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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jltrrftrtrtes Sonntagsblatt.

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Verspielt.

Römern von F. Aruefeldt.

(Fortsetzung^

sie seine Frau werden muß, und möchte einen Mann, der doch wenigstens etwas ist, und wäre es auch für den Anfang nur ein Referendar!' sagte er sich.

Zwischen ihm und Edgar hatte lange Zeit kein so angenehmes Verhältnis geherrscht wie jetzt. Hartung sah in ihm den gehorsamen Sohn, der sich seinen Wünschen anbequemte und hielt es ihm zu gute, wenn er sich daneben mit Leonie amüsierte. Der Oberverwalter war ehrlich genug, sich einzugestehen, hätte er frei wählen können, so würde diese seinem ©e» schmück auch eher entsprochen haben als Alice, aber sein Sohn, daß nur in der Hand der letzteren das Heil für ihn liege.

Hartung hütete sich, Edgar je nach fernen Forschriften in der Gunst der Schloßherrrn, nach seinem Verhältnis zu den jungen Damen zu fragen. Die Dinge, konnten und sollten reifen bis mit Alices Großjährigkeit, die noch im kommenden Juli zu erwarten war, die Ent­scheidung herbeigeführt werden würde.

Edgar, der seinen Alten sehr wohl durch­schaute, machte ihm die Freude und das Ver­gnügen, zuweilen wie ganz zufällig eine Be­merkung fallen zu lasten, als ob des Vaters Wünsche der Erfüllung recht nahe wären, « Wahrheit stand er Fräulein von Rohr so fern wie am ersten Tage, und tat nicht das Geringste, um das Verhältnis anders zu gestalten. WaS ihn veranlaßte, sich dem Dienste der Damen zu weihen, das war Leonie, die ihm als eine seh? freundliche Ergänzung seines Wesens erschien.

(Fortsetzung folgt.)

der Partei entsprechenden Zahl teilgenommen haben und daß diese sowohl dem Erlaß deS Sammlungsaufrufes, wie der Fastung desselben durchaus zugestimmt haben. Wenn mit einer einzigen Ausnahme deren Unterschriften unter dem Sammlungsaufruf fehlen, so hat dies seinen Grund darin, daß die betrestenden Zentrumsmänner, wie sie ausdrücklich er­klärthaben, aus fraktionellen Rücksichten auf die Unterschriften unter dem Sammlungs­ausruf verzichten mußten. Zeigt dieser Vorgang mit der wünschenswerten Deutlichkeit, daß das Zentrum zur Beteiligung an der Sammlungspolitik von 1898 aufgefordert worden ist, selbst aber sich von der aktiven Teil­nahme an derselben ausgeschlosten hat, so be­weist gerade der Inhalt des Sammlungsauf­rufes, in welchem nicht nur ausdrücklich die Neuregelung der Zoll» und Handelspolitik als die Aufgabe des neuen Reichstages bezeichnet, sondern auch die Notwendigkeit d er Ver­stärkung des ZollschutzeS fürdieLand- wirtschaftbetont wurde, auf das bündigste, wie falsch die Behauptung ist, daß die Neuwahlen 1898 nicht unter dem Zeichen der Zoll- und Handelspolitik erfolgt seien und daß demzufolge vor der Verab­schiedung des neuen Zolltarifs den Wählern Gelegenheit gegeben werden müsse, zu diesen Fragen Stellung zu nehmen.' ______

Derschwind '-süchtige Reichstag.

Die Präsenzziffer im Reichstag nimmt rapide ab und das graue Schreckgespenst der Beschluß- unfähigkeit rückt näher und näher. Bei der Abstimmung über die Weizen- und Roggenzölle waren rund 350 Abgeordnete zugegen, es fehlten nur einige vierzig; am folgenden Tage bei der Abstimmung über die Gersten- und Haferzölle, da war der Reichstag, gleich dem SuppenkaSpar im Struvelpeter, schon vielmagerer". e8 fehlten einige 70 Abgeordnete, und am gestrigen Frei­tag konnten ganz und gar nur noch 239 Mit­glieder gezählt werden, d. h. es fehlten nicht weniger als 157 Abgeordnete! Er wird noch wie ein Fädchen dünn" werden und schließlich mi chronischerBeschlußunfähigkeit zuGrunde gehen, wenn die Fraktionen nicht ganz gehörig hinter­her sind und ihre Mitglieder mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln gut Teil­nahme an den Sitzungen bewegen. Ein be­schlußunfähiger Reichstag ist der unbedingte Sieg der Obstruktion!

Umschau.

Sammlungspolitik und Zolltarif.

Die Behauptung der Zentrumspreffe, daß die angesichts der Neuwahlen zum Reichstage im Jahre 1898 verfolgte Sammlungspolitik lediglich ein Kartell zwischen Konservativen und Nationalliberalen unter Ausschluß des Zentrums bezweckt, ja sogar seine Spitze gegen dieses ge­richtet habe, steht mit den Tatsachen nicht im Einklang. Die Sammlungspolitik von 1898 verfolgte keine politischen, sondern ausschließlich wirtschaftliche Zwecke; sie war bestimmt, im Hinblick auf die bevor­stehende Neuregelung der Zoll- und Handelsverhältnisse einen festen Zusammenschluß der beiden großen Hauptzweige der nationalen Produktion, der Landwirtschaft und der Industrie, herbeizuführen und deren Interessengemeinschaft zum praktischen Ausdruck zu bringen. Ein politische Bedeutung hatte die Sammlung von 1898 nur insofern, als die erwähnten beiden großen Produktions­zweige von vorzugsweise staatserhaltender Kraft find und demzufolge ihre Vereinigung zu gemein­samem Wirken zugleich eine Stärkung des staats­erhaltenden Elements zur Folge haben mußte. Wie wenig es in der Absicht lag, das Zentrum von der Sammlungspolitik auszuschließen, zeigt die Tatsache, daß in der Versammlung, in welcher der Erlaß des Sammlungsaufrufes beschloffen und deffen Wortlaut festgestellt wurde, auch namhafte: Mitglieder der Zentrumspartei in einer der Bedeutung

Marburg

Sonntag, 26. Oktober 1902.

gerade zwischen ihm und ihr unüberbrückbare Schranken aufgerichtet?

Warum mußte gerade er ihr Feind sein?

Aber war er wirklich ihr Feind? Die Ver­sicherung des Oberverwalters, der Frau Ehffen und Anderer wollten ihr nicht stichhaltig er­scheinen und doch, die Tatsachen sprachen! Hellmuth von Erbach war der Sohu seiner Eltern, er mußte Haffen, wo sie gehaßt hatten!

Der Eintritt eines Gastes machte dem Stillschweigen ein Ende, daß seit der Leonie zu Teil gewordenen Zurechtweisung zwischen den Damen geherrscht hatte. Edgar Hartung kam, wie fast an jedem Tage um diese Stunde, um eine Taffe Thee bei ihnen zu trinken und ein Stündchen mit ihnen zu verplaudern.

Mst dem Rechtskandidaten war innerhalb der Zeit, in der Alice von Rohr mit ihren Gästen in Schloß Wiesenberg weilte, eine große Veränderung vorgegangen. Er legte Sorgfalt auf seinen Anzug, trieb sich nicht so viel in der Umgegend umher, suchte weniger lustige Gesell­schaft, hatte sich in Jena zum Referendar-Examen gemeldet und saß fleißig bei der Arbeit. Das hinderte ihn jedoch nicht, sich den Schloß- bewohnerinnen, so ost sie dies wünschten, zu widmen und wäre Alice nicht dazwischen ge- .treten, würde er mit Leonie jeden Tag eine ' andere Partie verabredet haben. Fräulein von Rohr hiest darauf, daß der junge Hartung nicht zuviel von der Arbeit abgehalten werde und der Oberverwalter nickte diesem Gebühren schmunzelnd Beifall.

|Sie wird Wohl schon eingesehen haben, daß

Deutsches Keich

Berlin, 25. Oktober.

Prinz Adalbert reiste gestern um 1 Uhr mittags von Wildparkstation nach Kiel ab.

Obwohl in dem Befinden des Fürsten Eulen­burg, Keuschen Botschafters in Wien eine Besserung eingetreten ist, so kann es dem .Verl. Lok. Anz." zu­folge jetzl doch als feststehende Tatsache betrachtet werden, daß der Fürst nach Ablauf seines Urlaubs

jeden, wer immer deutsch-nationales Bewußtsein sich zum Leitstern dienen läßt, sie beseitigen, kann nur eine Partei wollen, welche, wie die Sozialdemokratie, nicht nur kein Herz für unser Vaterland und seine Institutionen hat, sondern unserem nationalen Gemeinwesen, dem Reich, direkt feindlich gesinnt ist. ES handelt sich also um die Verteidigung der Fundamente der staatlichen Ord­nung, welche die gesamte deutsche Nation zu- fammenfaßt, gegen deren Untergrabung durch eine Partei, welche die internationale Revolution auf ihre Fahne geschrieben hat. Deshalb hat die Mehrheit nicht nur das Recht, sondern geradezu die nationale Ehren­pflicht, mit vor keinem Hindernis zurück­schreckender, unbeugsamer Energie die Geschäfts­ordnung so zu ändern, daß ihr weiterer Miß­brauch zu Obstruktionszwecken ausgeschloffen ist. Vielleicht genügt es auch schon, wenn die Sozialdemokratie die Ueberzeugung gewinnt, daß die Mehrheit fest entschlossen ist, um jeden Preis die Obstruktion niederzukämpfen; aber auch wenn dies nicht der Fall sein sollte, wird die Mehrheit, wenn sie den festen Wil! en hat, die von den Sozialdemokraten geführte Minder­heit durch entsprechende Aenderung der Ge­schäftsordnung in ihre Schranken weisen

Reichstag.

Berlin, 24. Oktober.

Das Haus beriet gestern über den Zoll fib Pferde, der auf 30 bis 36 Mk. von der Kommission festgesetzt ist. Abg. Graf Kanitz (kons.) empfahl einen noch weitergehenden Antrag Wangenheim im Jn- tereste der kleinen Landwirte. Die Abgg Haase (Soz.). Steinhauer (srs. Berg.) und Pachnicke (srs Berg.) be­stritten, daß der kleine Bauer Pferdezüchter sei. ES werde sich da vielmehr wieder nur um eine Liebes­gabe für die größeren Grundbesitzer handeln. Diese Redner bekämpsten auch die Art der Staffelung. Wenn ein ganz minderwertiger Gaul daS Stockmaß von 1,40 Meter erreiche, was doch ost genug der

Wider die Obstruktion.

Längst schon ist von sozialdemokratischer Seite die Absicht ausposaunt worden, unter Ausnutzung der für diesen Zweck so günstigen Bestimmungen der Geschäftsordnung die nament­liche Abstimmung zum Hemmschuh für die Zolltarifvorlage zu machen, und in dem jüngsten Zweikampf Richter-Singer spielte die Absicht, die Verabschiedung der Vorlage durch eine Maffenhäuftmg von namentlichen Abstimmungen zu verhindern, gleichfalls die Hauptrolle. Jetzt tfl von den Sozialdemokraten bei der Verhand­lung über den Gersten- und Haferzoll der praktische Versuch mit dieser sozialdemokratischen Tattik gemacht worden, indem über einen Schlußantrag, der nach anderthalbtägiger >atte und nachdem alle Gruppen der Linken zum Wort gekommen warm, eingebracht wurde, auf Antrag von Singer namentlich abgestimmt werden mußte. Da dies dm ersten Schritt aus der Bahn nach dem Ziele bedeutet, die Mehrheit an der Durchführung ihres Willens zu hindern, um sie zu Gunsten der von der Sozialdemokratie geführten Minderheit zu depoffedierm, fo wirft sich von selbst die Frage auf, ob die Mehrheit sich das ge­fallen lassen oder ob sie nicht vielmehr ihre Rechte energisch wahren will. Daß der allein ttim Ziele führende Weg eine Aenderung der Geschäftsordnung ist, welche jedem Mißbrauche der namentlichen Abstimmung zur Obstruktion einen wirksamen Riegel vorschiebt, unterliegt ebenso wenig einem Zweifel, wie, daß die Ab­änderung der Geschäftsordnung durchführbar ist, wenn hinter ihr dieselbe rücksichtslose Energie steht, mit der man im britischen Unterhause der irischen Obstruktion Herr geworden ist. Wie dort» wird man sich hier stark machen müffen, in einer einzigen Sitzung nötigenfalls unter Zuhilfenahme der Nacht die von dm Sozial­demokraten geführte Opposition niederzukämpfen und die geplante Aenderung der Geschäfts­ordnung zum Beschluß zu erheben. Zur Inszenierung und siegreichen Durchführung gehören natürlich Entschlossenheit und Zähigkeit, Geschlossenheit und Disziplin bei den Mehr­heitsparteien. Aber der Kampfpreis ist des Schweißes der Edlen auch wett. Es handelt sich doch nicht blos darum, die Verabschiedung der Zolltarifvorlage zu sichern, sondern vor allem auch darum, die Ehre und Würde des Reichstages sebst zu wahren und ihn zur Wahrnehmung der wichttgm Funktionen fähig mx erhalten, welche ihm die Verfassung des Reiches zuweist. Wird der Reichstag dadurch, daß die Minderheft ihm ihren Willm aufzwingt, von innen heraus lahmgelegt, so fehlt es an der unerläßlichen Voraussetzung für die Ausfüllung der dem Reichstage in unseren nationalen Gemeinwesen im Interesse jber Gesamtheit zugewiesenen Stellung. Diese Boraussetzung im Interesse des Reiches aufrecht gu erhalten, ist patriotische Pflicht für

Leonie fuhr fort:Ich weiß immer eine An­knüpfung herbeizuführen, und wäre ich dabei gewesen, so würde ich Herrn von Erbach ganz gewiß zum Reben gebracht haben."

.Aber Leonie!' fuhr jetzt Alice auf und in ihre bleichen Wangen stieg eine schwache Röte. Die Borstellung, was die lebhafte, unbesonnme Leonie hätte anrichten fönnen, schien sie noch nachträglich zu beunruhigen; aber Leonie ließ sich so wicht nicht abtoeifen, sondern plauderte weiter:

Gewiß, in Deinem Falle wäre eine Unter» Ävon ganz besonderer Wichttgkeft gewesm hättest sie Dir nicht entgehm laffen sollen. Die Mißverständnisse Wischen den Leuten rühren häufig daher, daß sie einander nicht tennen und würden verschwinden, wenn Sie sich «mSsprechm wollten! Mein hochverehrter Herr von Erbach würde ich zu ihm gesagt haben, warum ganten wir miteinander! Warum find Sie mir feindlich gesinnt? Laffen wir Ihre Mutter und meinen Oberverwalter Hartung den Prozeß führm, toemt ihnen daS Lebens­bedürfnis ist und seien wir gute Freunde. Ich'

Aber so schweige doch,' unterbrach sie hier Alice, mtt einer Gereiztheit, die nicht recht im Vergleich zu dem harmlosen Jnhatt der Rede stand. Kam v. Ehrentraut warf verstohlen

einen Blick auf ihre Pflegetochter und um ihre Lippen huschte ein leises Lächeln. Hatte der Uebermut vielleicht ausgesprochen, was sich in Alices Gedanken geregt hatte?

Die Vermutungen der Dame waren von der Wahrheit nicht weit entfernt. Alice hatte, alS sie Hellmuth von Erbach so still beobachtend in der Wagenecke lehnen gesehen, allerdings bei sich gedacht, daß Haß und Streft so leicht aus der Wett geschaft werden könne, wenn die zwei Menschen, denen die böse Erbschaft zu Teil geworden, mtt einem kräftigen Entschluß sich die Hände reichen und begraben wollten, was schon lange nicht mehr inS Leben gehötte.

Sie hatte in Herrn von Erbachs Augen, in seinen edel geschnittenen Zügen ähnliche Er­wägungen zu lesen geglaubt, und während deffen saßen die Kinder der ehmaligen Freunde und späteren Feinde, die der Ziftall so nahe zusammengeführt, steif und getrennt; als ob ein Weltmeer zwischen ihnen läge, rollte der Stagen, der sie trug, unaushattsam auf eisernen Schienen die kurze Strecke entlang bis zu dem Ziele, wo ihre Stege sich trennten.

Ein Weh hatte Alicens Brust durchzuckt, als Hellmuth von Erbach mft einer kalt höflichen Verbeugung von ihr Abschied genommen. Sie war noch keinem Manne begegnet, deffen Gesicht ihr so klug, so sympathisch, so vertrauenerweckend erschienen wäre. Wie herrlich müßte eS sein, sich auf feinen Arm lehnen, in ihm eine Stütze, einen Verteidiger in allen Nöten und Angriffen de» Lebens finden zu können! Warum waren 1

nicht nur von seinem wiener Botschaftsposten zurück» tritt, sondern überhaupt au8 dem Staatsdienste ans» scheidet.

Der »Köln. Dolksztg." zufolge findet die Wahl deS neuen Erzbischofs von Köln am 6. Novbr. statt

Die Teilnehmer an der in Berlin tagende« internattonalen Tuberkulosekonferenz besichtigten gestern die beiden Lungenheilstätten m Belzig und Beelitz.

Zur Bekämpfung des Kontraktbruchs der landwirtschaftlichen Arbetter hat die Landwirtschafts­kammer für die Provinz Schleswig-Holstein an daS Abgeordnetenhaus eine Eingabe gerichtet, worin dieseS gebeten wird, dafür einzutreten, daß für Preußen eine Strafbestimmung gegen Kontraktbrüchigkeit ähnlich dem für Anhalt geltenden Gesetz erlaflen werde.

In der Angelegenheit der Osfiziersbeteiltgung am Empfang der Burengenerale hören die .Hamb. N.', den Offizieren fei zwar die Mitteilung zuge­gangen, daß ihre Teilnahme an den Festlichkeiten nicht erwünscht sei, aber nicht in Form eines Armee­befehls.

Die gegenwärtige wirtschaftliche Lage wird von der .Köm. Ztg." tn einem Artikel besprochen. Das Blatt erachtet mit Rücksicht auf den Umstand, daß eine teilweise stark übertriebene Zurückhaltung der Eisenverbraucher erneut zu beobachten ist und die Geschäftslage wieder das Gepräge der Lustlosigkeit zur Schau trägt. Die Lage für den kommenden Winter für bedenklich.

Eine Postkonferenz fand im Beisein des Staats­sekretärs Krätke statt. Sie beschäftigte sich insbesondere mit der Frage der Postsonderzüge zur Weihnachtszeit.

Zur Frage der deutschen Auswanderung nach Transvaal wird demBerl. N. Nachr.' aus Pretoria geschrieben: Bis jetzt hat es noch gar nicht den An» schein, daß der erwartete allgemeine Aufschwung so bald eintreten wird. Es kann daher nur dringend angeraten werden, bis auf Weiteres von einer Aus­wanderung nach Transvaal abzusehen und erst i>en Eintritt besserer Verhältnisse abzuwartem

Ueber die deutsche Flotte spricht sich der frühere nordamerikanische Marineattachee in Berlin, Beehler, sehr lobend aus. Er stellt unsere Flotte be­sonders wegen ihres ausgezeichneten Personals am höchsten und sagt, sie sei an tatsächlich kampffähigen Schiffen fast dreimal so stark wie die amerikanische.

Die makedonische Frage soll nun die Groß­mächte beschäftigen Wie aus Sofia berichtet wird lenkt die bulgarische Regierung in einer Note die Auf­merksamkeit der Großmächte auf die bedrohliche Lage in Makedonien, da sie sonst nicht in der Lage sei, di« Bewegung in Bulgarien zu Gunsten der Makedonier zurückzuhalten.

Die .Berl. N. N." bellagen den Entschluß Dewets bereits am 1. November nach Südafrika zurück» zukehren, aufs tiefste. Sie bezeichnen die Meinung Dewets, er könne feinem Volke nützlicher sein als in Europa für irrig und erklären, Dewets Änweseuheft sei, wenn die Sammlung groß werden solle, geradezu nötig.

Erscheint tägllch außer an Sonn- und Feiertage».

Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe. 37, SUtiTCL

Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Univerfitäts-Bnchdruckeret

Marburg, Markt 21. Telephon 56.