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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jlluftrirtes Sonntagsblatt.

Marburg

37. Jahrg.

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Drittes Blatt

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1

Rotationsdruck.

Hochfeine, stilvolle

Einrichtungen.

HofmölxIfabriJk < ILenstechrelaerei von Ludwig Alt« in Darmstadt

Llerteljührlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk. bei allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).

Die Erledigung dieses Antrags wird noch einen heftigen, vielleicht den heißesten Kampf von allen kosten, die bisher ausgefochten wurden.

Erscheint täglich außer an Sonn, und Feiertag«. Sonnabends in Morgen« und Abend-AuSgabe. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniverMtS«Buchdruckers Marburg, Markt 21. Telephon 55.

Etablissement allerersten Banges.

. Grossh. Hessischer e. Kaiser!. Rassischer Hoflieferant. * Permanente Ausstellung von 120 Zimmer-Einrichtungen. \ Arf Wunsch kostenlose Unterbreitung meiner

Marburg und Umgegend

Marburg, 6. Dezember.

Hessen-Nassau und Nachbargebiete

Kastel, 6. Dez. Gestern Morgen gegen 7 Uhr wurde auf der Jhringshäufer Chauflee, unweit des Wachthauses für das Pulvermagazin, der 52 Jahre alte Arbeiter Carl I. von hier, hinter einem Baume erfroren aufgefunden. I. scheint vor Müdigkeit hingesunken und ein­geschlafen zu sein.

Hana«, 5. Dez. In dem Orte Neudorf bei Neustadt a. S. fiel das dreijährige Kind eines Bierbrauereibesitzers in ein mit kochendem Wasser gesüllteS Schiff. Trotzdem auf sein Schreien hin sofort Hilfe herbei kam, konnte es doch nicht mehr vom Tote gerettet werden.

Rotenburg, 5. Dez. Durch die Geistes­gegenwart eines Schaffners wurde gestern auf der Strecke KasselBebra ein schweres Unglück verhindert. Ein Kind lehnt sich im Fahren gegen die Wagentüre. Da diese nicht festge» schloffen mar, so schlug sie nach außen auf und das Kind stürzte hinterher. Zum Glück stand gerade ein Schaffner aut der Treppe, der daS Kind noch rechtzeitig auffing.

Siege«, 5. Dez. Schwer heimgesucht worden ist die in der Charlottenstraße wohnende Familie Judt. Vor kurzem erst wurde der im Berg­werk verunglückte Vater zu Grabe getragen und gestern nachmittag brachte man den etwa 23 Jahre alten Sohn Adolf schwer verletzt ins Krankenhaus. Er stand in der Röhrenfabrik von Steffe u. Co. in Arbeit und war aus dem Eisern-Siegener Bahnhof mit dem Verladen von Röhren beschäftigt, als er von einem Wagen stürzte und einen Schädelbrnch erlitt. Die Verletzung ist, lautSieg. Ztg.", so schwer, daß man das Schlimmste befürchtet.

* Hümme, 5. Dez. Erfroren aufgefunden wurde heute vormittag gegen 1/210 Uhr im Walde kurz hinter Beberbeck, auf dem Fußwege nach hier, die etwa 65 jährige unverehelichte Caroline Ritter von hier.

Vermischtes

Segr» die M«fikpest. In einem Aufsatz Einiges über den Lärm" im Dezemberheft von Nord und Süd" (Schlesische Verlagsanstalt von S. Schottländer in Breslau) sührt der Verfaffcr Theodor Lessing - München u. a. Folgendes aus:Der Verfügung der römischen Pandekten, nach welcher im alten Rom kein Kupferschmied in eine Straße ziehen durfte, in der ein Proseffor wohnte, wäre in unserer Kultur analoge Vereinbarung zu wünschen über Bedingungen, unter denen Musikinstrumente in Privathäusern gehalten werden dürfen; insbe­sondere aber wäre die Besteuerung deS Klavier- luxuS berechtigter, als jede andere direkte und indirekte Steuer, unter der moderne Völker zu darben haben. Man hat mit Recht genauere Spezifikationen zum groben UnfugSpararaphen gefordert. Dieser kautschukartig allgemeine Paragraph (360, 11 R.-St.-G.-B.) vertrüge eine ortspolizeiliche Ergänzung über den Lärm; eventuell könnte auch im Polizeistrafgesetzbuch eine strenge Strafvorschrift vorgesehen werden. In dieser mutz ersten« festgesetzt werden, daß zu bestimmten Stunden da« Muficieren in Privathäusern (also ohne Gewerbeschein und polizeiliche Dispensation) überhaupt verboten sei; zweitens, daß für die Dauer des liebens auf weithin tönenden Instrumenten die Fenster

^«sertionSgebühr: die gespaltene Zelle oder der« Raum 10 Pfg. Sonntag, 7. Dezember 1902.

Reclameu: bte Zeile 25 Pfg. ö u

Hochschulnachrichten

Der bekannte Professor Dietrich Schäfer in Heidelberg bat einen Ruf an die Universität Berlin ange­nommen. Derselbe wird nach Ablauf des Wmtev» Semesters nach Berlin übersiedeln.

Aus Heidelberg schreibt man: I« einer Resolution hat eine Versammlung, in welcher nut Ausnahme deS S. 6. alle satisfaktionsgebende» Korporationen der Studentenschaft vertreten waren, beschlossen, dem Beispiel anderer Hochschulen folgend, bei Ehrenhändeln mit Offizieren, den Säbel vor der Pistole zu wählen.

Die Universität Güttingen zählt nach dem so­eben erscheinenden Personalbestände in diesem Semester 1335 Studierende. Dazu kommen 85 Hörer und 48 Hörerinnen, so daß sich die Gesamtfrequenz auf 1468 beläuft.

* Som Winter. Vergangene Nacht wurden exponierten Stellen in Stadt und Um­gegend 15 bis 16 Grad Celsius Kälte festge­stellt, ein Tiefstand der Temperatur, wie er Anfang Dezember hier lange nicht beobachtet

der Privatwohnungen zu schließen seien, widrigenfalls Geldstrafen, Hast oder Konfiskation deS benutzten Instrumentes zu erwarten steh^ In manchen Privathäusern dürften fich heut» schon die Hauswirte entschließen, das Muficieren nach 9 Uhr abends und vor 8 Uhr morgens zu untersagen, wozu noch ein den englischen Verordnungen über Sonntagsruhe analoges Verbot für die Sonntagvormittage hinzukommen dürfte, deren kurze Erholungsfrist für Hundert tausende durch den Lärm der Klaviere, Bier» mufiken und Frühschoppenkonzerte illusonsch wird. Wie gröbere Organe durch patriarchalisch» Autorität vor üblen Gerüchen, vor gefälschte» und verschlechterten Nahrungsmittel oder man denke nur an die lex Heinze vor un­zuträglichem Augengenuffe beschützt werden solle», so sollte unser wichtigstes und zartestes Organ, das Ohr, endlich vor dem geistbetäubende« und nervenzerrüttenden Gelärm, vor nächtlichem Skandalieren, Hundegekläff, Wagengeraffel durch rationale gesetzlich Hygiene behütet sein.

Ei« PfisfikuS. Schuhmachermeister (zum Lehrling):Was, Du Schlingel, bist noch nicht fertig mit dem Stiefelputzen?" Lehrling: Eenen Momang, Meester, ick bin schon beim zweetenl" Schuhmachermeister:So, zeigs mal den ersten! Lehrling:Den putz' ich wenn ick mit 'm zweeten fertig bin!"

A« Schalter. An dem Schalter des Bahn­hofes Schifferstadt bei Speier spielte fich vor einiger Zeit folgende Scene ab: Bauer (zum Schalterbeamten):6 Billjet noch Neustadt." Beamter:Bloß hin?" Bauer (sperrt de» Mund auf, wischt mit der einen Hand verlege» auf der Schalterplatte.) Beamter (lauter): Bloß hin?" Bauer (sperrt den Mund weiter aus). Beamter:Himmeldonnerwetter"!Bloß hin?" Bauer:Ei wu sell ich daun hi» bloose?"

Verantwortlich für bte Redaktion:

Hrhr. v. Wa»»«»ho»m m Ltardmg,^

Vom Büchermarkt.

V Paul Hehse, Tantalus. Mutter und flink Illustriert von Ren« Reinicke und Fritz Reiß.

Friedrich Spielhagen, In zwölfter Stunde. Illustr. v. Carl Zopf.

Richard Voß, Der Adonis vom Molaratal und andere Novellen. Illustr. von Carl Zopf.

Jeder Band broch. Mk. 2.-, in Lederband Mk. 3.50. Verlag von Carl Krabbe in Stuttgart.

V Gegen den Strom. (Die Bergpredigt Bd. 2) Roman von A. von Blomberg. Brosch. 8., geb. 4.. (Verlag von E. Ungleich in Leipzig.). Ma« darf wohl ohne Uebertreibung behaupten, daß m de« christlichen Kreisen alljährlich mit einer gewissen Spannung dem neuesten Werke auS der Feder A. vo» Blombergs entgegengesehen wird. Wie die Ver­heißungen der Bergpredigt fich auch heute noch d« auftichtig Suchenden erfüllen, das tst das Mott« dieser Reihe von Romanen, von denen feder eine Seligpreisung zum Motto hat und jeder Band em abgeschlossenes Ganze bildet. Fürwahr eine herrliche Erzählung!

Parlamentarisches.

Der deutsche Reichstag hat Rub. Zunächst freilich nur auf drei Tage. Da am Montag des katholischen Feiertages wegen die Sitzung ausfallen muß, hat die Mehrheit beschloßen, auch den Sonn­abend fitzungsfrei zu lasten, da an diesem Tage ein beschlußfähiges Haus doch nicht zu vereinigen gewesen wäre. Die Sozialdemokraten, denen jede Verzögerung Set Beratungen sonst 'o wiLkrmmen ist, verlangten daher mit so lautem Lärm, am Sonnabend Sitzung tu halten, weil sie hofften, als dann die Herrn im bttuf* zu sein. Graf Ballestrem machte den Genosten > ' einen dicken Strich durch die Rechnung. Am en Dienstag wird nun der Antrag Grober- m betr. Abänderung der Geschäftsordnung dieser im ganzen von 221 Abgeordneten der 'rteien unterzeichnete Antrag lautet wört- lort zur Geschäftsordnung wird nur nach -n des Präsidenten erteilt. Eine von 'anene Bemerkung zur Geschäftsordnung oou süuj jJUnute» nicht übersteige«.

Umschau.

Die Kündigung der Handelsverträge.

Die Kündigung der Handelsverträge steht für den 1. Januar k. I. zu erwarten, wenn die vielfachen Nachrichten, die jetzt umlaufen, auf Wahrheit beruhen. Die einen sagen, daß die Regierungen des Auslands dem deutschen Reiche die bestehenden Handelsverträge kündigen würden, ja zum Teil bereits gekündigt hätten; andere behaupten dagegen, daß die deutsche Reichsregierung ihrerseits die Kündigung unter allen Umständen zum 1. Januar vorzunehmen entschloffcn sei und daß infolgedessen die Zoll­vorlage noch vor Weihnachten auch in dritter Lesung erledigt werden müßte, und wenn oie Sitzungen bis zu dem Tage vor dem WeihnachtS- heiligenabend fortgesetzt werden müßten. Nach einer anderen Quelle sind die Verhand­lungen über die Handelsverträge schon so weit fortgeschritten, daß die meisten alten Verträge noch imLaufe deSJahreS gekündigt werden könnten. Einer sei bereits gekündigt, soll heißen der mit Rußland, der mit Oesterreich Ungarn werde in aller Kürze gekündigt werden. Mit Rußland sollen auch bereits die Handelsvertragsverhand­lungen soweit vorgeschritten sein, daß es nur noch ihrer formelen Bestätigung bedürfte. In diesen Tagen der Erregung wird man nicht jede« Wort auf die Goldwage legen dürfen, ebenso fich aber vor der Leichtgläubigkeit hüten müffen. Es ist selbstverständlich, daß die Reichs­regierung Wert auf die Verabschiedung ihrer Zollvorlage noch vor Weihnachten legt, damit sie pünktlich und rechtzeitig die Kündigung der bestehenden Verträge vom 1. Januar erfolgen laflen kann, daß die Regierung aber entscheidende Schritte in dieser Angelegenheit schon getan haben sollte jetzt, da sie den neuen Zolltarif noch nicht in den Händen hat, mag vorläufig noch bezweifelt werden.

worden ist.

* St. Ricol««S. Den heutigen Tag, be­sonders den Abendstunden, sehen die Kinder mit Bangigkeit und freudigem Hoffen entgegen. Bringt doch da der NtcolauS denjenigen die brav und artig findAepfel und Nüffe und der anderen Schmisse." Deshalb beten fie auch schon lange:

Heilger NiklaS, ich bitt dich gar sehr, In unserem Hause auch einkehr, Schenk' Aepfel und Nüffe und Kleider und Schuh, Und noch viele süße Sachen dazu!

Drum will ich lernen wohl Und fromm sein, wie ich soll."

* LandwirtschasMammer. In der letzten VorstandSsitzung des Vereinsausschuffes der Landwirtschaftskammer berichtete der Viehzucht­inspektor über die Lokalschauen in Gersfeld, Marburg, Frankenberg und Bruchköbel bei Hanau. In Gersfeld sei sehr schönes Simmen- thaler Vieh zur Schau und zum Verkauf ge­stellt gewesen. In den letzten Jahren habe der Kreis Gersfeld große Fortschritte gemacht, jedoch im letzten Jahre schon beinahe zu viel des besten Viehes verkauft. In Marburg seien Vogelsberger und Simmenthaler zur Ausstellung gekommen; bei letzteren habe man eine nicht unwesentliche Gewichtsminderung gegen früher konstatiert. In Fral.kenberg sei hauptsächlich der Frankenberger (Waldecker) Schlag zur Geltung gekommen, die Bullen hätten nicht durchweg befriedigt. Die Scbau in Bruchköbel bei Hanau sei reichlicher beschickt gewesen, als er in Anbetracht des Vorwiegens der reinen Milchwirtschaften erwartet habe. Sehr gut sei die Pserdeausstellung gewesen. Ueber die Vieh" schauen in Wolfhagen und Rinteln berichtete der Generalsekretär Gerland. In Wolfhagen sei vor allem der Waldecker Schlag in guter Beschaffenheit vertreten gewesen. Ihm gegen­über sei das Niederungsvieh, das in dem nord­östlichen Teile des Kreises gezüchtet wurde, ganz zurückgetreten. In Rinteln habe nach dem Urteil der Preisrichter ein Rückgang der Rindviehzucht konstatiert werden müssen.

* Unbestellbare Postsendungen. Nach der Statistik der Reichs-Postverwaltung für das Jahr 1901 haben von den unbestellbaren Brief­sendungen 1327318stück(undzwar295721Briefe, 923533 Postkarten und 108064 Drucksachen) den Absendern nicht zurückgegeben werden können, und vernichtet werden müffen. Wie in früheren Jahren, nehmen auch dieses mal die Postkarten wieder den Löwenanteil für fich in Anspruch; auf 1 Million aufgelieferte Postkarten entfallen durchschnittlich 990 unanbringliche. Von den dem Feuertode befallenen Postkarten haben allein 692 650 (d. i. 75 %) lediglich deshalb nicht ange­bracht werden können, weil der Absender sich auf der Sendung gar nicht, oder bloß mit dem Vor­namen genannt hatte. Dem Publikum em­pfehlen wir daher im eigenen Interesse immer wieder, in den Briefen und auf den Postkarten stets den vollen Namen und die Wohnung des Absenders, sei es handschriftlich, sei es durch Abdruck eines Stempels, anzugeben, damit ihm, falls der Empfänger nicht ermittelt wird, die Sendung zurückgegeben werden kann.

* «»»«enhettftätte jn vberkanfnngen. Ueber die Heilbarkeit der Lungenschwindsucht besagt ein von Herrn Dr. Eurschmann, Chefarzt der Lungenheilstätte zu Oberkaufungen, ausgehendes belehrendes Rund­schreiben: .In einer kurzen Reihe von Jahren hat sich wie kaum über etwas anderes die Ansicht über die Heilbarkeit der Lungentuberkuse, der Lungenschwind­sucht, geändert. Schon, daß wir nicht wie früher die Kranken zur Heilung in ferne Länder schicken müffen, sondern in der Heimat zu heilen wissen, ist ein großer Fortschritt. Dazu kommt aber noch, daß wir zur Einleitung der Kur nicht wie bei andere« Krank­heiten an eine bestimmte Jahreszeit oder ein be­sonderes Wetter gebunden find, sondern in dasür ge­eigneten Anstalten können Lungenkranke daS ganze Jahr hindurch Heilung finden. Ja sogar in lieber- einftimmung mit unseren eigenen Erfahrungen wird aus fast allen Lungenheilanstalten berichtet, daß die Itr.r im Winter einen besseren Erfolg ver­spricht als im Sommer. Diese Tatsache entspricht allerdings auch vollständig unteren Erwartungen seit­dem wir wissen, daß wir z.-.r Heilung der Lungen- schwindfucht de» Körper nicht anzärtetn und erweich-

lichen dürfen, sondern daß die besten Erfolge im kalten Klima und durch Abhärtung erzielt werden. Die weitverbreitete Annahme, daß bte Kranken der Heilstätten im Winter leichter Erkältungen ^gesetzt wären als im Sommer, ist eine irrige. Selbstverständlich ist auch in Gegenden, wo Lungenheilanstalten er­rietet wurden, wo also zweifellos eine reine und gute Luft, das notwendigste Erfordernis zur Heilung der Lungentuberkulose, vorhanden ist, un Winter auch hier die Luft noch reiner und staubfreier, als int Sommer. Im klebrigen mag das Wetter sein tote es will, das hat auf die Kur gar keinen Einfluß; vor allen Dingen kommt es darauf an, daß bei der Lungenschwindsucht so früh wie irgend mög- lich eine flut eingeleitettoirb, unter keinen Umständen darf man sich auf den Sommer vertrösten oder auf besseres Wetter warten wollen, denn gar zu ost wird durch ein solches Zuwarten die zuvor noch gute Aussicht auf Heilung durch Weiterschreiten der Krankheit gänzlich zunichte gemacht Denn auch heutzutage vermögen wir die Lungenschwindsucht, bte häufigste und eine bet gefährlichsten aller Krank­heiten, nur im A n f a n g 8 st a d i u m zu heilen und deshalb ist eine Kur möglichst frühzeitig, nach Feststellung der Krankheit unbedingt sofort einzuleiten, sei es im Winter ober Sommer, sei es schlechtes ober gutes Wetter, während andererseits bte Krankheit zu Hause gerade im Winter bei dem oft nicht zu vermeidenden ausgedehnten Aufenthalt in geschloffenen Räumen nur um so raschere Fortschritte macht.'

Deutsches Reich

Berlin, 6 Dezember.

AuZ Stuttgart vom 1. d. M. wird berichtet Bet bedeutende Chirurg Obermedizinalrgt Dr. von öurckhardt feiert heute sein L5jähriges Jubiläum als Vorstand der chirurgischen Abteilung des Ludwig- Ipitals .Charlottenhilfe". Der Jubilar ist auch Vor- stand der chirurgischen Abteilung des Katharinenspitats. ' Aus Würzburg wird geschrieben: Nach der

Schlußziffer find an hiesiger Universität 1302 Studirende immatrikuliert, 108 mehr als im letzten Wintersemester. Sie Fakultäten zählen: Theologen 105, Juristen 407, tebijiner 426, Zahnärzte 33, Philosophen 1. Sektion 144, 2. Sektion 137, Pharmazeuten 49. Dazu kommen noch 26 Hörer und 58 Hörerinnen. Die Zahl der 'etzteren hat um 17 zugenommen.

DieBerliner Börsenzeitung' berichtet: Auf »er St. Petersburger Universität wurden am letzten Dienstag im .Kurs der Aerztinnen' hundertzwanzig junge Kandidatinnen promoviert, und damit öffneten sich wieder die Türen der ärztlichen Metiers für mssische Frauen nach mehr als fünfzehnjährigem Perbote.

Wie bet .Elsässer' aus sicherer Quelle erfährt, ist die Ernennung des Proseffors Dr. Säumtet in Bonn zum Professor der Philosophie an der Universität Straßburg als Nachfolger des nach Heidelberg be­rufenen Dr. Windelband beschlossene Sache.

Die in der berliner philosophischen Fakultät ter Universität durch den Tod des Proseffor Scheffer- voichorft erledigte Profeffnr für mittelalterliche Ge- schichte ist jetzt wieder beseht worden. Geh. Rat Prof. Dietrich Schäfer in Heidelberg, der im letzten Sommer einen Ruf nach Berlin abgelehnt hatte, hat fich nach neuerlichen Verhandlungen bereit erklärt, diesen Ruf »nzunehmen und wird zu Ostern nach Berlin über» iedeln.

Eingesandt.

(Wüt bte unter Meter Rubelt ber8ffratli<bten Ittttd überahma* H» Kebattua mit bte prrlgetebii* «ramtwothuig, nicht ober bte Mte Publikum gegenüber!.

Bescheidene Anfrage!

Wer schützt die Vögel in Marburg, ober werbe» nur biefelben in Michelbach, Oberweimat, BelterS- Hausen usw. geschützt.