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mit dem

Marburg und Kirchhain.

Jß. 294

Sonntagsbeilage: JUustrirtes Sonntagsblatt.

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Marburg /

Sonnabend, 22. November 1902.

Erscheint täglich außer au Sonn- und Feiertag». Sonnabends in Morgen, und Abend-AnSgab«.

Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, NuiversttätS-Buchdruckera Marburg, Markt 2L — Telephon 65.

37. Jahrg.

Vm drüben her.

Die Meldungen über die Verschärfung der Geld- und demzufolge Geschästskrifi« in Nord- Lmerika lauten immer unerfreulicher; die Hoff­nungen, daß am Ende sich noch alles zum besten wenden toerbe, blitzen zwar noch immer aus bem Dunkel der Gewitterwolken heraus, aber wenn man denkt, wie früher ganz andere Er­wartung« ausgesprochen wurden, dann erscheint dar Thermometer des nordamerikanischen Ge- schästS-AufschwungeS und der Milliarden-Der- diensteS nicht gerade allzuweit mehr vom Ge­frierpunkte entfernt. Trost-Verficherungen in Rewhorfer Zeitrmgen behaupten, nur die Börse, nicht daS eigentliche GeschüstLleben, werde mit einer möglichen Katastrophe verknüpft werden. MS ob nicht die Trust-Unternehmungen drüben mit den Finanzkreisen auf daS Allerengste ver­bunden wären, als ob nicht die Großen die Kleinen nachreißen müßten, wenn es zum Krach kommt. DaS ist ja eben daS Verhängnisvolle in der nordamerikanifchen Entwicklung, daß di« großen Ringbildungen, die jede bürgeäiche Tätigkit in ihren Bereich ziehen, das Erwerbs­leben mit diftatorifcher Gewalt beherrsch«, daß die Zahl der bürgerlichen MittelstandS- kh^stenzen drüben verhältnismäßig gering und vor allem machtlos ist. Solchen Zustand wollen Wir fern gehalten wissen von unS, weil er über lang oder kurz immer wieder zu himmel­stürmenden Spekulationen und damit zur schweren Erschütterung der Rationalwohlstandes nnd der ^gesamten Volkswohlfahrt verleitet.

Die Entwicklung zum Krach vollzieht sich in dem Milliardeu-Lande jenseits des Ozeans ganz genau so, wie überall, wo die finanzielle Leistungsfähigkeit über die Maßen in Anspruch gekommen wird. Dann stehen zu viel Wette nur aus dem Papier, eS fehlt dafür die bare Deckung. Wir haben daS ja in Deutschland auch bei verschiedenen zusammengebrochenen Unternehmungen gesehen, die nach außen hin noch einen strahlenden Glanz verbreiteten, während im Innern alle» morsch und faul war. Don Bilanzfälschungen und mangelnder Aufsicht W in den Prozeßverhandlungen vor deutschen Gerichtshöfen sovirä die Rede gewesen I In Nord­amerika mag eS vielleicht weniger leicht fein, «ine solche Sache vor den Strafrichter zu bringen, im übrigen dürsten die Ettttnkenden in dieser Finanzkalamität ebenso gut nach jebem erlaubten und unerlaubten Rettungs­mittel greifen, wie anderswo. Was heute noch ßu verschweigen gesucht wird, dürste in nicht zu entlegener Ferne schon offenkundig werden!

Die nordamettkanischen Zeitungen verweisen auf die großen Trustmacher, die Milliardäre Morgan, Rockefeüer und wie fie alle heißen. Ganz gewiß, an solchen Männern mit sehr

Verspielt.

Noma« tarn F. Ar»efeldL ©ottfefpmflj

Nach verhältnismäßig kurzer Zeit war daS Försterhau« verlassen. Winhold stieg in seiner besten Uniform den Weg nach Dornburg hinan; Leonie führte am Arme die weinende Trine mit sich fort. Schneller als fie zu hoffen gewagt, hatte sie viel erreicht, fie ftohlockte in dem Gedanken an Alice, aber doch tat ihr daS Herz weh und ße flüstert« r .Mein armer Edgar!'

17. Kapitel.

Amtsrichter Fleischmann in Dornburg war «in junger, tatendurstiger Manu, dem es in seine« kleinen Amtsbezirk viel zu ruhig und gleichmäßig zuging. Als Förster Winhold zu ihia kam, hatte er zuerst an dessen Glaub­würdigkeit gezweifelt, daun aber erkannt daß der Mann im Vollbesitz seiner Geisteskräfte sei und die Wahrhett sprach und nun voll Eifer zugegttsseu. Da war ja endlich der Anstehen erregend«, sensationell« Fall, nach dem er sich fe lange gesehnt hatte.

Aus Winhold« Aussagen ging klar hervor, baß der Oberverwalter Hartung in der ganzen Angelegenheit eine sehr zweideutig« Rolle ge­spielt und den FSrster durch Vorspiegelungen aller Art bewogen hatte, seinen unglücklichen Schuß auf dem Wiesenberger Gutsherrn zu verheimlichen. Die Vorfälle an Fräulein von Rohrs Geburtstage waren in aller Munde, und durch die Luft schwirrt« die Gerüchte, sie sei zu ihrer Handlungsweise bestimmt worden, weil der Oberverwatter ihr ben Beweis ge» liefert, daß ihr Bat« ba Word an seine»

voll« Lasch« haben die Vereinigt« Staat« mehr, tote irgend ein anderes Land bet Erde, aber daß diese Männer mit ihrem ganz« Ver­mögen sich bet hereinbrechenb« Katastrophe in b« Weg stellt«, daran ist nicht zu braten. Sie haben die gewaltigen Unternehmungen ein­geleitet, auf die von ihn« bezeichneten Katten hab« andere enorme Summen gesetzt, aber die Anfotderrmg« find noch größer, als die Dar- bietungen, und am größten ist der Gewinnhunger dieses Arm.. 'orps von Gründe« und Speku­lanten. Um sie alle satt zu machen, da^u reicht auch die günstigste Konjunktur in Amerika nicht aus, dazu wäre die wittschaflliche Unterwerfung aller Kulturstaat« erforderlich, und dahin zielten ja offenkundig mancherlei Pläne. Aber, — er wird, wenn auch die Konkurrenz von drüben her eine bitterernste Sache ist, am Ende nichts so heiß gegessen, wie eS gekocht ist, Europa ver­fügt auch über Abwehrmittri.

Wenn die Lage drüb« bedrohlich« und imm« bedrohlich« wird, bann wird eS auch an verzweifeln Mitteln, Geld zu schassen, nicht fehl« und gewiß wird die amerikanische Waren- Schlsuderrä, die sich schon mehr als einmal kräftig bemerkbar machte, mit doppeltet Energie einsetz«. Vorsicht, große Vorsicht ist deshalb geboten, denn, wenn sich auch in Europa eine Leine Besserung zeigte, sie ist wett davon noch «tfernt, eine stetige Entwicklung nach ob« zu zeig«, und daS, was gewonnen ist, kann leicht durch fremde Einmischung gefährdet werden. Direkt finanzielle Verluste aus amerikanischen Finanzkrachs hab« wir kaum zu, befürchten, nur eine erneute Störung des industttellen Absatzes und darum heißt es: Uns« Pulver trocken halten!

Umschau.

Wer hat nun recht?

In einem norddeutschen Blatte lesen wir: „Naumann unti^on Gerlach find in bet Beutteilung der Obstruktion im Reichs­tage in Widerspruch mit einander ge­raten. Herr von Gerlach machte in Oldenburg der Freisinnigen Volkspartei den Vorwurf, daß fie nicht zufammen mit den Sozialdemokraten Obstruktion treibe und zu einer Verzögerung bet Verhandlungen beitrage. Umgekehrt hat in dem Birkenfelder Teil deS Oldenburger Wahlkreises an dem­selben Abend nach ben .Obersteiner Reuest. Nacht.' Naumann ausgeführt, d i e j e tz i g e Obstruktion werde de« Reichs, lag lediglich z« einer Maschine herab- w»rdige«.' Dieser Ausspru ch des Herrn Pfarrers Naumann wirkt äußerst pikant, wenn man bie Artikel in bet hiefi-

Brudet verübt habe. Für einen leidlich kom- biniraend« Juttsten wat eS nicht allzu schwer, ben Wegen deS Ränkeschmiedes nachzugehen, fie ganz bloß zu legen, dazu bedurfte eS riner eingehenden Untersuchung und schnell ent­schlossen, «tschied Fleischmann sich dafür, eine solche in Wiesenberg selbst einzuleiten. ES schien ihm gerat«, sich mit festem Griff des Obra- verwäterS zu bemächtig« und er besaß doch noch keine Handhabe, btt eine Verhaftung gerechtfertigt hätte. , .

Leonie war noch nicht allzu lange nach dem Schlosse zurückgekehtt, wo fie zunst Frau Doktor Ehrentraut in« Vertrauen gezogen und mit ihr beraten hatte, wie man Alice am besten von den stattgehabt« Ereignissen in Kenntnis scheu könne; alS letztere durch die Meldung über­rascht wurde, der Herr Amtsrichter Fleisch­mann aus Dornburg sei angekommen und bitte fie, ihm eine Unterredung zu bewilligen.

.Man hat daS unglückliche Geheimnis doch erficht« und will mich, die Tochter und Erbin, zut Rechrafchast zieh«!' murmelte fie und rang die Hände. In chrer Erregung vergaß fie, daß man ein Kind für die Tat« seine« Batet« nicht verantwottLch mach« könne und war bereit, alle« Schwere üb« sich «geh« zu lassen. Totenbleich, ab« in fest« Haltung be­gab ste sich nach dem Zimmer, in da« man den Amtsrichter geführt hatte, und in dem « fie an der Seite eines Protokoll führet erwartete. Ein zweit« Beamter, d« « mitgenommen, war nach dem Jnfpektorhause gegangra, um den dort befindlich« Oberverwalt« unauffällig zu beobacht« und an einem etwaig« Flucht­versuch zu verhindern.

Beim Anblick d« beiden Herren, die sich zu ihr« Begrüßung artig erhoben, drohte» die

gen .Hessisch« Landeszeitung' deS Herrn von Gerlach währens der letzt« Wochm dagegen hält, in denen diese mit all« nur denkbaren Schärfe für bie Berechtigung unb biePflicht betßinlen zur Obstruktion im Reichstage eintritt. Ein solcher Zwiespalt b« Anschauungen zwischen ben beiden Führ«« b« nationalsozialen Pattei hat ja vorläufig nichts zu bebeuten, so lange die Patt« b« Reichstag von den Schauplätzen ihrer politisch« Tättgkeit auSfchließt. Einen bedenllichen Ein- druck könnte er aber auf die nationalsozialen Wähler hinterlassen, wenn nach etwa erfolgt« Wahl ber Herren Naumann und v. Gerlach in d« Reichstag bei einem ähnlichen Anlaß bie eine Hälfte bet nationalsozialen Partei mit den Wasserstieftran und bie anbete mit ben Wadristrümpflran unb Sozialdemokraten stimmte.

.Freisinnige Zeitung' und .Berliner Tageblatt'.

Die .Freisinnige Zeitung' widmet dem „Berliner Tageblatt' folgende LiebenSwürdig- ketten:

.DaS .Berliner Tageblatt' fetzt feine nichtsnutzigen Verdächtigung« gegen bie Frei­sinnige Volkspattei fort, Wem eS als be­klagenswett hinstellt, daß bie Partei sich lässig erweise in dem Kampf gegen bie Tarifvorlage. Diese angebliche Lässigkeit besteht tatsächlich nur bann, daß bie Freisinnige Dolkspattei nicht durch Obstrnftion unter Führung der Abgeord- n?tm Sing« bie Rechte provoziert, bie Geschäfts­ordnung noch wett« zu ändern zum Nachteil bet Minoritäten und sich in ber Sache selbst mit bet Regierung zu einigen. Im übrigen hat baS .Berliner Tageblatt' in unser« Augen noch erheblich an Bedeutung eingebüßt, seitdem eS erklärt hat, daß es kein Organ d« Frei­sinnigen Vereinigung ist, fonbetn nut abhängt von dem Jnfraatengefchäft des Her« Rudolf Masse. __________

Sozialdemokratie nnd Anarchismus.

Der sozialdemokratische .Vorwärts' treibt wieder einmal sein altes Spiel. Rach dem Grundsätze, daß der Sozialdemokratie alle Dinge zum besten, zur Vertiefung und Verschärfung der revolutionären Propaganda bienen müssen, bemüht sich daS Zentralorgan ber Partei, da« ja äußerlich mit bet Propaganda der Tat nichts zu tun haben will, den anarchistischen Charakter deS belgischen Attentates in Abrede zu stellen und daS fluch­würdige Verbrechen Rubinos für .Spitzel­arbeit' zu erklären, die zu dem Zwecke getan fei, ein schärferes Vorgehen gegen die Anar­chisten zu rechtfettig«. Schon aus bet Tat­sache, daß daS sozialistische Patteiblatt sich beeilt.

Kräfte Fräulein von Rohr zu verlass«: fie wankte unb mußte sich schnell auf ben Stuhl niederlassen, ben man ihr vorsorglich an ben Tisch geschoben, auf dem der Protokollführer bereits Schreibgeräte auSgebreittt hatte. ES warb ihr ganz bunkel vor den Augen, wie MeereSbrauf« klang eS in ibr Ohr unb nur undeutlich vernahm fie deS Amtsrichters Bitte um Entschuldigung, daß man fie belästigt habe.

.Sie komm« Kraft ihres Amtes, meine Herren, eS bedarf kein« Entschuldigung,' brachte fie mühsam hervor und um die pein- volle Einleitung möglichst abzukürzen, fügte fie mtt Todesverachtung hinzu: .Ich glaube zu wiss«, was Eie zu mit führt.'

.Es ist eine um viele Jahre zurückliegende Angelegenheit,' begann der Amtsrichter, der sich nicht um feine wohldorbereitete Rede bring« lass« wollte, aber Alice fiel ihm inS Wort:

.Um de« Tod meines Onkels, des Her« Wilhelm von Rohr!'

Der Amtsrichter vrabeugte sich. .Gnädiges Fräulein hab« beträte erfahren?' Er ließ fein scharfes, stahlgraues Auge ftagenb auf ihr ruhen unb Alice erkannte nun doch, daß fie vorschnell gesprvch« hatte. Eich gewaltsam beherrschend, «tgegnete fie: .Wollen Eie mich gütig belehr«, Herr Amtsrichter.'

.Es ist unS nach so viel« Iaht« endlich die Kunde geworden, wie unb durch wen der Tod deS Her« Wilhelm von Rohr hetbräge» führt Word« ist,' sagte d« Amtsrichter. Alice verging der Atem, da« Herz schlug ihr bi» hoch in d« HalS hinauf; fie schloß die Sagen. Jetzt mußte ja bet Name ihres Vater« genannt werd«, mußte baß vernichtenbe Wort an ihr Ohr schlag«: ,D» bist Tochter eine«

den Anarchismus in Schutz zu nehm« unb seine Vertreter gewissermaß« al« bie unschuldig« Opfer polizeilicher Chikan« hinzustellen, läßt fich mit überzeugender Gewißheit schließen, daß auch heute noch Anarchismus und inter­nationale Sozialdemokratie mit einander verwandt find. Was ab« bie Sache selbst betrifft, so kann fein Zweifel fein, baß Rubino bie Tat mit voller lleberlegung geplant, mtt all« Sorgfalt vorberrättt hat unb auch mit vollem Erfolg durchgefuhtt Hütte, wem» nicht ein glücklicher Zufall d« König vor b« Kugel deS Mörder» bewahrt hätte. Es ist er­wies«, wie selbst demokratische belgische Blätter übereinstimmend berichten, daß der Verbrech« nach fein« Verhaftung feinem Bedauern Ausdruck gegeben hat, ben König nicht getötet zu hab«, und daß « bfe Hoffnung auSge- sprochen hat, ein ander« werde in naher Zu­kunft mehr Glück hab« al« «. Zeugt schon diese Aevßerung dafür, daß Rubino anarchistisch« Kreisen angehött unb seine Tat als anarchistisch« Genosse, d« ba» LooS gerade getroffen hab« mag, verübt hat, so wird bie Annahme, daß « Mitschuldige gehabt hab« müsse, zur Ge­wißheit, toran man berücksichtigt, daß fein Ausländer, wie Rubino, der obendrein fich kaum 8 Tage in Brüssel aufhielt, mit den Einzrihett« d« rriigiösen Eeremonie, welch« d« König in der Kirche Saint-Gudule bei­wohnte, so graan vertraut fein konnte, daß «, ohne Aufsehen zu erregen, sogleich die für bie Ausführung be« Verbrechen« günstigste Position wählen konnte. Rubino ab« stand unweit bei Stelle, wo die Grästlichkett b« König zu be­grüß« und infolgedess« rin Aufenthalt de» königlich« Zuge» von 2 bi« 3 Minuten zn entsteh« pflegt. Dieser Umstand muß ben Verbrecher von kundiger Sette mitgeteilt worb« fein oder doch von jemandem, der genügenb Zeit hatte, diese zermonielle Gepflogenheit au«zu- kundschaft«. Nimmt man hinzu, daß au« Briefen, die Rubino au anarchistische Führ« in London gerichtet hat, hervorgeht, daß ei wiederholt größere und kleinere Geldbeträge d« anarchistisch« Propaganda zugewendet hat, so dürfte damit erwies« fein, daß auch der jüngste Versuch deS KönigSmordeS anarchistischen Mo- tiben entsprungen ist, und der .Vorwärts' sollte nicht verfehlen, die hier angeführten Tatfach« feinen ßefern mitzuteilen, damit sie fich üb« die von dem Parteiorgan vertretene Auffaflun- rän selbständiges Urteil hüben können.

Deutsches Reich

Berit», 21. November.

— Nachdem Kaiser Wilhelm gestern dem Lord Rosebery noch aus seinem schottisch« Eitze Dalmmtz LasÜe ein« Besuch abgestattet hat, befindet er fich

Statt dessen sagte der Amtsrichter: D« Mann ist vor zwei Stund« bei mir gewesen und hat freiwillig rin Geständnis abgelegt.'

Alice schnellte von ihrem Stuhle empor. .Der Mann! D« Mann!' wiederholte sie. .Ab« der unglückliche Mörder lebt ja schon lange nicht mehr!'

„Doch, mein gnädige« Fräulein, « lebt, , versicherte d« Amtsrichter, .und von Moick kann feine Rede fein. E« war ein unglücklich« Zufall.'

Ein Schrei, halb Angst, halb Jubel, brach au« der Brust des jung« Mädchens. .Eß war rin nnglücklichra Zufall, fein Mord?, wiederholte sie. „Und fie sag«, er lebt Aber ba» ist ja nicht möglich! Seit vierzehn Jahr« ist « tot, ich ben an feinem Grabe gewesen!'

Fleischmann sich ihr betreff« in da« schöne, klassische Gesicht daS sich jetzt mtt ein« Purpur­röte überzogen hatte, und wollte fie frag« von wem fie red«. Ab« « besann fich; bfe Gerüchte, bie hn Umlauf waren, fiel« ihm rin# er wollte fich nicht d« Gefahr auSsetz«, rin« Nam« zu nennen, der ihr heilig fein mußte.

.Sie befind« fich im Irrtum, mein gnädige« Fräulein,' fiel « schnell ein. .Der Schütze, bet den unglücklich« Schuß auf Ihr« Herrn Onkel abgegeben bat war der Först« Winhold, er hat eS nicht in böfer Absicht ge­tan, man kann die Tat höchsten« Fahrlässigkeit nennen.'

Ali« hörte ihn schon nicht mehr. Mit einem erschütternd« Schrei war fie in ihr« Etuhl zurückgefunk«, eine Ohnmacht schi« wohltätig die Sinne umfangen zu wollen.

(Fortsetzung folgt) J