres anneymen

61- «Nachdruck verboten.»

Verspielt.

Roman von F. Arnefeldt.

(Schluß.)

Hellmuth fuhr fort:Wir sind jung und gesund, und unser kleiner Wolf ist bei Dir so vorzüalich aufgehoben, daß er die Mutter nicht vermiffen wird/'

Dabei blieb es, denn Herr Hellmuth von Erbach hatte bei aller Liebe und Rücksicht auf oie Mutter doch etwas Festes und Bestimmtes, gegen das eS eine Auflehnung nicht gab.

Bester, als ermattet werden durste, ging die Reise von Statten. Seit Menschengedenken hatte man einen so milden November nicht ge­habt, und selbst hoch oben in Ostpreußen, wo sonst um diese Jahreszeit der Winter schon feine Herrschaft angetreten hat, war von Schnee und Eis nichts zu spüren. Die hohen Tannen­wälder, durch welche die Fahrt von der Bahn­station nach Seefeld ging, trugen ihre dunklen Häupter noch frei von der weißen Last, unge- festellt floß der Strom dahin, auf den Feldern war man noch beschäftigt, die letzten Früchte des Jahres einzuheimsen.

Seefeld war ein altes Schloß, besten Ent­stehung in die Zeit fallen mochte, wo die deutschen Ritter noch im Lande herrschten und blutige Kämpfe mit den Polen bestanden. Allerdings waren es nur die riesigen, wie für die Ewigkeit gefügten Grundmauern, die Türme und Zinnen, die sieben geblieben, alles andere war im Laufe der Jahre vielfach umgestaltet worden. Ter Bau hatte somit nichts Einheit­liches. und cs würde schwer gewesen sein, einen

dürfen, daßdievornehmste Absicht solcherVeröffent- lichungen die ist, für die Hergabe französischer Kapitalien an industrielle Unternehmer in den polnischsprechenden Bezirken Rußlands Stimmung zu machen; die in diesem Berichte zum Aus­druck kommende Auffastung von der zukünftigen Bedeutung des PolentumS auf politischem und wittschaftlichem Gebiete zeigt aber doch, daß die Saat der großpolnischen Propaganda nicht auf unfruchtbaren Boden gefallen ist.

Umschau.

Da« deutsch-englische Ultimatum an Venezuela.

Da8 Ultimatum Deutschlands und Englands an Venezuela ist, wie gestern Abend durch das Wolff'sche Bureau" gemeldet wurde,. nunmehr in Caracas überreicht worden, und die gemein­same Flottenaktion hat durch die Zusammen­ziehung der Geschwader der beiden Mächte vor La Guayra begonnen. Präsident Castros Ant­wort auf das Ultimatum ist zwar noch nicht bekannt, sie kann aber, wenn dadurch eine Be­schlagnahme der Zollämter und der venezolanischen Flotte noch verhütet werden soll, nur in der sofortigen Bezahlung der deutschen und der eng­lischen Ansprüche bestehen. Auf hinhaltende Versprechungen wird man sich in diesem Stadium der Aktion nicht mehr einlassen. So wird sich die venezolanische Regierung wohl mit papiernen Protesten begnügen, ohne dem Vorgehen der Beschlagnahme tatsächlichen Widerstand entgegen» zusetzen, von besten Zwecklosigkeit sie überzeugt fein muß. Inzwischen wird sich Präsident Castro aber wohl bemühen, die Mittel zur Befttedigung der deutschen und btttischen Forderungen aufzu treiben, um die SBeenbigung der Beschlagnahme der Zollämter sobald als möglich herbeizuführen. Es ist im Jntereffe des Ansehens Deutschlands im Auslande nur mit Freuden zu begrüßen, daß unsere Reichsregierung sich zu einem ent­schlossenen Vorgehen gegen den mittelamerikani­schen Raubstaat entschlossen hat.

Das deutsche Ultimatum lautet: Durch dieses Ultimatum wird Präsident Castro aufge­fordert, den Betrag von 1700 000 Bolivares sofort auszuzahlen. Dieser Betrag entspricht denjenigen Forderungen, die aus der ersten Revolutionsperiode stammen und von der deutschen Regierung als berechtigt anerkannt worden sind. Ein zweiter Punkt des Ultimatums bezieht sich auf diejenigen Beträge, die durch die neuesten Revolutionswirren entstanden find und für die die Anmeldungen bereits über drei Millionen BolivareS betragen. Für die Be­richtigung dieser Schuld wird Venezuela solche Bürgschaften zu stellen haben, die von uns als vollgültig anerkannt werden. Wenn wir aber nun einmal gerade in der gründlichen Auf­

bestimmten Stil daran nachzuweisen, um so interessanter wirkt- er aber in seiner Vielge­staltigkeit, der die Einrichtung entsprach.

Altdeutsche Möbel und Gerätschaften in einigen Zimmern traten in ihrer Gediegenheit und Massigkeit im größten Gegensatz zum zier­lichen Rococo hervor, das in einer Reihe von Gemächern die Herrschaft hatte, italienische Renaissance stellte sich neben schlichten Hausrat aus der Väter Zeit dar. Wohin das Auge blickte, fiel eS auf dunkle Wälder und dahinter aus das im Scheine der Mittagssonne blinkende Meer.

Alice war voll Staunen und Bewunderung; so großartig hatte sie sich daS Besitztum ihrer Cousine nicht gedacht, und lächelnd gestand sie ihr:

Dahinter muffen sich Wiesenberg und Feld­berg verstecken. Ich bewundere, daß Du so lange fern von Deinem herrlichen Besitztum leben konntest."

Ich habe eS ja nicht gekannt," entgegnete Leonie,und mir graute vor dem Alleinsein in dieser mächtigen Umgebung.Ach, und es war ein so großes Glück, mit Dir zusammen zuleben."

Du hast es nicht gehabt; es war eine schwere Zeit, die ich durchzumachen hatte, und Du hast mir getreulich beigestanden."

Leonie schaute zu Boden, ihre Stirn ver­düsterte sich, die Schatten der Vergangenheit zogen noch einmal an ihr vorüber; bald aber blickte ihr Auge wieder klar und hell, lächelnd sprach ihr Mund:

Mir haben beide in Wiesenberg unser Glück gefunden. Beide fitzen wir auf eigenem Grund und Boden und verstehen, ihm seine Schätze zu entlocken. Dein Hellmuth hatte schon immer

rechnung unserer Klagen gegen Venezuela be­griffen find, so ist es natürlich, daß auch andere Beschwerdepunkte hinzugezogen werden. Die in den Jahren 1888-94 gebaute große Venezuela-Eisenbahn besaß zuerst eine sieben- prozentige Zinsgewähr der venezolanischen Regierung, die dann durch einen Teil der An­leihe von 50 Millionen zu 5 °/0 verzinsbar ab­gelöst wurde. Die Verzinsung und Tilgung dieser Anleihe ist feit dem Jahre 1898 nur ganz unregelmäßig erfolgt, so daß heute die venezolanische Regierung aus diesem Kapital 71/» Millionen schuldet. Die 180 km lange Vene­zuela Eisenbahn ist mit 60 Mill. Mk. deutschen Kapital« gebaut und eS sind für diesen Bau für gegen 20 Millionen Mark Materialien aus Deutschland bezogen worden und das ganze Kapital befindet sich ausschließlich in deutschen Händen. Ferner besteht eine andere deutsche Unternehmung, der Echlachthos in Caracas, dem die venezolanische Regierung noch 820000 Bolivares widerrechtlich vorenthält. Auch diese Summe ist in das Ultimatum hineingezogen worden, und zwar verlangen wir, daß für die regelmäßige Zahlung dieser Schuldposten greif­bare Sicherheiten gegeben werden, die natur­gemäß in mehr bestehen müssen, als in noch so formellen Versprechungen der venezolanischen Regierung. Wie schon bekannt, hat Deutsch­land sich mit England, daS ebenfalls Forder­ungen an Venezuela stellt, dahin geeinigt, daß beide Mächte ihre Forderungen gemeinsam ein­treiben wollen. Dem entsprechend sind dem englischen diplomatischen Vertreter und dem Kom­mandanten der englischen Kriegsich ffe die gleichen Weisungen übersandt worden, wie dem deutschen. Sollte Venezuela den Forderungen des Ultimatums nicht nachkcmmen, so wird für den Augenblick die Diplomatie ihr letztes Wott gesprochen haben und die Kommandanten der Kriegsschiffe werden diejenigen Maßnahmen ergreifen, die zur Erzw nguna der Z chlung geeignet erscheinen. Es wird dabei daraus ankommen, Venezuela zu zeigen, daß eS uns mit unferm Vorgehen bitterer Ernst ist. In welcher Weise die Zwangsmaß- regeln im Falle einer Widersetzlichkeit Venezuelas sich gestalten werden, dürste von der Entwickelung der D'nge in Venezuela abhängen. Jedenfalls kann Castro versichert fein, daß et am besten tut, sich recht rasch zu unterwerfen, denn Deutsch land und England werden ihr Vorgehen nicht eher einstellen, olS bis sie tn jeder Beziehung befriedigt find. Die große Spekulation Castros ging dahin, daß die Vereinigten Staaten von Amerika ouf Grund der Monroelchre ihre schützende Hand über Venezuela halten würden. Diese Spekulation ist fehlgelchlagen, denn die Vereinigten Staaten wissen sehr gut, daß es sich für Deutschland und England nicht um eine Besitzergreifung eines amerikanischen Gebietes handelt, sondern lediglich um Mah­

den Ruf, ein tüchtiger Landwirt zu fein, und nun, Du wirst sehen," unterbrach sie sich.

Mit Leon.e war innerlich und äußerlich eine große Veränderung vorgegangen. Sie war nicht mehr das leichtherzige, stets nur zu Scherz und Neckerei aufgelegte Mädchen, sondern voll bewußter Verpflichtungen, die der große reiche Besitz ihr auferlegte, der Verantwortung, die sie für daS Wohlergehen der zahlreichen Gutsangehörigen hatte. DaS drückte sie ihrem Auftreten, in ihrer Sprache, und sogar in ihrer Kleidung auS; die flatternden Hellen Gewänder hatten dunklerer, festerer Kleidung Platz gemacht.

Unter der Leitung des Administrators und deffen Gattin hatte sie sich zu einer tüchtigen, umsichtigen Landwirtin herausgebildet, und leitete nach deren Abzug die Wittschaft mit festen, sicheren Händen, gestand aber Hellmuth, der ihr feine Anerkennung aussprach, sie sehne den Tag herbei, wo sie wenigstens das äußere Regiment abgeben könne an denjenigen, der dazu viel geschickter sei als sie.

Edgar Hattung traf am Vorabend der Hochzeit in Seefeld ein. Er hatte bisher aus em paar großen Gütern, wo man ihm die Gelegenheit dazu bereitwillig gegeben hatte, sich auf seinen Beruf als Oberleiter einer aus­gedehnten Herrschaft vorbereitet, und man gab ihm allgemein da- Lob, daS er dies mit dem besten Erfolg getan habe.

Weit größer war noch die Veränderung, die mit ihm vorgegangen war, als die, welche bei Leonie zu Tage trat. Alles Fahrige, Burschikose war yon ihm gewichen. Sein Aeußeres, wie fein Auftreten war das eines ernsten, besonnenen Mannes, in deffen Hände ein Mädchen ver­trauensvoll ihr Geschick legen kann.

regeln zum Schutze der in frivoler Weise ver­letzten Rechte ihrer Staatsangehörigen. Ja seiner Botschaft hat Präsident Roosevelt unter anderem den Satz ausgestellt, daß eS Pflicht der kleinen amettkanischen Staatswesen sei, ihren Verbindlichkeiten gegen das Ausland nach­zukommen. England vettangt Entschädigung für die nicht erfolgte Zahlung der Zinsen der englischen Bahnanleihe, sowie für Beschädigungen der Bahn, die bei den revolutionären Wirre» erfolgt find. Endlich haben die Venezolaner auch englische Handelsschiffe weggenommen und zerstött, für die sie nun auch aufzukommen haben.

Deutsches Reich

Berlin, 9 Dezember.

Dem Kaiser ist von der liberale« Arbeiter« Vereinigung Augsburgs anläßlich der in Esten unb Breslau gehaltenen Reden ein Dank- und Huldigungs« trlegramm übersandt worden.

Unser Kaiser hat dem österreichisch-ungattsche» Minister des Auswättigen, Grasen Goluchowski, an­läßlich der bereits vor mehreren Monaten erfolgten Erneuerung des Dreibundes, wie seht erst bekannt wird, sein Bildnis zum Geschenk gemacht.

Der Staatssekretär des Reichsjustizamt^ Dr. Nieberding hat sich in der Universitäts-Augenklinik zu München, wie dem .Franks. Kur." von dort be­richtet wird, wegen eines Augenleidens (grauer Staat) einer Operation unterzogen, die glücklich und erfolg­reich verlaufen ist. In der Oeffentlichkeit war von einem Augenleiden des Staatssekretärs von so ernste« Natur bisher nichts bekannt geworden.

Aus Einladung des Eisenbahnministers von Thielen haben sich sämtliche Direktoren der de« Minister unterstellten Eifenbahndirektionen nach Berlin begeben, wo am heutigen Dienstag über eine Reihe schwebender Fragen ein mündlicher Gedanken­austausch stattfindet.

Die Verhandlungen über die Errichtung einer katholisch theologischen Fakultät in Straßburg find am 5 d. M. zum Abschluß gelangt.

Für die heutige «Dienstag) Plenarsitzung bei Reichstag sind sämtliche Tribünen-Billets bereits feit Smnabend voriger Woche vergriffen oewefeu. Wenn es auch begreiflich ist, fo ist es doch gewiß nicht erfreu­lich, daß die Zabl derer nicht gering ift deren Jntereffe am deutschen Reichstage um so größer ist, je unangenehmer die Scenen sind, dir sich in dem­selben abspielen

An Stelle des aus der Geschäftskommissio» des Reichstags ausgeschiedenen Vizepräsidenten Büsing ist der >ibg. Hofmann-Dillenburg (nl) in die Kommission gewählt worden

Der Bericht über die Monstre-Sitzurg des Reichstags vom Donnerstag voriger Woche ist jetzt ausgegeben worden. Entsprechend der Dauer der Sitzung, die sich mit 2'/» stündiger Unterbrechung von 10 Uhr vormittags bis/,12 Uhr nachts hinzog, ist es der umfangreichste Sitzungsbericht, der bisher im Reichstage zut Ausgabe gelangte. Er füllt ein Buch von rund 70 Seiten größten Formats.

In den Kreisen der Mehrheitsparteien des Reichstags verlautet nach einer vom ,B. T." wieder- gegebenen 'Mitteilung, daß die Aenderung der Ge­schäftsordnung des Hauses nur für die Zolltarif- bebaten in Kraft bleiben, nach Erledigung der Vor­lage a er der bisherige Zustand wieder eintreten

-I

Anfänglich vermochte er sich Hellmuth und Alice gegenüber einer großen Verlegenheit nicht zu erwehren. Mächtig stürmte die Erinnerung auf ihn ein; er fühlte sich schwer bedrückt von dem Elauben, daß er der Sohn des ManneS fei, der Frau von Erbachs Vater und sie selbst so schmählich hintergangen und einen großen Teil ihres Vermögens vergeudet hatte.

ES währte jedoch nicht lange, so waren unter dem Einflüsse der liebenswürdigen Gatten diese Wolken hinweggezogen. Edgar suhlte sich an Leonies Seite als Gleicher unter Gleichen, und ging am nächsten Tage gehobenen HauptkS mit ihr zum Attar.

Als Zeugen und Gäste beim Hochzeitsmahle waren einige Familien aus der Nachbarschaft eingeladen, es konnten bei der Tafel daher nicht auf die hinter den beiden Paaren liegen­den Ereignisse zurückgegttffen werden, Edgar lteß eS sich aber nicht nehmen, beim letzten Abendessen vor ErbachS Abreise noch darüber zu sprechen, so sehr diese fick auch dagegen wehrten, unb Leonie gab ihm Recht.

Laßt ihn reden, eS ist besser so, wozu zwischen uns Vettuschen und Verschweigen?"

Aber Edgar hat gegen uns nichts auf dem Gewissen," entgegnete Hellmuth und Alice stimmte ihm eifrig zu, er aber sagte:

Doch, doch, ich bin der Sohn meine» Vaters, der viel gegen Sie gesündigt und"

Hartgebüßt hat!" fiel Alice ein. Em leiser Schauer durchrieselte sie; fie gedachte des Todeskampfes des Unglücklichen, dem fie bei­gewohnt hatte.

Sprechen Sie nicht etwa davon, daß die Schuld der Väter heimgesucht werde an den Kindern," sprach Hellmuth sehr ernst. .Dieser