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mit dem Kreisblatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Sonntagsbeilage: JlluftrirLes Sonntagsblatt.
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JH 246
Lirrtelj! hrlicher Bezugspreis: bei der Expedition 2 Mk., bei allen Postämtern 2,25 ML (excl. Bestellgeld).
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Marburg
Sonnabend, 4. Oktober 1902.
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Erscheint täglich außer an Sonn- und Feiertag«. Sonnabends in Morgen- und Abend-Ausgabe.
Druck und Verlag: J o h. Ang. Koch, llniversitätS- Buchdrucker«!
Marburg, Markt 21. — Telephon 55.
37. Jahrg.
?ÜS neue Qiiackl Wer bisher noch nicht aus ine ^Oberhessische Leitung' abonniert ist und stch mit interessantem und gediegenem Lesestoff für die langen Winter- «Lende versehen hat, möge daS Versäumte ßchlemngft nachholen und die „Ob er Hess. Zt g.' umgehend bei der Expedition oder dem nächsten Postamt bestellen.
Deutscher Schulschiff-Lerein-
Die Jahresversammlung des Deutschen Schulschiff-Vereins, welche kürzlich zu Düffeldorf stattsand, hat den Beweis erbracht, daß die Hoffnungen, mit welchen der Verein vor zwei Jahren ins Leben gerufen wurde, stch in reichem Maße erfüllt haben. Wie der Protektor und Vor- fltzende des Vereins, der Eroßherzog von Oldenburg, in seiner Begrüßungsansprache hervorhob, hat der Verein im laufenden Geschäftsjahr die gahl von über 400 Mitgliedern erreicht. Kommerzienrat Max Guilleaume-Köln machte Mitteilungen über die finanzielle Lage, die im allgemeinen günstig ist: nach dem bisherigen Stand der Finanzen ist mit einiger Sicherheit |u erwarten, daß der Verein das laufende Geschäftsjahr mit einem Ueberschuß von etwa 60 000 Mark abschließen und damit die Grund- laze zu einem dringend erforderlichen Reservefonds legen wird.
Neber das Schulschiff und die Erziehung der Zöglinge erstattete Prof. Dr. Schilling-Bremen einen inhaltsreichen Bericht, dem wir folgende Einzelheiten entnehmen. DaS Schiff wurde im Mai vorigen Jahres zum erstenmale in Dienst gestellt. Di« jungen Leute wurden erst einige Wochen an Bord znrechtgewiesen: sie lernen Kenntnis des Schiffes und seiner Takelung, Rudern, Bootssegeln und Schwimmen. Dann geht die Reise in die Ostsee, die außerordentlich geeignet ist für die Ausbildung im Seedienst. Nachdem einige Monate die Grundlage für diesen Dienst gelegt ist, geht das Schiff hinaus auf den Ozean. Die Reise des vorigen Jahres hatte Westindien zum Ziel, deffe» Rheden und Häfen sich als überaus geeignete Nebungsfelder erwiesen haben. In diesem Jahr ging das Schiff »ach Brafilien und wird den dort nach West- Indien fahren. Es befinden stch an Bord nicht bloß Schiffsjungen, sondern auch eine beschränkte Anzahl Kadetten. Der Unterschied besteht darin, daß Schiffsjungen in der Regel nur ein Jahr an Bord bleiben und dann der Handelsschrffahrt $ut Verwendung überlasten werden, daß dagegen Kadetten, die später Schiffsoffizier werden sollen,
drei Jahre an Bord bleiben und dann noch ein viertes an Bord von Dampfern fahren, bis zur Prüfung als Steuermann. Der Erfolg, den wir bis jetzt gehabt haben, hat den schweren Bedenken, beide Klaffen zu vereinigen, unrecht gegeben; beide haben gut miteinander gearbeitet. Die im vorigen Jahre ausgebildeten Kadetten find schon Vormeister für die neuen Schiffsjungen, und wir befitzen so für die Ausbildung ein sehr wertvolles Material. Ob wir Kadetten beibehalten, wird der Zukunft überlasten bleiben; es spricht manches dafür, manches dagegen.
In der Diskusfion wurden Fragen berührt, die auch weitere Kreise interesfieren. Geheimrat Bnsley stellte im Namen des deutschen Flottenvereins die Anfrage, ob die jungen Leute, die auf dem Schulschiff erzogen werden, später in die Lage kommen können, das Examen für Steuermann und für Kapitän zu machen. Der Großherzog von Oldenburg beantwortete diese Frage dahin, daß zunächst zwar das Hauptbe- dürfnis sei, der deutschen Handels-Marine Matroseü zu erziehen, daß die jungen Leute aber seemännisch die Laufbahn bis zum Kapitän machen können, wenn fie die Lust und das Zeug dazu haben. Wer auf dem Schulschiff eintritt, wird zunächst Matrose, kann aber später Kapitän werden. Ferner fragte Prof. Busleh, daß er vielfach von Eltern gehört habe, was toirb mit dem Jungen werden, wenn das Jahr auf dem Schulschiff um ist? Es sei Gefahr vorhanden, daß der Junge nach dem Jahr auf dem Schulschiff wieder zu seinen Eltern auf längere Zeit zurückkommt und dann vielleicht zu einem anderen Beruf übergeht. Auch diese Anfrage wurde von dem Großherzog beantwortet. Die Ausführungen des Gtoß- herzogS gingen dahin, daß die Bemühungen des Vereins daraus gerichtet sein müssen, die im JahreSknrsus ausgebildeten Schiffsjungen
möglichst bald auf Schiffen der Handelsflotte unterzittrigen. Die Aufgabe des deutschen Schulschrff-VereinS besteht vor allem darin, her Handelsflotte ohne Unterschied, ob Segelschiff oder Dampfschiff, tüchtige Seeleute zuzuführen. ES würde also ungerecht sein, die Schiffsjungen allein auf Segelschiffen unterzubringeu, während die Dampfer geradezu Mangel an Matrosen leiden, und die Dampfer-Rhedereien uns besonders große Beiträge entrichten. Nachdem wir die Jungen das erste Mal rmtergebracht haben, können wir nicht mehr verpflichtet sein, weiter für fie zu sorgen, und wenn wir freiwillig und auch für diejenigen Leichtmatrosen, die wir erstmalig auf Dampfern untergebracht haben, uns um eine Segelschiffstelle bemühen, so ist das kein Zwang, sondern hervorgegangen aus dem besonder« Jntereste für unsere Zöglinge. Es kann unfern Jungen nur geraten werden, zeitweilig auch auf fremben, besonders englischen
8 Nachdruck Verbote«.)
Verspielt.
Roman von F. Arnefeldt.
Gortsetzung.)
Leonie, die mit Frau Ehrentraut ein wenig bei Seite stand, drückte dieser die Hand und flüsterte:
.Das geht alles viel bester als wir es gedacht, der Oberverwalter scheint wirklich ein ganz angenehmer Mann zu fein."
Die Frau Doktor antwortete nur durch ein ftummes Ricken.
Der füllen, fein beobachtenden Frau war es nicht entgangen, daß der Oberverwalter, während sein Mund von Beteuerungen seiner Liebe und Ergebenheit üb-rfloß, doch verstohlen seine Blicke mit einem unruhigen, forschenden Ausdruck auf fie, aus Leonie, und ganz besonders auf Fräulein von Rohr richtete, als wolle er ergründen, was er von den Ankömmlingen zu erwarten habe. Trotz seiner großen Liebenswürdigkeit und Geschmeidigkeit wollte ihr im Wesen des Mannes etwas nicht gefallen, aber fie hütete fich, die« gegen Leonie zu äußern, und nahm fich auch vor, Alice nichts davon merken zu lasten.
Die Verhältnisse lagen gar zu eigentümlich. Eie, wie ihre Pflegetochter, waren mit einer Voreingenommenheit gegen den Oberverwalter gekommen. Vielleicht ließ fie fich durch diefe täuschen. Sie nahm fich vor, die Augen offen zu halten, aber ihre Pflegetochter ruhig gewähren zu lassen. Alice war klug und über ttre Jahre hinaus gereift, man mußte ihr Zeit lasten, felbst zu prüfen und das Rechte zu finden.
Alice hatte inzwischen jedem her Herren ein paar freundliche Worte gesagt und wandte fich ,Mm Fra« Ehst« zu. Doö gute, behäbige
Gesicht der Haushälterin glänzte vor Freude; unter tiefen Knixen hieß fie daS gnädige Fräulein willkommen und versicherte, es sei alles bereit, sie hoffe, es werde dem lieben gnädigen Fräulein an nichts fehlen.
„Um welche Zeit haben Sie die Abendmahlzeit bestimmt?' fragte Alice. „Frau Cysten erwiderte, sie hätte geglaubt, die Damen würden erst den Reisestaub abschütteln und ein wenig ruhen wollen, und deshalb geglaubt, etwa in anderthalb Stunden, wenn das gnädige Fräulein aber früher befehle —
„Nein, nein,' fiel ihr Alice ins Wort, „es ist ganz recht fo. Sich nochmals an den Oberverwalter wendend, lud fie ihn ein, mit feinem Sohne heute abend ihr Gast zu feilt, und erkundigte fich, ob auch Vorkehrungen getroffen wären, den Leuten, bie fie so freundlich empfangen, den Tag zu einem festlichen zu machen.
Hartung versicherte, daß alles bestens besorgt sei, dann trat er unter tiefen Verbeugungen zurück, entließ die Wirtschaftsbeamien durch eine Handbewegung und gab seinem Sohne einen Wink, ihn zu begleiten. An Edgars Seite schritt er dem Wittschaftshose zu, der in geringer Entfernung vom Schlöffe lag und ein großes Viereck bildete. Drei Seiten waren von . Ställen und Scheunen eingenommen, die vierte bildete das sehr stattliche HauS, in dem Hartung das erste Stockwerk inne hatte und wo auch die übrigen Wirtfchaftsbeamtm wohnten.
Um HattungS Lippen zurtte ein ärgerliches, spöttisches Lächeln, und sobald er fich außer der Hörweite wußte, murmelte er:
.Das gnädige Fräulein spielt fich ganz als Schloßherrin auf l Ladet Dich und mich zur Tafel in dem Hause, in dem ich regiere und
Schiffen zu fahren, um diese für den Seemann besonders wichtige Sprache zu lernen. Die Unterbringung der Schiffsjungen beß ersten Jahrganges hat bank ber Bemühungen ver- schiebener Mttgkieber unseres Vereins zu keinen Schwierigkeiten gefühtt. Wir haben aber, um bie Prinzipien biefer Frage festzustellen, eine besondere Kommission zur Beratung und Vor- bereitimg dieser Angelegenheit eingesetzt.
Auch der Kaiser widmet den Bestrebungen des Vereins die wärmste Sympathie. Er steht an bet Spitze des Ehrenvorstandes und unterstützt den Verein mit einem jährlichen Beitrag von 5000 Mark. In besonders herzlicher Weise kam das Jntereffe, das der Kaiser für den Schulschiff-Verein hat. in dem Antwortstelegramm zum Ausdruck, das der Kaiser gelegentlich der Jahresversammlung an den Großherzog von Oldenburg richtete.
Umschau.
Graf Posadowsky über bas Kartellwesen.
Die amtliche B. C. schreibt: Zu bem in der Zolltarifkommisfio.! vor Kurzem verhandelten Anträge, der den Bundesrat verflichten wollte, die Zölle für vom Auslande eingebeube Waren auizuheben und deren zollfreie Einfuhr zuzu- laffen, wenn die gleichartigen Waren von deutschen Verkaufsvereinigungen nach dem oder im Auslände billiger verkauft werden als tm deutschen Zollgebiet, hat ber Staatssekretär des Inneren Graf von Posadowsky Folgendes erklärt:
Die Reichtzverwaltung verfolgt die Vorgänge ans dem Gebiete des KattelltoesenS mit der größten Aufmerksamkeit, ist aber von der Ueberzeugung durchdrungen, daß bei der Behandlung dieser volkSwittschaftlich so außerordentlich schwerwiegenden Frage die größte Vorsicht geboten sei. Zuförderst kommt eS darauf an, sich volle Klarheit über bie Wirksamkeit und die Wirkungen der Kartelle zu verschaffen.
Zn diesem Zwecke ist von Seiten ber Reichs- Verwaltung zunächst an die Bundesregierungen eine Rundfrage ergangen, durch welche bas Bestehen von etwa 400 Kartellen ermittelt worden ist. Daneben hat eine Ansammlung des aus öffentlichen Verhandlungen fich ergebenden und des auf literarisazern Wege zugänglichen Stoffes stattgefunden. Insbesondere sind auch die in erster Linie beteiligten Gerichtsbehörden bet Bundesstaaten zur Berichterstattung über Rechtsstreitigkeiten, dre das Gebiet des KattellwesenS berühren, veranlaßt worden. Diese Berichte haben wichtige und zweifelsfreietatsächliche Unter lagen zur Beurteilung des KattellwesenS zu Tage
in dem fie bis jetzt noch blutwenig zu sagen hat. Nun, es soll meine Sorge sein, die Bäume zu beschneiden, baß fie nicht in ben Himmel wachsen. Etwas aufzuraten wird fie mir freilich geben; kein Zug vom Vater, ganz bie Mutter, mit ber nicht gut Kirschen essen war; aber ich zwinge fie schon!'
„Wie hat Sie Dir übrigens gefallen?' wandte et fich an den Sohn, dessen Anwesenheit er bei seinem Selbstgespräch ganz vetgeflen zu haben schien.
Edgar stieß einen Seufzer aus, bet so drollig Lang, daß er bem Vater zu einer anberen Zeit sichet ein Lächeln abgewonnen hätte; heute wat er butch den Zwang, ben er sich antun mußte, gereizt und ließ feine verdrießliche Laune an dem Sohne aus.
.Stöhne nicht so albern, sondern sprich!' herrschte er ihn an.
»Ach, fie ist seht schön!' wat die von einem abermaligen Stöhnen begleitete Antwort.
»Das habe ich selbst gesehen, Narr. Was wettet?"
.Ich kann nichts anderes sagent Eine Würde, eine Höhe entfernte bie Vertraulichkeit! Ich kann Dir nur wieberholen, was ich Dir gestern gesagt habe: gib jede Hoffnung auf!'
.Daß ich ein Tot wäre!' lachte bet Obervetwalter ingrimmig.
»Ich sage Dir, fie muß!'
.Die sieht nicht auS, als ob fie fich jtoingen ließe. “
.Das wirb fich finben!' erwiderte Hartung und rieb fich bie Hände. .Fräulein Alice von Rohr soll mich noch kennen lernen. Gerade ihr Wesen reizt mich, das Tänzchen mit ihr zu wagen.'
gefördert. Endlich ist damit begonnen worden, den Lettern größerer Kattelle Gelegenheit zu vertraulicher Darlegung ihrer Verhältnisse zu geben. Die Kattelle, mit denen bis jetzt solche Fühlung genommen ist, haben sich durchaus entgegenkommend erwiesen und in weitem Umfange zur Darlegung ihres GeschäftsgebahrenS bereit er- klätt; ihre Vertreter äußetten fich vielfach dahin, daß ihnen eine Darlegung ihrer Verhältnisse nur angenehm fein könne, da sie geeignet sei, ausklärend und beruhigend zu wirken.
Aus Grund des so gewonnenen Materials, soweit eS nicht vertraulich mitgeteilt ist und fich deshalb der Weitergabe entzieht, wird nunmehr beabsichtigt, eine umfangreiche Erhebung vorzunehmen durch kontradiktorische Derhans- lungen, bei denen die Vertreter von Kattellen, — darunter auch derjenigen Kattelle, welche als Käufer der Erzeugniffe anderer Kartelle in Frage kommen — sowie ihrer Abnehmer und ferner unabhängige Sachverständige beteiligt werden sollen. Die kontradiktorischen Verhandlungen sollen bereits in nächster Zeit beginnen. Der Kreis ber zu beteiligenden Personen wird natürlich von Fall zu Fall bestimmt werde« müffen, ist aber mit Absicht weit ausgedehnt worden, weil die Wirkungen der Kattelle fich bis in die Reihe der fünften und sechsten Abnehmer erstrecken.
Gegen den Eingangs erwähnten Antrag bestehen, ganz abgesehen von den aus seiner Formulierung im einzelnen fich ergebenden technischen Unmöglichkeiten, auch wegen des ge- schildetten Standes der Untersuchungen ernste Behenken. Bevor der Bundesrat Entschließungen faßt, muß Klarheit bestehen über die Wirkungen ber Kattelle und namentlich auch über den Einfluß, den sie in Zeiten wirtschaftlichen Niederganges auszl'üben vermögen.
Ehristlich-sozialer Parteitag.
In der letzten Patteiversammlung vom 2. Oktober ergriff nach Verlesung einiger Be- grüßungsdepeschen Arbeitersekretär Behrens aus Berlin zur Frage der ,,Stellung ber Lanb» wirte, Hanbwerker und Arbeiter zur Zollpolitik" das Wott. Er erörterte baS ganze Gebiet des Zusammenhanges dieser drei für des Reiches Wohlergehen wichttgsten tont« schaftlichen Gruppen und kam zu dem beherzigenS- toerten Schluffe, daß es in erster Linie nicht heißen müffe: billiges Brot sondern guter Verdienst! (Sehr richtig!) In der stch daran knüpfenden Diskussion betonte vor allem ein Bäckermeister, Heistermann • Elberfeld, daß ein 5Markzoll überhaupt vollständig wirkungslos sei undhöchstenS ein Satz von 6Mk. als angemessen erscheinen würde. Landwitt Lütttinghaus sah die Zukunft der deutschen Landwirtschaft recht
„Nimm Dich in Acht!" warnte der Sohn mit bedenklichem Kopfschütteln, „die sieht nicht aus, als ob fie mit sich umspringen ließe, scheint mir trotz ihrer Schönheit ein Bild ohne Gnade. Da ist ihre Coufine, Fräulein Leonie Helbig, ein ganz anderes Mädchen. Was hat die während der Fahrt zusammengeschwatzt; für jeden Tag in ber Woche haben wir bereits Ausflüge verabredet. Sie ist lange nicht so schön wie Fräulein von Rohr und gefüllt mir doch tausendmal bester. Ja, wenn eS die wäre! Hast Du Dir das kleine, herzige Ding gar nicht angesehen?"
Sie hatten unter diesem Gespräch das Wohnhaus auf dem Wittschasttzhof erreicht, und Edgar wollte fich mit einem Gruß entfernen, aber mit einem hatten Griff erfaßte der Vater seinen Arm und zog ihn in sein zu ebener Erde be- legeneS Wohnzimmer.
.Unterstehe Dich und bandle etwas mit der Kleinen an!' herrschte er ihn an. .DaS Mädchen ist sicher arm wie eine Kirchenmaus.'
.Wer sagt Dir das?' fragte Edgar, der fich von seinem Vater nicht fo leicht ins Bockshorn jagen ließ.
.Seh' ich ihr an!' brummte der Oberver- toalter, .übrigens weiß ich auch, daß bie verstorbene Frau von Rohr eine Schwester hatte, ber es redjt trübselig ging. Nach beten Tod« hat bie Tante bas verwaiste Mädchen zu sich genommen und spielt nun die Gesellschafterin bei der gnädigen Cousine. Würde sich hüten, das zu tun, wenn fie selbst waL in die Milch zu brocken hätte, und daß Du selbst ein armer Schlucker bist, weißt Du.'
(Fottsetzung folgt.)