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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jllustrirtes Sonntagsblatt.___________________________ _________

«iertelj^hrlicher Bezugspreis: bei der Expeditton 2 Mk., Erscheint tägttch außer an Sonn- mü> Feiertagen.

Jll 2al bei alle» Postämter» 2^5 Mk. (excl. Bestellgeld). Sonnabends m Morgen- und Abend-AuSgabe. 37. Jghlg.

.......'■“ttÄrÄr’“10'* Donnerstag, 9. Oktober 1902. *- - ^»X**'*"

As neue Lmckl Wer bisher noch mcht aus bte „Oberhessische Zeitung' abonniert ist und sich mit interessantem und ge­diegenem Lesestoff für die langen Winter- 'abende versehen hat, möge dar Versäumte schleunigst nachholen und die „Oberhess. Ztg." umgehend bei der Expedition oder dem nächsten Postamt bestellen.

Die Arbetterversichemngsgesetzgebung wird neuerdings wieder von der sozialdemo­kratischen Presse in Besprechungen von Reden einzelner Centrumsabgeordneten, die diese Gesetz­gebung als eine Kulturtat, was sie auch ist» gepriesen hatten, wie eine quantitG negligeable Gehandelt. Wenn sie das wirklich wäre, wes­halb hat sich denn der letzte sozialdemokratische Parteitag so eingehend mit ihr beschäftigt, wes­halb hat die Partei Beschlüsie gefaßt, die auf den Ausbau dieser Gesetzgebung abzielen, wes­halb ist von der Partei die Berechtigung der Forderung eingehender Beschäftigung mit dieser Gesetzgebung anerkannt worden? Wir haben schon auseinandergesetzt, daß die sozialdemokra­tischen Führer eingesehen haben, wie sie an Autorität bei den Masten einbüßen würden, wenn sie der Arbeiterverficherung, deren Seg­nungen die Arbeiterschaft am eigenen Leibe spürt, dieselbe Gleichgültigkeit wie früher ent­gegenbringen würden. Wenn sie es unmittel­bar nicht tun wollen, so liegt dies nur daran, daß sie der Oeffentlichkeit gegenüber immer noch den Schein aufrecht erhalten wollen, als ob die von Kaiser Wilhelm I. und dem Fürsten BiSmarck inaugurierte und von den Arbeitgebern unterstützte Sozialresorm der Arbeiterschaft wesentliche Vorteile nicht gebracht hätte. Die sozialdemokratischen Führer werden auch noch den Tag erleben, an dem sie durch die Macht der tatsächlichen Entwickelung gezwungen werden, diese Vorspiegelung aufzugeben. Deutschland hat mit seiner Arbeiterverficherung vor den übrigen Kulturnationen einen Borsprung er­zielt, den diese in Jahrzehnten einzuholen nicht in der Lage sein werden.

Dies haben auf der internationalen Conserenz, die vor wenigen Wochen in Düsseldorf tagte, auch die amtlichen Vertreter der fremden Mächte willig und unumwunden zugestanden. Und ebenso hat die ausländische Preste und nament­lich die französische mit Nachdruck darauf hinge­wiesen, daß an eine Arbeiterfürsorgegesetzgebung, wie sie heute bereits in Deutschland besteht, in dem republikanischen Frankreich noch für viele Jahre hinaus nicht gedacht werden kann.

Deutschlands Arbeiterschaft ist gegen die Not­fälle des Lebens bester geschützt als jeder andere Arbeiter, der deutsche Arbeiter ist gegen die Gefahren der Betriebe viel mehr gesichert, als irgend ein anderer Arbeiter, für den keine Berufsgenoflenschaften sorgen, er weiß seine Familie in Unglücksfällen versorgt. Dazu haben dem deutschen Arbeiter die Monarchie und das Arbeitgebertum verhalfen. Und was hat die Sozialdemokratie getan? Sie hat die Tätigkeit auf dem Gebiete der Arbeiterverficherung mit Spott und Hohn überschüttet, hat den Arbeitern vor- gegaukelt, daß ihnen damit auch nicht im mindesten geholfen werden würde, und hat ihre Rezepte als die alleinigen Hilfs- mittel angepriesen. Jetzt muß die Sozial­demokratie unmittelbar zugeben, daß ihre An­schauungen vom Werte der Arbeiterverficherung völlig verfehlt warm» daß diese der deutschen Arbeiterschaft ungeheuren Nutzen ge­bracht hat und daß keine Arbeiterschaft der Welt sich solcher Vorteile zu erfreuen hat. Natürlich tut sie das widerwillig und will wenigstens nach außen den Schein auftecht halten, als ob sie mit ihrer ftüheren Anschau­ung im Rechte gewesen. Es hilft ihr aber alle Verdunkelung nichts. Die Tatsache, daß die Partei sich mit der Arbeiterverficherung jetzt beschäftigen muß, zeigt, daß diese in der Ar­beiterschaft die ihr gebührende Anerkennung zu finden beginnt und das wiegt uatürlich schwerer, als Auslastungen sozialdemokratischer Preß­organe, denen man die Verlegenheit auf den ersten Blick anfieht. Wenn sie dabei ihren Lesern das Märchen erzählt, daß die Sozial­demokratie sich heute der Arbeitersürsorgegesetz- gebung annehmen müste, weil die rechtsstehenden Parteien, zumal die Konservativen nicht für ein derartiges soziales Werk zu haben seien, so haben wir dafür nur ein mitleidiges Lächeln. Wem sonst als den nationalen Parteien haben die Arbeiter diese Gesetzgebung zu danken, die ihnen teilweise auf Kosten der Arbeitgeber so ungeheure Vorteile gegen ftüher gebracht hat? Und vor allem ist auch seitens der kon­servativen Partei mit Nachdruck jenes soziale Werk der Arbeiterfürsorgegesetz­gebung gefördet worden. W.

Umschau.

Der konitzer Mord nochmals vor Gericht.

Im berliner Prozeß gegen die „Staatsb. Zeitung" wurde am Dienstag, dem sechsten Verhandlungstage, mit der Zeugenvernehmung und der Verlesung der kommiffartschen Zeugen­aussagen sortgefahren. Dabei handelte es sich zunächst um den Verdacht gegen die Familie des Kaufmanns Matthäus Meher, früher in Könitz, jetzt in Berlin. Im Laden Meher's

wollen einige Frauen Gespräche der Meyers gehört haben, wonach auf eine Beteiligung Meyers an der Ermordung Winters oder doch auf Mitwisserschaft zu schließen sei. Zeuge Meher erklärte unter seinem Eide, daß diese Aussagen von Anfang bis zu Ende erfunden seien, und er blieb dabei auch, als der Vor­sitzende meinte, das sei doch eigentlich kaum denkbar, und weiter fragte, ob e8 nicht möglich sei, daß ein Vorfall passierte, der irrtümlich aufgefaßt wurde. Auch die beiden Töchter des Zeugen sagten aus, daß den Angaben der Frauen kein Körnchen Wahrheit zu Grunde liege. Im Anschluß hieran wurde ein Beschluß der 8. berliner Strafkammer verlesen, durch den ein Verfahren gegen die Familie Meher wegen Meineids eingestellt worden ist. Es wird in dem Beschluß gesagt, daß es an sich schon wenig wahrscheinlich sei, daß die Familie Meher, wenn sie wirklich Mittwisterin eines gegen Winter geschmiedeten Mordplans gewesen wäre, das Geheimnis in ihrem Laden verraten haben sollte. Außerdem seien in den Angaben der Zeugen manche Unklarheiten vorhanden; sie gingen auch in den Zeitangaben auseinander. ES folgte die Verlesung der Bekundung de8 Floßmeisters Steinke über seine Erlebniste mit Eisenstädt, der ihm gegenüber vor dem Morde geäußert haben soll, Winter sei gut zum Schlachten, weil er Blut gebe. Bürgermeister Deditius und erster Staatsanwalt Schwergger ließen sich über den Umfang der Haussuchungen nach dem Kleiderfund aus. Alsdann wurden die Aussagen der Zeugen verlesen, die Wahr­nehmungen am Levh'schen Keller gemacht haben wollen. Nach Schluß der Beweisaufnahme wird heute, Mittwoch, der Staatsanwalt sprechen.

Mädchengymnasien und preußische Unterricht sverwaltung.

Zur Frage der Mädchengymnasien war ge­meldet worden, daß die preußische Negierung an verschiedenen Orten die Einrichtung städtischer Mädchengymnasien oder Realgymnasien geneh­migt habe. Die „Nordd. Ällg. Ztg." ist in der Lage, zur tatsächlichen Richtigstellung mit­zuteilen, daß eine solche Erlaubnis nicht gewährt ist. Es ist vielmehr auf Antrag des Magistrats von Schoeneberg und Charlottenburg lediglich gestattet worden, in diesen beiden berliner Vor­orten den städtischen höheren Mädchenschulen unter bestimmten Bedingungen versuchsweise sechsjährige Lehrkurse anzugliedern, welche die Schülerinnen zu den Zielen eines Realgymna­siums führen sollen. Außerdem ist noch einem Privatverein in Köln erlaubt worden, versuchs­weise sechsjährige humanistische Lehrkurse für Mädchen, welche das zwölfte Lebensjahr vollendet haben, einzurichten. Die Gewährung staatlicher Beihilfen zu solchen Einzelversuchen ist ausge­schlossen. Nach wie vor hält die Unterrichts­verwaltung daran fest, daß ein Bedürfnis zur

Es wies dabei auf die Haushälterin, die zu seinem stillen Aerger es sich nicht hatte nehmen lassen, ihr Fräulein bei der ersten Mahlzeit, die sie im Schlöffe einnahm, selbst zu bedienen. Als sie Alice die erste Schlüffel reichte, hatten sich ihre Augen mit Thränen gefüllt und lautlos, aber inbrünstig hatte sie ein Gebet für die junge Herrin des Schlosses zum Himmel gesandt.

Als Alice sie jetzt heranries und ihr für die vortreffliche Bewirtung einige anerkennende Worte sagte, füllten sich ihr schwarzen Augen wieder mit Tränen und des Fräuleins schlanke weiße Hand zwischen ihren rundlichen Fingern haltend, schickte sie sich wiederum zu einer Rede an, die ihr Frau Ehrentraut aber mit den Worten abschnitt:

„Wir nehmen wohl den Kaffee im Neben­zimmer, liebe Frau Eyffen?"

Die Haushälterin verstand den Wink, hemmte ihren Redeschwall und verschwand; Alice hatte ebenfalls die Mahnung ihrer mütterlichen Freundin begriffen und sich ihrer Pflichten als Hausherrin erinnert. Sie hob die Tafel auf, man verfügte sich in das anstoßende Zimmer, deffen Fenster geöffnet waren; der Kaffe wurde gereicht und die Herren empfahlen sich, nachdem sie eine Taffe getrunken.

Kaum hatte sich die Tür hinter ihnen ge­schloffen, so fiel Leonie der Cousine um den HalS und rief: „O, liebe gute Alice, es ist himmlisch hier! Wie danke ich Dir, daß Du mich mitgenommen hast. So gut wie heute bei Tisch habe ich mich noch nie unterhalten. Der Edgar Hartung ist ein entzückender Mensch!"

„Kleine Enthusiastin," lächelte Fräulein von Rohr, die glühende Wange des iunaen Mädchens

Errichtung selbständiger gymnasialer oder real- gymnasialer Vollanstalten für Mädchen nicht vorliegt. Es soll lediglich denjenigen Schülerinnen, welche sich zu akademische« Studien vorbereiten wollen, die Gelegenheit nicht verschlossen werden, die erforderliche« Vorkenntnisse statt, wie bisher, in vier oder fünf Jahren in einem sechsjährigen Lehrgänge zu erlangen, welcher eine zweckmäßigere Ver­teilung der Lehrstoffe ermöglicht. Die Auf­nahme in solche Kurse bleibt überall davon abhängig, daß die Schülerin bereits die Reife für die Oberstufe einer höheren Mädchenschule erreicht hat.

Polnische Fortschritte.

Bekanntlich behaupten die Polen, daß nicht das Deutschtum bedroht sei, sondern sie selbst von den Deutschen immer mehr zurückgedrängt werden. Es ist daher von Wert, einmal in einem polnischen Blatte die Wahrheit darüber zu hören. Der „Orendownik" (Nr. 144, 1902) schreibt nämlich, nach einer Mitteilung der „Ostmark":

„Höchstens eine Meile von dem Gute ent- ftrnt, welches jene Besitzerin an einen Deutschen verkauft hat, liegt ein bäuerliches Dorf mit etwa 30 bis 40 Wirten. Vor 20 Jahren waren in diesem Dorf lauter Deutsche und höchstens fünf bis acht polnische Wirte. Heute gibt e» dort kaum zwei bis drei Deutsche, der Rest sind Polen. Die Deutschen sind nicht alle bankerott geworden, im Gegenteil, die polnischen Bauern zahlten ihnen gut, und die Deutschen verzogen in deutsche Gegenden zu den Ihrigen. Während im Norden und Süden des Kreises die Herren ihre wahrhaft herrschaftlichen Besitzungen mit Palästen der Anfiedelungskommission verkauften, kaust der polnische Bauer Boden hinzu, unge­achtet, daß man ihn zu der Parzellierung durch die Anfiedelungskommission nicht zuläßt, auch pachtet er Parzellen von Probsteigrundstücke« und auch solche von Großgrundbesitzern.

Deutsches Reich

Berlin, 8. Oktober.

— Der Kaiser traf, von Rominten kommend, Dienstag Mittag in Königsberg ein, wo er mit Ehren» schüffen empfangen wurde. Der Monarch ließ sich so­fort auf dem Bahnhof Vortrag über die gePlaMe Königsberger Schlohfrciheit halten und den Entwurf zeigen. Dann fuhr er, vom Publikum freudig be­grübt, im offenen Zweispänner nach der Kaserne deS Grenadierregiments König Friedrich Wilhelm I., dessen Ches er ist. Die Mannschaften standen in Parade. Nach einem Frühstück im Kreise der Officiere setzte der Monarch seine Fahrt nach Kabinen bei Elbing fort.

— Die Nachrichten über den Empfang der Buren durch den Kaiser find verfrüht. Die tatsächliche Lage ist die, daß die Gewährung der Audienz — und so war es von Anfang an bestimmt — davon abhängig gemacht wird, daß die Buren vom englischen Bot­schafter angemeldet wurden. Es ist bisher nicht be-

streichelnd. Frau Doktor Ehrentraut hielt eS für ihre Pflicht, sie daurauf hinzuweisen, daß sie dem jungen Manne ihr Wohlgefallen doch etwas zu unverhüllt gezeigt habe. Leonie aber erwiderte lachend:

„WaS tut das! Wir sind ja Hausgenossen und wollen gute Kameraden sein. An etwas Anderes kann ich bei dem Herrn Rechtskandidaten ja nicht denken; bis er den Referendar hinter sich hat, bin ich eine alte Jungfer, und ihm hab ich natürlich auch erzählt, daß ich keine Mark besitze und von der Großmut meiner Cousine abhänge."

Sie umarmte Alice nochmals stürmisch und trat dann auf den Balkon hinaus, schaute aus den soeben über den Bergen aufsteigenden Mond und sog mit Entzücken die kühle, balsamische Lust ein.

Ihre Abwesenheit benutzte Alice zu der ge­flüsterten Frage: „Glaubst Du, daß der Ober­verwalter wahr gesprochen hat, daß man nur Sagen aus längst vergangenen Zeiten von Schloß Wiesenberg zu erzählen hat?"

»Ich glaube e8," antwortete Frau Ehren­traut, obwohl sich schon wieder Zweifel gegen Hartung in ihrer Brust zu regen begannen. „Laß Dir Zeit, Alice, Du wirst erfahren, waS geschehen ist. Heute aber wollen wir schlafen, der Tag ist anstrengend gewesen."

Sie rief Leonie, legte ihren Arm um Alice und führte die beiden jungen Mädchen in die für sie bereitstehenden Zimmer.

(Fortsetzung folgte

11 (Nachdruck verboten.)

Verspielt.

.. Roman von F. Arneseldt.

(Fortsetzung.)

Eine Blutwelle schlug Alice ins Gesicht; Hartung gefiel ihr, je länger fie mit ihm bei­sammen war, immer besser und es tat ihr leid, ihn verletzt zu haben. Sie wechselte einen Blick mit Frau Dottor Ehrentraut, die jetzt auch ge­neigt war, dem Manne den gegen ihn gehegten Verdacht abzubitten, dann nahm fie der Ein­gebung ihres warmen, edlen Herzens folgend, die Hand des Oberverwalters und sagte bittend:

„Nicht so, Herr Hartung. Alles, WaS ich hier wahrnehme, zeigt mir, wie gut fie für mich gewirtschaftet haben und wie sehr ich Ihnen zum Dank verpflichtet bin. Mcht des Besitzes halber frage ich; ich weiß, mein Gut liegt in besten Händen, keinen Tag früher als es nach dem Testament meines Vaters sein soll, will ich einen Bericht darüber hören und ich hoffe, Sie stehen mir auch ferner bei und behalten die Leitung der Geschäfte nach wie vor in Ihren bewährten Händen."

In den Augen des Oberverwalters blitzte es auf, schnell verschleierte sich jedoch sein Auge qnd traurig antwortete er:

„Ich fühle das Alter, meine Kräfte find verbraucht, das gnädige Fräulein wird sich bald nach einer jüngeren Stütze umsehen müffen." Seine Augen streiften dabei seinen Sohn, der aber gar nicht darauf achtete, sondern Leonie soeben eine Sage, deren Schauplatz das nahe­liegende Trautenberg gewesen sein sollte, in

übertreibender und karrikirenden Weise erzählte. „Sie scheinen doch noch sehr rüstig, Herr Oberverwalter," mischte sich Frau Doktor Ehren­traut ein und gab ihm damit die willkommene Gelegenheit, zu versichern, so lange er leben und arbeiten könne, gehöre seine Kraft Wiesen­berg und der Tochter seines geliebten Herrn. Don ihr werde eS abhängen, ob er noch auf feinem Posten verbleiben oder sich zurückziehen solle.

„Sie werden hoffentlich noch manches Jahr die Verwaltung Wiesenbergs in der Hand be­halten," entgegnete Alice warm, aber ihr Ton war schon wieder dunkler als zuvor; etwas in den Worten des Oberverwalters mußte sich ihr von Neuem beängstigend auf das Herz gelegt haben. „Wenn ich vorher den Wunsch zu er­kennen gab, etwas tiefer in die Derhältniffe Wiesenbergs eingeweiht zu werden, so bezog sich das nicht auf finanzielle Dinge. Ich habe so manches gehört —"

Hartung unterbrach fie durch ein lautes, gar nicht unangenehm klingendes Lachen, für das er mit Verbeugung um Entschuldigung bat, dann sagte er: „Verzeihung, gnädiges Fräulein, aber ich merke schon, man hat fie gruselig ge­macht. Wiesenberg hat natürlich, wie alle alten Schlösser, auch seine Geschichte, aber Sie können ganz ruhig in Ihrem weißen Bette schlafen, keine böse oder unglückliche Ahnfrau wird Sie Heimsuchen. Ich muß gestehen, ich habe mich wenig um den sich um Wiesenberg schlingenden Sagenkranz bekümmert, kann Sie aber an die richtige Quelle verweisen. Frau Eyffen soll eine vortreffliche Erzählerin thüringischer Sagen sein." —