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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Sonntagsbeilage: Allustnrtes Sonntagsblatt.
Marburg
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Erscheint täglich außer an Emm- und Feiertage».
Sonnabends in Morgen» und Wend-AuSgabe. _ . 37. Jahrg.
Druck UÄ Verlag: Joh. Aug. Loch, llniversitatS-Buchdruckeret
Marburg, Markt 2L — Telephon 56.
Sandringham.
In dem Lieblings - Aufenthalt des Königs Eduard von England, der in seiner behaglich«! Gemütlichkeit dem jovialen Charakter des britischen Regenten entspricht, wird der deutsche Kaiser seinen Oheim umarmen ... in Schloß Sandringham.
Der Kaiser-Besuch in England soll mit politischen Dingen nichts zu tun haben, wenigstens werden keine neuen politischen Tatsachen erwartet. Nun, man kann diese Behauptung Wohl getrost auf sich beruhen lasten, oder daS bekannte BiSmarck'sche Werk über die Dreikaiser- Begegnung von Scierniewice, wieüberMonarchen- Besuche überhaupt, erwähnen, daS da sagt, solche Ereigniffe bekräftigten vorher stattgehcchte Vereinbarungen, aber schufen nicht solche! Denn für neues staatsmännisches Schaffen sei die Zeit zwischen all' den Festen, die sich die Hofkreise nun doch einmal nicht nehmen ließen, viel zu kurz und, noch mehr, viel zu unruhig, um zu reifem Nachdenken und emsiger Arbeit kommen zu können.
Daß kein Anlaß vorläge, mit der englischen Regierung etwas zu verhandeln, kann man doch gewiß nicht sagen. Bei unS wird in manchen Zeitungen so viel darüber gejammert, daß Deutschland eS sei, welches Handelsvertragsverhandlungen erschwere. Mit Bezug auf England ist daS Umgekehrte der Fall, vor bald einem halben Dutzend Jahren ist unS von drüben der Handelsvertrag gekündigt, und trotz aller früheren und späteren Hoffnungen, bald ein neues festes Vertragsverhältnis entstehen zu sehen, ist es doch bei einem ungewissen Provisorium geblieben. Es find bekanntlich die englischen Kolonieen, welche auf diesem Gebiete neue Wünsche laut werden ließen, aber man sollte meinen, daß die londoner Regierung Herr genug im eigenen Hause wäre, um neue feste Vereinbarungen herbeizuführen, namentlich im vorliegenden Fall, wo der andere Kontrahent ein Staat ist, dem Alt England zu manchem Dank verpflichtet ist. Eine wohlwollendere Neutralität, als die deutsche Reichsregierung während des Buren-KriegeS — trotz der unfreundlichen Beschlagnahme unserer Postdampfer — beobachtete, kann es nicht Wohl geben, und wie gerade Kaiser Wilhelm bei seinem letzten Besuche zum Leichenbegängnis seiner Großmutter als aufrichtiger Freund Großbritanniens gefeiert wurde, kann man drüben in den Zeitungen von damals heute noch nachlesen. Es läge also wohl Grund vor, sich da erkenntlich zu zeigen, wo dies geschehen kann, sei es bei dem neu abzuschließen- den Handelsvertrags, bei der Kolonial-Re- gelunz in Ostafrika, wo die Aufteilung des bisherigen portugiesischen Besitzes nur eine Frage der Zeit, vielleicht sogar sehr kurzer Zeit ist, oder bei einer sonstigen Gelegenheit.
86 Nachdruck verboten.)
Verspielt.
Roman von F. Arnefeldt.
(Fortsetzung
»Wollen Sie unterschreiben?" fragte Hartung noch einmal.
Sie hauchte ein leises „Ja!", ergriff die Feder, die er ihr hinhielt und setzte ihren Namen unter das Schriftstück, ohne eS genau durchgelesen zu haben. Wozu auch? Durfte sie doch üaerzeugt sein, daß es ganz rücksichtslos gegen sie in Hartungs Jntereffe abgefaßt war.
Mit geteilter Aufmerksamkeft hörte sie seinen Bericht über den Stand der Finanzen von Wiesenberg und über ihr ^Privatvermögen an. Was war das alles für sie, heute, wo sie die Gewißheit erhalten hatte, daß die furchtbaren Dinge, die ihre Mutter in ihren letzten Lebenslagen auf ihre junge Seele gelegt, sich in Wahrheit zugetragen hatten. Die Schuld des Vaters ward heimgesucht an ihr, der einzigen Tochter; sie kam sich vor wie auSgetan aus der Reihe der Lebenden.
„Sie sollen ihre Handlungsweise nicht zu bereuen haben!" sagte die Bücher schließend, Hartung, der jetzt wieder bte Rolle des feinen, attigen und untertänigen Mannes übernommen hatte, „ich hoffe, daß in nicht ferner Zeit verwandtschaftliche Beziehungen zwischen unS herrschen werden und dann —"
Sie starrte ihn mit weit geöffneten Augen an und unterbrach ihn durch den schrillen Ausruf: „Was wollen Sie damit sagen?"
Allerdings werden wir in dieser Beziehung nicht zu viel hoffen dürfen, freigebig ist man an der Themse nur mit feinem Wohlwollen, aber kaum mit Taten. Und der Ton, welchen die Zeitungen, selbst offenkundige RegierungS- Organe, letzthin wieder anzuschlagen beliebte», sagt genügend, daß wir von John Bull srei- willig nichts zu erhoffen haben. Immerhin ist eS ja nicht ausgeschloffen, daß eS der deutschen Diplomatie gelingen wird oder auch schon gelungen ist, soviel sich und uns zu sichern, als wir Wohl beanspruchen können. England hat leinen unter allen europäischen Staaten, deffe» Regierung ihm sachlicher, selbst wohlwollender gegenüberstände, als Deutschland, höchstens das kleine Portugal, daS mit englischem Gelds rechnen muß, folgt unbedingt den ihm von London aus erteilten Weisungen. Es haben in den verfloffenen Jahren mancherlei unerfreuliche Auseinandersetzungen stattgefunden, die aber nicht von deutscher Seite eingeleitet fmd. Den Anfang der Attacken bildete die englische Kritik über das Telegramm Kaiser Wilhelms an Präsident Krüger, und wie nachher der Deutsche ein verurteilendes Wort aussprechen mußte, geschah es im Einvernehmen mit Angehörigen aller Kulturvölker. Die Zeiten find vorüber; treten andere und bessere an ihre Stelle, wir Deutschen werden nichts dagegen sagen, nur darf man in London die Hauptsache nicht bergeff en, nämlich die, daß Deutsche und Briten zwei vollständig gleichberechtigte Nationen find, die Briten nichts, gar nichts mehr, als wir in der Welt bedeuten, also auch davon nicht mehr die Rede fein kann, daß wir uns opferwillig um de» englischen Vetter in besondere Unkosten stürzen.
Unserem kaiserlichen Herrn wünschen wir von Herzen einen glücklichen Verlauf feiner nicht ganz strapazenfreien Herbstfahrt.
Umschau.
Die Kaiserreise nach England.
Kaiser Wilhelm hat Donnerstag abend von Kiel aus seine Reise nach England angetreten. Der Monarch war morgens aus Potsdam in Kiel eingetrcffen und dort von seinem Bruder, dem Prinzen Heinrich, dem Staatssekretär v. Tierpitz, sowie dem Admiral v. Köster empfangen worden. Die Kriegsschiffe im Hafen, darunter auch russische und türkische, feuerten den Kaisersalut; die Besatzungen standen in Parade. Mittags begab sich S-. Majestät unter brausendem Hurrah der Bevölkerung nach der Kaserne der Matrosendivifion, wo Infanterie und Matrosen Reihen bildeten. Während die Musik den holländischen Ehrenmarsch spielte, schritt der Kaiser die Front der vom 1. See- bataillon unter Hauptmann v. Soden, dem tapferen Verteidiger der deutschen Gesandtschaft
„Mein Sohn verehrt Fräulein von Rohr so sehr," entgegnete Hartung, durch ihr Betragen doch etwas aus der Haltung gebracht, „er schmeichelt sich auch, Ihre Gunst zu besitzen und —"
Mtt einer hoheitsvollen Bewegung gebot ihm Alice Schweigen; ihre Gestalt schien zu wachsen, ihr Gesicht nahm einen eisigen Ausdruck an. „Wie können Sie e8 wagen, in dieser Stunde, wo Sie mir so furchtbare Enthüllungen gemacht haben, von solchen Dingen mit mir zu reden?" fragte sie. „Sie haben mich meines Besitzes beraubt, meine Person möchte ich nicht mit in den Handel einschließen. Ich denke, wir find wohl für heute mit einander fertig, Herr Obsrverwalter." Sie wandte fich der Tür zu.
„Doch »och nicht ganz, mein gnädiges Fräulein," erwiderte Hartung, sie am Arm^ ergreifend, „es erübrigt noch, daß Sie mich der Unterbeamten vorstellen."
„Gut, so finden Sie sich zu diesem Akt im? Schlöffe ein!" sagte Alice, neigte leicht der Kops und verließ das Bureau.
„Straffer durfte ich den Bogen nicht spannen' und auf der Heirat bestehen," murmelte Hartung, als er fich allem sah, „es war vielleicht nicht klug, daß ich heute davon anfing: Edgars Benehmen hatte mich dazu verlockt. Werde übrigens ein ernstes Wort mit dem Burschen reden, wenn der dentt, et könne mich hinterS Licht führen und die bettelarme Leonis Helbing heiraten, so ist er im starken Irrtum."
„Ich kann übrigens mit dem Erreichten zufrieden fein!" fchmunzelte er, das von Alice unterzeichnete Dokument in den eisernen Schrank schließend. „Bin Herr von Wiesenberg. Dis Leute werden Augen machen."
bei den Pekinger Unruhe«, gestellten Ehrenwache ab. Vor der Vereidigung der Marinerekruten sprach der Monarch eine Abteilung russischer Matrosen in den Lauten ihrer Heimat an. Nachdem die Rekruten vereidigt waren, wies Se. Majestät auf die Bedeutung des Eides hin, ermahnte zur Treue gegen Kaiser und Reich, wie sie seine Martne stets bewiesen habe. Es wird auch mitgeteitt, daß der Kaiser das mannhafte, entschloffene Verhalten der Besatzung des Kanonenbootes „Panther" vor Haitt rühmend betonte; die Rekruten sollten dem Beispiel dieser Kameraden nacheifern. Später ließ der Monarch fich die Kommandanten de8 rusfischen Schulschiffes „Otmann" und des Türkenpa,>zer8 „Attar" vorstellen, worauf er im Kreise der deutsche« Offiziere speiste. Abends gegen 10 Uhr verließ die Yacht „Hohenzollern" mit dem Kaiser an Bord, begleitet von dem Kreuzer „Nymphe" und dem Depeschenboot „Sleipner" die Föhrde und ging durch den Kaiser Wilhelmskanal zunächst nach Brunsbüttel, von wo aus fie heute, Frettag, früh «ach der Themse steuert. Sonnabend «wrgen ersolgt dis Landung in Viktoria Port und von dort die Weiterreise nach Sandringham zu König Eduard, der am Sonntag feinen 61. Geburtstag feiert. Der Aufenthalt daselbst wird voraus- fichtlich bis zum 15. November dauern. Alsdann begiebt sich der Kaiser zur Jagd beim Earl of Lonsdale in Lowther Castle. Neber den Zeitpunkt der Rückkehr ist bisher noch fei.. Bestimmung getroffen.
Ein seltsames Parteimitglied des „weiblichen" FreifinnS ist der „wild-liberals" Abgeordnete Roeficke-Deffau. Er nimmt nicht nur an den Parteitagen der Frsifinnigen Vereinigung als Delegierter teil, sondern er tritt auch al» Referent auf und bleibt dabei trotzdem „wild". Auch auf dem nächsten Wadelstrümpfl Tage", der am 6. und 7. Dezember in Berlin stattfindet, wird der Abgeordnete Roesicke neben den Abgeordneten Dr. Barth und Gothein referieren; das „wilde" Parteimitglied wird über die sozialpolittschen Aufgaben — bekanntlich eine Spezialität von ihm — sprechen, Gothein soll die handelspolitische Lage — vermutlich nicht in einer seiner, auf der Höhe Stadthagen'scher Leistungen stehenden Dauerreden — behandeln. Dr. Barth endlich wird kommunale Fragen betrachten. Es ist sonderbar, ein „wildes" Parlamentsmitglied in einem Parteiverbande eine so bedeutende Rolle spielen zu sehen. Herr Roeficke will offenbar feine,: Wählerschaft den Schein aufrecht erhalten, als sei er ein vollständig unabhängiger „ßtberoler"; seine Wähler werden aber gut tun, ihn, sofern er das betonen sollte, zu fragen, was er alsdann in der Freifinnigen Vereinigung als Referent zu suchen gehabt habe.
13. Kapitel.
Es war eine große und nicht durchweg angenehme Ueberraschung für die im großen Saale deS Schloffes versammelten Beamten und Diener von Wiesenberg, als Fräulein Alice von Rohr ihnen die Mitteilung machte, sie habe nach ernster Erwägung fich veranlaßt gesehen, den Herrn Oberverwalter Hartungin unumschränkten Besitz aller Befugniffe zu kaffen, die er seither laut Testament ihres Vaters besessen hatte. Sie werde in kurzer Zeit Wiesenberg wieder verlassen, man habe fich in allen Dinge» lediglich an Herrn Hartung zu wenden.
Man konnte Hartung nicht nachsagen, daß sein Regiment ein hartes oder unbilliges gewesen sei. Er hatte den Grundsatz: „Leben und leben lassen", mochte fich keine Feinde machen, die ihm zu lästigen Aufpassern werden konnten und liebte es überhaupt, den freundlichen und angenehmen Mann zu spielen. Dennoch gab es eine Anzahl von Leuten, die fich auf den Antritt von Fräulein von Rohr« Herrschaft gefreut hatten. Bei Manchen war es nur der Wunsch nach Veränderung, andere nwchte» ein noch milderes Regiment und getoiffe Vorteile für fich erwarten.
Tödlich erschrocken war Frau Doktor Ehreu- traut gewesen, als Alice, bevor fis zu den Leuten hinauStrat, fich ihr in dis Arme geworfen, und ihr zugeflüstert hatte, eS sei alles wahr. Sie habe sich zu ungeheuren Zugeständnissen für Hartung herbeilaffen müssen, ihres Bleibens in Wiesenberg könne nicht mehr sein, schon in der nächsten Woche wollten sie »och Berlin zurückkehren.
Ganz außer sich über alle diese Dinge war auch Leonie, der die eigentlichen Beweggründe
Landarbeiter auf dem gewerblichen ArbeitSmarkt.
In einer Erörterung über die dorausfichttiche Gestaltung der gewerblichen Konjunktur in böt nächsten Monaten huldigt die demokrattsche „Berl. Ztg." ziemlich pessimistischen Anschauungen. Es ist da von dem jetzt schon statt steigenden Ueberangebot von Arbeitskräften die Rede und heißt dann wörlich weiter: „In di» Städte und Jndustriecentren strömt gerade im Oktober ein großer Zuzug vom platten ßanbt und wen« er auch dieses Jahr nicht so bedeuten» ist wie in den Jahren des Aufschwunges — (wo er durch industrielle Werbeagenten künstlich angeregt wurde, d. Red.) —, so drückt er doch empfindlich genug auf de» gewerblichen Arbeit»- markt. Die finknde Tendenz der Arbeitslöhne bei de» ungelernten Arbeitern rührt in der Hauptsache von der Einwirkung dieses billige» Zuzuges her!"
Hier wird cckso von einem ganz demokratischen Organ einmal eingestcmden, wir schädlich die übergroße Landflucht auf di» Erwerbslage der Arbeiter in den Großstädten und Jndustriecentrsn einwirkt. Zur Verhinderung oder wesenttichen Verminderung dieses billigen, Lohn verderblichen Zuzuges der Landarbeiter giebt eS aber nur ein einziges wirksames Mittel . . . Verbesserung der Er» werbSlage der Arbeiter aus der deutschen Ackerscholle. Nur wenn die Arbeiter der Großstädte und Jndustriecentren bereü find, jenen Arbeitern für ihre Arbeitsprodukte einen der aufgewandten Zeit entsprechenden Preis zu zahlen, werden fie von dem verderblichen Wettbewerbe jener auf dem großgewerblichen Arbeitsmarkt verschont bleiben. Andernfalls muß das Ueberangebot von Arbeitskräften ländlicher Abkunft in den Städten von Jahr zu Jahr' stärker werden, und ->»n solches wirkt sicher viel ungünstiger auf di» vonshaltung der großstädtischen Arbeiter ein, als eine relativ etwas höhere Preislage für Nahrungsmittel.
Deutsches Reich
Berlin, 7. November.
— Ob unser Kaller in England mit dem Könige von Portugal eine Begegnung haben wird, hört man jetzt vielfach fragen. Man meint nämlich, daß die Kaiserreise doch wohl dem deutsch-englischen Geheimabkommen gelten wüßte, falls der Kaiser eine Begegnung mit dem König Karl hätte, daß der Reise diese Frage -jedoch nicht zu Grunde läge, wenn die Begegnung unterbliebe. Darauf wird nun, anscheinend im Auftrage der Regierung, erklärt, daß sich die beiden besreundeten Herrscher in England selbstverständlich nicht ausweichen werden, sollten sie ihre Wege zusammenführen; von der heute fchon bestehenden Absicht einer Zusammenkunft könne jedoch gar keine Rede sein. Der Besuch Kaiser Wilhelms in England trage ausschließlich privaten und persönliche« Charakter.
dazu verborgen blieben, und im hohen Grade erstaunt zeigte sich Edgar Hartung. In letzter ® Zeit, wo er nicht mehr so wie früher gedankenlos in den Tag hineinlebte, war ihm doch mancherlei im Wesen und Tun des Vaters ausgefallen, worauf er ftüher wenig Acht gehabt; er hatte herausgebracht, daß der Alte spielte und schon bedeutende Summen verloren habe, und dem Tage, an dem Fräulein von Rohr Rechenschaft von ihm fordern würde, mit Sangen entgegengesehen.
Nun hatte sie ihm die weitere Verwaltung des Gutes und ihres gesamten Vermögens übergeben, so zu sage» zu seinen Gunsten abgedankt. Das konnte nicht mit rechten Dingen zu gehen. Der Vater mußte Mittel besitzen, um sie zu einem solchen Verzicht zu zwingen. Welcher Art mochte» die wohl fein? Er beschloß, die Augen offen zn halte» und der Sache aus den Grund zu kommen, das konnte für ihn in mancher Beziehung vorteilhaft fein und ihm möglicherweise über den Alten, der ihn doch allzu sehr duckte und knapp hielt, einllebergewicht verschaffen.
I» der Waldschenke, einem von Förstern, Wirtschaftsbeamten, den Lehrer» und Kantoren der Umgegend und sonstigen diese» Kreisen an» gehörenden Leuten viel besuchten Wirtshaufe, wohin auch die Studenten aus Jena zuweilen einen Bummel unternahmen, ging eS am Abend der MündigkeitSerklärung Alice von Rohrrecht lebhaft zu. Die Angehörigen von Wiesen- berg hatten eine Einladung erwartet und waren verwundert und verletzt als eine solche nicht erfolgte, um so zahlreicher war man in btt Waldschenks gezogen, um trotzdem den Tag bei geistigen (getränten und lebhafter Unterhaltung zu beschließen. (Fortsetzung folgt.)