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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Sonntagsbeilage: Jlkrftrirtes Sonntagsblatt.

JK 247

Liertelj^hrlicher Bezugspreis: der ExpäÄioa 2 3RL, allen Postämtern 2,25 Mt. (excl. Bestellgeld).

JnsertionSgebühr: die gespaltene Zeil« oder deren Raum 10 Pfg.

Recl^men: die Zeile 25 Pfg.

Marburg

Sonnabend, 4. C (lobet 1902.

Erscheint täglich außer an Eonu- und Feiertagen. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgab«.

Druck und Verlag: Joh. Ang. Loch, UniverfitätS-Buchdrucker« Marburg, Markt 2L Täephon 55.

37. Jahrg.

MMm-Ansgabe.

As säe Quartal Wer bisher noch nicht auf die ^Oberhessische Zeitung' abonniert ist und sich mit interessantem und ge« diegenem Lesestoff für die langen Winter­abende versehen hat, möge das Versäumte schleunigst nachholen und dieOber he ff. Ztg.' umgehend bei der Expedition oder dem nächsten Postamt bestellen.

Volkszählung 1900.

In Fortsetzung der bisherigen Veröffentlich­ungen des Kaiserlichen Statistischen Amtes in Bezug auf die Volkszählung 1900 bringt das eben erschienene DierteljahrShest zur Statistik des Deutschen Reichs neuere Ergebnisse dieser Zählung. Sie betreffen Mer, Familienstand, Religion, Muttersprache der Bevölkerung sowie die Verteilung der Bevölkerung auf Stadt und Land.

Wa8 das Mer betrifft, so stehen von der Neichsbevölkerung 25 Millionen (44 v. H. der Gesamtheit) im Mer bis zu 20 Jahren, 17 Millionen (30 v. H.) im Alter von 20 bis 40 Jahren, 10 Millionen (18 v. H.) im Alter von 40 dir 60 Jahren und 4 Millionen (8 v. H.) im Alter von über 60 Jahren. Im Vergleich zum Volkszählungsergebnis 1890 ist die Altersklasse von 20 bis 40 Jahren um 1,2 v. H. stärker vertreten.

Hinsichtlich des Familienstandes teilt sich die Bevölkerung in 33 Million« (59 v. H.) Ledige, 20 Millionen (35 v. H.) Verheiratete und 3 Millionen (6 v. H.) Verwittwete und Geschiedene. In den einzelnen Altersklassen erscheint die Familienstandsgliederung natürlich in verändeter Gestalt. Während die Alters­klasse bis zu 20 Jahren im Wesentlichen nur Ledige (99,82 v. H.) ausweist, find in den anderen Altersklassen die Verheirateten zahl­reicher, und zwar beträgt ihr Anteil bei den 20 bis 40jährigen 56 v. H.. bei den 40 bis 60jährigen 79 v. H., bei den über 60jährigen, unter denen fich 42 v. H. Verwittwete (und Geschiedene) befinden, 49 v. H. Seit 1890 ist die Vertretung der Verheirateten unter der Be­völkerung von 34 ans 35 v. H. gestiegen.

Dem Religionsbekenntnis nach wurden 1890 gezählt 35 Millionen (62 v. H.) Evangelische, 20 Millionen (36 v. H ) Katholische 204000 andere Christen, 586 948 (1 v. H.) Israeliten,

(Nachdruck verboten.)

Nach Brasilien.

Reifebriese von Tanera.

Ju der Umgegend von Rio de Janeiro, (Schluß.)

Lange hielt ich es aber in der Stadt nicht auS. Ich mußte nochmals auf den Corcovado. Heute war die Stimmung nicht so hell. Das Meer und der Himmel schillerten filbergrau. Aber prächtig schön war die Landschaft auch |efct. Sie ist bei jeder Beleuchtung zauber-

WaS haben die armen Heiligen S. Antonius von Padua und Johannes begangen, daß sie in Brasilien so fürchterlich gefeiert werden? Dick Tage vorher geht schon daS Geknatter der Raketen los, und an den Vorabenden und Tagen selbst, am 18. Juni und am 24. Juni wird eS geradem fürchterlich. Ueberall zischt und sprüht es, und hunderte von brennen!«» ldrstballonS steigen in die Höhe, verbrennen und ihre glü^nden Reste kehren zur Erde aus Dächer, Wege, oder auf Re Kleider völlig Un­beteiligter zurück. Ich wundette mich sehr, daß «echt Pferde scheu und verschiedene Häuser tm« gezündet wurden. Bei diesen Gelegenheiten verpuffen die Brasilianer so viel Geld in die Luft, daß man wahrlich nichts ton den schlechten Zeiten merkt, aber auch nichts von ihren Er­sparungen.

Dom 24. Ami an führte mich ein mehr­tägiger Ausflug nach Petvopolis. 68 ist NeS der auf der Höhe des Gebirges gelegene, ge* sunde und reizende Sitz der Federalregierung und darum auch deS internationale« diplo­matischen Korfl». Man hatte mir viel von PetropoliS voraus eyähv. Ich fand eS trotz-

995 Bekenner sonstiger nicht - christlicher Religionen, 10 000 Personen anderen Bekennt­nisses und 6000 Personen ohne Angabe des Religionsbekenntnisses. Gegenüber 1890 haben fich die Evangelischen um 4,2 Millionen oder 13,6 v. H., Ne Katholiken um 2,7 Millionen oder 15 v. H., die Juden um 19000 oder 3,4 v. H. vermehtt.

WaS die Muttersprache der Bevölkerung an- langt, so haben 52 Millionen deutsch als Muttersprache. Deutsch und eine fremde Sprache sprechen 253000 Personen, darunter 170000 deutsch und polnisch, 24000 deutsch und wendisch, 11000 deutsch und masurisch. 4,2 Millionen haben eine fremde (nicht deutsche) Muttersprache. Don denselben sprechen 3 Millionen polnisch, 212 000 französisch, 142 000 masurisch, 141000 dänisch, 106 000 littauisch, 100000 kafsubisch, 66 000 italienisch, 43000 tschechisch. Da früher Nachweise über die Muttersprache für daS deutsche Reichsgebiet nicht erhob« wurden, ist ein zeitlicher Ver­gleich dieser Daten einstweilen nicht möglich.

Von den Ergebnissen über die Vetteilung der Bevölkerung aus Stadt und Land ist be­merkenswert, daß in den 3360 städtischen Ge­meinden, mit 2000 und mehr Einwohnern, 30,6 Millionen ober 54,3 v. H. der Gesamt­bevölkerung, in den 73 599 ländlichen Gemeinden 25,7 Millionen (45,7 b. H.) leben. Da im Jahre 1895 die städtische Bevölkerung 26,3 Millionen, die ländliche 26,0 Millionen betrug, hat fich inzwischen die ländliche um 288416 oder 1,1 v. H. verringert zu Gunsten der städttschen Bevölkerung, deren Zahl um 4 375 693 oder 16,7 v. H. gewachsen ist.

Umschau. Generalversammlung der deutschen GeschichtS- und AltertumS-Dereine.

In Düsseldorf fand in der vorigen Woche die 50. Generalversammlung der deutschen Ge- schichts und Altertumsvereine statt, jener um­fassenden Organisation, welche jetzt mehr als 150 historische Gesellschaften zu gemeinsamer wissenschaftlicher Arbeit vereinigt. Nach der Begrüßung verlas der Vorsitzende, Geh. Archivrat Dr. Baillon aus Berlin zunächst, ein herzlich gehaltenes Schreiben des Protektors der diesjährigen Versammlung, des Fürsten Leopold von Hohenzollern, in welchem dieser seinem lebhaften Bedauern Ausdruck gab, daß er nicht in der Lage sei, den Derhandlunger! persönlich beizuwohnen. Alsdann entwarf der Vorsitzende ein anschauliches Bild der reichen und mannigfaltigen Wirksamkeit, welche die Organisation der historischen Vereine während ihres nunmehr 50 jährigen Bestehens auf allen Gebieten historischer und antiquarischer Forschung

dem noch entzückender, als ich er tourtet hatte. Schon die Dampferfahrt über die Bah ton Rio ist unvergleichlich. Immer mehr treten Rio selbst, fein bewaldeter Hintergrund, der Corcovado, der Zuckerhut und die Tijuca zurück. Dafür tauchen die verschiedenen in der Bah gelegene« Waldinseln und Felsenriffe aus. Immer romantischer erscheint das Orgelgebirge mit dem »Finger Gottes' und anderen wilden und zackige» Spitzen. Darauf steuette» wir ^u. Wir landeten. Die Eisenbahn brachte uns in sehr schneller Fahrt über die etwa 18 Kilo­meter breite Wald ebene, und dann erklimmte der Zug mittels Zahnrad Ne ungefähr 800 Meter hoch gelegenen Täler, in denen PettwpoliS verzweigt ist. Ich fand Aufnahme in dem gast­lichen Haufe unseres deutschen Gesandte», des Herr» von T. Es ist schade, daß Ne Darstell­ung eines Familienlebens nicht in den Rahmen eines Reisebriefts gehött. Da könnte meine Feder ihre beste Kraft zeige», denn ich habe wenig Familie» kenne» gelernt, in deren Kreise sich ein Fremder so schnell imb in so hohem Maße heimisch und jeder Art sympathisch berührt fühle» muß wie hier. Auch war es mir hoch interessant, en einem Abend, einen großen Teil der diplomatischen Wett hier im Hanse kennen zu lernen.

PetropoliS ist eine Dillenstadt und erinnert in erster Linie an Baden-Baden oder Karlsbad. Nur hat eS vor diesen voraus, daß eS nicht in ein einziges Tal eingeklemmt ist, sonder» in einem Bündel ton Tälern fich »ach verschiedenen Setten ausdehnt. Wo man geht oder sähet, genießt man schöne Ausblicke. In der Stadt selbst find eS die entzückende» Landhäuser in prächttge» Gärte», die groß« mit tropischem Reichtum angelegt« und »och ans der

entfaltet hat: Erhaltung der Kunstdenkmäler, Jnventarisattou der nichtstaatlichen Archive, Grundkartc-forschung und die mannigfachst« Wissenschaft', ^ch« Publikation«, die nur von einer derarttgen größeren Organisatton geleistet werden, zogen in buntem Wechsel vor de« Zu­hörern des interessant« Berichts vorüber. Dann folgte am ersten Versammlungstage ein form­vollendeter und methodisch sehr bedentsamer Vortrag deS Prof. HanS Delbrück-Berlin über Römerfeldzüge in Germanien, am zweiten Tage ein an neuen Aufschlüssen aus dem Geheimen Staatsarchive ungemein reicher, die zahreiche Versammlung in hohem Grade fesselnder Vottrag BaillonS über die Teilnahme der Königin Luise an der Politik Preußens in dem krittschen Jahre 1810, welcher, von warmer Begeisterung für Preußens größte Königin erfüllt, diese Begeisterung auch auf die Zuhörer übertrug. Außerdem sprach in dieser öffentlich« Versammlung noch der Kölner Stadtarchivbeamte Dr. Oppermonn in sehr unterrichtender Weise über die Entstehung des rheinischen Bürgertums. Den Abschluß der arbeitsreich« und doch so schönen Düsseldorfer Tage bildete einlänzendeS Fest, welches die Stadt Düsseldorf für iämtliche Teilnehmer deS Kongresses veranstaltete.

Im Anschluß an diese Tagung begaben fich etwa 100 Mitglieder deS Gesamt Vereins der deutschen GeschichtS- und Altertumsvereine nach Aachen. Sie besichtigen die Stadtbibliothek, das städtische Archiv und das Münster, wo Professor Buchkremer baugefchichtliche Er­läuterungen gab und Prälat Dr. Bellesheim die Kostbarkeiten des Domschatzes erklätte. Im Kaisersaale des Rathauses widmete dann Oberbürgermeister Veltmann eine herzliche Be­grüßungsansprache Geh. Archivrat Baillon dankte im Namen des Vereins für den freundlichen Empfang. Er habe bei der Besichtigung der Stadt die Wahrnehmung gemacht, wie die Ver­walt mg bemüht sei, nicht nur der Vergangen­heit gerecht zu werden, sondern auch dem Be­dürfnis de? Tages zu genügen. Pros. Frentzen erläuterte die Baugeschichte des Rathauses und ergänzte feine Ausführungen durch zahlreiche Pläne und Abbildungen. Es folgte nunmehr die satzungsgemäße dritte Hauptversammlung des Gesamtvereins, deren Tagesordnung im Wesentlichen aus Berichten über die gestrige Beratung der vereinigten Abteilungen in Düsseldorf bestand. Regierungsrat Dr. Er misch berichtck über die Beschlußanträge auf Er­schließung und Ausbeutung der kleiner« Archive und auf Schaffung der historischen Grund­karten. Beide Anträge sanden Annahme. Archivdirektor Dr. Wolfram-Metz verbreitete fich über die Beratungen der ersten und zweiten Abteilung des Gesamtvereins, die fich vornehm­

glücklich« Zeit Brasiliens, aus der des Kaiser­reiches, stammenden öffentlichen Anlagen, die mitunter sehr geschmackvollen Regierungsbauten und Ne schattige« gut erhaltenen Straßen selbst. In der Umgegend bietet der Ausblick in jedes Tal einen echten Naturgenuß. In Petropolis wohnt aber nicht nur die Diplomatenwelt, auch auS Mo habe« viele Herren, denen ihre Mittel gestatten, die täglich« ziemlich teueren Fahttm ton der Hauptstadt auf die gesunde Höhe zu unternehmen, ihr Familienheim. Morgens fahr« die Gatten und Väter hinab, und ab«ds kehr« sie auS dem Staub und der häufig gefährlichen Fieberlust von Mo nach PettopoliS zurück. Auch der Präsident der .Germania' von Rio, Herr Mattfeldt hat hier sein idyllisches Heim, in das die niedlichen, kleinen Amourett«, seine Kinder, hineinpaffen wie die Sonnenstrahl« in ein« Märchengarten. Auch dort bereitete mir echte deutsche Gast­freundschaft ein« ungemeinen sympathischen Abend. Es war mir schwer, mich ton PetropoliS zu trennen, und darum blieb ich auch ein« . Tag länger, als ich ursprünglich geplant. Das lag an unserer Nutschen Gesandt- schaft, und weil eS in derselbe» so reizend war. Aber fth wollte, ich könnte Ne Familie von T. auch in meinem Heim tun Starnberger See begrüßen, nm ihr zu zeigen, daß deutsche Gast­freundschaft nicht nur im AnÄand so besonders gut gedeiht.

Ich fuhr nach Rio zurück. Dottragspflichten gestattet« kein längeres Verwett« in PetropoliS. Die Erinnerung an jene Stadt wird mir be­sonders ftst haften. Nur: Ich war dort i» keiner Brasilia» erstadt, sondern in einem aller­liebsten internationalen Badeort.

Bei der Rückfahrt bot fich mir das inter-

lich mit römisch-germanischer Altettumswiffeu- schaft beschäftigten. Weiter wurde mitgeteilt, daß die nächste Hauptversammlung des Gesamt- vereinS im Herbst 1903 in Erfurt ftattfinden werde.

Die ne» en Ausführungsbestimmung er zur Branntweinsteuer.

In d« reuen Ausführungsbestimnmny« zur Branntweinsteuer ist auch eine Definition des Begriffs der landwrrtfchaftlichen Genossen- schastsbrennerei gegeben. Danach gilt eine Brennerei als solche, wenn mindestens zwei Eigentümer ober Besitzer an ihr beteiligt sind, und die torgeschriebene Verpflichtung zur Der- fütterung bet Rückstände und Verwendung des Düngers ton den Eigentümern oder Be­sitzern nicht in einer für gemeinschaftliche Rechnung betriebene Landwirtschaft, sondern in ihr« für getrennte Rechnung geführte» Landwirtschaftsbetrieb« erfüllt wird. Die gesetzliche Forderung, daß die verarbeiteten Rohstoffe in der Hauptsuche selbst getoonnm fein müssen, gilt als erfüllt, wenn wenigstens neun Zehntel dieser Stoffe selbst gewonnen find, lieber die Beteiligung der einzelnen Genoss« an dem Unternehmen, über den Bezug der Rohstoffe, sowie über die Abgabe von Rückständen haben die Genossenschafsbr«nereien Anschreib- ungen zu führen und den Steuer-Oberbeamt« auf Erfordern vorzulegen. I« der Anweisung für die Ausführung der Brennsteuer ist, «ach einem Auszüge des B.B.-C.', bestimmt, daß w«n die Brennsteuermäßigung beansprucht wird, der Brennereibefitzer ein für allemal oder für daS Betriebsjahr schriftlich zu erklären hat, daß er ausschließlich Roggen, Weizen, Haier oder Gerste verarbeiten wolle, und daß ihm die Folgen des Verarbeitens anderer Stoffe bekannt feien. Wird die Verpflichtung bezüglich der zu verarbeitend« Rohstoffe nicht innegehalten, so unterliegt der erzeugte Branntwein der Brennsteuer. Für landwirtschaftliche Brennereien, die Zuschlag entrichten, beläuft sich die besondere Breunsteuer, sofern der Zuschlag weniger als 16 Mk. vom Hektoliter Alkohol beträgt, auf 3 Mark. Die auf den Sommer brand gelegte Bren«''teuer ist auch zu erheben, soweit in der Zeit vom 16. Sep­tember bj^ 15. Juli an 'mehr als 259 Tagen Bottichbemaischung« borgenommen werden. Für die Brennereien, die Maischbottichsteuer ent­richten, ist die Brennsteuer zunächst vorläufig unter Zugrundelegung derjenigen durchschnitt­lichen Tageseinmaischung zu berechnen und zu erheben, welche fich nach dem ersten, die be­sondere Brennsteuer bedingenden Betriebsvlan ergiebt. Die enbgiltige Berechnung hat nach Beendigung des der besonderen Brennsteuer unterliegenden Betriebs in der Weise zu erfolgen, daß auf Grund inzwischen zu führender An-

essante Bild des Anblickes von Rio bei Laternenbeleuchtung. Auch dieses wird nicht leicht einen Vergleich finden können. Bei Neapel sieht man vom Golf aus einen wetten, leuchtenden Halbkreis. Hier ist die glänzende Linie nicht so zusammenhängend. Gerade das macht sie um so interessanter. Zwischen Rio find die mtt Gärten, aber auch mit Häusern gekrönt« Berge. Die bringen in die geraden Linien der Straßenbeleuchtung reiche Abwechs­lung. Dazu kommen die vielen der Stadt vor- lieg«den, teils mit Gas, teils elektrisch be­leuchteten Inseln, dann die Rio gegenüber­liegenden Orte und im hellsten elektrischen Licht erstrahlenden Festungswerke, sowie die zahl­reich«, durch verschiedenfarbige Laternen ge­kennzeichneten Schiffe. Auch bei Nacht muß ich daher dem Anblick von Rio de Janeiro den Vorzug selbst vor dem Neapels geben, und des­halb weiß ich kein Landschaftsbild, das mit dem dieser Bay einen Vergleich aushalten könnte.

Schade, schade, daß eine so schlechte Stadt­verwaltung und eine so schwache und vielfach corumpiette Staatsregierung nicht mehr für die Stadt als solche tun. Der Straßenschmutz, daS erbärnttiche Pflaster, die Unsicherheit sogar auf Plätzen mitten in der Stadt wie auf der Praza da Republica, die falsche und darum die ganze Gegend verpestende Anlage von Kanälen wie der Kanal do Mangue, die ungenügende Einrichtung der Eselbahnen (bonds), der Mangel an Querverbindungen zwischen den einzelnen Stadtteil«, die Enge der Straßen im Geschäfs- teit und der damit verbundene schlechte Lust- durchzug, sowie eine Menge anderer Dinge mache» einen günstigen Vergleich ton Rio de Janeiro mtt einer europäisch« oder nord«