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(yoji yC||t|(yC ^ßiittiiy mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jllrrstrirtes Sonntagsblatt.

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JK 261

Biertelsiihrlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 SDtt, bei allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld).

JusertiouSgebühr: die gespcüteue Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Reclamen: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Somabcnd, 18. Oktober 1902.

Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertage». Sonnabends in Morgen, und Wend-Ausgabe.

Druck »ttth Verlag: Joh. Ang. Koch, Umversitäts-BuchdruÄrft Marburg. Markt 21. Telephon 55.

37. Jahrg.

Mittag-Ausgabe.

Menschenverlust und -Gewinn des deutschm Reiches.

Einen interessanten Nachweis führte Dr. Alexander Tille in einem Dortrage auf dem deutschen Kolonialkongreß 1902 hinsichtlich der Entwickelung deS Menschenverlustes durch Aus­wanderung, welche nicht durch Einwanderung wieder ausgeglichen würde. Danach gingen dem Reiche von 18721878 von seinem Geburten­überschuß durchschnittlich 11,4 Prozent verloren, 18791886 33 Prozent, 18871894 21,1 Pro­zent und 18951900 gab es einen Zuschlag von 1,8 Prozent zum Geburtenüberschuß. Teilen Wir die Zeit von 18871900 so, daß wir die Jahre 18871892 und die Jahre 18931900 zusammenf assen, so ist der Verlust für die erstere Zeit 14,4 Prozent und der Gewinn für die letztere Zeit 0,05, d. h. trotz eines durchschnitt­lichen Geburtenüberschusses von 757 000 im Jahre giebt es noch einen Zuwachs von 0,05 Prozent zu demselben durch Zuwanderung, welchen daS Reich trotz des hohen Geburten- überschufies mit ernährt hat. Der wirtschaft­liche Aufschwung, welcher sich mit dem Jahre 1887 vorbereitete, war der Hauptgrund für die Minderung der Menschenverluste des Reiches durch Auswanderung und schließlich selbst für die Anziehung einer stärkeren Zuwanderung, die die Auswanderung mehr als wett machte. Die Herkunftsstatistik der überseeischen Auswanderer zeigt, daß dieselben ihrer überwältigenden Mehr- zaA nach aus den Ackerbaugegenden des Reiches kommen. Die Provinzen Posen, Hannover,

(Nachdruck verboten.)

Nach Brasilien.

Reisebries« von Lanera.

(Fortsetzung.)

Dennoch fanden wir eine regenfreie Stunde, um einen sehr schönen Spaziergang durch Palmenhaine an der Barre am Eingang in die Bah zu machen. Dort liegt der Rest eines ge­strandeten Dampfers als Zeichen, daß das sonst so ruhige Meer auch bei Bahia feine Opfer fordern kann. Hier ist die ganze Landschaft rein tropisch. Cocospalmen, Mangabäume, Kakteen, besonders die in den brasilianischen Nationalfarben wachsende» grün-gelben, und alle nur möglichen exotischen Blumen und Blüten verschönern die Gärten, und Vögel, die man selbst in Rio noch nicht oder selten findet, fliegen durch die Luft. Am meisten erfreute ich mich über die niedlichen schwarz-weißen Lavan- dajaS, d. h. Wäscherinnen, eine Art von Bach­stelzen, die eS aber in ganz Brasilien gibt.

Bald sing eS wieder an zu schütten. Ich begreife kaum, wie die Damen zu meinem ersten Vortrag in den Bau der Germania gelangen konnten, ohne ganz aufgelöst zu sein. Meinen sreundlichen Hauswirten und mir passierte es auch, nach dem Vortrag zu Fuß heimgehen, d. h. Heimwaten zu müfien, weil der letzte Pferdebahnwagen weg war und es keine Droschken in Bahia gibt. Auf dem Bürgersteig floß ein Bach, und wenn man daneben trat, was mir in der Dunkelheit zweimal passierte, dann stieg man in einen über einen Fuß tiefen See. Es schadete aber nichts, denn alles, selbst das Regenwaffer, war warm. Nur die schwarzen Unaussprechlichen und die Lackschuhe nahmen die Geschichte sehr übel.

Am folgenden Tage konnte ich in einer

Brandenburg, Westpreußeu, Schleswig-Holstein stehen fast ausnahmslos obenan. Schon seit den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts hatte die sich neuentwickelnde Industrie einen erheblichen Teil der Menschen ausgenommen, welche die natürliche Bevölkerungszuuahme brachte und für welche die Landwirtschaft keine Beschäftigung oder keinen entsprechenden Lohn hatte, aber daS erste Jahrzehnt des neuen Reiches war ihr zu wenig günstig, als daß sie hätte zu sonderlicher Blüte gelangen können. Erst daS Jahr 1879 brachte mit seinem autonomen Zoll­tarif einige Abhilfe. Freilich war daS all­gemeine Darniederliegen allen Gefchästes nach dem großen Zusammenbruch von 1873/74 ein viel zu tiefes, um die Industrie zu rascher Blüte gelangen zu laffen. Die erste Auf­schwungszeit, die sie unter den neuen stetigeren Verhältnissen erlebte, begann etwa mit dem Jahre 1887, und seitdem ist sie imstande ge­wesen, nicht nur die Erhaltung eines gewaltigen Teiles des Geburtenüberschusies im Inlands zu ermöglichen, sondern auch noch für 88 000 Zu- wanärer Brot zu schaffen. Bis zum Jahre 1902 ist die landwirtschaftliche Bevölkerung ständig zurückgegangen und die industrielle um mehr als den dadurch freigewordenen Betrag gewachsen. Was ehedem in die Fremde wandern mußte, weil ihm die Heimat kein Brot mehr bot, daS hält heute die deutsche Industrie da­durch im Deutschen Reiche fest, daß sie ihm Arbeitsgelegenheit schafft und dadurch das Reich in die Lage versetzt, statt Menschen, wie ehe­dem, Waren zu erportieren. Daß der ehedem notwendige Menschenexport in den letzten Jahren völlig durch den Warenexport ersetzt worden ist, das ist die größte Tatsache in der gesamten Entwickelung des Auswanderungswesens in Deutschland- Auffällig ist, daß das Jahr 1900 und das Jahr 1901 noch einen Ueberschuß der Einwanderung über die Auswanderung zeigen, obwohl der Beginn des wirtschaftlichen Nieder­gangs bereits in den Sommer 1900 fällt. Es ist nun gar keine Frage, daß bei dauerndem Darniederliegen der deutschen Industrie der Auswandererstrom zu gewaltigem Umfange wieder anschwellen müßte, da breite Masten der Industriearbeiter lieber auöwandern werden, als daß sie aufs Land zurückkehren. Aber andererseits find seit der letzten Niedergangs­zeit großen Stiles Mitte der siebziger Jahre doch Verhältnisse eingetreten, welche eine Stei­gerung der Jndustriebeschäftigung zur Folge gehabt haben. In der Zwischenzeit hat sich im Deutschen Reiche eine bedeutende Großindustrie entwickelt, welche kapitalkräftig genug ist, um ihre Werke eine Zeitlang auch dann noch in weitem Umfange im Betriebe zu erhalten, wenn der Absatz nur noch mit Verlust nach dem Aus-

Regenpause eine reizende Fahrt über eine Halb­insel in der Bah machen. Da sah ich ganze aus Negerwohnungen bestehende Straßen. Die Lehmhütten der Schwarzen standen unter Palmen und Bananen und nach allen Seiten boten sich allerliebste Ausblicke auf die Bah und deren Buchten. Dazwischen waren altportugüsifche Häuser mit blauen Kacheln belegt ot« mit grellen Farben bemalt. Bor manchen befanden sich diese mosaikartigen, ungemein sorgsam er­haltenen Gärten, wie ich sie beim Alcazar in Sevilla oder bei anderen spanischen Gärten aus maurischer Zeit gesehen hatte. Fast noch bunter statteten reiche Neger ihre Gärten aus. Da wird die Mannigfaltigkeit der natürlichen Farbenpracht noch durch künstliche, geradezu scheckige Bemalung von Geländern oder von den aus allen CakeSbüchsen oder andern Blech­gefäßen hergestellten Blumentöpfen vermehrt. Die von Siemens und Halske erbaute elektrische Bahn wird ausgezeichnet geleitet und hat die ganze Halbinsel in Verbindung mit der Stadt gebracht. Daher sieht man hier außen auch malerische Landhäuser, vielfach in dem reichen, in Portugal beliebten Emanuttstil. Andere er­innern an Hindubauten aus Senates oder Ahme­dabad und Bombay. Interessant find dott außen die Brunnen. Die Wasserleitung der Stadt reicht nicht so weit. Daher ist der Brunnen von einem verschlossenen Gitter umfaßt, die Leute kommen mit Eseln, welche Waffertönnchen tragen, und der Bruuneupächter verkauft das Master um 100 Reis, d. h. etwa 10 Pfennig für das Tönnchen. Umgeben von schattigen Mangabäumen, Palmen u. s. w. liegt auf der Halbinsel amh das tiefblau an gestrichene portu­giesische Spital, wie ein merkwürdig charakte­ristisches Gemälde aus der Zeit bet ersten Jesuitenansiedelungen.

land möglich ist. Dieser Zug hat in neuester Zeit durch die Ausbildung des Shndikatwesens, welches noch größere Finanzgruppen geschaffen hat, eine ganz besondere Stütze erhalten. Ohne beide Züge würden wir längst mit einer stärkeren Einschränkung der Industriebetriebe, mit der Entlastung von Hundetttaufenden von Arbettern und mit einem Wachsen der Auswanderung zu tun gehabt haben.

Die deutsche Spezialausfuhr stieg von 1892 bis 1901, also in neun Jahren, um rund andert­halb Mark, oder fast um die Hälfte ihres Be­trages von 1892. Einer Spezialausfuhr von 3150 Mill. Mark Wert im Jahre 1892 stand 1901 eine solche von 4513 und 1900 sogar eine solche von 4753 Mill. Mark gegenüber. In dieser andetthalb Milliarde Mehrbetrag der Ausfuhr gegenüber 1892 steckt ungefähr eine Milliarde Arbeitslöhne, die, zu Beträgen von 1000 Mark auf den Kopf deS Erwerbsthätige» verteilt, einer vollen Million Familien mehr Arbeitsgelegenheft gibt, als ohne sie vorhanden fein würde. Dem Zwecke, möglichst viele Deutsche an der heimischen Scholle festzuhalten und da­durch unsere heimische Volkskraft immer stärker zu machen, dient unsere gesamte nationale Wirt­schaftspolitik. Schutz dem heimischen Prvdnktions- gebiete insoweit, das auf demselben unter ebenso günstigen Bedingungen produziert werden kann, wie im Auslande, und Handelsverträge, welche den deutschen Waren möglichst günstige Absatz­bedingungen aus fremden Märllen sichern, das find ihre beiden Grundaufgaben. Wieder tobt einmal der Kampf darum, ob diese beiden Auf­gaben auch in Zukunfst bestehen bleiben sollen, und zugleich darum, ob der Industrie, welche des Landes neue Kinder ernähren soll, auch die handelspolitischen Vorbedingungen dafür gewährt werden sollen. Vom Standpunll einer natio­nalen Volksstandspolitik auS, welche auf dis möglichste Stärkung des heimischen Volksganzen auSgeht, sollte diese Frage längst entschieden fein. Sicher soll man dem deutschen Aus­wanderer, der nun einmal entschlossen ist, fern überm Meere sein Glück zu erproben, so förder­lich wie möglich sein und ihm namentlich die Möglichkeit schaffen, bei Stammesbrüdern zu fiedeln, damit er seiner Muttersprache und seinem Volkstume erhalten bleibe. Aber man soll dar­über auch nicht vergeffen, daß wir Größeres schaffen, wenn wir unseren Geburtenüberschuß daheim festhalten, indem wir durch eine weit­sichtige Handelspolitik die Mittel schaffen, jedes Jahr im Deutschen Reiche neue Hunderttausende zu ernähren. Wir betrachten ein Volk heute als einen Kraftmittelpunkt, von dem aus Kraft- äußerungen nach allen Richtungen ausgehen. Unser Volk besteht heute aus mehr als 57 Mil­lionen Menschen und ist damit das stärste Volk

Ich fuhr nach der Stadt zurück. Sie hat einige recht sehenswerte Gebäude, wie die Muni­zipalkammer, dasRegierungsgebäude, dieHandels- gesellschaft und viele Kirchen und Klöster. Zählt doch Bahia an 250 religiöse Bauten. Im Stil unterliegen alle Kirchen mehr oder minder der Sucht nach Ueberladen mit Schmuck, daS sämt­liche Südvölker kennzeichnet. So wirken z. B. die reichen vergoldeten Holzschnitzereien der großen Franziskanerkirche wie ein Tapeten­muster. Viel mehr wie in Rio und S. Paulo gehen in Bahia Leute, freilich meist Negerinnen, in die Kirchen zum Beten, und eS scheint, als ob man hier frömmer wäre als fönst wo in Brasilien.

Zahlreiche ganz schöne Denkmäler schmücken die öffenttichen Plätze. So stehen auf der Ter­rasse des Munizipalplatzes mehrere Marmor­figuren auS altpottugiefischer Zeit, ton denen einzelne recht gute Kunstwerke genannt werden dürfen. Zwei große Säulendenkmäler ziere» öffentliche Plätze. Sie find mehr eigenartig als künstlerisch, wirke» in ihrer Umgebung aber gut. Bei dem in der unteren Stadt zur Er­innerung an den Krieg gegen Paraguay hat man merkwürdigerweise die entstehende natür­liche Kupferpatina abgekratzt und eine neue, künstliche hervorgerufen. Die Auffchriften und Embleme der Säule wurden vergoldet, und so toottte man ein echtes Nationaldenkmal in den brasilianisch« Farben, grün und gold, schaffen. Besonders schön ist dies nicht. Aehnlich sieht die Säule auf dem Paseo aus.

Bahia besteht aus einer oberen, auf einem Höhenzug, und auS einer unteren, längs beB Ufers der Bah sich erstreckenden Stadt. Die Verbindung geschieht durch einen senkrechten Aufzug und zwei schräge Drahtseilbahnen. Luch die elektische Straßenbahn wird wohl

Westeuropas geworden. Die in Mitteleuropa in einem Komplex zusammenwohnenden deutsch- redenden Menschen mit deutschem National- g-fühl stellen den größten Kraftmittelpunkt einer Zunge dar, den eS unter den gesittete» Völkern überhaupt gibt. Bei allem Streben, auf zwei anderen Erdteilen politisch immer festeren Fuß zu faffen und auf einem dritten deutsche Siedelstätten zu gründen, wollen wir doch nicht vergeßen, daß die Wurzeln unserer wirtschaftlichen und politischen Kraft im deutschen Heimeftboden ruhen, und daß mit jedem Menschen, den wir durch Schaffung von Arbeitsgelegenheit mehr daheim festhalten, unser Volkstum eine Stärkung erfährt.

Umschau.

Eine englische Preßstimme über die deutsche Kolonialpolitik wird auS London gemeldet, die unter an­maßendem englischen Hohne leider manches Wahre sagt:

Der .Daily Chronicle' sagt in einer Besprechung des deütichen Kolon wlkongrefses, dieser Kongreß sei anscheinend veranstaltet worden, in der Hoffnung, das deutsche Volk in einen Zustand der Begeisterung über seine Kolonien zu versehen. Die Aufgabe fet sehr schwierig. .Das deutsche Volk ist fich kaum klar geworden, daß es überhaupt Kolonien besitzt. Die Ursache dieser Gleichgiltigkeit erscheint zuerst sehr dunkel. Die Deutschen find nicht wie die Franzoien; fie lieben ihr eigenes Land nicht so sehr, daß sie die Idee der Auswanderung Haffen. Man gebe einem Deutschen sein Nationalgettänk und einen Weihnachts­baum, und er fühlt fich überall glücklich (!) In den Vereinigten Staaten, in Südafrika und in vielen britischen Kolonien gibt er einen außerordentlich erfolgreichen und manchmal ganz angenehmen (!) Ko­lonisten ab. Reisen scheut er nicht im geringsten. Er kann fich gewöhnlich in mehreren Sprachen verständ­lich machen und der deMsche Handlungsreisende durch­zieht die ganze Welt. Dentschlangs eigene Kolonien aber dienen nur dem Gelächter der Welt und von allen europäischen Kolonien im Auslande find die deutschen vielleicht die letzten, in die ein Deutscher gehen würde. Das ist natürlich teilweise mit der Art der Gebiete begründet. Gewiß hatten wir die besten Teile der Erde okkupiert, bevor die Deutschen begannen, über die Meere zu blicken, und es ist jetzt nicht viel übrig geblieben. Der Hauptgrund aber, weshalb die Deutschen ihren eigenen Kolonien lern bleiben, liegt wohl in der väterlichen Regierung, dem uniformierten Beamten, der Einmischicng der Be­amten in die Angelegenheiten der Kolonisten, die fich in den Kolonien gerade so fühlbar macht, wie in Deutschland selbst. Wenn die DeMschen die Freiheit Amerikas oder unseres eigenen Reiches geschmeckt haben, find fie wie Schulknaben, die endlich der Schule entronnen find, und sie haben durchaus keine Lust, wieder zur Schule zu gehen/

Es ist bettübend für den Deutschen, noch immer manche dieser bittern Wahrheiten ein­stecken zu muffen.

bald nach oben weftergefühtt werden, wenn die jetzige GeschästSkrifis überwunden und bessere Geldverhältniffe ein getreten falb. Zurzeit herrscht ja wegen der Ueberproduktion von Kaffee, der schlechten Verwaltung der Staatsgelder und aus anderen Gründen eine sehr gedrückte Geschäfts­lage. In Bahia kommt noch dazu, daß die Behandlung des guten, hier gepflanzten Tabaks so unsachgemäß ist, daß dadurch die Ware im Wette sehr herabgedrückt wird. Die indolente» Brasilianer können fich aber nicht zu rationeller Behandlung auftaffen.

Immerhin erscheint Bahia als eine auf­blühende, hübsche Stadt, welche einen freund­lichen Eindruck macht. Sie wird fich geschäft­lich erholen und dann weitere» Aufschwung nehmen, was man nicht von allen brasilianischen Städten, z. B. keineswegs von der als späterer Bunbeskapftale gedachten Stadt Bello-Horisonte im Staate Minas Geraes, auf welche man große Geldmittel verwendet, behaupten kann. Die öffentlichen Anlagen von Bahia find seit langer Zeit angelegt, und daher hat z. B. der große Paseo publico, abgesehen von feiner herr­lichen Aussicht aus die Bay, einige prächtige alte Mangabäume, Palmen und einzelne sehr schöne Marmorgruppen. Auch auf Häusern sieht man gute Marmorstatuen.

Ein hochinteressanter Ritt durch tropische Landschaften, Negerniederlaffungen und malerische Küstenstriche brachte mich nach den Dörfern Rio Vermelho und Jtupa. Bei einem Walfischsänger sah ich Silber unb hörte Erzählungen über die einfache Art, wie gerade jetzt im Juni unb Juli der Wal hier zu Lande gefangen wird. Man jagt ihn mit großen Segelbooten und harpu» niett ihn mft freier Hand, so wie man e8 in meiner Jugend auch von den Walfischfänger» im nördlichen Eismeere las. (Schluß folgt.)