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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
M 255
Sonntagsbeilage: Jllnstrirtes Sonntagsblatt.
Blerteljl.hrlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk.» bei alle» Postämtern 2L5 Mk. (excl. Bestellgeld).
Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeil« oder deren Raum 10 Pfg.
Reclamen: die Zeile 25 Pfg.
Marburg
Sonntag, 12. Oktober 1902.
Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertage». Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.
Druck unb Verlag: Ich. Aug. Koch. ltniverfitätS-Buchdruckerei Marburg. Markt 21. — Telephon 55.
37. Jahrg.
Zweites Blatt.
Marburg mrd Umgegend
Marburg, 11. Oktober.
* Sa« Hauptpostamt. Nicht zu bestellen waren folgende bei der hiesigen Post eingezahlten Beträge: Eine Postanweisung über 1 Mk., aufgeliefert am 16. April 1902 in Marburg, adressiert an I. Jung, Restaurateur in Frankfurt a. M., Absender unbekannt. Eine Postanweisung über 2 Mk., aufgeliefert am 10. Januar 1902 in Marburg, adressiert nach Kasiel, Absender unbekannt. Die unbekannten Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre Ansprüche unter Beibringung von Beweisstücken bis zum 8. November d. I. bei der Hauptpostdirektion zu Kassel anzumelden und die Beträge rc. in Empfang zu nehmen, widrigenfalls über dieselben zu Gunsten der Postunterstützungskafle verfügt werden wird.
* Eine Zentrale der Stellenvermittelung für gebildete Frauen und Mädchen ist vom Teutsch- evangelischen Frauenbund am 1. Oktober in Waldhausen b. Hannover ins Leben gerufen worden. Vorsitzende ist Fräulein von Reden, stellvertretende Vorsitzende Fräulein Seclmann. Ihre Tätigkeit wird sich auf alle Berufe erstrecken, durch die heute gebildeten Frauen Erwerbsmöglichkeiten geboten werden. Ausgenommen sind Lehrerinnen, Erzieherinnen und Kindergärtnerinnen, da Stellenvermittelungen für diese hinreichend vorhanden find. Es handelt sich demnach um folgende Berufe: 1. die der inneren Mission und sozialen Arbeit. 2. die der nicht organisierten Krankenpflege, 3. die der gewerblichen und technischen Arbeit, 4 die der haus- und landwirtschaftlichen Arbeit. Die Zentrale will ferner stellen- nnd arbeitsuchende Frauen bei der Berufswahl beraten und ihnen tunlichst Ausbildungsmöglichkeiten Nachweisen. Es sind hierzu weitgehende Verbindungen mit verschiedenen Vereinen und Anstalten, welche Frauen eine Berufsausbildung bieten, angeknüpft worden.
*** Heimatkrmst. Wie ein frischer Hauch von Berg und Tal mutet uns dies in der neuesten Zeit wieder zu Ehren gelangte Wört- lein an. Rettet man sich doch zu gern aus dem Pfuhl snpermoderner Nervosität und raffinierter Mache unserer derzeitigen Litteratur in die erfrischende Sphäre dieser Merkchen, welche auS der Heimat entwachsen an die tiefsten Seiten unseres Gemütes anklingen, eben daS Heimatsgefühl. „Leute vom Burgwald", eine Erzählung aus dem Oberhessischen Volksleben von Valentin Traudt (N. ®. Elwertsche Verlagsbuchhandlung Marburg, 3 Mk. eleg. geb. 4 Mk.) betitelt sich ein neues Büchlein, welches es mit bestem Erfolg unternimmt, uns im Gegensatz zu den oft perversen Großstadt- romanen und krankhaft psychologischen Detailschilderungen, ein Stück gesundes Leben, vorzuführen, wie es das schlichte Völklein der hessischen Bauern bietet. Es handelt sich um eine in zwei Parteien geteilte Gemeinde, das Oberdorf und das Unterdorf, die infolge der neu begriffenen Anlagen einer Wasserleitung und eines Bahnbaues in bitterer Feindschaft einander gegenüberstehen. Dazwischen spielt die rührende Treue eines jungen Liebespaares, das man nicht zusammengeben will und endlos quält und zwingt, bis ein glücklicher Zufall sie schließlich ohne weiteren Widerstand einander in die Arme führt. Schlicht und einfach wie die geschilderten Personen ist die Darstellung. Keine, Effekthascherei kein routinierte Mache, keine verblüffende Technik, kein sprühender Witz, aber was mehr wert ist, eine frische Ursprünglichkeit, ein warmer Ton dichterischer Herzlichkeit geht durch die ganze Erzählung. Es ist kein Buch, daS man mit fiebriger Hast durchfliegt, das ein Backfisch von hinten zu lesen anfangs, ein Buch vielmehr, in das man sich vertieft langsam und mit wahrer Erbauung, das man aber, wenn es einmal gelesen ist, auch nicht achtlos beiseite wirft und immer wieder und wieder vornimmt. Wer sich einmal in dem
mühevollen Leben und Treiben der hessi
schen Bauern um schauen, wer sich vor allem auch in ihrem eigenartigen Dialekt einlesen will, der nehme die „Leute vom Burgwald" zur Hand, lese sie einmal und nochmals und er wird voll auf seine Rechnung kommen.
* Für Militanmwärtcr. Der „Staatsanz." veröffentlicht einen königlichen Erlaß vom 21. September, nach dem bis Ende September 1903 Unteroffiziere mit mindestens sechsjähriger aktiver Dienstzeit im Heere oder in der Marine und vom 1. Oktober 1903 bis Ende September 1905 Unteroffiziere mit mindestens siebenjähriger aktiver Dienstzeit im Heere oder in der Marine in die königlichen Schutzmannschaften eingestellt werden dürfen.
* Marburger Theaterverein. Man schreibt uns: Zur Schaffung gesunder und dauernder Theaterverhältnisse hat sich ein „Marburger Theaterverein" gebildet. Tie hiesigen Theatereinrichtungen waren bisher zweifellos sehr unbefriedigend, da es lediglich vom Zufall abhing, ob sich eine Gesellschaft hier zum Spielen bereit fand und ob deren Güte und die gewählte Zeit unseren Dedürfnisien entsprachen. Der Zustand hat sich noch dadurch verschlechtert, daß Herr Beck nicht mehr am kölner Theater angeftellt ist und. daher nicht mehr mit Mitgliedern dieses Theaters hier auftreten kann. Um so dringender ist das Bedürfnis nach festen Theatereinrichtungen. Diese sind nicht möglich ohne einen ständigen dauernden Mittelpunkt; und ihn soll der Theaterverein bilden. Jedes Mitglied zahlt nur einmal ein Eintrittsgeld von 5 Mk. ohne weitere Beiträge und genießt dafür Vorteile bei dem Abonnement, in diesem Winter einen Vorzug von 25 Pfennigen für jedes Billet. Für den Winter sind einstweilen drei Vorstellungen des Frankfurter Schauspielhauses gesichert, die den Marburgern zum erstenmale den hohen Genuß von ausgezeichneten Aufführungen einer Bühne ersten Ranges bieten werden. Voraussichtlich wird „Viel Lärm um Nichts" (Shakespeare), der „Erbförster" (Ludwig) und ein modernes Schauspiel gegeben. Die Ausführungen sollen jedesmal am Donnerstag stattfinden, wahrscheinlich zwei, im Dezember und eine im Januar. Tie Preise werden für Mitglieder annähernd dieselben sein wie bei den Bcck'schen Unternehmungen. Weitere Verhandlungen find noch in der Schwebe. Außerdem ist gegründete Hoffnung Vorhänden, im nächsten Jahre die Frankfurter zu einer größeren Zahl von Vorstellungen gewinnen zu können. Vor allem aber besteht die sehr erfreuliche Aussicht, daß wir spätestens im nächsten Winter in Marburg ein wirklich gute?, ständiges Theater im Verein mit anderen Städten bekommen.
Hessen-Nassau und Nachbargebiete
Kassel, 10. Okt. Herr Regierungs-Präsident von Trott zu Solz erlegte am Mittwoch am Forsthaus WaldhauS bei Hombressen (Reinhardtswald) einen kapitalen Achtender und einen starken Keiler.
Hanau, 10. Oktober. Hier wurde gestern einem Goldschmiedslehrling auf der Straße ein Blechkasten, der Gegenstände im Werte von 300 Mk. enthielt, von zwei Burschen entrissen. Einer der Täter ist verhaftet.
Hilchenbach, 10. Oktober. Ein Seminar- Gedenktag wird nach der „Hilchenb. Ztg. der 18. Okt. sein, denn am 18. Okt. 1877, also vor 25 Jahren, wurde das kgl. Lehrerseminar eingeweiht.
Warburg, 10. Okt. Herrn Amtsgerichtsrat a. D. Kellerhof wurde der Rote Adler- Orden 3. Klasse mit der Schleife verliehen.
Vermischtes -
Ein alter Rekrut ist der 42 jährige Hermann Beckendahl aus Altenesseu, der sich vor dem Kriegsgericht in Düffeldorf wegen Fahnenflucht zu verantworten hatte. B. hatte sich im Jahre 1881 dem Eintritt in das stehende Heer durch die Auswanderung entzogen, sich lange, Jahre hindurch in Amerika aufgehalten und in, der ersten Hälfte des südafrikanischen Krieges auf Seiten der Buren gekämpft. Von den letzteren gefangen genommen und auf St. Helena interniert, war B. im August d. I. entlaffen worden und hatte sich — da er nach Südafrika nicht zurückkehren durste — im September d. I. beim Essener Bezirkskommando freiwillig gestellt. Das Urteil gegen ihn lautete auf 7 Monate Gefängnis und Versetzung in die zweite Klaffe des SoldatenstandeS; voraussichtlich wird der Verurteilte auch noch seiner militärischen Dienstpflicht genügen müssen.
„Kaiserliche Sklaverei." Unter diesem Titel erzählt das „Journal" folgende merkwürdige Geschichte: Die Maßnahmen der Polizei zur
Sicherheit des Zaren find außergewöhnlich streng, was wieder ein Vorfall beweist, der sich vor kurzem zugetragen hat. In Ssarskoje - Selo pflegte der Kaiser nachmittags sich vom Schloß nach einem Pavillon im Park zu begeben, wo er mit der Kaiserin den Tee einnahm. Als er eines Tages an den Blumenparterres vorbeikam, wollte er einige Rosen für die Zarin pflücken. Er bemerkte einen alten Gärtner, rief ihn an, und dieser eilte herbei. Aber als er auf einige Meter herangekommen war, traf ihn eine aus einem dicken Gesträuch hervorkommende Kugel am Kopf und schmetterte ihn zu Boden. Don allen Seiten kamen Polizeibeamte herbei, und ihr Chef eilte auf den Kaiser zu und erklärte ihm, daß er eine strenge Vorschrift habe, nach der jeder Unbekannte, der sich auf zehn Meter näherte, getroffen werden sollte. Der Zar ging nervös und betrübt langsam in8 Schloß zurück und verfluchte seine kaiserliche Slaverei.
Ein Ehmann ohne Barurteil. Der Witz kann schon so alt sein, aber Hardouin in Paris erzählt ihn so flott, daß man seine Wiederholung riskieren kann. Ein „Mann ohne Vorurteil" hat eine sehr häßliche Frau geheiratet, die aber eine sehr große Mitgift hat. Eines Tages trifft er einen Freund, lädt ihn zum Tee ein, stellt, ihn der Frau vor, und im Augenblick, als die Frau sich ein wenig entfernt, fragt er ihn: „Nun, wie findest Du meine Frau?" „Mein Gott," antwortet der Freund verlegen, „sie hat halt ein Glasauge." „Ja, das hat sie." „Und dann glaube ich . . . sie stottert —„ „Gewiß!" „Nndwenn ich mich nicht irre, hinkt sie. . ." „Auch das iff richtig." „Dann bemerke ich auch . . ." Hier kehrt die Frau zurück, da hält der Freund natürlich inne. „O," ruft der Ehemann ohne Vorurteil, „Du kannst laut reden, taub ist sie nämlich auch!"
Tie drahtlose Telephonie. Ueber neue Versuche des Ingenieurs RuhmerS mit drathloser Telephonie berichtet der „B. L.-A.": Bei einem kürzlich angestellten Versuch befand sich die Empfangsstation auf dem Kaiser Wilhelmsturm bei Schildhorn, während das Accumalatoren- boot „Germania", auf dem die Sendestation untergebracht war, bis zur Pfaneninsel fuhr. Die Deutlichkeit und Lautstärke der Wiedergabe setzte die zahlreich am Kaiser Wilhelmsturm versammelten Fachleute in Erstaunen; die Entfernung betrug über 7 Kilometer. Die Versuche werden jetzt an anderer Stelle auf 15 Kilometer Entfernung fortgesetzt.
Mit einer Bombe in der Hand betrat ein Räuber die Vüreaus der canadischen Handelsbank zu Scagany in Alaska und verlangte die Auszahlung einer Summe von 20 000 Dollars (80 000 Mk.) unter Hinweis auf das gefährliche Instrument, das er mit sich führte. Die Beamten der Bank griffen zu ihren Revolvern, worauf der Eindringling seine Drohung wahr machte und die Bombe zur Erde fallen liefe. Der Räuber selbst wurde zerschmettert, eine andere Person durch die umherfliegenden Eisensplitter verletzt.
Untzliickssälle. Jn^ der Maschinenfabrik Otto Froriep zu Rheydt ereignete sich ein schwerer Nnglücksfall. Bei der Füllung des Schmelz- ofens explodierte eine alte Granate, dir sich unter dem zum Einschmelzen verwandten alten Eisen befand, tötete einen Arbeiter und verletzte zwei schwer. — Ein Müllergeselle von Hülde- haus lehnte sich zu weit aus dem Fenster der Mühle, sodaß der Kopf von dem Mühlenflügel erfaßt und von dem Rumpfe getrennt wurde.
Auszug aus de« Standssbücher» deS König!. Preußischen Staudekamtsbezirks
Marburg.
Vom 4. bis 11. Oktober 1902.
Verehelichte.
1. Dr. Phil. Johannes Conrad Wilhelm Dörbecker, wohnhaft in Hannover, mit Anna Bertha Emilie Runckel von hier. 2. Kaufmann Ado Arno Robert Wietschel mit Auguste Margarethe Christine Weber, beide wohnhaft hier. 3. Studentendiener Johann Heinrich Platt mit Elisabeth Löwe, beide wohnhaft hier. 4. Arbeiter Peter Orthwein mit Catharine Elisabeth Engel, beide wohnhaft in Ocker-Hausen. 5. Architekt Georg Körtlmg, wohnhaft in Cagel, mit Julie Meta Maria Bernhardt von hier.
Geborene.
1. Ouerin Hubert Gustav, S. des Kaufmanns Jakob Kohlhaas. 2. Johann Georg, S. des Eisen, bahn»Lokomotivheizers Georg Karl Schwalm. 3. Maria, T. des Metzgermeisters und Wirts Karl Sälzer II. 4. Albert, S. des Landbriefträgers Ludwig Weltecke. 5. Christine Elisabeth, T. des Dienstknechts Johann Jakob Bamberger. 6. Helene Ling, T. des Barbiers und Friseurs Elias Georg Herborg.
Verstorbene.
1. Psarrerswitwe Julie Böckel geb. Conschuh, 59 I. alt. 2. Christiane Stapp, ohne Beruf, ledig. 92 I. alt. 3. Katharine Winter geb. Sauerwali^ 43 I alt. 4. Fabrikarbeiter Friedrich Stell, 47 Stolt. 5. Rentner Konrad Müller, 55 I. alt. 6. Bäcker Heinrich Tauber, 20 I. alt. 7. Henriette, T. be8 Dienstknechts Ludwig Friebertshäuser, 3 Monate alt. 8. Ida Machledt, ohne Beruf, ledig, 16 I. alt. 9. Caroline Charlotte Schwarz geb. Volk, 35 I. alt.
Marktberichte.
Butter P.Pfd. 90-100 Pf. Hühnereier 2 St. 14—15Pf. Handkäse p. St. 12 Pf. Käschen per St. 4 Pfg. Kochkäse per Pfd. 40 Pfg. Käsematte per St. 5 Pfg. Kartoffeln p. Pfd. 4 Pf.
, 1 Ztr. 2,- Mk.
Endivien p. Pfd. 50 Pf. Porree 1 St. 5—8 Pfg. Sellerie 1 St. 5—10 Pfg. Oberkohlrabi p. St.3—-8Pf. Unterkohlrabi p.St. 8—10, Kohl 3 St. 10 Pf. Weißkr. p. Kopf 10-40 Pf. Rotkraut p. Kopf 40 Pf. Rüben, rote, p. St. 5 Pfg. Wirsing p. Kopf 10-25 Pf. Blumenkohl p. Kopf 25 bis 40 Pfg.
Salat p. Kopf 5—8 Pfg. Möhren p. Pack 10 Pfg. Zwiebeln Pfd. 8 Pf.
Marburg, 11. Okt.
Knoblauch p. Pack 5 Pf. Rettig p. St. 5—10 Pfg.
Radischen p. Pack 10 Pfg. Meerettig p. Pack 10 Pfg. Spinat p. Pfd. 15 Pfg.
Spargel p. Pfd. CO—00 Pf. Aepfel P. Pfd. 10-15 Pf.
, p. Korb 3-4 Mk.
Birnen P. Pfd. 15—35 Pf.
. p. Korb 3-5 Mk.
Weinttauben P. Pfd. 40—
50 Pfg- Aprikosen p. Pfd. 60—70 , Pflaumen p. . 40 Pfg. Zwetfchen p. Pfd. 25 Pfg. Hähne p. St. 70-120 Pf. Hühner p. St. 1.20—1.60 3JL Enten p. St. 2-2.50 M. Tauben p. St. 30-40 Pf. Hasen P.St. 2.50-3.60M. Rebhühner, junge, 100 Pf.
, alte, 80 ,
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Dem Andenken Giuseppe Verdi's, des hervorragenden italienischen Komponisten, am 10. Okt. 1813 m Roncole geboren, am 27. Januar 1901 in Mailand gestorben, ist eine neuerschienene Serie sogenannter Liebigbilder gewidmet. Sie stellen dar: Geburtshaus in Roncole; erste musikalische Anregung durch einen sahnenden Spielmann 1821; der elfjährige Knabe als Organist 1824; erstes Auftreten m Mailand 1839; Verdi und der Textdichter Boito beraten über „Falstaff" 1893; Apotheose, Verdi's Büste von den Helden seiner hervorragendsten Schöpfungen bekränzt < Falstaff, Othello, rlida, Don Carlos, Traviata, Rigoletto, Nabucco, Page Oskar aus dem Maskenball). Eine kurze Lebensschilderung des genialen Mannes ist auf den Rückseiten der Silber enthalten, daneben finden sich £>intoeife auf die Präparate der Liebig's Fleisch-Extrakt-Kompagnie.
Die Rattenplage nimmt wieder ganz bedenklich zu und es wird für die davon betroffenen Bezirke höchste Zeit, daß au Abhilfe gedacht wird. Erst m jüngster Zeit wurde u. a. auS Regensburg gemeldet, daß dort zwei wehrlose Kinder eines Filzfabrikanten von Ratten angeftessen wurden; in Köslin wurde das Kind eines Arbeiters in gleicher Weise erheblich beriefet und diese Beispiele ließen sich beliebig durch zahl- rerche ähnliche Fälle fortsetzen. Man vermeide aber unbedingt, Gifte zur Vertilgung des Ungeziefers an- zuwenden und zur Unterstützung dieser Warnung f« wenigstens ein Fall erwähnt, der sich kürzlich auf dem Gute Sonnenstuhl bei Braunsberg ereignete; dort hatte ein Kammersänger Rattengift ausgelegt, zwei Kinder eines Arbeiters naschten von diesen Eist- brocken und starben an den Folgen. Man verwende also nur solche Rattenvertilgungsmittel, die unbedingt sicher und rationell wirken, dabei aber für Menschen und Haustiere absolut unschädlich sind, wie z. B. das bekannte „Es hat geschnappt", das in allen Drogerien, Apotheken u. s. w. in Kartons zu 50 Pfg. und 1 Mk. erhältlich ist, ferner in Packeten ä 1 kg zu Mk. o—, ä lji kg zu Mk. 3—.