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Marburg

JnsertionSgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Rau» 10 Pfg. 9)HtttDÜ(i) 12. November 1902. Reclamen: bte Zelle 25 Pfg.

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Machdrmt verboten.!

steigende duzieren Richtung machen.

hin vom Auslande unabhängig zu DieS hielten und halten wir heute eine der vornehmsten Aufgabe« der

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lichen Parteien an die Wand gedrückt werden würden! Und da wir nicht annehmen, daß dieHess. Ldsztg." so grausam ist, unS gern unter den blutigen Opfern des liberalen Sieges zu sehen, sondern glauben, daß sie dem besiegten Feinde goldene Rückzugsbrücken zur rechten Zeit gönnen wird, so bitten wir sie, uns die in Frage kommenden Jahrgänge des KreisblatteS für Marburg und Kirchhain", auS denen sie ihre Weisheit geschöpft hat, gütigst zur Verfügung stellen zu wollen, damit wir selbst das bedeutungsvolle Verschwinden jener Seiten, die den konservativen Partei­standpunkt vertreten, in unseren Exemplaren konstatieren können, und damit den Zeitpunkt des Einsetzens des demokratischen Unheils! Qa ira!

In kühner Jdeenafsociation kommt dieHess. Ldsztg." sodann von denKreisblättern" auf dieOberhessische Zeitung" und gönnt sich die harmlose Freude, alten Reminiszenzen nach­zuhängen, ähnlich denen, die ein ältliches Fräulein heimsuchen, das nach Jahren beim Kramen in ihrer Geheimschatulle ein Mhrthen- blättlein findet, das einst ihrer gut verheirateten Feindin am Hochzeitstage aus dem Brautkranze fiel. Wir sind zu pietätvoll, sie bei dieser schmerzlichsüßen Beschäftigung zu stören.

Dann aber macht dieHess. Ldsztg." unS ein Kompliment, über das wir dankend quittieren, indem sie schreibt, daß seit dem letzten Redaktions­wechsel in derOberheff. Ztg." der Ton im bündlerischen Sinne schärfer geworden sei. Wie alle Menschen im allgemeinen und wie die Leute von der Zeitung im besonderen find wir für ein Lob sehr empfänglich und wir haben garnichts dawider, sollte unsere Kollegin uns damit noch weiter beglücken. Denn aller­dings find wir, wie dieHess. Ldsztg." treffend anerkennt, seit der Uebernahme der Redaktion mit Nachdruck für den Schutz der nationalen Arbeit, der produktiven Gewerbe ein­getreten, weil wir in diesen die Grund­pfeiler unserer Monarchie sehen, die wir unter all en Umständen gesund und kräftig erhalten wissen wollen. Darum find wir für die Zollsätze des Bundes der Landwirte für Getreide und Vieh einge­treten, die allein wir für genügend erachten, um der deutschen Landwirtschaft eine rationelle und intensive Wirtschaftsführung zu ermöglichen,

Stelle, wo dieser unter alten breitästigen Buchen und Eichen daS Paar schon erwartete.

Die jungen Männer begrüßten sich freund­lich und achtungsvoll, dann zog Edgar seinen Hut und entfernte sich. Herr von Erbach bot Leonie den Arm und führte sie noch etwas tiefer in den Forst, wo unter einer hohen Buche eine ganz einfache Holzbank errichtet war.

Nehmen Sie Platz, Fräulein Helbing", bat er,laffen Sie mich Ihnen danken, daß sie ge­kommen find, und Sie um Vergebung bitten, daß -"

Bitte, Herr von Erbach," unterbrach ihn Leonie,deffen bedarf es nicht, Sie haben mich gerufen und ich bm gekommen, überzeugt, daß Sie mir etwas mitzuteilen haben, waS von großer Wichtigkeit für meine Cousine ist."

DaS ist Ihre Ueberzeugung und man hält mich doch für Fräulein von RohrS Feind!" sagte er und sein hübsches Gesicht nahm einen sehr wehmütigen Ausdruck an.

Das tue ich nicht und auch Alice hält Sie nicht dafür!" rief Leonie lebhaft. Leise, halb neckisch, halb verschämt, fügte sie hinzu:Wir hatten beide unsere Vermutung, von wem die Orchideen an Alices Geburtstag kamen."

Eine dunkle Röte bedeckte sein Gesicht. Er gab nichts zu, leugnete aber auch nicht, sondern fragte darüber hinweggehend:

Ist eS wahr, daß Fräulein von Rohr dem Verwalter Hartung noch weckergehende Voll­machten gegeben hat als ihr Vater, und daß sie Wiesenberg wieder verlaffen will?"

Leonie neigte bejahend den Kops.

,Und wissen Sie, weshalb sie das getan hat?"

Verspielt.

Roman von F. Aruefeldt.

(Fortsetzung.)

ES bleibt hier alles beim alten," fuhr Edgar fort,Sie gehen fort und ich ich werde in die frühere Versumpfung zurückfinken!"

Im Nu hatte sie ihn bei beiden Händen ergriffen, blieb vor ihm auf dem moosbedeckten Waldwege stehen und rief angstvoll und bittend: Edgar, Edgar, so dürfen Sie nicht sprechen! Das dürfen Sie nicht tun! Versprechen Sie mir, daß Sie es nicht tun wollen, um meinet­willen nicht! Ich würde sehr, sehr unglücklich darüber sein."

Sie würden unglücklich darüber sein?" wiederholte er, seine Arme unwillkürlich um ihre Schultern legend und ihr tief in die Augen sehend.Bin ich Ihnen denn etwas?"

Sie senkte den Kopf tiefer und flüsterte: Muß ich Ihnen daS sagen? Wissen, fühlen Eie daS nicht?"

Er küßte sie, was sie willenlos geschehen ließ. Erschrocken zog er die Arme zurück und rief mit tieftraurigem Ton:

O, was habe ich gstan! Vergeben Sie mir! Ich Unglücklicher habe mein Äben ver­pfuscht"

Das haben Sie nicht," unterbrach sie ihn, aber er sprach weiter:

Ich darf meine Hand nicht auSstrecken nach der köstlichen Blume, die auf meinem Wege vküht, ich muß weiter gehen und sprechen:

Leider nein, sie hüllt sich in tiefes Schweigen, ist aber sehr unglücklich."

So will ich Ihnen sagen, was man sich in der Umgegend erzählt: Fräulein von Rohr habe an ihrem Geburtstage durch einen Brief ihres Vaters, den Hartung ihr übergeben, die Gewiß­heit erhalten, daß ihr Vater seinen Bruder et» schossen hat -"

Ein gellender Schrei Leonies schnitt ihm die Rede ab. Sie war von der Bank aufgesprungen, hielt beide Hände hoch emporgehoben und starrte Erbach mit entsetztem Gesichte an.Das sagt man!" murmelte sie.Arme, arme Alice! Aber es kann nicht wahr sein!"

Fräulein von Rohr soll schon lange darum gewußt haben, die Gewißheit ist ihr aber erst hier gekommen. Haben Sie nie davon gehört?"

Nein! Aber nun verstehe ich Vieles. Ihre Traurigkeit, ihre Scheu, nach Wiesenberg zu kommen, ihr ganzes Verhalten, als ob sie sich nicht als rechtmäßige Besitzerin ihres Vermögen« betrachte. Aber ich glaube es doch nicht."

Auch ich habe es nie geglaubt!" erklärte Erbach und seine Hand ergreifend und sie schüttelnd, rief sie lebhaft:Ich danke Ihnen! Ich danke Ihnen!"

Damit ist leider nichts gewonnen!" seufzte Erbach.Die verstorbene Frau von Rohr hat daran geglaubt, und sich deshalb von ihrem Manne getrennt"

Sie wird es der Tochter gesagt haben, ich sehe jetzt immer klarer!" schaltete Leonie ein.

(Fortsetzung folgt).

vierteljährlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 M., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).

noch eine gewisse, wenn auch geringe Sanierung und Sicherung ihrer heutigen schwierigen Lage herbeigeführt werden.

Um für die Landwirtschaft zu retten, waS zu retten war, haben wir das Zentrum ernstlich ermahnt, nicht zur Regierungsvorlage umzufallen, wie es eine Zeit lang möglich erschien. Ihr« zweiffellose Bereitwilligkeit zur Verständigung" aber haben die Mehrheitsparteien bewiesen, indem sie in den Kommisfionsbeschlüffen der Regierung ein gut Teil entgegenkamen. Einen weiteren Umfall aber würden wir unter allen Um­ständen für höchst bedauerlich und bedenklich halten, und nur in dem einen Falle verstehen können, wenn die Regierung den positiven Beweis lieferte, daß mit dem 6 Mk. und 5,50 Mk. Zoll für Getreide tat­sächlich keine Handelsverträge auf Grund der Regierungsvorlage zu erzielen sind. Dann aber müßten die Zölle auf industrielle Erzeugnisse in der Regierungsvorlage ebenfalls ent­sprechend ermäßigt werden. So lange diese Voraussetzungen nicht alle erfüllt fino, ist ein weiteres Nach geben der konservativen Partei nicht zu erwarten, und das Zentrum wird kaum das Odium auf sich nehmen wollen, die deutsche Landwirtschaft um die letzte Hoffnung auf einen geringen Zollschutz betrogen zu haben. Sollten sie aber alle eintreffen, so würden die Mehrheits­parteien die gebotene Konsequenz ziehen müssen, der in den Jndustriezöllen gemäßigten Re­gierungsvorlage zur Annahme zu ver­helfen; denn diese Freude werden sie den Handelsvertragsvereinlern keinesfalls machen, daß sie, sollten ihre Zollforderungen als ab­solutes Hindernis für den Abschluß neuer Handelsverträge nachgewiesen werden, auch nur durch passive Haltung dazu bei­tragen, daß die jetzigen für unser ge­samtes Volk mit Ausnahme der Groß­bankiers, Großhändler und Groß» fp ekulant e nr«i«öse»H an dels verträgt noch weiter verlängert werden.

Wie dieHeff. LandeSztg." gesehen haben wird, ist unsere Verlegenheit nicht so groß, wenn das Zentrum nicht umfällt, im Gegen­teil erwarten wir bestimmt, daß dies nicht ge­schieht, damit auch unsere Landwirtschaft bei dem Abschluß künftiger Handelsverträge auf Grund des neuen Zolltarifs den noch mögliche», für die Sicherung ihrer Produktionsbedingungen nötigen Schutz erhält. Hat daSFranken­berger Kreisblatt" eine von der unseren ab­weichende Anschauung, so bedauern wir daS zwar, können es aber nicht ändern. Wir jeden­falls sind uns bewußt, die Anschauungen zu vertreten, die die fast absolute Mehrheit der konservativen Reichstagsfraktion vertritt. Der üble Ruhm derElbinger Zeitung" und ihrer wehlauer Kollegin, die zur spöttischen Freude der freihändlerischen Parteien mit offiziös ange­strichenen Artikeln des Herrn V. Schwein-

Erschemt täglich außer au Sonn- unb Feiertag«. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.

Druck und Verlag: Joh. Aug. Loch, Umversitüts-Buchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

und nur nach dieser Richtung hin genügt uns die Regierungsvorlage nicht. Deshalb hat die konservative Partei versucht, die vom Bund der Landwirte beantragten Zollsätze in die Zoll­vorlage hineinzubringen, und erst als sie un­zweideutig sah, daß diese der Regierung unannehmbar waren und auch für dieselben tm Reichstage keine Mehrheit zu finden war, hat sie fich mit dem Zentrum über die Höhe der zu beantragenden landwirtschaftlichen Zölle geeinigt, für die, wie die Abstimmungen im Plenum des Reichstags ergeben haben, eine genügend starke Mehrheit vorhanden ist.

Sie hat durch daS Eingehen deS Kom­promisses gezeigt, daß sie unter dem zwingenden Drucke der Verhältnisse bereit ist, von ihren für richtig befundenen Forderungen abzugehen und dadurch der Re­gierung auf halbem Wege entgegenzukommen, indem sie annimmt, daß die Regierung dies den Mehrheitsbeschlüssen deS Reichstag gegen­über ebenfalls tun kann und tun wird. Wenn der Bund der Landwirte an seinen einmal gefaßten Beschlüssen betreffs der Höhe des Zollschutzes unentwegt festhält, so kann er dies als wirtschaftliche Vereinigung tun, die hauptsächlich die Interessen des wichtigsten Berufes, der Landwirtschaft, vertritt, ja er ist gezwungen dazu. Für eine politische Partei dagegen wie die konservative, liegt die Sache eben anders. Sie ist verpflichtet, kann sie eine fich selbst auf Grund eingehendster Informationen gestellte Aufgabe nicht reali­sieren, fich mit einer Partei zu verbünden, die den ihrigen ähnliche Forderungen erhebt, um diese gemeinsam durchzusetzen. Dies sind in unserem Falle die Beschlüsse der Zollkommission, die ja im Reichstage angenommen worden find. Eine Mehrheit für dieselben ist heute vor­handen und da wir ein konstitutionell regiertes Land find, darf diese Mehrheit erwarten, daß ihre Beschlüsse bei der Gesetzgebung in betracht gezogen werden. Deshalb haben wir es, wenn auch schweren Herzens, gebilligt, als die kon­servative Partei von den Forderungen des Bundes der Landwirte abging und fich zu den sogen. Kommissionszollsätzen bekannte. Wir würden es aber nicht verstehen können, wollte man diese Zollsätze heute fallen lassen, um sich auf die Regierungsvorlage zurückzuziehen. Denn wir glauben, daß, wenn es nach der Erklärung des Reichskanzlers möglich ist, auf Grund der unveränderten Regierungs­vorlage für unS günstige Handelsverträge abzuschließen, dies ebenso möglich sein wird, wenn die in ihr enthaltenen Zollsätze für landwirtschaftliche Produkte nach den Kom- misfionsbeschlüsien erhöht werden. Denn diese minimale Verschiebung einiger we­niger Positionen nach oben kann nach unserer festen Ueberzeugung für den Abschluß neuer Handelsverträge nicht in betracht kommen, für unsere Landwirtschaft aber kann durch sie immer

noch für , .

konservativen Partei, und wir glauben uns darin eins mit der Regierung. Lediglich be­treffs der Höhe des landwirtschaftlichen Zoll­schutzes find wir anderer Meinung wie diese,

die es ihr gestattet, zielbewusst die wichtigste aller Aufgaben zu lösen, die für unser Volk nötige, und mit Zunahme der Bevölkerung Menge Getreide und Vieh zu pro- und unser Vaterland nach dieser

Du blühst nicht sür mich. Ein anderer Glück­licherer, vielleicht der, dem ich Sie jetzt ent­gegenführe"

Ein silberhelles Lachen unterbrach ihn: Und Sie heiraten nach dem Wunsche Ihres Vaters Alice von Rohr, es sollte mich nicht wundern, wenn er sie dazu brächte!" rief Leonie und unwillkürlich klang die scherzend begonnene Rede bittet, dann aber sprach sie ernst und weich weiter:Arbeiten Sie, Edgar, erringe» Sie fich eine Stellung, wir find jung, wir können warten."

O, es wird noch viele Jahre dauern, und dann könnte ich Ihnen nur ein sehr bescheidenes Loos bieten!" seufzte Edgar, doch hoffnungs- sreudig entgegnete sie:

Nicht so lange, wie sie fürchten. Ich bin nicht so ganz mittellos, wie Sie glauben, bei bescheidenen Ansprüchen dürsten wir es wagen."

O, Leonie!" rief er und wollte ihr zu Füßen sinken. Sie hielt ihn zurück.Ruhig, ruhig, mein Freund, lassen sie unS still sein und unser Geheimnis wahren. Das wird besser sein für Cie und für mich. Arbeiten Sie, ich werde das Gleiche tun, die Zeit wird kommen."

DaS übermütige, leichtherzige Mädchen war verwandelt, die Liebe hatte ihr etwas tief« gründiges, etwas mütterliches gegeben, wodurch sie rührend, engelhaft erschien; sie dachte, sie sorgte für den Geliebten.

Mein guter Engel!" sagte et innig und zog sie noch einmal an sein Herz. Dann legte er ihren Arm in den feinigen und führte sie nach der von Hellmut von Erbach bezeichneten

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

SornttagsbeUage: Allusttirtes Sonntagsblatt.

Unnötige Sorgen.

Zu unserem lebhaftesten Bedauern gelangte gestern abend erst die letzte Sonntag-Nummer derHessischen Landeszeitung" in unsere Hände, die in ihrem Lettattikel wahre Wundermärchen über Kreisblätter zu erzählen weiß, ganz fabelhafte Dinge wie auSTausend und einer Nacht!" Da sollen fichunsere Kreisblätter immer in einer gewissen fatalen Lage befunden haben seit dem Erscheinen des ZolltarisentwurfS, Weil sie auf der einen Sette von Alters her die Regierungsmeinung auf der anderen Seite den konservativen Parteistandpunkt zu vertreten hätten n. s. f.I" Da es für unS nun von höchstem Interesse gewesen wäre, einmal durch unsere eigenen Augen uns von dieser höchst originellen Einrichtung der Kreisblätter über­zeugen zu können und die Art und Weise kennen zu lernen, wie z. B. daSKreisblatt für die Kreise Marburg und Kirch­hain" auf der einen Seite von Alters her die Regierungsmeinung und auf der anderen den konservativen Parteistandpunkt vertreten hat, so blätterten wir die betreffenden Jahrgänge des genannten Kreisblattes Seite für Seite um, immer in der stillen, durch die Hessische Landeszeitung" erzeugten Hoffnung, endlich diese Dvppelnatur des amtlichen Kreisblattes konstatieren zu können. Aber leider war unser Mühen umsonst! Wir fanden weiter nichts als wieder und immer wieder amtliche Bekanntmachungen, Verordnungen u. s. w., die ja schließlich, wenigstens zum Teile, als Dokumente jener Regierungsmeinung" anzusprechen sind, aber von demkonservativen Parteistandpunkte' meldete weder Blatt noch Seite! ES stand rein garnichts davon darin! Aber da wir nicht glauben können, daß dieHess. Ldsztg." fich mit ihren Lesern einen vorzeitigen FaschingS- scherz erlauben wollte, indem fie ihnen von der Doppelnatur der Kreisblätter erzählte, bleibt uns nichts übrig, als anzunehmen, daß jene Seiten desKreisblatteS sür Marburg und Kirchhain", auf denen angeblich der konser- vattve Parteistandpunkt vertreten gewesen ist, vom Fluche des Sängers, vielleicht eines zorn- wütigen Nationalsozialen, getroffen, in Staub und Moder zerfallen und ihre Reste durch den liberalen Wind nach allen Himmels­richtungen verweht find. Wir hätten damit einen augenscheinlichen Beweis von dem Er­starken des völkerbeglückenden liberalen, des freihändlerischen Luftzuges feit dem Erscheinen deS Zolltarifentwurfes, den auch der verstockteste Konservative und Agrarier, der z. B. das Fleischnotgeschrei und den Brotwucher für demokratische Wahlmanöver zur Verhetzung der Massen hält, nicht toegleugnen könnte. Dann wäre jetzt die Zeit gekommen, in der der sozialistische und vielleicht auch der national­soziale Weizen blühte und die regierungsfreund-