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Sonntagsbeilage: Jlttrftrirtes Sonntagsblatt.

Biertelj^.hrlicher Bezugspreis: bei der ExpedNon 2 ML, bei allen Postämter« 2,25 ML (excl. Bestellgeld).

2»sertionsgebühr: die gespaltene Zelle oder deren Raum 10 Psg.

Reclamen: die Zelle 25 Psg.

Marburg

Sonnabend, 1. November 1902.

Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertagen, Sonnabends in Morgen- und Wend-Ausgabe. Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, llniversitäts - Buchdruckerei Marburg, Markt 21. Telephon 55.

37. Jahrg.

Aus Präsident Paul Krügers Lebenserinnerungen.

DieGartenlaube" läßt ihrer ersten Ver­öffentlichung ausPräsident Paul Krügers Lebenserinnerungen" (Buchausgabe demnächst bei I. F. Lehmann in München) nun in ihrer soeben erschienenen neuesten Nummer weitere Mitteilungen, namentlich aus der Zeit des Jameson-Einfalls bis zum Beginn des Krieges folgen, woraus wir im Nachstehenden einige Auszüge geben:

Von dem Tage an, da die Trekker ihre alte Heimat verließen, fühlten sie sich von England bedroht. Ein stiller Kampf zwischen beiden Itetiewa zieht sich durch die ganze Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zum offenen Kampfe kam es erst nach der Annexion. Krüger hat vor dieser Annexion vergebens gewarnt. Im Jahre 1879 fanden drei große Versammlungen zu Wonderfontein und Kleinfontein statt, teils um dem englischen Kommiffar Gelegenheit zu geben, fich gegenüber der Behauptung, daß die Bürger selbst die Annexion wünschten, von der wahren Volksstimmung zu überzeugen, teils, um zu be­schließen, was nun geschehen solle. In der dritten Versammlung wurde ein Volksbeschluß gefaßt, der feststellte, daß das Volk frei und unabhängig zu bleiben verlangte, daß es die Wiederherstellung seiner unabhängigen Der- faffung und Wiedereinsetzung eines DolkSrates forderte.

Kurze Zeit dannach gelang es den Trans- vaalern auch, einen Förderationsplan von Süd­afrika, der im Kapparlamente zur Beratung kommen sollte zum Scheitern zu bringen.

Während Krüger und Joubert zur Hinter­treibung dieses gefährlichen Föderationsplanes in Kapstadt weilten, sprach eines Tages ein Parlamentsmitglied bei ihnen vor und lud sie zum Besuche bei Sir Bärtle Frere ein. Die Einladung wurde erst rundweg abgelehnt.Als aber die Einladung" wir citieren hier Paul Kriegers eigene Wortewiederholt wurde mit dem Zusatze, Sir Frere wünsche die Herren privatim zu sprechen, da erklärte Krüger: Ich werde kommen, wenn Sie mir sagen können, welcher Sir Bärtle Frere es ist, der nach uns verlangt, denn ich kenne deren bis jetzt vier. Der erste kam zu uns nach Kleinfontein und versicherte uns, er sei nicht gekommen unter englischer Flagge mit dem Schwert, sondern als Bote des Friedens. Später ersah ich aus einem englischen Blaubuch, daß an demselben Tage ebenfalls ein Sir Bärtle Frere, also ein Zweiter an die englische Regierung geschrieben hat: Hätte ich nur genug Kanonen und Soldaten gehabt, so hätte ich die Aufruhrmacher rasch auseinander gejagt gehabt." Den dritten Sir Bärtle Frere lernte ich gelegentlich der Be­antwortung unserer Bittschrift um Zurücknahme der Annexion kennen; er sagte damals, er habe

80 Nachdruck verboten.)

Verspielt.

Roman von F. ArnefeldL «Fortsetzung.)

Auf allgemeines Andringen entschloß der Kandidat sich zu einer Art von Abbitte, und der Friede war notdürftig hergestellt, man nahm jedoch das unterbrochene Spiel nicht wieder auf; erst jetzt war man inne geworden, wir weit der Tag inzwischen vorgerückt war.

Einzeln, vorsichtig, sich nach allen Seiten ängstlich umschauend, verließen die Genoffen die Spielhölle. Als sie aus dem heißen Raume ins Freie traten, zeigte sich am blsßblauen Himmel bereits der Abendstern. Ein ganzer Tag war im wüsten Gelage dahingebracht worden. Erschöpft und taumelnd, weniger von den genoffenen geistigen Getränken als von der Aufregung des Spiels und des Auftritts mit dem Kandidaten trat Hartung den Weg nach dem zu seinem Glück nicht fern liegenden Bahn­hof an. Hätte er nicht die Karte zu seiner Rückfahrt schon am Morgen gelöst gehabt, es würde ihm an Geld gefehlt haben, sie zu be­zahlen und er hatte sich außerdem auf Ehren­wort verpflichtet, dem Grafen 1000 Mark, die dieser ihm gestundet, binnen 48 Stunden zu entrichten.

Ich habe kein Geld in der Kaffe!" stöhnte er, während er in einem Abteil erster Klaffe, in dem er fich allein befand, die Fahrt machte. Die ganze Einnahme für die verkaufte Wolle ist heute drauf gegangen. Es bleibt mir nichts übrig als morgen wieder nach Jena zu fahren

der britischen Regierung mitgeteilt, daß er in Kleinfontein etwa 5000 der besten Buren ge­troffen habe und deren Petition zur ernstesten Erwägung empfehle; später habe ich aus den englischen Blaubüchern ersehen, daß an demselben Tage ein Sir Bärtle Frere, also offenbar ein vierter, der britischen Regierung mitgeteilt hat, es sei nur ein Haufen von Aufrührern gewesen, den er getroffen habe. Da8 alles kann doch unmöglich ein und derselbe Mann fein; wenn Sie mir also sagen können, welcher von diesen vier Sir Bärtle FrereS uns sprechen will, so können wir unS die Sache ja einmal überlegen."

Ueber Rhodes und seine Kompagnie schreibt Krüger: Für das Verständnis der neuesten Ge­schichte Südafrikas ist die Kenntnis der Chartered Company" unentbehrlich, und ihre Erwähnung bringt mich von selbst auf den Mann, der am meisten zu dem Unheil beige­tragen hat, das Südafrika getroffen hat: Cecil Rhodes. Bereits im Jahre 1888 kam auf seine Veranlassung ein Traktat zu Stande zwischen Sir Hercules Robinson, dem damaligen Hohen Kommiffar und dem Matabelehäuptling Loben- gula. Kurz danach wußte er für fich selbst eine Konzession von Lobengula zu bekommen, die er ausschließlich dazu benutzte, festen Fuß im Matabeleland zu fasten, und die Ausbreit­ung der südafrikanischen Republick nach dieser Richtung hin zu verhindern. Sehr bald sah er ein, daß er dieses Ziel nur unter dem Schutze Englands erreichen könne; darum begab er fich nach England, um eine sogenannte Charter zn erlangen. Das glückte ihm auch ohne große Mühe; es ist unzweifelhaft, daß viele der höchsten Personen in England Anteil an seiner Charteret» Company bekamen.

Bezüglich des Jamesoneinfalles erzählt Krüger: Gerade als die Gährung in Johannesburg ihren Höhepunkt erreicht hatte, war es, daß Präsident Krüger in Prätoria, gelegentlich der Ueber- reichung einer Adreffe durch die Bürger gegen­über ihrem Drängen auf Bestrafung der auf­rührerischen Elemente die Worte gebrauchte: Man muß der Schildkröte erst Zeit geben, ihren Kopf herauszustecken, ehe man sie fassen kann." Aus diesen Worten wollte man den Beweis herleiten, daß Krüger von der Vorbereitung des Jamesoneinfalles gewußt und mit der Schild­kröte Jameson bezeichnet habe. Diese Be­hauptung ist aber völlig unbegründet. Weder Krüger, noch sonst jemand von den transvaali- schen Behörden hatte damals eine solche Tat für möglich gehalten; noch viel weniger wurde sie erwartet.

Ueber den letzten Krieg sagt Krüger, er sei trotz aller Zugeständnisse, trotz aller Verträg­lichkeit und Nachgiebigkeit von feiten der Re­publik ausgebrochen. Mit den Waffen, in der Hand habe er an diesem Streite um die Frei­heit seines Landes nicht teilnehmen können. Aber ungeheure Anforderungen wurden an seine

und das Geld aufzunehmen. Glücklicher Weise habe ich Credit.

Aber wie lange noch?" fuhr er fort. In wenigen Tagen wird Fräulein von Rohr ein­undzwanzig Jahre, dann muß ich ihr Rechen­schaft ablegen, dann muß ich die Herrschaft an sie abgeben, zu einer weiteren Ausdehnung meiner Macht habe ich ihren Schwachkopf von Vater nicht bringen können."

Ich werde mir selbst helfen!" fügte er, fich aufrichtend, hinzu:Ich werde, ihr ein­heizen, daß fie mich kniefällig bittet, die Leitung der Geschäfte zu behalten, daß fie verspricht zu tun, was ich will."

Mit diesem Vornehmen verließ er in Dorn­burg den Wagen und trat zu Fuß den Weg nach Wiesenberg an.

11. Kapitel.

Der 20. Juli war für Schloß Wiesenberg und alles, was dazu gehörte, ein wichtiger, be­deutsamer Tag. Fräulein Alice von Rohr feierte heute ihren Geburtstag und zwar war es der einundzwanzigste, der fie großjährig und tatsächlich zur Herrin von Wiesenberg machte, waS fie bisher nur dem Namen nach gewesen war. Oberverwalter Hartung hatte nunmehr das Regiment an fie abzutreten.

Schon am frühen Morgen war ihr durch einen ganz leidlich geschulten Chor der Dorf- kinder unter Leitung des Schullehrers ein Ständchen gebracht worden; fie war hinunter­gegangen, um fich zu bedanken und hatte auch, unterstützt von Leonie und Frau Ehffen eigen­händig den Kaffee eingegoffen und den Kuchen verteilt, mit dem die kleinen Sänger in einem

Arbeitskraft gestellt. Es gab für ihn keme Nacht, in der er ungestört schlafen konnte. Als die Zeit der Entmutigung über die Bürger kam, eilte er selbst zu den Kommandos, um die Zuversicht der Kämpfer zu stärken.

Krüger schließt seine Erinnerungen mit den Worten:Ich bin überzeugt, daß Gott die Seinen nicht verläßt, auch wenn es ost so scheint, und ich ergebe mich in den Willen des Herrn, da ich weiß, daß er das bedrängte Volk nicht untergehen laffen wird. Der Herr hat alle Herzen in seiner Hand und führt fie, wohin er will."

Umschau.

Anzeichen des Umfalls.

Kompromiß in Sicht? Bereitet fich ein Un­fall vor? So ähnlich lauten die Ueberschristen von Artikeln, die berliner Blätter am Donnerstag veröffenüichten. Es wird ganz bestimmt versichert, daß zwischen den Mehr­heitsparteien und der Regierung eine Ver­ständigung erzielt wird, falls es gelingt, die Vorlage zur dritten Lesung zu bringen. Ueber diese Wendnng derDinge sind die freihändlerischen Organe vollkommen consterniert; das hatten sie nicht mehr erwartet. Andererseits ist auch die auS den Deutschkonservattven und den Mit­gliedern des Bundes der Landwirte bestehende Rechte über diese plötzlichen und durch nichts gerechtfertigten Umfallabfichten deS Zentrums aufs höchste erstaunt. Nachdem allerdings am Mittwoch schon der Reichstag über den Antrag Wangenheim, der für die G ärtn er ei erzeugnisse einen kräftigen Schutzzoll verlangte, auf Betreiben deS Zentrums gegen die Stimmen der Konservativen und oer Bündler einfach zur Tagesordnung überge­gangen war, konnte über die wahre Gesinnung deS Zentrums kein Zweifel mehr bestehen. Wie man über diese Schwachherzigkeit selbst auf der äußersten Linken denkt, beweist folgende Plauderei derBerl. Volks-Ztg.," die an geringschätzenden Hohn nichts zu wünschen übrig läßt. Das Blatt schreibt:

In Reichstagskreisen wird viel bemerkt, daß der Führer der Centrumspartei, der Abge­ordnete Dr. Spahn neuerdings stets mit einem glänzenden Chlinderhut auf dem Haupte im Reichstagsgebäude erscheint. Herr Spahn trägt im gewöhnliche» Leben einen runden schwarzen Filzhut, nur bei feierlichen Anläffen schmückt er fich mit dem Cylinder. Zu diesen feierlichen Gelegenheiten gehören in erster Linie Besuche bei den Ministern, namentlich bei dem Reichs­kanzler. Aus der extraordinairen Kopfbedeckung des Herrn Spahn folgert man nun, daß der Füherr der Centrumspartei und der Reichskanzler gegenwärtig sehr viel mit einander zu plaudern haben. Wenn sich daS so verhält, dann gelingt es bis zur dritten

großen Zimmer des Beamtenhauses bewirtet wurden.

Auf Ai dringen der Frau Doktor Ehren­traut und ihrer Cousine hatte Alice heute die Trauer ganz abgelegt und trug schon am fest­lichen Morgen ein dunkelblaues Seidenkleid mit reichem Ausputz. Gegen irgend welches Schmuckstück aus den reich gefüllten Etuis ihrer Mutter hatte sie fich aber entschieden gewehrt, ebenso gegen Blumen, die Leon'e ihr aufnötigen wollte. Ihr schönes dunkles Haar war schlicht frisiert und etwas in die hohe, weiße Stirn hineingekämmt, eine kleine Brosche mit einem von Rubinen umgebenen nicht allzu großen Diamant hielt den weißen Spitzenkragen ge­schloffen, auch war daran die feine goldene Kette mit der kleinen Uhr befestigt, die fie fast immer im Gürtel trug.

Während Alice die Reihe ihrer kleinen Gäste entlang schritt, freundliche Worte zu ihnen sprach und fie zum Zulangen ermunterte, trug ihr Ge­sicht doch keinen frohen Ausdruck. In wenigen Stunden hatte fie den Rechenschaftsbericht des Oberverwalters entgegenzunehmen, und fie fühlte, daß fie au einem entscheidenden Wendepunkt ihres Lebens stand; Hartung mußte ihr jetzt klaren Wein eingießen, tat er es nicht aus eigenem Antriebe, so wollte fie ihn geradezu fragen.

Leonie, die in ihre Lieblingsfarbeweiß" gekleidet war und trotz des frühen Morgens schon wieder den Blumenflor des Gartens für ihren Schmuck geplündert hatte, trat zu ihr, legte ihr schmeichelnd die Hand auf die Schulter und sagte:Ueberlaffen wir jetzt die Kleinen fich selbst und der Obhut des Herrn Lehrers;

Lesung doch möglicherweise, die verschiedenen Meinungen über den Zolltarif so unter eine« H ut zu bringen, wenn nicht unter den Cylinder des Herrn Spahn, so doch vielleicht unter de« steifen Filzhut des Herrn Reichskanzlers, daß die letzte Abstimmung über die Zollvorlage deren Annahme ergibt. Man soll also Cylinder- hüte nicht unterschätzen, fie können unter Um­ständen weltgeschichtliche Bedeutung erlange«

Die Wetterfahne.

Am 21. Oktober 1901 teilte dieKölnische Zeitung" aus guter Quelle mit, daß die Ge­treidezölle im Minimal mit 6 Mk., im Maximal mit 71/, Mk. erscheinen würden, fie schrieb darauf am 27. Oktober des genannten Jahres (der Tarifentwurf lag damal8 bekanntlich noch dem Bundesrate vor):

Daß für die Landwirtschaft der Zollsatz von 3x/3 Mk. nicht ausreicht, daß eine Erhöhung desselben auf 51/* Mk., vielleicht auf 6 Mk. wird zugestanden werden muffen. Dafür ist im jetzigen Reichstag eine Mehrheit schon jetzt gesichert, sowie die Verbündeten Regierungen nachdrücklich für die Notwendigkeit dieser Mindest­sätze eintreten. Richtig ist, daß die agrarischen Schreier es fertig gebracht haben, in weiten landwirtschaftlichen Kreisen Mißtrauen dahin zu säen, daß bei den dernnächstigen Handels­vertragsverhandlungen diese Mindestsätze preis­gegeben werden könnten. Es würde deshalb nicht unzweckmäßig sein, dieses Mißtrauen dadurch zu beruhigen, daß die Verbündeten Regierungen vor Abschluß der Handelsverträge dem Reichstag bindende Zusicherungen geben, bei den Verhandlungen nicht unter diese Mindest­sätze herunter zu gehen."

Genau vor einem Jahre also war daS rheinischeWeltblatt" entrüstet, daß dieagra­rischen Schreier" ihre Besorgnis darüber aus­drückten, ob die Regierungen auch wirklich 6 Mk. Mindestzoll bewilligen würden. Ebenso entrüstet bekämpft heute dieKölnische Ztg." dieagrarischen Schreier", weil fie den von ihr als einem derzugestanden werden müsse" bezeichneten Mindestzoll verlangen. DieRhein.- Westfälische Zeitung" hat ganz recht, wenn sie diesenDreh" für unanständig erklärt; allein diesenDreh" hat der nationalliberale Dele­giertentag zu Eisenach doch auch mitgemacht. Die Wetterfahne ist das Sinnbild nicht nur für dieKölnische Zeitung", sondern seit dem Tage von Eisenach leider für die ganze national- liberale Parteileitung.

Sozialdemokratische Ausbeutung von Arbeitern.

DieVertrauensleute" veröffentlichen im Vorwärts" folgenden Aufruf:

Arn kommenden Sonntag vormittag findet in Berlin und den Vororten eine umfassende

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die Kuchenberge werden viel schneller dem Boden gleich gemacht werden, wenn wir nicht mehr dabei find. Tante Ehrentraut und ich möchten Dich gern noch ein Stündchen für uns haben, bevor der offizielle Tag beginnt.

Alice antwortete nur durch ein Kopfnicken und einen Seufzer, der zwar leicht hingehaucht war, aber doch sehr schmerzlich klang, so daß Leonie zuredend sprach:

Liebchen, was drückt und quält Dich? Es ist ja recht traurig, daß Du schon in so jungen Jahren die Eltern verloren hast, aber geht es mir denn bester? Und nicht Jede, die elternlos im Leben steht, erhält mit ihrer Mündigkeit einen so herrlichen Besitz wie Wiesenberg. Ich"

Komm, komm!" unterbrach fie Alice, von ihren Reden offenbar gepeinigt, und die beiden jungen Mädchen verließen das Zimmer und schritten Arm in Arm über den heute festlich aufgeräumten Gutshof, dem Schlöffe zu, auf dem die Fahne in den Farben des Rohrs lustig im Winde eines klaren, nicht allzu warmen Sommermorgens flatterte.

Leonie führte die Coufine nach dem den Damen als gemeinschaftlichen Salon dienenden dreifenstrigen Zimmer, an dessen Wänden einige gute, italienische Landschaften darstellende Bilder hingen und besten Möbel aus dunklem Maha­goni waren. Sopha, Sessel und Stühle waren mit einem wenig verblichenen, apfelgrünen Seidenstoff mit eingewirkten Rosenbouquets be­kleidet, zu dem die auf dem parkettierten Fuß­boden an einigen Stellen liegenden nur mäßig großen Teppiche paßten.

(Fortsetzung folgt)