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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: JUuftrirtes Sonntagsblatt.

Biertelj^hrlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk^ JVi 273 bei allen Postämtern 2,25 Mk. (ejcL Bestellgeld).

Zusertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Freitag, 31. Ottober 1902.

Erscheint täglich außer au Sonn- und Feiertage«. Sonnabends in Morgen- und Wend-Ausgabe.

Druck und Verlag: Joch. Aug. Koch, Universitäts-Buchdruckers Marburg, Markt 21. — Telephon 55.

37. Jahrg.

Vom deutsch-amerikanischen Petroleummonopol.

Die Bestrebungen der deutsch-amerikanischen Petroleumgesellschaft, ein Petroleummonopol sowohl im Groß- wie Detailhandel über ganz Deutschland hin zu schaffen, werden mit großer Zähigkeit und einem bedeutenden Aufwande von Mühen und Kosten fortgeführt. Die Veröffent­lichungen der Handelskammern darüber lassen tzies nur zu deutlich erkennen. Der deutsche Handel, soweit er bei dieser Frage direkt be­teiligt ist, hat vielleicht die, ihm durch die Tendenz jener Gesell'^aft drohende wirtschaft­liche Schädigung nicht rechtzeitig genug in ihrer vollen Tragweite gewürdigt, oder es Wenigsteils verabsäumt, mit der geboten gewesenen Energie zur Abwehr zu schreiten. Heute ift der Ein­fluß und auch die praktische Organisation der Gesellschaft im deutschen Absatzgebiet so wert vorgeschritten, daß Gegenmaßnahmen wobt noch dazu angetan erscheinen, den Prozeß der Monopol­gestaltung und damit der Ausschaltung des Zwischenhandels, wie der Beseitigung der Kon- kurrrenz zu hemm«, aber schwerlich ganz zu verhindern.

Immer weiter breiten sich die Tankanlagen der Gesellschaft im Vinnenlande, und zwar im Anschluß an die Eisenbahnlinien und -Stationen, aus. Für die Schaffung dieser Anlagen be­müht sich das, hinter der deutsch-amerikanischen Petroleumgesellschaft stehende Finanzkonsortium, die Dienste der Eisenbahnverwaltungen in An­spruch zu nehmen, indem man von letzteren die Ueverlaffung geeigneter Terrainplätze fordert. Da nachweislich die Eisenbahnverwaltungen bei Durchführung der Pläne der Mvnopolgesellschast in ihren Fracht-Einnahmen geschädigt werden würden, hat man von dieser Seite die Bestreb­ungen drs PerroleumtrustS nicht gefördert. So haben die, an ors- sächsische Eisenbahnverwaltung gerichteten Gesuche uni Gewährung von Anlage­plätzen nach eingeholter, ungünstig lautender Auskunft bei den Handelskammern bekanntlich eine runde Ablehnung erfahren. Auch ist die preußische Regierirng darauf bedacht, den Fast- lagerungen vor den Tanklagerungen Vorteile zu gewähren. Es geschieht dies gerade aus dem Grunds, um zu verhindern, daß die mittleren und kleineren Lagereien in Abhängigkeit von den Monopolgesellschaften geraten.

Neuerdings scheint die Monopolgesellschaft dem Eroßherzogtum Heffen ihre besondere Auf­merksamkeit zugewendet zu haben, denn die gießener Handelskammer hat an die solinger Handelskammer die Anfrage gerichtet, weiche Erfahrungen mit der in Solingen errichteten Tankanlage der deutsch-amerikanischen Petroleum- Gesellschaft gemacht worden seien, welchen Einfluß die Anlage auf den Petroleum verkaufen­den Groß- und Kleinhandel ausgeübt habe und

29 -Nachdruck verboten.)

Verspielt.

Roman von F. Arnefeldt.

(Fortsetzung.)

„Wenn ich mich anwelde, so bleibe ich nicht aus, das müssen Sie doch wiffen, Oberamt­mann," erwiderte Hartung, „bin nur so schmäh­lich aufgehalten worden. Hotte nicht an den großherzoglichen Geburtstag gedacht, an dem in der Stadt alles zusammenläuft."

„Desto ungestörter find wir hier!" lachte ein zweiter, der ganz im Gegensatz zu den andern sehr gut und sorgfältig gekleidet war, an dessen langen, wohlgepflegtea Fingern ei» paar wertvolle Ringe glänzten, und dessen Gesicht mit den sehr Hellen graublauen Augen man, trotzdem es von Leidenschaften entstellt war, doch den aristokratischen Ursprung ansah. Warum haben Sie sich denn jetzt so rar ge­macht?" wandte er sich mit hoher, näselnder Stimme an Hartung.

„Wissen Sie das nicht, verehrter Herr Graf?" fragte ein Dritter, dem das lockige dunkle Haar lang auf den hellbraunen Sammetrock herabfiel. „Herr Hartung wandelte in den Zaubergärten der Armida, sein Minnendienst —"

Ein allgemeines lautes Gelächter unter­brach ihn.

„Silentium!" hieß es, „wir wünschen nicht m den Olymp versetzt zu werden."

„Was hat Armida mit dem Olymp zu tun?" wollte der Schwarzgelockte berichtigen, aber Hartung, der inzwischen an den Tisch getreten

in welcher Weise der Verkauf seitens der Ge­sellschaft erfolge.

Die angegangene Handelskammer hat nach Umfrage bei den solinger Petroleumhändlern — nach Mitteilung der „Rheinisch-Wests. Ztg." — eine umfassende Auskunft erteilt:

„Es ist festgestellt worden, daß die deutsch­amerikanische Petroleumgesellschaft auch mit ihrer hiesigen Tankanlage den Versuch gemacht hat, das Petrsleumgeschäst am hiesigen Platze zu monopolisieren. Zu einer vollständigen Be­herrschung des Marktes ist indessen die Gesell­schaft bisher noch nicht gelangt, hauptsächlich weil ihr seitens eines Teiles der hiesigen Petroleum-Grossisten ein kräftiger Widerstand entgegengesetzt wurde, der allerdings den Großhändler» große Opfer auferlegt hat. Der Verkauf des Petroleums an den Kleinhändler erfolgt durch die Gesellschaft mittels Straßentankwagen; auch hat die Gesell­schaft den Kleinhändlern Petroleum-Meßapparate mietfrei aufgestellt und mit Vorhängeschlössern versehen, um dadurch den Kleinhändler zu zwingen, daS Petroleum möglichst nur von der Gesellschaft zu kaufen. Ein Verkauf an den Verbraucher findet nicht statt."

AuS diesen Mitteilungen erhellt, daß die Petroleumgesellschast in Solingen in der für ihr Vorgehen typischen Art operiert. Es ist wesent­lich nur dem energischen Widerstande eines rührigen, in seinen Interessen sich bedroht sehenden Handels zu verdanken, wenn dort das Monopol nicht völlig zur Durchführung ge­bracht werden konnte. Wenn dann betont wird, daß ein direkter Verkauf des Petroleums an die Verbraucher vermieden werde, so findet das seine Erklärung auch wieder lediglich in dem abwehrenden Auftreten des am Platze ansässigen Handels. Es kann, sich jedoch nur um eine vor­läufige Tatsache handeln. Der Endzweck des Vorgehens der Kapitalsgesellschaft ist auf die Herstellung einer direkten Beziehung zum Konsumenten unter Umgehung jeglicher Zwischen­instanz gerichtet. Mögen alle diejenigen Faktoren bei uns, welche auf die eine oder andere Art bei dieser Frage interessiert sind, und das sind: die Regierungen, denen an der Erhaltung eines kräftigen „nationalen" Handels gelegen sein muß, weiter die Konsumenten, welche schließlich dieZechezu bezahlenhabendürsten, und der zunächst bedrohte Handel, dahin streben, daß den monopolistischen Gelüsten des Petroleumskonsortiums mit allen erdenklichen Mitteln entgegengewirkt werde. Mit wirt­schaftspolitischen Maßnahmen bei richtiger An­wendung derselben ist auf diesem Gebiete vieles zu erreichen. Auch dürfte es angebracht sein, der Heranziehung des im In lande er­zeugten Spiritus zu Belenchtungszwecken in Sinne einer erfolgversprechenden. Konkurrenz für das vom Auslände kommende Petroleum von Seiten der Staatsregierungen noch weiter

war, ein großes Glas voll Sekt gegossen und es aut einen Zug geleert hatte, rief:

„Haltet doch das Geschäft nicht auf! Allzu lange kann ich nicht hier bleiben."

Die aus zehn bis zwölf Personen bestehende Gesellschaft gruppierte sich um den Tisch, auf dem schon Karten bereit lagen.

„Bauen wir den Tempel!" fuhr der,Ober­verwalter fort, indem er ein Stück Kreide er­griff und die Zeichnung ausführte, „ich nehme die Bank!"

Die Herren, die sich hier versammelt hatten, bildeten den sogenannten Club der Harmlosen, eine Gesellschaft, die sich zu verbotenem Hazard- spiel an diesem abgelegenen Ort zusammen­fand und dies schon seit Jahren tat, ohne daß ihr Treiben bisher von dem Auge des Gesetzes entdeckt worden war. Sie setzten sich zumeist aus wohlhabenden Gutsbesitzern der Umgegend zusammen, es befanden sich aber auch Leuten unter ihnen, die nur vom Spiel leben, wie der Schwarzgelockte, ein verdorbener Kandidat der Philologie.

Große Summen waren schon in dieser ver­schwiegenen Gartenstube verloren und gewonnen worden. DaS eifrigste Mitglied des Kreises war der Oberverwalter Hartung aus Wiesen­berg, der den Kumpanen ein sehr wertvoller Geselle war, denn er wurde gewöhnlich von ihnen gerupft und sein Pech war sprichwörtlich. Er war aber dergestalt vom Spielteufel besessen, daß alle Verluste ihn nicht abhalten konnten, immer wieder die Gunst der wetterwendischen Fortuna zu versuchen. Er beschränkte sich auch nicht auf den „Klub der Harmlosen", sondern spielte, wo er es tun konnte, ohne Aufsehen zu

näher zu treten. Das Jnterefle der heimischen Konsumenten und die der Regierung hier leicht gemachte Förderung der landwirtschaftlichen Produzenten fordern dies mit Dringlichkeit.

Umschau.

An den Besuch des dänischen Kron« Prinzen in Berlin

knüpft unser Herr 0-Mitarbeiter folgende Be­trachtungen: Ein österreichisches Blatt äußert sich über den berliner Besuch des dänischen Kronprinzen in mehr eingehender Weise als die andern. Nach seiner Meinung ist der Besuch mit seinen Folgen ein notwendiges Ergebnis der Attraktion der germanischen Vormacht Deutschland, genau so wie die langsam aber sicher sich vollziehende Annäherung der Nieder­lande an das deutsche Reich.

Wenn England so rasch wie eS glaubte mit den Burenstaaten fertig geworden, hätte es sicher die Holländer wegen ihrer ja recht energisch in Scene gesetzten Shmpathiebezeugungen für die Buren zur Aufklärung, Entschuldigung, Schadeneisatzbegleichung usw. aufgefordert, und eins damit hervorgerufcne Spannung mit Feind­seligkeit im Gefolge ließen den Gedanken an ein im Bereich der Möglichkeit liegendes englisches Vor­gehen im ostindischen (holländischen) Archipel ganz ähnlich dem unterminierenden Verfahre» der Dunkees in Cuba nicht ganz zurückweisen. An­lehnung an Deutschland verminderte diese Furcht. Post- und Zollunion mit den Niederlanden sind nur noch eine Frage der Zeit.

Aehnlich steht es mit Dänemark. Nachdem die dortige Volksvertretung den Verkauf der dänischen Inseln S- Tomas, S., Cruz und S. John in Westindien an die Ver­einigten Staaten von Nordamerika abgelehnt hat, wird es seitens dieser nicht fehlen, die Agitation für den Anschluß auf den Inseln selbst so zu forcieren, daß Dänemark in l ie Enge getrieben wird. Waren es doch auch die Vereinigten Staaten, welche 1857 die Ablösung des Sundzolles quasi erzwungen haben.

Für solche Eventualitäten ist es immer gut, auf die freundschaftliche Vermittelung eines mächtigen Nachbarn zählen zu können. Anderer­seits kann uns die offene oder heimliche Bundes­genoffenschaft bezw. die aufrichtig wohlwollende Neutralität Dänemarks mit seinen hervorragend tüchtigen Seeleuten -in einem Kriegsfall eher nützlich als schädlich sein, wenn es ja auch ohne weiteres klar ist, daß nicht Deutschland, sondern Dänemark an der Ausgestaltung freund­licherer Beziehungen zwischen beiden Staaten das größere Interesse haben wird. Zudem bleibt auch für ruhige Zeiten das Sprichwort: „Friede ernährt, Unfriede verzehrt" zu Recht bestehen. Als ehrliche Freunde und Nachbarn ohne Hinterlist sollen uns die Dänen will­kommen fein!

errregen und hatte, um seiner Leidenschaft zu fröhnen, immer Vorwände gefunden, um nach Berlin, nach Leipzig oder nach einer noch weiter von seinem Wohnort entfernten Stadt zu reisen. Ein großer Teil der Einkünfte von Wiesenberg war ihm auf diese Weise durch die Finger gerannt.

Seit der Ankunst Fräulein von Rohrs auf ihrem väterlichen Erbe hatte er auf das Spiel verzichten müssen, da er Wiesenberg nicht ver­lassen mochte. Einesteils war es ihm darum zu tun, in den Augen de: jungen Dame als pflichteifriger Beamter zu erscheinen, der nie von seinem Platz wich, anderntcils wollte er sie auch nicht gern aus den Augen lassen.

Wer konnte wissen, was geschah, wenn er sie unbewacht ganz ihrer freien Bewegung überließ?

Zuletzt war die Leidenschaft aber doch zu mächtig in ihm geworden und hatte alle Er­wägungen der Vernunft über den Hausen ge­worfen. Einen Tag, einen einzigen Tag würde er ja abkömmlich sein! Während eines einzigen Tages konnte schwerlich ein Unheil entstehen! Er hatte an den Oberamtmannn, der eine Art Vorsteher-Amt bekleidete, geschrieben, sich für einen bestimmten Tag angemeldet, und es hatte sich der größte Teil der Genossen einge­sunden.

Und nun saß man um den Tisch und spielte. Die Petroleumlampen brannten leer und mußten durch den ab und zu herbeischleichenden und sich nach den Befehlen der Herren erkundigenden Wirt frisch gefüllt werden; die Flaschen waren leer getrunken und wurden durch neue ersetzt, etwas kalte Küche, die herangeschafft worden.

Gebürtigkeit der Reichsbevölkerung.

Nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dezember 1900 find von der Reichsbevölker­ung, die 56376178 beträgt, 98,5 v. H. (— 55 529 229) im Deutschen Reich geboren. Die übrige Bevölkerung (1,5 b. H. — 837 940) stammt zum größten Teil (829 599) aus nicht deutscher: Staaten; 257 Personen find in deutschen Schutzgebieten und 131 auf See ge­boren ; für 7962 Personen fehlt eine entsprechende Angabe.

Don besonderem Interesse ist die Frage, wieviel reichsgebürtige Personen in den ein­zelnen Landesteilen einheimisch (d. h. dort ge­boren und anwesend), wie viel dort zugezogen (d. h. in anderen Reichsgebietsteilen geboren) und wieviel Einheimische von dort verzogen (d. h. in anderen Landesteilen als zugezogen ermittelt) sind. Für Ostpreußen wurden in dieser Beziehung 1909201 Einheimische, 71920 Zugezogene und 523836 Weggezogene festgestellt. Demnach hat Ostpreußen 451916 Menschen durch Binnenwanderung an andere Gebietsteile des Reichs abgegeben.. Neben Ostpreußen haben im Bevölkerungsaustausch der Reichsgebürtigen noch folgende Gebiete verloren (Zahlen in Tausend):

Westpreußen (185), Pommern (219), Posen (322), Oppeln (148), Breslau und Liegnitz (293), Provinz Sachsen (266), Ober-, Mittel- und Nnterfranken (93), Württemberg (120), Mecklen­burg-Schwerin (84).

Gewonnen haben durch die Binnenwanderung (in Tausend): Berlin (800),Brandenburg (177), Westfalen (260), Rheinland (292), Königreich Sachsen (254), Bremen (62), Hamburg (267), Unter- und Ober-Elsaß (60), Lothringen (85).

Besonders beträchtlich ist der Zuwachs, den die 33 Großstädte im Bevölkerungsverkehr mit den Landesteilen und unter einander erfahren haben. Er beträgt in Tausend bei: Berlin 800, Hamburg 257, München 248, Leipzig 172, Breslau 162, Dresden 144. Charlottenburg 133, Frankfurt a. M. 130, Köln 120, Nürnberg 118, Hannover 96, Stettin 90, Düsseldorf 83, Stuttgart 77, Magdeburg 71, Chemnitz 71, Straßburg 67, Mannheim 65, Königsberg 65. Halle a. S. 56 und Dortmund 53.

" Eine rein polnische Gewerbe­ausstellung in Posen.

Seit - geraumer Zeit haben die politischen Berater des Poleutums die theoretische und doktrinäre Vertretung der großpolnischen Ideen aufgegeben und sind von dem passiven Widerstande gegen das Vordringen des Deutsch­tums zur offenen und zielbewnßte» Bekämpfung aller auf die Erhaltung und Stärkung des Deutschtums berechneten Re­gierungsmaßnahmen übergegangen. Einen be­achtenswerten Fortschritt auf diesem Wege hat

hastig verschlugen, sonst spielte man ohne Unter­brechung- und mit wechselndem Glück. Nur Hartung blieb sein altes Pech anhänglich und treu.

Die wohlgefüllte Brieftasche, die er vor sich hingelegt hatte, wurde immer dünner, das Häufchen Goldstücke, da§ er dem Portemonnaie entnommen hatte, schmolz mehr und mehr zusammen. Er mochte die Bank nehmen oder mochte spielen, die Karte schlug immer gegen ihn; schmunzelnd sackte der Schwarzgelockte die ihn: zufließende reiche Goldader ein und hatte sogar noch die Keckheit zu sagen: „Ausgleichende Gerechtigkeit, Herr Oberverwalter: Warum soll nicht auch in meine Tasche etwas von dem Rohrschen Reichtum fließen. War doch mein Vater „Organist und ehrsamer Kantor" in Wiesenberg. Fräulein von Rohr behält doch noch genug."

„Sie wagen zu sagen, daß ich mit deS Fräuleins Geld spiele?" fuhr Hartung auf.

„Non ölet!" erwiderte der andere, gleich» mutig die Achseln zuckend, „mir ist es gleich­gültig, woher es stammt!"

„Elender!" schrie der Oberverwalter und warf die Karten nach ihm.

Jetzt sprang der ehemalige Schulamtskandidat auf und machte Miene sich auf Hartung zu stürzen. Es würde zwischen beiden zu einer Prügelei gekommen fein, bei der der schmächtige Schwarzgelockte höchst wahrscheinlich den Kürzeren gezogen hätte, wenn sich die Anderen nicht ins Mittel gelegt und die Streitenden getrennt

(Fortsetzung folgt.)