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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.

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jJgO, 2ui bei allen Postämtern 2L5 Mk. texcl. Bestellgeld). iKlUlvU.ß Sonnabends in Morgen» und Abend-Ausgabe. 37*

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Koloniale Statistik.*)

In keiner anderen Bewegung unseres öffent­lichen LebenS ist von Anfang an soviel mit Schlagworten herumgeworfen worden, wie in der deutschen Kolonialpolitik. 6§ gab eine Zeit, 'm der anhaltend über den „Militarismus", eine andere, in der hauptsächlich über den „Affefforis- muS" geklagt wurde; die Beschwerden über „BSreauftattsmuS" find so alt wie unsere Kolonien selber, „Monopolwirtschaft" hieß ein ferneres böses Tema — kurz, man darf staunen, daß sich über allen diesen „ . . . ismen" die Schutzgebiete überhaupt noch gehalten haben. Neuerdings grassiert die „Kolonialmüdigkeit', leider kein für eine bestimmte Tendenz eigens konstruierter Begriff, sondern der zur Zeit ge­bräuchliche Ausdruck für einen nicht zu leugnen­den Stillstand in der Teilnahme des deutschen Publikums für unsere Kolonien. Daß ein solcher Stillstand eingetreten ist, geht mit natürlichen, wenn auch nicht erfreulichen Dingen zu. Die Zeiten der Erwerbung, der zum Teil kriegerischen Unterwerfung selbständiger Staaten oder Stämme, der manchmal schwierigen und aufregenden Verhandlungen mit konkurrienden Mächten find vorüber. Die wirtschaftliche Ent­wicklung aber vollzieht sich ohne Geräusch, ohne dramatische Ereigniffe, sie will beobachtet, viel­fach geradezu studiert werden, um überhaupt erkannt zu werden. Allzuselten findet fich ein dankbares Tema für die Tagespreffe, statt fett­gedruckter Telegramme erscheinen „Abhand­lungen" — und deren Leserkreis ist klein.

Noch ein Umstand fällt ins Gewicht. In den Gründungsjahren unserer Kolonien hielt man es für genügend, wenn über den Grund und Boden der neuen Erwerbungen berichtet werden konnte: „Weithin erstreckt fich die üppigste tropische Vegetation, prachtvoller Hoch­wald bedeckt die Höhen, unerschöpflich erscheint das Füllhorn natürlicher Furchtbarkeit", und wie die Beschreibungen der ersten Berichte lauteten. Mancher hat in ehrlichem Patriotis­mus ein kleines, aber schwer entbehrliches Kapital hineingesteckt und — verloren. Die einfache Lehre, daß eine beginnende Landeskultur ohne örtliche Erfahrungen, ohne heimische, geschulte Arbeiterschaft, ohme Aufsichtspersonal, das an Ort und Stelle ausgebildet ist, nicht nur vier oder fünf, sondern zehn und mehr Jahre braucht, um rentabel zu werden, war nicht hinreichend bekannt. Mess Lehre ist mittlerweile gezogen worden — aber unter Enttäuschungen und Entmutigung. Wohl sind wir jetzt über die schlimmste Zeit hinüber, aber die Erfolge in wirklich gezahlten Dividenden find noch zu ver-

*) Die „Berliner Neuesten Nachrichten" vom 26. Oktober 1902 (21. Jahrgang Nr. 503) veröffentlichen die nachstehenden bedeutsamen Ausführungen.

87 Nachdruck verboten.)

Verspielt.

Stemmt von F. Arneseldt.

Goftfetzuugl

Winhold lachte blöde vor fich hin.

„ So nimm Dich doch zusammen und sage, wer den Herrn von Rohr erschossen hat? Jst'S fein Bruder gewesen?

„Nein, nein! Der wars nicht? DaS haben pe nur so gesagt!" erklärte Windhold mit lallender Zunge, aber doch mit einer Bestimmt­heit, die auffällig war.

„Wars vielleicht der Oberverwalter Hart­ung?" fetzte einer, um ihn zu foppen, das Ge­spräch fort, und ein Dritter scherzte: „Bifts am Ende doch selber gewesen!"

Der Jubel erreichte den Höhepunkt, als Winhold antwortete: „Hab' nicht auf ihn ge- schoffen, dacht', er wär' ein Hirsch!"

„Bringt den Menschen fort, der redet fich « feiner Besoffenheit noch um den Hals!" rief «an. Winhold war nach dieser letzten Aeußerung w sich zusammengefunkeu. Nun fühlte er sich dvn je zwei kräftigen Fäusten bei den Schultern Wackt, auS der Bank gezogen und fortgeschleppt.

„Viel Vergnügen wünsch' ich der jungen Frau, wenn man ihr den Betrunkenen heim­bringt!" rief ein Uebermütiger hinterher.

„Was der wohl morgen für ein Gesicht machen würde, wenn man ihm erzählte, er hätte gesagt, er habe Herrn Wilhelm von Rohr für einen Hirsch gehalten und ihn totgeschoffen!"

,DaS hat er nicht gesagt!" widersprach man.

„Nun man könnte ihn daraufhin anzeigen!"

einzelt: es sind erst vier Plantagen- und Handelsgesellschaften, die ihren Anteilbesitzern nennenswerte Zinsen 5% und darüber — bringen. Das wird fich beflern, aber äugen» blicklich ist es kein Agitationsmittel, kein Moment, um in Handels- und Jndustriekreisen zur Kapitalhergabe anzuregen. Man muß es als ein ganz günstiges Ergebnis betrachten, wenn im Vorjahr immerhin noch über 31/, Mill. Mark für neue deutsche Kolonialunternehmungen aufgebracht sind.

Anders sprechen die Zahlen der Industrie. Wenn wir die gesamte Einfuhr in unsere Schutz­gebiete auf Rechnung des Begriffes „Industrie" setzen, so ist das in einzelnen Posten unrichtig, es sind z. B. auch Rohprodufte landwirtschaft­licher Art darunter. Aber sie treten derartig in Wert und Menge zurück, daß die Rechnung im ganzen nicht falsch wird. Die Einfuhr in unsere Schutzgebiete hat fich von 1890 bis 1900, Kiautschou eingerechnet, von 141/* bis auf etwa 60 Millionen Mark gehoben. Das ist nicht nur ein „absolut" günstiges Resultat, sondern es übertrifft, wenn wir es mit der Einfuhr in die afrikanischen Kolonien Frankreichs und Englands vergleichen und Algerien und Kap- land ausscheiden, die fich dort ergebenden Steigerungszahlen. Für das französische Afrika ergiebt sich eine Steigerung von etwa 50 auf 140, für das englische Afrika von 51 auf 101 Millionen Mark. Daraus ergiebt sich also, daß die deutschen Schutzgebiete in der Aufnahme fremder Handelsartikel fich erheblich schneller entwickelt haben als die Mehrzahl der englischen Kolonien in Afrika.

Freilich ist das für den Kaufmann und den Industriellen ftin durchaus schlagender Beweis für die dauernde Aufnahmefähigkeit unserer Schutzgebiete. Wer z. B. unsere Kolonien auf alle Zeiten für künstlich gezüchtete, nicht für wirtschaftlich aus fich selbst entwicklungsfähige Pflanzen hält, der wird für die enorme Ein­fuhrsteigerung nur das eine Wort „Reichszu- schüfse" haben und womöglich fest überzeugt sein, mit diesem Hinweis auf die künstlich ge­hobene „Kaufftaft" der Schutzgebiete alle günsti­gen Schlußfolgerungen beseitigt zu haben. Selbstredend kann man diesen Gegnern wohl mit beweiskräftigen Einzelzahlen dienen. Man kann anführen, daß ein Absatz von Baumwoll­waren für mehr als 4 Millionen Mark allein für Deutschostafrika im Jahre 1901 durch keinen, noch so großen Reichszuschuß erklärt wird, sondern nur auf die ganz allgemein gehobene Kaufftaft der Eingeborenen zurückgeführt werden kann. Ebenso wird man sagen können, daß das Keine Schutzgebiet Togo mit etwa 150 Europäern nicht infolge des Reichszuschusses für für 1V3 Million Mark Baumwollwaren ein- sühren konnte, auch nicht für 1 Million Mark Spirituosen (!). Aber solche Zahlen, die sich

„Fehlt ja wohl noch, daß wir uns auf solche Dinge einließen."

„Laß die allen Geschichten ruhen!"

„Vor Gericht gehen. Lauferein haben, fthlte noch."

So sprach man durcheinander. Die Mehr­zahl der Zuhörer wäre bereit gewesen, daraus zu schwören, daß Winhold im Rausche Dinge geschwatzt, an denen kein wahres Wort war, und stieg bei Diesem und Jenem doch ein leiser Verdacht auf, redete er fich den gefliffentlich aus.

Nur einer von allen Anwesenden tat dies nicht — Förster Kries aus Feldberg.

Sogleich nach der Entfernung Winholds stand er auf und schnallte den Hirschfänger fester. Man versuchte, ihn zurückzuhalten: „Ihr wollt doch nicht schon fort, Kries, es ist noch früh am Tage."

„Mein Weg ist der weiteste, und ich muß morgen bei guter Zeit heraus," erwiderte er und ließ fich nicht hallen.

Als er auf seinem Waldwege, umwcht vom Dufte der harzreichen Bäume, dahinschritt, murmelle er:

„Ich muß mich beeilen, daß ich Herrn von Erbach noch im Parke treffe, er bleibt ja jetzt immer sehr lange draußen. Ich möchte ihm doch die Geschichte von Winhold erzählen und ftagen, was er davon hält. Der Wein erfindet nicht, er schwatzt nur aus!"

14. Kapitel.

„Das ist ja die tollste Sache, die mir je vorgekommen ist! Hellmuth von Erbach ladet mich zu einem Stelldichein ein und Edgar Haftung ist der lleberbringer der Botschaft!" lachte Leonie Helbing und blickte »ieber und

an der Hand der Reichsstatistik für alle Schutz­gebiete aufführen lassen, haben nur allgemeinen Wert. Selbst speziellere Daten, z. B. daß trotz des kläglich langsamen Fortschritts unserer Eisenbahnen in den Schutzgebieten bis jetzt immerhin etwa 750 km gebaut find, daß Ost- afftka im letzten Rechnungsjahr für V, Million Mark Eisenwaren ohne Schienen und Roheisen einfühfte, find noch nicht geeignet, in Handels- fteisen „werbend" zu wirken. Dazu würde eine Statistik gehören, wie sie bis jetzt noch nicht veröffentlicht, wie sie aber zur Hebung des kolonialen Interesses in industriellen Kreisen bringen!) nötig ist.

Umschau.

Unser Kaiser in England.

Unser Kaiser ist pünktlich am Vorabend des Geburtstages seines königlichen Oheims,- des Königs Eduard VII., in Sandringham einge­troffen und hat den gestrigen Sonntag, den Geburtstag des Königs im Krelle der englischen Herrscherfamilie mitgefeieft. Bis zu dem stillen weltfernen Lustschloß Sandftngham bringt das Geräusch und der Lärm des Tages nicht, vor dem Schloßportale machen auch des Volkes Haß und der politische Sfteit Halt. Auf dem Bahn­hof von Sandringham, woselbst der Kaiser am Sonnabend nachmittag mit dem Glockenschlag 6 Uhr einftaf, waren zu seinem Empfange König Eduard und der Prinz von Wales an­wesend. Die Begeisterung war ungemein herzlich, die hohen Herren umarmten und küßten sich wiederholt. — In Shornclitte, der Garnison seines Königs-Dragoner-Regiments, ist der Kaiser dem Regiment, zu dessen Chef ihn vor Jahren seine Großmutter, die verstorbene Königin Biftoria, ernannt hatte, aufs Neue näher ge­treten. Nachdem er eine Huldigungsadreffe der Bürgerschaft aus den Händen des Bürgermeisters entgegengenommen hatte, begab sich der Kaiser vom Bahnhof in einem vom Könige Eduard zur Verfügung gestellten Landauer, an dessen Seite der Oberstkommandierende der englischen Armee, Lord Roberts, ritt, in das Lager der Rohal Dragoons. Hier hielt der Kaiser eine Ansprache und nahm sodann die Parade über das Regiment ab. Aus einer Ansprache des Regiments­kommandeurs während des auf die Parade folgenden Diners ging hervor, daß der Kaiser dem Regiment ein namhaftes Geldgeschenk zur Unterstützung der Frauen und Kinder derjenigen Mannschaften, die nach Südafrika gingen, über­wiesen hatte, durch das viele Fälle von Not gelindeft und viele Familien zusammengehalten worden find. In seiner Erwiderung drückte der Kaiser seine Genugtuung darüber aus, daß aus der von ihm gespendeten Summe Gutes geschaffen worden sei, er teilte mit, daß er zum Gedächtnis an die gegenwärtige Stunde

wieder in das Briefchen, das Edgar ihr soeben zugesteckt und das sie verstohlen gelesen hatte. „Ich soll heute Abend um 7 Uhr am Ausgange des Parkes sein. Er habe mir WichttgeS mitzuteilen. Edgar Hartung wird mich hin­führen."

„Sie hätten nicht für Begleitung zu sorgen brauchen, mein Herr von Erbach! Ich wäre doch gekommen. Don Liebe zwischen uns wird bei unserer Zusammenkunft schwerlich die Rede fein, und Edgar zeigt fich garnicht eifersüchtig!" lachte fie, wurde aber gleich darauf glühend-rot.

Zwischen Leonie und Edgar war noch kein Wort von Liebe gesprochen, fie standen sogar fast immer auf dem Neckfuß, und eS wäre wohl auch zwischen ihnen noch länger so geblieben, wenn Fräulein von Rohr nicht die Abficht kundgegeben hätte, schon in der nächsten Woche Wiesenberg wieder zu verlassen. 3hnt fühlten Beide das Weh der Trennung in ihre Herzen einziehen und erkannten daran, was sie einander geworden waren.

Don dieser bevorstehenden Trennung war die Rede, als beide neben einander durch den Park schritten, der Stelle zu, wo Hellmuth von Erbach seinem Briefe zufolge, das junge Mädchen erwarten wollte. Es war am zweiten Abend nach Alices Gebuftstag; der Tag war heiß gewesen, jetzt erfMte aber eine wonnige Kühlung Wald und Flur. Leonie hatte den Hut vom Kopfe genommen und ihn au den Arm gehängt; die durch die Zweige der Bäume fallend« Sonnenstrahlen umwoben ihr Köpfchen mit goldigem Schein: fie sah unsäglich reizend auS. Edgar konnte den Blick nicht von ihr wenden, es war ihm unmöglich, den leichten Ton fest­zuhatten und gepreßt sagte er:

zu gleichem Zweck eine gleiche Summe spende. Die Offiziersmeffe beschenfte der Kaiser mit einem kostbaren silbernen Tafelaufsatz. Mft einem dreifachen Hurrah auf sein Dragoner- Regiment schloß er seine Ansprache und trat alsbald die Abreise nach Sandringham an. — In Sandringham, wo der Kaiser während des Verlaufs der ganzen Woche weilen wird, find der englische Premierminister Balfour, der Kolonialminister Chambeftain, der Staats- seftetär des Reichsamts Brodrick, der englische Botschafter in Berlin Lascelles und viele andere Staatswürdenftäger eingetroffen.

Das dräuende Defizit.

Bis vor kurzem waren es namentlich die kleineren mitteldeutschen Staaten und einige mittel« und süddeutsche mittlere Bundesstaaten, deren ungünstige Finanzlage sie eine nennens­werte Belastung mit durch Ueberweisungen nicht gedeckten Matrikularumlagen als sehr drückerck empfinden ließ. Ju neuester Zeit hat fich aber auch die Finanzlage derjenigen Bundesstaaten, welche bisher als finanziell notleidend nicht an­gesehen werden konnten, bedeutend verschlechtert. So weist der Voranschlag für ben nächsten Staatshaushaltsetat in Hamburg einen Fehlbe­trag von nicht weniger als 6 Millionen Mark auf. In Preußen hatte ferner schon bekanntlich das Jahr 1901 ein rechnungsmäßiges Defizit von mehr als 40 Millionen aufgewiesen. Für das laufende Jahr steht nach dem bisherigen Ergebnis der Finanzverwaltung wiederum ein beträchtliches Rechnungsdefizit in Aussicht, und die Aufstellung des Staatshaushaltsetats für 1903 begegnet ganz außergewöhnlichen Schwierig­keiten. Man kann jetzt ohne Uebeftreibung sagen, daß alle Bundesstaaten eine beträchtliche Vermehrung ihrer finanziellen Leistungen für das Reich als eine überaus drückende Last betrachten würden. Man wird daher in der Annahme nicht fehlgehen, daß bei Feststellung des dem Reichstage vorzulegenden Reichshaushaltsplanes für 1903 die Frage ersichtlich erwogen wird, ob es möglich ist, den hohen Fehlbetrag der ordentlichen Einnahmen des Reiches gegenüber den darauf angewiesenen Ausgaben auf dem durch die Verfassung vorgesehenen Wege der Ausschreibung von Matrikularumlagen aufzu­bringen, oder ob nicht zu dem im vorigen Jahre in Aussicht genommenen ausnahmsweisen Aushilfsmittel einer Ergänzungsanleihe gegriffen werden soll.. Im vorigen Jahre hat der Reichs­tag allerdings diesem Vorschläge nicht zuge­stimmt, aber von den Mitteln, mit denen man im vorigen Jahre einer Ergänzungsanleihe aus dem Wege zu gehen hoffte, ohne doch die Spann­ung zwischen Matrikularumlagen und lieber« Weisungen zu vergrößern, stehen im nächsten Jahre die wichtigsten nicht zur Verfügung. Kapitalbestände können nicht mehr herangezogen

„Wir werden nicht lange mehr so mit­einander wandeln, Fräulein Leonie; in der nächsten Woche schon muß geschieden fein. Ich hatte gehofft —"

„Ich auch", unterbrach fie ihn. „Den Sommer über gedachte ich hier zu bleiben, unb bin recht böse auf Ihren Vater, daß er mir bas so gestört hat."

„Sie meinen, baß Fräulein von RohrS Entschluß, schon toieber von Wiesenberg fort» zugehen, eine Folge bes anberen ist, meinem Vater bas Regiment hier ungeschmälert zu überlassen?" fragte er.

„Ohne allen Zweifel", erwiderte Leonie lebhaft. Ich möchte nur wissen, durch welche« Mtttel Ihr Vater fie dazu gebracht hat. Sie war hierher gekommen, um ihren dauernden Aufenthatt in Wiesenberg zu nehmen und dessen Bewirtschaftung zu leiten."

„Sagt sie denn nicht, waS fie zur Aender» ung ihres Planes veranlaßt hat?" fragte Edgare dem sein Vater Wohl triumphierend verkündft hatte, Fräulein von Rohr sei vor ihm zu Kreuz gekrochen, aber jede Erklärung, wie er das be­wirft, schuldig geblieben war.

„Nein, fie schweigt sich darüber aus, und Tante Ehrentraut, die eS weiß, ist stumm wie das Grab. Gewiß will Herr von Erbach etwas von mir erfahren."

„Oder er weiß etwas und will es Ihne« sagen", entgegnete Edgar." „Ach, ich habe immer die Hoffnung gehabt, Alice und Erbach würden fich hier noch finden; es wäre das ei« so paffendes Paar gewesen unb der bumme Prozeß hätte ein seliges Ende gefunden. Nu» geht er »eiter!" seufzte Edgar.

(Fortsetzung folgt)