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(Fortsetzung folgt.)
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Major trotz aller Bitten und gütlichen Vorstellungen darauf bestand, die zu Wiesenberg gehörende Waldparzelle nicht herauszugeben, die er schon Jahre hindurch unrechtmäßig besessen hatte, so daß Herr Wolf von Rohr zuletzt stch recht gegen seinen Willen gezwungen sah, einen Prozeß anzufangen, der nun ihn und den Major überlebt hat/
n68 wäre Zeit, ihm ein Ende zu machen; Ihr eigener Sohn, Herr Hartung, hat mir gesagt, die Kosten deS Prozeffes überwögen dm Wert der streitigen Sache schon um mehr wie das Doppelte/ hatte Alice ganz ähnlich wie Hellmuth von Erbach seiner Mutter erwidert; und ähnlich wie diese hatte der Oberverwalter ihr vorgestellt, daß es sich dabei nicht so sehr um den Besitz als um die angegriffene Ehre ihres Vaters handele; ähnlich wie diese hatte er versichert, er habe seinem Herrn noch auf dem Sterbebette in die Hand versprochen, sich niemcüs auf einen Vergleich eingelaffen und sie beschworen, das Gleiche zu tun.
.Ich glaube übrigens, wenn Sie den Erbachs den Waldstreifen schenken wollten, sie würden ihn nicht nehmen und weiterklagen, denn denen ist's schon seit langer Zeit nicht um den Waldstreifen, sondern um den Prozeß zu tun. Die Frau Majorin und noch mehr ihr Sohn sind noch weit verbiflener, als es der verstorbene Major war/ hatte er hinzugefügt und ein sehr wenig schmeichelhaftes Bild von den Bewohnern Feldbergs entworfen. Die Eltern hätten seinem armen Herrn die letzten Lebenstage verbittert und Hellmuth von Erbach scheine dies Geschäft jetzt sortsetzen zu wollen. Alle boshaften Ausstreuungen gingen nur von ihm aus und er sei
Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertagen. Sonnabends in Morgen- und Abend-AuSgabe. Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch, Universitäts - Buchdruckerei Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
erfahren. Aber Alice zeigte gar keine Lust, sich auf Anzapfungen einzulaffen. Noch schweigsamer als sonst saß sie tun Theetisch, schaute nachdenklich in die Taffe, die sie kaum halb geleert wieder niedersetzte und berührte nichts von dem leckeren Gebäck, von dem Leonie ein Stück nach dem anderen hinter den kleinen weißen Zähnen verschwinden liefe. Sie konnte es zuletzt nicht mehr mit ansehen und sagte:
„Aber Alice, was ist das nun wieder mit Dir! Du trinkst nicht. Du verschmähst du Kuchen mit denen die Frau Eyffen sich heut» selbst übertroffen hat, und es ist kein Wort ouf Dir herauszubringen. Hat Oger sie etwa beleidigt? Sie waren doch dabei, liebes Tantchen/
Sie richtete die Worte an Frau Doktor Ehrentraut, die mit leichtem Stirnrunzeln er- wst>erte: „Aber welche Voraussetzung, Leonie Herr von Erbach ist ein seiner, gebildeter Mann, der wird doch nicht eine Dame, die mit ihol fährt, nur durch ein Wort oder einen Blick beleidigen/
„Ihr habt also die Fahrt von Jena na<$ Dornburg stumm wie die Oelgötzen zurückgelegt? forschte sie weiter.
„Es ist ja nur eine kurze Strecke und über dies nicht Sitte, daß man mit seinen Reis» geführten Gespräche anknüpst/ entgegnete stat! der wieder stumm bleibenden Alice Frau Dr Ehrentraut, worauf Leonie unwillig erklärte
„Das ist eine ganz törichte Sitte, der ick mich nie fügen werde. Warum soll ich Menschen mit denen ich Stunden lang in einem enger Raum sein muß, gegenübersitzen, als wären tot
Bers-iett.
Roman von F. Arnefeldt.
«Fortsetzung.)
„Aber toaxuiii wollen Sie das jetzt nicht tun?* hatte das geängstigte Mädchen gefragt.
„Weil ich damit gegen übernommene Verpflichtungen verstoßen würde,* war seine Antwort gewesen.
„Aber die Leute hier herum scheinen doch zu wiffen —*
Hartung hatte sie durch ein Lachen nnter- brocyen.
„Sie lotflen nichts, können nichts wissen. Was in Wiesenberg je geschahen sein sollte, liegt verschloffen in einem treuen Herzen," und er hatte sich dröhnend auf die Brust geschlagen. „Wenn man Ihnen nicht entgegenkommt, wie eS sich gebohrt, so liegt es einfach und allein in der Feindschaft der Erbachs. Die Leute haben hier herum einen großen Einfluß und machen Regen und Sonnenschein/
„Aber ich habe den Leuten doch nie etwas Böses getan!" hatte Fräulein von Rohr verwundert und erschrocken gerufen, und der Ober- vertoalter hatte erwidert:
„Sie vergeffen den Prozeß."
„Meine Mutter hat zwar sehr selten, aber mit hoher Achtung von Major von Erbach und seiner Familie gesprochen, wenn er sie auch viele Jahre lang nicht hatte gesehen."
„Das war natürlich, die gnädige Frau hatte Herrn und Frau von Erbach nur als Freunde gekannt," hatte daraus Hartung gesagt. „Die bittere Feindschaft ist später gekommen, als der
Jnsertionsgebühr: die gespalten« Zeile oder deren Raum 10 Psg. Sonnabend, 25. Oktober 1902.
Reclamen: bte Zeile 25 Psg. '
heit nachgeben muß. Für beide ist es, nach dem was vorangegangen ist, schwer, ja unmöglich, den oft vertretenen Standpunkt aufzugeben, beide würden dadurch viel an Ansehen und Achtung verlieren. Da aber die Regierung den Reichstag trotz alledem ruhig weiter beraten läßt, so gewinnt e8 den Anschein, als ob sie die vielleicht nicht unbegründete Hoffnung hegte, daß zu der dritten, der entscheidenden Lesung deS Tarisentwurfes eine Aenderung in der Konstellation der Mehrheitsparteien eintreten könnte. Daß die deutschkonservative Partei nicht Umfallen wird, kann niemand bezweifeln, der ihr mannhaftes und furchtloses Eintreten für die vom Bunde der Landwirte beantragten und von ihr als gerecht anerkannten Mindestsätze sich vergegenwärtigt. Denn sie allein ist es neben einem Teil der Antisemiten und der bündlerischen Abgeordneten gewesen, die den Mut ihrer Ueberzeugung gehabt hat und für die Forderung eingetreten ist und gestimmt hat, die ihr sachlich allein berechtigt erschien. Sie ist nicht wie die anderen Mchrheitsparteien der Gefahr unterlegen, unter Verleugnung ihrer Ueberzeugung aus Opportunitätsrücksichten sich dem Standpunkte der Regierung zu nähern. Die deutschkonservative Partei hat auch diesmal wie sonst gezeigt, daß sie dann, wenn sie nach bestem Erwägen einer Regierungsvorlage Opposition zu machen gezwungen ist, sich durch keine kluge Rücksichtnahme oder durch taktische Erwägungen ihr Rückgrat brechen läßt! Die gleiche Meinung hegen wir allerdings von der Charakterfestigkeit der übrigen Mehrheitsparteien und vor allem der des Zentrums nicht! Wer die Forderungen des Zentrums an landwirtschaftlichen Mindestzöllen zur Zeit der E i n b r i n g u n g der Zolltarifvorlage mit jenen vergleicht, die von der Partei heute noch aufrecht erhalten werden, muß zugeben, daß das Zentrum den Weg züm gänzlichen Umfall schon zu % zurückgelegt hat! Nur eine kurze Strecke, ein Schritt nur, trennt es heute von der Regierung. Und wir find überzeugt, daß das Zentrum aus die eine oder andere Art diesen Schritt tun wird, um seine Stellung als Regierungspartei zu retten und neu zu festigen. Aber immerhin ist es denkbar, daß die bäuerlichen Zertrumswähler' diese Gefahr noch rechtzeitig erkennen und durch unverzügliche Einwirkung auf ihre Abgeordneten den Umfall vereiteln. Dann würde das Votum des Reichstags dem „Unannehmbar" der Regierung entgegenstehen. Was soll dann weiter werden? Wie soll ein Ausweg gefunden werden, bei dem weder das Prestige der Regierung noch das deS Parlamentarismus unheilbaren Schaden davon
arme Best
Biertcljehrlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).
37. Jahrg.
um so gefährlicher, da sich nicht leugnen laffe, daß er ein hübscher, ansehnlicher Mann sei und ein sehr angenehmes Benehmen habe. Alice möge sich vor ihm hüten, er sei ihr Feind und sinne nur darauf, ihr zu schaden.
Alice hatte sich bei dieser Schilderung nicht beruhigt und sich noch weiter nach Hellmuth von Erbach und seiner Mutter erkundigt, aber Hartung war jeder bestimmten Antwort immer diplomatisch au8 dem Wege gegangen, und Frau Eyffen hatte, was sonst nicht oft geschah, völlig mit dem Oberverwalter übereingestimmt. Die Feindschast zwischen Wiesenberg und Feldberg schien sich auch auf die Diener vererbt zu haben.
Es war unter diesen Umständen zwischen den drei Damen ost von Hellmuth von Erbach die Rede gewesen. Leonie hatte ihm den Namen „der Oger" oder „der Menschenfresser" gegeben, war aber dabei von Neugier geplagt, ihn zu sehen, und auch Alice hegte den Wunsch, wenn sie es sich auch nicht merken liefe.
Und nun war er für sie in Erfüllung gegangen, sie hatte die Strecke von Jena bis Dornburg in demselben Abteil deS Eisenbahnwagens mit ihm zurückgelegt und gewußt, wer ihr Reisegefährte sei, noch ehe ihr Kutscher mit seinem Peitschenstiel auf Hellmuths davonrollenden Wagen gedeutet und bedeutsam gesagt hatte: „Das war der Feldberger, gnädiges Fräulein."
Leonie, die bei der Heimkehr der beiden Damen durch Frau Doktor Ehrentraut von dem stattgehabten 3ufammentreffen gehört hatte, beklagte lebhaft, nicht bei der Partie gewesen zu sein und wollte nun wenigstens über den ihr so intereffanten feindlichen Nachbar recht viel
mit dem Kreisblatt für die Meise Marburg und Kirchhain
Sonntagsbeilage: Jllnftrirtes Sonntagsdlatt.
zu überlegen zu jeder Mafenahme der Regierung ja und Amen zu sagen. Diese Regierungspartei zu werden war schon lange das ungestüme Sehnen jener National- liberalen, die unter dem Kennwort „Hannoverscher Flügel" bekannt find und die fich um die Herren von Ehnern und Dr. Sattler scharen. Und da sich nach deren MeiniM bei der Abstimmung Über die Zolltarifvorlage "e beste Gelegenheit zur Erreichung dieses Ziele« bieten würde, wurden schleunigst aus dem eisenacher Parteitage die liberalen Anschauungen etwas auspoliert und die nationalen Berührungspunkte mit den Konservativen in die Ecke gestellt. Nun war man bereit, sich „voll und ganz" auf den Boden der Regierungsvorlage zu stellen und die Welt um das seltene Schauspiel zu betrügen, dafe eine Regierung für die Durchbringung einer ihrer wichtigsten Vorlagen auch nicht die Unterstützung einer einzigen Partei des Parlaments finde n kann!
Um aber das Maß des Glückes der Itaüonal- liberalen voll zu machen, wäre es erforderlich gewesen, daß die Regierung wegen des Zolltarifs den Reichstag aufgelöst und Neuwahlen mit der Zolltarifparole ausgeschrieben hätte. Dann wären die Nationalliberalen als „Regierungspartei" in den Wahlkampf gezogen und es wäre ihnen, nach ihrer Ansicht wenigstens, sicher gelungen, gekräftigt an Zahl der Abgeordneten «nd gestärkt an Ansehen bei dem Volke in den Reichstag wieder einzuziehen. Aber trotzdem in den letzten Tagen die nationalliberalen Vertreter der liberalen Richtung sich submissest der Regierung für die leisesten Winke zur Disposition gestellt und den Reichskanzler wiederholt und dringlich ermahnt haben, doch nur ja den Reichstag aufzulöfen, tut der böse Bülow gar nicht, als ob er was merke und läßt auch die tiefsten Bücklinge unbeachtet. Denn dem Reichskanzler ist es nicht unbekannt, daß trotz allen Geredes von der Einigkeit der Partei ein Teil der Nationalliberalen den alten, guten Parteigrunvsätzen treu geblieben ist und zu den rechtsstehenden Parteien hält unter allen Um ständen und daß ein anderer Teil zum Handelsvertragsversin gehört, der die Regierungsvorlage bekämpft. Der Rest, der sich ihm jetzt als Regierungspartei anbietet wie sauer Bier, ist ihm aber denn doch zu gering an Zahl unb, wie er wohl vermutet, auch an Ansehen im Volke, um mit ihm Staat machen oder sich oar auf ihn stützen zu können.
Der Reichstag wird nicht ausgelöst, so viel scheint heute sestzustehen. Was soll aber dann weiter geschehen? Den Mehrheitsbeschlüffen im Plenum steht das „Unannehmbar" der Regierung gegenüber und es ist klar, daß, wenn überhaupt ein Resultat gezeitigt werden soll, entweder die Regierung oder die Mehr-
Urmchau.
Goldfunde in Deutsch-Ostafrika.
lieber die Gvldfunde der tmfer Führung WilhÄm Jankes arbeitenden Jrangi-Expedition macht die Deutsch - Ostafrikanische Zeitung von Mitte September eingehende Mitteilungen. Janke hat zwei deutsche Bergleute zur Seite. Er hat sein ständiges Hauptlager am Oberlauf des Kirondafluffes in Ufsure aufgeschlagen, woselbst auch ein Laboratorium zu Untersuchung der Quarze errichtet ist. Nach Neberwindung großer Strapazen wurden auf dem Jramba- Plateau bei Einschlagungen von circa 30 Metern zwei reichhaltige Riffe entdeckt. Das Resultat der näheren Untersuchung des Gesteins war überaus günstig. Die beiden Riffe (Ost- und Westriff genannt) liefern in ihrem Quarz pr» Tonne daffelbe Quantum Gold wie die reichsten Riffe in Transvaal. Zur weiteren Prüfung und offiziellen Feststellung deS Goldgehaltes der Tonne Quarz trifft demnächst ein geologischer Sachverständiger in der Kolonie ein, dessen Urteil über den Wert der in Deutsch-Ostafrika entdeckten Galdriffe, so hofft die Deutsch-Ost aftikanische Zeitung, auch diejenigen beitreten werden, welche sich bisher der Erkenntnis über den Reichtum und die Zukunft des SchutzaebieterS verschlossen haben. Janke will die für _ sein Unternehmen höchst wichtige Transportfrage vorläufig durch Heranziehung von Buren mit ihren Ochsenkarren lösen, denn es wird nunmehr da« Heranschaffen der Maschinen, Stampfwerke und der vielen anderen Berawerksutenfilien in Frage kommen.
Kursunsicherheit der spanischen Sufetren Anleihe.
Mit einer aus früheren trüben Erfahrungm hergeleiteten gewiffen Berechtigung hatte fich im Lause des 'panisch-amerikanischen Krieges an den europäischen Börsen eine erhebliche Minderbewertung der 4 Proz. spanischen äußeren Anleihe eingestellt, die in der Hauptsache der Befürchtung entsprang, dafe auch die auswärtigen Gläubiger bei der nach Beendigung des Krieges vorzunehmenden Ordnung der spanischen Finanzen eine Zinsküiqung über sich ergehen laffen müßten. Diese Besorgnis erwies sich aber als unbegründet, und so konnte nach dem Krieg eine kräftige Kurssteigerung der 4 proz. spanischen Exterieurs eintreten, der man um deswillen eine Berechtigung nicht versagen mochte, da die spanische Regierung eS sich angelegen sein liefe, die Ansprüche der auswärtigen Gläubiger zu wahren, und es sich außerdem herausstellte, daß die Lostrennung der Kolonien keineswegs zu den vielfach erwarteten ungünstigen Folgen für die Finanzen de« Mutterlandes führte. Ohne Unterschätzung des redlichen Verfahrens der spanischen Regierung sowie der wirtschaftlichen Entwicklungsfähigkeit
Verfahre«.
Wie eS nach den Beschlüffen der Zollkom- misfion und den Ausführungen der FraktionS- ttbner im Plenum des Reichstages vorauszusehen «ar, ist die Mehrheit der deutschen Volksvertreter bei der Abstimmung über die Roggen- und Weizenzölle am vorigen Dienstag den Kommissionsbeschlüssen über die im Tarife festzulegenden Mindestsätze bet getreten und hat dadurch unzweideutig zu verstehen gegeben, dafe sich zwar für die in der Kom missio n gefundene Fassung der Zolltarifvorlage bei der zweiten Lesung eine Mehrheit finden wird, nicht aber für die Vorlage der Regierung! Das ist ein Faktum, das durch keine Kunst der Dialektik hinwegdisputiert werden kann, mit dem sowohl die notorischen Freihändler wie die Regierung zu rechnen gezwungen find.
Nach dem „unannehmbar", bas kurz vor der Abstimmung Reichskanzler Graf Bülow nochmals und für alle Stadien der Verhandlung namens der Regierung hinsichtlich jeder Erhöhung der Mindestsätze für Getreide ausgesprochen hatte, erwartete die freihändlerische Linke nach der erfolgten Annahme der Zollsätze in Höhe deS Kompromißantrages eine Entscheidung der Regierung darüber, was nun werden solle, in der stillen Hoffnung, daß der jetzige Reichstag nach Hause geschickt werde und Neuwahlen unter dem Zeichen des Zolltarifs vor fich gehen würden. Mit verdächtiger Eindringlichkeit hatte zumal der nationalliberale Parteihäuptling Dr. Sattler dem Reichskanzler diesen Ausweg ans Herz gelegt, ohne indessen bei diesem die geringste Gegenliebe zu finden. Für die Nationaüiberalen ist diese kühle Nichtachtung nun im höchsten Grade schmerzlich. Es ist dadurch ein Plänchen zu Grabe getragen worden, das gar sorgsam ausgeklügelt und von langer Hand vorbereitet, der absterbenden Partei zu frischem Glanze und neuer Macht verhelfen sollte. Ihm zu Liebe hatte man erst jüngst auf dem eisenacher Parteitage den rechtsstehenden agrarischen Flügel der Partei, der für die Landwirtschaft höhere Mindestzölle fordert als die Regierungsvorlage vorsieht, mundtot zu machen versucht und war unter genauester Beachtung der Tendenz der Regierungsvorlage mit Pauken und Trompeten ein tüchtig Stück von den rechtsstehenden Parteien nach links hin abgerückt. Denn da nach dem Verlause der Kommisfionsverhandlungen vorauS- zusehen war, daß die agrarisch gesinnte Mehrheit die Zollvorlage der Regierung nicht annehmen würde, so kalkulierten die nationalliberalen Auguren, daß dann die Regierung sich auf die Linke bei der Durchführung ihrer Politik stützen werde, und selbstverständlich zunächst auf die Partei, die bereit war, ohne