mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
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Sonntagsbeilage: Allustrirtes Sonntagsblatt.
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M 254 bei allen Postämtern 2,25 Mk. (excl. Bestellgeld). Sonnabends in Morgen- mid Abend-Ausgabe. 37» Jflhxg
“ Jnsertionsgebühr: die gespaltene Zeile oder deren Raum 10 Psg. KNttttttftpnd 11 Hff nfW 1909 Druck und Verlag: Joh. Aug. Koch, Umversitäts-Buchdruckers ** ö
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Mittag-Ausgabe.
.Graf Posadowsky über die Fleisch- teuerung im Auslande.
An die Mitglieder der Zolllarifkommifsion ist vergangenen Montag eine Drucksache verteilt worden, welche u. a. Erklärungen enthält, die von BundeSratSbevollmächtigten im Laufe der KommiffionSverhandlungen abgegeben worden sind, darunter auch folgende Erklärung des Staatssekretärs Gras Posadowskys in Sachen der Fleischteuerung: Für die Beurteilung der gegenwärtigen Fleischpreise ist von Interesse, zu wissen, wie die Verhältnisse im Auslande auf diesem Gebiete sich gestellt haben. Aus einer von mir veranlaßten statistischen Zusammenstellung ergibt sich folgendes in Bezug tntf die Preisbewegung an außerdeutschen Plätzen. In England waren nach Angabe des „Statist" vom 14. Juni 1902, Seite 1202, , Rindfleisch seit 1886 nicht so teuer, wie im laufenden Jahre. Hammelfleisch stand nur 1889 und 1890 höher. Die dortige Fleischteuerung ist nach dem „Economist" vom 31. Mai 1902, Seite 851, teils durch die Tätigkeit der amerikanischen Fleischtrusts, teils durch die Trockenheit in Australien veranlaßt. Nach der internationalen „Fleischerzeitung" vom 23. Juni 1902 herrscht in Schottland wahre Fleischnot. Die in Brighton abgehaltene Halbjahrs-Versammlung des englischen Fleischerverbandes beschloß, wegen der Diehteuerung die Regierung zu untersuchen, die Beschlüsse wegen Freigabe der Einfuhr von Vieh auö Argentinien zu beschleunigen. („Internationale Fleischerztg." vom 3. September 1902.) In Oesterreich- Ungarn hat schon im Februar d. I. auf dem Schweinemarkt eine ziemlich bedeutende Teuerung stattyefunden. Infolgedessen wurde auch die Einfuhr geschlachteter Schweine als nicht rentabel eingestellt. Oesterreichs Märkte leiden unter Viehmangel, sodaß die Fleischer schon zu einem Ausfuhrverbot aufgefordert haben. (Internationale Fleischerzeitung" vom 9. August 1902.) Fertiges Mastvieh ist in Ungarn schwer erhältlich. Klagen über Fleischteuerung kommen auch auS Rußland. In Russisch-Polen herrscht Schweineteuerung. („Intern. Fleischerzeitung" vnm 5. Juni und 20. August 1902.) Auch aus Finnland und Helfingfors wird über hohe Preise berichtet. („Intern. Fleischerztg." vom 14. Juli.) In Spanien ist wegen des herrschenden Fleischmangels den Kortes ein Gesetzentwurf vorgelegt worden, wodurch die Regierung ermächtigt werden soll, die Zölle auf Vieh und Fleisch auf die Dauer von sechs Monaten aufzuheben und herabzusetzen. Dre
(Nachdruck verboten.)
Nach Brasilien.
Reisebriefe von Tanera.
8. Bahia und die Heimkehr.
Ich bin wieder auf deutschem Boden, auf dem Dampfer „Tucumann" der Hamburg- Südamerikanischen Dampfschiffahrts-Eesellschaft. „Gott sei Dank" war mein erster Gedanke, als ich das Schiff betrat und der freundliche Kapitän Schweer mich herzlich begrüßte. Noch einmal 3 Tage auf einem brasilianischen Küstendampfer — da wäre ich halb tot in Bahia angekommen. So aber gehört auch diese Fahrt nur zu meinen angenehmen und schönen Er- innerüngen. Ich hatte die sogenannte LuxuL- kabine auf dem oberen Deck erhalten. Hier wohnte ich wie in einem sehr gemütlichen Zimmer eines hocheleganten Hotels. Dann die Reinlichkeit aus einem solchen deutschen Schiff, die Ordnung, die gute Kost und erst das freundliche Entgegenkommen des Kapitäns und aller Offiziere! Das lernt man in seinem vollen Werte erst schätzen, wenn mau ans einem Schiff des brafialianischen „Costeiro" oder deS „Lloyd brasilieiro" gefahren ist. Jeder Passa- gier, der über unsere deutschen Schiffe nörgelt, dem wünsche ich eine Fahrt auf einem solchen brasilianischen Dampfer oder doch auf einem der British Indian Steam S. Comp. Dann nörgelt er auf einem deutschen Schiffe nie mehr. Also eS gefiel mir aus dem „Tucuman" sehr gut, und auch das Wetter konnte nicht oeffer sein. WaS dem Schiff einen kleinen, für diese Reise speziellen Nachteil gab, wofür aber weder der Kapitän, noch die Offiziere,
Fleischteuerung in Belgien hat an einzelnen Orten eine Zunahme von 10 Proz. ergeben. Dieselbe wird vom dortigen Landwirtschafts- Ministerium mit der schlechten amerikanischen Maisernte begründet, wodurch die Futterpreise in die Höhe getrieben wurden. Sehr erhebliche Preissteigerungen zeigt insbesondere der ausländische Großhandel mit Schweinen. Wenn man einen Vergleich der achtmonatlichen Periode 1902 mit der gleichen für das Jahr 1901 zieht, ergibt sich Folgendes: Wien, Schweine zweiter Qualität 100 kg Lebendgewicht 1901 65,1 Mk., 1902 76,6 Mk., Pest: Ungarische Schweine, beste, 100 kg Lebendgewicht 1901 77,8, 1902 90,0, Paris: Schweine zweiter Qualität, 100 kg Fleischgewicht, 1901 110,1, 1902 117,1, Rotterdam: Schweine 2. Qualität, 100 kg Lebendgewicht 1901 73,6, 1902 81,3. Abweichend verhält sich nur Kopenhagen: Schweine zweiter Qualität, 100 kg Schlachtgewicht 1901 90,3, 1902 90,0. In den Vereinigten Staaten von Amerika zeigt ein Vergleich für August 1901 und 1902 bei Schweinen, wie auch für Rinder und Schafe eine Zunahme ihrer Preise pro 100 Pfund englisch in Dollars: Chicago: 1901 6,20, 1902 7,35, Buffalo: 1901 6,25, 1902 7,80, Pittsburg: 1901 6,15, 1902 7,60, New York: 1901 6,02, 1902 7,91, Kansas City: 1901 6,01, 1902 7,25.
Für eine objektive Beurteilung der Frage ist dieses Zahlmaterial von großer Wichtigkeit. Ich habe deshalb geglaubt, der Kommission dasselbe mitteilen zu sollen. ES geht daraus hervor, daß die in Deutschland eingetretene Steigerung der Fleischpreise nicht eine örtliche Erscheinung ist, sondern daß sich dabei ein Vorgang abspielt, der sich gleichmäßig auf dem gesamten Weltmarkt abwickelt.
Umschau.
Eine naive Anschauung!
Wenn die „Voss. Ztg." in ihrem politischen Teile über die Börse leitartikelt, dann geht immer ein leises Gekicher durch die Reihen der Börsenleute; denn in der politischen Redaktion der „Vossischen" herrscht eine so naive Auffassung vom Börsengeschäft, wie man sie kaum noch in den Handelslehrbüchern für Mittelklassen findet. Ein amüsantes Beispiel solcher Naivetät, so schreibt die „Kreuz-Zeitung", können wir unseren Lesern nicht vorenthalten, obwohl wir längst lachend darauf verzichtet haben, mit der „Voss. Ztg." über Börsenfragen zu disputieren.
Neulich hatten wir gesagt, wer außerhalb der Börse stehe und sich mit ihr einlaffe, werde immer mehr Schaden, als Vorteile haben, und aus dieser Erfahrung erkläre sich die Abneigung, die überall gegen die Börse herrsche. Darauf sagt die „Voss. Ztg.":
noch der „Tucuman" selbst etwas konnte, da8 war die Anwesenheit von 19 Kindern in der 1. Klaffe. Dom Säugling bis zum 12jährigen Bengel waren alle Alter beider Geschlechter vertreten. Während der drei Tage meiner Anwesenheit an Bord ging es noch gut. Wie sich das aber nach 20 und 25 tägiger Seefahrt auS- wachsen mochte! Armer Kapitän!
Wir kamen schon am 1. Juli, nachmittags in der Bah von Bahia an und hier verließ ich den guten „Tucuman".
Es hatte geregnet. Jetzt leuchtete die Abendsonne direkt auf das schöne Tropenbild der am Nordoststrand der Bah auf den Uferhöhenzügen sich erstreckenden Stadt. Sie bot einen von allen anderen brasilianischen Städten abweichenden Anblick. Das hier ist echte, reine tropische Landschaft. Die CocoSpalme tritt überall in den Vordergrund. Bei der Einfahrt fällt zunächst der auf einer felsigen Halbinsel erbaute Leuchtturm aus. Er erhebt sich aus dem alten holländischen Fort wie eine Agave aus ihren Blätterbüschel. Daun erscheinen einige hübsche Landhäuser und das sehr malerische, ebenfalls auf Felsen gelegene und von CocoSpalmen umgebene Kloster S. Antonio.
„Was für eine sonderbare Brandung spritzt dort in die Höhe?"
„Brandung? Warten Sie einmal, gnädige Frau. — Richüg, da sehen wir e8 jetzt deutlich. Das ist keine Brandung, das find Walfische, welche ihre Wasserstrahlen aus ben Nasenlöchern stoßen. In und bei der Bay von Bahia werden alle Jahre etwa 60 Stück gefangen."
Ein Kaufmann, der mit dem sogenannten Walfischöl, d. h. ausgesottenen Thran handelte, bestätigte mir später diese Zahlen.
„Dieses Geständnis ist wertvoll. Die Abneigung stammt von denen, die außerhalb der Börse standen und sich mit ihr einließen. Zu welchem Zweck haben sie sich mit ihr eingelassen? Was kümmerte sie die Börse? Aber sie wollten, so muß man nach der Darstellung des konservativen Blattes vermuten, leichte Gewinne machen, und da sie, statt zu gewinnen, verloren, sollen nicht sie die Schuld sein, sondern die Börse. Sie waren die Spekulanten, nicht die Börsenleute, und da sie eine gründliche Enttäuschung erfuhren, herrscht bei ihnen wie „überall im Lande und in allen Kreisen eine weitgehende Abneigung gegen die Börse". Diese Abneigung ist ebenso berechtigt wie die Abneigung gegen das Barometer."
Die Börse ist von der „Voss. Ztg." kaum einen halben Kilometer entfernt. Vielleicht fragt die Redaftion dort einmal vertraulich an, was denn der eigentliche Streitpunkt im Kampf um das Börsengesetz sei. Man wird ihr in die Ohren flüstern: „Wenn du unschuldvolles Lamm es noch nicht begriffen hast — das Börsengesetz verscheucht uns die Kunden, die, von denen wir leben, eben die Kerls, die leichte Gewinne machen wollen, und für die alle unsere Einrichtungen getroffen, alle unfeie Fallen aufgestellt waren. Nun müssen wir uns unter einander das Geld abnehmen und das ist nicht ganz einfach! — So wird ihr vielleicht geantwortet; vielleicht klopft man ihr auch auf die Schulter und sagt lächelnd: „Recht haste! Ein Engel biste!"
Sozialdemokratische Wahl- Hoffnungen.
Karl KautskY, der „anerkannte" oberste „Kirchenvater" — wie sich Auer auf dem Patteitage in München ausdrückte — der Sozialdemokratie verbreitet sich in einer Betrachtung über die jüngsten Parteitagsverhand- lungen in der „Neuen Zeit" auch über die bevorstehenden Reichstagswahlen. Er bemerkt, wir gingen einer Wahlschlacht entgegen, die daS Antlitz Deutschlands noch mehr verändern dürfte, als es mancher Krieg der Waffen getan; dann fährt er sott:
„Seit der Wahl von 1890 ist bog deutsche Volk nicht mehr vor eine so gewaltige Entscheidung gestellt worden wie diesmal. Die Wahl von 1890 zerbrach das Sozialistengesetz und stürzte Bismarck. Die von 1903 verspricht die deutsche Sozialdemokratie in eine Situation zu bringen, in der sie als Verfechtettn der KlafleninteressendeS Proletariats zur Verfechterin der Lebensinteressen der ganzen Nation wird, in der sie auf die erbitterste Feindschaft deS brutalsten und kraftvollsten Teiles der herrschenden Klaffen stößt, wobei sie aber auf keine
Vom Ruderbot aus, daS mich an Land brachte, hatte ich einen vorzüglichen Standpunkt, um die schöne Lage der Stadt Bahia zu beobachten. Sie kann ja nicht den gettngsten Vergleich mit der von Rio de Janeira aushalten. Aber man muß auch nicht immer das Schönste, was es gibt, bei Beobachtungen aus der Erinnerungstasche herausholen. Bahia erschien sehr hübsch, besonders, weil in der reinen, staubfreien Luft alle Farben so klar und ftisch aussahen. Ein krankhaft angelegter, moderner Maler hätte freilich keine Freude daran, denn hier sieht man grell rote, blaue, grüne, gelbe und weiße Häuser, und die heben sich von einem saftig hellgrünen Hintergrund frischer Palmen, oder von dem ausgebrochen dunkelgrünen hoher Manga-Bäume mit den denkbar schärfsten Konturen ab, fo daß die ganze neue, sogenannte Erscheinungsmalerei dabei in die Brüche ginge.
Sobald man das Land bettttt, erkennt man, daß in dieser Stadt viel mehr Neger und Farbige als Weiße leben. Die ersteren betragen ja 75—80 pCt. Hier find die Schiffer und Fischer fast ausschließlich Neger, die Gepäckträger und Kutscher Neger, fast alle Arbeiter Neger, kurz immer und überall Neger und Mulatten. Es gibt in Bahia aber auch Neger, die sich eine sehr gute Bildung angeeignet und dadurch die Aufahme in die besten Kreise erworben haben. Berühmte Aerzte, Rechtsanwälle, DerwaltungSbeamte und Offiziere find Neger. Der Brafilianer kennt ja den Dünkel der Engländer, die sogar ihre eigenen mit Eingeborenen erzeugten Kinder verleugnen, und die lieber« Hebung der Nordamerikaner nicht. Bei ihm, wenigstens bei den sogenannten Nativisten, gilt
Unterstützung auS bürgerlichen Kreisen zu rechnen hat. . . . Aber werden die nicht- proletattschen Klaffen der Bevölkerung immer schlaffer und reaktionärer, so schließen sie sich doch glücklicherweise nicht auch immer mehr zu einer einheitlichen Masse zusammen. Im Gegenteil, die Gegensätze in ihrer eigenen Mitte verschärfen fich zusehens. Bei den nächsten Wahlen und im nächsten Reichstage wird der Sozialdemokratie nicht eine reaktionäre Masse — sondern eine reaktionäre Konfusion gegenüberstehen. Dieser konfuse Hausen ist nur einig im Haffe gegen uns, aber unfähig zu irgend einer positiven Arbeit. Diese Situation eröffnet einer geschloffenen und zielbewußten Partei die besten Aussichten."
ES erübttgt fich, diesen Auslassungen einen Kommentar mit auf den Weg zu geben. Man wird auch so daraus ersehen, daß die Sozialdemokratie ihre Hanptspekulation aus die Uneinigkeit der „bürgerlichen" Parteien richtet. Undankbar aber ist es, daß Kautsky nicht wenigstens dem weiblichen Freisinn nebst seinen Anhängseln ünd der süddeutschen Demokratie insofern eine Ausnahmestellung zuweist, als diese Parteien doch wahrlich keinen Haß, sondern heftige Liebe zur Sozialdemokratie empfinden. _______
Zur Frage der Arbeitslosen- Versicherung.
Zur Frage der Arbeitslosen-Versicherung schreibt Dr. med. Ascher in der „Med. Reform" u. a.: „Unter den Arbeitern, welche die Krankenkasse in Anspruch nehmen, find drei Klassen zu unterscheiden. Die größte umfaßt wohl die Arbeiter, welche trotz mehr oder minder schwerer Krankheit, teilweise entgegen dem Rath ihres Arztes, auf dem Posten geblieben sind, um so lange es geht, zu verdienen, wohl wissend, daß ja doch bald eine arbeitslose Zeit kommt, in der die Krankheit dann ausgeheilt werden könne. Beträchtlich ist sicher auch die Anzahl Arbeiter, welche wohl krank find, und gelegentlich ärztlicher Hilfe bedürfen, die aber trotz ihrer Krankheit kräftig genug sind, um zu arbeiten, die es entschieden ablehnen würden, arbeisunfähig geschrieben zu werden, wenn nur Beschäftigung da wäre. In solchen Fällen ist die Entscheidung der Frage über die Arbeitsunfähigkeit für den Arzt natürlich am schwierigsten. Die schlimmste Klaffe bilden indeß die Arbeiter, bei denen Krankheitsanzeichen fehlen, die auch tatsächlich nicht krank find, den Arzt aber zu täuschen wissen und so die Kassengelder auSnutzen, sobald sie arbeitslos sind. Würden die Kassenverwallungen^nun von diesen beiden letztgenannten Klaffen dadurch befreit, daß diese Unterstützung von einer Arbeitslofen-Dersicherung genießen, so würden
als der ihm Nächststehende der im Lande Geborene, d. h. der Brafilianer, gleichgültig, welche Gesichtsfarbe er hat und zu welcher Rasse er gehört. Dattn liegt unbedingt eine höhere Moral als in dem Auftreten der Engländer, die wohl Nächstenliebe und Gleichheit predigen, in der Praxis aber davon recht wenig verstehen.
Ich wurde als East in das Haus des deutschen Consulatsvertreters W. geladen und fand hier reizende Aufnahme. (Das, liebe Landsleute in der alten Heimat, merkt Euch gut, eine solche Gastlichkeit wie überall hier außen in der Fremde findet man im Deutschen Reiche selten. Da können wir noch viel lernen.) In diesem Hause fühlte man sich besonders gemütlich, weil die junge Frau, welche kaum ein halbes Jahr in Brasilien weilte, trotz der Mühe und Kosten ihren Hausstand aus Schlesien mitgebracht hatte. Wenn man längere Zeit die heimatliche Behaglichkeit z. B. gepolstette Möbel entbehtt hat, so fühlt man sich inmitten einer deutschen Einrichtung ungemein angenehm berühtt. Hier war alles deutsch, selbst der kleine Hund, und sogar der Papagei, welcher schon aus dem Ellernhouse der Hausfrau in Breslau stammte. Dazu die liebenswürdige Att meiner Witte — ich hätte vergessen können, daß ich mich in Brasilien befand, wenn mich nicht jeder Blick aus dem Fenster auf die Palmenhaine, den kolossalen SchlangenkaktuS gegenüber und die pottugifisch -brasilianischen Häuser der Straße stets daran ettnnett hätte, und wenn nicht Diener, Köchin und Silvina, das Stubenmädchen, Schwarze gewesen wären. In den nächsten Tagen regntte — nein goß es, wie e8 eben nur in den Tropen gießen rann, (Fortsetzung folgt.)