Einzelbild herunterladen
 

mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jllnstrirtes Sonntagsblatt.

JVi 265

BierteljOhrlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).

Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Ramn 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Donnerstag, 23. Oktober 1902.

Erscheint täglich außer au Sonn- und Feiertagen. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.

Druck und Verlag: Joh. Ang. Koch. Umverfitäts-Buchdruckers Marburg. Markt 21. Telephon 55.

37. Jahrg.

Zweites Blatt.

Parlamentarisches.

Reichstag.

Berli«. 21. Oktober.

(Schluß des Reichstagsberichts).

Der Ab«. Hahn hat weiter in etwas mysteriöser Weise angedeutet, daß die weitere Erhöhung der Agrarzölle auf Schwierigkeiten stoße bei einer iehr hohe« Stelle. Herr v. Wangenheim war neulich noch etwas deutlicher, er sagte, die Industriellen hätten sich gegen die Forderungen der Landwirte gewandt, weil der Wind von oben etwas anders geweht habe. Ich habe dem gegenüber zu bemerken, daß man sich von oben' in keiner Weise in die Gestaltung des Zolltarifs eingemischt hat. Die Annahme, als ob der Landwirtschaft kraft Willkür von oben höhere Zölle vorenthalten würden, weil nämlich oben der Wind anders wehe, entspricht nicht den Tatsachen. Herr v. Wangenheim hat gesagt, daß die verbündeten Re­gierungen den Ast absägen, auf dem die Monarchie fitze. Ich kann nur meinem Bedauern darüber Aus- druck geben, daß die Sache der Landwirtschaft durch solche Aeußerungen geschädigt wird. Än der Stellung der Regierung wird aber durch solche Angriffe nichts geändert. Dre Regierungen sind überzeugt, daß ihr Entwurf nur zur Stärkung der Monarchie beitragen kann. Die verbündeten Regierungen erkennen nach wie vor an, daß die Landwirtschaft Anspruch hat auf besondere Rücksichtnahme. Ausdruck dieser Urber­zeugung ist der vorgelegte Entwurf. Ob ich Dank oder Undank ernte, ist mir gleich. Ich glaube, es wird lange dauern, ehe Sie wieder einen Reichskanzler haben, der für die Landwirtschaft tut; was ich für sie erstrebt habe. (Bewegung.) Was wir Ihnen unterbereitet haben, geht nicht hervor aus irgend einer Verpflichtung gegenüber dem Auslande, sondern ist lediglich der Erkenntnis entsprungen, daß der nötige Schutz für die Landwirtschaft auch im Ein­klänge stehen muß mit den notwendigen Rücksichten auf dre Industrie und die Lebensstellung der arbeitenden Klassen. Man hat auch unser taktisches Vergehen verfehlt genannt. Was habe ich nicht alles in dieser Beziehung seit einem Jahre zu hören bekommen. In Wahrheit aber haben die Verb. Regierungen vom ersten Tage der Einbringung der Vorlage an klar und unzweideutig erklärt, bis zu welcher Grenze sie geben können. Herr v. Kardors hat mir den schweren Vorwurf gemacht, ich hätte nicht Achtung genug vor dem Ansehen des Parlaments. Er sprach von »friß, Vogel, oder stirb'. Ich habe es niemals an Achtung, in sachlicher und formeller Beziehung, gegenüber dem Reichstag, fehlen lasten. Die Verbündeten Regierungen sind weit davon entfernt, die Mehrheit dieses Hohen Hauses in der Vertretung ihrer Auffassung beschränken zu wollen. Aber hier handelt es sich um Beschlüsse, die Rückwirkung auf das Ausland haben wüsten, hier muß die Regierung das größere Maß von Autorität in Anspruch nehmen, sie muß wissen welche Wirkung die von Ihnen zu beschließenden Zölle auf das Aus­land haben. Herr Hahn sprach von meinen divlo» malischen Fähigkeften. Ich weiß nicht, ob dieselben größer find, wenn ich 7-/,, oder 6 oder 5Mk. Vorschläge lHeiterkeit). Und da ich glaube, daß die Mehrheit dieses Hauses Handelsverträge wünscht, so meine ich, sollten es sich die Herren doch noch einmal über­legen, was sie tun. Ich habe endlich namens der Verb. Regierungen zu erklären, daß die Anträge Wangenheim, Heim und Abrecht, ebenso wie auch die Kommijfionsbeschlüffe in Bezug aus die Mindest­sätze in jedem Stadium der. Verhandlungen für sie unannehmbar find. (Bewegung). Damit ist die Debatte beendet und es begrünen die Abstimmungen. In namentlicher Abstimmung wird der Antrag W.mgenheim auf 7*m Mk Mmdestzoll für Roggen mit 289 gegen 44 Stimmen bei 5 Stimmenthaltungen abgelehnt. Der Antrag Heim, 6 Mk. auf Roggen, wird gegen die Mehrzahl d-r Konservativen, die Antisemiten und das ganze bayerische Zentrum in einfacher Abstimmung abgelehnt. Der Kommisfions- antrag 5*/« Mk. auf Roggen wird in namentlicher Abstimmung mit 187 gegen 152 Stimmen ange­nommen Auch der Roggenzollsah im autonomen Tarif wird in einfacher Abstimmung in Höhe des Kommisfionsbeschluffes (7 Mk.) angenommen. In Bezug aufdieMindestzöllefürWeizcn wird der Antrag Wangenheini 7/»" Mk.) in einfacher Ab­stimmung abgelchnt und der Kommissionsantraz (6 M ) in namentlicher Abstimmung und bei dem­selben Parteiverhältnis, wie es sich bei Roggen gestaltet hatte, mit 194 gegen 154 Stimmen und 5 Stimmenthaltungen angenommen. Schließlich wird auch der Zollsatz auf Weizen im autonomen Tarif mit 7-> Mk. gemäß dem Kommistions- beschluß angenommen.

Marburg und Umgegend

Marburg, 22. Oktober.

* Ruyegkhnltsksse fit SkAkinde-Beamte«. Gestern tagte in Hersseld di7 vom hessischen Städtetag in Marburg eingesetzte Kommission für die Errichtung einer Ruhegehaltskafle für Gemeindebeamte in Verbindung mit einer Kaste zur Versorgung der Witwen und Waisen der­selben im Reg.-Bez. Kastel. Der Kommission gehören an die Herren Oberbürgermeister Tr. Antoni--Fulda, Stadtrat Bödicker-Kaffel, Oberst­leutnant Gärtner, Bürgermeister von Rinteln, Bürgermeister Müller-Allendors a. W., Bürger- ww-ster i-trauß - Hersfeld, welche sämtlich ec- schienen waren. Außerdem nahm wie die «Hersf. Ztg." mitteilt, der Vorsitzende des

hessischen Städtetags, Herr Oberbürgermeister Müller-Kassel, an den Kommisfionsberatungen teil.

* Eine Pelizeivknrdtumg, betr. die Aus­übung der Heilkunde durch nicht staatlich approbierte Personen wird in der neuesten Ausgabe des Amtsblattes für den Regierungs­bezirk Kastel veröffentlicht. Danach haben Personen, welche im Regierungsbezirk Kastel die Heilkunde gewerbsmäßig ausüben wollen, sich bei dem zuständigen Kreisärzte zu melden, sowie den Wechsel des Wohnortes anzuzeigen rc. Ebenso werden der öffentlichen Anpreisung von Vorrichtungen, Methoden oder Mitteln, welche zur Verhütung, Linderung oder Heilung von Menschen- oder Tierkrankheiten bestimmt find, Beschränkungen auferlegt.

* Warnung. Bekanntlich wurde vor kurzem in Sachsen ein Buchdruckereibefiher wegen An­fertigung von reichsdeutschen Briefmarken ver­haftet. Die Kriminalbehörden fahnden nun eifrig nach einem Komplicen des Verhafteten, der im Befitze solcher Briefmarken im Werte von 400 Mk. durch Deutschland reist und diese hauptsächlich in Zigarrengefchästen abzusetzen versucht, in denen er die Marken gegen Zigarren in Zahlung gibt. In den Gasthäusern pflegt er sich gewöhnlich als Hauptmann a. D. ein- zuzeichnen. Es sei vor dem Schwindler deshalb eindringlichst gewarnt.

§ Strafkammer. Als weiterer Angeklagter er­schien gestern der Schmied Eg. Stein aus Asterode. Ihm wurde zur Last gelegt, im Mai d. I. ohne Be­fugnis, mit einem Jagdgewehr versehen, durch den fiskalischen Wald auf Holzabfuhrwegen, die sonst nicht dem öffentlichen Verkehr dienen, gewandelt zu sein und schließlich am 24. Mai auch noch die Jagd ausgeübt zu haben. Vom Schöffengericht in Ziegen­hain war Stein deshalb zu 30 Mk. Geldstrafe ver­urteilt worden. Er sowohl, wie auch die Staats­anwaltschaft legten hiergegen Berufung ein. Der Angeklagte bekundete gestern, daß er um auf feine Jagd zu gelangen, durch diesen Wald hätte gehen müssen, daß er verbotene Wege gegangen, höre er das erste Mal. Aus der Verhandlung ging nun hervor, daß ein Förster dem Stein nachgeschlichen war und diesen fortwährend beobachtet hatte. Als Stein nach der Meinung des Försters pürschte, war dieser ihm entgegengetreten und hatte ihm das Ge­wehr abgenommen. Das Gericht sah gestern die Sache etwas milder an und erkannte unter Ver­werfung der Berufung der Staatsanwaltschaft nur auf 15 Mk. Geldstrafe. Dem Verurteilten wurde in- besten bedeutet, daß er sich in Zukunft vor dem Be- ?;ang dieser Holzabfuhrwege, wenn er in Jagdrüstung ei, hüten möge

(-) Großfeelheiru, 21. Oft. Einen un­freiwilligen Heldenritt machte dieser Tage das 7 jährige Söhnchen des hiesigen Oekonomen P. Herbener. Der Oberknecht hatte es beim Heimweg auf das Sattelpferd gesetzt und plötz­lich wurden die sonst lammfrommen Tiere scheu. Der Hinterwagen löste sich ab und der Vorder- wagen zerschmetterte an einer Brücke. Durch diesen gewaltigen Ruck erst wurde der tapfere Knabe aus dem Sattel geschleudert und geriet unter die Pferde, ohne jedoch besonderen Schaden zu erleiden.

(-) Grotzfeeltzeim, 20. Okt. Ein hiesiger Tagelöhner nahm vorgestern seine zwei Kinder, ein Mädchen und einen Knaben, mit aus den Kirmesplatz. Als er durch die Lange Gaffe ging, verlor sich der dreijährige Junge in der Menge und konnte trotz einer Streifsuche durch über 50 Mann erst gestern morgens um 7 Uhr halberfroren in der Nähe des Platzes bewußt­los vorgefunden werden.

Höffeu-Naffau und Nachbargebiete

Hünfeld, 20. Oktober. Ein bedauerlicher Unglückssall ereignete sich am vergangenen Frei­tag mittag, indem daS 2 Jahre alte Mädchen Karolina Ottilia Vogt beim Spielen dem Mühl­graben zu nahe kam, in denselben hineinstürzte und ertrank.

Hanau, 21. Oki. Eine hiesige 71jährige Frau in Eppertshausen war dieser Tage damit beschäftigt, einen Strohsack mit Haferstroh zu füllen. Hierbei stach sie sich mit einem spitzigen Halme in den rechten Arm. Die Frau beachtete anfangs die kleine Wunde nicht, bis heftige Schmerzen und starke Geschwulst zur Vorsicht mahnten. Ter herbeigerufene Arzt stellte als­bald Blutvergiftung fest. Gestern nachmittag ist die Frau unter entsetzlichen Schmerzen ver­storben.

Laasphe, 20. Okt. Ein in Saßmanns­hausen beschäftigter jugendlicher Arbeiter aus Feudingen versuchte in der Frühstückspause einen in Reparatur befindlichen Glühofen für- witzigerweise und trotz wiederholtem Verbots der Vorgesetzten zu öffnen. Das Feuergeschränk

des Ofens fiel infolgedeffen auf den Bedauerns­werten, wodurch fich derselbe erhebliche Quetsch­ungen beider Mine zuzog. Bon der Fabrik wurde sofort Herr Medizinalrat Dr. Guder gerufen, welcher nach Anlage des ersten Ver­bandes die Uebersührung deS Aermsten nach Marburg anordnete.

Siege«, 21. Okt. Zu der von uns bereits in voriger Woche demSieg. Volksbl." ent­nommenen Geschichte eine jungen Ehepaares aus Kirchen schreibt genanntes Blatt jetzt folgendes: Die Mitteilung über die Trennung eines jungen Ehepaares, ist nicht in allen Teilen richtig und hat auch einmal wieder die geschäftige Fama das ihre getan. Das junge Ehepaar, resp. der betreffende Gatte hat niemals von seinem Schwiegervater 40 000 Mark erhalten. Zur Hochzeitsreise haben die Eltern des jungen Mannes 400 Mk. beigesteuert und die Tochter hatte von den Ihrigen 120 Mk. erhalten. Von einem Durchgehen des jungen Ehemannes kann also keine Rede sein. Daß es mit der Ueber- nahme einer Apotheke nichts war, hatte eine ganz andere Bewandnis. Das junge Ehepaar befand fich auch nicht in der Schweiz, sondern bei Verwandten in Idstein und hier hat der Onkel der jungen Frau das Paar getrennt, während es so leicht gewesen wäre, einen anderen Ausweg zu finden, um einen Eklat zu vermeiden.

Vermischtes

Firranziellts Ergebnis des Bureubesuchs. Ueber das finanzielle Ergebnis des Burenbesuchs in Berlin wird berichtet, daß außer der großen Spende von 250 000 M. noch etwa 100 000 M. den Generalen zugsgangen sind.

Sarah Bernhardt bei der berliner Peeffr. Sarah Bernhardt hat eine Einladung des ber­liner Presse-Klubs, die sie in Stockholm er­reichte, telegraphisch dankend angenommen und wird am nächsten Sonntag als Gast in den Klubräumen erscheinen.

Die Ermordung eines Millionärs und zweier Polizeispitzel wird aus Lodz in Russisch-Polen gemeldet. Dem Großindustriellen Fuchs, der erschossen auf der Straße gefunden wurde, hatten die Mörder einen Zettel mit den Worten auf die Brust geheftet:So enden die Feinde der Freiheit." Die beiden Polizeispione, welche die Verhaftung vieler Revolutionäre herbeige­führt hatten, fand man gleichfalls, aber erdolcht auf offener Straße. Beide Leichen trugen den Vermerk:Auf Befehl des Revolutionskomitees. Ein gleiches Schicksal harrt aller Spione."

Kieme Nachrichte«. Am Kaiserstuhl sehen nach derBad. Ldsztg." die Winzer beim Herbsten in den Rebgeländen Weinstöcke in voller Traubenblüte, daneben frische reife Erd­beeren und auf den Bäumen vollständig ausge­reifte und glänzend schwarze Kirschen, lauter Früchte, die sich aus der zweiten Blüte ent­wickelten, nachdem die Maifröste die ersten Blüten vernichtet hatten. Der Bewirtschaftung seines Gutes Kadinen bei Elbing widmet der Kaiser lebhafte Fürsorge. Es soll dort eine Fabrik für feinere Thonwaren errichtet werden. Der kadiner Thon ist vorzüglich. Beim Einzug der Burengenerale in Berlin ereigneten sich zwei Unfälle. Am Bahnhof Zoologischer Garten kam ein Schutzmann im Gedränge zu Fall, und zwar direkt am Wagen des Generecks Delareh. Delareh griff selbst zu, um den Be­amten zu stützen, was ihm indeß nicht gelang. Der Schutzmann stürzte unter die Räder und zog fich eine Quetschung des linken Beines zu. Bei der Fahrt durch die Tiergartenstraße wurde ein Schulknabe durch einen Wagen umgestoßen; er erlitt eine anscheinend leichte Verletzung. In Sunferopol in Rußland hat ein junges Mädchen eine Reihe von Eigentumsvergehen nur deswegen begangen, um als Gewohnheits­diebin verbannt und auf diese Weise mit ihrem Geliebten vereinigt zu werden, der zu zwölf­jähriger Zwangsarbeit verutteilt ist. Das Paar wurde in der Gefängniskirche getraut und wandette gemeinsam nach Sibirien. Durch eine eigenartigeDepeschen-Beförderung" wurde ein Stationsbeamter in Bäumenheim (Bayern) verletzt. Ein Zugführer wollte bei der Durchfahtt ein Telegramm abgeben; er be­festigte es an einem etwa 280 Gramm schweren Stein und warf cs dem Beamten zu. Der Wurf ging fehl, so daß der Stein dem Beamten dem Kieferknochen zersplittette und einige Zähne einfchlug.

Richt aus der Fassung zu bringe«. Kaufmann (au einem ibn belästigenden Reisenden): «Lassen

Sie mich in Ruhe, ich brauche nichts, gar nicht»!* Reisender (lächelnd):Ich glaube gar, Sie halten mich für einen Reisenden!" Kauf­mann (verblüfft):Allerdings!" Reisender (ruhig seine Muster auspackend):I bewahre, ich bin ja der Chef selbst."

Verzeichnis

der für das Wintersemester 1902/1903 an hiesige, Universität neu munatrikulrrten bezw. mskribirten Studirenden:

10. Frohneberg, Wilhelm, Phil., Wilhelmstr. 2.

11. Clasen, Martin, Phil., Grün 54.

12. Wiedemann, Heinrich, Phil., Wörthstr. 14.

13. Zimmer, Hugo, Phil., Steinweg 9.

14. Mehlis, Georg, Gesch., Lutherstr. 9.

15. Fritsch, Karl, Zahnh , Zwischenhausen 2L

16. Kabel, Paul, n. Spr., Hofstadt 18.

17. Pfennig, Heinrich, n. Spr., Linaelgaffe 8.

18. Weiale, Johannes, n. Spr., Wehrdaerweg 12.

19. Mielck, Johann, Chem., Ketzerbach 10.

20. Engelhardt, Otto, Phil., Univerfitätsstr. 18.

21. Rofenauer, Andreas. Theol., Schwanallee 16.

22. Hilbert, Karl, Theol.

23. Lauge, Eduard, Jura, Grün 54.

24. Wagner, Richard, Theol , Hofftadt 17.

25. Dieterle, Samuel, Theol , Hofstadt 24.

26. Hoffmann, Gustav, Theol , Kasernenstr. 14.

27. Schümm, Karl, Theol., Kugelgaffe 15.

28. Knieling, Konrad, a. Spr., Metzgergasse 5.

-

Marktberichte.

Frankfurt, 20. Okt. (Getreidemarkw Am heutigen Wochenmarkt waren bei zurückhaltende» Angebot und guter Nachfrage für einheimische Brot­früchte etwas höhere Preise realisierbar. Ausländische Brotftüchte ebenfalls höher gehalten bei etwas ge­bessertem Absatz, auch Liefermzgsware mehr beachtet. Gerste zu unveränderten Preiftu im Absatz etwas ge­bessert. Haser bei knappem Angebot anhaltend gut gefragt und fest. Mais teuerer und wenig beachtet. Es notieren je nach Qualität: Weizen, hiesiger und Wetteraner Mark 15,75-15,85, kurhessischer Mark 15,8015,90. norddeutscher Merk 00,0000,00, russischer Mark 17,00-17,60, Redwinter Matt 16,75-17,00, Kansas Mark 17,15-17,40, La Plata Mark 00,00-00,00, Rumänier Mark 17,00-17,50. Roggen, hiesiger Mark 14,10-14,35, Pfälzer Matt 00,0000,00, russischer M. 14,4014,60, amerikanischer Mark 00,00-00,00, Gerste, hiesige Mark 15,15-15,40, Pfälzer M. 15,75-16,10, fränkische M. 15,40-15,65, Riedgerste M. 15,75-16,10, ungarische M. 00.00-00,00. Hafer, hiesiger M. 14,7515,20, Württemberger Mk. 00,00-00,00, bayrischer M. 14,80-15,50, rumänisch. M. 00,00-00,00, Russischer M. 14,40-15,50. Mais, Donau- mais Mk. 13,50-13,85, Russischer Mk. 00,00-00,00, La Plata Mk. 13,5013,85. Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier. Mehl fest. Es notieren: Weizenmehl, hiesiges Nr. 0M. 25,50,-26,00 feinere Marken M. 28,50-29,00, Nr. 1 M. 23,50-24,00, feinere Matten Mk. 25,00,-25,50 Nr. 2 Mk. 22,50 bi» 23,00, feinere Matten Mk. 23.50-24,00, Nr. 3 Mk. 21,50-22,00, feinere Matten Mk. 22,50-23,00, Nr. 4 Mk. 19,00-19,25, feinere Marken Mk. 19,50,-20,00 Roggenmehl, hiesiges Nr. 0 Mk. 23,00-23,75, Nr. 1 Mk. 20.75-21,25, Nr. 2 Mk. 15,50-16,00. Alles per 100 Kilo inkl. Sack loco hier. Futterartikel unveränd. Es notieren: Weizenschalen Ml.4,404,50, Weizenkleie Mk. 4,304,40, Roggenkleie Mk. 4,65 bis 4,75, Futtermehl Mk. 5,756,75, Biertreber, getrocknet Mk. 5,305,35 je nach Qualität. Alles per 50 Kilo netto effektiv loco hier.

Blousen-SeideEsg ko u.schon ver­zollt insHaus geliefert. Reich eMusteraus Wahl umgehend. Seiden - Fabrik Henneberg, Zürich.

Geschäftliche Mitteilungen.

Dou der Turmer Ausstellung. Das deutsche Kunsthandwerk hat auf der diesjährigen ersten inter­nationalen Ausstellung für moderne dekorative Kunst in Tuttn in glänzender Weise dominiert. Herr Prof. Olbrich, hat eine höchste Auszeichnung, ein Ehren­diplom und 8000 Mk. erhalten. Wie jetzt bekannt wird, wurde der Firma Hofmöbelfabrik Ludwig Alter in Darmstadt, welche mit zwei künstlettsch vollendet durchgeführten Zimmereinrichtungen vertreten ist, von der Jury die Goldene Medaille zuettannt. Es dürfte dies dieser mächtig ausstrebenden Firma ein erneuter Sporn zu weiteren Erfolgen auf dem Gebiete des internationalen Wettbewerbs sein. Ferner hat das Preisgericht noch folgenden deutschen Künstlern Preise zuerkannt: Peter Behrens-Darmstadt, für ein Prunk­zimmer 1500 Lire und Bernh. Göbel-Freiberg in Sachsen für eine einfache Zimmereinrichtung 1500 Sire. Außer diesen zweien erhielten noch folgende deutsche Aussteller Ehren-Diplome: Architekt von Berlepsch-München, Herrn. Billing- Karlsruhe, der Verein deutsches Buchgewerbe in Leipzig, Architett Dülfer in München, Maler Gußmann in Dresden, der Karlsruher Künstlerbund, der Bildhauer Hermann Schaper-Hannover und die Bereinigten Wettstätten für Kunst und Handwerk in München.

Rotationsdruck.

Berantwottlich für die Redattion: Frhr, v. Wangenheim in Marburg.