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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

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Sonntagsbeilage: Jlluftrirtes SonntagSblatt.

Liertelj^ hrlicher BrzugSprelS: bei der Expedition 2 ML, bri all« Postämter« 2,25 ML (excL Bestellgeld).

t ZusertiouSgebühr: die gespaltme Zeile oder bereu Raum 10 Pfg.

V Keclamm: die Zeile 25 Pfg.

w Marburg -ME' Somabend, 15. November 1S02.

Erscheint täglich außer cn Sonn- und Feiertage». Sonnabends in Morgen» und Meud»A«Sgabe.

Druck und Berlag: Joh. Ang. Koch, UniverfitätS Buchdruckerek Marburg, Markt 2L Telephon 55.

37. Jahr«.

Ein gutes Zeichen.

In dem harten Streit, weichet zur Stunde über die Voraussetzungen für gedeihliche wirt­schaftliche Wohlfahrt bei unS in Deutschland geführt wird, in den weitläufig« Auseinander­setzungen über den Umfang der tatsächlichen Notlage wird über die vorgebrachten Be­hauptungen manchen Tatsache unbeachtet ge­lassen, weil fie sich den Erörterungen und den Schlußfolgerungen nicht anpaffen will. Tat­sachen pflegen im Widerstreit des TageS ja nicht selten unbequem zu fein, sie find er doppelt, wenn sie. eingeleitete große Agitationen in Gefahr bringen. Eine solche Tatsache, die man heute als ein gutes Zeichen deuten kann, ist diejenige, welche ein erneutes Anwachsen der Spareinlagen in öffentlichen Sparkassen und ähnlichen Instituten meldet. Zeitweise war eine Pause zu verzeichnen; jetzt wird äu8 dem letzten Berichtsabschnitt von vielen Seiten, wohl­gemerkt nicht von allen, ein neues Plus ge­meldet, und dieses Wachstum der Spargelder stimmt allerdings nicht zu den Schwarzmalereien, die so düster kling«, als ob es fich bei uns im deutschen Vaterlande überhaupt nickt mehr aushalten lasse. So schlimm es für Tausende heute ja stehen mag, und wir bedauern daS von Herzen, noch mehr Tausende können fich aber schon wieder etwas rühren und beginnen, einen bescheidenen Sparpfennig zum andern zu legen, um gegen etwaige erneute Schwierigkeiten zur rechten Zeit gewappnet zu sein. Mag dieser Sparpfennig selbst verschic entlich mehr wie bescheiden sein, er ist doch gerade zur Gegen­wart von ganz besonderem Wert: Die be- scheidenm Leute, denen so gewaltige ZukunstS- Gemälde vorgemalt find, haben erkannt, daß «an fich auf eigene Kraft, auf eigene Leistung Pützen muß, wenn man nicht von anderen ver­lassen fein will!

Sparen! ES ist ein goldenes Wort, aber t8 wird vielfach von extremer Seite angefochten, benn wer da spart, fich infolge eigenen BefitzeS «uf eigene Füße stellt, der verliert die Sym­pathie für den »großen Kladderadatsch*. Wenn «an selbst etwas sicher hat, kann man der un­sicheren Zufallsbegünstigungen getrost entarten, der Stein des Weisen für die Gewinnung einer ruhig« Existenz ist gefunden worden. Und wer da kennen gelernt hat, was eigene emsige Mühewaltung $u erringen vermag, der beo­bachtet auch viel schärfer jeden anderen, der Gemeint, ihm mit guten Ratschlägen, denen wahre Taten aber niemals folgen, auf die Beine helfen zu können. Die Zahl derjenigen, die heute mit dem Munde alles leisten wollen, mit Verstand oder der Hand indessen recht wenig prrtig bringen, ist ja unerwünscht groß ge­worden. Eigener Besitz, und sei er »och so klein, ist der beste Schutz­wall gegen alles Hinüberziehen »uf abschüssige Lebenspfade.

41 Nachdruck verböte»)

Verspielt.

Roman von F. ArnefeldL (Fortsetzung^

Die Frau antwortete nicht, sondern schrie gellend: »Ich habe alles gehört! Du bist der Mörder! Du hast den Herrn von Wiesenberg erschossen!"

Er faßte sie am Handgelenk. »Schrei nicht |o Weib!" gebot er mit vor Schreck ganz heiserer Stimme.

Sein Ausruf hatte die entgegengesetzte Wirkung, fie heufte nur noch lauter. »Eie haben mir schon in Dornburg erzählt, daß Du, als Du in der Waldschenke betrunken warst, so etwa« geredest hast. Ich wolltS nicht glauben; Run hab ichs mit eigenen Ohren gehört. Du bist ein Mörder, ein Mör"

Ihre Stimme erstarb, er hatte ihr die Hand fo fest auf den Mund gedrückt, daß fie zu er­sticken fürchtete.

»Laß mich los!" keuchte sie unverständlich und suchte mit den Zähnen nach seiner Hand zu schnappen. »Willst Du mich auch"

ES blieb ihm nichts übrig, als von ihr ab» zulaflen, er tat eS aber mit der Drohung, daß eS ihr schlecht gehen würde, wenn fie noch weiter so ungereimtes Zeug rede. Gleichzeitig fragte er: »Wie bist Du hereingekommen?"

»Ich kam durch den Wald auf dem schmalen W^e," antwottete fie, während sie fich in ge­messener Entfernung von ihm F.-ett und sich Vach der Tür zurückzog, nm im kritischen Augen»

Wir dürfen nicht mit Bestimmtheit sagen, daß eS vorwiegend kleine Leute seien, welche ihrer vermehtten Einsicht in daS heutige tiefere Arbeitsleben durch erhöhte Spareinlagen Aus­druck geben, auch bescheidene Kapitalisten wenden ihre vorhandenen Grider lieber den unbedingt fixeren Sparkassen zu, als irgend welchen anderen Unternehmungen, deren glanzvolle Außen­seite sich in den letzten Jahren mehr als einmal trügerisch erwieS; aber die Hauptmenge dieser Sparer bleibt immer daS Heer der sogenannten wirklichen kleinen Leute, und wenn hier mehr Geld trotz der schlecht« Zeiten abgeliefert wird, so geht daraus hervor, daß auch die schlechtesten Zeiten ebenso eine Grenze haben, wie die auS ihnen erwachsene Mutlosigkeit. Daß man fich gerade in diesen Kreisen der Bevölkerung mehr zu rühren beginnt, ist darum eine wirkliche Genugtuung, ein gutes Zeichnen.

Geschäfts- und Goldkrisen taffen am härtesten immer diejenigen, welche zu viel auf eine Karte gesetzt. Wer das getan, braucht ja darum noch lange nicht leichtherzig zu sein, die Rücksicht­nahme auf die allgemeine geschäftliche Lage, auf die Konkurrenz ist zuweilen so zwingend, daß alle Gegenwehr umsonst ist. Immerhin ge­brauchen wir mehr Vorsicht, schon um deS Vor­bildes willen, der Trieb zum Sparen würde dann noch viel wehr wachsen, als es bisher der Fall gewesen. Jedenfalls ist eS nicht so trüb­selig in Deutschland, als manche es durchaus darstellen wollen; ist schon die vielfach recht hell leuchtende Lebenslust ein Beweis dagegen, daS zunehmende Sparen ist eS erst recht. Und zwar ist diese Zunahme auch in großen Städtm, selbst in Berlin, von woher lange das Stöhnen am lautesten erklang, zu verzeichne»

Umschau.

Der Antrag Aichbichler.

Der Kampf im Reichstag ist losgebrochen. Nachdem der Anttag Aichbichler auf Abänderung der Geschäftsordnung, d. h. auf Verkürzung des Verfahrens bei namentlichen Abstimmungen auf die Tagesordnung der Reichstagsfitzung gesetzt worden war, wußte man, daß es zu einem Kampfe ohne Wahl der Mittel kommen würde. Da die Mehrheitsparteien allein nicht in be­schlußfähiger Stärke anwesend waren, so hätte die Minderheit am Mittwoch abend durch Ent­fernung auS dem Saal die Möglichkeit ge­wonnen, die Einstellung de8 Aichbichlersch« Antrages in die Tagesordnung deS gestrigen Donnerstag zu verhüte» Es wäre dann aber doch höchstens eine Galgenfrist von 24 Stunden gewonnen worden. So blieb denn die Minder­heit im Saale und trug durch ihre Anwesen­heit dazu bei, daß gestern in die Beratung deS Antrages auf Aenderung der Geschäftsordnung eingctreten werden konnte. Von der Sozial­demokratie und der freisinnigen Vereinigung

blick sogleich daS Freie gewinnen zu können, da sah ich durch die Bäume, daß der Ober­verwalter den Weg nach unserem Hause nahm. Ich habe - -her Furcht vor ihm gehabt"

Der a unterbrach sie durch ein kurzes Lachen, gebot aber sogleich: »Weiter, weiter!"

»Ich blieb zurück, schlich mich dann näher, sah, daß er mit Dir sprach und daß Ihr Zwei inS HauS ginget. Da bin ich ganz sachte heran- gekornrnen, bin durch die Hintertür gegangen und wollte in der Schlafstube warten, bis er fort war, und da hab ich alles gehört."

»Du hast gehorcht, Trine!" schalt er; »die Tür zwischen der Wohn- und der Schlafstube war fest zu, Du hast fie aufgemacht."

»Rein, fie war nicht eingellinkt!" ver­teidigte fie sich.

»Und Du hast in Deiner Neugier den Spalt erweitert," entgegnete er mit heiserem Lachen, »und man sieht, was beim Horchen herauSkomrnt. Hast waL gehört, aber nicht ordenllich, in Dornburg hatten fie Mr schon einen Floh inS Ohr gesetzt und nun hast Du Mr eine ganze Mordgeschichte zusammenge­reimt. Sei vernünftig, Trine, an alledem, waS Du da faselst, ist ja kein wahres Wort."

Winhold hatte zuletzt wieder in dem väter­lichen Ton gesprochen, den er der jungen Frau gegenüber gern anzunehmen pflegte; er trat zu ihr und wollte ihr unter daS Kinn greifen, aber mit einem lauten Schreckensschrei riß sie fich von ihm los und flüchtete in die äußerste Ecke des Zimmers.

»Rühre mich nicht an!" heufte sie. »Du bist ein Mörder! fegt tat Herrn von Lohr

ist die Inangriffnahme der Beratung des Aich- bichlerschen Antrages vor den übrigen bereits seit langer Zeit vorliegenden Anträgen als ein Vsrfaffungsbruch gebrandwarft worden. Mit Unrecht. Man hat nämlich zwischen Jnitiativ- on trögen, die nur an den sog. Schwerinstagen verhandelt werd« dürfen, und solchen Anträgen zu unterscheiden, deren Beratung au jedem be­liebigen Tage ausgenommen werden kann. Ein Anttag im Sinne der Initiativanträge ist der Aichbichlersche Antrag nicht; also hatte die Mehrheit der Geschäftsordnung zufolge das Recht, feine Beratung vorzunehmen, wenn eS ihr beliebte. Es verdient hervorgehoben zu werden, daß selbst der Führer der freisinnigen Volkspartei, der Abgeordnete Eugen Richter sich in diesem Sinne äußerte. Die Sozial­demokratie hat nun aber dem Zolltarif wie allen den Mehrheitsparteien genehmen Re­gierungvorlagen den Kampf bis aufs Messer angekündigt. Auch beim Etat will sie die Ob- struftion anwenden und seine rechtzeitige Er­ledigung vereiteln. Zum Antrag Aichbichler hat sie nicht weniger als 19 Abänderungsanträge eingebracht, und für etwa jeden die nament­liche Abstimmung verlangt. Ihre dauerhaftesten Dauerredner hat fie ins Gefecht geschickt. Es werden also Wohl einige Tage vergehen, ehe die Frage der Aenderung der Geschäftsordnung ihre Lösung findet; hoffentlich ist diese Lösung dann aber auch eine derartige, daß die nament­lichen Abstimmungen ihre Schrecken verlieren. Die Dauerredner lassen fich vorläufig ttotz der beabsichtigten Aenderung der Geschäftsordnung noch nicht beseitigen. Vielleicht wird aber auch gegen diese Krankheit noch ein Mittel gefunden. Der Parlamentarismus ist das Recht der Mehrheit, und dieses Recht muß unter allen Umständen sicher gestellt werde»

Petition waldeckscher Landwirte.

Der Landtag der Fürstentümer Waldeck und Pyrmont beschäftigte fich u. o. auch mit einer Massen-Petition der Landwirte um Aufhebung der staatlichen Grundsteuer und ihre Ueber- weisung an die Gemeinden. Der Ausschuß des Landtages hat fich mit dieser sehr wichtigen Angelegenheit, wozu aus 98, das ist fast sämt­lichen Gemeinden der Fürstentümer Petitionen mit co. 2500 Unterschriften eingegangen waren, eingehend beschäftigt. Der Landesdireftor Prä­sident von Slüdern, der im Namen Preußens in Waldeck die Regierung führt, bat dringend, die Petitionen abzulehnen, da eS nicht gut an­zunehmen sei, daß das preußische Abgeordneten­haus zustimmen werde. Das Fürstentum könne diese Einnahmequelle unmöglich entbehre» UebrigenS könne eS auch dem preußischen Staat nicht zugemutet werden, daß er den gegenwärtig schon hohen Staatszuschuß von 510000 Mark noch erhöhe. Der Ausfchuß war jedoch ent» gegenge;etzter Ansicht und beschloß, folgenden

erschossen! Wer weiß, wie's mit Deiner ersten Frau zugegangen ist, Du"

Weib!" schrie Winhold. Noch ein Wort Er hob drohend die Hand, aber was sie auf der Zunge hatte, das mußte heraus:

Du wirst auch mich um die Ecke bringen. Ich bleibe nicht bei Dir. Heute gehe ich noch fort." Sie machte eine Bewegung, als wolle sie auf die Tür zugehen. Mit einem Sprunge war er an ihrer Seite und hielt fie am Arm fest, während er rief:

»Nicht von der Stelle! Willst die Geschichte wohl in den Gaffen ausschreien!"

»Laß mich fort! Laß mich fort!" beharrte fie. »Ich mag nicht bei Dir bleiben, Du bist ein Mörder, Du wirst mich auch totschlagen."

Albernes Mng!" fuhr er fie a»

Jetzt brach fie in Thränen aus und legte fich aufs Bitten.

Tu mir nichts! Tu mh nichts, laß mich leben! Ich bin ja noch so jung!"

Aber Trine! r e kann man nur auf so unfinnige Einfälle komm«!' redete er ihr zu, »bin ich denn nicht immer gut zu Dir gewesen?"

»Ja, ja!" gab fie zu, »ich war ja auch sehr gern bei Mr; wenn Du aber doch einmal ein Mörder bist, dann wirst Du mich schon auch tob machen. Ich kann nicht bei Dir bleiben, ich mag nicht bei Mr bleiben! Laß mich fort!"

Sie hatte fich ihm entwunden und die Hand auf den Drücker der Tür gelegt. Er riß fie zurück, aber er hütete fich, sie unsanft zu be­rühren. Ein großes Mitleid mit ihr erfaßte ihn, sie erschien ihm in ihrer Dummheit und Hilflosigkeit rührend und bedauernswert und er

Antrag der Plenarversammlung der Landstände zur Annahme zu empfehlen:

Landstände wollen beschließen, den Herrn Landesdireftor zu ersuchen, dahin zu wirken, daß bei unS, wie dieses auch in Preußen der Fall ist, die Grundsteuer als Staatssteuer in Wegfall kommen und den Gemeinden überwies« werde."

Bei der Mbatte im Plenum des Landtages begründete der Landesdireftor nochmals kurz seinen abweichenden Standpunft und wies darauf hin, der Anttag sei nicht nur völlig aussichtslos, sondern könne auch womöglich noch schädlich wirken, deshalb befürwortete er dringend dir Ablehnung des Anttages. Nach kurzer Debatte wurde jedoch der oben mitgeteilte Antrag von dem Plenum einstimmig angenommen.

Die Arbeit hinter bett Kulisse»

Bezüglich der Besprechungen des Reichs­kanzlers mit Vertretern der Mehrheitsparteien, auch einigen Herr« der nationalliberalen Partei, über die Zollvorlage erfährt dieNat. Ztg.", daß die Mnge noch auf dem alten Fleck stehe» Die Beschlüsse über die Mindestzölle find der Stein deS Anstoßes geblieben, der sie bisher gewesen, und außerdem haben die Mitglieder des Zentrums vergeblich einen neuen Vorschlag gemacht, die Bewilligung von Diäten behufs Ermöglichung der dauernden Beschlußfähigkeit der Mehrheit zu erlang«. Im Zentrum be­schäftigt man fich nun mit dem Gedanken, im Reichstage eine Aufforderung an die Regierung zu richten, auf Grund der bisherigen Beschlüsse der Kommission und des Plenums in Verhand­lungen über neue Handelsverträge tinzuttete» Von anderer Seite wird behauptet, daß auS dem Schoße der Verb. - Regierungen den Mehr» heitsparteien Vorschläge behufs fachlicher Ver­ständigung über den Zolltarif gemacht Word« feien. Diese soll« fich vorläufig auf die Frage derGetteidezölle erstackenund namentlich bezüglich des Gerstenzolls ein Entgegenkommen bedeute» Die Zahl aller zum Zolltarifentwurf einge­gangen« Petttion« beträgt gegenwärtig 113118!

Der Deutsch-konservative Verein für die Provinz Schlesien

hat in seiner letzten Delegierten - Versammlung folgende zwei Resolutionen beschlossen:I. Die in BreSlau versammelten Delegierten der deutsch- konservativen Partei Schlesiens benutzen die Ge­legenheit der Deutsch-konservativen Fraftion des Reichstages ihren Dank und ihre volle Aner­kennung für ihre bisherige feste Haltung in Sachen be8 Schutzes der Landwirtschaft auszu- fprechen, hoffend, daß diese Festigkeit zur Er­haltung der sichersten Grundlagen des Staates beitrag« wird und IL die in Breslau ver­sammelt« Delegierten der deutschkonservativen Partei Schlesiens wollen die Gelegenheit nicht vorübergehen kaffen, ohne die Erklärung abzu­

hatte doch am Altar geschworen, ihr Schutz und Beistand zu sein.

Du hast nichts von mir zu fürchten, Trine" sagte er mit möglichst sanfter, überredender Stimme,ich tue keinem Menschen etwas, und am wenigsten Dir."

Glaub's schon, daß Du das nicht möchtest," schluchzte fie,aber es hilft Dir nichts. Du mußt, wenn's über Dich kommt. Meine Groß­mutter hat immer gesagt, wer einmal gemordet, der tuts wieder, er mag woll« oder nicht, und darum ist'S am Besten, es wird ihm gleich der Kopf abgehackt."

Auf WinholdS Lipp« schwebten Worte, die nicht gerade Segenswünsche für die finge Ahne seiner Frau warm, laut sagte et:Aber Trine ich habe ja garnicht gemordet." e

Wie kannst Du mir daS einreden wollen! heulte fie.Hab'gehört wie der Oberverwalter zu Dir gesagt hat: Ihr habt die Büchse auf den Hemm angelegt! Ihr habt den Schuß ab- geseuert, Ihr seid der Mörder!"

Winhold sah ein, baß ihr baS nicht auS» zureden sei. Je beschränfter fie war, besto fester saß in ihrem Kopf, was fie einmal darin aufgenommen hatte; eS war am Ende daS Beste er gab die Tatsache zu, machte ihr aber Ito- daß er nicht so schuldig sei, wie sie pL und daß fie ttotz des Ausspruchs ihrer klug, a Großmutter von ihm nichts zu fürchten habe.

»Ja, ich hab' dm Herrn von Rohr er­schossen," gab er zu, aber eS war kein Mord, sondern ein unglücklicher Zufall; bei Manu hat mit nie etwas zu Leide getan, laß Dir di» Geschichte erzähle»' (Fortsetzung folgt).