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Sonntagsbeilage: IUustrirtes Sonntagsblati.

JUS. 289

BierteljOhrttcher Bezugspreis: bei der Expedition 2 ML, bei allen Postämter» 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).

JnsertionSgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Sonnabend, 15. November 1902.

Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertag«. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, UniversitätS - Buchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.

37. Jahrg.

auf früherer Höhe fortgeführt wird, um den alten A^eiterbestand aufrecht erhalten zu können. In den späteren Wochen beS Novembers pflegen größere Ansprüche an die Reichsbank nicht heran­zutreten. Erst in der letzten Dezemberwoche erreichen dieselben eine gewaltige Höhe. Dies dürste auch in diesem Jahre nach den Erfahrungen in den ersten drei Quartalen des lausenden

Mittag-A«sgave.

Kolonialbesitz in Aftika.

Durch die Einverleibung der ehemaligen Burenrepubliken in britischen Kolonialbesitz hat das Flächengebiet der britischen Territorien in Afrika eine Ausdehnung von nahezu 4 Millionen englischen Quadratmeilen (1 englische Quadrat- meile — ca. 2,5 qkm) erreicht und damit das Kolonialgebiet der französischen Republik über­troffen. die bisher der grüße Grundbesitzer in Afrika war. Allerdings macht ziemlich die Hälfte des französischen Kolonialbesitzes das Sahara­gebiet aus, das 2 Millionen Quadratmeilen mißt, auf dem etwa ebensoviel Bewohner leben, sodaß für den einzelnen Bewohner 1 Quadrat­meile zur Verfügung steht. Außer Egypten und dem eghptischen Sudan find gegenwärtig folgende Gebiete britischer Besitz oder stehen unter britischer Verwaltung: Basutoland, Kap- kolonie, Natal, Oranje- und Transvaalkolonie, Gambia, Goldküste, Lagos, Nigeria, Sierra- Leone, Rhodesia, die Schutzgebiete von Britisch- Zentral- und Britisch'Ostafrika, von Betschuana- land, Somali-Küste, Uganda und Zanzibar. Frankreich und Belgien besitzen in Aftika 3,8 Millionen, Deutschland 933400, Portugal 790100, die Türkei 398 900, Italien 188500, Spanien 169150 englische Quadratmeilen; die unabhängigen Staaten umtaffen insgesamt ein Flächengebiet von 149000 Quadratmeilen. Es find also außer den Vereinigten Staaten, Ruß­land und Oesterreich-Ungarn alle größeren Mächte in Aftika durch Kolonialbesitz vertreten. Don der auf etwa 200 Millionen geschätzten Einwohnerzahl des Kontinentes stehen 40 Mill, unmittelbar unter britischer Herrschaft und es wird kaum zu niedrig gegriffen sein, wenn man die Gesamtzahl der unter britischer.Kontrolle" stehenden Afrikaner, einschließlich der Bevölkerung Egyptens und des eghptischen Sudan, auf über 100 Millionen annimmt. Deutschland besitzt in Togo (87 200 qkm), Kamerun (495 000 qkm), Deutsch-Südwestafrika (835100 qkm), Deutsch- Ostafrika (995000 qkm) einen afrikanischen Kolonialbefitz von insgesamt 2,4 Millionen qkm Flüche, während die englischen Territorien fast 10 Millionen, die französischen 9,5 Mill, qkm umfassen. Immerhin wird der Flächeninhalt des Deutschen Reiches von dem der deutschen Territorien in Afrika um mehr als das Fünf­fache übertroffen. Die Einwohnerzahl der deutschen Besitzungen und Schutzgebiete, unter denen die zweitgrößte Kolonie, Deutsch Süd- westafrika, am schwächsten bevölkert ist, wird auf etwa 12,2 Millionen Seelen geschätzt. Die Bevölkerungdichtigkeit ist in den bisher genauer erforschten oder der Kolonisation erschlossenen Teilen Afrikas außerordentlich verschieden; sie

Oberst Schiels Leben in den Spelonken.

Aus: Schiel, 23 Jahre Sturm und Sonnenschein in Südafrikas (Elegant gebunden 10 Mk. Verlag von F. A. Brockhaus, Leipzig.

In Pietersburg holten uns General Joubert und Kommandant Pretorius, die ebenfalls aus dem Wege nach den Spelonken waren, ein. Da der General noch verschiedene Versammlungen unter den Bürgern abhielt, fuhr ich voraus, und ohne weiteren Unfall langten wir nach einer Reihe von Tagen an unserem neuen Be­stimmungsort am

Das Haus der Farm, die ich von Herrn M. . . gepachtet hatte, war sehr baufällig. Als ich die Tür öffnete, war das erste, was ich sah, eine große, dicke Schlange, die mitten im Vorplatz lag und gerade im Begriff war, eine Ratte zu verschlucken, deren Hinterteil noch zu sehen war. Mit einem Stocke tötete ich sie.

Da8 Haus war mit Stroh gedeckt; es hatte einen größeren Vorplatz von etwa 20X18 Fuß, zwei kleine Kammern von 10X6 Fuß, zwei Zimmer von 20X9 Fuß und eine kleine niedrige Küche.

Der Fußboden war von Lehm, und dicht auf den Mauern erhob sich das Dach. Eine Decke über dem Zimmer zwischen Dach und Mauern war nicht vorhanden. Dor dem Hause stand überall hohes Gras herum. Es war selbstverständlich nicht daran zu denken, daß ich mit meiner Familie in den alten Kasten ziehen konnte, ehe derselbe gründlich gereinigt und einigermaßen repariert war. Deshalb ließ ich

beträgt, wie schon erwähnt, im ftanzöfischen Sahara-Schutzgebiet durchschnittlich 0,4 pro Quadratkilometer, in Britisch-Nigeria 28. in Kamerun 0,7, in Deutsch-Südwestafrika 0,25, in Deutsch-Ostafrika ca. 6 pro Quadratkilometer. Mag aber auch der deutsche Kolonialbefitz in Afrika hinsichtlich seiner räumlichen Ausdehnung und seiner Bevölkerungsdichtigkeit erheblich hinter den Territorien Frankreichs und Eng­lands zurückbleiben, die bisherige, wiewohl kurze, Entwickelung der deutschen Kolonien hat gezeigt, daß diese sowohl bezüglich ihrer klima- tischen Verhältniffe, wie au Mannigfaltigkeit und Reichtum der Produktivität gleich günstige Vorbedingungen besitzen wie die aftikanischen Besitzungen der beiden anderen Kolonialmächte. Allerdings wird e§, um die vorhandenen Quellen zu erschließen und für den deutschen Handel nutzbar zu machen, der Aufwendung ähnlicher Mittel bedürfen, wie sie von Frankreich und England für diesen Zweck verausgabt worden find und für einen Teil ihrer Kolonien noch immer verausgabt werden.

Umschau.

Statistisches von der Reichsbank.

Der Gesamtzufluß zur Reichsbank blieb in der ersten Novemberwoche d. I. trotzdem die Anlage entsprechend der stärkeren Anspannung zum Ultimo Oktober eine größere Verminderung erfuhr, hinter demjenigen in der Vergleichs­woche des Vorjahres zurück. Er betrug nur 41,39 Mill. M. gegen 4614 Mill. M. i. V. Dementsprechend zeigt auch der Status der Bank auf den wichtigsten Posten keineswegs die gleich günstigen Erscheinungen wie in 1901. Vor allem ist der Metallvorrat um 41,63 Mill. M. und das Girokonto um 50,20 Mill. M. geringer, während die Anlage um 33,30 Mill. M. größer ist. Nach dem früheren Kontingent berechnet besteht noch eine Steuerpflicht von 96,57 Mill. M. gegen nur 17,63 Mill. M. gleichzeitig im Vorjahr. Der relativ niedrige Bestand der Giroguthaben ist in der Hauptsache aus den geringeren Betrag an privatlichen Geldern zurückzuführen, während der schwächere Metallbestand, wie schon früher hervorgehoven wurde, mit eine Folge der ungünstigen Wechsel­kurse ist, die der Reichsbank nicht ermöglichten, den Barabfluß nach dem Innern durch größere Goldankäufe im Ausland zu ergänzen. An Wechselmaterial fehlt es der Reichsbank trotz der Differenz zwischen Bank und Privatdiskont nicht. Der Centrale fließen allerdings in letzter Zeit weniger Wechsel zu, aber bei den Provinz­bankstellen bleibt da8 Wechseldiskontierungs- geschäst recht lebhaft. Es erscheint demnach der Geldbedarf der Industrie immer noch bedeutend, möglicherweise aus dem Grunde, daß vielfach trotz mangelnder Absatzgelegenheit die Produttion

den Wagen auf einem freien Platz vor dem Hause ausspannen, schlug das Zelt auf, und so richteten wir uns, so gut es gehen wollte, vor­läufig häuslich ein.

Während mein Bruder und ich das Zelt aufschlugen, war ein älterer Kaffer angekommen, der holländisch sprach. Er sagte mir, daß er ein kleiner Jnduna sei und in dem etwa 300 Schritt vom Hause entfernten Kraal wohne.

Ich erklärte ihm, daß ich auf der Farm wohnen würde und vom Besitzer Herrn M. . . die freie Verfügung über diese und die darauf wohnenden Koffern erhalten hätte. Der Alte, Boy war sein Name, fragte wich, ob ich der neue Eingeborenenkommissar sei; sie hätten bereits gehört, daß dieser im Kommen fei. Als ich eS bejahte, fagte er, er freue sich, daß ich gerade nach seinem „Lande" käme, um bei ihm zu wohnen. Hieraus beschrieb er mir die Frenzen der etwa 600 Morgen großen Farm, auf der eine große Anzahl Koffern wohnte. Die Farrn zerfalle in drei „Länder", über eines fei er der Jnduna, das andere stehe unter Mavarnbi und das dritte unter Dabban, einem Bruder MagatoS.

Als er noch im Erzählen war, kamen ver­schiedene MaquambaS an, die sich höflich grüßend auf den Boden fetzten.

Ich konnte dem alten Boy ansehen, daß er ein Basuto ober Bawenda sein müsse, denn er batte keine Löcher in den Ohrläppchen wie die Zulus, Zwafies und MaquambaS haben, auch hatte er keinen Ring auf dem Kopfe.

Zunächst nahm ich von den neuen An­kömmlingen keine Notiz, denn Boy hatte sich zu ihnen gefetzt und unterhielt sich mit ihnen.

Jahres des Fall fein.

Aenderung der Tarafätze bei Verzollungen.

Der Bundesrat hat in verschiedenen für die Verzollung maßgebenden Tarasähen Aenderungen eintreten lassen. Danach beträgt der Tarasatz bei Ultramarin in Kisten künftig 13 pCt. des Bruttogewichts statt wie bisher 15 pCt., bei Tafeltrauben in Kisten und zugleich in Säge­spänen eingelegt 47 pCt. statt 20 pCt., bei Tintenfässern in Glas in Verbindung mit anderen Materialien 18 pCt. statt 40 pCt., bei Naturbutter in Fäffern aus anderem hatten Holze als Eichenholz — insbesondere Buchen­holz 11 statt 13 pCt., auS Eichenholz im Bruttogewicht von weniger als 50 Kilogramm 15 statt 13 pCt., auS weichem Holze im Brutto­gewichte von 50 Kilogramm und darüber 10 statt 13 pCt., bei Mehl auS Getreide in Um­schließungen aus einfachem leichten Seinen, leichtem Baumwollenzeug oder leichtem losen Jutegewebe 1 statt 0 pCt., bei unbearbeiteten Tabakblättern in Umschließungen von schweren Schilfmatten, mit Schilf- und Hansstriken ver­näht und mit einem Hanfstricke verschnürt — sog. Mexikotabake 6 statt 3 pCt. und bei Blumen, auch in Verbindung mit Draht und Tafelgeschirr auS Porzellan in Fäffern 36 statt 45 pCl. Die Neuerungen treten mit dem 1. Januar 1903 in Geltung.

Die diesjährige Getreideernte und der Getreidebedarf in Deutschland.

Der von Prof. Dr. G. Ruhland herausgegebene .Getreidemarkt", Wöchentliche Nachrichlen zur Regu­lierung der Getreidepreise, hat wie im Vorjahre eine Erhebung über die Größe der diesjährigen Getreide­ernte in Deutschland veranstaltet. Danach betrug die diesjährige Ernte in 1000 Kg. für

Weizen u. Spelz Roggen Gerste .Hafer

4745 710 10228449 8174988 7 952763

Auf Grund einer Vergleichnng der Ernteerträge, der Nettoeinsuhr und des Gesamtverbrauchs der letzten sieben Jahre wird dann der voraussichtliche Einfuhr- bedars für das laufende Erntejahr vom 1. Juli 1902 bis 80. Juni 1903 wie folgt eingeschätzt: ,Für Weizen würde eine Einfuhr von 650 00'0 Tonnen, für Gerste eine solche von 800000 Tonnen notig sein, während für Roggen rund 1000000 Tonnen, für Hafer 750000 Tonnen zum Export aus Deutschland von der diesjährigen Ernte disponibel wären. Rechnet man diese vier Getreidearten zusammen, so würde sich daraus für Deutschland und für das laufende Ernte- jahr ein Gesamteinfuhrbedarf von 1450000 Tonnen an Weizen und Gerste, und ein Gesamtausfuhrüber­schutz von 1750000 Tonnen an Roggen und Hafer

Ich wußte, daß er ihnen alles erzählen würbe, was er von mir gehört hatte, deshalb wollte ich ihn nicht darin stören.

Die Koffern sprachen alle gut Zulu. Ich unterhielt mich noch eine Weile mit ihnen über gleichgültige Dinge, erkundigte mich, ob Wild in der Nähe sei, nach den Gartenfrüchten, die sie bauten usw., erwähnte aber mit keinem Wort ober durch eine Frage die Verhältnisse des Distttkts.

Ich hatte mir vorgenommen, in der ersten Zeit gar nichts anderes zu tun, als Augen und Ohren offen zu halten, nur scharf zu beobachten, so daß ich von allen, auch den geringsten Be­gebenheiten und Verhältnissen genau unterrichtet, würde, und dann erst meinen FeldzugSplan auszudenken. Daß ich mit meinem verhältnis­mäßig armseligen „Treck" (der ganze Besitz, mit dem ein Bur zieht), ohne Rindvieh und Schafe, und ohne alle Begleiter außer meinem Bruder und einigen Zulus, die meine Frau vom Zululande mitgebracht hatte, den Koffern nicht imponieren würde, wußte ich, und eine einzige übereilte Handlung konnte mir be­trächtlich schaden.

Am Abend, als es dunkel wurde, kam der alte Boy mit einigen Frauen, die Milch, Bataten, Bananen und zwei Hühner für meine Frau brachten. Boy entschuldigte sich, daß er so lange gewartet habe, bis er „Essen für die Kinder" gebracht hätte, und daß er in der Dunkelheit käme, aber der frühere Kommissar, das Oberhaupt dec MaquambaS — sein Kaffernname ist „Sämbane" und so will ich ihn auch jetzt immer nennen — habe allen Koffern streng verboten, in irgend einer An­

ergeb m. Dieser Exportüberschuß übersteigt also den ermittelten Jmpottbcdarf. Bei der bekannten, außer» ordentlich weitgehenden Verttetbarkeit von Weizen und Roggen, und Gerste und Hafer darf deshalb aus Grund der vorausgehenden Ziffern des diesjährigen Ernteertrages gesagt werden, daß die diesjährige Ge­treideernte in ihrer Quantität den Getreidebedatt deS deutschen Volkes voll und ganz zu decken vermag. — Angesichts der schwierigen Ernteverhältniffe dieses Jahres gewiß ein glänzendes Zeugnis für die Leistungsfähigkeit der deutschen Landwittschast und für die Notwendigkeit, sie durch ausreichende Schutz­zölle vor der Konkurrenz be§ Auslandes auf dieser Höhe ihrer Leistungsfähigkeit zu haften.

BesiebelungsauSsichten für bett Süden Deutsch-Südwestafrikas.

Bereits früher brachten wir einige Mit­teilungen aus bem Berichte des Assistenzarztes Jodtka über seine Reise nach bem D tato an go. Diesen Mitteilungen verdienen noch die folgenden Stellen auS dem amtlichen Bettchte des Herrn Jodtka hinzugefügt zu werden. Der Berichterstatter glaubt, daß eine rationelle Be­wirtschaftung deS Bodens in diesen Gegenden die größten Aussichten zu bieten scheint, vor­ausgesetzt, daß es gelingt, eine das ganze Jahr hindurch benutzbare Verbindung und damit eine Absatzmöglichkeit herzustellen. Die Niederschläge am Okawango Tal sind nach Aussagen der Eingeborenen so zahlreich, daß sie auch für unsere Getreideatten genügen müßten. Dabei ist die Bebauung bei der Fruchtbarkeit des BodenS mit verhältnismäßig sehr geringen Kosten verknüpft. Wenn auch der Owak- wangari nicht arbeitet, so wird man doch von den Buschleuten des Sandfeldes mit Leichtig­keit die genügenden Arbeitskräfte heranziehen können.

Mit den Eingeborenen fttedlich zu ver­kehren, ist nach Ansicht deS Berichterstatters sehr leicht. Es ist wahr, sie find aufdringlich, betteln und stehlen, aber ein ruhiges und festes Auftreten imponiert ihnen sichtlich, sie erkennen Wohl den Votteil des Verkehrs mit den Weißen, durch welche manche Dinge ihnen zugänglich gemocht werden, woran sie ihre Freude haben und die ihnen neu, daher begehrenswert er­scheinen. Ihr ganzes Auftreten ist friedlich, und es war dem Berichterstatter nicht möglich, etwas über von ihnen in den letzten Jahren unternommenen Kriegszüge zu erfahren. DaS etwas großsprecherische Wesen ihrer westlichen Stammesverwandten zeigen auch sie, ober wenn sie merken, daß man sich nicht davon ein­schüchtern läßt, werden sie sehr schnell bescheiden.

Von großer Bedeutung erscheint Jodtka auch für die Besiedelungsausfichten dieses ton, der Natur so reich ausgestatteten Landesstreifens der Umstand zu sein, daß er nirgends etwas vom Auftreten der Heuschrecken gesehen hat, noch etwas von den Eingeborenen erfahren konnte. Also auch diese schwerste Sorge, welche den Ansiedler der südlichen Gegenden des

gelegenheit zu mir zu kommen, weder um uns Essen zu verkaufen noch in dienstlicher Ange­legenheit. Wer dienstliche Angelegenheiten beim „Kantoor", dem Büreau des Kommissars, habe, müsse seine Sache erst vor ihn bringen und dann werde er bestimmen, ob sie zum Kantoor zu gehen habe ober von ihm geschlichtet werden müsse. Jede Uebertretung dieses Gebotes würde auf das strengste geahndet.

„Gut", erwidette ich Boy, „wir werden ja sehen!", nahm mir aber fest vor, bei meinem Vorsatz zu bleiben.

Der General hatte dem früheren Kommissar befohlen, zu einem bestimmten Tage die sämtlichen Kaffern deS DistrikS zufammenzu' rufen. Bis zu diesem Termin war noch eine Woche Zeit, und ich beschloß, bis dahin mich von der Farm nicht einen Schritt zu entfernen, niemand aufzusuchen und auch von den Kaffem nicht die geringste Notiz zu nehmen; ich wollte tun, als ob ich weder für sie, noch sie für mich auf der Welt feien.

Am nächsten Tage machten Max, meine beiden Zulus und ich uns daran, die Wasser­leitung, die vom Bache nach dem Hause führte, in Ordnung zu bringen. Boy hatte freiwillig seine Frauen gebracht, um das Haus zu reinigen.

Nach einem anstrengenden Tage hatten wir das Wasser im Garten. Ich verteilte es über das Land und konnte am nächsten Morgen ein Stück Land pflügen, um Kartoffeln zu pflanzen, von denen ich einige Säcke voll zur Saat mit­gebracht hatte. Da der Boden lange Zeit brach gelegen hatte und überaus fruchtbar schien, hoffte ich auch ohne Dünger eine gute Ernt« zu bekommen.