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mit dem Kreisblatt für die Kneife Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonnlagsblatt.

Marburg

37. I

BierteljLhrllcher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mi., 6d alle« Postämter« 2^86 Mk (excl. Bestellgeld).

JnsertionSgebühr: die gespMe« Zeil« oder deren Raum 10 Pfg. Mittwoch, 19. November 1902 Reclamen: bte Zelle 25 Pfg.

Erscheint täglich anher an Sonn- mb Feiertag«. Sonnabends in Morgen- und Abend-AnSgab«.

Druck n«d Verlag: Joh. Ang. Loch. Universität»-Buchdrsckerri Marburg, Markt 21. — Telephon 55.

Zweites Blatt.

Bußtag.

„Mene, mene, tekel npharsin,“ diese Schrift an der Wand im Schlöffe deS Königs Belfazer wurde vor kurzem im Reichstage vom Grafen Posadowskh am Schluffe einer bedeutsamen Rede erwähnt. Daniel deutete die Schrift: „Gezählt, gezählt, gewogen und zerteilt.' Dem gottlosen Treiben des Königs Belsazer wurde in derselben Nacht ein jäheS Ende bereitet. Sein Königreich wurde den Medern und Persern gegeben. Damals wie heute hat das göttliche Weltgesetz seine Gilligkeft, daß nur diejenigen Völker Bestand haben, in denen Recht und Gerechtigkeft, Zucht und Sitte wohnen. Wir wollen heute unsere Blicke nicht auf andere Völker richten, sondern fragen: Wie steht'S da­mit bei unserem deutschen Volke? Da dürfen wir es uns mit Freude bezeugen: ES lebt ein starkes Gefühl für Recht und Gerechtigkeft, unser Volk hat Mitgefühl, wo einem anderen Volke Unrecht geschieht, auch in dem öffentlichen Leben unseres Vaterlandes werden Recht und Gerechtigkeit hochgehalten. So steht'S freilich nicht mit Zucht und Sitte. Oeffentlich darf sich Zuchtlosigkeit breit machen, vnd Sittenlosigkeit zeigt sich nicht nur auf den Straßen, sie wird sogar als eine Kultur-Er­rungenschaft unseres Jahrhunderts gepriesen.

Wie wird Wandel geschaffen? Gesetze können auf einzelnen Gebieten etwas helfen, im Grunde ist doch herzlich wenig damit getan. Die sitt­lichen Kräfte müffen im öffentlichen Leben wieder zur Geltung kommen. Der Einzelne muß bei sich selbst und in feiner Familie an­fangen. Von hier kann die Erneuerung vor sich gehen. Ist das Familienleben an­gefault, so ists kein Wunder, wenn die Fäulnis um sich greist und daS Volksleben vergiftet. Aus sittlich reinem Familienleben gehen Personen hervor, die Freude haben an allen edlen Gütern und sie fördern helfen, die mutig in ihrem kleinen Kreise oder auch draußen im öffentlichen Leben der Zuchtlosigkeit entgegentreten. Der Bußtag will jedem Einzelnen die Verantwortung für sich selbst, für seine Familie, für sein Volk aufs Gewissen legen und von neuem unS hinführen zu den klaren Quellen aller sittlich - religiösen Erneuerung.

Umjchau.

Die Expedition deS Obersten Pavel.

AuS Kamerun liegen jetzt die brieflichen Berichte über die Expedition des Obersten Pavel, deS Kommandeurs der Schutztruppe, nach dem Tschadsee vor. Sie bestätigen, daß daS Der-

Eine Marburger Geschichte.

In der Zeitschrift „Heffenland' finden wir folgende Schilderung einer Begebenheit aus Marburg, die vielleicht der eine oder andere unserer Leser noch miterlebt haben dürste:

Lebensrettung durch eineGeburtS- tagsfeier. Vor der Errichtung deS neuen, stattlichen UniverfitätSgebäudeS in Marburg, welches im Sommer 1879 feierlich eröffnet wurde, pflegten die dortigen Profefforen, mit Ausnahme derjenigen der Medizin, welchen die Räume deS AnatomiegebäudeS zur Verfügung standen, ihre Vorlesungen in ihren Privat­wohnungen abzuhalten, in welchen sie sich zu diesem Zwecke geeignete Hörsäle einrichten mußten. Denn das schon im Jahre 1521 bei der Gründung der Universität durch den Land­grafen Philipp L, den Großmütigen, erboste alte UniverfitätSgebäude enthieft keine zur Ab­haltung von Vorlesungen dienlichen Räume, sondern nur die für die öffentlichen Aste der Universität erforderlichen, die Aula nebst dem Prüfungssaal, die BureauS des Unioerfitäts- gerichtS und — den Karzer. Da die Frequenz der Universität damals die Zahl von 300 Stu­denten aller Fakultäten nie überstieg, und viele, besonders ältere Profefforen, eigene Wohnhäuser besaßen, so bot die geschilderte Einrichtung auch keine besonderen Schwierigkeiten dar.

Auch der damalige, langjährige Vizekanzler »er Universität Professor Dr. jur. Eduard Löbell, besten Spezialfächer Krimrnalrecht und Kriminal­prozeß waren, besaß ein Wohnhaus am Stein-

hältniS zu den englischen und den französischen Nachbarn in befriedigender Weise geregett wurde. ES hat u. a. eine vorläufige Emignng über die Grenzlinie stattgefunden. Der fran­zösische Befehlshaber, der Dikoa besetzt hielt, empfing den deutschen Oberst in liebenswürdigster Weise und räumte den Ort später. Der Sultan von Dikoa stellte sich unter deutschen Schutz. Sein Heer besteht aus 1000 Reitern und 5000 Mann Fußvolk, sämtlich mit den .wunderbarsten Gewehren' bewaffnet, sagt Oberst Pavel. Am 22. April fand die feierliche Befitzergreifung Deutsch - Bvrnus statt. Die Ehrenbezeugungen bestanden bei dem Heere des Sultans aus ohren­betäubendem Geschrei, Jndielustwerfen und Wiederauffangen der Gewehre. Ein großes Freudengeschrei der sämtlichen Einwohner, die als Zuschauer dienten und wohl die Zahl von 40000 erreichten, schloß die Feier, die mit einem Parademarsch und einem großartigen Reiterfestspiel endigte.

Sozialdemokratie und Freisinn.

Während die „regierungsfähigen' Wadel- strümpfler dem Worte Batths gemäß es als eine Ehre betrachten, als gehorsame Schildknappen Singers und Stadthagens Obstruftion zu treiben, häft sich die Freifinnige Volkspartei in der rich­tigen Erkenntnis, daß durch dieses sozialdemo­kratische Vorgehen Zersetzung in den Parlamen­tarismus gebracht wird, zurück und hält zwar an dem scharf gegnerischen Standpunkt der Zoll­tarifvorlage fest, aber bewahrt bei deffen Be­kämpfung doch parlamentarischen Anstand. Darüber ist die Sozialsemokratie sehr erbost; fie betrachtet ihre Isolierung — den „Wadel- strümpflern" totrb in dieser Hinsicht mit Recht keine Bedeutung beigemessen — nicht gerade als eine angenehme Situation; denn fie muß infol edeffen vor dem Lande die Verantwortung für ihre Diskreditierung des Parlamentarismus allein tragen. Es ist darum begreiflich, daß die sozialdemokratische Preffe alles daransetzt, um die freisinnige Volkspattei .scharf" zu machen und zur Mithilfe bei der Obstruftion zu drängen — natürlich um dadurch vor dem Lande gerecht­fertigter dazustehen und aegebenenfalls den Freisinn aussitzen zu lasten. Augenblicklich scheint der Abgeordnete Richter noch nicht „mürbe" genug gemacht worden zu sein, um sich zur Rolle eines Singerschen Mannequin hergeben zu wollen.

Marburg und Umgegend

Marburg, 18. November.

* vrkanntwachuug für Hausbesitzer. Wegen deS morgen stattfindrnden Feiertages wird der HauLmüll in den beit. Straßen am Donnerstag abgeholt werden.

8 Reileintrilimg. Gestern wurde die Neu- bemeffung der Grabenländereien in Weiden­

weg, in welchem er sich ein geräumiges Par­terrezimmer als Hörsaal eingerichtet hatte. Dieses Haus war, wie auS feinen sehr starken Fundamenten und seiner sonstigen Bauart her­vorging, von sehr ehrwürdigem Alter und schon mehrere Generationen hindurch im Besitze von Profefforen gewesen, so daß eS gewistermaßen als ein Jnventarstück der Universität betrachtet wmde. Profeffor Löbell selbst, welcher im Jahre 1868 in hohem Alter, nachdem er bis zuletzt in seinem Berufe tätig gewesen war, starb, war eine sowohl als Jurist, wie als Mensch und Politiker hochgeschätzte Persönlichkeit, welcher auch alS Vertreter der Universität im tut« hessischen Landtage viel zur Wiederherstellung des kurhesfischen VerfaffuugSrechtS vom Jahre 1831 beigetragen hatte und daher auch über die Grenzen seines engeren Vaterlandes hinaus in hohem Ansehen stand. Seine Vorlesungen, welche et in den Morgenstunden von 10 bis 12 Uhr zu halten pflegte, erfreuten sich daher auch eines besonders eifrigen Besuchs, welcher nur feiten von einem seiner Zuhörer versäumt wurde. Auch der Profeffor pflegte, abgesehen von ganz besonderen, außerordentlichen Veranlassungen, nur einmal im Iahte die Vorlesungen auszu- setzen, nämlich an seinem Geburtstage, an welchem ihm zahlreiche Glückwünsche von Ver­wandten und Freunden, namentlich seinen aka­demischen Kollegen, sowie auch von Studenten und auS dem Kreise der Bürgerschaft darge- bracht zu werden pflegten. So geschah eS auch im Sommer 1864, und die Zuhörer LöbellS benutzten diesen freien Tag je nach der Ver-

hausen, dem beteftS mftgeteilten Beschlüsse ge- mäß, vorgenommen. Die Stücke, die ihrer Qualität nach adgeschätzt und abgemeffen find, bleiben nur unter gewiffen Voraussetzungen Eigentum der Inhaber. Die sefther übliche Verlosung fällt weg.

8 Der eite kirchheiner Weg ist jetzt bis an den Aufgang nach Spiegelslust schön gewalzt und instand gesetzt. Wenn damit vielfachem Wunsche entgegengekommen wurde, so dürfte gleichzeitig die Mahnung am Platze sein, mit schweren Fuhrwerken dort so zu fahren, daß der Fußsteig nicht gleich wieder demoliett wftd.

• Ueberwachuug des Schulbesuchs dun Arbeitern. Nach der Gewerbeordnung wird der Geschäftsinhaber mit Geldstrafen bis zu 20 Mk. und rm Unvermögensfalle mit Hast bis zu 3 Tagen für jeden Fall bestraft, wenn er versäumt, die Gehilfen und Lehrlinge unter 18 Jahren zum Besuche der Fort- bildungs. und Fachschule anzuhalten und de« Schul­besuch zu überwachen. Die »Köln. Ztg." teilt einen Fall mit, in dem der Angeklagte in seiner Fabrik ein Plakat ausgehängt hatte, worin die Arbeiter unter 18 Jahren zum Schulbesuch angehalten wurden und eine Nichikefolgung mit Strafe bedroht wurde. Ferner hatte der Angeklagte die Meister und den Portier an­gewiesen, an den Nachmittagen, an welchem der Unter» richt stattfand, die Fottbilduugsschüler nicht in der Fabrik zu dulden und nicht in diese einzulassen. In diesen Maßregeln erkannte das Gericht zwar ein An­halten zum Schulbesuch, nicht aber ein Ueberwachen. Der Angeklagte wurde veruttellt, seine Revision ver­worfen.

Hessen-Nassau und Nachbargebrete

Arolsen, 16. Nov. Die feierliche Be­stattung des am 12. d. Mts. im Alter von 58 Jahren in Wiesbaden verstorbenen Prinzen Heinrich zu Waldeck sand heute vormittag 10 Uhr in Mengeriughausen im Erbbegräbnis der prinzlichen Familie statt.

WildUttge«, 17. Nov. Entsprechend dem Vorgehen anderer Städte hat auch unsere Stadtverwaltung die Anstellung ; Schul­arztes und eines Zahnarztes zur U ^rwachung des Gesundheitszustandes unserer Schuljugend in Aussicht genommen.

Herleshausen, 16. Nov. Auf der Jagd des Kammerherm von Schutzbar auf Schloß Hohenhaus wurden 8 Füchse, 4 Rehe und 30 Hasen erlegt.

Hümme, 16. Nov. Der „dicke Förster", die Rieseneiche des Reinhardtswaldes, war bereits vor einigen Jahren innen ausgebrannt, wodurch ein Raum entstanden war, in welchem eine Anzahl Menschen Platz hatten. Trotzdem war der Baum lebensfähig geblieben und er­freute sich einer großen Beliebtheit bei den Touristen. Dieser uralte Baumriese ist jetzt durch Feuer vollständig zerstört worden, daS von Bubenhand angelegt sein muß, da man Spuren fand, die darauf hindeuten, daß man in das Innere des Baumes ttockeneS Holz ge­packt und dieses ungezündet hat.

Fulda, 15. Nov. Der heutige Schweine­markt war mit 98 Ferkeln und 16 Läufern

schiedenheit ihres Naturells teils zum Studium, teils auch zu einem Erholungsausfluqe in die romantische Umgebung Marburg.

Als fie nun andern TagS fich wieder zur gewohnten Stunde zum Besuche der Vorlesungen eingefunden hatten, staunten sie nicht wenig, den Hörsaal verschloffen zu finden. Doch wurde ihnen bald Aufllärung hierüber durch Profeffor Löbell selbst zu teil, welcher sie ersuchte, in sein Empfangszimmer einzutreten, das er bis auf weiteres zu seinen Vorlesungen zu benutzen ge­nötigt fei, da der Hörsaal der Zerstörung an­heim gefallen sei. Denn gestern morgen gerade zur Zeit der sonst stattfindenden Vorlesung zwischen 11 und 12 Uhr habe et fich mit mehreren Gratulanten in dem an den Hörsaal anstoßenden Empfangszimmer befunden, als fie plötzlich durch ein furchtbares Krachen und Ge­polter in jenem erschreckt worden seien. „Und sehen Sie, meine Herren, dieses war die Ur­sache des Lärms!" Mit diesen Worten schloß Löbell die Türe des HörsaalS aus, seine Zu­hörer traten ein und standen an einer Stätte der Verwüstung. Der dicke, aber wie sich nun herauSgestellt hatte, schon längere Zeit morsche Querbalken, welcher nach altettümlicher Bauart die Zimmerdecke getragen hatte, war geborsten und herabgestürzt und hatte dadurch auch den Sturz deS übrigen aus ihm ruhenden, aus Balken, Lehm und Dielen bestehenden Materials, sowie mehrerer in dem über dem Hörsaal ge­legenen Zimmer gestandenen Möbelstücke her bei­ges ühtt. Die Wirkung dieses Einsturzes war höchst verderblich gewesen. Das Pult des Ra*

betrieben. Der Durchschnittspreis stellte fich bei Ferkeln auf 16, bei Läufern auf 24 Marft

Marktberichte.

Frankfurt, 17. Nov. (®etreibemarlO. Am heutige« Wochenmarkt war Landweize« bei starkem Angebot gut gefragt und im Preise unverändert. Landroggen wenig ausgeboten nnd gut behauptet. Ausländische Brvtfrüchte befferer Qualitäten wenig offner! und besser gefragt, die reichlich angebotenen geringeren Sotten vernachlässigt. Gerste weiter be­festigt und besser beachtet. Haser bei statte« Jnlandangebot billiger er'assen. Mais teuer bet geringfügigem Umsatz. Es «otteren je nach Qualität: Weizen, hiesiger «nd Wettt-uwer Matt 15,65-15,70, kurhessischer Matt 15,65- 15,70, russischer Matt 16,50—17,25, Redwinter Matt 16,80-17,15, Kansas Mark 16,90-17,10, La Plata Matt 00,00- 00,00, Rumänier Matt 16,80—17,25, Roggen, hiesiger Matt 14,40—14,50, Pfälzer Matt 00,00-00,00, russischer M. 14,50—14,75, amerikanischer Matt 00,00—00,00, Gerste, hiesige Matt 15,50—16,00, Pfälzer M. 16,25—16 60, fränkische M. 15,90-16,15. Riedgerste M 16,25—16,85, ungarische M 00,00-00,00. Hafer, hiesiger M. 14,25—15,00, Württemberger ML 00,00-00,00, bayrischer M. 14,40—15,CO, rumänisch. M. 00,00-00,00, Russischer M. 14,25—15,50. Mais, Dona» mais Mk. 18,75-14,00, Russischer Mk. 00,00-00,OQ, La Plata Mk 13,75-14,00. Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier. — Mehl unverändert. 68 notieren: Weizenmehl, hiesiges Nr. 0M. 25,50,-25,00 feinere Matten M. 28,50-29,00, Nr. IM. 23,50—24,00. feinere Matten Mk. 25,00,-25,50 Nr 2 Mk 22^0 bi» 23,00, feinere Matten Mk 23,50-24,00, Nr. 3 DL 21,50—22,00, feinere Matten Mk 22,50—23,00, Nr. 4 Mk 19,00—19,25, feinere Matten Mk 19,50,-20,00 Roggenmehl, hiesiges Nr. 0 Mk 23,00—23,75, Nr. 1 Mk 20.75-21,25, Nr. 2 Mk 15,50-16,00. Wes per 100 Kilo inkk Sack loco hier. — Futterartikel ruhiger. Es notieren: Weizenschalen Mk.4,40—4,50, Weizenkleie Mk 4,30—4,35, Roggenkleie Mk 4,75 bi» 4L0, Futtermehl Mk 5,75—6,75, Biettreber, getrocknet Mk. 5,20-5,25 je nach Qualität. Alles per 50 Kilo netto effettro loco hier.

Frankfurt, 17. Nov. (Viehmarkt.) Zu« Verkauf standen: 434 Ochsen, 31 Bullen, 845 Äütw Rinder und Stiere, 249 Kälber, 455 Schafe und Hammel und 1248 Schweine. Bezahlt wurde füt 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qual. 70—72 Mk., 2. Qual. 65-66 Mk, 3 Quak 60-63 Mk, 4 Qual. 00-00 Mk, Bullen 1. Dual. 63-65 Mk, 2. Dual. 59-60 Mk, 3. Qual. 00—00 Mk, Kühe, Rinder und Stiere 1. CucL 61-62 Mk, 2. Dual. 56—58 Mk., 3. Dual. 46-48 Mk, 4. Dual. 40-42 Mk, 5. Dual. 00-00 Mk Bezahlt wurde für 1 Pfund Schlachtgewicht: Kälber L DuaL 80-82 Pfg., 2. Dual. 74-75 Pfg., 3 DuaL 62-65 Pfg., 4. Qual 00—00 Pfg., Schafe und Hämmtt 1. Dual. 62—64 Pfg., 2. Dual. 58-60 Pfg., 3. DuaL 48—50 Pfg., Schweine L Dual 68 -00 Pfg, 2. DuaL 66-67 Pfg, 3. Dual. 00-00 Pfg, 4. DuaL 00-00 Pfg. Bezahlt wurde für 1 Pfund Lebendgew;ckt: Kälber 1. Dual. 50—00 Pfg, 2. Dual. 44—46 Pfg, Schweine 1. Dual. 53—00 Pfg, 2, DuaL 52 Pfg. Geschäft in Hornvieh gedrückt, Ueberstand bedeutend, in Kleinvieh gut. Markt geräumt — Aus Oesterreich standen 118 Ochsen zum Verkauf.

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Der heutigen Nummer liegt vei Kreisblatt Nr- 91.

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Verantwortlich für die Redaktion: Frhr. v. W a n a e n b e i m in Marburg.

tijeberS, vor welchem Professor Löbell bei feinen Vorträgen zu stehen pflegte, war durch den herabgestürzten Balken völlig zertrümmett, und eS blieb nach Lage des letzteren fein Zweifel übrig, daß dem Profeffor selbst, wenn er fich während deS Einsturzes in seiner gewohnten Funktion befunden hätte, das Haupt zerschmettert worden wäre. Auch die Pulte der Zuhörer waren vielfach schwer beschädigt, und mancher der letzteren hätte den Tod oder eine schwere Verwundung erleiden können, wäre die Vor­lesung nicht gerade zur Zeit des Eintritts der Katastrophe ausgesetzt gewesen. Löbell wieS hierauf seine, von dem fich ihnen darbietenden Bilde der Zerstörung und einer glücklich ver­miedenen augenscheinlichen Lebensgefahr ohnehin ergriffenen Zuhörer hin und fügte tiefbewegt hinzu, daß fie alle der Vorsehung nicht genug dafür danken könnten, daß der Einsturz, welcher^ obgleich er von den Hausbewohnern nicht im geringsten geahnt worden, doch nach der nun­mehr zutage getretenen Morschheit deS Materials schon lange gedroht habe, gerade an diesem kollegienfreien Tage erfolgt sei. Eine durch­greifende gründliche Reparatur seines Wohn­hauses werde seine nächste Sorge sein.

Auch bei der übrigen Einwohnerschaft der Universitätsstadt erregte dieser rasch bekannt gewordene merkwürdige Vorfall lebhafte Teil­nahme und Freude darüber, daß durch ein glückliches Zusammentreffen der Umstände ein schwerer Unglücksfall vermieden worden war.

R. v. B.